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	<title>Ein anderes Blau: Richard</title>
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	<description>Prosa für sieben Stimmen</description>
	<pubDate>Wed, 16 May 2007 08:03:31 +0000</pubDate>
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		<media:copyright>© Benjamin Stein (2007)</media:copyright><media:category scheme="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd">Arts/Literature</media:category><itunes:author>Benjamin Stein</itunes:author><itunes:explicit>no</itunes:explicit><itunes:subtitle>Erinnern &amp; Entdecken</itunes:subtitle><itunes:category text="Arts"><itunes:category text="Literature" /></itunes:category><geo:lat>48.1301</geo:lat><geo:long>11.5735</geo:long><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="self" href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/richard" type="application/rss+xml" /><feedburner:emailServiceId>794728</feedburner:emailServiceId><feedburner:feedburnerHostname>http://www.feedburner.com</feedburner:feedburnerHostname><feedburner:feedFlare href="http://www.newsgator.com/ngs/subscriber/subext.aspx?url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fturmsegler%2Fblau%2Frichard" src="http://www.newsgator.com/images/ngsub1.gif">Subscribe with NewsGator</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.rojo.com/add-subscription?resource=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fturmsegler%2Fblau%2Frichard" src="http://www.rojo.com/corporate/images/add-to-rojo.gif">Subscribe with Rojo</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.bloglines.com/sub/http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/richard" src="http://www.bloglines.com/images/sub_modern11.gif">Subscribe with Bloglines</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.netvibes.com/subscribe.php?url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fturmsegler%2Fblau%2Frichard" src="http://www.netvibes.com/img/add2netvibes.gif">Subscribe with Netvibes</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://fusion.google.com/add?feedurl=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fturmsegler%2Fblau%2Frichard" src="http://buttons.googlesyndication.com/fusion/add.gif">Subscribe with Google</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.pageflakes.com/subscribe.aspx?url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fturmsegler%2Fblau%2Frichard" src="http://www.pageflakes.com/subscribe2.gif">Subscribe with Pageflakes</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://add.my.yahoo.com/content?lg=de&amp;url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fturmsegler%2Fblau%2Frichard" src="http://us.i1.yimg.com/us.yimg.com/i/de/my/addtomyyahoo4.gif">Subscribe with Mein Yahoo!</feedburner:feedFlare><item>
		<title>Wir lösen uns auf</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2007 22:02:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Ein anderes Blau</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[/Richard/ Wir lösen uns auf und mit uns all unsere Erinnerungen und unsere Geschichte. Es kann nicht mehr lange dauern, und wir werden als Wolke über den See treiben und aus dem Blickfeld derer verschwinden, die uns am Ufer verabschiedet haben.
Was wir zurücklassen, ist nicht mehr als ein Gewirr von Stimmen und eine große Unsicherheit, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Richard/ Wir lösen uns auf und mit uns all unsere Erinnerungen und unsere Geschichte. Es kann nicht mehr lange dauern, und wir werden als Wolke über den See treiben und aus dem Blickfeld derer verschwinden, die uns am Ufer verabschiedet haben.</p>
<p>Was wir zurücklassen, ist nicht mehr als ein Gewirr von Stimmen und eine große Unsicherheit, ein paar unerklärliche Ereignisse und einige Notizen in der Zeitung. Und da ist niemand, der beides in einen Zusammenhang bringen würde. Wenige haben von uns gewußt, als wir lebten; und noch wenigere werden von uns wissen, wenn wir uns davongeschlichen haben.</p>
<p>Wir füllen nur einen Riß in der Zeit. Wir wagen die Überfahrt. Und die Koffer bleiben zurück am Ufer.</p>


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		<title>Der Morgen ist nah</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2007 22:03:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Ein anderes Blau</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[/Richard/ Der Morgen ist nah, und bald werden wir aufbrechen müssen. Am Tagufer wartet das Boot, das uns fortbringen wird. Und die Koffer stehen bereit. Das sind die Koboldkoffer, die Regentropfenkoffer, die mit Zeitungspapier ausgestopfte Brust.
Doch dieses Gepäck ist zu schwer und wird uns auf der Reise nichts nützen. Am anderen Ufer wartet kein neues [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Richard/ Der Morgen ist nah, und bald werden wir aufbrechen müssen. Am Tagufer wartet das Boot, das uns fortbringen wird. Und die Koffer stehen bereit. Das sind die Koboldkoffer, die Regentropfenkoffer, die mit Zeitungspapier ausgestopfte Brust.</p>
<p>Doch dieses Gepäck ist zu schwer und wird uns auf der Reise nichts nützen. Am anderen Ufer wartet kein neues Leben. Wir müssen alles verschenken, bevor das Boot ablegt, die Tür öffnen und die Worte hinauslassen. In ganzen Sätzen sprechen ohne Furcht vor Verrat.</p>
<p>Es ist wohl zu spät, noch einmal von zu Hause aufzubrechen, die Tür zu schließen, die Treppe hinunterzugehen, auf den Hof hinaus. Es ist wohl zu spät, mich umzudrehen und zu dir hinaufzuwinken. Dieser Weg ist abgeschnitten.</p>
<p>Aber ich kann noch eine Hand nehmen und ein Gesicht streicheln. Ich kann noch einer Haut die Gewißheit schenken, daß jede Pore lebt. Einen Satz habe ich noch, und ein Kuß ist mir geblieben. Und ich kann auch das Boot mit kräftigen Schlägen über den nächtlichen See ans andere Ufer rudern und dir die Angst vor dem Abschied nehmen. Ich bin noch nicht tot.</p>


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		<title>Wundert dich nicht dein Glück</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2007 22:23:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Ein anderes Blau</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[/Richard/ Wundert dich nicht dein Glück beim Zwiebelschneiden: die erlaubten Tränen? Schrecken dich nicht deine Träume, in denen du Messer schleifst mit großen glänzenden Klingen, um den Geliebten zu töten? Ängstigt dich nicht deine Kunst der Verkleidung? Schmerzt sie dich nicht wie den Tropfen Regen, der die Berührung ersehnt deiner Haut, wenn er rinnt über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Richard/ Wundert dich nicht dein Glück beim Zwiebelschneiden: die erlaubten Tränen? Schrecken dich nicht deine Träume, in denen du Messer schleifst mit großen glänzenden Klingen, um den Geliebten zu töten? Ängstigt dich nicht deine Kunst der Verkleidung? Schmerzt sie dich nicht wie den Tropfen Regen, der die Berührung ersehnt deiner Haut, wenn er rinnt über die ewig haftende Schminke auf deinem sterbensgesunden Gesicht? Was kann dich noch verwunden, noch schrecken? Im Vorübergehen brennen dich glühende Eisen, und du bleibst stumm.</p>


<a href="http://turmsegler.podspot.de/files/3-31%20Richard%20-%20Wunder%20dich%20nicht%20dein%20Gl%FCck%20beim%20Zwiebelschneiden.mp3">Download audio file (3-31%20Richard%20-%20Wunder%20dich%20nicht%20dein%20Gl%FCck%20beim%20Zwiebelschneiden.mp3)</a><br />
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		<title>Das Fest ist vorbei</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2007 22:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Ein anderes Blau</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[/Richard/ Das Fest ist vorbei. Die Gäste haben sich ausgesungen und ausgetanzt und sich ausgelacht und eine Nacht ausgeatmet; und jetzt ist es Zeit zu gehen.
Wie uns niemand begrüßt hat, als wir kamen, so wird uns auch niemand verabschieden wollen. Wir waren die unerkannten Gäste am Party-Buffet. Wir waren die Erinnerungsfetzen, die in einer abwesenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Richard/ Das Fest ist vorbei. Die Gäste haben sich ausgesungen und ausgetanzt und sich ausgelacht und eine Nacht ausgeatmet; und jetzt ist es Zeit zu gehen.</p>
<p>Wie uns niemand begrüßt hat, als wir kamen, so wird uns auch niemand verabschieden wollen. Wir waren die unerkannten Gäste am Party-Buffet. Wir waren die Erinnerungsfetzen, die in einer abwesenden Minute vor dem inneren Auge eines angetrunkenen Tänzers vorüberhuschten. Du weißt es ja: Niemand hat uns eingeladen; wir wurden nicht bestellt, und ich glaube sogar, daß außer uns selbst niemand wirklich weiß, daß wir hier sind.</p>
<p>Während sie stiller werden, sich immer öfter ansehen und verstohlene Blicke auf ihre Handgelenke werfen, und während sie nach den Mänteln greifen, um sich auf den Weg zu machen, während ein Abschied den anderen ablöst, müssen wir uns fragen, warum wir noch hier sind und ob es nicht auch für uns Zeit wird zu gehen. Hast du dich nie gefragt, warum wir in diesem Betongefängnis ausgesetzt wurden? Hast du dich nie gefragt, warum das Blut auf deinen Lippen nicht trocknet?</p>
<p>Unsere Zeit wurde angehalten. Und wir sollten uns nicht länger betrügen: Für uns heißt das nur, daß man unser Sterben ausgesetzt hat für einige Tage oder auch nur Stunden. Ein Beschluß, für den wir den Grund nicht kennen. Eine Galgenfrist, um die wir nicht gebeten haben. Du solltest noch tanzen. Ich sollte noch schauen und tasten und ein junges Mädchen verführen und Grashalme zählen in deinen Augen.</p>
<p>Meine Großmutter verließ nie das Haus, ohne zuvor noch fünf Minuten auf ihrem Stuhl neben der Tür zu sitzen und mit offenen oder geschlossenen Augen das kleine Heim zu vermessen. Ich habe mich immer gefragt, warum sie jedesmal einen Abschied zelebrieren mußte, als würde sie dieses Mal nicht zurückkehren und müßte die Atmosphäre des Raumes an diesem Tag, zu dieser Stunde, ganz in sich aufnehmen, in sich einschließen, einbrennen und versiegeln, um ihn nie verlieren zu können – die Erinnerung festgenagelt an die Netzhautleinwand – als wäre jeder Gang zum Supermarkt um die Ecke womöglich der letzte Ausflug, ein Weggehen ohne Wiederkehr. Das Auto würde fortwährend in Achten und großen Schleifen über regennasse Straßen einem beweglichen Ziel hinterhersetzen, ohne je anzukommen. Ein Abschied, so regennaß und graulich grau wie Provinzbahnhöfe um Mitternacht.</p>
<p>Daran müssen wir denken, vergiß das nicht. Wir sind nicht hier, um zu bleiben. Wir sind hier, um eine kleine, eine kurze Rast zu genießen vor einem neuen Aufbruch. Du kannst sicher so tun, als wüßtest du nichts davon. Aber es wird dir nichts nützen. Du wirst dich, wenn der Augenblick kommt, nicht festkrallen können in der Wand, um nicht fortgerissen zu werden. Du wirst dich, wenn das Boot ablegt, nicht am Ufer eingraben können, um noch zu bleiben.</p>
<p>Vielleicht mußten wir sein, was wir waren; aber wir können gewiß nicht bleiben, was wir sind.</p>
<p>Das schmale Rinnsal, das aus deinem Mundwinkel quillt, wird kräftiger werden, und schließlich wird das Leben in einem armdicken Strahl aus dir herausbluten. Es liegt in der Natur deines Tanzens, daß die Schuhe zu früh durchgetanzt sind, wie es in der Natur meines Wartens unter den Sonnenschirmen lag, daß mein Herz einschlafen mußte mitten am Tag.</p>
<p>Vielleicht sind wir nur hier, um den wortlosen Abschied zu lernen, um langsam aus uns herauszutreten und Adieu zu sagen – zu Sonnenschirmen und Glockenmänteln und fratzenhaften Erinnerungsschatten, fleischigen Fetzen verwesender Herzkammerteppiche.</p>
<p>Die Dienerschaft hat Dauerausgang. Es liegt nun ganz bei uns, und wir müssen selbst die Hände ins Blut tauchen und uns aus dem Schoß ziehen und noch einmal Atem schöpfen und einen Schrei ausstoßen und eine Umarmung riskieren und eine Fünfminutenfrist genießen auf dem Stuhl neben der Tür zur mitternächtlichen Bahnhofswelt. Das ist eine Abschiedsnacht. Das ist unsere Abschiedsnacht.</p>
<p>Das Fest ist vorbei, die Gäste gegangen, und nur wir sind noch geblieben. Und auch dieses Innehalten wird noch vorübergehen und wie eine müde Welle an einem Ufer auslaufen und sich erschöpfen.</p>
<p>Tanze, tanze, aber du wirst dich doch schon bald auf dem Großmutterstuhl neben der Mitternachtstür wiederfinden. Ich habe es dir gesagt. So bist du gewarnt. So kannst du das Blutrinnsal mit deinen Händen auffangen, wenn es herausbrechen will.</p>
<p>Dann bin ich bei dir.</p>


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		<title>Gleisgänger, Streckenläufer</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2007 22:34:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Ein anderes Blau</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[/Richard/ Gleisgänger, Streckenläufer… Kennst du all die Namen, die wir uns gaben? Gleisgänger, Streckenläufer… Kennst du all die Namen, die wir uns gaben?
Ich setze meinen Fuß von einer Schwelle zur nächsten. Sie sind aus Holz. Die wechselnden Wetter haben sie verwundet. Tiefe Risse durchziehen sie längs. Müdigkeit durchzieht die Holzbalken, auf denen das Gleis ruht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Richard/ Gleisgänger, Streckenläufer… Kennst du all die Namen, die wir uns gaben? Gleisgänger, Streckenläufer… Kennst du all die Namen, die wir uns gaben?</p>
<p>Ich setze meinen Fuß von einer Schwelle zur nächsten. Sie sind aus Holz. Die wechselnden Wetter haben sie verwundet. Tiefe Risse durchziehen sie längs. Müdigkeit durchzieht die Holzbalken, auf denen das Gleis ruht, das ich abgehe, gestern abging, morgen abgehen werde. Meine Geburt war der erste Schritt im Gleis. Von da an ging ich immer von Schwelle zu Schwelle, kleine Schritte zwischen den Schienen.</p>
<p>Das ist mein Beruf, sage ich manchmal. Doch nur aus Not spreche ich so, denn lange schon ist mir aufgefallen, daß dieses Gleis über und über mit Rost bedeckt ist, der an ihm nagt. Ich hasse den Rost. Er zielt auf mich mit seiner Zerstörung. Er will mir meine Arbeit nehmen.</p>
<p>Ich setze meinen Fuß von einer Schwelle zur nächsten und schlage mit dem großen, schweren Hammer gegen die Schiene. Ich höre am Klang, ob die Schrauben an den Zwingen, die das Gleis halten, noch festsitzen oder nachgezogen werden müssen. Und nachgezogen werden müssen sie, wenn sie sich gelockert haben. Ich darf diese Lösung nicht zulassen, denn es muß eine Ordnung geben. Dabei sehe ich, wie der Rost mehr und mehr an den Schienen nagt. Und es ist der Rost, der mir immer wieder sagt, was ich ohnehin längst weiß: Seit Jahren ist hier kein Zug mehr gefahren.</p>
<p>Ich habe aber noch eine andere Entdeckung gemacht – daß es ein Rundkurs ist, ein Kreis, dieses Gleis, das ich abgehe. Darauf bin ich nur durch Zufall gekommen. Schuld ist dieser Baum an der Strecke, eine große Linde mit weit ausladender Krone. Jedesmal, wenn ich an ihr vorübergehe, denke ich: wieder ein Tag. Diese Linde ist mein einziger Anhaltspunkt, was die Zeit angeht. Es gibt keine Helligkeitsunterschiede für mich, daß ich sagen könnte: Es ist Tag, oder sagen könnte: Es ist Nacht. So habe ich bestimmt, daß ein Tag bedeutet, einmal den Baum gesehen, einmal an ihm vorübergekommen zu sein. Wenn er, nachdem er seine Blätter abgeworfen hat, nach einiger Zeit wieder Grün zu treiben beginnt, weiß ich, daß ein Jahr vergangen ist. Ein Jahr hat sechshundertsechsundsechzig Tage. Ich habe das so festgelegt für mich; und es muß gut sein so und richtig, denn niemand hat es mir verboten oder mich im nachhinein bestraft.</p>
<p>Dennoch glaube ich inzwischen, dieser Baum an der Strecke muß ein Versehen sein. Und ich denke manchmal, daß es ihn nicht geben dürfte. Es ist gefährlich, wenn der Mensch eine Ahnung von Zeit bekommt. Das ist nicht gut für die Ordnung.</p>
<p>Ich zum Beispiel bin irgendwann dahintergekommen, daß dieses Gleis, das ich abgehe, kein Ende und keinen Beginn hat, daß es ein Rundkurs ist, den seit Ewigkeiten, jedenfalls solange ich lebe, kein Zug befahren hat. Aber es ist eine Berufung, sagte ich mir und ging weiter von Schwelle zu Schwelle und schlug mit dem Hammer gegen die Schienen. Und ich zog weiter ab und an eine Schraube, die sich gelockert hatte, wieder fest. Denn es muß eine Ordnung geben.</p>
<p>Nur gegen den Rost kann ich nichts, außer: ihn zu hassen. Er zerfrißt mir mein Gleis. Zum Glück kommt er nur sehr langsam voran, und es geht mir gut, wenn ich auch manchmal Beklemmungen habe zwischen den Schienen und bei meinen kleinen Schritten von Schwelle zu Schwelle.</p>
<p>Ich klage nicht. Ich habe nie geklagt, weil ich mir Wehmut immer verbiete. Ich bin stark. Ich kann das. Ich habe es nicht nötig zu leiden. Ich mache eine Arbeit und sage mir, daß sie sehr wichtig ist. Ich sage das trotz des Rostes, sage das, obwohl ich weiß, daß kein Zug diesen Rundkurs je abfährt.</p>
<p>Es gibt ja den Baum. Es gibt ihn und also etwas, an das ich mich halten und das ich lieben kann, obwohl es mich manchmal schmerzt, wenn ich sehe, wie er sich verwandelt, ganz anders als ich. Ich liebe ihn trotzdem und gehe mein Gleis ab, und obwohl es den Rost gibt, geht es mir gut. Es ist eine Ordnung in meiner kleinen Welt. Ich halte diese Welt in Ordnung; ich habe es in der Hand. Ich habe die Ordnung in der Hand. Sie gehört mir, denn ich bin der Herrscher. Ich fürchte mich nicht.</p>
<p>Wie lange ich schon so gehe. Vielleicht bin ich sogar unsterblich. Was kümmert denn mich der Baum, diese jämmerliche Linde, an der ich einmal am Tag vorübergehe? Ich habe nichts zu tun mit ihr, dieser Lügnerin mit dem ständig wechselnden Gesicht. Ich bin immer gleich, und so muß es sein. Sie nämlich lügt. Sie ist die Ketzerin. Man sollte diese Linde nicht dulden. Sie ist ein Schandfleck!</p>
<p>Schritt, Schritt, Schwelle, Schwelle – zwischen den Schienen mein wundervolles Leben. Aber was ist das? Ein Rattern, ein Kreischen. Wer wagt es?</p>
<p>Der Baum ist schuld, diese ketzerische Linde, da bin ich ganz sicher. Aber sie steht ja ganz reglos am Gleis, wie unbeteiligt. Doch das Geräusch kommt immer näher. Ich habe keine Angst. Ich habe mich noch nie gefürchtet. Schritt, Schritt, Schwelle, Schwelle. Ich strauchele. Das ist mir noch nie passiert. Ich drehe mich um, sehe zurück. Das habe ich noch nie getan.</p>
<p>Da ist ein Zug, und er kommt immer näher. Ich beschleunige meinen Schritt. Aber er kommt immer näher, rasend. Ich beginne zu laufen. Aber er kommt immer näher. Ich stürze wild vorwärts, aber näher, näher kommt er, kommt immer näher.</p>
<p>Warum hilft mir niemand? Warum hält das Gleis? Warum trägt es diesen Zug, der mich umbringen will?</p>
<p>Ich stürze, ich kann nicht mehr aufstehen, der Zug ist da, hat mich erreicht, nein nein, trennt mir die Hand vom Arm, den Kopf vom Rumpf, nein nein, fährt der Zug, nein nein, zerfetzt, nein nein. Zerfetzt. Zerfetzt. Zerfetzt. Zerfetzt.</p>


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		<title>Im Café ‘Kastanie’, sicherlich…</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2007 22:41:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Ein anderes Blau</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[/Richard/ &#8220;Im Café &#8216;Kastanie&#8217;, sicherlich, verriet ich dich und du auch mich.&#8221; Das wirst du mir immer vorsagen, und ich kann nur nicken. Ich nenne dich Julia, auch wenn ich nicht Winston bin und mich vor Ratten nicht fürchte. Jetzt willst du wissen, warum ich das Schweigen erfinden mußte unter dem roten Schirm in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Richard/ &#8220;<a href="http://turmsegler.net/20070113/im-cafe-kastanie/" title="Im Café Kastanie">Im Café &#8216;Kastanie&#8217;</a>, sicherlich, verriet ich dich und du auch mich.&#8221; Das wirst du mir immer vorsagen, und ich kann nur nicken. Ich nenne dich Julia, auch wenn ich nicht Winston bin und mich vor Ratten nicht fürchte. Jetzt willst du wissen, warum ich das Schweigen erfinden mußte unter dem roten Schirm in der kleinen Passage. Und ich weiß dir darauf doch keine wahrere Antwort als die Erfindung selbst.</p>
<p>Heute bin ich in meinem Korsett aus Beton und Stahl freier als jemals zuvor. Ich sehe das Mädchen, das mich entführt hat, weil ich es so wollte und das gegen die Kälte antanzt mit einer Verführung. Es ist nur ein Aufenthalt zwischen zwei Orten auf einem Bahnhof ohne Gleis. Wenn wir uns langweilen sollten, werden wir sicher zu sprechen beginnen, mit uns, miteinander, mit der Wand oder dem, was dahinter nichts von uns ahnt. Die Zeit wird wie im Flug vergehen, schweben und stehenbleiben, wie es uns gefällt.</p>
<p>Ich kann meinen Kopf zur Seite drehen und mit meinem Blick aus der Wand treten. Ich bin von Frauen umstellt, wirst du sagen. Auch dort sitzt ein Mädchen, das wie du nichts von mir weiß. Sie geht zum Klavier und öffnet den Deckel. Vielleicht will sie spielen, vielleicht nur die Tasten betrachten. Sie könnte ahnen, daß ich ihr zusehe. Aber ich atme nicht einmal und hänge fest in der Wand. Da kann sie nichts hören.</p>
<p>Sie beginnt mit Fingerübungen. Das sind erst sehr einfache Figuren für eine Hand, langsam und leise, dann schnellere Reihen mit wechselnden Metren in den Stimmen. Die zweite Hand setzt ein. Sie übt einen weicheren Anschlag, ein stilles Tremolo. Das gefällt ihr: ein Fragen und Antworten mit wechselnden Händen.</p>
<p>Sie verbirgt etwas, doch während sie spielt, kann sie es ganz vergessen. Oder sie gräbt es ein oder wirft das Geheimnis wie einen Ball von einer Hand in die andere und hofft, der Jongleur in ihr weiß, was er will, und hat die Übung gut gelernt und läßt den Ball nicht fallen.</p>
<p>Ich kenne das Stück. Hanna hat es so oft gespielt, daß ich jeden Ton an seinem Vorgänger erkenne. Sie war ein ehrgeiziges Mädchen mit ruhigen Händen voller Flucht und Kraft. Meiner großen Schwester gehörte der runde Stuhl vor dem Klavier, auf dem man Karussell fahren konnte. Es war ihr Stuhl und ihr Klavier, und sie selbst gehörte nur sich und ein wenig auch mir, aber nur am Nachmittag, wenn sie das große Heft mit der lustigen Schrift aufschlug: Punkte und Bögen und verschlungene Zeichen auf schwarzen Linien.</p>
<p>Ich fand den Namen albern. Béla Bella, habe ich immer gesagt. Sie konnte schon lesen, ich nicht. Vom Titel verstand ich nur Kosmos. Das ist, wo die Sterne sind, hat Hanna gesagt. Er fängt überall an und hört niemals auf. Das hatte sie in der Schule gelernt, sehr geheimnisvoll, weil die Sterne doch nur Musik machten, wenn Hanna auf dem Karussellstuhl saß und das rote Band von den Tasten wischte.</p>
<p>Der Kosmos hat wirklich kein Ende. Als sie das große Heft auswendig spielte, bekam sie ein neues. In der Mitte des dritten Heftes kam ich zur Schule, und vom fünften Heft kenne ich nur wenige Stücke. Sie mochte es nicht mehr, wenn ich ihr zusah. Sie wollte die Sterne für sich und fand es komisch, daß ihr Bruder ihre Hände liebte. Das sechste Heft kaufte sie sich selbst. Das war an dem Tag, als das Klavier aus dem Wohnzimmer fortging. Ich durfte den Stuhl behalten. Sie saß jetzt auf einer Bank, weil sie manchmal vier Hände brauchte und ich zu ungeschickt war, um ihr zu helfen.</p>
<p>Ich habe sie oft besucht, aber in die sechste Halle der Sterne durfte ich nur hinein, wenn sie schon jede Sonne mit Namen kannte und das Buch nicht mehr brauchte, um die Geschichten zu erzählen. Sie hatte viele Hefte, ein ganzes Regal voll. Aber die Sterngeschichten lagen immer auf einem kleinen Tisch neben dem Klavier. Wenn man sie aufschlug, mußte man vorsichtig blättern, sonst fielen sie auseinander.</p>
<p>Einmal schickte sie mich fort. Sie ging im Bademantel durchs Zimmer und hatte getrunken. Sie hatte ganz viele Heftseiten kopiert und aneinander geklebt und zog das Band über den Notenständer, rechts und links auf dem Boden ein weißer Berg voller schwarzer Sterne mit Schweif. Der linke Berg mußte wachsen, bis rechts alles abgetragen war. Die Milchstraße ging mitten durchs Zimmer, mitten durch sie hindurch.</p>
<p>Als sie das Band in den Müll stopfte, waren zwei Wochen vergangen. Ich kann es nicht mehr vergessen, hat sie gesagt: Jetzt fange ich an zu spielen. Wenn du willst, darfst du zuhören.</p>
<p>Lange habe ich geglaubt, was immer sie spielte, wären nur Variationen über einen Ton aus dem Mikrokosmos. Davon hatte ich selbst viel in mir. Aber ich konnte nicht spielen. Die Musik fängt erst hinter den Sternen an, davor ist nur Klingeln. Wenn sie mir etwas erzählte, war ich stumm.</p>
<p>So ist es immer geblieben. Ich kann nur hören und sehen und nach einer Hand greifen. Meine Geschichten von Sternen gehören anderen. Ich selbst habe nichts. Ich bin der Dieb unter euch und stehle mit Augen und Ohren, jeden Ton, jede Geste und am Ende das Herz.</p>


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		<title>Ich weiß nicht, wie wir hierher gekommen sind</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2007 19:16:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Ein anderes Blau</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[/Richard/ Ich weiß nicht, wie wir hierher gekommen sind. Vielleicht ist es nur die natürliche Fortsetzung der Enge. Erst glaubte ich, man hätte uns einbetoniert. Aber dann merkte ich, daß ich mich bewegen konnte, und auch das Mädchen bewegte sich in seinem Glockenmantel. Es schien sogar, als würde sie tanzen. Das machte mich glücklich.
Erst, als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Richard/ Ich weiß nicht, wie wir hierher gekommen sind. Vielleicht ist es nur die natürliche Fortsetzung der Enge. Erst glaubte ich, man hätte uns einbetoniert. Aber dann merkte ich, daß ich mich bewegen konnte, und auch das Mädchen bewegte sich in seinem Glockenmantel. Es schien sogar, als würde sie tanzen. Das machte mich glücklich.</p>
<p>Erst, als sie ihr Gesicht mir zuwandte, lächelte und dabei noch immer weinte und ich sah, daß das Blut an ihrem Mund frisch war, wußte ich wieder, daß ich nicht mehr mir selbst gehörte. Wahrscheinlich hatten wir über Nacht die Umklammerung des Busses nur gegen eine andere Umklammerung eingetauscht. Aber ich war bei all dem doch sehr ruhig.</p>
<p>Ich traf sie im Regen. Sie ging weit vor mir. Ihr kurzer Mantel wippte bei jedem Schritt, links, rechts. So von weitem wirkte sie wie ein Glöckchen, das stumm geläutet wird. Ich ging schneller, und an der Bushaltestelle holte ich sie ein.</p>
<p>Ihr Haar war naß wie meins. Ich glaube, wir beide froren. Jedesmal, wenn der Wind durch das Wartehäuschen pfiff, schüttelte es mich. Aber sie bewegte sich gar nicht. Sie starrte über die Straße, die Hände tief in den Taschen vergraben, und störte sich nicht an den Tropfen, die ihr von den Haaren übers Gesicht liefen, als würde sie weinen. Vielleicht versteckte sie darin auch nur etwas, weil sie ahnte, daß mein Blick auf ihr lag.</p>
<p>Als der Bus vorfuhr, sah sie zur Seite, auf die Pfütze vor dem Haltestellenschild und trocknete ihr Gesicht hastig mit dem Ärmel ab.</p>
<p>Ich glaube, der Busfahrer ahnte nichts. Sie zahlte den Fahrschein mit einem Fünfmarkstück. Der Fahrer drückte ein paar Tasten, und der Automat spuckte das Wechselgeld in die Münzschale. Sie sammelte jede Münze einzeln auf, steckte den Fahrschein ein und setzte sich ans verregnete Fenster. Ich hätte zu Fuß gehen können, aber auch ich stieg ein.</p>
<p>Sie sah zum Fenster hinaus, und ihr Kopf bewegte sich nicht einmal, als der Bus anruckte. Ich setzte mich neben sie und versuchte herauszufinden, wohin sie schaute, was sie in genau diesem Moment sah. Es dauerte zwei Stationen, ehe ich darauf kam, daß es die Regentropfen waren. Während der Bus hielt, klebten sie an den Scheiben. Wenn sie sich nicht halten konnten, liefen sie erst langsam und dann immer schneller an den Scheiben herab, bis sie sich aufgelöst hatten. Doch wenn der Bus fuhr, mußten sie sich anklammern, und wenn es nicht gelang, zitterten sie zur Seite und wurden vom Fahrtwind fortgerissen.</p>
<p>Sie suchte sich einen Tropfen aus und sah ihm zu: beim Halten, beim Anklammern, beim Zittern, beim Auflösen. Immer wieder einen neuen. Ihre Augen folgten ihm, ob der Bus fuhr oder hielt. Ich weiß nicht einmal, ob ihr klar war, wohin sie fuhr.</p>
<p>Ich zog meinen Mantel zurecht und legte die Aktentasche auf meinen Knien ab. So war es bequemer. Ich versuchte, die Tropfen zu finden, auf die sie es abgesehen hatte. Doch immer, wenn ihre Augen sich bewegten und ihr Blick einem auffließenden Rinnsal folgte, merkte ich, daß ich mich getäuscht hatte.</p>
<p>Wir spielten ein Spiel. Ich glaubte dabei, daß sie mich gar nicht bemerkt hatte, daß es für sie keinen Unterschied machte, ob ich oder irgendwer neben ihr saß. Daß es keinen Unterschied machte, ob es ein Bus war, in dem sie fuhr, oder daß sie überhaupt fuhr und daß es überhaupt Tropfen waren.</p>
<p>Ich hatte das Spiel verstanden, als das Café in der kleinen Passage an den Tropfen vorbeizog. Ich hätte aussteigen sollen, um mich an den Tisch zu setzen, den der Kellner für mich freigehalten hatte, ganz wie gestern. Ich blieb aber sitzen und stellte weiter Vermutungen an über sie, über ihren Blick, über das lautlose Klingen, während sie ging. Ich wollte kein Schauspiel, nur die stillen Irrtümer zwischen den Regentropfen. Also blieb ich sitzen.</p>
<p>Ich war so verloren im Raten, Zweifeln und Folgen, daß ich erst sehr spät bemerkte, daß wir mit den Tropfen sanken. Jemand schrie, und das Mädchen faßte mir plötzlich unter der Aktentasche hinweg direkt in den Schoß und krallte sich fest. Wir sanken vornüber, die Straße gab nach, Glas splitterte, und als das Gestänge vor uns knirschte und auf uns zuschlich, sah ich zu ihr, und sie sah mich an. Das Gestänge sperrte uns ein, preßte und drückte Glassplitter durch den Stoff in die Haut bis tief ins Fleisch und schnürte uns ein und zog sich zu wie eine metallene Schlinge.</p>
<p>Ich spürte keinen Schmerz. Ich hätte weiter gespielt, doch ich konnte nicht atmen unter der Klammer. Bevor ich die Augen schloß, sah ich sie noch lächeln und sah einen roten Faden, eine ruhige Tropfenspur von ihrem Mundwinkel übers Kinn bis zum Hals. Es wurde still um uns, und so blieb es sehr lange.</p>
<p>Wie wir hierher gekommen sind, kann ich mir nicht erklären. Aber sie lächelt ja, wenn es auch Blut ist auf ihren Lippen, und es scheint sogar, als würde sie tanzen in ihrem Glockenmantel.</p>
<p>Ich atme nicht, und mein Herz fault im Bauch. Mein Kinn ist verdreht. Es ist alles, wie es sein soll, nur ein wenig eng.</p>


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		<title>Es war immer die Vorstellung der Weite des Feldes</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Apr 2007 19:05:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Ein anderes Blau</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[2
/Richard/ Es war immer die Vorstellung der Weite des Feldes, der Ebene und so zu gehen mit einem kurzen Blick nach rechts, links, die Entdeckung zweier schwarzer Linien in der Ferne, die ich erst für die dichten Reihen von Chausseebäumen hielt, Flankierungen zweier Straßen womöglich, die irgendwo in der Ferne vor mir zusammenlaufen. Dann jedoch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 200%; font-weight: bold">2</span></p>
<p>/Richard/ Es war immer die Vorstellung der Weite des Feldes, der Ebene und so zu gehen mit einem kurzen Blick nach rechts, links, die Entdeckung zweier schwarzer Linien in der Ferne, die ich erst für die dichten Reihen von Chausseebäumen hielt, Flankierungen zweier Straßen womöglich, die irgendwo in der Ferne vor mir zusammenlaufen. Dann jedoch, nachdem ich eine Weile gegangen war, entpuppten sich die vermeintlichen Chausseebaumreihen als Mauern, zwar weit voneinander entfernte, doch zu beiden Seiten meines Weges und in der Richtung, in die ich gehe, einander immer näher kommend.</p>
<p>Allerdings habe ich noch immer die Vorstellung von Weite und Freiheit, und das bloße Dasein der Mauern, die ich bemerkte, beunruhigt mich noch nicht. Ich gehe weiter. Da ist etwas Manisches in meinem Gehen, etwas fraglos Zwanghaftes; aber es ist ja, wenn auch die Mauern näher und näher rücken, immer noch alles sehr weit.</p>
<p>Nach einigen Minuten kommt es mir allerdings so vor, als ginge ich nicht mehr auf dem weiten Feld, sondern schlendere einen Großstadtprospekt entlang, wenn da auch keine Häuser sind, sondern nur die Mauern. Nach und nach wird aus dem Boulevard eine Straße, eine kleinere Straße und schließlich eine Gasse. Aber ich gehe noch immer, als zöge mich magisch etwas mir noch Unbekanntes an.</p>
<p>Das läßt mich dann aber doch ein wenig unruhig werden, als die Mauern schon so nahe beieinander sind, daß sie rechts wie links meine Schultern berühren; und es macht mir Angst, als ich schließlich nur noch seitlich mich vorschiebend vorankommen kann auf diesen Punkt zu, der da ruft.</p>
<p>Von Weite kann keine Rede mehr sein. Da sind nun die Mauern vor meiner Brust, ganz dicht, und spürbar nah auch an meinem Rücken. Ich kann nicht glauben, daß ich vor Kurzem noch glücklich war. Es ist mir unerklärlich, daß es je so etwas wie unbedrängtes Vorankommen gegeben haben soll.</p>
<p>Immer noch ruft es mich und treibt mich weiter – bis in den Stollen, der da, wie ich dumpf bemerke, beginnt. Nun bin ich auch von oben eingeschlossen. Aber der Befehl ist ja eindeutig: Du mußt weiter gehen.</p>
<p>Die Mauern, zwischen denen es immer enger, die Decke, die immer niedriger wird, reißen mir die Kleider in Fetzen vom Körper. Während ich mich, an sie gepreßt, durch die Enge quäle, stoße ich mich blutig an ihnen, bis ich irgendwann festsitze und nicht mehr weiter kann, von den Seiten, von oben und unten eingekeilt bin, in den Schraubstock gespannter Kopf.</p>
<p>Ich höre noch immer den Ruf, das herrische Wort. Doch weiter geht es wirklich nicht, wenn ich auch unter Aufbietung sämtlicher Kräfte alles Mögliche versuche, um wenigstens ein wenn auch noch so winziges Stück weiter voranzukommen. Ich kämpfe wirklich.</p>
<p>Es wird sicher gut enden, sage ich mir vor. Ich weiß, daß sich etwas verändert. Vielleicht trete ich heraus aus mir und kann mich selbst von außen betrachten: verklemmt im Stollen, im Schacht. Das wäre lustig.</p>
<p>Es gelingt mir auch wirklich, und also hoffe ich noch, das alles nur zu träumen. Doch als ich schließlich, wie ich fest glaube, erwache, sind da noch immer Mauern und Decke und ich und alles so eng, als wäre ich mit Beton eingegossen worden. Wobei das Blut ist, was mich umgibt und mein Herz seit Stunden nicht mehr geschlagen hat.</p>


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		<itunes:explicit>no</itunes:explicit><itunes:subtitle>2 /Richard/ Es war immer die Vorstellung der Weite des Feldes, der Ebene und so zu gehen mit einem kurzen Blick nach rechts, links, die Entdeckung zweier schwarzer Linien in der Ferne, die ich erst für die dichten Reihen von Chausseebäumen hielt, Flankier</itunes:subtitle><itunes:author>Benjamin Stein</itunes:author><itunes:summary>2 /Richard/ Es war immer die Vorstellung der Weite des Feldes, der Ebene und so zu gehen mit einem kurzen Blick nach rechts, links, die Entdeckung zweier schwarzer Linien in der Ferne, die ich erst für die dichten Reihen von Chausseebäumen hielt, Flankierungen zweier Straßen womöglich, die irgendwo in der Ferne vor mir zusammenlaufen. Dann jedoch, [...]</itunes:summary><itunes:keywords>Prosa, Ein anderes Blau, Richard</itunes:keywords><feedburner:origLink>http://turmsegler.net/feeder/?FeederAction=clicked&amp;feed=Articles+%28RSS2%29&amp;seed=http%3A%2F%2Fturmsegler.net%2Fblau%2Fes-war-immer-die-vorstellung-der-weite-des-feldes%2F&amp;seed_title=Es+war+immer+die+Vorstellung+der+Weite+des+Feldes</feedburner:origLink><enclosure url="http://feeds.feedburner.com/~r/turmsegler/blau/richard/~5/107363395/2-16%20Richard%20-%20Es%20war%20immer%20die%20Vorstellung%20der%20Weite.mp3" length="0" type="" /><feedburner:origEnclosureLink>http://turmsegler.podspot.de/files/2-16%20Richard%20-%20Es%20war%20immer%20die%20Vorstellung%20der%20Weite.mp3</feedburner:origEnclosureLink></item>
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		<title>Ich soll erschossen werden</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Mar 2007 22:16:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Ein anderes Blau</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[/Richard/ Ich soll erschossen werden. Eben habe ich es erfahren, von einem müden, von all dem recht unberührten Sergeanten, der die Botschaft zwischen den Zähnen hervorpreßte. Er stockte nicht ein einziges Mal in seiner Rede, von der ich nur behielt: Standrecht, am frühen Morgen, Tod durch Erschießen. Als er verstummt war und ich ihn wohl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Richard/ Ich soll erschossen werden. Eben habe ich es erfahren, von einem müden, von all dem recht unberührten Sergeanten, der die Botschaft zwischen den Zähnen hervorpreßte. Er stockte nicht ein einziges Mal in seiner Rede, von der ich nur behielt: Standrecht, am frühen Morgen, Tod durch Erschießen. Als er verstummt war und ich ihn wohl sehr verständnislos ansah, schien er aufs Äußerste verwirrt und schnitt eine nervöse Grimasse, die sein Gesicht entstellte.</p>
<p>Ich versuchte ein erstes und letztes Mal, mir ein Bild zu machen von meiner Umgebung: der feuchten Zelle und dem Sergeanten, der mitten darin stand und sich nicht bewegte. Mir wollte aber kein Bild mehr gelingen. Es schien, als würden die Zellenwände zur Unendlichkeit hin auseinanderrücken und der Sergeant von einer geheimen Kraft vom Boden abgehoben und in den endlos und schwarz aufklaffenden Raum entrückt, so daß er immer undeutlicher zu sehen war und sich schließlich ganz auflöste.</p>
<p>Als ich wieder zu mir kam, hatte der Sergeant die Zelle bereits verlassen, der Schließer die Tür verriegelt. Ich war allein. Und noch war alles in mir ruhig, rührte sich nichts. Erst, als ich meine Hand an die feuchtkalte Wand der Zelle legte, nüchtern bedachte, daß es ungefähr gegen sechs Uhr abends sein mußte, da erst wurde mir klar, daß das Urteil nun unabänderlich feststand und mir bis zum Morgen nur noch wenige Stunden bleiben würden.</p>
<p>Ich will nicht den Helden spielen, doch diese Entdeckung warf mich nicht um. Ich hatte von Anfang an gewußt, wie es enden konnte oder gar mußte: vor den Abgründen der Gewehrläufe eines Erschießungskommandos.</p>
<p>Es schien mir, als hätte ich mich seit Jahrhunderten nicht mehr bewegt. Ich versuchte aufzustehen, doch es ging nicht. Ich war wie gelähmt und blieb auf dem kalten Betonfußboden sitzen. Durch die Gitterstäbe des Fensters konnte ich den Himmel sehen. Aber auch er war leer, und ich hätte lange warten müssen, daß er sich wieder füllt. Das wäre ein Warten gewesen wie das meiner Großmutter über drei Monate zwischen ihren beiden Toden.</p>
<p>Sie setzte sich früh ans Fenster und blieb dort reglos hocken. Sie starrte aus dem Fenster, doch es machte den Eindruck, als berühre sie gar nicht, was auf der Straße, über die wir gekommen waren, vor sich ging, ja als nähme sie es nicht einmal wahr. So saß sie dort nach ihrem ersten Schlaganfall, dem ein Vierteljahr später ein zweiter folgte, der sie fortholte von diesem Fenster.</p>
<p>Aber vielleicht war es auch anders gewesen. Jemand hatte sie bemerkt, und es erschien eines Tages ein bewaffneter Trupp, und jemand in Zivil zeigte eine Blechmarke und forderte sie auf, ihr provokatives Sitzen aufzugeben. Aber sie tat es nicht, und sicher haben sie sie mitgenommen, denn sie konnten nicht dulden, wie sie dort saß. Ich sah sie nicht wieder.</p>
<p>Auch mein Warten wird nicht länger geduldet. Der Himmel füllt sich nicht. Und die Zeit ist abgelaufen, wenn die Nacht vorüber ist. Es wird nicht mehr lange dauern. Der Schließer wird die Zellentür öffnen. Man wird mich holen.</p>
<p>Ich sehe das alles ganz deutlich vor mir. So und so wird es sein, denke ich. Es erschreckt mich nicht einmal, daß mich das alles nicht ängstigt, sondern daß ich unbeteiligt daran scheine oder gar in Erwartung. Wie an manchen der vergangenen und fast vergessenen Sommerabende in der Stadt, wenn ich mich ins Kino setzte, um zum weißichwievielten Male Ornella Muti im »Taubenhaus« zu sehen. Da war ihr verängstigtes Gesicht in der Szene mit der vom Ventilator zerstückelten Taube. Das machte mich leiden, ein Gefühl, dem ich mich ganz hingab.</p>
<p>Als es schließlich soweit ist, zwei Soldaten in die Zelle treten, um mich zu holen, da fühle ich ihren Griff nicht. Sie führen einen Toten weg, denkt es in mir. Der Zellengang scheint kein Ende zu nehmen, geht mir noch ein letzter Gedanke durch den Kopf. Dann höre ich langsam auf zu sehen, zu riechen, zu schmecken. Ich höre auf mit mir.</p>
<p>Noch einmal werde ich wach. Das ist der Moment, als sie anlegen. Gleich werden sie über dich herfallen mit ihren Kugeln, denke ich. Dann dringen mir die Geschosse ins Fleisch, narben die Wand. Es ist, als würden in meinem Innern Gefäße flüssigen Metalls ausgegossen. Es ist dunkel.</p>
<p>Sekunden später nur höre ich eine Stimme, die mich ruft: Was tust du da? Und ein Lachen.</p>
<p>Warum, frage ich mich, lacht sie? Ich bin erschossen worden! rase ich hinaus, und ich taste meinen Körper ab nach den Wunden, die mir die Kugeln ins Fleisch gerissen haben mußten. Aber es sind keine dort.</p>
<p>Ich hatte am Fenster gesessen. Das wird nicht geduldet.</p>


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		<title>Es ist eine felsige Gegend</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2007 22:19:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Ein anderes Blau</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[/Richard/ Es ist eine felsige Gegend. Ich stehe auf einem Plateau und kann die ganze Umgebung überblicken: steil aufragende Granitwände, Felsschroffen. Pflanzen wachsen hier nicht mehr. Das Atmen fällt mir schwer, aber ich habe einen guten Ausblick.
Wie lange ich gebraucht habe, um bis hier hinauf zu kommen, kann ich nicht sagen, nur, daß es ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Richard/ Es ist eine felsige Gegend. Ich stehe auf einem Plateau und kann die ganze Umgebung überblicken: steil aufragende Granitwände, Felsschroffen. Pflanzen wachsen hier nicht mehr. Das Atmen fällt mir schwer, aber ich habe einen guten Ausblick.</p>
<p>Wie lange ich gebraucht habe, um bis hier hinauf zu kommen, kann ich nicht sagen, nur, daß es ein beschwerlicher Aufstieg war. Ich habe mir die Fingernägel abgebrochen, als ich mich im Stein festzukrallen versuchte; und am ganzen Körper habe ich Abschürfungen. Das kommt von den Rückschlägen, wenn ich keine Vorsprünge fand, an denen ich mich hätte festhalten können, und abrutschte, ein Stück hinabglitt am Felsen, bis ich mit meinen Füßen wieder einen Halt fand. Besonders schlimm hat es meine Hände getroffen. Die Fingerkuppen sind offen, und auf den Handflächen zeichnen sich braunschwarze Linien geronnenen Blutes ab wie vertrocknete Arme eines Flußdeltas. Auch der Stoff meiner Hose über den Knien ist zerrissen, und ich spüre einen stechenden Schmerz von dorther, als wäre ein Dorn hineingebohrt, der sich rhythmisch bewegt, mit jedem Pulsieren des Blutes tiefer hineingeschlagen wird.</p>
<p>Aber ich habe es geschafft, sage ich mir. Zumindest glaube ich das. Immerhin bin ich bis zu diesem Plateau gekommen und kann einen Moment ausruhen.</p>
<p>Ich sollte nicht hinuntersehen in den Abgrund, denke ich. Aber ich merke, daß ich nicht anders kann. Ich muß hinuntersehen, bis mir schwindlig wird. Ich glaube, das sind meine Augen. Sie sind es, die immer in die Abgründe sehen wollen. Was sie sehen, ist schrecklich. Immer ist es das gleiche: Sie wollen dann das Schreckliche nicht, sondern abgewandt sein. So können sie die Qual loswerden. Mir aber wird schwindlig, denn ich kann nicht vergessen, was meine Augen mir gezeigt haben.</p>
<p>Ich muß weiter, denke ich und wende mich um. Das Plateau erstreckt sich weit vor mir. Es wird nicht mehr schwierig sein, weiter vorwärts zu kommen. Nur ganz fern ragt eine weitere Felswand auf, von der ich nicht sicher bin, ob es mich, wenn ich dort angekommen bin, noch treiben wird, auch sie zu erklimmen. Ich muß an die Luft denken und an den Schmerz in meinem Knie. Während des Aufstiegs hatte ich ihn in meiner Angst vor einem Absturz kaum bemerkt. Jetzt aber ist die Gefahr vorüber. Ich bin auf dem Plateau und kann ihn nicht mehr wegängstigen. Er ist da und erschwert mir das Gehen. Ich humpele.</p>
<p>Zum Glück entdecke ich keinen Menschen weit und breit. Das wäre gefährlich. Aber es ist niemand da. Ich kann beruhigt sein und weiter suchen nach dem, von dem ich nicht weiß, was es ist, nur, daß ich es nirgendwo anders als hier finden kann. Nur deshalb habe ich den Aufstieg gewagt. Es ist eine Sehnsucht. Ich muß weiter suchen, darf damit nicht aufhören, nicht innehalten. Was ich suche, hat immer einen Vorsprung vor mir. Und es ist beweglich. Wenn ich ihm nicht beständig auf den Fersen bleibe, da ich es nun einmal nahe weiß, wird es mir schnell wieder entgleiten und vielleicht für immer fort sein und unerreichbar.</p>
<p>Bin ich nicht aber wie gefangen auf diesem Plateau? Ringsum der Abgrund, und nur an einer Stelle gibt es ein Weiterkommen. Es ist eine schmale Brücke, die über die Schlucht hinwegführt. Dorthin, denke ich, muß ich. Dort kann ich weiter.</p>
<p>Wie schön diese Brücke ist! Eine ausgeklügelte Konstruktion aus mahagonifarbenen Holzbalken, denen ein Geruch entströmt von… Was ist das? Thymian und Zimt? Genau kann ich es nicht sagen. Aber ich vertraue dieser Brücke. Über sie werde ich gehen, sage ich mir und wage den Schritt.</p>
<p>Die Brücke bebt unter mir, und ich ahne es, ja, ich weiß, daß du es bist, meine Freundin, über die ich gehe. Die Holzbalken sind verwandelt. Lebendiges Fleisch ist das nun unter meinen Füßen. Ich weiß, meine Freundin, ich gehe auf dir. Du zitterst. Und ich weiß: Es ist Freude und Angst, daß du zu weinen anfängst. Du ahnst schon, daß du mich nicht wirst halten können, daß es nicht gut ausgehen kann. Beinahe hätte ich sogar noch meinen Schuh auf deinen Nacken gesetzt. Dein Weinen jedoch hat mich verunsichert. Und so zögere ich, weiterzugehen, denn ich will dich nicht quälen.</p>
<p>Ich hätte dieser Brücke nicht trauen dürfen. Jetzt weiß ich es. Wir sind gestürzt, und es ist ein Wunder, daß wir noch leben. Wir sehen uns nicht in die Augen. Das würde Erinnern bedeuten. Wir könnten Vorwurf entdecken im Blick des andern. Und wir glauben doch, vergessen zu müssen und Vorwürfe nicht zu brauchen.</p>
<p>Wir müssen fortgehen von diesem Ort. Wir müssen einander allein lassen, schnell, und gehen. Du nennst es Flucht, aber ich werde wieder hinaufsteigen bis zum Plateau. Vielleicht werde ich wieder zu einer Brücke kommen, und sie mag sogar halten.</p>
<p>Ich, sagst du, liebe das warme Fleisch voller Angst unterm Fuß. Überm Abgrund hängen die Träume.</p>


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		<title>Es ist ein Kreisen</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Mar 2007 23:06:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Ein anderes Blau</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[/Richard/ Es ist ein Kreisen, kein Punkt, kein Ort, wo ich anhalten könnte, ausruhen für einen Augenblick, einen fliehenden Moment lang. Ich muß kreisen, unaufhaltsam, rastlos, bis zur Müdigkeit, bis zur Erschöpfung und bis über sie hinaus um das magische Zentrum eines Auges, den Abgrund einer geweiteten Pupille, das lidlose Auge der Nacht.
Es ist ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Richard/ Es ist ein Kreisen, kein Punkt, kein Ort, wo ich anhalten könnte, ausruhen für einen Augenblick, einen fliehenden Moment lang. Ich muß kreisen, unaufhaltsam, rastlos, bis zur Müdigkeit, bis zur Erschöpfung und bis über sie hinaus um das magische Zentrum eines Auges, den Abgrund einer geweiteten Pupille, das lidlose Auge der Nacht.</p>
<p>Es ist ein Film. Jemand traktiert ein Klavier. Es ist ein Film, in dem ich mir selbst zusehe.</p>
<p>Erst ist da nicht mehr als eine graue, leicht gewellte Ebene und in ihr, sich schlängelnd, ein dunkles Band, auf dem ein kleinblauer Punkt reitet im Rhythmus der weißen Hände auf den Tasten des Klaviers. Tremolo.</p>
<p>Die Kamera fährt näher auf den Punkt zu. Es ist eine Mühle an einem Bach, und ich bin mit Hanfseilen auf das Mühlrad gebunden, auf das von oben Wasser niederstürzt, ein stumpfsinnig gleichmäßiges Fallen. Das Rad dreht sich, hebt mich hoch, dreht sich, trägt mich hinab, dreht sich und taucht mich kopfüber ins Wasser.</p>
<p>Es ist ein Film. Jemand traktiert ein Klavier. Es ist ein Film, und die Leinwand reißt unter dem Aufprall des Lichts, kreuz und quer tausend Risse, haarfein. Der Projektor zerfällt zu einem Haufen von Kinderschuhen, Haaren und Zahnprothesen. Die weißen Hände verkrampfen sich, und das Klavier explodiert unter dem Aufschrei zerreißender Saiten.</p>
<p>Es ist ein Film. Jemand traktiert einen kleinblauen Punkt. Er reitet im Kreis um ein Auge, den Abgrund einer geweiteten Pupille, die lidlose Nacht.</p>


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		<item>
		<title>Ein anderes Blau</title>
		<link>http://feeds.feedburner.com/~r/turmsegler/blau/richard/~3/103900008/</link>
		<comments>http://turmsegler.net/blau/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2007 21:28:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
<category>Daniel I</category><category>Daniel II</category><category>Ein anderes Blau</category><category>Eva</category><category>Nadia</category><category>Nina</category><category>Off</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[
Yves Klein: Obsession de la lévitation (Foto: Harry Shunk)
Prosa für sieben Stimmen
von
Benjamin Stein
 In einer Großstadt bricht ein Bus durch die Straßendecke hindurch in einen U-Bahn-Tunnel. Mehrere Menschen sterben. Zwei von ihnen – ein Mann Mitte Dreißig und eine junge Frau – können erst nach Wochen geborgen werden. Unterdessen fristen die beiden eine Existenz in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center"><img src="http://i161.photobucket.com/albums/t219/turmsegler/levitation_klein_460.jpg" alt="Yves Klein: Obsession de la lévitation (Foto: Harry Shunk)" border="0" /><br />
<small>Yves Klein: Obsession de la lévitation (Foto: Harry Shunk)</small></p>
<p align="center">Prosa für sieben Stimmen<br />
von<br />
<a href="http://turmsegler.net/autoren/" title="Benjamin Stein - Biographisches">Benjamin Stein</a></p>
<blockquote><p> In einer Großstadt bricht ein Bus durch die Straßendecke hindurch in einen U-Bahn-Tunnel. Mehrere Menschen sterben. Zwei von ihnen – ein Mann Mitte Dreißig und eine junge Frau – können erst nach Wochen geborgen werden. Unterdessen fristen die beiden eine Existenz in einem scheinbar zeitlosen Reich zwischen Leben und Tod, Träumen und Ahnungen, Tanz und Taumel. Sie finden sich wieder in der dünnen Wand zwischen zwei Wohnungen, einem leeren Raum zwischen zwei fremden Leben, in dem nur sie sich bewegen können. In Enge und mitunter in Furcht versuchen sie, sich noch einmal selbst in die Seele zu gehen und den Abschied hinauszuzögern, den Abschied von ihren Irrtümern und sorgsam verborgenen Gefühlen, liebevollen und erschreckenden Erinnerungen. Und wenn sie auch nicht umkehren können, verändert sich auf dem letzten Stück Wegs doch noch einmal ihr Leben und das der Menschen zu beiden Seiten der Wand – auf magische Weise und unbemerkt vom lebendigen Rest der sie umgebenden Welt.</p></blockquote>
<p>••• Was, bitte, ist ein Roman? Manche sagen, es handle sich dabei schlicht um eine längere Prosaform, die nicht einer der strikter definierten Formen wie etwa der Novelle angehört. Wir könnten es hier mit einem Roman zu tun haben. Und tatsächlich steht genau dies auf dem Cover des Manuskripts. Ich wollte keine Verwirrungen. Was immer mir vorschwebte beim Schreiben, sollte keine Rolle spielen müssen für den Leser. Warum dann hier doch diese Angabe?</p>
<p>Der Text, um den es hier geht, ist ein Mosaik aus Monologen. Die beteiligten Personen sprechen selbst. Chronologie spielt nicht wirklich eine Rolle. Das Erleben der Personen ist nicht gleichzeitig; wenn es sich überschneidet, sind es nur Momente der Berührung. Wie wir sehen werden, leben sie möglicherweise nicht einmal in der selben Zeit, der selben Welt. Eine kleine Irritation verursacht zudem die Stimme des Daniel, die zweifach auftaucht. Es handelt sich um den gleichen Körper, wahrscheinlich nicht den gleichen Menschen, zu verschiedenen Zeiten. Daniel (2) spricht einige Monate nach Daniel (1).</p>
<p>Die Komposition der Stücke ist musikalisch motiviert. Die Motive, die von den einzelnen Monologen vorgegeben werden, fügen sich zu einer grösseren Form, sollten aber auch als Einzelmotive bestehen können. Zusammengefasst sind sie zu drei Kapiteln, analog den Sätzen etwa einer Sonate. Auch diese Sätze sollten für sich selbst stehen können und sich mit den anderen zu einem Ganzen zusammenzufügen.</p>
<p>Ich glaube nicht, dass es für den Leser eine Rolle spielt, was da geplant war. Entsprechend wollte ich für die Form zwischen Buchdeckeln (die noch nicht zu haben ist), keine Hinweise auf die Musik. Auf dem Cover steht &#8220;Roman&#8221;, die Kapitel sind lediglich mit Nummern überschrieben; und lange Zeit waren die einzelnen Stimmen, die Motivgeber, nicht mit Namen versehen. Der Wechsel zwischen den Personen war nur durch zwei Punkte .. und einen Absatz angedeutet.</p>
<p>Für die Online-Darstellung möchte ich aber doch die musikalischen Intentionen zeigen. Denn hier kann der Text nach den verschiedenen Lesarten zerlegt und dargestellt werden. So bekommt jede Stimme ihre eigene Tag-Seite und ihren eigenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/RSS" title="Was ist ein RSS-Feed?" target="_blank">RSS-Feed</a>. Wer möchte, kann sie jeweils für sich lesen, in der Reihenfolge des Erscheinens. Der <a href="http://turmsegler.net/tag/Ein-anderes-Blau/" title="Benjamin Stein: Ein anderes Blau (Tag)">Haupt-Zweig</a> und <a href="http://feeds.turmsegler.net/turmsegler/blau" title="Benjamin Stein: Ein anderes Blau (Feed)" target="_blank">Haupt-RSS-Feed</a> bringen die einzelnen Stücke in der Reihenfolge des Manuskripts.</p>
<p>Gesprochen werden alle Stimmen von mir selbst. Folgerichtig sind alle RSS-Feeds <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Podcast" title="Was ist ein Podcast?" target="_blank">Podcasts</a>.</p>
<h3>Der Ablauf gemäss Manuskript</h3>
<table style="margin-top: 20px" border="0">
<tr>
<th width="200"></th>
<th align="center" width="50">Feed</th>
<th align="center" width="50">Tag</th>
</tr>
<tr>
<td>Ein anderes Blau</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau" target="_blank" title="Feed: Ein anderes Blau"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Ein anderes Blau" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Ein-anderes-Blau" target="_blank" title="Tag: Ein anderes Blau"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Ein anderes Blau" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://turmsegler.net/blau/inhalt/" title="Ein anderes Blau: Inhaltsverzeichnis">Inhaltsverzeichnis</a></td>
<td align="center"><strong>x</strong></td>
<td align="center"><strong>x</strong></td>
</tr>
</table>
<h3>Die Stimmen</h3>
<table style="margin-top: 20px" border="0">
<tr>
<th width="200"></th>
<th align="center" width="50">Feed</th>
<th align="center" width="50">Tag</th>
</tr>
<tr>
<td>Off</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/off" target="_blank" title="Feed: Off"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Off" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Off" target="_blank" title="Tag: Off"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Off" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>Eva</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/eva" target="_blank" title="Feed: Eva"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Eva" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Eva" target="_blank" title="Tag: Eva"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Eva" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>Richard</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/richard" target="_blank" title="Feed: Richard"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Richard" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Richard" target="_blank" title="Tag: Richard"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Richard" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>Nina</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/nina" target="_blank" title="Feed: Nina"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Nina" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Nina" target="_blank" title="Tag: Nina"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Nina" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>Daniel (1)</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/daniel-1" target="_blank" title="Feed: Daniel (1)"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Daniel (1)" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Daniel-I" target="_blank" title="Tag: Daniel (1)"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Daniel (1)" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>Daniel (2)</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/daniel-2" target="_blank" title="Feed: Daniel (2)"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Daniel (2)" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Daniel-II" target="_blank" title="Tag: Daniel (2)"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Daniel (2)" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>Nadia</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/nadia" target="_blank" title="Feed: Nadia"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Nadia" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Nadia" target="_blank" title="Tag: Nadia"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Nadia" /></a></td>
</tr>
</table>
<p><small><strong>Alle Feeds für Feed-Reader:</strong> Um das Abonnieren einfacher zu machen, steht eine <a href="http://turmsegler.net/downloads/Ein-anderes-Blau.opml" title="OPML für alle Blau-Feeds" target="_blank">OPML-Datei</a> für den Import aller o. g. Feeds in einen standardkonformen Feed-Reader zur Verfügung.</small></p>
<p>Ich danke nochmals herzlich allen <a href="http://turmsegler.net/20070315/schlussel/" title="Schlüssel">Schlüsselversteckern</a>:<br />
• <a href="http://sturznest.twoday.net/">1. Schlüssel</a> - Hans J. Hilbig aka <a href="http://sturznest.twoday.net/stories/3442321/" title="ein Gedicht für Walter Benjamin">sturznest</a><br />
• <a href="http://sumuze.blogspot.com/2007/01/working-girl-singing.html">2. Schlüssel</a> - Susanne Sarfatti aka <a href="http://sumuze.blogspot.com/2007/03/key-singing.html" title="The Key/singing">SuMuze</a><br />
• <a href="http://perkampus.twoday.net/stories/3188918/">3. Schlüssel</a> - Michael Perkampus aka <a href="http://perkampus.twoday.net/stories/3448415/" title="Das Zimmer">Himself</a><br />
• <a href="http://kerstinsklein.blogspot.com/2007/02/concert-without-saxophone-atc.html" title="concert without saxophone">4. Schlüssel</a> - Kerstin S. Klein aka <a href="http://kerstinsklein.blogspot.com/2007/03/my-daughters-words-2.html" title="My daughter´s words 2">snowflakes &amp; blackvampires</a><br />
• <a href="http://eukapi.twoday.net/stories/3213128/" title="kanon">5. Schlüssel</a> - Sudabeh Mohafez aka <a href="http://eukapi.twoday.net/stories/3471165/" title="rätselblumen">euka-pirates</a><br />
• <a href="http://winnieshuegel.myblog.de/winnieshuegel/art/2120214/Das_Schloss_hinter_den_Gewurzschranken">6. Schlüssel</a> - <a href="http://winnieshuegel.myblog.de/winnieshuegel/art/124911932" title="hochh(in)aus">Winnies Hügel</a><br />
• <a href="http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/comments/die_wolke/">7. Schlüssel</a> - Markus A. Hediger aka <a href="http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/blutlinie/" title="Blutlinie">hanging lydia</a><br />
• <a href="http://margimare.blogspot.com/2006_12_01_archive.html">Torschlüssel</a> - Christine Marendon aka <a href="http://margimare.blogspot.com/2007/03/roter-schlaf-im-gestruepp-hat-sich-ein.html" title="roter schlaf">Tsade</a></p>


<a href="http://turmsegler.podspot.de/files/schubert_death_and_maiden.mp3">Download audio file (schubert_death_and_maiden.mp3)</a><br />
<div class="feedflare"><a href="http://feeds.feedburner.com/~f/turmsegler/blau/richard?a=64Md7ucI"><img src="http://feeds.feedburner.com/~f/turmsegler/blau/richard?i=64Md7ucI" border="0"></img></a></div>]]></content:encoded>
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		<itunes:explicit>no</itunes:explicit><itunes:subtitle> Yves Klein: Obsession de la lévitation (Foto: Harry Shunk) Prosa für sieben Stimmen von Benjamin Stein In einer Großstadt bricht ein Bus durch die Straßendecke hindurch in einen U-Bahn-Tunnel. Mehrere Menschen sterben. Zwei von ihnen – ein Mann Mitte Dre</itunes:subtitle><itunes:author>Benjamin Stein</itunes:author><itunes:summary> Yves Klein: Obsession de la lévitation (Foto: Harry Shunk) Prosa für sieben Stimmen von Benjamin Stein In einer Großstadt bricht ein Bus durch die Straßendecke hindurch in einen U-Bahn-Tunnel. Mehrere Menschen sterben. Zwei von ihnen – ein Mann Mitte Dreißig und eine junge Frau – können erst nach Wochen geborgen werden. Unterdessen fristen die beiden eine Existenz in [...]</itunes:summary><itunes:keywords>Lyrik, Daniel I, Daniel II, Ein anderes Blau, Eva, Nadia, Nina, Off, Richard</itunes:keywords><feedburner:origLink>http://turmsegler.net/feeder/?FeederAction=clicked&amp;feed=Articles+%28RSS2%29&amp;seed=http%3A%2F%2Fturmsegler.net%2Fblau%2F&amp;seed_title=Ein+anderes+Blau</feedburner:origLink><enclosure url="http://feeds.feedburner.com/~r/turmsegler/blau/richard/~5/103900009/schubert_death_and_maiden.mp3" length="0" type="" /><feedburner:origEnclosureLink>http://turmsegler.podspot.de/files/schubert_death_and_maiden.mp3</feedburner:origEnclosureLink></item>
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