Archiv der Kategorie 'Prosa'

Mokusei!

Donnerstag, den 18. Oktober 2007

Cees Nooteboom: Mukosei!••• Nachdem ich mich mit Nootebooms „Ritualen“ nicht recht anfreunden konnte, hat er mich mit zwei anderen Büchern später dennoch ganz und gar für sich gewonnen. Das eine davon: Mokusei!

Ein holländischer Fotograf wird nach Japan geschickt, um für Reiseprospekte Aufnahmen vom Fuji zu machen, im Vordergrund eine Japanerin in verschiedene Kimonos gekleidet. Satoko, die er Schneemaske nennen wird und in die er sich verliebt, wird ihm als Modell vermittelt. Sie führt ihn zum Fuji; und eine leise, doch deswegen keineswegs weniger intensive Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf. Eine Geschichte von Fremdheit, die auch in der Liebe unüberbrückbar bleibt.

Ganze 75 gross bedruckte Seiten sind das, intensive, unprätentiöse Prosa, die sehr berührt. Eine einfache Geschichte, eine ehrliche Geschichte.

Ein solches Stück Kammermusik würde ich in meinem Leben gern noch schreiben. Das wäre genug.


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Religiöser Atheismus

Donnerstag, den 11. Oktober 2007

Natürlich war bei uns jedermann religiös: aus Taktgefühl. Sieben oder acht Jahre nach dem Kulturkampf unter dem Ministerium Combes sah man in dem zur Schau getragenen Unglauben den Ausdruck einer heftigen, ungezügelten Leidenschaft. Ein Atheist war ein Sonderling, ein Wildgewordener, den man nicht zum Abendessen einlud, weil man fürchten mußte, er werde aus der Rolle fallen, ein Fanatiker mit ungezählten Tabuvorstellungen, der sich das Recht versagte, in der Kirche niederzuknien, seine Tochter kirchlich zu verheiraten und dabei Tränen der Rührung zu vergießen, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, die Wahrheit seiner Doktrin durch die Reinheit seiner Sitten zu untermauern, der in einer Weise gegen sich und das eigene Glück wütete, daß er sich der Möglichkeit beraubte, getröstet zu sterben, ein Gottesnarr also, der allenthalben Seine Abwesenheit feststellte und unablässig Seinen Namen aussprach, kurzum: ein Herr mit religiösen Überzeugungen. […]


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Aufrichtigkeit

Mittwoch, den 10. Oktober 2007

Jean-Paul Sartre

••• Warum ich Sartres „Wörter“ wieder hervorgekramt habe, das habe ich schon berichtet. Nach den ersten zwanzig Seiten hätte ich nicht gedacht, ich würde mich festlesen. So ist es aber gekommen.

Sartre, der berühmte Autor, berichtet von Sarte, dem Sechsjährigen, der lesen lernte, bevor man überhaupt erwogen hatte, ihn in die Schule zu schicken. Und der zuvor schon so tat, als würde er lesen, vor allem, um die entzückte Aufmerksamkeit von Großvater Charles Schweitzer zu erregen, der seinerseits das Lesen aufgegeben hatte – jedenfalls das Lesen um des Vergnügens willen.

Es gibt viele Arten, keine Kindheit zu haben… Dies war wohl eine davon. Erst Lesen, um zu gefallen. Dann Schreiben, um zu gefallen. Und während Sartre über seine Lektüren im Kindesalter berichtet, überrascht er plötzlich mit einer Betrachtung zur Aufrichtigkeit, die vielleicht beim Lesen entbehrlich ist, jedoch nicht beim Schreiben.


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Der Preis des Genies

Samstag, den 6. Oktober 2007

Stop it
© PostSecret.com 2007

Ich bin eifersüchtig auf Künstler, deren Depression ihre Kreativität beflügelt. (Meine scheint sie zu stoppen.)

••• Anfang der Woche hatte ich vor, meinen Beitrag für die nächste spatien-Ausgabe („Was sind literarische Weblogs?“) zu schreiben. Als Aufhänger hatte ich mir Jean-Paul Sartres Autobiographie „Die Wörter“ ausgesucht, denn er beschreibt sehr deutlich, was ja auch Tenor dieses Weblogs von Anfang an war: Schreiben beginnt mit Lesen (und Leben) und will davon begleitet sein. Entsprechend teilt Sartre seine Betrachtungen zum Thema in zwei Teile: „Lesen“ und „Schreiben“.

Zum Schreiben des Beitrags bin ich noch nicht gekommen, u. a. weil ich mich bei Sartre festgelesen habe. Es ist wirklich sehr lange her, dass ich dieses Buch zum ersten Mal gelesen habe, offenbar mit Inbrunst, denn ich habe diverse Stellen angestrichen. Solche An- und Unterstreichungen – wenn sie denn auch noch von einem selbst und Jahrzehnte alt sind – finde ich sehr spannend.


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1001 Nacht

Montag, den 1. Oktober 2007

Scheherezade - © 2007 by *janey-jane@deviantart.com
Scheherezade – © 2007 by *janey-jane@deviantart.com

••• Dass meine Mutter Märchenfilme liebt und Märchenbücher sammelt, habe ich wohl schon erwähnt. Es gab da ganz unterschiedliche Arten von Märchen: die eher pädagogischen, rauhen der Brüder Grimm, die poetischen von Andersen und die ebenfalls poetischen und dabei durch ihre Fremdheit und exotischen Handlungsorte die Phantasie anregenden Märchen aus 1001 Nacht. Das ist nun natürlich eine ganz spontane, höchst unwissenschaftliche und undifferenzierte „Sortierung“. Aber diese Beschreibung trifft am ehesten mein Gefühl.


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SkyRadio

Donnerstag, den 2. August 2007

••• Und gut lesen kann der auch noch! Markus A. Hediger ist nun auch im Podcast zu hören! Hingehen, reinhören, auf die nächste Folge warten!

Update: Und schon ist er umgezogen mit seinem Podcast – und zwar » hierhin. Er wird der Hörerschaft nicht entrinnen!

Arno Schmidt liest Arno Schmidt

Donnerstag, den 26. Juli 2007

Arno Schmidt (Radio)

••• Im Livestream von Nordwestradio liest heute um 18:30 Arno Schmidt Kurzprosa und einen Essay. Ob es sich um eine Aufzeichnung oder Live-Sendung handelt…

Windows Media Player oder RealPlayer sollten installiert sein. Dann kann man sich in den Livecast einklinken über die folgenden Links. Jetzt müsste ich nur noch wissen, ob und wie man das aufzeichnen kann… (und darf?)

Livecast Nordwestradio (Windows Media Player)
Livecast Nordwestradio (RealPlayer)

» via Sturznest, bei dem der Beitrag schon wieder verschwunden ist