Archiv der Kategorie 'P.E.N.'

Shahin Najafi

Sonntag, den 20. Mai 2012

Shahin Najafi • Foto: dapd••• Rapper sind böse Buben mit unzimperlichem Vokabular. Das gehört gewissermaßen zum Genre und ist unterdessen schon mainstream-tauglich, wenn man bspw. Eminem heißt und in den USA lebt. Zu einem echten Problem kann es werden, wenn man aus dem Iran stammt und über shiitische Heilige rappt, ein aktuelles CD-Cover mit einer zu einem weiblichen Busen verfremdeten Moschee-Kuppel ziert und damit die Mullahs und insbesondere Ayatollah Lotfollah Safi-Golpayegani erzürnt. In Kreisen dieses Klerus regiert man auf solche Ärgernisse nämlich gern mit einem Aufruf zum Mord. Die Rede ist von Shahin Najafi. Für seine Ermordung wurde ein Blutlohn von US$ 100.00 ausgelobt.


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Peter Finkelgruen zum 70.

Donnerstag, den 8. März 2012

Peter Finkelgruen auf biographischer Spurensuche in Shanghai
Peter Finkelgruen auf biographischer Spurensuche in Shanghai

••• Peter Finkelgruen – Journalist, Publizist, Aktivist und Schriftsteller – wird am morgigen 9. März 70 Jahre alt. Kennengelernt habe ich ihn vor etwa zwei Jahren als streitbaren, ausnehmend sympathischen Herrn am Rande mehrerer Treffen des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland (früher Exil-PEN). Dass jemand wie Finkelgruen sich für die Identitätsprobleme der Protagonisten in der »Leinwand« sehr interessierte, war kein Wunder. Er selbst hat Identitätskrisen und auch -wandel hinter sich, wie man sie niemandem wünscht. Geboren als Kind von Shoah-Flüchtlingen in Shanghai führte ihn sein Weg über die Tschechei und Israel schließlich wieder nach Deutschland. Dem jüdischen Vater war die Flucht nach Shanghai nicht mehr gelungen. Er kam um. Die Mutter, selbst nicht jüdisch, doch wegen ihrer ungebrochenen Solidarität mit ihrem Ehemann der gleichen Verfolgung und KZ-Haft ausgesetzt, schaffte es nach Shanghai – schwanger, das »Andenken«, wie sie den Sohn gelegentlich nannte, dabei.


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Die letzte Diktatur Europas

Montag, den 18. Oktober 2010

Belarus - Die letzte Diktatur Europas

••• Zum 14. November 2010 19:00 Uhr lädt das Literaturhaus Berlin gemeinsam mit dem P.E.N.-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland zu einer Lesung mit anschließender Podiumsdiskussion ein.

Freya Klier – engagierte Organisatorin der »Writers in Prison«-Gruppe des Exil-P.E.N. – wird die Veranstaltung eröffnen, Katharina Narbutovic – Leiterin des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und Übersetzerin aus dem Weißrussischen – einen kurzen Beitrag zur »Weißrussischen Sprache im 20. Jahrhundert« halten. Vorgestellt werden dann – umrahmt von musikalischen Beiträgen von Stephan Krawczyk – Texte der weißrussische Autorin Swetlana Alexijewitsch. Ihre Übersetzerin Ganna-Maria Braungardt wird lesen und die Autorin interviewen.

Es wird, das ist unvermeidlich, nicht nur ein literarischer, sondern auch ein politischer Abend werden, denn Weißrussland ist die letzte Diktatur Europas, und entsprechend schwer haben es Autoren und Journalisten dort heute noch wie zu Sowjetzeiten.


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Hugo Alfredo Olivera Cartas

Sonntag, den 18. Juli 2010

Hugo Alfredo Olivera Cartas••• Mexiko ist für Journalisten und Autoren ein heißes Pflaster. Seit 2004 wurden dort 34 Journalisten und ein Schriftsteller ermordet. Neun weitere Print-Journalisten sind spurlos verschwunden, und man muss davon ausgehen, dass auch sie tot sind und man lediglich ihre Leichen bislang nicht gefunden hat. Allein in diesem Jahr hat es bereits 8 Journalisten getroffen.

Warum mussten sie sterben? Sie erfüllten ihre journalistische Informationspflicht und ermittelten zumeist in Fällen der organisierten Kriminalität. Dass dies in jedem Land gefährlich ist, steht außer Frage. Speziell ist an diesen Fällen jedoch, dass die mexikanischen Behörden wenig bis gar nichts unternehmen, um die Morde aufzuklären, so dass die Vermutung nahe liegt, dass einzelne hochrangige Mitglieder der Strafverfolgungsbehörden und der Regierung in Fälle verstrickt sind, die von den verschwundenen und getöteten Journalisten recherchiert wurden.


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