Üben, üben, üben?

26. Mai 2010

Anton Tschechow: Die schönsten Liebesgeschichten (insel taschenbuch)••• Ich überlege, ob ich nicht ein paar Etüden schreiben sollte, Übungstexte, um ganz bestimmte handwerkliche Problemstellungen durchzuexerzieren. Wie man mit wenigen Worten erzählend einen Konflikt umreißt etwa. Oder wie man mit wenigen »Pinselstrichen« eine Figur beschreibt – äußerlich wie innerlich.

Als Maria Schrader letztens in den »Vorlesern« von den Erzählungen Tschechows schwärmte, nahm ich sie mir mal wieder vor, und diese Lektüre hat mir einige einprägsame Momente Demutserfahrung beschert.

Zwei enorm »ökonomische« Auftakte seiner Erzählungen will ich zitieren.


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Meine »Nützlichkeit«

25. Mai 2010

••• Meine »Nützlichkeit« beschränkt sich heute auf die Leistung einer Unterschrift – und zwar unter den Vertrag mit C.H.Beck über »Diamond District«. Bis 30. Oktober 2011 habe ich Zeit. Pah, da kann ich ja sorglos noch ein paar Monate nutzlos sein…

Briketts, Ritalin und eine bestimmte Art von Glück

24. Mai 2010

Briketts••• Im Winter 2006 hielt Wilhelm Genazino in Frankfurt fünf Poetikvorlesungen, die unter dem Titel »Die Belebung der toten Winkel« im Hanser Verlag erschienen sind.

In seiner dritten Vorlesung »Die Zeit und die Krümel« berichtet Genazino von einem unvergesslichen Augenblick des Kunstgenusses. Gemeinsam mit einer Freundin war eine von Genazinos Figuren beim nächtlichen Spazieren an einer Kohlenhandlung vorübergekommen. Das Geschäft hatte ein kleines Schaufenster, das spärlich beleuchtet war, so dass jedermann, der nachts an dem Laden vorüberging, sehen konnte, was hier angeboten wurde: Kohlen. In dem Schaufenster lagen lediglich einige Briketts, und der Anblick dieses Arrangements veranlasst die beiden Spaziergänger, eine Flasche Wein zu besorgen, zu dem Schaufenster zurückzukehren, die Briketts zu bestaunen und ausgiebig über die Frage zu diskutieren, ob es sich hierbei um ein Kunstwerk handele, ein beabsichtigtes oder unbeabsichtigtes, und wenn ja für wen dieses Kunstwerk wohl da sei.

»Für niemand«, sagt die Frau, »für dich und mich …« Und der Erzähler gesteht: »Jetzt hab‘ ich heute nacht doch noch etwas gesehen, womit ich nicht gerechnet hatte …«

Gestern las ich von einem Selbstexperiment eines Freundes. Er hatte eine von seinem Sohn glücklicherweise nicht mehr benötigte Restdosis »Ritalin« an sich erprobt und stellte am Abend fest, er sei über den ganzen Tag in der Lage gewesen, »mit voller Konzentration zu prokrastinieren«.


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Sigrid Löffler über »Die Leinwand«

22. Mai 2010

Sigrid Löffler
Sigrid Löffler

••• Am letzten Wochenende äußerte sich Sigrid Löffler auf Nordwestradio in der Sendung »Literaturzeit« ausführlich über »Die Leinwand«. Für den Turmsegler-Podcast hat mir der Sender freundlicherweise einen Mitschnitt des Gesprächs zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Sigrid Löffler in Nordwestradio »Literaturzeit« v. 17. 05. 2010
über Benjamin Steins Buch “Die Leinwand” [7:13 min]

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Im Nebel

21. Mai 2010

The Mist
The Mist • ©2008-2010 SerdarAKIN@deviantart.com

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
kein Baum sieht den andern,
jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
als noch mein Leben licht war;
nun, da der Nebel fällt,
ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
der nicht das Dunkel kennt,
das unentrinnbar und leise
von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
jeder ist allein!

Hermann Hesse (1877-1962)

••• Es wird einfach nicht Sommer. Heute sitze ich hier im 35. Stock des o2-Hochhauses wie in einer Wolke. Draußen dichter Nebel. Und da kommt mir dieses Gedicht von Hesse in den Sinn, unvermeidbarer Begleiter durch Spätpubertätsdepressionen.


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