»Die Leinwand« in Ungarn

1. März 2014

A vászon
»A vászon«, die ungarische Ausgabe der »Leinwand«

••• Soeben erschienen ist die ungarische Ausgabe der »Leinwand«. In der Übersetzung von Mária Makai Tóth wurde diese Ausgabe von dem ungarischen Verlag Napvilág Kiadó unter dem Titel »A vászon« herausgegeben. Der Autor freut sich und schickt liebe, dankbare Grüße an Mária.

Mayan Moza 2014

17. Februar 2014

Mayan Moza 2014
Mayan Moza (Jerusalem) 2014

••• Der Showdown zwischen Wechsler und Zichroni und Wechslers vergebliche Flucht vor Ben-Or in der »Leinwand« finden in einem Hain kurz vor der Stadtgrenze von Jerusalem statt. Bislang konnte man diesen Hain finden, wenn man der Beschilderung zum »Beit Jellin« folgte und dann am Beit Jellin vorbei über einen unbefestigten Weg weiter fuhr. Der Weg führte direkt zum Mayan Moza, jener historischen Mikweh, die ich dank Rav Landsmann am 2. Januar 2008 während meiner ersten Recherche-Reise nach Israel entdeckt und in der ich an diesem wirklich kalten Morgen auch untergetaucht bin – wie später Wechsler im Roman. Ich wusste damals nicht, dass ich die letzte Gelegenheit dazu genutzt hatte.


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Rückschritt per eBook?

5. Februar 2014

Vom Beginn des gedruckten Buches, also gegen Ende des 15. Jahrhunderts, gibt es schöne Briefe (erhalten, weil auf Papier geschrieben) von Humanisten, die entzückt waren: daß gedruckte Bücher nun durch Auflage und Verteilung erstens endlich nicht mehr versehentlich verlorengehen konnten – im Gegensatz zu Handschriften, die äußerst mühsam herzustellen, also selten waren, und gut brannten. Daß gedruckte Bücher zweitens aus demselben Grund nicht mehr absichtlich zum Verschwinden gebracht werden konnten, im Gegensatz zu Handschriften, die es fast immer nur in winzigen Auflagen und meist an exponierten Stellen gab und die diversen erfolgreichen Vernichtungsstrategien ausgesetzt waren. Daß drittens durch die neue Technik Bücher hergestellt werden konnten, die korrigierte, verläßliche, zitierfähige Texte boten, im Gegensatz zu den Handschriften samt deren ewigen Schreibfehlern, Auslassungen und Varianten. Daß das einzelne Buch endlich erschwinglich angeboten werden konnte, dabei aber durch die Auflage dennoch ein funktionierendes Geschäft daraus werden konnte. All diese Fortschritte, seit Jahrhunderten bestätigt und bewährt, nimmt das E-Book zurück.

••• Wunderbar, ganz wunderbar, wie Friedrich Forssman im Suhrkamp-Blog eine Lanze für das gedruckte Buch bricht. Anlass ist diesmal die Frage, warum es Arno Schmidts Bücher nicht als eBook gibt. Die Argumentation im obigen Zitat würde absolut ziehen, wenn denn jemals jemand vorgehabt hätte, das gedruckte Buch durch das eBook zu ersetzen. Das soll – und darf, wie man sieht – nicht geschehen. Aber als nützlichen Zusatz will ich das eBook doch haben. Und ich will es haben für all jene Texte, die ich zwar zur Kenntnis nehmen, aber nicht physisch besitzen möchte. Weil physischer Besitz mich belastet und ich nicht physisch aufheben mag, was ich nicht mehrfach lesen möchte. Dass »Zettels Traum« als eBook ein Paradoxon wäre, ist klar. Es gibt allerdings genügend Bücher Schmidts, die man durchaus auch als eBook publizieren könnte. Da schießt Suhrkamp und Forssman für Suhrkamp ein wenig übers Ziel hinaus.

Nichts als des Schrecklichen Anfang

23. Januar 2014

Nichts als des Schrecklichen Anfang

••• Ende letzten Jahres fragte das Goethe Institut China an, ob ich für deren Website nicht einen Artikel über die Farbe »Rot« schreiben möchte. Wollte ich. Nun ist der Beitrag online – in Deutsch, Englisch und Chinesisch. Cool finde ich das.

»Die Leinwand« in Israel

16. Januar 2014

••• Was lange währt, wird endlich gut? So könnte man hier meinen. »Die Leinwand« wird auch in Israel erscheinen. Keter Publishing, ein großer Verlag, hat die Rechte für eine hebräische Ausgabe erstanden, nachdem in den letzten Jahren zwei andere Verlagen nach einigem Überlegen doch von dem Vorhaben zurückgetreten waren. Umso schöner, dass es nun doch klappen soll.

Für die Übersetzung, höre ich, soll Erez Volk (gesprochen: Eres Wolk) gewonnen worden sein. Wann genau die hebräische Ausgabe erscheinen soll, weiß ich noch nicht. Vor 2015 wird es kaum soweit sein.

Souveränes Deutschland

21. Dezember 2013

Deutschland ist erst dann souverän, wenn es Herrn Snowden anhört, schützt, ihm Asyl gewährt und seinen sicheren Aufenthalt organisiert. […] Das muss die Weltmacht mit ihren Weltmachtallüren endlich begreifen: dass wir ein gleichberechtigter Partner sind und nicht jemand, mit dem man machen kann, was man will.

••• Diese Rede Gregor Gysis ist mir entgangen. Ich habe nun wirklich nichts für die Kommunisten übrig, und etwas anderes sind diese Leute von der Linkspartei nicht. In seiner Rede zum NSA-Skandal allerdings nennt Gysi die Dinge beim rechten Namen. Und ganz zurecht hat das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen die Rede, die er am 18. November im Bundestag hielt, zur Rede des Jahres 2013 gewählt. Chapeau.


Gregor Gysi am 18.11.2013 vor dem Deutschen Bundestag

Venir – revenir

7. Dezember 2013

Schlüssel

hinterm geranientopf liegt
ein schlüssel

in deiner hand
öffnet er
zum garten das tor
zum haus die tür
zum zimmer der stille
die versiegelte pforte

nimm ihn nur
wenn du es willst
gehört er dir

drehst du ihn
langsam im schloss
trägt das geräusch
des schnappenden riegels
dich über die schwelle
zu mir

© Benjamin Stein (2013)

••• »Weggehen und Wiederkommen« ist der Titel eines sehr berührenden französischen Films, den ich wohl nie vergessen werde. Der Titel hält sich ebenso hartnäckig in meinem ansonsten so löchrigen Gedächtnis wie der Film selbst. Jetzt musste ich erneut an ihn denken, als mir zu einem Gedicht von 2007 eine »Fortsetzung« zustieß.


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