Beautiful

27. November 2007

Snowflakes - © 2007 by jofaithanna@deviantart.com

Snowflakes – © 2007 by jofaithanna@deviantart.com

Beautiful

is the
unmea
ning
of(sil

ently)fal

ling(e
ver
yw
here)s

Now

e. e. cummings

schön

ist das
nichts
sagen
de(schwei

gend)fal

lende(all
üb
er
all(sch

nein

e. e. cummings
Übertragung: parallalie

••• Parallalie, der letztens in einem Kommentar den Kopf schüttelte über meine Lesepraxis und mir kurz darauf half, Raymond Queneau wiederzufinden, eben jener betreibt ja selbst ein literarisches Weblog. Vor nicht allzu langer Zeit hat er dortselbst eine neue Rubrik eingeführt Unter lyrik-lyrik findet sich da nun eine Handvoll Beiträge der letzten zwei Jahre, in denen er sich an Gedichten anderer Autoren inspiriert, indem er sie ins Deutsche überträgt (wie im Beispiel oben) oder auch eigene poetische Erwiderungen oder Varianten neben die Originale stellt.

Man kann nur hoffen, dass er diese Auseinandersetzungen mit anderen Dichtern fortführt, denn in jedem einzelnen dieser Beiträge findet sich ein Widerhaken, ein poetischer Anklang, dem nachzulauschen lohnt. (Nicht nur deswegen gehört das Blog hier „Auf die Rolle“…)

Was ich mir auch wünsche, wäre jedoch, dass parallalie uns Leser ein wenig mehr teilhaben lässt an seiner offenbar immensen Belesenheit. Nur ein Beispiel: Wenn er der Pavese(?)-Zeile

Verrà la morte e avrà i tuoi occhi

— Der Tod wird kommen und deine Augen haben… — die ganz gleich lautende Zeile von Michele Mari gegenüberstellt, dann erwacht natürlich mein Interesse. Ist jene erste Zeile des preisgekrönten Gedichts etwa „stark inspiriert“ von Mari? Zitiert Letzterer Pavese? Wo hat parallalie die Mari-Zeile gefunden?

Kurz: Ich wünsche mir sehr, dass parallalie diese Rubrik fortführt und uns weiter mit poetischem Spannungsspiel und Entdeckungen überrascht.

13 Reaktionen zu “Beautiful”

  1. lebowski

    Oh Gott, erst ist Parallalie eine Frau, und im nächsten Augenblick ein Mann, für mich ein Grund mehr, Gedichte von nun an weniger unter sexual-perspektivischen Aspekten und Motiven zu betrachten; bin ich jetzt etwa ein Schwein? – Bei Benjamin Stein habe ich mich ja schon einmal gehörig getäuscht, denn zuerst dachte ich, er sei der Mann von snowflakes & blackvampires, bis ich heraus fand, das snowflakes & blackvampires seine Frau ist.

  2. Benjamin Stein

    Parallalie eine Frau? Wie kommen Sie darauf? — Allerdings habe ich mich schon öfters gefragt, wo der Name herkommt.

  3. parallalie

    das (gewollte?) mißverständnis entstand zunächst durch das anfängliche bild einer vieräugigen frau (Dino Buzzati: Santa Ingenuità) im header. – achtung: Pavese (von ihm, dem älteren, die klassische und nachgeahmte zeile) hat „deine augen“, Mari (in der buchhandlung gefunden) hat „meine augen“. – ansonste danke: zugemacht ist die rubrik ja nicht… es ist alles offen.

  4. Benjamin Stein

    Pavese (von ihm, dem älteren, die klassische und nachgeahmte zeile) hat “deine augen”, Mari (in der buchhandlung gefunden) hat “meine augen”.

    Danke für den Hinweis. Ein typischer Fall selektiver Wahrnehmung. Ich kann mir die Zeile gar nicht anders denken und habe den entscheidenden Unterschied schlichtweg nicht gesehen! Aber so hätte sich das ja geklärt. Merci.

  5. Lebowski

    Mir ist übrigens inzwischen egal, ob ein Gedicht weiblich oder männlich ist, ich erkenne es sowieso an der Essenz, und dies ist ja wohl allein maßgeblich, oder nicht?

  6. Lebowski

    Ich sehe gerade, dass ich noch 30 Minuten Zeit hätte, um meinen Komment noch einmal zu revidieren, doch das sehe ich überhaupt nicht ein; ganz im Gegenteil, ich setze sogar noch einen drauf, und behaupte, das snowflakes & blackvampires eine ganz wunderbare Frau ist, und nur Benjamin Stein sie wirklich verdient hat. Ich bin eben ein fairer Verlierer;-)

  7. ksklein

    @Lebowski:
    Bist Du Dir sicher, dass ich eine Frau bin? *zwinker

  8. ksklein

    … abgesehen davon ist Lebowski schon der Dritte (mich eingeschlossen) der hinter parallalie zunächst eine Frau vermutet. Ich denke, das liegt am Klang des Namens.

  9. Benjamin Stein

    Tja, Herr Lebowski. Sicher können Sie sich nie sein, wie das mit snowflake und mir ist. Schliesslich ist das hier ein literarisches Weblog; und wir könnten alle Avatare sein. Parallalie eingeschlossen. Sie auch…

  10. Lebowski

    @ ksklein

    Wir leben in einem riesen Universum, darin ist schließlich alles möglich…

    …es liegt mir übrigens völlig fern, irgendwelche religiöse Ansichten zu verletzen, weil ich, was solche Dinge anbetrifft, sehr sensibel bin, auch wenn ich selbst nicht gläubig bin; ich hoffe, du hast ein Einsehen mit mir und beurteilst mich allein nach meinen Literarischen Leistungen, abgespalten von meinen weltlichen Gelüsten, die sich jedoch im Zaum halten lassen, wenn ich in der Nacht ein gutes Buch lese und dabei in eine völlig andere, phantastische Welt abdrifte …

    Ich stelle mich euch beide als ein überaus hübsches Paar vor, schade nur, dass ich nicht weiß, wie DU ausschaust! – Doch eben das macht es ja so geheimnisvoll, ein wunderbares Mysterium!

  11. Lebowski

    ja stimmt

    @ksklein,

    irgendwie sehen im Moment alle Blogs schwul aus, höchste Zeit, dass wir
    mal darauf aufmerksam machen!

    @parallalie

    ich hab` mich bisher noch nicht eindringlich mit deinen Texten befasst,
    aber kurz überflogen habe ich sie bestimmt schon;
    eigentlich müsste nun hier eine fette Entschuldigung stehen,
    aber das ist nicht mein emotionales Ding.

    Dafür revanchiere ich mich aber ein andermal mit einer
    saftigen Textkritik, versprochen! [Wenn ich wieder nüchtern bin!]

    Danke für eure Liebe!

    P.S.

    @Benjamin

    Stimmt, das mit der Phantastischen Literatur ist so ein Ding für sich,
    hoffentlich haben wir noch eine Zeitlang daran zu knabbern,
    denn sonst wäre es ja langweilig.
    Grüß Micha, auch wenn er gerade absonderlich
    schlecht gelaunt ist, aber Maskerade muss sein.

  12. Lebowski

    Hab grat mahl einen kuzzen Bligg auf ding Block von Zement gewerft, iritiert mich schön, aber jut, bei wenick Libbe, ist schon krass, das gezedderre, fehlt noch Tannenbusch, und soo…aber nicht hallo von greisen Eltern, sondern imma bescheid.

    Imma schö tief im Schlamm. Gesteckt, stiefelhochsteckend bis zum Saum, na, ja, kennt man noch aus kriegste die noch Zeiten, nisch wa, solange watte ich gan ischt, bis Antwoort kütt, is doch belämmert, abber primar. Supper, voll heil dinge wellt. Unt nuhn noch schüsss. Tropff–pfff … Ding Anno Schmitt.

  13. parallalie

    @Lebowski
    bei aller liebe: übertreibe es nicht mit dem einhalten des versprochenen. ich erteile hierzu meine absolution.

Einen Kommentar schreiben

XHTML: Folgende Tags sind verwendbar: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>