Andruck

Dienstag, den 24. Juni 2008

Andruck
Buchblock und Cover-Andruck von Perkampus’ »Geschichte des Uhrenträgers«

••• Morgen werden die Kisten mit der Erstausgabe von Markus A. Hedigers »Krötenkarneval« und der Nachauflage des »Anderen Blau« hier eintreffen. Heute kamen Cover-Andruck und Buchblock zur letzten Sichtung und Freigabe von »Geschichte des Uhrenträgers«. So hat also alles termingerecht geklappt, was man bei einem Verleger-Greenhorn, das ich ja nun einmal noch bin, nicht zwingend voraussetzen konnte. Alle Vertriebsvorbereitungen, die einem Kleinverlag möglich sind, sind ebenfalls getroffen, die Bücher im VLB verzeichnet und mit allem Schnickschnack bei amazon gelistet. Dem Erscheinen (offizieller Termin ist der 14. 7. 2008) steht also nichts mehr im Wege.


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Sie sagt: Bauchhirn

Freitag, den 23. Mai 2008

Ein Gastbeitrag von: Michael Perkampus

Michael Perkampus“Ich bin jetzt da”, sagte sie und lachte. Am Telefon wurde mir heiß, ich verbrannte bereits in ihrer Stimme, ich war ihr vollkommen ergeben. Sag, was du von mir verlangst, und ich werde nicht zögern, auf der Stelle zu tun, wie mir geheißen!

Alles an dieser Frau entsprach einem Bild, das tief in mir plaziert worden war, bevor ich mich aufmachen musste, allein mit meinen Schatten und der verschwindenden Erfahrung. Für diesmal. In uns allen steckt ein Tresor, dort in dieser tiefsten Kammer – vielleicht ist dort das Geheimnis unseres wahren Ich zu finden, die Treppe runter, dann links, Sie wissen schon…

In diesem Tresor, umgeben nur von einem Leuchten in Farben, die wir gar nicht kennen, die unsere Augen nicht wahrzunehmen vermögen, liegen all unsere Erinnerungen an die Zukunft verborgen.


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Ganz und gar unrealistisch!

Dienstag, den 20. Mai 2008

Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie ein sehr verwirrter, paranoider Autor sind, der irgendwie auf die Nachtseite geraten ist oder schon immer dort war. Ihre Erzählung stellt eine ernsthafte Gefahr dar für Sie selbst und andere! Dennoch wünschen wir Ihnen alles Gute.

••• U. T. Rossel Escalante Sánchez – Lektorin eines namentlich nicht näher bezeichneten Verlagshauses – lehnt Herrn p.- als Autor und dessen neueste Prosa “Die Geschichte des Uhrenträgers” per Brief brüsk ab: “Ausnahmsweise werden wir unsere Ablehnung begründen, weil es diesmal so einfach ist…”


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Neuerscheinungen

Montag, den 28. April 2008

••• Soeben erschienen in der “Edition Neue Moderne”

Benjamin Stein: Ein anderes Blau (Edition Neue Moderne)
: Ein anderes Blau
Prosa für 7 Stimmen
Edition Neue Moderne 2008
ISBN: 978-3-9523-2364-9

Die ersten 50 Exemplare werden vom Autor nummeriert und signiert.


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Gern erinnert

Mittwoch, den 16. April 2008

••• An den Beitrag, der heute im “Rückspiegel” auftaucht, habe ich mich wirklich gern erinnert und ihn mit Freude wieder gelesen. Zu einer - allerdings nicht öffentlichen - Editionsrunde ist es mit einem anderen Werk und ein gutes Jahr später ja tatsächlich noch gekommen. Und es hat gut funktioniert und wirklich Spaß gemacht.

Die Geschichte des Uhrenträgers

Freitag, den 21. März 2008

Eine Schönwalder Kuckucksuhr

Wie kann denn der Zauber uns nur so einen unendlichen Spaß bereiten? Wie ist es möglich, daß wir überschäumen vor Vergnügen an all dem, was uns gar keinen Sinn verspricht und nur Verwirrung ist?

, aus “Die Geschichte des Uhrenträgers”
© , Edition Neue Moderne (2008)
Broschur, 126 Seiten mit einem Nachwort des Autors

••• Vor kurzem legte in seiner “Edition Neue Moderne” im Gallimard-Broschurformat eine neue Erzählung vor. Es ist nicht ganz so, daß “Die Geschichte des Uhrenträgers” gar keinen Sinn verspricht und nur Verwirrung ist. Zauber verbreiten und Spaß bereiten - das allerdings tut sie voll und ganz.

Wollte man berichten, was Perkampus in dieser Erzählung treibt, kommt man mit der Nacherzählung eines Plots nicht sehr weit. Der eher zum Maler berufene Franz-Anton aus dem Schwarzwälder Schönwald ist zum Bauen von Uhren wohl zu ungeschickt. Also wird er mit ihnen auf Handelsreise geschickt, zu Fuß und gen Frankreich, nach Straßburg, um genau zu sein. Und eventuell kommt er dort sogar an. Doch so wenig ein solcher Plot auf den ersten Blick zu bieten scheint, so wenig macht er dieses kleine Buch aus; denn um das dünne Handlungsfädchen herum knüpft Perkampus eine Erzähl- und Schaukollage, die - ganz wie oben zitiert - vor allem Zauber und Vergnügen sein will.


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Perkampus tritt ab

Mittwoch, den 25. Juli 2007
da ich mich nun aufmachen muss, in irgendeiner weise geld zu verdienen, stelle ich meine aktivitäten als schriftsteller ein. das hatte ich in den 90igern schon einmal versucht und es ist mir zumindest drei jahre lang gelungen.

••• Abtritt als Auftritt. Die Scheinwerfer mitten ins Gesicht. Dichter, die wirklichen, mein Lieber, treten ab, wenn sie in die Grube fallen. Alles andere ist Seife. Pathetic!

Der Tod des Sardanapal

Montag, den 16. Juli 2007

Eugéne Delacroix: Der Tod des Sardanapal
Eugéne Delacroix: Der Tod des Sardanapal

George Sand schmauchte ihre Zigarre und notierte alles, was sie hörte. Und wenn nichts gesagt wurde, beschrieb sie das Schweigen.

••• Im obigen Bild fehlt eine Sklavin. Wie und warum sie aus dem Bild verschwunden ist, das erzählt Michael Perkampus in “Der Tod des Sardanapal”, nachzulesen in der neuen spa_tien-Ausgabe.

Unter den Prosaarbeiten im neuen spa_tien-Heft ist mir diese Geschichte geradezu ans Herz gewachsen. Perkampus führt ein Spiel mit möglichen Wirklichkeiten vor. Wir begegnen nicht nur dem Maler Eugéne Delacroix, sondern auch George Sand und Frédéric Chopin, denen Delacroix die unerhörte Entstehungsgeschichte des Bildes erzählt.

Die Fähigkeit zu guter Recherche gehört unbedingt zum Handwerkszeug der schreibenden Zunft. Perkampus platziert seine Geschichte genau in die Lücken, die George Sands Berichte über die Konversationen mit Chopin und Delacroix offen lassen. Für mich war es eine reine Lesefreude.

Ungeöffnete Briefe

Mittwoch, den 11. Juli 2007

••• Auf den letzten Seiten des Talmud-Traktats Brachot findet sich eine längere Diskussion über die Bedeutung von Träumen und deren Potential, Einfluss auf unser Leben zu nehmen. „Ein ungedeuteter Traum“, heisst es dort „ist wie ein ungeöffneter Brief.“

Diesen Satz habe ich – wohl willentlich – lange Zeit gründlich missverstanden. Deuten müsse man die Träume also, sonst käme ja die Botschaft nicht an. Aber weit gefehlt! Folgt man der Diskussion auf diesen Talmudseiten, wird deutlich, dass etwas ganz anderes gemeint ist: Nur dann hat ein Traum das Potential, Einfluss auf unser Leben zu nehmen, wenn er gedeutet wird. Und die Bedeutung ist jene, die der Deuter ihm gibt. Einmal ausgesprochen jedoch, ist der Einfluss nicht mehr zu verhindern, die Bedeutung nicht mehr zu verbiegen. So müsse man vorsichtig sein, welchen „Brief“ man öffnet und welchen besser nicht.


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Die Wendeltreppe

Mittwoch, den 4. Juli 2007

Wendeltreppe in Schloss Granitz / Rügen © Walter Voll

Wendeltreppe in Schloss Granitz / Rügen © Walter Voll

••• Im kleinen Land meiner Kindheit und Jugend gab es nicht viele Möglichkeiten, Urlaub zu machen. Bulgarien, Ungarn und die ÄŒSSR wären mögliche Reiseziele gewesen, lagen aber ausserhalb des finanziellen Spielraums meiner Eltern, die als Akademiker nicht so üppig verdienten wie Angehörige der Arbeiterklasse. Also fuhren wir an die Ostsee, meist in der Nachsaison und meist nach Rügen. Und wenn man dort ist und es nachsaisonal regnet und man nach Ausflugszielen sucht, kommt das Jagdschloss Granitz schnell in die nähere Wahl.

Die Attraktion dieses Schlosses ist der Turm, an dessen Innenwand sich eine gusseiserne Wendeltreppe emporwindet. Über diese Wendeltreppe auf den Turm zu steigen, ist nicht nur für Kinder eine Herausforderung. Durch die durchbrochenen Stufen kann man bis nach unten schauen und – das war damals der Clou – diese Treppe hatte kein Geländer! Lediglich ein Seil baumelte auf Hüfthöhe an der Wand. Zur Turmmitte hin jedoch hätte einen plötzlich Taumelnden nichts aufgefangen. Es versteht sich von selbst, dass es durchaus vorkam, dass den Aufstiegswilligen Abstiegswillige entgegenkamen. Fehltreten durfte man auf dieser Treppe jedenfalls nicht.


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