Herr Grau übersetzt

10. Februar 2010

»Graupausen« • Eine Gastkolumne von Markus A. Hediger

… the very act of translation always involves change and domestication.
Riitta Oittinen
in: »Translating for Children«

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Herr Grau ist ein unscheinbares Männlein. Das war nicht immer so. Früher, da war er anders gewesen. Ein Mann. Zwar nicht gerade eine imposante Erscheinung, das nun auch wieder nicht. Keiner, der, betrat er einen Raum, alle Blicke auf sich zog. Aber einer, der seine Meinung kundzutun und sich Gehör zu verschaffen verstand. Einer, der nicht nur in Schwarz und Weiß zu denken vermochte, sondern auch den Zwischentönen zu ihrem Recht verhalf. Heute ist er zu einem Männlein verkommen. Grau geworden, im – nicht auf dem – Kopf, ein Zwischenton.
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Inmitten der Wälder

10. Februar 2010

Snow • © by Jodmiester@deviantart.com
Snow • © by Jodmiester@deviantart.com

••• Räuspern. Wir waren bei Robert Frost. Und ich habe da noch etwas nachzutragen. Bei meiner Suche nach Frost-Übertragungen bin ich auf einige interessante Beiträge gestoßen, die ich mit den Turmseglern teilen möchte.

Auf AdamSmithAcademy.org - einem Education Channel als Podcast – gibt es allerhand zu entdecken und zu lernen. Aufmerksam geworden bin ich auf diesen Podcast – eben über Robert Frost, dessen berühmtes Gedicht »Stopping by Woods on a Snowy Evening« dort würdigend vorgestellt wird.

Hier ist es.


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Präzedenzfall

9. Februar 2010

Kaavya Viswanathan: »How Opal Mehta Got Kissed, Got Wild, and Got a Life«

••• Das Feuilleton zu lesen, ist dieser Tage alles andere als ein Vergnügen. Man sehe mir nach, dass ich mich als derzeit definitiv Befangener eines ausführlichen Kommentars enthalte. Eines möchte ich aber doch nicht versäumen zu empfehlen: Wenn die verunsicherte Kritik sich nun windet, möge sie doch einen Blick über den großen Teich werfen. Dort gab es vor vier Jahren einen Präzedenzfall, von dem man lernen kann, wie »unbeabsichtigten Cut-Ups« letztlich Recht widerfährt. »How Opal Mehta Got Kissed, Got Wild, and Got a Life« verursachte 2006 in den Staaten Aufsehen. Alter der Autorin, Ablauf des Geschehens und die Dauer zwischen Kritik-Honeymoon und finaler Versenkung von Autorin und Werk ähneln auffallend dem, was heute mit Helene Hegemann und ihrem Buch »Axolotl Roadkill« geschieht. Es ist keine Komödie.


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Die Bücher der letzten Saison

8. Februar 2010

Library Vomit
via: adriess@tumblr

••• Aus verlässlicher Quelle habe ich erfahren, dass längst nicht alle in die Bibliotheken beförderten Pflichtexemplare dort auch verbleiben. In (vermeintlich) unbeobachteten Momenten erleichtern sich die Bibliotheken und geben einen Großteil der Bücher der letzten Saison unverdaut wieder von sich.

Früher

7. Februar 2010

••• In der ersten Klasse erklärte uns die Lehrerin, was das Wort »früher« bedeutet: vor 1945. Früher, sagte sie, gab es Junker und Nazis. (Und im Westen natürlich.) Was war ich froh, dass meine Eltern nicht früher oder im Westen lebten. Sonst wär ich womöglich ein Nazi geworden. Zum Junker, dachte ich, wäre ich nicht geboren.