50x Blau
Montag, den 19. Mai 2008
Ein anderes Blau • die ersten 50 Exemplare zum Signieren
••• Die ersten 50 Exemplare von “Ein anderes Blau” sind nun endlich eingetroffen. Ich werde sie umgehend nummerieren, signieren und verschicken.
Neuerscheinungen
Montag, den 28. April 2008••• Soeben erschienen in der “Edition Neue Moderne” …

Benjamin Stein: Ein anderes Blau
Prosa für 7 Stimmen
Edition Neue Moderne 2008
ISBN: 978-3-9523-2364-9
Die ersten 50 Exemplare werden vom Autor nummeriert und signiert.
Ein anderes Blau als Prosa-Insel
Montag, den 24. März 2008
Benjamin Stein: Ein anderes Blau
Prosa für 7 Stimmen
Edition Neue Moderne 2008
ISBN: 978-3-9523236-4-9
••• Was lange währt, wird endlich gut. Das “Andere Blau” hat nun - ein Jahr nach Präsentation hier im Turmsegler - seine finale Veröffentlichungsform gefunden.
Erscheinen wird es voraussichtlich Mitte/Ende April in der “Edition Neue Moderne”, und zwar in der Reihe “Prosa-Inseln”, in der bislang Andre Thoms “Einbruch des Zeitraums” und Michael Perkampus’ “Geschichte des Uhrenträgers” erschienen sind.
Die robuste Gallimard-Broschur gefällt mir ausnehmend für diese nun 114 Seiten “Prosa für 7 Stimmen”. Der Preis wird bei knapp 10 Euro liegen, was auch passt. Bleibt mir nur noch, der Druckausgabe ein paar Händevoll Leser zu wünschen und der Reihe selbst noch viele interessante Fortsetzungen.
Die Leinwand (Z.05)
Dienstag, den 18. März 2008
Die Mikveh in Mozah bei Yerushalayim
אך מעין ובור מקוה-מים יהיה טהור ונגע בנבלתם יטמא
Doch eine Quelle oder eine Grube,
in der sich Wasser angesammelt hat, bleibt rein;
wer jedoch ihr Aas berührt, wird unrein.
Leviticus 11,36
Natürlich hatten wir uns nie berührt. Das wäre undenkbar gewesen. Und doch wusste ich, als ich ihr zum ersten Mal mit gebührendem Abstand gegenüberstand, binnen Sekunden, wie ihr Haar roch, wie ihre Hüften sich anfühlten durch den Stoff ihres Kleides hindurch, wie ihre Lippen, die sich auf die meinen erst sanft schmiegten und schließlich pressten, und wie ihre Zunge schmeckte auf meiner Zunge; denn in den wenigen Sekunden, nachdem ich sie zum ersten Mal in der Wohnung von Elis Tante gesehen hatte, hatten wir uns umarmt und geküsst.
Es war mein erster Kuss. Und ich erlebte ihn, eine vollständige Unmöglichkeit, unter den Blicken von Rivkas gesamter Familie. Ich erlebte ihn, obgleich ich sicher zwei Meter von ihr entfernt stand und während ich sie nicht einmal ansah. Denn mein Blick war vor ihren Augen sofort geflüchtet. Anstatt sie anzuschauen, während Eli uns vorstellte, sah ich ihm ins Gesicht. Und es waren seine Lippen, die ich beobachtete, während er meinen Namen aussprach. Es waren seine Arme, mit denen ich Rivka umarmte. Durch seine Nase sog ich den Geruch ihres Haars und ihres Halses, und mit seiner Zunge schmeckte ich den Kuss, den sie mit ihm – Eli – getauscht hatte, vor einem Jahr vielleicht, womöglich aber auch erst vor kurzem.
Die Erregung, die ich verspürte und die mir regelrecht die Brust zuschnürte und den Atem nahm, diese Erregung war womöglich gerade deswegen so heftig und überwältigend, weil ich sie durch seine Erinnerung hindurch erfuhr, in der er sie wieder und wieder erlebt und in der sie sich mit jedem Erinnern verstärkt haben mochte, bevor sie sich nun mit meiner eigenen Erregung vermischte und sich verdoppelte, weil ich ja nicht nur den beiden bei ihrem Kuss zusah, sondern sie mit seinen Lippen küsste und mit seinen Händen festhielt und an mich zog, als wären es meine.
Die Leinwand: Amnon Zichroni (5)
© Benjamin Stein (2008)
Dauer: 35:05
Die Leinwand (Z.04)
Sonntag, den 16. März 2008••• Das 4. Kapitel sollte den zweiten Plotpoint bringen und damit einen Höhepunkt und Wendepunkt in der Zichroni-Erzählung: das Einbrechen des Magischen in die bisher geordnete Vorstellungswelt Zichronis. Ausgangspunkt ist wieder einmal ein Buch, und eine neue Figur betritt die Bühne, Eli Rothstein, mit dem Zichroni auf der Yeshivah in Pekesville lernt.
Das Kapitel ist jedoch so umfangreich geraten, dass ich es geteilt habe.
Und so entführt uns das 4. Kapitel zunächst in ein fremdes Buch, in den Roman “Der Meister und Margarita” von Bulgakow.
Die Leinwand (Z.03)
Freitag, den 7. März 2008••• Nach den Auftaktkapiteln war dieser Teil als ein erstes Plateau gedacht, ein Innehalten, bevor im Folgekapitel das Magische einbricht in die Handlung. (Wobei man einwenden könnte, dass die Geschichte um die Zizit am neues Tallis Zichronis auch nicht ganz ohne Magisches ist.)
Hört eigentlich noch jemand mit?
Die Leinwand: Amnon Zichroni (3)
© Benjamin Stein (2008)
Dauer: 28:28
Die Leinwand (Z.02)
Montag, den 3. März 2008
Demantoide - © Palagems (2008)
••• Seit meiner Israel-Reise im letzten Dezember schleppe ich eine hartnäckige Erkältung mit mir herum. Am Freitag hat es mich nun endgültig flachgelegt. Die letzten zwei Tage blieb ich also im Bett. Inzwischen sieht es glücklicherweise besser aus.
Das weitere Zichroni-Kapitel, an dem ich letzte Woche geschrieben habe, ist dennoch fertig geworden. Die letzten Seiten konnte ich gestern Nacht schreiben. Aber in der kommenden Woche werde ich, fürchte ich, doch ein wenig kürzer treten müssen.
Zizit
Donnerstag, den 28. Februar 2008••• Heute kam ich mir vor wie ein Schreibschüler. Es gibt Augenblicke, da wünscht man sich die realistische Beschreibungskraft eines Ivan Bunin. Heute hätte ich sie gebraucht. Ob die Portion eigenes Talent hingereicht hat heute, da bin ich mir noch nicht sicher.
Zichronis Vater führt in Geula ein Geschäft für Taleisim. Dass wir ihn genau beobachten beim Knüpfen der Zizit, das ist bedeutsam für den Höhepunkt des Kapitels: eine wortlose Geste zwischen Vater und Sohn, die Zichroni so viel bedeutet, dass er sich nach Jahren noch daran erinnert. Diese Geste bliebe völlig unverständlich und somit bedeutungslos für den Leser, würde man ihn nicht zuvor eingeweiht haben in das Mysterium der Fäden, Windungen und Knoten…
Die Leinwand (Z.01)
Dienstag, den 26. Februar 2008••• Tatsächlich bin ich beim erneuten lauten Lesen wie vermutet noch über das eine oder andere gestolpert. Eine Korrektur werde ich noch machen. Dann lege ich dieses Kapitel erst einmal ab.
Das Nachdenken über meinen Besuch am Sonntag bei B. W. hat mich heute noch sehr beschäftigt. Das Gespräch - ich war über neun Stunden bei ihm - hat der geplanten Geschichte doch eine neue Wendung gegeben - in einem kleinen, aber doch sicher entscheidenden Detail.
Wozu ich mich auch entschlossen habe: Ich werde bewusst abrücken, von bestimmten Örtlichkeiten und biographischen Details, die vor dem Hintergrund der zugänglichen Veröffentlichungen zum Fall den Eindruck des Dokumentarischen erwecken könnten. Dem Plot tut das nicht im geringsten weh.
Was ich bedaure, dass die Person, die meine eine Hauptfigur - Amnon Zichroni - inspiriert, sicher nicht mit mir sprechen wird. B. W. hat das unmissverständlich zu verstehen gegeben. Wie heftig und mit welch widerlichen Methoden die Presse in diesem Fall allen Beteiligten zugesetzt haben muss, das war schon eine erschreckende Erkenntnis.
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