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	<title>Turmsegler &#187; Poetik</title>
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		<title>&#220;bersetzte Identit&#228;t</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 07:55:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Markus A. Hediger]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8226;&#8226;&#8226; Als mein Gro&#223;vater 1933 auf Schleichwegen Deutschland verlie&#223;, hatte er nur noch seine Mutter, die ihn an der Hand hielt, und die Sachen, die er am Leib trug. Er trug freilich auch Erinnerungen mit sich, etwa an seinen Vater, wenige Tage zuvor in der Nacht abgeholt und totgeschlagen. Und nat&#252;rlich hatte er die deutsche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&bull;&bull;&bull; Als mein Gro&#223;vater 1933 auf Schleichwegen Deutschland verlie&#223;, hatte er nur noch seine Mutter, die ihn an der Hand hielt, und die Sachen, die er am Leib trug. Er trug freilich auch Erinnerungen mit sich, etwa an seinen Vater, wenige Tage zuvor in der Nacht abgeholt und totgeschlagen. Und nat&#252;rlich hatte er die deutsche Sprache, die einzige, die er verstand. Auch seine Mutter und seine Sprache h&#228;tte er verlieren sollen, w&#228;re es nach dem Willen der »Gastgeber« im Exil-Land gegangen.</p>
<p>Er kam in die Sowjetunion. Stalin misstraute den deutschen Exilanten, und so trennte man die Kinder von den Eltern, um wenigsten sie noch zu loyalen Sowjetkommunisten erziehen zu k&#246;nnen. Man schickte die Kinder ins <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Artek">»Allunions-Pionierlager Artek«</a>. Deutsch zu sprechen, war dort verboten. Die Sprache des Feindes abzulegen und ins Russische einzutauchen, war elementarer Bestandteil des Umerziehungsprozesses.</p>
<p>Zur&#252;ck nach Deutschland kam mein Gro&#223;vater als Sanit&#228;ter der Roten Armee und wurde als &#220;bersetzer verpflichtet, zun&#228;chst f&#252;r den russischen Stadtkommandanten, sp&#228;ter f&#252;r das Politb&#252;ro des ZK der SED. Sein Leben lang hat er Depeschen und Dokumente &#252;bersetzt, die zwischen Ost-Berlin und Moskau ausgetauscht wurden.</p>
<p>Ich habe ein Manuskript von ihm geerbt, dessen Bedeutung mir erst gestern bewusst geworden ist, als Markus A. Hediger mit dem Beitrag <a href="http://turmsegler.net/20100210/herr-grau-uebersetzt/">»Herr Grau &#252;bersetzt«</a> hier im Turmsegler seine <a href="http://turmsegler.net/category/kroetenwanderung/">Gastkolumne</a> wieder aufgenommen hat &#8211; fortan unter dem Titel <a href="http://turmsegler.net/category/graupausen/">»Graupausen«</a>.</p>
<p>In der Kolumne heisst es:</p>
<blockquote><p>Herr Grau k&#228;mpft sich durch die Menschenmenge auf der Stra&#223;e zur U-Bahnstation durch. Noch immer liegen seine Nerven blank, daran &#228;ndert auch die jetzt hinzugekommene Nachdenklichkeit nichts. Im Brasilianischen liegen die Nerven nicht blank, sondern in der Bl&#252;te der Haut, ein viel zu prosaischer Ausdruck f&#252;r seinen Gem&#252;tszustand, findet er. [...]</p>
<p>Herr Grau ertappt sich dabei, wie er die Haut seines Unterarmes betrachtet und dabei Ausschau nach Bl&#252;ten h&#228;lt.</p></blockquote>
<p>Das Manuskript, das ich geerbt habe, ist eine Sammlung von Sprichw&#246;rtern und Redewendungen, deutschen und russischen, die sich in der Aussage entsprechen, aber zumeist eben doch in v&#246;llig unterschiedlichen Bildwelten fu&#223;en. &#220;ber Jahrzehnte hat mein Gro&#223;vater an diesen Gegen&#252;berstellungen und fremdartig klingenden R&#252;ck&#252;bersetzungen von Redewendungen aus dem Russischen ins Deutsche gearbeitet. Abschlie&#223;en konnte er die Sammlung &#8211; man m&#246;chte fast sagen: nat&#252;rlich &#8211; nicht, auch ver&#246;ffentlicht wurden sie nie.</p>
<p>Als ich gestern zum ersten Mal von Herrn Grau las, wurde mir pl&#246;tzlich klar, wie viel diese Sammlung &#252;ber meinen Gro&#223;vater sagt &#8211; &#252;ber die erlittenen Verluste, den erzwungenen Identit&#228;tswechsel in der Jugend &#8211; nicht nur, aber vielleicht vor allem durch die Sprache. Es kommt mir so vor, als h&#228;tte er all die Jahrzehnte versucht, sich selbst zur&#252;ckzu&#252;bersetzen. Und allzu wahrscheinlich wird er ein ums andere Mal festgestellt haben, dass es nicht m&#246;glich ist. Dass die Kluft zwischen den Sprachen auch als Riss in ihm selbst klaffte, nicht zu &#252;berbr&#252;cken und nicht zu heilen.</p>
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		<title>Buchhandel im Jahr 2020</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 13:21:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[Arnd Roszinsky-Terjung]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8226;&#8226;&#8226; Wie wird der Buchhandel im Jahr 2020 aussehen? Diese Frage stellen Arnd Roszinsky-Terjung und Andreas Meyer in der aktuellen Ausgabe des Branchenmagazins »BuchMarkt« (01/2010). Der Beitrag richtet sich an Buchh&#228;ndler und Verlage, jene, f&#252;r die das Verst&#228;ndnis des Buches als Ware &#252;berlebenswichtig ist. Die Autoren stellen fest, dass es nicht um die Frage geht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&bull;&bull;&bull; Wie wird der Buchhandel im Jahr 2020 aussehen? Diese Frage stellen Arnd Roszinsky-Terjung und Andreas Meyer in der aktuellen Ausgabe des Branchenmagazins <a href="http://www.buchmarkt.de/">»BuchMarkt«</a> (01/2010). Der Beitrag richtet sich an Buchh&#228;ndler und Verlage, jene, f&#252;r die das Verst&#228;ndnis des Buches als Ware &#252;berlebenswichtig ist. Die Autoren stellen fest, dass es nicht um die Frage geht, wie die Zukunft des Mediums Buch &#8211; gegen&#252;ber etwa H&#246;rb&#252;chern oder eBooks &#8211; aussehen k&#246;nnte, sondern darum, wie die Buchbranche k&#252;nftig ihre Kernkompetenz definiert.</p>
<p>Das Hauptproblem, so die Autoren, sei nicht der Medienwechsel, sondern der Wandel des Lesers und der Wandel der sozialen Funktion, die Lesen bislang erf&#252;llte. Die zunehmende Bedeutung des Internets und des Multitasking-Lesens von Informationsh&#228;ppchen f&#252;hre zum »nerv&#246;sen Leser«, einem Leser, der schon bald gar nicht mehr in der Lage sein wird, etwa einen Faulkner-Roman zu lesen. Auch diene das Lesen von B&#252;chern immer weniger der Wissensaneignung &#8211; und damit potentiellem sozialen Aufstieg &#8211; sondern werde sich mehr und mehr zum (gern auch anspruchsvollen) Entertainment entwickeln: Belohnung durch Lesen, das Buch als »Luxusgut«. </p>
<p>Dem »Strukturbruch« im Buchhandel w&#252;rde ein »Rezeptionsbruch« folgen. Wer k&#252;nftig noch liest, wird aus anderen Antrieben und auf andere Art und Weise lesen als heute.</p>
<p>Dabei ginge es um</p>
<blockquote><p>[...] eine ebenso uralte wie neue Form von Lesen: die dissoziative und transzendierende, hier verk&#252;rzt als »komplexe« oder »Tiefenschicht«-Rezeptionsf&#228;higkeit bezeichnet [und letztlich] [...] am Widerspruch geschulte Lesemenschen [...] »die Produktion von Dissenz«. [...]</p>
<p>Der station&#228;re und Internet-Handel mit B&#252;chern und buch&#228;hnlichen Medien ben&#246;tigt in Zukunft Angebote, die maximale Neugierde ausl&#246;sen und maximale Nachhaltigkeit bieten, zugleich (Design-) Objektcharakter haben und damit als anspruchsvolle Geschenke taugen. Kurz: die einen &#252;berzeugenden Kontrapunkt zu Multitasking-Inhalten anbieten.</p>
</blockquote>
<p>Als Autor interessieren mich weniger die Folgen solcher Entwicklungen f&#252;r die Gro&#223;sortimenter &#8211; die am meisten leiden werden darunter &#8211; sondern mich interessiert, ob und welche Folgen dies f&#252;r die Literatur selbst haben k&#246;nnte und gar haben muss &#8211; kompositorische Folgen, Formfragen.</p>
<p>Letztlich w&#228;re eine solche Entwicklung gut f&#252;r die Literatur. Vielleicht weniger, aber interessiertere und fokussierte Leser. Und weniger Schund. Denn auch daran lassen die Autoren keinen Zweifel: </p>
<blockquote><p>[...] die industrie&#228;hnliche Content-Produktion der gro&#223;en Verlagsgruppen zielt immer st&#228;rker ins Leere: zuviel vom Gleichen, ein Mangel an starken (Autoren-) Marken und Zielgruppen-Welten &ndash; kurz: zuviel Austauschbares, zu viel Verwirrendes, zu viel Flaches und Entt&#228;uschendes.</p></blockquote>
<p>Den gesamten Beitrag gibt es <a href="http://www.buchmarkt.de/downloads/2020.pdf">als PDF hier zum Download</a> (Backup <a href="http://turmsegler.net/downloads/buchmarkt_01_2010-2020.pdf">&raquo;&raquo; hier</a>). Der Artikel ist lang und triefgr&#252;ndig, also nichts f&#252;r H&#228;ppchen-Leser-Multitasker. Wer ihn dennoch liest, wird mit Inspiration belohnt.</p>
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		<title>Bem&#228;chtigung</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 23:10:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Max Halberstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>

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		<description><![CDATA[
Sigmund Freud (1856-1939)
Foto: Max Halberstadt (1914)
Eine intellektuelle Funktion in uns fordert Vereinheitlichung, Zusammenhang und Verst&#228;ndlichkeit von jedem Material der Wahrnehmung oder des Denkens, dessen sie sich bem&#228;chtigt und scheut sich nicht, einen unrichtigen Zusammenhang herzustellen, wenn sie infolge besonderer Umst&#228;nde den richtigen nicht erfassen kann.
Sigmund Freud, aus: »Totem und Tabu« (1912)

Verwandte Beitr&#228;ge:Off the StringsVerlusteDie Rabenmeine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://turmsegler.net/img/2010/Sigmund_Freud_LIFE.jpg" alt="Sigmund Freud, Foto: Max Halberstadt (1914)" width="180" height="255"/><br />
<small><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud">Sigmund Freud</a></strong> (1856-1939)<br />
Foto: Max Halberstadt (1914)</small></p>
<blockquote><p>Eine intellektuelle Funktion in uns fordert Vereinheitlichung, Zusammenhang und Verst&#228;ndlichkeit von jedem Material der Wahrnehmung oder des Denkens, dessen sie sich bem&#228;chtigt und scheut sich nicht, einen unrichtigen Zusammenhang herzustellen, wenn sie infolge besonderer Umst&#228;nde den richtigen nicht erfassen kann.</p>
<p align="right"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud">Sigmund Freud</a></strong>, aus: <a href="http://www.amazon.de/Totem-Tabu-&#220;bereinstimmungen-Seelenleben-Neurotiker/dp/3596104513/">»Totem und Tabu«</a> (1912)</p>
</blockquote>
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		<title>Schreiben als moralischer Akt</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 12:24:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[D. G. Myers]]></category>
		<category><![CDATA[Patrick Kurp]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8226;&#8226;&#8226; Patrick Kurp und im Bezug auf ihn auch D. G. Myers diskutierten letzte Woche die Frage, inwiefern Schreiben ein moralischer Akt sei. Damit tragen sie bei zu einer Debatte, die momentan leider nicht hier in Deutschland gef&#252;hrt wird, obgleich es Anlass g&#228;be.
Kurp zitiert Samuel Johnson:
The only end of writing is to enable the readers [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&bull;&bull;&bull; <a href="http://evidenceanecdotal.blogspot.com/2010/01/enjoy-endure.html">Patrick Kurp</a> und im Bezug auf ihn auch <a href="http://dgmyers.blogspot.com/2010/01/moral-act-of-writing.html">D. G. Myers</a> diskutierten letzte Woche die Frage, inwiefern Schreiben ein moralischer Akt sei. Damit tragen sie bei zu einer Debatte, die momentan leider nicht hier in Deutschland gef&#252;hrt wird, obgleich es Anlass g&#228;be.</p>
<p>Kurp zitiert <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Johnson">Samuel Johnson</a>:</p>
<blockquote><p>The only end of writing is to enable the readers better to enjoy life, or better to endure it.</p></blockquote>
<p>Kurp empfiehlt, »or« durch »and« zu ersetzen schreibt weiter:</p>
<blockquote><p>Writing, in other words, is a moral act (a tautology if we assume every human act possesses a moral component). It carries responsibility and should not be undertaken frivolously.</p></blockquote>
<p>Diese &#196;u&#223;erung nimmt Myers auf und bemerkt zu Recht, dass man sie pr&#228;zisieren m&#252;sse, um sie so stehen lassen zu k&#246;nnen. Er zitiert seinerseits zur Illustration Philip Roth aus »Zuckerman Unbound«: </p>
<blockquote><p>He’s not merely a monster, he’s a great moralist too.</p></blockquote>
<p>und merkt treffend an: </p>
<blockquote><p>The moralist <em>is</em> a monster — of morality. He does not engage in moral reflection, but in moral legislation. He knows right and wrong clearly and in advance, because he has reduced human experience to a universal code, which admits of no exceptions.</p></blockquote>
<p>Moralisten also sind es sicher nicht, was die Literatur braucht. Wie kann es dann sein, dass beide Disputanden sich einig sind, dass Schreiben dennoch ein moralischer Akt sei? Wie Myers dies beantwortet, muss ich in G&#228;nze zitieren (Hervorhebungen und Links von mir):</p>
<blockquote><p>Writing is a moral act, because it demands complete autonomy (to be in thrall, whether to an employer or an ideology, is not to write but merely to recirculate stock phrases and received ideas), freedom from coercion of any kind, including moral fashion, and the refusal to quit until an adequate reaction to the literary situation at hand is carried off. What <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Oakeshott">Michael Oakeshott</a> said about religion applies equally well to writing. <em><strong>»In religion,«</strong></em> Oakeshott said, <em><strong>»we achieve goodness, not by becoming better, but by losing ourselves in God.«</strong></em> In writing a man achieves goodness—that is, morality—not by becoming a better man through the habit of composition, nor even less by laying down the moral law, <em><strong>but by losing himself in the text</strong></em> he is now writing.</p></blockquote>
<p>(Pause zum Nachdenken&#8230;)</p>
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		<title>For a True Writer</title>
		<link>http://turmsegler.net/20100126/for-a-true-writer/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 16:42:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Ernest Hemingway]]></category>

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		<description><![CDATA[For a true writer each book should be a new beginning where he tries again for something that is beyond attainment. He should always try for something that has never been done or that others have tried and failed. Then sometimes, with great luck, he will succeed.
Ernest Hemingway

&#8226;&#8226;&#8226; Gutes Motto f&#252;r den n&#228;chsten Anlauf.
Verwandte Beitr&#228;ge:SpurwechselLokaltermineJakob [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>For a true writer each book should be a new beginning where he tries again for something that is beyond attainment. He should always try for something that has never been done or that others have tried and failed. Then sometimes, with great luck, he will succeed.</p>
<p align="right"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernest_Hemingway">Ernest Hemingway</a></strong></p>
</blockquote>
<p>&bull;&bull;&bull; Gutes Motto f&#252;r den <a href="http://turmsegler.net/category/diamond-district/">n&#228;chsten Anlauf</a>.</p>
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		<title>El sueño de la razón</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 15:58:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturzeitschriften]]></category>

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		<description><![CDATA[
Fracisco de Goya: El sueño de la razón produce monstruos
Eine &#220;bersetzung ist etwas anderes als eine Interpretation, obwohl sie, zugegeben, Interpretation nicht immer vermeiden kann. Wer etwa den ber&#252;hmten Goya-Satz (im »Capricho 43«) »El sueño de la razón produce monstruos« &#252;bersetzt, mu&#223; ihn interpretieren: entweder »Der Schlaf« oder dann »Der Traum der Vernunft erzeugt Ungeheuer« [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://turmsegler.net/img/2010/408px-Goya-Capricho-43.jpg" alt="Fracisco de Goya: El sueño de la razón produce monstruos" width="408" height="599"/><br />
<small><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Francisco_de_Goya">Fracisco de Goya</a></strong>: El sueño de la razón produce monstruos</small></p>
<blockquote><p>Eine &#220;bersetzung ist etwas anderes als eine Interpretation, obwohl sie, zugegeben, Interpretation nicht immer vermeiden kann. Wer etwa den ber&#252;hmten Goya-Satz (im »Capricho 43«) »El sueño de la razón produce monstruos« &#252;bersetzt, mu&#223; ihn interpretieren: entweder »Der Schlaf« oder dann »Der Traum der Vernunft erzeugt Ungeheuer« &#8211; einfach weil »el sueño« beides hei&#223;en kann. Die spanische Sprache entscheidet sich hier nicht, sie hat nur ein Wort f&#252;r beides, und dies »funktioniert« auch, weil im Normalfall der Verwendung ja klar ist, ob Schlaf gemeint ist oder Traum. Entweder also die Ungeheuer entstehen dadurch, dass sich die Vernunft, metaphorisch geredet, zur Ruhe begibt, also einschl&#228;ft, oder (es w&#228;re etwas ganz anderes) dadurch, dass die Vernunft tr&#228;umt. Entweder also ist das aufkl&#228;rerische Kritik am Irrationalismus oder aber, gerade umgekehrt, antiaufkl&#228;rerische Kritik an einer selbstherrlichen, sich tr&#228;umend &#252;berhebenden Vernunft.</p>
<p align="right">Hans-Martin Gauger: »Was ist eine &#220;bersetzung?«<br />
Aus: »akzente« 6/2009, S. 519</p>
</blockquote>
<p>&bull;&bull;&bull; Der Verlag brauchte gestern die englische &#220;bertragung eines Satzes aus der »Leinwand«. <a href="http://turmsegler.net/die-leinwand/#zichroni">Zichroni sagt</a> gleich zu Beginn seines Teils des Buches: »Unsere Erinnerungen sind es, die uns zu dem machen, was wir sind.« Ein einfacher Satz, dachte ich, aber um eine &#220;bersetzung war ich dann doch verlegen. Die zwei Vorschl&#228;ge, die der Verlag unterbreitete, stellte die Herzdame via Facebook ihren englischsprachigen Freunden zur Diskussion. Man glaubt nicht, wie viele Varianten da genannt wurden.</p>
<p>Nat&#252;rlich wollte ich eine &#220;bertragung, die nicht nur die Aussage exakt beibeh&#228;lt, sondern m&#246;glichst auch den Rhytmus, insbesondere die Betonung auf »Erinnerungen«. Worauf haben wir uns geeinigt? </p>
<blockquote><p>It is our memories that make us who we are.</p></blockquote>
<p>Keine Frage: Eines Tages vielleicht eine englische &#220;bersetzung der »Leinwand« beschert zu bekommen, w&#228;re eine gewaltige Freude f&#252;r mich. Allerdings frage ich mich &#8211; da ich ja auch viel Englisch lese &#8211; heute schon, wie fremdartig es sich f&#252;r mich wohl anf&#252;hlen w&#252;rde, diese &#220;bersetzung zu lesen&#8230;</p>
<p>Passend zu diesem kleinen &#220;bertragungsintermezzo konnte ich &#8211; das <a href="http://turmsegler.net/20100106/beschleunigte-einblicke/">Grasnick-Nachwort</a> ist nun endlich fertig &#8211; die vom letzten Jahr noch ungelesen daliegenden »akzente« 6/2009 zur Hand nehmen. Auch dort wird in zwei Beitr&#228;gen (Hans-Martin Gauger und Imre Kertész) das literarische &#220;bersetzen thematisiert. Zwei sehr interessante Essays. Die beiden Ausschnitte daraus wollte ich mir merken. Dar&#252;ber kann man noch l&#228;nger nachdenken und diskutieren.</p>
<blockquote>
<p>… da&#223; nicht nur die Vernunft nicht universal ist, wie Hegel es doch seinerzeit postulierte, sondern auch die Kultur nicht. Die Sprache besitzt einen spezifischen Aspekt: Die blo&#223;e Darstellung, der souver&#228;ne Gebrauch der Sprache, um etwas zu vergegenw&#228;rtigen, das hei&#223;t, die <em>Objektivierung</em> bedeutet eigentlich <em>Macht</em>. Magische Macht nat&#252;rlich, aber sie kann auch zu einem geistig pr&#228;genden Faktor, also einer realen Macht werden.</p>
<p align="right">Imre Kertész: »Canetti &#252;bersetzen«<br />
Aus: »akzente« 6/2009, S. 526</p>
</blockquote>
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		<title>Leben abgeben</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 08:51:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Seghers]]></category>
		<category><![CDATA[Jorge Amado]]></category>
		<category><![CDATA[Zélia Gattai]]></category>

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		<description><![CDATA[
Zélia Gattai &#252;ber Fotos von Jorge Amado (Arquivo Jornal A Tarde)
&#8226;&#8226;&#8226; Gerade eben mal wieder ein interessanter mystischer Gedanke, und er erreicht mich aus einer Ecke, in der ich Mystik zuletzt vermutet h&#228;tte: In der »Sinn und Form« (11-12/2009, S. 799) lese ich in einem Brief Anna Seghers&#8217; an Zélia Gattai und Jorge Amado &#8230;
Du [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.atarde.com.br/fotos/index.jsf%3Bjsessionid=F996188B07ACF475EA8FECEE3984EA64.jbosstosh1?id=869918#11"><img width="460" height="301"  src="http://turmsegler.net/img/2009/Zelia_Gattai_Arquivo_Jornal_A_Tarde.jpg" alt="Zélia Gattai com várias fotos de Jorge Amado" /></a><br />
<small><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%A9lia_Gattai"><strong>Zélia Gattai</strong></a> &#252;ber Fotos von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jorge_Amado"><strong>Jorge Amado</strong> <a href="http://www.atarde.com.br/fotos/index.jsf%3Bjsessionid=F996188B07ACF475EA8FECEE3984EA64.jbosstosh1?id=869918#11">(Arquivo Jornal A Tarde)</a></small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Gerade eben mal wieder ein interessanter mystischer Gedanke, und er erreicht mich aus einer Ecke, in der ich Mystik zuletzt vermutet h&#228;tte: In der »Sinn und Form« (11-12/2009, S. 799) lese ich in einem Brief <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Seghers">Anna Seghers&#8217;</a> an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%A9lia_Gattai">Zélia Gattai</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jorge_Amado">Jorge Amado</a> &#8230;</p>
<blockquote><p>Du kennst die Geschichten vom »Golem«? Der k&#252;nstliche Mensch, den der Gro&#223;rabbiner von Prag geschaffen und in Umlauf gesetzt hat? Es gibt viele Geschichten &#252;ber dieses Thema, und eine gef&#228;llt mir sehr, aber sie ist grausam und gro&#223;artig.</p>
<p>Es ist den Juden verboten, den wirklichen Namen Gottes [...] auszusprechen. Gott selbst hat seinen eigenen Namen ausgesprochen, als er den Menschen geschaffen hat. Und wenn der Rabbiner den k&#252;nstlichen Menschen schafft, spricht er auch diesen heiligen Namen aus. Aber er darf das nur tun, wenn der Mensch, der von ihm &#8211; wie von Gott &#8211; geschaffen wurde, leben kann. Wenn er diesen Namen sagt, zirkuliert der Golem. Wenn der Golem nicht gelungen ist, mu&#223; sein Sch&#246;pfer, der nicht begabt genug war, sterben. Ein wenig, glaube ich, ist es auch so mit dem Buch des Schriftstellers.
</p></blockquote>
<p>In der »Leinwand« <a href="http://turmsegler.net/20080821/ueber-bestimmung/">zitiert Zichronis Freund Eli Rothstein den Midrasch</a>, und Zichroni wird fortan das Gef&#252;hl nicht mehr los, wann immer er meint, sich seiner Bestimmung gestellt zu haben, zu sterben, weil das Werk gewisserma&#223;en erledigt sei.</p>
<p>Ein sch&#246;nes Paradaxon: Dort wird der mit dem Tod bedroht, der begabt genug war und seine Begabung zur Tat hat werden lassen, also zum Fakt, der etwas dort drau&#223;en bewirkt. Bei der von Seghers zitierten Geschichte ist es grad umgekehrt: Der muss sterben, dessen Sch&#246;pfung misslungen ist.</p>
<p>Recht haben wohl beide Geschichten: Ob der »Golem« gelingt oder nicht &#8211; man hat so oder so ein Teil Leben darangegeben, und mitunter f&#252;hlt es sich an wie das ganze.</p>
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		<title>Selbstende Organismen</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 10:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Metzinger]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8226;&#8226;&#8226; Der Philosoph Thomas Metzinger besch&#228;ftigt sich in seinem Buch »Der Ego-Tunnel &#8212; Vom Mythos des Selbst zur Ethik des Bewusstseins« mit der nicht ganz unwesentlichen Frage, ob der homo sapiens &#252;berhaupt so etwas wie ein Selbst habe oder ob das, was wir daf&#252;r halten, nicht eine reine Vorspiegelung dynamischer Selbstorganisationsprozesse unseres Gehirns sein k&#246;nnte.
Wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&bull;&bull;&bull; Der Philosoph Thomas Metzinger besch&#228;ftigt sich in seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/Ego-Tunnel-Philosophie-Selbst-Hirnforschung-Bewusstseinsethik/dp/3827006309/">»Der Ego-Tunnel &mdash; Vom Mythos des Selbst zur Ethik des Bewusstseins«</a> mit der nicht ganz unwesentlichen Frage, ob der homo sapiens &#252;berhaupt so etwas wie ein Selbst habe oder ob das, was wir daf&#252;r halten, nicht eine reine Vorspiegelung dynamischer Selbstorganisationsprozesse unseres Gehirns sein k&#246;nnte.</p>
<blockquote><p>Wir sind Ego-Maschinen, aber wir haben keine Selbste. [...] Wir k&#246;nnen den Ego-Tunnel nicht verlassen, weil es niemanden gibt, der ihn verlassen k&#246;nnte. Das Ego und sein Tunnel sind repr&#228;sentationale Ph&#228;nomene: Sie sind nur eine von vielen m&#246;glichen Weisen, in denen bewusste Wesen ein Modell der Wirklichkeit erzeugen k&#246;nnen. Letztlich ist subjektives Erleben ein biologisches Datenformat, also eine hochgradig spezifische Weise, Information &#252;ber die Welt darzustellen, eine innere Weise des Gegebenseins, und das Ego ist lediglich ein komplexes physikalisches Ereignis &#8211; ein Aktivierungsmuster in unserem zentralen Nervensystem.</p>
<p>Wenn wir &#8211; etwa aus weltanschaulichen oder psychologischen Gr&#252;nden &#8211; dieser Tatsache nicht ins Auge sehen und unser traditionelles Verst&#228;ndnis davon, was ein »Selbst« ist, nicht aufgeben wollen, dann k&#246;nnten wir versuchen, schw&#228;chere Versionen zu formulieren. Wir k&#246;nnten sagen, dass das Selbst ein weitverteilter Vorgang im Gehirn ist &#8211; n&#228;mlich der Vorgang, durch den ein Ego-Tunnel erzeugt wird (seine nat&#252;rliche »Bedingung der M&#246;glichkeit«). Wir k&#246;nnten sagen, dass sich doch einfach das System als Ganzes (die Ego-Maschine) oder der Organismus, der dieses vom Gehirn konstruierte bewusste Selbstmodell benutzt, als ein »Selbst« bezeichnen lie&#223;e. Dann w&#228;re ein Selbst einfach ein selbstorganisierendes und selbsterhaltendes physikalisches System, das sich auf der Ebene der globalen Verf&#252;gbarkeit noch einmal f&#252;r sich selbst darstellen kann. Das Selbst ist dann kein Ding, sondern ein Vorgang.</p></blockquote>
<p>Mir scheint das anzukn&#252;pfen an <a href="http://turmsegler.net/tag/humberto-maturana/">Maturana</a>. In der Beschreibung ist es nicht wirklich &#252;berraschend. Auf die Schlussfolgerungen k&#228;me es an, philosophisch wie poetologisch.</p>
<p>Das Buch muss ich wohl lesen. Eine Leseprobe ist beim <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/5634.html">Perlentaucher</a> zu finden.</p>
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		<title>Van Goghs Briefe</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 07:33:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Charlotte Grasnick]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Jirgl]]></category>
		<category><![CDATA[Theo van Gogh]]></category>
		<category><![CDATA[Vincent van Gogh]]></category>

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		<description><![CDATA[
Ausschnitt aus einem Brief Vincent van Goghs an Theo van Gogh, London, 13. 09. 1873
Quelle: Van-Gogh-Museum Amsterdam / Huygens Institute
&#8226;&#8226;&#8226; In dem letztens erw&#228;hnten Text Reinhard Jirgls zu den sp&#228;ten Gedichten von Charlotte Grasnick beginnt er mit einer autobiographischen Einlassung, dem Gest&#228;ndnis einer »Marotte«, seit Kindheitstagen beibehalten. Seit jeher, schreibt er, h&#228;tten Handschriften eine gro&#223;e [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.vangoghletters.org/vg/letters/let013/letter.html"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/van_gogh_letter.jpg" alt="Brief" /></a><br />
<small>Ausschnitt aus einem Brief <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vincent_van_Gogh"><strong>Vincent van Goghs</strong></a> an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Theo_van_Gogh"><strong>Theo van Gogh</strong></a>, <a href="http://www.vangoghletters.org/vg/letters/let013/letter.html">London, 13. 09. 1873</a><br />
Quelle: <a href="http://www.vangoghletters.org/vg/letters.html">Van-Gogh-Museum Amsterdam / Huygens Institute</a></small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; In dem letztens erw&#228;hnten <a href="http://turmsegler.net/20091005/einen-einfall-wagen/">Text Reinhard Jirgls</a> zu den sp&#228;ten Gedichten von <a href="http://turmsegler.net/tag/charlotte-grasnick/">Charlotte Grasnick</a> beginnt er mit einer autobiographischen Einlassung, dem Gest&#228;ndnis einer »Marotte«, seit Kindheitstagen beibehalten. Seit jeher, schreibt er, h&#228;tten Handschriften eine gro&#223;e Faszination auf ihn ausge&#252;bt. Er habe sie oft, die Buchstaben nachschreibend, mit der Hand nachempfunden und sich der Vorstellung hingegeben, auf diese Art einen Zugang zur Pers&#246;nlichkeit des urspr&#252;nglichen Schreibers finden zu k&#246;nnen. Eine sch&#246;ne Idee.</p>
<p>Die Faszination des Handschriftlichen kann ich allzu gut nachvollziehen. An der wei&#223;en Lyrikreihe des Verlages Volk und Welt liebte ich unter anderem die jeweils auf dem Vorsatzblatt untergebrachten Faksimiles mit Handschriftproben des Autors des jeweiligen Bandes. Ich erinnere mich noch an die bengalischen Kringel Tagores und die mit wilden Strichen und Figuren durchzogene Manuskriptseite eines Gedichtes von Benn. Warum ich diese Faksimiles mit so gro&#223;em Interesse betrachtet habe, kann ich allerdings nicht erkl&#228;ren.</p>
<p>Sollte der eine oder andere Leser des Turmsegler das Interesse an Handschriften gro&#223;er K&#252;nstler teilen, lohnt sich ein Besuch auf einer Website des <a href="http://www.vangoghmuseum.nl/vgm/index.jsp?page=paginas.talen.de">Van Gogh Museums Amsterdam</a>. Wissenschaftlich erschlossen, digital in Originalsprache und englischer &#220;bersetzung pr&#228;sentiert <a href="http://www.vangoghletters.org/vg/letters.html">»Vincent van Gogh &#8211; The Letters«</a> Briefe des gro&#223;en holl&#228;ndischen Malers und zeigt dazu auch die gescannten Originale. Wer also nachschreiben m&#246;chte, um sich einmal so in van Gogh zu vertiefen&#8230; Aber sch&#252;tzt eure Ohren!</p>
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		<title>Robinson Crusoe</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090930/robinson-crusoe/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 09:43:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Defoe]]></category>

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		<description><![CDATA[
Originalausgabe von »Robinson Crusoe« (Quelle: wikipedia)
W&#228;hrend der n&#228;chsten f&#252;nf Jahre begegnete mir nun nichts Au&#223;ergew&#246;hnliches.
Daniel Defoe, in »Robinson Crusoe«
&#8226;&#8226;&#8226; Vor 350 Jahren &#8211; 1719 &#8211; erschien Daniel Defoes »Weltbuch« »Robinson Crusoe«. Der Roman begr&#252;ndete ein Genre, die sogenannte Robinsonade. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden bereits nicht weniger als 700 Ausgaben gez&#228;hlt. Wie viele es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/robinson_crusoe_originalausgabe.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/robinson_crusoe_originalausgabe_s.jpg" alt="Daniel Defoe, Originalausgabe von »Robinson Crusoe«" /></a><br />
<small>Originalausgabe von »Robinson Crusoe« (Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:E-1719-0027-e-1715-0013.jpg&#038;filetimestamp=20050529134006">wikipedia</a>)</small></p>
<blockquote><p>W&#228;hrend der n&#228;chsten f&#252;nf Jahre begegnete mir nun nichts Au&#223;ergew&#246;hnliches.</p>
<p align="right"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Defoe">Daniel Defoe</a></strong>, in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robinson_Crusoe">»Robinson Crusoe«</a></p></blockquote>
<p>&bull;&bull;&bull; Vor 350 Jahren &#8211; 1719 &#8211; erschien Daniel Defoes »Weltbuch« »Robinson Crusoe«. Der Roman begr&#252;ndete ein Genre, die sogenannte Robinsonade. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden bereits nicht weniger als 700 Ausgaben gez&#228;hlt. Wie viele es bis heute sind, mag man sich ausmalen. </p>
<p>Daniel Defoe &mdash; auch so ein <a href="http://turmsegler.net/20090929/paulo-coelhos-litblog/">Popstar</a>? Vielleicht. </p>
<p>FAZ.NET widmet dem Roman und den historischen Vorlagen heute <a href="http://www.faz.net/s/Rub642140C3F55544DE8A27F0BD6A3C808C/Doc~E42B3A6FA23B648E0B00163DB21CDF923~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_feuilleton">einen interessanten Beitrag</a>, der auch literaturwissenschaftlich nicht unspannend ist.</p>
<blockquote><p>Der Roman ist insofern das beste Beispiel f&#252;r das, was der Anglist Franco Moretti den Einsatz von »fillers«, also F&#252;llmaterial, im Unterschied zu »Wendepunkten« nennt. An jeder Erz&#228;hlung kann man unterscheiden, an welche ihrer Elemente man sich leicht und woran man sich nach kurzer Zeit kaum mehr erinnert. Wer die Probe an »Robinson Crusoe« und sich selbst macht, wird mit wenig mehr dastehen als: Schiffbruch, Selbsterhaltung, Freitag, Abreise. Anders formuliert: Anfang, Mitte, Ende. Aber dazwischen? Hunderte von Seiten, auf denen &#252;ber nichts als Ziegenzucht, das Schnitzen von Mobiliar, das Wetter oder das Fieber des Insulaners berichtet wird. Einmal hei&#223;t es: »W&#228;hrend der n&#228;chsten f&#252;nf Jahre begegnete mir nun nichts Au&#223;ergew&#246;hnliches.« Die Chronik der achtundzwanzigj&#228;hrigen Gefangenschaft ist ein unerh&#246;rter Vorgang, der aus fast nichts als Allt&#228;glichkeit besteht. Wie sollte es auch anders sein, bei einem Buch, das in zwei Dritteln seines Umfanges jegliche Sozialit&#228;t ausschlie&#223;t?
</p></blockquote>
<p>Ich erinnere mich lebhaft an meine erste (und einzige) Lekt&#252;re dieses Buches. Ich las es in einer Nacht, hellwach, ohne Unterbrechung und mit rasendem Herzen. Keine Spur von Langeweile kam auf. Ich f&#252;rchete nur eins: Dass das Buch schneller zu Ende sein k&#246;nnte als die Nacht.</p>
<p>Ich war sch&#228;tzungsweise 10 Jahre alt. Am Abend zuvor hatte ich gegen den ausdr&#252;cklichen Rat meiner Eltern den Film <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Es_geschah_am_hellichten_Tag">»Es geschah am hellichten Tage«</a> gesehen, in dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_R%C3%BChmann">Heinz R&#252;hmann</a> als Oberleutnant Dr. Hans Matth&#228;i einen Kinderm&#246;rder sucht, der von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gert_Fr%C3%B6be">Gert Fr&#246;be</a> gespielt wird.</p>
<p>Sobald ich in dieser Nacht die Augen schloss, sah ich Gert Fr&#246;be vor mir, der mit dem Kasper zauberte und hinterm R&#252;cken das Rasiermesser bereithielt, um mir die Kehle durchzuschneiden.</p>
<p>Im Bett meiner Eltern zu schlafen, wurde mir verweigert mit Hinweis auf mein Alter und darauf, dass man mich schlie&#223;lich gewarnt habe. Also musste ich diese Angstnacht irgendwie anders durchstehen. Ich griff nach einem Buch &#8211; »Robinson Crusoe« &#8211; und las es von der ersten bis zur letzten Seite, bis es hell wurde.</p>
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		<title>Roman essen Seele auf</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 13:03:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Koeppen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Der Roman lebt von der Seele des Schreibers. Manchmal (ist es) die verkleidete Seele, aber die Seele schon. Stil ist der Autor.
Wolfgang Koeppen, in:
»Wolfgang Koeppen: Ich?«

&#8226;&#8226;&#8226; Der Roman lebt davon. Manchmal zehrt er sie auf. W&#228;chst Seele nach?
Verwandte Beitr&#228;ge:»LeseZeichen« onlineJugendDas Leben gefiltertgefl&#252;sterdas ende der jugendIm R&#252;ckspiegel:&#160;Entwarnung und eine Enthauptung (26. 09. 2008)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3852521297/"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/koeppen_ich.gif" alt="Wolfgang Koeppen: Ich?" /></a></p>
<blockquote><p>Der Roman lebt von der Seele des Schreibers. Manchmal (ist es) die verkleidete Seele, aber die Seele schon. Stil ist der Autor.</p>
<p align="right"><strong><a href="http://turmsegler.net/tag/wolfgang-koeppen/">Wolfgang Koeppen</a></strong>, in:<br />
<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3852521297/">»Wolfgang Koeppen: Ich?«</a></p>
</blockquote>
<p>&bull;&bull;&bull; Der Roman lebt davon. Manchmal zehrt er sie auf. W&#228;chst Seele nach?</p>
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		<title>Priceless Experience</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 12:29:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Stein]]></category>

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		<description><![CDATA[I still blog out of enthusiasm for the authors and works I’m blogging about. Some bloggers may blog for getting big audiences, income by ads, fame. I don’t care. Whether blogging is (still) hip or not doesn’t matter to me as long as it is fun and insightful and helps to maintain my discipline in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>I still blog out of enthusiasm for the authors and works I’m blogging about. Some bloggers may blog for getting big audiences, income by ads, fame. I don’t care. Whether blogging is (still) hip or not doesn’t matter to me as long as it is fun and insightful and helps to maintain my discipline in the daily writing routine. I have to keep the instrument playing. My next novel project is already on its way. And I’ll hold myself to the rule: One page per day in publishable quality, no less. From my blogging years I know I can, so everything else is solely a question of discipline. This experience alone is priceless.</p></blockquote>
<p>&bull;&bull;&bull; Soeben ist im <a href="http://dgmyers.blogspot.com/">»Commonplace Blog«</a> mein Beitrag zum Online-Symposium <a href="http://turmsegler.net/20090902/online-symposium-book-blogging/">»The Function of Book Blogging at the Present Time«</a> erschienen: <a href="http://dgmyers.blogspot.com/2009/09/as-long-as-it-is-insightful-and.html">»As long as it is insightful and disciplined«</a>.</p>
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		<title>Wahrheit in fiktionaler Form</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 07:27:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Lawrence Grobel]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Lindquist]]></category>
		<category><![CDATA[Truman Capote]]></category>

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		<description><![CDATA[
Lawrence Grobel
Grobel: Glauben Sie, dass Joyce und Proust den Roman bis an seine Grenzen herangef&#252;hrt haben?
Capote: Oh, nein, ganz und gar nicht. Es besteht ein Bed&#252;rfnis nach Fiktion, aber ich glaube, es wird sich wohl zunehmend um das drehen, was ich zu machen versuche, das hei&#223;t, Wahrheit in Fiktion zu verwandeln, oder Fiktion in Wahrheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://turmsegler.net/img/2009/lawrence-grobel.jpg" alt="Lawrence Grobel" /><br />
<small>Lawrence Grobel</small></p>
<p class="drama"><span style="font-variant: small-caps;">Grobel:</span> Glauben Sie, dass Joyce und Proust den Roman bis an seine Grenzen herangef&#252;hrt haben?</p>
<p class="drama"><span style="font-variant: small-caps;">Capote:</span> Oh, nein, ganz und gar nicht. Es besteht ein Bed&#252;rfnis nach Fiktion, aber ich glaube, es wird sich wohl zunehmend um das drehen, was ich zu machen versuche, das hei&#223;t, Wahrheit in Fiktion zu verwandeln, oder Fiktion in Wahrheit &mdash; ich wei&#223; nicht, was es ist, aber es dreht sich im Grunde um Wahrheit, abgehandelt in fiktionaler Form.</p>
<p class="drama"><span style="font-variant: small-caps;">Grobel:</span> Doch Ihrer Meinung nach sind Fiction und Nonfiction verschmolzen?</p>
<p class="drama"><span style="font-variant: small-caps;">Capote:</span> Es ist eigentlich keine Frage von Wahrheit oder Nicht-Wahrheit. Es ist eigentlich eine Frage des Erz&#228;hlens. <i>Darum</i> geht es. Darum, da&#223; man lernt, den Erz&#228;hlflu&#223; so in den Griff zu bekommen, da&#223; er schneller abrollt und zugleich tiefer sch&#252;rft.</p>
<p align="right"><small>aus: <a href="http://www.amazon.de/Ich-bin-schwul-s&#252;chtig-Genie/dp/B0026LFJYI/">»Ich bin schwul, ich bin s&#252;chtig, ich bin ein Genie«</a>,<br />
Ein intimes Gespr&#228;ch zwischen<br />
Truman Capote und Lawrence Grobel<br />
Aus dem Englischen von Thomas Lindquist<br />
&copy; <a href="http://www.amazon.de/Ich-bin-schwul-s&#252;chtig-Genie/dp/B0026LFJYI/">Diogenes Verlag</a> 1986</small></p>
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		<title>Online-Symposium Book Blogging</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090902/online-symposium-book-blogging/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 06:03:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[D. G. Myers]]></category>
		<category><![CDATA[Patrick Kurp]]></category>

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		<description><![CDATA[Anecdotal Evidence and A Commonplace Blog asked a number of book bloggers to speculate about the past, present, and future of this youngest of literary genres. Their replies will be posted to Anecdotal Evidence and A Commonplace Blog over the next several days and (in most cases) cross-posted to the contributor’s own blog.
&#8226;&#8226;&#8226; Patrick Kurp [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><a href="http://evidenceanecdotal.blogspot.com/">Anecdotal Evidence</a> and <a href="http://dgmyers.blogspot.com/">A Commonplace Blog</a> asked a number of book bloggers to speculate about the past, present, and future of this youngest of literary genres. Their replies will be posted to Anecdotal Evidence and A Commonplace Blog over the next several days and (in most cases) cross-posted to the contributor’s own blog.</p></blockquote>
<p>&bull;&bull;&bull; Patrick Kurp und D. G. Myers beginnen heute in ihren Blogs <a href="http://evidenceanecdotal.blogspot.com/">Anecdotal Evidence</a> und <a href="http://dgmyers.blogspot.com/">A Commonplace Blog</a> mit einem Online-Symposium (»The Function of Book Blogging at the Present Time«), das die Frage erhellen soll, welche Funktion(en) das Literarische Weblog heute (noch) erf&#252;llen kann. Sie sehen im Book Blogging nicht weniger als ein literarisches Genre.</p>
<p>Mir fallen gewisse Parallelen zur <a href="http://spatien.etkbooks.com/">spatien</a>-Sonderausgabe <a href="http://www.amazon.de/Literarische-Weblogs-Sonderausgabe-zeitschrift-literatur/dp/3905846004/">»Literarische Weblogs«</a> auf. Spannend f&#252;r mich ist hier nat&#252;rlich vor allem der Blick &#252;ber den Teich. Man darf schon annehmen, dass im Blog-Bereich auch k&#252;nftig wesentliche Impulse und Vorboten neuer Entwicklungen von dort kommen.</p>
<p>Nicht unerw&#228;hnt will ich lassen, dass auch ich eingeladen wurde, den Symposium-Fragebogen auszuf&#252;llen, was ich gern getan habe. Der Beitrag wird in einem der ausrichtenden Blogs in K&#252;rze erscheinen.</p>
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		<title>Literatur und Moral</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090831/literatur-und-moral/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 18:53:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[D. G. Myers]]></category>
		<category><![CDATA[Truman Capote]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Erwiderung auf D. G. Myers&#8217; “In Memoriam Truman Capote” (&#187;&#187; Read the English Version)
&#8226;&#8226;&#8226; Nachdem D. G. Myers&#8217; Beitrag »In Memoriam Truman Capote« nun auch in deutscher &#220;bersetzung hier ver&#246;ffentlicht ist, will ich endlich zu einer Antwort ansetzen. Man mag Capote mehr oder weniger oder gar nicht sch&#228;tzen, aber was Myers hier dem exzentrischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><small>Eine Erwiderung auf D. G. Myers&#8217; <a href="http://turmsegler.net/20090825/remembering-truman-capote/">“In Memoriam Truman Capote”</a> (<a href="http://turmsegler.net/20090902/literature-and-morality/">&raquo;&raquo; Read the English Version</a>)</small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Nachdem D. G. Myers&#8217; Beitrag <a href="http://turmsegler.net/20090831/in-memoriam-truman-capote/">»In Memoriam Truman Capote«</a> nun auch in deutscher &#220;bersetzung hier ver&#246;ffentlicht ist, will ich endlich zu einer Antwort ansetzen. Man mag Capote mehr oder weniger oder gar nicht sch&#228;tzen, aber was Myers hier dem exzentrischen Truman post mortem antut, kann man nicht unwidersprochen lassen.</p>
<p>Mindestens vier Behauptungen in Myers Beitrag gehen mir gegen den Strich. Es beginnt mit der, Capotes Romane vor »Kaltbl&#252;tig« seien einzig Collagen von Angelesenem. Man k&#246;nne das wohl, warum w&#252;rde es sonst erw&#228;hnt, schon daran erkennen, dass Capotes Deb&#252;t »Other Voices, Other Rooms« erschien, als der Autor gerade einmal 24 Jahre alt war. Darauf nur zwei Dinge: Wer meint, man k&#246;nne mit 24 Jahren nur Angelesenes zu sagen haben, hat sicher keine komplexe, von unsicheren Bindungen und Verlassenheit gepr&#228;gte Kindheit durchlebt; und dar&#252;ber hinaus ist es noch nie ein valides Kriterium zur Beurteilung von Literatur gewesen, ob der Autor auch jede Einzelheit des von ihm Erz&#228;hlten selbst erlebt und durchlitten hat.</p>
<p>Gleich im Anschluss behauptet Myers, Capotes Prosa sei so eindeutig manieristisch, dass es kaum der Erw&#228;hnung bed&#252;rfe. Ich w&#252;sste gern, worauf sich dieses Urteil gr&#252;ndet. »Fr&#252;hst&#252;ck bei Tiffany« &#8211; das habe ich <a href="http://turmsegler.net/20081127/capote-macht-gluecklich/">hier</a> schon zu Protokoll gegeben &#8211; halte ich f&#252;r einen makellosen Roman. Er mag nicht erhellen, um welches Zentrum die Welt kreist, aber handwerklich lasse ich nichts auf dieses Buch kommen. Manieristisch &#8211; das war Capote selbst, seine Prosa ist es nicht. Ganz allein stehe ich mit dieser Ansicht nicht. Es war immerhin Norman Mailer (der durchaus das eine oder andere schwer zu verdauende Erlebnis mit Capote hatte), der einr&#228;umte:</p>
<blockquote><p>Truman Capote ist der perfekteste Schriftsteller meiner Generation. Ich h&#228;tte keine zwei W&#246;rter in »Fr&#252;hst&#252;ck bei Tiffany« &#228;ndern wollen.</p></blockquote>
<p>Ein derart heftiges Pauschalurteil, wie es uns Myers hier liefert, m&#252;sste schon im Detail begr&#252;ndet werden. Einfach nur scharfz&#252;ngig hingeworfen kann ich es nicht akzeptieren.</p>
<p>»Kaltbl&#252;tig« schlie&#223;lich scheint Myers in seiner Intention v&#246;llig zu verkennen. Er beklagt, wie wenig Raum Capote den Opfern einr&#228;umt. Das aber hat einen Grund: Sie sind nicht der Gegenstand von Capotes Interesse. Das kann man als Leser bedauern, aber es ist nicht die Schuld des Autors, wenn sein Erz&#228;hlinteresse sich nicht mit den Erwartungen eines jeden Lesers deckt. Ja, Capote f&#252;hlt mit dem M&#246;rder, vor allem mit einem von ihnen, und ich halte das f&#252;r ein Verdienst dieses Buches. Das Manko sehe ich auch: Wie Robert Merle in »Der Tod ist mein Beruf« h&#228;tte er aus der Figur heraus erz&#228;hlen k&#246;nnen und w&#228;re so vielleicht noch st&#228;rker gewesen. Capote immerhin gelingt, den Killer als Menschen zu zeigen. Und das ist er, bei aller Grausamkeit des Verbrechens, bei allem Nicht-Bedauern der Tat. Und weil er es ist, bleibt die Hinrichtung &#8211; wie jede Hinrichtung &#8211; ein kaltbl&#252;tiger Mord. Dass er durch den Staat in einer zeremoniell zu nennenden Prozedur ausgef&#252;hrt wird, &#228;ndert daran nichts. Es ist ein Verdienst dieses Romans, dass die Problematik der Todesstrafe  gerade an diesem wenig Mitleid heischenden Fall thematisiert wird, das noch immer auf Rache ausgerichtete Strafsystem zumindest einiger US-Staaten. Dass Myers offenbar »Entmenschlichung« der T&#228;ter erwartet, wie es auch g&#228;ngige Praxis beim Kriegstreiben ist, um den Fakt des Mordes zu bem&#228;nteln, zeigt nur, wie wichtig es war (und bleibt), dass Literatur uns auch solche T&#228;ter als Menschen vorf&#252;hrt und deren Hinrichtung als einen kaum aufl&#246;sbaren ethischen Konflikt.</p>
<p>Wie steht es schlie&#223;lich um die moralgeschw&#228;ngerte Schlussfolgerung Myers? Capote hat es gewagt, den Begriff des B&#246;sen aus dem Schwarz-Wei&#223;-Schema zu l&#246;sen. Was f&#252;r ein Verbrechen! Es ist nicht nur das legitime Recht von Literatur, auch gegen g&#228;ngige Moralvorstellungen zu erz&#228;hlen, mitunter ist es sogar ihre Pflicht, solche Moralvorstellungen zu ersch&#252;ttern. Hier greift nun Capote &#8211; anders als bei »Fr&#252;hst&#252;ck bei Tiffany« &#8211; ein wirklich gro&#223;es Thema an: Das B&#246;se ist eben nicht einfach das ausmerzbare Andere, es ist integraler Bestandteil des Menschlichen. Will man das nicht wahrhaben, muss man M&#228;rchen lesen und gro&#223;e Romane meiden.</p>
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		<title>Making Art</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 07:44:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Poetik]]></category>

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		<description><![CDATA[
Making art is rehearsals that last a lifetime for a perfect
performance I will never give. Nobody can.
Clive Barker (@RealCliveBarker)

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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:CliveBarker.jpg&#038;filetimestamp=20080903161828"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/CliveBarker_s.jpg" alt="Clive Barker (2007)" /></a></p>
<blockquote><p>Making art is rehearsals that last a lifetime for a perfect<br />
performance I will never give. Nobody can.</p>
<p align="right"><strong><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Clive_Barker">Clive Barker</a></strong></strong> (<a href="http://twitter.com/RealCliveBarker/status/3443633917">@RealCliveBarker</a>)</p>
</blockquote>
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		<title>Der Stachel der Romantik</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 21:12:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Fühmann]]></category>
		<category><![CDATA[Gunnar Decker]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturzeitschriften]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Hacks]]></category>

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		<description><![CDATA[
Franz F&#252;hmann (1922-1984)
&#8226;&#8226;&#8226; Beim Umr&#228;umen der Unordnung in meinem Arbeitszimmer fiel mir vor ein paar Tagen eine noch ungelesene »Sinn und Form« in die Hand, die erste Ausgabe dieses Jahres vom Januar/Februar. Ein Gl&#252;cksfund. Das Jahr begann n&#228;mlich &#8211; von mir unbemerkt &#8211; mit einem Essay von Gunnar Decker &#252;ber die kurze, aber Aufsehen erregende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://turmsegler.net/img/2009/Franz_Fuehmann_s.jpg" alt="Franz F&#252;hmann" /><br />
<small><b><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_F&#252;hmann">Franz F&#252;hmann</a></b> (1922-1984)</small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Beim Umr&#228;umen der Unordnung in meinem Arbeitszimmer fiel mir vor ein paar Tagen eine noch ungelesene <a href="http://www.sinn-und-form.de/">»Sinn und Form«</a> in die Hand, die erste Ausgabe dieses Jahres vom Januar/Februar. Ein Gl&#252;cksfund. Das Jahr begann n&#228;mlich &#8211; von mir unbemerkt &#8211; mit einem Essay von Gunnar Decker &#252;ber die kurze, aber Aufsehen erregende R&#252;ckbesinnung einiger DDR-Autoren Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre auf &#8211; die Romantik. Ich erinnerte mich spontan an Hermlins <a href="http://turmsegler.net/20070129/abendlicht/">»Abendlicht«</a> und Christa Wolfs <a href="http://www.amazon.de/Kein-Ort-Nirgends-Christa-Wolf/dp/3518188755/">»Kein Ort. Nirgends«</a>. Und tats&#228;chlich, best&#228;tigt mir Decker, geh&#246;rten jene zu den konterrevolution&#228;ren, romantischen Verschw&#246;rern.</p>
<p>Einer unw&#252;rdigen Besch&#228;ftigung gingen diese Autoren nach, denn »Die Kunstrichtung der Romantik bestand aus zehntausend Autoren, deren Namen wir alle vergessen haben. Keiner von ihnen vermochte zu schreiben.« So <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Hacks">Peter Hacks</a>.</p>
<blockquote><p>&#220;berhaupt, so Hacks, seien aIle Romantiker Verschw&#246;rer […] : »Das erste Auftauchen der Romantik in einem Land ist wie Salpeter in einem Haus, L&#228;use auf einem Kind oder der Mantel von Heiner M&#252;ller am Garderobenhaken eines Vorzimmers. Ein von der Romantik befallenes Land sollte die M&#246;glichkeit seines Untergangs in Betracht ziehen.« </p></blockquote>
<p>Wie weitsichtig Hacks da in seiner ungest&#252;men Parteilichkeit war!</p>
<p>Literatur in der DDR &#8211; so sie eine Rolle spielen wollte &#8211; hat gedient oder ist ausgewichen. Die Ausweichbewegungen waren mitunter k&#252;nstlerisch au&#223;erordentlich fruchtbar. Ich sehe darunter auch B&#252;cher wie Stefan Heyms <a href="http://turmsegler.net/20081024/ahasver/">»Ahasver«</a> und den <a href="http://turmsegler.net/20081023/der-koenig-david-bericht/">»K&#246;nig David Bericht«</a>. Weitere Beispiele lie&#223;en sich finden, B&#252;cher, an die ich mich heute noch gern erinnere. Die oben genannten Titel z&#228;hlen dazu. Ich bin kein Fan von Christa Wolf. »Kein Ort. Nirgends.« ist das einzige Buch von ihr, dass ich nicht nur begeistert zu Ende, sondern mehrfach gelesen habe.</p>
<p>Und wer war der R&#228;delsf&#252;hrer dieser Romantikerverschw&#246;rung? Kein geringerer als Franz F&#252;hmann. Wohl wissend, wie schlecht es um die Reputation der Romantik in der DDR stand, in der der <a href="http://turmsegler.net/20081031/therapie-der-wirklichkeit/">Sozialistische Realismus des »Bitterfelder Weges«</a> zur k&#252;nstlerischen Staatsdoktrin erhoben war, hielt er in der Ost-Berliner Akademie einen Vortrag &#252;ber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/E._T._A._Hoffmann">E. T. A. Hoffmann</a>. Noch 1964 hatte F&#252;hmann selbst die Romantik als eine »reaktion&#228;re Literaturstr&#246;mung« bezeichnet. Als er 1976 aus Anlass des 200. Geburtstages E. T. A. Hoffmanns zu seiner Akademie-Rede anhub, hatte sich diese Einstellung geh&#246;rig gewandelt. »Die Romantik hat Modelle neuer Erfahrung geschaffen«, gab er da zu Protokoll, nur dezent eingeschr&#228;nkt durch den Nachsatz: »Die Frage ist nur, ob sie heute noch taugen.«</p>
<p>Freunde hat sich F&#252;hmann mit seinem Einsatz f&#252;r die Romantiker nicht gemacht &#8211; und zwar nicht nur in der DDR. Die arrivierte Germanistik stand den Romantikern »h&#252;ben« wie »dr&#252;ben« derart ablehnend gegen&#252;ber, dass der Dichter sich gr&#246;bste Kritiken anh&#246;ren musste. Samthandschuhe? Fehlanzeige. Damals ging es richtig zur Sache.</p>
<blockquote><p>Mit Professorenhochmut hat er in dieser Zeit &#252;berhaupt viel zu k&#228;mpfen. F&#252;hmann z&#228;hlt nach dem November 1976 nicht viel im Staate, man muss ihn gesellschaftlich nicht ernst nehmen. Das zeigt sich an seiner Begegnung mit dem Kulturwissenschaftler Hans Koch, wiederum einem Professor &#8211; eine wie von E. T. A. Hoffmann erfundene Szene mit F&#252;hmann in der Rolle des irrelevanten Privatiers. Am 4.4.1983 schreibt er an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Endler">Adolf Endler</a>: »jener Freund und G&#246;nner, Prof. Dr. Hans Koch, begegnete mir neulich bei den Ungarn, etwas sehr voll schon des s&#252;&#223;en Weines, und er legte die Stirn in Falten und sagte bedauernd, er m&#246;chte gern 1 Kritik &#252;ber mich schreiben, er habe meine Gesammelten Werke gelesen und immer laut schreien wollen von wegen dem Zeug, was da an Dummheit drinst&#228;nde, es sei auch zum Gottserbarmen, wie ich von einem guten Dichter zu so einem elenden Skribenten abgerutscht bin (Standardkritik jenes offiziellen Kritikers vom Dienst auf jeder Lesung au&#223;erhalb der Kirche) &#8211; also es jucke ihn in den Fingern, und ich sag: La&#223; doch nicht umsonst jucken, Kumpel, schreib doch &#8211; ich t&#228;t allerdings dann gern antworten, und da kraust er die Stirn noch krauser und ruft w&#246;rtlich: &#8216;Aber das ist es ja gerade!!!!&#8217; &#8211; also man kann mir in meiner Unwissenschaftlichkeit und meinem philosophischen Wirrkopf wahrhaftig nicht auch noch die Spalten der Presse &#246;ffnen, schlimm genug schon, da&#223; dieser Kerl &#252;berhaupt hier gedruckt werde (was er ehrlich zugab, nicht zu verstehen) &#8211; also das, bittesehr, m&#252;sse ich aber einsehn, da&#223; ich nicht auch noch die Presse &#8211; ja, und dann neigte der Gro&#223;e G&#246;nner seinen Kopf sehr schr&#228;g und sagte, Tr&#228;nlein in den Kulleraugen, er werde aus diesem Grund darauf verzichten, die vernichtende Kritik zu schreiben &#8211; da ich ja nicht antworten d&#252;rfe, wolle er mir die Vernichtung nicht antun, und ich dr&#252;ckte spontan seine Rechte und sagte: Professor, wie bist du doch edel, aber edel sei ja der Mensch, hilfreich, gut und parteilich, und da nickte er ger&#252;hrt mit dem Kopf und entschwand.«</p>
<p align="right"><a href="http://www.amazon.de/s/ref=nb_ss_w?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&#038;url=search-alias%3Daps&#038;field-keywords=Gunnar+Decker&#038;x=0&#038;y=0">Gunnar Decker</a>: »Der Stachel der Romantik«<br />
aus: <a href="http://www.sinn-und-form.de/">»Sinn und Form«</a> Januar/Februar 2009</p>
</blockquote>
<p>Nun ja, mag man heute denken: Was k&#252;mmert es einen F&#252;hmann, wenn sich ein Koch dran schuppert?!</p>
<p><small>&#196;ltere Ausgaben der »Sinn und Form« kann man &#252;brigens ebenso <a href="http://www.sinn-und-form.de/?kat_id=5">bestellen</a> wie ein Abo der kommenden Ausgaben.</small></p>
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		<title>Wahr ist&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jul 2009 18:26:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Watzlawick]]></category>

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		<description><![CDATA[Wahr ist nicht, was A gesagt hat; Wahr ist, was B verstanden hat.
&#8226;&#8226;&#8226; Neben Maturana hatte ich im Urlaub auch ein &#8211; ebenfalls geschenktes &#8211; Buch von Paul Watzlawick dabei: »Anleitung zum Ungl&#252;cklichsein«. Dieses B&#252;chlein kommt harmlos daher und l&#228;sst sich unbedarft als Schnurre lesen, die uns l&#228;chelnd den t&#228;glichen Irrsinn unseres Verhaltens vor Augen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wahr ist nicht, was A gesagt hat; Wahr ist, was B verstanden hat.</p></blockquote>
<p>&bull;&bull;&bull; Neben Maturana hatte ich im Urlaub auch ein &#8211; ebenfalls geschenktes &#8211; Buch von Paul Watzlawick dabei: <a href="http://www.amazon.de/Anleitung-zum-Ungl&#252;cklichsein-Paul-Watzlawick/dp/3492249388/">»Anleitung zum Ungl&#252;cklichsein«</a>. Dieses B&#252;chlein kommt harmlos daher und l&#228;sst sich unbedarft als Schnurre lesen, die uns l&#228;chelnd den t&#228;glichen Irrsinn unseres Verhaltens vor Augen f&#252;hrt. Nicht ohne Grund aber finden sich im Anhang der Maturana-B&#252;cher Hinweise auf die Watzlawick-Publikationen. Schlie&#223;lich geht es beiden wesentlich um Kommunikation.</p>
<p>Ist Watzlawick eigentlich schon einmal poetologisch hinterfragt worden? F&#252;r die Literatur sind <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Watzlawick#Kommunikationstheorie">seine Axiome</a> von nicht zu untersch&#228;tzender Bedeutung. Man nehme nur einmal dieses:</p>
<blockquote><p>Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt.</p></blockquote>
<p>Die Wikipedia erl&#228;utert dazu:</p>
<blockquote><p>
Jede Kommunikation enth&#228;lt &#252;ber die reine Sachinformation (Inhaltsaspekt) hinaus einen Hinweis, wie der Sender seine Botschaft verstanden haben will und wie er seine Beziehung zum Empf&#228;nger sieht (Beziehungsaspekt). Der Inhaltsaspekt stellt das &#8220;Was&#8221; einer Mitteilung dar, der Beziehungsaspekt sagt etwas dar&#252;ber aus, wie der Sender diese Mitteilung vom Empf&#228;nger verstanden haben m&#246;chte. Der Beziehungsaspekt zeigt, welche emotionale Beziehung von einem Kommunikationspartner gesetzt wird. Daraus folgt, dass der Beziehungsaspekt bestimmt, wie der Inhalt zu interpretieren ist. Die Art der Beziehung zwischen zwei Kommunikationspartnern ist f&#252;r das gegenseitige Verst&#228;ndnis von grundlegender Bedeutung.</p></blockquote>
<p>Wie steht es aber um den Beziehungsaspekt in der Literatur? Ich durfte feststellen, dass sich die Marketiers im Verlag sehr viele Gedanken machen um das Publikum eines Buches. Wie aber steht&#8217;s beim Autor? Ich w&#252;rde behaupten wollen, dass ich keinen blassen Schimmer habe von meinem potentiellen Publikum. Literatur versucht zu kommunizieren. Wie aber soll ihr das gelingen bei v&#246;llig verschwommenem »Beziehungsaspekt«?</p>
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		<item>
		<title>Die Sprache der Sch&#246;pfung (III)</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090714/die-sprache-der-schoepfung-iii/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 09:31:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Markus A. Hediger]]></category>

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		<description><![CDATA[
Ein Gastbeitrag von Markus A. Hediger
&#8226;&#8226;&#8226; Als ich vor einem Jahr meine autobiographischen Fiktionen beendete, ahnte ich nicht, wie sehr sie mein Selbstbild und – als Folge daraus – mein Leben bestimmen w&#252;rden. Ich hatte sie in einem rauschhaften Zustand geschrieben, der wochenlang anhielt und mich taumelnd durch eine pl&#246;tzlich eingetretene oder gefundene Kongruenz zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Klick zum Original" href="http://turmsegler.net/img/2009/markus_a_hediger.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/markus_a_hediger_s.jpg" alt="Markus A. Hediger (im Stande der Unschuld?) &copy; Markus A. Hediger" /></a></p>
<p><small>Ein Gastbeitrag von <a href="http://www.skypaperpress.com/eden/index.php/site/index/" title="Nach Eden">Markus A. Hediger</a></small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Als ich vor einem Jahr meine <a href="http://edition-neue-moderne.de/programm/prosa-inseln/kroetenkarneval/">autobiographischen Fiktionen</a> beendete, ahnte ich nicht, wie sehr sie mein Selbstbild und – als Folge daraus – mein Leben bestimmen w&#252;rden. Ich hatte sie in einem rauschhaften Zustand geschrieben, der wochenlang anhielt und mich taumelnd durch eine pl&#246;tzlich eingetretene oder gefundene Kongruenz zwischen pers&#246;nlicher Geschichte und aktuell Erlebtem tanzen lie&#223;. Sprache wurde zur Musik, die sich selbst sang. Als das B&#252;chlein schlie&#223;lich publiziert war, wollte ich weiterschreiten, weiterarbeiten an meiner Fiktion, aber es gelang mir nicht. Es war, als hielte mich die Welt zur&#252;ck, als zw&#228;nge sie mich zum Stillstand.</p>
<p>Fiktion beschr&#228;nkt sich nicht nur auf das Geschilderte. Teil einer Fiktion ist auch ihre Konstruktion, ist auch ihre Wortwahl, ihr Rhythmus. Fiktion zeichnet sich weniger durch das aus, <i>was sie erz&#228;hlt</i>, sondern durch das <i>Wie</i>.</p>
<p>Ich hatte mein Leben gnadenlos aufrichtig, unerbittlich hart erz&#228;hlt. Was zu jenem Zeitpunkt wahrscheinlich notwendig war, denn zu lange war vieles unerledigt und unaufgearbeitet in meinem Leben liegen geblieben. </p>
<p>Was ich jedoch nicht bedacht hatte: Sprache will wirken. Sprache will in den K&#246;rper. In den auf die Publikation meines B&#252;chleins folgenden Monaten begann diese von mir f&#252;r die Beschreibung meines Lebens ausgew&#228;hlte Sprache folgerichtig mit aller gnadenlosen Aufrichtigkeit und aller unerbittlichen H&#228;rte auf mich einzuschlagen. </p>
<p>Als Gott den Baum der Erkenntnis von Gut und B&#246;se in den Garten Eden setzte und zugleich dem Menschen untersagte, von seiner Frucht zu essen, war es nur eine Frage der Zeit, dass sich eine Hand danach ausstreckte und die Frucht pfl&#252;ckte. Die einzige Form, wie die Sprache eines Verbots ihre Wirkung entfalten kann, ist seine &#220;bertretung. Erst in seiner &#220;bertretung erf&#252;llt sie sich, seine Einhaltung ist lediglich ein zeitlich beschr&#228;nktes Zur&#252;ckhalten jener sprachlichen Macht, die ihre Entfaltung dr&#228;ngend, dr&#228;ngelnd fordert. </p>
<p>Ich will an dieser Stelle nicht auf den m&#246;glichen Sinn dieses Verbots eingehen, noch darauf, was unter »Gut« und »B&#246;se« in diesem Kontext zu verstehen w&#228;re. Die Unf&#228;higkeit, Gut und B&#246;se zu unterscheiden, hei&#223;t es im Text unterschied Gott von den Menschen, bevor sie von der verbotenen Frucht a&#223;en; und die Vehemenz, mit der Gott in Genesis 3 auf die &#220;bertretung seines Verbots reagiert, zeigt, dass ihm doch einiges daran gelegen sein musste. Da stellen sich weitreichende Fragen, die in eine weites theologisch spekulatives Feld f&#252;hren.</p>
<p>Vielmehr m&#246;chte ich mein Augenmerk auf den Ablauf richten, der zum Verbotsbruch f&#252;hrte, und auf die Konsequenzen, die dies nach sich zog. Aus sprachlicher Sicht ein aufschlussreiches Szenario.</p>
<p>Bis zum Auftreten der Schlange hat der Mensch Sprache bislang »nur« dazu verwendet, die Welt, die Gott erschaffen hatte, in eine f&#252;r den Menschen erkennbare Ordnung zu bringen: Er hat den Tieren und Pflanzen Namen gegeben, damit er sie voneinander unterscheiden und zueinander in Beziehung setzen k&#246;nne. Er hat gelernt, dass Sprache sich jedoch nicht dazu eignet, Dinge zu erkennen oder zu erschaffen, die nicht vorhanden sind. Adam gab den Tieren einen Namen, war aber nicht in der Lage, durch diesen Sprachakt eine Gehilfin f&#252;r sich zu erschaffen. </p>
<p>Sprache ist zu diesem Zeitpunkt nur dies: ein Abbild des Existierenden.</p>
<p>Nun aber tritt die Schlange auf und f&#252;hrt eine neue Eigenschaft von Sprache ein: N&#228;mlich die F&#228;higkeit, Wirklichkeit zu hinterfragen und sich auszumalen, was w&#228;re, wenn: </p>
<blockquote><p>
Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der <span style="font-variant: small-caps;">Herr</span> gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von den Fr&#252;chten der B&#228;ume im Garten?</p>
<p>Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Fr&#252;chten der B&#228;ume im Garten; aber von den Fr&#252;chten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: E&#223;t nicht davon, r&#252;hrt&#8217;s auch nicht an, da&#223; ihr nicht sterbt. </p>
<p>Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben; sondern Gott wei&#223;, da&#223;, welches Tages ihr davon e&#223;t, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und b&#246;se ist. Und das Weib schaute an, da&#223; von dem Baum gut zu essen w&#228;re und da&#223; er lieblich anzusehen und ein lustiger Baum w&#228;re, weil er klug machte.
</p></blockquote>
<p>Noch bewegt sich alles auf rein sprachlicher Ebene, aber die Handlung, die &#220;bertretung des Verbots, ist hier bereits vorweggenommen: nicht mehr das Verbot steht im Vordergrund, sondern das Verbotene. Der Schleier, den das Verbot &#252;ber die Frucht gelegt hatte, ist gel&#252;ftet, der Blick darauf freigegeben. </p>
<p>Zeichentheoretisch gesehen haben Eva und die Schlange nichts anderes als das Zeichen, dargestellt durch das g&#246;ttliche Verbot, zum Anlass f&#252;r eine interpretative Arbeit zu nehmen: Sie fragen nach den Gr&#252;nden des Verbots und spekulieren &#252;ber die Folgen einer m&#246;glichen &#220;bertretung. Aus dem Verbot wird ein Diskurs. </p>
<p>Eva und die Schlange h&#228;tten sich ewig weiter dar&#252;ber unterhalten k&#246;nnen. Jedes Zeichen (hier das Verbot) kann in weitere Zeichen &#252;bersetzt werden (hier der oben bereits genannte Diskurs &#252;ber die Gr&#252;nde f&#252;r das Verbot), und diese wiederum in weitere Zeichen (Eva und die Schlange h&#228;tten sich &#252;ber die Eigenschaften Gottes unterhalten und sich danach in mystischen Spekulationen verlieren k&#246;nnen) – und so weiter und so fort. In der Zeichentheorie nennt man diese potentiell unbeschr&#228;nkte &#220;bersetzung von Zeichen in andere Zeichen »unendliche Semiose«. </p>
<p>Doch jede Semiose strebt ihrem Ende zu. Sie will keine Unendlichkeit. Die einzige Form jedoch, wie eine Semiose zu ihrem Ende finden kann, besteht darin, die Ebene der Zeichen (hier: der sprachlichen Zeichen) zu verlassen und ins Konkrete zu finden. </p>
<p>Auch Eva kann sich diesem Sog nicht entziehen: Sie greift nach der Frucht, bei&#223;t in sie hinein und reicht Adam die angebissene Leckerei: Sprache ist Handlung geworden.</p>
<p>Nun geschieht das, was Sprache allein nicht bewerkstelligen konnte: Sie werden sich ihrer Nacktheit bewusst und bedecken ihre Scham. Adam und Eva erkennen sich selbst.</p>
<p>Die Aussage dieses Textes ist gewaltig: Nicht Sprache macht den Menschen zu dem, was er ist, sondern sein Tun. Nicht Reflexion f&#252;hrt zu Selbsterkenntnis, sondern eigenm&#228;chtiges, selbstverantwortliches Handeln – welches nat&#252;rlich nicht ohne Folgen bleibt.</p>
<p>Selbsterkenntnis f&#252;hrt in der Sch&#246;pfungsgeschichte in einem ersten Schritt zur Erkenntnis von Unterschiedenheit und Trennung.</p>
<p>Die anschlie&#223;ende »Versto&#223;ung« aus dem Paradies geschieht &#8211; so gesehen &#8211; fast zwangsl&#228;ufig: Der Garten Eden ist eine Sch&#246;pfung Gottes, und darin k&#246;nnen auch nur Gesch&#246;pfe Gottes leben. Durch die Selbsterkenntnis, herbeigef&#252;hrt durch eigenst&#228;ndiges Handeln, ist nun aber eine Trennung zwischen Gott und den Menschen herbeigef&#252;hrt (die Sch&#246;pfung hat sich vom Sch&#246;pfer gel&#246;st), die einen weiteren Aufenthalt im Garten Eden unm&#246;glich macht. Das Gesch&#246;pf muss nun selbst zum Sch&#246;pfer werden und sich seine eigene Welt errichten. Mit der Versto&#223;ung aus dem Paradies in eine unwirtliche Welt beginnt die Sch&#246;pfung des Menschen.</p>
<p>Zum Schluss vielleicht dieses noch: In beiden Sch&#246;pfungsgeschichten scheint es ein Muster f&#252;r den Sch&#246;pfungsprozess zu geben: Am Anfang steht die Sprache, die schlie&#223;lich in einer Handlung m&#252;ndet. In Genesis 1 ist es Gott, der zuerst ank&#252;ndigt, was er erschaffen will. Dann tut er es. In Genesis 2 ist es der Mensch, der allem zuerst eine Sprache gibt, bevor er in der Lage ist, eigenm&#228;chtig zu handeln und selbst in die Sch&#246;pfung einzugreifen. </p>
<p>Wenn ich nun nach Brasilien zur&#252;ckkehre, muss ich eine Sprache finden, die es mir erm&#246;glicht, ein anderes Leben in Rio zu erschaffen. Eine Sprache vielleicht, die weniger die Kongruenz sucht, sondern vielleicht eher auf Assonanzen und Dissonanzen h&#246;rt. Erinnerungen und Gegenwart fallen nicht immer zusammen.</p>
<p>Ich bin nicht, der ich bin.</p>
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		<title>Die Sprache der Sch&#246;pfung (II)</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 18:15:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Markus A. Hediger]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Gastbeitrag von Markus A. Hediger
In Genesis 1 geht der Sch&#246;pfer nach einem formvollendeten Plan vor, so penibel durchstrukturiert, dass sich seine Perfektion und – m&#246;chte man fast sagen – Symmetrie sogar in der Struktur seiner sprachlichen &#220;berlieferung niederschl&#228;gt. Gott geht weniger wie ein K&#252;nstler, als vielmehr wie ein Ingenieur vor, der einem genauen Bauplan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><small>Ein Gastbeitrag von <a href="http://www.skypaperpress.com/eden/index.php/site/index/" title="Nach Eden">Markus A. Hediger</a></small></p>
<p>In Genesis 1 geht der Sch&#246;pfer nach einem formvollendeten Plan vor, so penibel durchstrukturiert, dass sich seine Perfektion und – m&#246;chte man fast sagen – Symmetrie sogar in der Struktur seiner sprachlichen &#220;berlieferung niederschl&#228;gt. Gott geht weniger wie ein K&#252;nstler, als vielmehr wie ein Ingenieur vor, der einem genauen Bauplan folgt. </p>
<ul>
<li>Er beschlie&#223;t, was er erschaffen will und sagt es an (»Und Gott sprach«)</li>
<li>Er setzt sein Vorhaben um (»Und Gott machte«, »schuf« etc.)</li>
<li>Er beurteilt sein Werk (»Und Gott sah, dass es gut war«)</li>
</ul>
<p>Ein durchdachtes, vollkommenes Kunstwerk also, sorgf&#228;ltig orchestriert sowohl in seiner Entstehung als auch in seiner Vollendung, in das Gott am sechsten Tag den Menschen da hineinsetzt. Es ist genauso geworden, wie er es sich vorgestellt hatte, als er die ersten Worte sprach und das Licht erschuf. </p>
<p>Und dennoch geht etwas schief. Irgendetwas funktioniert nicht so, wie es sollte. Weshalb sonst sollte der Sch&#246;pfer sich nur wenige Zeilen sp&#228;ter veranlasst sehen, erneut seine H&#228;nde in die Erde zu senken und die Welt ein zweites Mal zu erschaffen? </p>
<p>Was war es, was eine »&#220;berarbeitung« der Sch&#246;pfung notwendig machte? </p>
<p>Vielleicht bringt ein Blick auf das Sch&#246;pfungsvorgehen, wie es in Genesis 2 beschrieben ist, etwas Klarheit in diese Frage. </p>
<p>Die in Genesis 2 erz&#228;hlte Sch&#246;pfungsgeschichte unterscheidet sich in nahezu allen Punkten – auch ganz fundamental im Erz&#228;hltechnischen – von Genesis 1. Zu gro&#223;en Teilen liest sich Genesis 2 wie ein »work in progress«. Da wird von Schritt zu Schritt entschieden, was nun als n&#228;chstes zu tun sei, das im Entstehen begriffene Werk diktiert, was es zu seiner Vollendung ben&#246;tigt. Die Unterschiede zu Genesis 1 sind so zahlreich, dass, sie alle aufzuz&#228;hlen, den Rahmen dieses Beitrags sprengen w&#252;rde. Ich beschr&#228;nke mich hier daher auf die Nennung der – in meinen Augen – zwei wichtigsten:</p>
<h4>1</h4>
<p>Anders als in Genesis 1, wo der Mensch in eine fertige Sch&#246;pfung hinein erschaffen wird, beginnt Gott in Genesis 2 sein Werk mit dem Menschen. Was in der Folge erschaffen wird, wird um den Menschen herum und f&#252;r ihn erschaffen. F&#252;r ihn pflanzt er den Garten, auf seine Bed&#252;rfnisse und seinen Geschmack hin abgestimmt. (So pflanzt Gott der HERR z.B. B&#228;ume, »lustig anzusehen und gut zu essen«.)</p>
<p>Von Anfang an ist der Mensch also Teil der Sch&#246;pfung. Dadurch, dass er von Beginn an »dabei« ist, pr&#228;gt und gestaltet er das &#252;brige Werk mit.</p>
<p>Sch&#246;pfung, hei&#223;t das, vollzieht sich auch durch und in Beziehung zum Gesch&#246;pf. </p>
<h4>2</h4>
<p>In Genesis 2 &#252;berl&#228;sst Gott es dem Menschen, Tieren und V&#246;geln einen Namen zu geben. Und – Gott verfolgt diese »Taufe« mit Neugierde. Es ist jedoch mehr als blo&#223;e Spielerei, in die er den Menschen da hineinzieht. Gem&#228;&#223; biblischem Text geht es bei dieser »Sprach&#252;bung« darum, dass der Mensch eine Gehilfin f&#252;r sich f&#228;nde. Erst als der Mensch allem einen Namen gegeben hat, »aber f&#252;r den Menschen keine Gehilfin gefunden ward«, erst da nimmt Gott eine seiner Rippen und formt daraus die Frau.</p>
<p>Diese Episode ist in zweifacher Hinsicht wenn nicht merk- so doch denkw&#252;rdig: </p>
<ul>
<li>Es ist die Sprache, die der Welt eine Struktur gibt und es dem Menschen erm&#246;glicht, mit ihr in Beziehung zu treten. Erst nachdem der Mensch allem einen Namen gegeben hat, erkennt er, dass in ihr keine Gehilfin zu finden ist. </li>
<li>Die Sprache selbst kann nicht erzaubern, was nicht vorhanden ist. Noch einmal muss Gott Hand anlegen und dem Mann eine Frau zur Seite stellen, damit er ihr einen Namen geben und sie als Gehilfin erkennen kann. </li>
</ul>
<p>Hier wird sehr deutlich, wie zentral die Rolle ist, die Genesis 2 dem Menschen in der Sch&#246;pfung beimisst. Erst durch ihn und sein Mitwirken in ihr wird Gott bewusst, dass die Sch&#246;pfung nicht vollkommen ist. Er muss nachbessern und erschafft die »M&#228;nnin«. </p>
<p>Wie unsicher Gott sich angesichts dieser zweiten Sch&#246;pfung ist, wird deutlich, wenn man sich vor Augen f&#252;hrt, was – verglichen mit der ersten – in dieser Erz&#228;hlung fehlt. </p>
<p>Nicht ein einziges Mal wird in Genesis 2 von Gott gesagt: »Und er sah, dass es gut war.« </p>
<p>Noch ein weiterer Riss geht durch diese zweite Sch&#246;pfung, doch dazu im n&#228;chsten Teil mehr. </p>
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		<title>Phidias und Praxtiteles</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Jun 2009 15:21:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Humberto Maturana]]></category>

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		<description><![CDATA[… im R&#252;ckblick auf eine j&#252;ngere Geschichte besinnen wir uns darauf, dass Skulpturen im antiken Griechenland erst relativ sp&#228;t signiert wurden, w&#228;hrend es zuvor keine Signaturen gab. Bis dahin dokumentierten die Bildhauer noch nicht: »Das ist mein Werk!« Als Phidias und Praxiteles sp&#228;ter zu signieren begannen, setzten sie sich selbst in Szene: »Das habe ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>… im R&#252;ckblick auf eine j&#252;ngere Geschichte besinnen wir uns darauf, dass Skulpturen im antiken Griechenland erst relativ sp&#228;t signiert wurden, w&#228;hrend es zuvor keine Signaturen gab. Bis dahin dokumentierten die Bildhauer noch nicht: »Das ist mein Werk!« Als Phidias und Praxiteles sp&#228;ter zu signieren begannen, setzten sie <em>sich selbst</em> in Szene: »Das habe ich geschaffen!« Etwas schaffen und das zu betonen sind zweierlei, wie unsere Kultur beweist, in der vor lauter Urhebern keine Werke mehr entstehen.</p>
<p align="right"><strong>Humberto Maturana</strong>, aus: <a href="http://www.amazon.de/Was-ist-erkennen-Humberto-Maturana/dp/3442150930/">»Was ist Erkennen?«</a></p>
</blockquote>
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		<title>Mitf&#252;hlende Menschlichkeit</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 19:02:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[J.M.G. Le Clézio]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Skafidas]]></category>

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		<description><![CDATA[
Jean-Marie Gustave Le Clézio (2008)
Literatur im 21. Jahrhundert ist der einzige Ort, das Andere zu verstehen, denn Literatur meint mitf&#252;hlende Menschlichkeit. Ich habe hier nicht die christliche Botschaft im Sinn. Ich meine die F&#228;higkeit, andere zu verstehen, und das Bewusstsein, mit ihnen verbunden zu sein. Um mitf&#252;hlen zu k&#246;nnen jedoch, sollte man in der Lage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/Jean-Marie_Gustave_Le_Clezio.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/Jean-Marie_Gustave_Le_Clezio_s.jpg" alt="Jean-Marie Gustave Le Clézio (2008)" /></a><br />
<small><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Clézio">Jean-Marie Gustave Le Clézio</a> (2008)</small></p>
<blockquote><p>Literatur im 21. Jahrhundert ist der einzige Ort, das Andere zu verstehen, denn Literatur meint mitf&#252;hlende Menschlichkeit. Ich habe hier nicht die christliche Botschaft im Sinn. Ich meine die F&#228;higkeit, andere zu verstehen, und das Bewusstsein, mit ihnen verbunden zu sein. Um mitf&#252;hlen zu k&#246;nnen jedoch, sollte man in der Lage sein, die Condition humaine zu begreifen, die Perspektive einer anderen Kultur zu verstehen, die Bedeutungslosigkeit von »Fremdheit« zu sehen.</p>
<p align="right"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cl%C3%A9zio">Jean-Marie Gustave Le Clézio</a></strong><br />
im <a href="http://www.welt.de/die-welt/article3871791/Als-Schriftsteller-muss-man-bescheiden-sein.html">Interview mit Michael Skafidas</a><br />
vom »Global Viewpoint« auf welt.de</p>
</blockquote>
<p>&bull;&bull;&bull; Allein folgender Satz l&#228;sst schon aufhorchen: »Als Schriftsteller muss man bescheiden sein.« Das h&#246;rt man auch nicht jeden Autor sagen.</p>
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		<item>
		<title>Ich pers&#246;nlich mag die Zukunft nicht</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090615/ich-persoenlich-mag-die-zukunft-nicht/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 14:06:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>
		<category><![CDATA[Humberto Maturana]]></category>

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		<description><![CDATA[
Humberto Maturana
Ich pers&#246;nlich mag die Zukunft nicht, da ich sie nicht kenne. In Chile kam einmal eine Zigeunerin auf mich zu und fragte: »Darf ich Ihnen aus der Hand lesen? Ich kann weissagen.« Ich sagte: »Gn&#228;dige Frau, bitte lassen Sie meine Zukunft Zukunft bleiben, denn ich m&#246;chte in der Gegenwart m&#246;glichst wenig dar&#252;ber wisssen.« Daraufhin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/humberto_maturana.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/humberto_maturana_blog.jpg" alt="Humberto Maturana" /></a><br />
<small><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Humberto_Maturana">Humberto Maturana</a></strong></small></p>
<blockquote><p>Ich pers&#246;nlich mag die Zukunft nicht, da ich sie nicht kenne. In Chile kam einmal eine Zigeunerin auf mich zu und fragte: »Darf ich Ihnen aus der Hand lesen? Ich kann weissagen.« Ich sagte: »Gn&#228;dige Frau, bitte lassen Sie meine Zukunft Zukunft bleiben, denn ich m&#246;chte in der Gegenwart m&#246;glichst wenig dar&#252;ber wisssen.« Daraufhin lobte sie mich als einen klugen Menschen.</p>
<p align="right"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Humberto_Maturana">Humberto Maturana</a></strong></p>
</blockquote>
<p>&bull;&bull;&bull; Im April war ich f&#252;r ein Wochenende in Berlin. Beim Sonntagsbrunch traf sich meine Abiturklasse &#8211; zum ersten Mal nach 20 Jahren. Wiedergetroffen habe ich dort auch einen Schulfreund, mit dem ich damals schon oft und angeregt diskutiert habe &#8211; &#252;ber »Gott und die Welt«, wie man so sagt. Wir waren umgehend wieder im besten Gespr&#228;ch, als h&#228;tten wir den Austausch nur kurz unterbrochen.</p>
<p>Einige Tage vor dem Urlaub erreichte mich ein P&#228;ckchen von ihm mit B&#252;chern von Humberto Maturana. Das war mit Abstand die interessanteste Urlaubslekt&#252;re, die ich je mit auf Reisen genommen habe. Dabei ist Maturana nicht etwa Dichter, sondern &#8211; Biologe.</p>
<p>Worum drehen sich Maturanas Thesen? Die Welt, in der wir leben, k&#246;nnte man subsumieren, ist nicht au&#223;erhalb, nicht unabh&#228;ngig von uns; wir <em>erschaffen</em> sie gemeinsam im Prozess des Erkennens und im Verwandeln der Erkenntnis in Sprache. Realit&#228;t finden wir nicht »drau&#223;en«; vielmehr <em>entsteht</em> sie im Auge des Betrachters. Bewu&#223;tsein schlie&#223;lich findet nicht im Gehirn statt (das keineswegs, wie gern angenommen, mit verl&#228;sslichen sinnlichen Repr&#228;sentationen einer »objektiven, realen« Au&#223;enwelt operiert), sondern in den Beziehungen der Menschen untereinander.</p>
<p>Maturanas Ideen von der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Autopoiesis">Autopoiese</a> aller »lebenden Systeme« mit all ihren Implikationen werden mich noch eine Weile besch&#228;ftigen. </p>
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		<title>In Oxford ist was los</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 16:58:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8226;&#8226;&#8226; Das 300 Jahre alte und h&#246;chst angesehene Amt des Oxford professor of poetry war j&#252;ngst neu zu besetzen. Und es wurde mit h&#228;rtesten Bandagen gek&#228;mpft. Zun&#228;chst wurde der Favorit Derek Walcott aus dem Rennen geschlagen &#8211; und zwar mit einer anonym initiierten Kampagne, die an unerfreuliche, sexuell gef&#228;rbte Ereignisse seines Vorlebens erinnerte. Walcott verzichtete [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&bull;&bull;&bull; Das 300 Jahre alte und h&#246;chst angesehene Amt des <em>Oxford professor of poetry</em> war j&#252;ngst neu zu besetzen. Und es wurde mit h&#228;rtesten Bandagen gek&#228;mpft. Zun&#228;chst wurde der Favorit Derek Walcott aus dem Rennen geschlagen &#8211; und zwar mit einer anonym initiierten Kampagne, die an unerfreuliche, sexuell gef&#228;rbte Ereignisse seines Vorlebens erinnerte. Walcott verzichtete auf die Kandidatur, und die Mitbewerberin Ruth Padel wurde auf den ehrenwerten Posten gew&#228;hlt. Nun trat auch sie nach nur wenigen Tagen zur&#252;ck, denn es wurde ruchbar, <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30386/1.html">dass sie h&#246;hstselbst die Informationen gestreut hatte</a>&#8230;</p>
<p>Wat ne schmutzige Nummer! Aber da ist was los in Oxford, das muss man schon sagen.</p>
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		<title>The writer&#8217;s guide to making a digital living</title>
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		<pubDate>Sat, 09 May 2009 20:50:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetik]]></category>

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		<description><![CDATA[
The writer&#8217;s guide to making a digital living
&#8226;&#8226;&#8226; Australien ist ein Paradies f&#252;r Autoren oder wird es zumindest bald sein. So jedenfalls behauptet es obiges Video. Das Geheimnis dieses unvermeidlichen Erfolgs der Autoren »down under« ist der »Writer&#8217;s guide to making a digital living«, der gl&#252;cklicherweise nicht nur als Buch, sondern auch online verf&#252;gbar ist. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object type="application/x-shockwave-flash" style="width:460px; height:380px;" data="http://www.youtube.com/v/tRueQ1Q6NGA"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/tRueQ1Q6NGA" /></object></p>
<p><small><a href="http://www.australiacouncil.gov.au/writersguide">The writer&#8217;s guide to making a digital living</a></small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Australien ist ein Paradies f&#252;r Autoren oder wird es zumindest bald sein. So jedenfalls behauptet es obiges Video. Das Geheimnis dieses unvermeidlichen Erfolgs der Autoren »down under« ist der <a href="http://www.australiacouncil.gov.au/writersguide">»Writer&#8217;s guide to making a digital living«</a>, der gl&#252;cklicherweise nicht nur als Buch, sondern auch online verf&#252;gbar ist. Ein Klick in die interaktive Karte des Literatur-Universums zeigt auf, wie vielf&#228;ltig f&#252;r einen heutigen Autor die M&#246;glichkeiten der digital-literarischen Ausdrucksm&#246;glichkeiten sind. Ich war erstaunt.</p>
<p>Nun z&#228;hle ich wohl nicht zur Zielgruppe dieser Publikation, denn ich muss einr&#228;umen, dass ich ein Verfechter des altmodischen Buches als Literaturbeh&#228;ltnis bin. Ich bin durchaus f&#252;r Experimente zu haben, wie »Die Leinwand« beweisen wird, aber es sind Experimente mit dem Medium Buch. Weder treibt es mich, meinen Lebensunterhalt mit Literatur zu verdienen (beim Gedanke, schreiben zu <em>m&#252;ssen</em>, um die Miete zahlen zu k&#246;nnen, wird mir schlagartig unwohl), noch treibt es mich, all jene in diesem Wegweiser vorgestellten Varianten der Online-Publikation zu erproben. Andere Autoren m&#246;gen das aber ganz anders sehen, und mancher Versuch in diesen neueren Medien ist sicher auch formal interessant, also im Hinblick auf die Frage, welche R&#252;ckwirkung die Form auf den Inhalt haben mag.</p>
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