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	<title>Ein anderes Blau: Daniel (1)</title>
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	<description>Prosa für sieben Stimmen</description>
	<pubDate>Wed, 16 May 2007 08:03:31 +0000</pubDate>
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		<media:copyright>© Benjamin Stein (2007)</media:copyright><media:category scheme="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd">Arts/Literature</media:category><itunes:author>Benjamin Stein</itunes:author><itunes:explicit>no</itunes:explicit><itunes:subtitle>Erinnern &amp; Entdecken</itunes:subtitle><itunes:category text="Arts"><itunes:category text="Literature" /></itunes:category><geo:lat>48.1301</geo:lat><geo:long>11.5735</geo:long><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="self" href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/daniel-1" type="application/rss+xml" /><feedburner:emailServiceId>795283</feedburner:emailServiceId><feedburner:feedburnerHostname>http://www.feedburner.com</feedburner:feedburnerHostname><feedburner:feedFlare href="http://www.newsgator.com/ngs/subscriber/subext.aspx?url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fturmsegler%2Fblau%2Fdaniel-1" src="http://www.newsgator.com/images/ngsub1.gif">Subscribe with NewsGator</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.rojo.com/add-subscription?resource=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fturmsegler%2Fblau%2Fdaniel-1" src="http://www.rojo.com/corporate/images/add-to-rojo.gif">Subscribe with Rojo</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.bloglines.com/sub/http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/daniel-1" src="http://www.bloglines.com/images/sub_modern11.gif">Subscribe with Bloglines</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.netvibes.com/subscribe.php?url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fturmsegler%2Fblau%2Fdaniel-1" src="http://www.netvibes.com/img/add2netvibes.gif">Subscribe with Netvibes</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://fusion.google.com/add?feedurl=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fturmsegler%2Fblau%2Fdaniel-1" src="http://buttons.googlesyndication.com/fusion/add.gif">Subscribe with Google</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://www.pageflakes.com/subscribe.aspx?url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fturmsegler%2Fblau%2Fdaniel-1" src="http://www.pageflakes.com/subscribe2.gif">Subscribe with Pageflakes</feedburner:feedFlare><feedburner:feedFlare href="http://add.my.yahoo.com/content?lg=de&amp;url=http%3A%2F%2Ffeeds.feedburner.com%2Fturmsegler%2Fblau%2Fdaniel-1" src="http://us.i1.yimg.com/us.yimg.com/i/de/my/addtomyyahoo4.gif">Subscribe with Mein Yahoo!</feedburner:feedFlare><item>
		<title>Was für ein Morgen</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2007 22:01:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Daniel I</category><category>Ein anderes Blau</category>
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		<description><![CDATA[/Daniel/ Was für ein Morgen. Dr. Anthony schien mir wirklich zu glauben. Ich schätze, sagte ich, es war gegen vier Uhr früh. Ich hörte den Zeitungsboten unten am Tor und zog mich an, um die Zeitung zu holen. Ich wollte den Rest dieser Nacht töten. Sie sollte nicht enden, wie sie begonnen hatte. Ich brauchte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Daniel/ Was für ein Morgen. Dr. Anthony schien mir wirklich zu glauben. Ich schätze, sagte ich, es war gegen vier Uhr früh. Ich hörte den Zeitungsboten unten am Tor und zog mich an, um die Zeitung zu holen. Ich wollte den Rest dieser Nacht töten. Sie sollte nicht enden, wie sie begonnen hatte. Ich brauchte eine Pause; und ich wollte das Blut nicht sehen, das durchs Laken bis in die Matratze gezogen war.</p>
<p>Die Zeitung roch frisch und färbte meine Finger schwarz. Ich erinnere mich noch gut an das Foto auf der ersten Seite: ein Präsident mit besorgtem Gesicht. Aber mich interessierte nur eine der kleinen Meldungen am rechten Rand.</p>
<p>Die beiden letzten Opfer des Busunglücks am Bahnhof waren geborgen worden. Man hatte den Tunnel geöffnet und die Leichen aus dem Wrack geschweißt. Die beiden, ein Mann um die Dreißig und eine junge Frau, gehörten nicht zusammen. Doch sie hielten sich an der Hand, und als man sie trennte, floß Blut aus ihrem Mund, als hätten sie die Wochen seit dem Unfall in der Tiefe ausgeharrt und gewartet und wären gerade erst gestorben, wenige Minuten, bevor man sie fand.</p>
<p>Dr. Anthony war bleich geworden, und ich sah ihm an, daß seine Gedanken ganz nah bei meinen waren und daß auch er sich fragte, wann der Tod unwiderruflich ist und ob ein Herz auf dem Weg über den nächtlichen See noch gesehen werden und Schutz suchen kann.</p>
<p>Ich wußte, wer die Besucher gewesen waren. Ich warf die Zeitung aufs Bett. Ich legte mein Ohr an die Wand. Ich lauschte und rief nach dem Mädchen. Ich rief es wieder und wieder. Und schließlich antwortete es sogar.</p>
<p>Ich bin hier, sagte es dumpf aus der Wand heraus. Ich habe deine Hand gespürt. Ich habe deine Nähe verschlungen. Ich weiß, daß du da bist.</p>
<p>Es ist so leicht, ihr zu folgen, sagte ich mir. Es ist so leicht, das Fenster zu öffnen, die Flügel zu spreizen und den Flug zu wagen. Du gehst einfach hinaus und trittst die Luft. Du gehst auf Prinzessinnenaugen und schwebst über Kissenzinnen. Es ist die richtige Zeit, der richtige Morgen; und du selbst bist der richtige in diesem Spiel. Es ist Zeit.</p>


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		<title>Das Bild auf der Wand</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2007 22:17:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Daniel I</category><category>Ein anderes Blau</category>
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		<description><![CDATA[/Daniel/ Das Bild auf der Wand steckt voller Leben und steigt herab zu mir und kommt in mein Bett. Ich weiß nicht, wie das möglich ist. Und ich weiß noch immer nicht, woher dieses Mädchen kommt. Aber ich ahne jetzt, daß sie wirklich für mich getanzt hat, daß ich gemeint war und daß sie meinetwegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Daniel/ Das Bild auf der Wand steckt voller Leben und steigt herab zu mir und kommt in mein Bett. Ich weiß nicht, wie das möglich ist. Und ich weiß noch immer nicht, woher dieses Mädchen kommt. Aber ich ahne jetzt, daß sie wirklich für mich getanzt hat, daß ich gemeint war und daß sie meinetwegen hier ist, tanzt, lächelt, weint und wartet und aus der Wand heraussteigt und auf mich zukommt.</p>
<p>Sie wirft den Glockenmantel ab. Sie läßt das Kleid herabgleiten. Sie zieht das Hemd über den Kopf mit verkreuzten Armen und steigt aus dem Mädchenhöschen. Sie kommt sehr langsam quer durchs Zimmer herüber zu meinem Bett. Und ich ahne wohl, was sie vorhat, aber ich habe keine Ahnung, ob sie kalt sein wird, ob ich sie überhaupt berühren kann oder ob sie durch mich hindurchgehen wird oder an mir vorüberschweben. Ich weiß nicht, ob das ein Fiebertraum ist oder nur eine schwüle Nachtwirklichkeit. Ich kann es nicht sagen.</p>
<p>Ich rechne damit, daß ihre Konturen verschwimmen werden, sobald sie nahe genug bei mir ist, daß ich meine Hand nach ihr ausstrecken könnte, um ihre Haut zu ertasten. Aber sie löst sich nicht auf. Sie kommt näher und weicht auch nicht aus, als ich meine Arme hebe. Kaum ist sie nahe genug bei mir, daß meine Fingerspitzen den blonden Flaum auf ihrem Bauch ertasten können, bleibt sie stehen. Ihr Bauch vibriert unter meinen Fingern. Sie hat die Augen geschlossen und hält den Atem an.</p>
<p>Sie hebt die Decke und will sich zu mir legen. Zeig mir dein Gesicht, will ich sagen, sprich mit mir. Doch sie wendet sich ab, zieht die Decke bis zu den Schultern hoch und dreht mir den Rücken zu. Sie preßt ihren Po in meinen Schoß und ist gewiß nicht kalt und will doch gewärmt werden, und ich glaube, sie fürchtet sich. Also lege ich meinen Arm um sie und halte sie fest. Sie atmet noch immer nicht.</p>


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		<title>Gestern konnte ich lange nicht einschlafen</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2007 22:11:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Daniel I</category><category>Ein anderes Blau</category>
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		<description><![CDATA[/Daniel/ Gestern konnte ich lange nicht einschlafen. Ich lag bis zum Morgen wach. Diese Schlaflosigkeit kennst du, dachte ich noch. Jetzt hat sie dich eingeholt. Jetzt singt Großvater dir ein Schlaflied, das finstere Träume macht: &#8220;Die Fahne hoch&#8230;&#8221; Und hebt die Hand zum Gruß.
Aber ich sagte mir, daß es nur die Nachbarn sind. Sie geben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Daniel/ Gestern konnte ich lange nicht einschlafen. Ich lag bis zum Morgen wach. Diese Schlaflosigkeit kennst du, dachte ich noch. Jetzt hat sie dich eingeholt. Jetzt singt Großvater dir ein Schlaflied, das finstere Träume macht: &#8220;Die Fahne hoch&#8230;&#8221; Und hebt die Hand zum Gruß.</p>
<p>Aber ich sagte mir, daß es nur die Nachbarn sind. Sie geben eine Party, und es geht hoch her. Sie singen von Kanonenschiffen und müssen Stimmen wie Löwen haben. Jeder Ton geht durch die Wände, als wären sie gar nicht da.</p>
<p>Dabei habe ich es bisher gemocht, daß dieses Haus sehr hellhörig ist. Die alte Nachbarin hat ihre Uhren immer aufgezogen, doch seit ihr Mann tot war, wurden sie nie gestellt. Jede Uhr ging anders. Schlug die eine sechs, klingelte die andere irgendeine halbe Stunde. Kaum fünf Minuten war es wirklich still hinter der Wand. Ich glaube, sie brauchte das gegen die Einsamkeit.</p>
<p>Als ich hier einzog, gab es um Mitternacht noch ein Tutti des ganzen Orchesters. Ich fuhr damals oft in Panik aus dem Schlaf hoch. Doch das hat sich schnell gegeben. Ich habe mich an die Uhren gewöhnt, aber sie nicht ans Einsamsein. Jeder Gongschlag füllte eine andere Minute, jeden Tag und jede Nacht. Sie wird sich Feinde machen in ihrem neuen Heim. Dort sind die Wände noch dünner als hier, und jeder ist einsam. Das macht es nicht einfacher.</p>
<p>Ich versuche wirklich, mich auf die Nachbarn herauszureden. Unter acht Segeln beschießen sie noch immer die Stadt, eine Strophe für jede Kanone. Aber ich weiß, daß es mit ihnen nichts zu tun hat. Diese Wachheit hat einen anderen Grund. Sie läßt sich nicht austreiben mit Ohrstöpseln. Auch Tabletten helfen nicht.</p>
<p>Ich kenne diese offenen Augen im Dunkeln. Ich kenne die Geräusche im Nebenzimmer. Mutter wirft die Flasche hinters Sofa und öffnet eine neue. Ihr hilft nicht einmal Whisky. In diesem Haus schläft nur einer, und das ist mein Großvater, mit dem ich das Zimmer teile. Die Kampflieder haben ihn müde gemacht, und er schläft ganz ruhig. Es stört ihn nicht, daß seine Tochter trinkt und trotzdem nicht schläft. Es stört ihn nicht, daß ich nur wenige Meter neben ihm kein Auge zumache. Er liebt Kanonen und offene Augen, selbst wenn sie tot sind.</p>
<p>Ich kann nicht mit einem Mann in einem Zimmer schlafen, den ich hasse, den ich am liebsten tot sehen würde. Ich habe keine Ruhe neben ihm, und wenn er noch so tief schläft.</p>
<p>Wer schläft, sündigt nicht, sagte er immer, bevor er das Licht löschte und lachte dabei ein Koboldlachen. Ich weiß, ich habe für alle Sünden im voraus gebüßt. Mir bleibt nichts mehr abzutragen. Ich kann, so oft ich will, die Hände unter die Decke stecken und mich anfassen, bis mir der Bauch naß wird. Ich werde nicht müde, werde bestimmt nicht schlafen. Dieses Bett ist verwünscht, dieses Zimmer verflucht, das ganze Haus, solange er lebt.</p>
<p>Im Haus des Mörders spielen die Ratten ein keckes Lied. Vor diesen Stimmen bin ich geflohen. Aber sie kamen mir immer nach. Meine Mutter hat es mit Whisky geschafft. Ich mußte kotzen, wenn ich nur ein einziges Glas trank. Also konnte ich nur hoffen. Diese Hure hat ihn auch noch beerdigt, in einem richtigen Grab, mit einem richtigen Stein. Dann ist sie ihm nachgegangen.</p>
<p>Ich habe sein Grab ausheben lassen. Für Geld machen die Russen dir alles. Sie haben den Stein zertrümmert, den ausgegrabenen Sarg mit Benzin übergossen und angezündet. Das war ein Höllenspektakel und stand in der Zeitung.</p>
<p>Jede Familie hat ein dunkles Geheimnis. Deins ist geplatzt. Da bist du doch noch in die Luft aufgefahren. Da hast du noch einmal deine Frau getroffen, mit dem Loch im Nacken, mit der aufgerissenen Stirn. Da sag ihr lieb Schulamith und nimm dein Grab hoch in den Lüften, neben ihr im Kamin.</p>
<p>Es hat lange gedauert, bis die Nächte wieder still wurden, bis ich sein Schlaflied nicht mehr hörte, das Lied der Messer, von denen das Blut rinnt. Ich bin geflohen von Stadt zu Stadt, bis zu den Uhren der Nachbarin, bis zu Franziska. Ich habe sie wirklich geliebt. Sie hat alle Träume mit einem Kuß fortgewischt. Dafür durfte sie alles fordern.</p>
<p>Es ist nicht die Party der Nachbarn. Es sind die alten Lieder, die ich höre. Es ist die alte Schlaflosigkeit. Die Jalousien haben nichts genützt. Ich bin entdeckt worden. Mein Versteck ist verbrannt. Mein Großvater lebt noch und singt mir ein grausiges Lied und singt seine Frau in den Tod.</p>
<p>Ich habe Übung im Wachsein. Ich weiß, daß es nirgends schlimmer ist als im Bett. Früher hatte ich einen Liegestuhl im Arbeitszimmer. In dem konnte ich ausruhen, wenn auch nicht schlafen. Franziska fand das lächerlich. Und nach einigen Wochen mit schwarzen Nächten voll schweren Schlafs haben wir den Stuhl auf den Sperrmüll geschafft. Jetzt, da die Uhren fort sind und Franziska vergeblich anruft, fehlt er mir. Ich könnte ihn gut gebrauchen, denn ich bin sicher, diese Nacht wird nur die erste sein von vielen Nächten, in denen die Wände sprechen, die Laternen auf der Straße vorm Haus, die Träume aus allen Winkeln der Seele.</p>
<p>Ich gehe die Wendeltreppe hinauf in mein Arbeitszimmer. Das Licht bleibt aus. Die Lampen werfen nur Schatten, die den Gesichtern von Bekannten ähneln. Ich bin nicht unerfahren. Ich weiß, wie man nachts die Angst fern hält. So leicht bekommt man mich nicht.</p>
<p>Es tut nichts, ob ich die Augen schließe oder die Wand anstarre. Es ist ganz das gleiche. Ich habe so viele Sprachen gelernt, nur um es jedem sagen zu können, wenn es soweit wäre. Aber es kam nie die richtige Stunde. Etwas fehlte immer. Mal war es das Licht, mal die Ruhe, dann wieder der Mut. Ich unterrichte die Sprachen, aber nur in einzelnen Worten. Sätze sind zu gefährlich. Sie könnten mich immer verraten. Ich bin das Kind einer Mutter, die ein Mörder gemacht hat. Auf meiner Stirn steht SS. Wenn ihr nur genau hinseht, könnt ihr es sehen.</p>
<p>Darum spreche ich langsam, in jeder Sprache, auch wenn ich mir nur ein Steak bestelle im Restaurant. Wort für Wort, nur keine Sätze, das ist viel zu gefährlich. Ich muß aufhören mit dem Wahnsinn, die Fenster vermauern und den Großvater vorlassen. Wir haben noch einen offenen Streit.</p>
<p>Du wirst zu mir kommen und aufhören zu singen. Du wirst mir beschreiben, wie sie aussah, wie ihr Haar sich anfühlte, wie ihr Atem klang in der Umarmung. Und dann wirst du mir sagen, warum du Schlaganfälle erfinden mußtest gegen die Erinnerung an die Ledermäntel.</p>
<p>Ich bin ein Baum ohne Wurzeln. Ich habe nur eine Erinnerung, und das ist ein Mord. Ich kann nicht schlafen und höre dich singen. Für all das wirst du mir büßen, bis der Schmerz dich zerreißt. Bis die Nächte wieder mir gehören.</p>
<p>Das habe ich so oft schon gesagt, geschrien, hinausgestoßen. Aber immer war ich es, der wach blieb. Du schläfst. Du hast dich fortgemacht in den Tod ohne Scham. Wenigstens habe ich dich ausgeräuchert. Ich werde noch nach dem Rauch schnappen, um dich einzufangen und anzubinden. Ich gebe nicht auf.</p>
<p>Das Licht kann ich wirklich nicht anschalten. Aber bei allem, was ich denke, spüre ich doch, daß diese Nacht nicht so ist wie die anderen, daß sich etwas verändert hat. Ich spitze die Ohren und lausche in die Nacht hinaus. Die Party ist ruhiger geworden. Sie singen nicht mehr. Bestimmt sind sie betrunken. Ich höre aber noch immer Musik. Sie kommt aus dem Nebenzimmer. Erst sind es nur vereinzelte Töne, dann langsame Läufe. Jemand spielt Klavier. Es ist ein sehr einfaches Stück und wiederholt sich ständig. Ich könnte es nachsingen, wenn das Klavier aufhört. Aber das brauche ich nicht. Die Musik bricht nicht ab, sie fließt wie ein Bach aus der Wand auf mich zu.</p>
<p>Es ist das Lied, das ich singe, der Tanz, den ich tanze, sagt eine Stimme. Die Wand ist ein Grab, sagt ein Mädchen im weiten Mantel, aber ich lebe noch. Ich tanze für dich. Sieh mir zu!</p>
<p>Sie ist wirklich schön. Ihr schwarzer Zopf verbirgt den Nacken. Da sind gewiß keine Löcher. Sie leckt sich die Lippen und schwingt die Hüften im Takt der Musik. Ich kann ihre Hand auf meiner Stirn fühlen, wenn ich die Augen schließe. Vielleicht will sie das. Vielleicht habe ich genug gesehen.</p>
<p>Ich lehne mich zurück und falle tief. Es ist kein Schlaf, nur ein Dämmern. Ich sehe einen Mann, der ein Gleis abgeht, stumpfsinnig, von Schwelle zu Schwelle. Er sieht kein einziges Mal auf, geht und geht und schlägt mit einem großen Hammer gegen die Schienen. Wenn er den Zug nicht hört, der hinter ihm immer näher kommt, ist es bald überstanden. Aber er hat noch Zeit, noch schlagen die Uhren im Takt. Ich will ihn dennoch warnen und greife nach seinem Arm. Da sieht er mich an.</p>
<p>Wir haben uns gleich erkannt. Er ist ich und hat den Schlaf in den Nächten aufgegeben. Das Mädchen lacht. Sie hat gut tanzen. Jede Nacht, sagt sie, hat ja ein gutes Ende. Wenn es hell wird, ist alles vorbei.</p>


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		<title>Manchmal bedauere ich…</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2007 04:04:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Daniel I</category><category>Ein anderes Blau</category>
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		<description><![CDATA[/Daniel/ Manchmal bedauere ich, nicht Physik, Chemie oder ein anderes Fach zu unterrichten, für das es einen Vorbereitungsraum gibt, einen separaten Raum, abschließbar, zu dem die Schüler keinen Zutritt haben. Wahrscheinlich würde ich mich in den Pausen dort einschließen, um ihnen allen, Schülern wie Kollegen, für die wenigen Minuten Pause zu entkommen. Der kleine Tisch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Daniel/ Manchmal bedauere ich, nicht Physik, Chemie oder ein anderes Fach zu unterrichten, für das es einen Vorbereitungsraum gibt, einen separaten Raum, abschließbar, zu dem die Schüler keinen Zutritt haben. Wahrscheinlich würde ich mich in den Pausen dort einschließen, um ihnen allen, Schülern wie Kollegen, für die wenigen Minuten Pause zu entkommen. Der kleine Tisch im Lehrerzimmer und die Zeitung, in die ich mich ohne eigentliches Interesse vertiefe, sind ein unvollkommener Ersatz für diese erträumte Möglichkeit, doch wenigstens etwas.</p>
<p>Auch heute war es nicht anders. Ich blätterte in der Zeitung und las hier und dort einen Artikel an, wechselte vom Feuilleton zur Innenpolitik, von den Börsennachrichten zu den Wohnungsanzeigen und zum Lokalteil. Ich betrachtete lange ein Foto, das den Bus zeigte, der vor einer Woche vornüber durch den Asphalt der Straße in einen neu gegrabenen U-Bahn-Tunnel eingebrochen war.</p>
<p>Die Baustelle liegt auf meinem Weg zur Schule. Vor zwei Tagen war rings um die Grube ein hoher Bauzaun aufgestellt worden. Aber ich wußte von den beiden, die noch immer hinter diesem Zaun aushielten: ein junger Mann und ein Mädchen. Ein großer Teil des Schachtes war zusammengesackt. Nur die Trümmer des verunglückten Busses verhinderten, daß er ganz einstürzte. In dem Artikel unter dem Foto hieß es, man müsse erst die Bereiche um die Fundamente der umliegenden Häuser absichern, bevor man die beiden Toten aus den Resten des Wracks herausschweißen könne.</p>
<p>Ich legte die Zeitung zusammen. Vergiß es, dachte ich, denk nicht daran. Doch in diesem Augenblick glaubte ich, sie zu hören. Sie froren. Sie warteten und riefen. Du solltest ihnen antworten, sagte ich zu mir. Du könntest sie einladen und ihnen ein Dach über dem Kopf und ein Bett anbieten, bis man sich wieder an sie erinnert. Manchmal glaube ich wirklich, daß ich spinne.</p>
<p>Ich warf die Zeitung in den Müll. Als ich zum Abwaschbecken ging, um meine Tasse auszuspülen, berührte mich jemand leicht am Arm. Es war Franziska.</p>
<p>Ich hätte nicht zusammenzucken dürfen, dachte ich, als ich bemerkte, wie es mich durchfahren hatte, ob nun vor Schreck oder einfach wegen der mehr als vertraulichen, fast schon zärtlichen Berührung.</p>
<p>Daniel? sagte sie, mehr fragend als alles andere und als fürchtete sie, ich würde überhaupt nicht reagieren. Es war genau jener Ton in ihrer Stimme, den ich absolut nicht mag, erst recht nicht hier, wo man uns hätte zuhören können – so bittend, ja fast flehend.</p>
<p>Was ist? fragte ich und erschrak, weil mir klar wurde, daß die Art, wie sie leise meinen Namen gesagt und die zwei Worte, die ich erwidert hatte, schon viel zu sehr an etwas Persönliches wie zwischen Freunden, Vertrauten, Geliebten erinnerten. Mehr, als mir hätte lieb sein können.</p>
<p>Was willst du? fragte ich, ohne sie anzusehen, noch einmal, als sie nicht antwortete.</p>
<p>Kann ich dich anrufen?</p>
<p>Sicher, antwortete ich und war nahe daran, sie einfach wegzustoßen. Schon wieder dieser bittende Ton in ihrer Stimme. Ich kann jetzt nicht, ich will jetzt nicht mit dir reden. Aber das sagte ich schon nicht mehr.</p>
<p>Heute abend, bist du zu Hause? Sie hörte nicht auf. Was würde sie noch fragen? Warum hörte sie nicht auf? Ich hatte doch ja gesagt.</p>
<p>Ja doch, ja, ruf an, wenn du willst, sagte ich, recht unwirsch. Ich stellte meine Tasse weg, nahm meine Tasche und ging. Viel zu schnell, viel zu fluchtartig, dachte ich. Als ich in die Klasse kam und es klingelte, war es wie eine Erlösung. Fünfundvierzig Minuten, dachte ich erleichtert, in denen sie ganz bestimmt nicht kommen, mich nicht ansprechen könnte.</p>
<p>Ich verstehe sie nicht. Warum läßt sie sich das alles gefallen von mir, die verletzende Art? Warum kommt sie dennoch immer wieder, verflucht mich nicht, beschimpft mich nicht endlich einmal, um dann für immer von mir genug zu haben und nicht mehr mit mir zu sprechen? Ich war nie zu einer Frau wie zu ihr, schon gar nicht, wenn ich liebte. Aber ich liebe sie nicht. Und ich habe es ihr gesagt. Wie oft schon habe ich es ihr gesagt! Aber glaubt sie es? Hört sie mir überhaupt zu? Es kann doch unterdessen sogar von ihrem Gefühl kaum noch etwas übrig sein. Welche Liebe verträgt denn solche fortwährende Demütigung?</p>
<p>Dabei bin ich soweit, mich nicht einmal mehr für die Art, wie ich mit ihr umgehe, zu schämen. Sie müßte nichts ertragen, sage ich mir, wenn sie nur ein wenig stolzer wäre und mich nicht mehr anspräche. Ihr stummes Dulden macht mich nur wütend, wie alles, wogegen ich machtlos bin.</p>
<p>Ich glaube, ich war nie ein Mann, bei dem es eine Frau lange aushalten könnte, schon gar nicht für ein Leben. Vielleicht langweile ich sie nach einer gewissen Zeit, die einmal länger, ein anderes Mal kürzer ist. Vielleicht ist es auch meine Art, allem einen dauernden Wert abzusprechen, auch und gerade der Liebe und jedem anderen Gefühl. Ich weiß es nicht.</p>
<p>Vorigen Monat schlug Franziska am Telefon vor, gemeinsam nach Italien zu fahren, ein oder zwei Wochen oder zumindest für ein verlängertes Wochenende. Sie sprach von unserer Beziehung wie von altbackenem Brot, das man mit Wasser bestreicht und in die Backröhre legt, bis sich die Poren öffnen und das Brot wieder atmet. Sie glaubt, mich erkannt zu haben, glaubt zu wissen, daß ich sie brauche und es nur nicht zugeben kann.</p>
<p>Nachdem wir in der Frühstückspause miteinander gesprochen hatten, hoffte ich nur noch, ihr den Tag über aus dem Weg gehen zu können. Ich hatte gleich beschlossen, am Abend auszugehen, irgendwohin, doch keinesfalls zu Hause zu bleiben. Da sie nun wußte, daß ich nichts vorhatte, konnte es sein, daß sie nicht anrief, sondern vorbeikam. Also ging ich spazieren, setzte mich in ein Café, las und ging erst spät abends nach Hause. Als ich schon im Bett lag, klingelte das Telefon. Sicher war es Franziska.</p>
<p>Wer weiß, wie oft sie es schon versucht hat, dachte ich. Doch ich nahm nicht ab.</p>


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		<title>Vor dem Nachbareingang parkt ein Möbelwagen</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Mar 2007 19:18:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Daniel I</category><category>Ein anderes Blau</category>
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		<description><![CDATA[/Daniel/ Vor dem Nachbareingang parkt ein Möbelwagen. Dahinter steht ein LKW mit roter Aufschrift auf einer grauen Plane: Pianotransporte.
Es ist noch nicht einmal zwei Wochen her, seit meine Nachbarin ins Altenheim gezogen ist. Sie hatte eine Annonce in die Zeitung gesetzt. Es war ein Kommen und Gehen. Fast alles hat sie verschenkt: Schränke, Wäsche, Geschirr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Daniel/ Vor dem Nachbareingang parkt ein Möbelwagen. Dahinter steht ein LKW mit roter Aufschrift auf einer grauen Plane: Pianotransporte.</p>
<p>Es ist noch nicht einmal zwei Wochen her, seit meine Nachbarin ins Altenheim gezogen ist. Sie hatte eine Annonce in die Zeitung gesetzt. Es war ein Kommen und Gehen. Fast alles hat sie verschenkt: Schränke, Wäsche, Geschirr und Bücher. Was sie behielt, paßte auf einen kleinen Pritschenwagen. Es ist mein letzter Umzug, sagte sie. Was brauche ich noch?</p>
<p>Sie zog um mit einem Dutzend Bücher, einem Tisch, ihrem Bett, einem Schrank, drei Koffern und fünfzehn Uhren. Sie hatte die ganze Zeit in zwei Kisten gesperrt. Nur die Standuhr, deren Pendel seit Jahren stillstand, hatte sie verschenkt.</p>
<p>Sie wirkte heiter. Der Fahrer half ihr auf den Beifahrersitz des kleinen Lasters. Ich war erstaunt, daß es ihr gelang, dort hinaufzuklettern. Sie winkte mir zu. Das ist wie ein Thron, sagte sie.</p>
<p>Es ist ein Kommen und Gehen. Mir machen diese Dinge Angst. Noch nicht einmal zwei Wochen sind vergangen, seit meine Nachbarin auf dem Thron davonfuhr mit dem wenigen, das ihr geblieben war, und zwei Kisten voll Zeit.</p>
<p>Jetzt bringen die Möbelträger andere Uhren ins Haus. Und in ihrem Rücken lauert ein LKW mit roter Aufschrift auf einer grauen Plane: Pianotransporte.</p>


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		<title>Als ich vor der Klasse stand</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2007 04:54:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Daniel I</category><category>Ein anderes Blau</category>
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		<description><![CDATA[/Daniel/ Als ich vor der Klasse stand, war es nicht mehr ganz so schlimm. Ich sagte mir: Unterrichte und denke nicht an den Herbstwind, der draußen geht. Fast glückte es mir. Ein paarmal nur sah ich aus dem Fenster, während die Klasse schrieb, beobachtete die Leute, die den Gehweg entlang hasteten, und sah den Autos [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Daniel/ Als ich vor der Klasse stand, war es nicht mehr ganz so schlimm. Ich sagte mir: Unterrichte und denke nicht an den Herbstwind, der draußen geht. Fast glückte es mir. Ein paarmal nur sah ich aus dem Fenster, während die Klasse schrieb, beobachtete die Leute, die den Gehweg entlang hasteten, und sah den Autos hinterher, die durch die Allee fuhren und die leeren Stachelgehäuse der Kastanien zerdrückt zurückließen.</p>
<p>Nach dem Unterricht kochte ich mir im Lehrerzimmer einen Kaffee und korrigierte eine Vokabelarbeit, die ich am Vormittag hatte schreiben lassen. Ich hatte nicht viel Arbeit damit. Gegen halb drei war ich fertig, sammelte meine Sachen zusammen und nahm den Mantel.</p>
<p>Auf dem Flur sah ich Franziska mit einer Schülerin sprechen. Ich nickte ihr zu und ging schnell an ihnen vorüber in Richtung Treppe. Ich hoffte, sie würde das Gespräch nicht gleich beenden können. Sicher würde sie vorschlagen, in der Stadt essen zu gehen. Doch ich wollte nicht mit ihr reden.</p>
<p>Wir nennen uns Freunde, aber das verschleiert nur die eigentliche Art unserer Beziehung, in der nichts weiter vorgeht, als daß wir ab und an miteinander schlafen. Und mehr ist es wirklich nicht. Nie gehen wir gemeinsam aus, schon um nicht zufällig von unseren Schülern oder Kollegen zusammen gesehen zu werden. In der Schule grüßen wir einander wie andere Kollegen auch. Ich sage ihr immer, es wäre besser, wenn niemand von unserer Beziehung weiß. Das würde Gerede vorbeugen. Doch es ist nur ein Vorwand, um ihr nicht sagen zu müssen, was ich wirklich denke. Ich mag sie nicht. Ihre Zärtlichkeiten sind wie eine Zigarette, die man raucht, und dann ist es gut. Mehr ist nie gewesen, zumindest nicht von meiner Seite.</p>
<p>Bei ihr ist es etwas anderes. Jeder Besuch bei mir nährt ihre Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft, was aber bloße Illusion ist. Ich habe ihr das auch gesagt, doch sie will nichts davon hören. Es nutzt nicht einmal, wenn ich zu ihr sage: Geh, du bist mir zuwider, komm nicht mehr. Sie weint dann, zieht sich an und geht. Nach ein, zwei Wochen aber ist ihr Blick wieder derselbe, und sie kommt zu mir und umarmt mich, als hätte es meine Demütigungen nie gegeben.</p>
<p>Ich weiß nicht, wozu es gut ist. Statt sie fortzuschicken, lasse ich zu, daß alles von vorn beginnt, obwohl ich weiß, wo es nach kurzer Zeit wieder enden wird. Keine Schlußpunkte, nur Gedankenstriche, Pausen und nichts Endgültiges.</p>


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		<title>Ich merkte es sofort</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2007 22:07:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
<category>Daniel I</category><category>Ein anderes Blau</category>
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		<description><![CDATA[/Daniel/ Ich merkte es sofort, als ich aus dem Haus trat. Etwas hatte sich verändert. Ohne das geringste Zeichen einer Vorankündigung war eine Grenze gezogen und das unmerkliche Ende von etwas dem schroffen Beginn von etwas anderem gewichen. Und dieses andere bestimmte nun den Gang der Dinge.
Es war der Schneegeruch, ein unbestechlicher Bote. Er hob [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>/Daniel/ Ich merkte es sofort, als ich aus dem Haus trat. Etwas hatte sich verändert. Ohne das geringste Zeichen einer Vorankündigung war eine Grenze gezogen und das unmerkliche Ende von etwas dem schroffen Beginn von etwas anderem gewichen. Und dieses andere bestimmte nun den Gang der Dinge.</p>
<p>Es war der Schneegeruch, ein unbestechlicher Bote. Er hob sich heraus aus der Vielzahl der Gerüche dieses Morgens, hob sich heraus durch sein bloßes Dasein und ließ keinen Zweifel mehr zu. Es war Ende September. Der Sommer hatte endgültig ausgespielt, der Herbst unbarmherzig sein Regiment angetreten.</p>
<p>Gestern noch deutete nichts darauf hin. Es hatte keine Detonation gegeben. Still war sie vor sich gegangen, schleichend und so kaum wahrnehmbar, diese Veränderung der Natur. Doch nun war er da, der Schneegeruch. Schon sah ich Astskelette vor mir, zusammengefegte Berge faulenden Laubs, kümmerliche Seiten eines Buches, das die Natur im letzten Vierteljahr mit den grellen Farben einer absurden Geschichte beschrieben hatte und unter die sich die Igel flüchten würden, um den Winter schlafend zu überleben.</p>
<p>Ich mußte wach bleiben, konnte mich nicht zurückziehen in einen solchen Schlaf, lang, lang, ohne denken zu müssen, ohne etwas zu spüren und mich erst von den unverkennbaren Schwingungen des herankommenden Frühjahrs wieder wecken zu lassen.</p>
<p>Eines Tages, wußte ich, würde dieser Morgen kommen, mit der gleichen Unfehlbarkeit, mit der er jedes Jahr um diese Zeit gekommen war, vielleicht ein paar Tage früher oder später. Heute aber war es wie ein Überfall, traf mich so unerwartet, zu früh, zu unwiderruflich, mit solcher Strenge. Ich knöpfte den Mantel zu, zog den Hut tiefer und zündete eine Zigarette an, um den Schneegeruch nicht wahrnehmen zu müssen, ihn noch einmal loszuwerden, und sei es auch nur für den Augenblick. Das Unbeschwerte des Sommers hatte sich schon aus den Minuten verflüchtigt. Kälte würde einziehen in die Straßen, meine Kleider durchdringen, meine Haut, bis ins Innerste vordringen und es lähmen.</p>
<p>Aufkreischend quält sich die Straßenbahn um die Ecke. Ich werfe meine Zigarette fort. Sie verglimmt auf dem Straßenpflaster. Ich möchte mein Gesicht verstecken, den Mantelkragen hochschlagen, damit niemand mein Gesicht sehen kann. Ich wünschte, es wäre aus Stein, verschlossen und reglos, damit keiner daraus erfährt, daß ein Ereignis wie der Beginn einer neuen Jahreszeit mich verwirren kann.</p>
<p>Ich steige ein, finde noch einen freien Platz und sehe sofort angestrengt aus dem Fenster. Laß dich nicht ansehen, gib dich nicht preis, denke ich. Die Bahn füllt sich, an jeder Station steigen Leute ein, kaum einer aus. Ich wage ein erstes Mal, mich umzusehen.</p>
<p>Hatte ich erwartet, alle Augenpaare auf mich gerichtet zu finden? Niemand sieht mich an, keiner interessiert sich. Warum wundert es mich? Es ist doch nur wie jeden Morgen: Zeitungen, Bücher, hier und dort ein paar halblaute Gespräche. Wie mühelos sie fertigbringen, worum ich mich an diesem ersten Herbstmorgen verzweifelt bemühe: mir nicht in die Seele blicken zu lassen, unerkannt zu bleiben, von Fragen und Antworten verschont.</p>
<p>Mir gegenüber sitzt eine junge Frau, ein Kind auf dem Schoß. Ich sehe sie an, daß ich fürchte, sie müßte es sofort bemerken, und es müßte ihr unangenehm sein, so daß sie sich abwendet. Aber sie wendet sich nicht ab. In ihren Zügen sind nicht die untrüglichen Zeichen der Unruhe, die mich überfallen hat, heute morgen, als ich aus dem Haus trat, und die in meinen Augen glühen muß, ein Brennen. Da war nichts.</p>
<p>Immer mehr Menschen steigen zu, deren Gesichter ich genau betrachte. Ich suche nach einer Unruhe wie der, die sich in meinem Innern eingenistet hat. Doch ich finde nichts als die Angst einiger vielleicht, zu spät zu kommen, weil sie die vorige Bahn verpaßt hatten. Der Herbst scheint sie nicht zu rühren. Sie nehmen ihn unbekümmert hin wie einen leichten Windstoß, wie alles, das, seit sie denken können, war, wie es ist: kein Grund zur Aufregung.</p>
<p>Die Straßenbahn hält, und ich steige aus. Von der Haltestelle bis zur Schule ist es nicht mehr weit, zweihundert Meter durch eine von Kastanien gesäumte Allee. Ich gehe langsam, den Kopf gesenkt. Es ist kalt.</p>
<p>Jemand ruft meinen Namen. Ich zucke zusammen. Ein Pflasterstein fliegt in die Krone einer Kastanie und prallt dumpf gegen einen Ast. Ich ziehe den Kopf ein, und der Stein landet knapp vor meinen Füßen auf dem Pflaster. Es ist Kastanienzeit, und vor und nach der Schule treffen sich ein paar Jungen aus den mittleren Klassen in der Allee, um mit Stöcken und Steinen in die weit ausladenden Kronen nach Kastanien zu werfen. Meist brechen die stacheligen Gehäuse beim Herunterfallen auf, und man kann, ohne sich zu stechen, die Kastanien herausnehmen. Sie werden dann ausgiebig poliert und verschwinden in den Hosen- und Jackentaschen der Jungen.</p>
<p>Manche Freundschaft hatte so begonnen. Besonders die Mädchen freuen sich, wenn ihnen in der Pause einer der Jungen heimlich eine solche warmbraune Frucht zusteckt. Sie betrachten die vielfach verschlungenen Linien auf der glänzenden Haut der Kastanie, sind glücklich und wissen zu danken, mit Blicken oder einer flüchtigen Berührung, die das Herz rasen macht und die Gesichter rot. Sie können verführerisch sein. Und die Jungen gehen immer wieder unter die Bäume, für einen Blick, für den kurzen Moment, den sie die Mädchenhaut spüren würden. Sie kennen keine Gefahr, und es nützt nichts, ihnen Strafe anzudrohen, ihnen zu versichern, daß die Kastanien in ein paar Wochen von selbst herunterfallen werden. Ein paar Wochen später wäre es nichts Besonderes mehr, eine Kastanie zu besitzen, und das Geschenk würde nicht mit der gleichen Dankbarkeit angenommen werden wie heute.</p>
<p>Ich habe den kleinen Wächter nicht erkannt, und es ist mir recht so. Durchgefroren trete ich ins Schulhaus, laufe, um schnell warm zu werden, die Treppe hinauf, mehrere Stufen auf einmal nehmend. Im Lehrerzimmer treffe ich Franziska. Sie lächelt mir zu.</p>
<p>Wie gehts? fragt sie.</p>
<p>Danke gut, sage ich. Und beginne den Tag mit einer Lüge.</p>


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		<itunes:explicit>no</itunes:explicit><itunes:subtitle>/Daniel/ Ich merkte es sofort, als ich aus dem Haus trat. Etwas hatte sich verändert. Ohne das geringste Zeichen einer Vorankündigung war eine Grenze gezogen und das unmerkliche Ende von etwas dem schroffen Beginn von etwas anderem gewichen. Und dieses an</itunes:subtitle><itunes:author>Benjamin Stein</itunes:author><itunes:summary>/Daniel/ Ich merkte es sofort, als ich aus dem Haus trat. Etwas hatte sich verändert. Ohne das geringste Zeichen einer Vorankündigung war eine Grenze gezogen und das unmerkliche Ende von etwas dem schroffen Beginn von etwas anderem gewichen. Und dieses andere bestimmte nun den Gang der Dinge. Es war der Schneegeruch, ein unbestechlicher Bote. Er hob [...]</itunes:summary><itunes:keywords>Prosa, Daniel I, Ein anderes Blau</itunes:keywords><feedburner:origLink>http://turmsegler.net/feeder/?FeederAction=clicked&amp;feed=Articles+%28RSS2%29&amp;seed=http%3A%2F%2Fturmsegler.net%2Fblau%2Fich-merkte-es-sofort%2F&amp;seed_title=Ich+merkte+es+sofort</feedburner:origLink><enclosure url="http://feeds.feedburner.com/~r/turmsegler/blau/daniel-1/~5/104351660/1-05%20Daniel%20-%20Ich%20merkte%20es%20sofort.mp3" length="0" type="" /><feedburner:origEnclosureLink>http://turmsegler.podspot.de/files/1-05%20Daniel%20-%20Ich%20merkte%20es%20sofort.mp3</feedburner:origEnclosureLink></item>
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		<title>Ein anderes Blau</title>
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		<comments>http://turmsegler.net/blau/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2007 21:28:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
<category>Daniel I</category><category>Daniel II</category><category>Ein anderes Blau</category><category>Eva</category><category>Nadia</category><category>Nina</category><category>Off</category><category>Richard</category>
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		<description><![CDATA[
Yves Klein: Obsession de la lévitation (Foto: Harry Shunk)
Prosa für sieben Stimmen
von
Benjamin Stein
 In einer Großstadt bricht ein Bus durch die Straßendecke hindurch in einen U-Bahn-Tunnel. Mehrere Menschen sterben. Zwei von ihnen – ein Mann Mitte Dreißig und eine junge Frau – können erst nach Wochen geborgen werden. Unterdessen fristen die beiden eine Existenz in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center"><img src="http://i161.photobucket.com/albums/t219/turmsegler/levitation_klein_460.jpg" alt="Yves Klein: Obsession de la lévitation (Foto: Harry Shunk)" border="0" /><br />
<small>Yves Klein: Obsession de la lévitation (Foto: Harry Shunk)</small></p>
<p align="center">Prosa für sieben Stimmen<br />
von<br />
<a href="http://turmsegler.net/autoren/" title="Benjamin Stein - Biographisches">Benjamin Stein</a></p>
<blockquote><p> In einer Großstadt bricht ein Bus durch die Straßendecke hindurch in einen U-Bahn-Tunnel. Mehrere Menschen sterben. Zwei von ihnen – ein Mann Mitte Dreißig und eine junge Frau – können erst nach Wochen geborgen werden. Unterdessen fristen die beiden eine Existenz in einem scheinbar zeitlosen Reich zwischen Leben und Tod, Träumen und Ahnungen, Tanz und Taumel. Sie finden sich wieder in der dünnen Wand zwischen zwei Wohnungen, einem leeren Raum zwischen zwei fremden Leben, in dem nur sie sich bewegen können. In Enge und mitunter in Furcht versuchen sie, sich noch einmal selbst in die Seele zu gehen und den Abschied hinauszuzögern, den Abschied von ihren Irrtümern und sorgsam verborgenen Gefühlen, liebevollen und erschreckenden Erinnerungen. Und wenn sie auch nicht umkehren können, verändert sich auf dem letzten Stück Wegs doch noch einmal ihr Leben und das der Menschen zu beiden Seiten der Wand – auf magische Weise und unbemerkt vom lebendigen Rest der sie umgebenden Welt.</p></blockquote>
<p>••• Was, bitte, ist ein Roman? Manche sagen, es handle sich dabei schlicht um eine längere Prosaform, die nicht einer der strikter definierten Formen wie etwa der Novelle angehört. Wir könnten es hier mit einem Roman zu tun haben. Und tatsächlich steht genau dies auf dem Cover des Manuskripts. Ich wollte keine Verwirrungen. Was immer mir vorschwebte beim Schreiben, sollte keine Rolle spielen müssen für den Leser. Warum dann hier doch diese Angabe?</p>
<p>Der Text, um den es hier geht, ist ein Mosaik aus Monologen. Die beteiligten Personen sprechen selbst. Chronologie spielt nicht wirklich eine Rolle. Das Erleben der Personen ist nicht gleichzeitig; wenn es sich überschneidet, sind es nur Momente der Berührung. Wie wir sehen werden, leben sie möglicherweise nicht einmal in der selben Zeit, der selben Welt. Eine kleine Irritation verursacht zudem die Stimme des Daniel, die zweifach auftaucht. Es handelt sich um den gleichen Körper, wahrscheinlich nicht den gleichen Menschen, zu verschiedenen Zeiten. Daniel (2) spricht einige Monate nach Daniel (1).</p>
<p>Die Komposition der Stücke ist musikalisch motiviert. Die Motive, die von den einzelnen Monologen vorgegeben werden, fügen sich zu einer grösseren Form, sollten aber auch als Einzelmotive bestehen können. Zusammengefasst sind sie zu drei Kapiteln, analog den Sätzen etwa einer Sonate. Auch diese Sätze sollten für sich selbst stehen können und sich mit den anderen zu einem Ganzen zusammenzufügen.</p>
<p>Ich glaube nicht, dass es für den Leser eine Rolle spielt, was da geplant war. Entsprechend wollte ich für die Form zwischen Buchdeckeln (die noch nicht zu haben ist), keine Hinweise auf die Musik. Auf dem Cover steht &#8220;Roman&#8221;, die Kapitel sind lediglich mit Nummern überschrieben; und lange Zeit waren die einzelnen Stimmen, die Motivgeber, nicht mit Namen versehen. Der Wechsel zwischen den Personen war nur durch zwei Punkte .. und einen Absatz angedeutet.</p>
<p>Für die Online-Darstellung möchte ich aber doch die musikalischen Intentionen zeigen. Denn hier kann der Text nach den verschiedenen Lesarten zerlegt und dargestellt werden. So bekommt jede Stimme ihre eigene Tag-Seite und ihren eigenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/RSS" title="Was ist ein RSS-Feed?" target="_blank">RSS-Feed</a>. Wer möchte, kann sie jeweils für sich lesen, in der Reihenfolge des Erscheinens. Der <a href="http://turmsegler.net/tag/Ein-anderes-Blau/" title="Benjamin Stein: Ein anderes Blau (Tag)">Haupt-Zweig</a> und <a href="http://feeds.turmsegler.net/turmsegler/blau" title="Benjamin Stein: Ein anderes Blau (Feed)" target="_blank">Haupt-RSS-Feed</a> bringen die einzelnen Stücke in der Reihenfolge des Manuskripts.</p>
<p>Gesprochen werden alle Stimmen von mir selbst. Folgerichtig sind alle RSS-Feeds <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Podcast" title="Was ist ein Podcast?" target="_blank">Podcasts</a>.</p>
<h3>Der Ablauf gemäss Manuskript</h3>
<table style="margin-top: 20px" border="0">
<tr>
<th width="200"></th>
<th align="center" width="50">Feed</th>
<th align="center" width="50">Tag</th>
</tr>
<tr>
<td>Ein anderes Blau</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau" target="_blank" title="Feed: Ein anderes Blau"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Ein anderes Blau" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Ein-anderes-Blau" target="_blank" title="Tag: Ein anderes Blau"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Ein anderes Blau" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://turmsegler.net/blau/inhalt/" title="Ein anderes Blau: Inhaltsverzeichnis">Inhaltsverzeichnis</a></td>
<td align="center"><strong>x</strong></td>
<td align="center"><strong>x</strong></td>
</tr>
</table>
<h3>Die Stimmen</h3>
<table style="margin-top: 20px" border="0">
<tr>
<th width="200"></th>
<th align="center" width="50">Feed</th>
<th align="center" width="50">Tag</th>
</tr>
<tr>
<td>Off</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/off" target="_blank" title="Feed: Off"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Off" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Off" target="_blank" title="Tag: Off"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Off" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>Eva</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/eva" target="_blank" title="Feed: Eva"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Eva" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Eva" target="_blank" title="Tag: Eva"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Eva" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>Richard</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/richard" target="_blank" title="Feed: Richard"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Richard" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Richard" target="_blank" title="Tag: Richard"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Richard" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>Nina</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/nina" target="_blank" title="Feed: Nina"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Nina" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Nina" target="_blank" title="Tag: Nina"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Nina" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>Daniel (1)</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/daniel-1" target="_blank" title="Feed: Daniel (1)"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Daniel (1)" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Daniel-I" target="_blank" title="Tag: Daniel (1)"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Daniel (1)" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>Daniel (2)</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/daniel-2" target="_blank" title="Feed: Daniel (2)"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Daniel (2)" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Daniel-II" target="_blank" title="Tag: Daniel (2)"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Daniel (2)" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td>Nadia</td>
<td align="center"><a href="http://feeds.feedburner.com/turmsegler/blau/nadia" target="_blank" title="Feed: Nadia"><img src="http://turmsegler.net/img/feed-icon-16x16.png" title="Feed: Nadia" /></a></td>
<td align="center"><a href="http://turmsegler.net/tag/Nadia" target="_blank" title="Tag: Nadia"><img src="http://turmsegler.net/img/tag.gif" title="Tag: Nadia" /></a></td>
</tr>
</table>
<p><small><strong>Alle Feeds für Feed-Reader:</strong> Um das Abonnieren einfacher zu machen, steht eine <a href="http://turmsegler.net/downloads/Ein-anderes-Blau.opml" title="OPML für alle Blau-Feeds" target="_blank">OPML-Datei</a> für den Import aller o. g. Feeds in einen standardkonformen Feed-Reader zur Verfügung.</small></p>
<p>Ich danke nochmals herzlich allen <a href="http://turmsegler.net/20070315/schlussel/" title="Schlüssel">Schlüsselversteckern</a>:<br />
• <a href="http://sturznest.twoday.net/">1. Schlüssel</a> - Hans J. Hilbig aka <a href="http://sturznest.twoday.net/stories/3442321/" title="ein Gedicht für Walter Benjamin">sturznest</a><br />
• <a href="http://sumuze.blogspot.com/2007/01/working-girl-singing.html">2. Schlüssel</a> - Susanne Sarfatti aka <a href="http://sumuze.blogspot.com/2007/03/key-singing.html" title="The Key/singing">SuMuze</a><br />
• <a href="http://perkampus.twoday.net/stories/3188918/">3. Schlüssel</a> - Michael Perkampus aka <a href="http://perkampus.twoday.net/stories/3448415/" title="Das Zimmer">Himself</a><br />
• <a href="http://kerstinsklein.blogspot.com/2007/02/concert-without-saxophone-atc.html" title="concert without saxophone">4. Schlüssel</a> - Kerstin S. Klein aka <a href="http://kerstinsklein.blogspot.com/2007/03/my-daughters-words-2.html" title="My daughter´s words 2">snowflakes &amp; blackvampires</a><br />
• <a href="http://eukapi.twoday.net/stories/3213128/" title="kanon">5. Schlüssel</a> - Sudabeh Mohafez aka <a href="http://eukapi.twoday.net/stories/3471165/" title="rätselblumen">euka-pirates</a><br />
• <a href="http://winnieshuegel.myblog.de/winnieshuegel/art/2120214/Das_Schloss_hinter_den_Gewurzschranken">6. Schlüssel</a> - <a href="http://winnieshuegel.myblog.de/winnieshuegel/art/124911932" title="hochh(in)aus">Winnies Hügel</a><br />
• <a href="http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/comments/die_wolke/">7. Schlüssel</a> - Markus A. Hediger aka <a href="http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/blutlinie/" title="Blutlinie">hanging lydia</a><br />
• <a href="http://margimare.blogspot.com/2006_12_01_archive.html">Torschlüssel</a> - Christine Marendon aka <a href="http://margimare.blogspot.com/2007/03/roter-schlaf-im-gestruepp-hat-sich-ein.html" title="roter schlaf">Tsade</a></p>


<a href="http://turmsegler.podspot.de/files/schubert_death_and_maiden.mp3">Download audio file (schubert_death_and_maiden.mp3)</a><br />
<div class="feedflare"><a href="http://feeds.feedburner.com/~f/turmsegler/blau/daniel-1?a=fQNur2S1"><img src="http://feeds.feedburner.com/~f/turmsegler/blau/daniel-1?i=fQNur2S1" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~f/turmsegler/blau/daniel-1?a=juwzWiZR"><img src="http://feeds.feedburner.com/~f/turmsegler/blau/daniel-1?i=juwzWiZR" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~f/turmsegler/blau/daniel-1?a=XshiSF6b"><img src="http://feeds.feedburner.com/~f/turmsegler/blau/daniel-1?i=XshiSF6b" border="0"></img></a></div>]]></content:encoded>
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		<itunes:explicit>no</itunes:explicit><itunes:subtitle> Yves Klein: Obsession de la lévitation (Foto: Harry Shunk) Prosa für sieben Stimmen von Benjamin Stein In einer Großstadt bricht ein Bus durch die Straßendecke hindurch in einen U-Bahn-Tunnel. Mehrere Menschen sterben. Zwei von ihnen – ein Mann Mitte Dre</itunes:subtitle><itunes:author>Benjamin Stein</itunes:author><itunes:summary> Yves Klein: Obsession de la lévitation (Foto: Harry Shunk) Prosa für sieben Stimmen von Benjamin Stein In einer Großstadt bricht ein Bus durch die Straßendecke hindurch in einen U-Bahn-Tunnel. Mehrere Menschen sterben. Zwei von ihnen – ein Mann Mitte Dreißig und eine junge Frau – können erst nach Wochen geborgen werden. Unterdessen fristen die beiden eine Existenz in [...]</itunes:summary><itunes:keywords>Lyrik, Daniel I, Daniel II, Ein anderes Blau, Eva, Nadia, Nina, Off, Richard</itunes:keywords><feedburner:origLink>http://turmsegler.net/feeder/?FeederAction=clicked&amp;feed=Articles+%28RSS2%29&amp;seed=http%3A%2F%2Fturmsegler.net%2Fblau%2F&amp;seed_title=Ein+anderes+Blau</feedburner:origLink><enclosure url="http://feeds.feedburner.com/~r/turmsegler/blau/daniel-1/~5/103900018/schubert_death_and_maiden.mp3" length="0" type="" /><feedburner:origEnclosureLink>http://turmsegler.podspot.de/files/schubert_death_and_maiden.mp3</feedburner:origEnclosureLink></item>
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