Archiv der Kategorie 'Ausser der Reihe'

Im Sportcoupé über den Wenzel

Montag, den 7. Mai 2007

Pod-z-Blitz Nr. 6••• Erneut stellt Michael Perkampus in seinem Podcast Pod-z-Blitz seine Qualitäten als Gesprächsgastgeber unter Beweis. Dieses Mal sind die Autoren Markus A. Hediger und Alexander Nicolai bei ihm zu Gast. Hediger spricht über seine Übersiedlungspläne nach Brasilien, und so ganz nebenbei entspinnt sich zwischen Perkampus und Hediger eine hochinteressante Diskussion um die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Romanschreibens und die – vermutete oder tatsächliche – Natur literarischer Weblogs.

Im Anschluss spricht Alexander Nicolai über einen der wenigen „magischen Autoren“ der deutschen Romanliteratur: Gustav Meyrinck („Der Golem“). Die Vorstellung vom selbstmordgefährdeten Dandy Meyrinck, der im ersten je in Prag gesichteten Sportcoupé über den Wenzel heizt, um die Bürger zu verschrecken, wird mich durch den Tag begleiten, wenn nicht länger.

Der Perkampus-Podcast entwickelt sich von Folge zu Folge in erfreulichster Weise. So freut es mich sehr, dass ab Juni Sendungen in dichterer Folge mit festem redaktionellen Konzept geplant sind.

Für literarisch Interessierte gilt heute: Hingehen, anhören – Pod-z-Blitz!

Absurditäten des Literaturbetriebs

Sonntag, den 6. Mai 2007

••• Vito von Eichborn mischt sich unvermittelt ein in eine rege Debatte drüben beim Literatur-Café. Erstaunlich, dass ein Verleger noch Mühe aufwenden muss für die eigene Entmystifizierung. An dieser ganzen Debatte jedoch ist eine bedeutende Winzigkeit hervorzuheben. Vito von Eichborn gibt eine BoD-Reihe heraus, in der man sich – da die Kalkulation passt – auch Literatur jenseits der leichten Vermarktbarkeit leisten kann. Was geschieht hier? Ist es eine Erneuerung verlegerischen Ethos? Wird der Selbstverlag salonfähig, indem auf dem BoD-Buch-Cover ein Verlegername prangt? Warum kann Eichborn das Buch nicht – auf gleiche Weise hergestellt – unter (s)einem Verlagslabel am Markt platzieren? Wofür brauchen Autoren noch einen Verleger?

Zu gern würde ich mit Herrn Eichborn über diese und angrenzende Fragen sprechen…

Meine Favoriten

Sonntag, den 6. Mai 2007

••• Die Liste der Artikel-Favoriten in der Sidebar rechts wird generiert auf Basis der Besucherzahlen, wobei nur zählt, wenn ein Mensch auf einen Beitrag klickt. Diese Favoriten-Liste wird gerade von Neu-Besuchern auch gern genutzt. In den Diskussionen der letzten Tage ist mir nun aufgefallen, dass selbst ganz treue Turmsegler-Leser doch nicht orientiert sind über Beiträge, die länger zurückliegen und erschienen sind, als der Turmsegler noch kaum Leser hatte.

Also habe ich mir überlegt, eine Liste meiner persönlichen Favoriten zusammenzustellen. Das sind Beiträge, von denen ich mir wünsche, dass später hinzugekommene Leser auch auf sie aufmerksam werden. Hier ist sie (abzüglich der Beiträge, die auch zu den Leser-Favoriten zählen):

Viel Spass beim Stöbern.

PS: Unter Archive/Alle Beiträge in der Sidebar findet man übrigens das gesamte Turmsegler-Inhaltsverzeichnis und ein Verzeichnis aller bislang erwähnter Autoren und Autorinnen.

Das Gegenteil von Liebe

Sonntag, den 22. April 2007

Pod-z-Blitz Nr. 5••• Am 12. April war ich bei Michael Perkampus zu Gast. Am Wohnzimmertisch entspann sich ein inspirierendes Gespräch um Verlage, Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Erzählens, Psychoanalyse und jüdische Mystik. Wir haben das Micro laufen lassen mit der vagen Vorstellung, am Ende einen Podcast zu schneiden. Michael hat sich die Heidenarbeit gemacht, die Essenz aus dem Gespräch zu ziehen, und er bringt heute das Ergebnis als 5. Sendung seines Podcasts Pod-z-Blitz.

Wenn schon von Psychoanalyse die Rede ist… Es mag verwundern, dass ich eine 12 Jahre alte Geschichte wie die Begegnung mit Günter Grass in solch emotionaler Deutlichkeit schildere. Dabei waren es nicht die Bemerkungen von Günter Grass, die damals beinahe mein Buch verhindert hätten. Es war die Kriecherei des Betriebs. Dummheiten geschehen. Uns allen. Aber sie sollten auch verjähren dürfen.

Die Geschichte meiner Begegnung mit Grass, nehme ich mir also vor, soll hier zum letzten Mal erzählt worden sein. Die Wirbellosigkeit des Betriebs im Umgang mit Autoren wird mich allerdings auch künftig leidenschaftlich aufregen, wo immer sie mir begegnen mag.

Anmerken möchte ich noch, dass „Das Alphabet des Juda Liva“ als Hardcover schliesslich bei Ammann in Zürich erschien, der als Verleger und Freund damals viel für mich getan hat. Bei dtv ist zwei Jahre später lediglich die Taschenbuchausgabe erschienen.

Pod-z-Blitz, Nr. 5 • Literarischer Podcast von und mit Michael Perkampus

Ein dumpfer Akkord

Freitag, den 20. April 2007

Little Red Boat by Gimpy-Dexter@deviantart.com

Ich kann Ihnen eine Geschichte erzählen: von der Leidenschaft des Schwebens, von jenen Augenblicken, in denen die Zeit stehenbleibt, damit das Herz ein paar Schläge aufholen kann.

Wenn der Löwe langsam über den Konzertflügel schleicht, müde, und mit seinem Schwanz über die Tasten wischt, ganz sorglos, ein dumpfer Akkord.

Wenn ein Mädchen am Morgen lächelnd die Augen aufschlägt und die Wand streichelt, an der sein Bett steht. Und ein Mann, dessen Mund vernäht ist, dennoch sprechen lernt durch seine Augen.

Wenn eine Wand zwischen zwei ungleichen Zimmern zum Ablegeplatz eines Bootes wird und sich zwei eine Rast verdienen vor der langen, letzten Ausfahrt über den See.

Ein anderes Blau, 3. Kapitel
» Inhaltsverzeichnis

••• Was man auf dieses Boot an Gepäck mit sich nimmt, bleibt einem für immer. Da heisst es auszusortieren. Im dritten Kapitel stehen Abschiede an, Auflösungen und Flugversuche, bevor das Boot schliesslich aus unserem Blickfeld entschwindet.

Voting-Spiele

Dienstag, den 17. April 2007

••• Den Spass an dieser kleinen Kinderei hat mir der Artikel im Literaturcafé ja schon ziemlich verdorben. Aber da das Voting um die – tusch! – Superblogs 2007 nun mal läuft, darf man auch klicken gehen. Nominiert sind der Turmsegler unter Literatur-Blogs und Ein anderes Blau unter Podcast.

Und nun zurück zur werbefreien und einkommensneutralen Literatur…

Heute bin ich dankbar

Donnerstag, den 12. April 2007

••• Heute bin ich dankbar: für eine wundervolle Begegnung, für ein langes, intensives Gespräch. Und Spitzbüberei haben wir auch noch getrieben. Mehr davon demnächst im Podcast von Herrn p.-