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	<title>Turmsegler &#187; Musik</title>
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	<description>Turmsegler</description>
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		<title>Dutch Delight</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 00:01:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Frans van de Hoeven]]></category>
		<category><![CDATA[Joost Lijbaart]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfert Brederode]]></category>
		<category><![CDATA[Yuri Honing]]></category>

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		<description><![CDATA[
»Yuri Honing Acoustic Quartet« am 28. 01. 2010 in der M&#252;nchner »Unterfahrt«
&#8226;&#8226;&#8226; Die M&#252;nchner »Unterfahrt« ist f&#252;r Jazzfreunde immer einen Besuch wert. Was allerdings gestern dort geboten wurde, war Jazz der Extraklasse.
Der Babysitter war bestellt, damit wir – die Herzdame, mein Busenfreund Jens-Christian und ich – geb&#252;hrend den gegl&#252;ckten Start der »Leinwand« feiern konnten. Jens-Christian [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2010/dutch_delight.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2010/dutch_delight_s.jpg" alt="»Yuri Honing Acoustic Quartet« am 28. 01. 2010 in der M&#252;nchner »Unterfahrt«" width="460" height="345"/></a><br />
<small>»Yuri Honing Acoustic Quartet« am 28. 01. 2010 in der M&#252;nchner »Unterfahrt«</small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Die M&#252;nchner <a href="http://www.unterfahrt.de/">»Unterfahrt«</a> ist f&#252;r Jazzfreunde immer einen Besuch wert. Was allerdings gestern dort geboten wurde, war Jazz der Extraklasse.</p>
<p>Der Babysitter war bestellt, damit wir – die <a href="http://kerstinsklein.blogspot.com/">Herzdame</a>, mein <a href="http://blog.invisible.ch/">Busenfreund</a> Jens-Christian und ich – geb&#252;hrend den gegl&#252;ckten Start der <a href="http://turmsegler.net/die-leinwand/">»Leinwand«</a> feiern konnten. Jens-Christian ist Schweizer, seit letztem Sommer aber drei Tage die Woche in M&#252;nchen bei einem IT-Kunden, und da ich ihm einige der besten Tipps in Sachen Jazz verdanke, wollten wir ihn unbedingt einmal in die »Unterfahrt« ausf&#252;hren. Dass wir es ausgerechnet gestern getan, war ein Gl&#252;cksfall, denn wir wurden geradezu beschenkt mit Jazz in mystischer Dimension.</p>
<p>Es spielte das »Yuri Honing Acoustic Quartet«, bestehend aus dem Sax-Player <a href="http://www.myspace.com/yurihoning">Yuri Honig</a>, Pianist Wolfert Brederode, Bassist Frans van de Hoeven und dem Drummer Joost Lijbaart, allesamt Holl&#228;nder.</p>
<p>Im Programm des Abends hie&#223; es:</p>
<blockquote><p>Yuri Honing als Aush&#228;ngeschild des holl&#228;ndischen Jazz zu bezeichnen, ist richtig und falsch zugleich: Auf der einen Seite ist Honing in der Tat &#8211; weltweit betrachtet, 30 CD&#8217;s und Tourneen in 50 L&#228;ndern &#8211; einer der am st&#228;rksten wahrgenommenen Jazzmusiker aus den Niederlanden. Andererseits sind es gerade seine Ausfl&#252;ge in andere Genres, in vielf&#228;ltige, kulturell vollkommen gegens&#228;tzliche Musikwelten, die das Markenzeichen des jungen Saxophonisten ausmachen und es schwer machen, ihn konkret einer bestimmten Schule zuzuordnen. Nun kommt er mit einer niederl&#228;ndischen All Star Besetzung im akustischen Gewand. Yuri Honing holt nach fast 10 Jahren endlich wieder einen Pianisten in seine Band. Mit dem ECM K&#252;nstler Wolfert Brederode verbindet ihn eine tiefe musikalische Spiritualit&#228;t, die der Musik Freiheit f&#252;r Raum und Zeit gibt. </p></blockquote>
<p>W&#228;hrend der Pause und nach dem Konzert hatte ich Gelegenheit, mit den Musikern zu sprechen. Yuri Honing tritt zumeist mit seiner &#8211; wie er sie nennt &#8211; »electric band« auf: zwei Elektrogitarren zum Sax, heftig verst&#228;rkt – laut. Zu Beginn des Konzertes scherzte Honing, er sei sehr gl&#252;cklich, nun wieder einmal in einem »acoustic ensemble« zu spielen und sein »Geh&#246;r wiederzugewinnen«. Das Konzert begann gut und steigerte sich von St&#252;ck zu St&#252;ck. Es war ein Genuss, den Musikern zuzuschauen:  Joost Lijbaart drummte spielerisch, unaufdringlich, wie in Trance; Wolfert Brederode ging am Piano sichtlich ganz und gar im Musizieren auf; Frans van de Hoeven liebkoste seinen Bass und erntete mit einem sp&#228;ten Solo im zweiten Teil des Konzertes den zutiefst verdienten Zwischenapplaus. Dazu Yuri Honing, abwechselnd am Tenor- und Altsaxophon, mal expressiv, dann wieder tief versunken bis ins Meditative. </p>
<p>Einen ersten H&#246;hepunkt erreichte die Performance mit dem letzten St&#252;ck vor der Pause, einer mit fast verspielten Kurzsoli beginnenden und in eine mitrei&#223;ende Gesamtperformance m&#252;ndende Variation des alten Standards »Wild with the Wind«. Die Begeisterung &#252;ber dieses St&#252;ck trug leicht &#252;ber die Pause, und im Anschluss legten die vier noch einmal richtig nach und steigerten sich von Nummer zu Nummer. Den Abschluss bildete eine Komposition des Drummers Joost Lijbaart. Der Bassist frozzelte noch: »What? He did it?« Yes, he did, and he did it more then well. Wenn ich zu Beginn von mystischer Dimension sprach – hier war sie am meisten zu sp&#252;ren. Ausgerechnet mit Joost Lijbaart habe ich nicht gesprochen, was ein Vers&#228;umnis ist. Darum hier: Tell him, guys, that he is a great composer!</p>
<p>Eine Aufnahme, so Yuri Honing, w&#252;rde er schon gern machen. Allerdings, r&#228;umt er ein, »warte er noch auf den rechten Moment«, denn es gebe noch »room for improvement«, eine &#196;u&#223;erung, die mich nur in meiner Ansicht best&#228;tigt, dass Understatement, eine gewisse Demut im eigenen Schaffen, eine wesentliche Zutat f&#252;r das selten wirklich Gelungene in jeglicher Kunst ist.</p>
<p>Es ist kaum zu glauben, dass dieses Quartett auf der aktuellen Tour nur ganze f&#252;nf Konzerte gibt. (Heute sind sie in Basel!). Und die »Unterfahrt«, oft bis auf den letzten Platz besetzt, war gestern nicht einmal ausverkauft. Ja, meinte Honing, mit der »electric band« k&#246;nne er Festivals bespielen. Diese Art Musik hingegen sei nur etwas f&#252;r die »happy few«. Wir waren heute alle drei beseelt, dass wir zu den »wenigen Gl&#252;cklichen« z&#228;hlen durften. Eine gelungenere Feier zum »Leinwand«-Erscheinen h&#228;tte ich mir nicht w&#252;nschen k&#246;nnen.</p>
<p><small>Eine Auswahl aus den <a href="http://www.yurihoning.com/music.html">Aufnahmen Yuri Honings</a> ist online bestellbar.</small></p>
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		<title>Bendigamos al Altísimo</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 14:10:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Bendigamos al Altísimo,
Al Senor que nos crió,
Démosle agradecimiento
Por los bienes que nos dió. 
Alabado sea su Santo Nombre,
Porque siempre nos apiadó.
Load al Senor que es bueno,
Que para siempre su merced. 
Bendigamos al Altísimo,
Por su Ley primeramente,
Que liga a nuestra raza
Con el cielo continuamente.
Alabado sea su Santo Nombre,
Porque siempre nos apiadó.
Load al Senor que es bueno,
Que [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bendigamos al Altísimo,<br />
Al Senor que nos crió,<br />
Démosle agradecimiento<br />
Por los bienes que nos dió. </p>
<p>Alabado sea su Santo Nombre,<br />
Porque siempre nos apiadó.<br />
Load al Senor que es bueno,<br />
Que para siempre su merced. </p>
<p>Bendigamos al Altísimo,<br />
Por su Ley primeramente,<br />
Que liga a nuestra raza<br />
Con el cielo continuamente.</p>
<p>Alabado sea su Santo Nombre,<br />
Porque siempre nos apiadó.<br />
Load al Senor que es bueno,<br />
Que para siempre su merced. </p>
<p>Bendigamos al Altísimo,<br />
Por el pan segundamente,<br />
Y también por los manjares<br />
Que comimos juntamente.</p>
<p>Pues comimos y bebimos alegremente<br />
Su merced nunca nos faltó.<br />
Load al Senor que es bueno,<br />
Que para siempre su merced. </p>
<p>Bendita sea la casa esta,<br />
El hogar de su presencia,<br />
Donde guardamos su fiesta,<br />
Con alegría y permanencia. </p>
<p>Alabado sea su Santo Nombre,<br />
Porque siempre nos apiadó.<br />
Load al Senor que es bueno,<br />
Que para siempre su merced.</p>
<p>&bull;&bull;&bull; Das j&#252;dische Tischgebet, ein Danksegen nach dem Essen, ist lang. Singt man es, braucht man etwa sieben Minuten. Nach spanisch-portugiesischer Tradition wird im Anschluss noch ein weiteres Lied gesungen, das man als Zusammenfassung des langen Tischgebets bezeichnen k&#246;nnte: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bendigamos">»Bendigamos al Altísimo«</a>.</p>
<p>Geschrieben wurde es &#8211; meines Wissens und entgegen der Vermutung der Wikipedia, die es f&#252;r catalanisches Spanisch h&#228;lt &#8211; in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ladino_(Sprache)">Ladino</a>, dem so genannten Judenspanisch.</p>
<p>Die Melodie ist ein Ohrwurm. Ich suche noch nach einer vollst&#228;ndigen Aufnahme. Aber das hier zu h&#246;rende Sample der letzten 1 1/2 Strophen vermittelt einen guten Eindruck.</p>
<p>An manchen Tagen steigen in mir, wenn ich es h&#246;re, mit Macht die Tr&#228;nen auf. Heute ist so einer.</p>
<p>Hier eine Interlinear&#252;bersetzung ins Deutsche f&#252;r »die wenigen unter uns«, die kein Ladino verstehen:</p>
<p>Lasst uns den H&#246;chsten segnen,<br />
den Herrn, der uns erhoben,<br />
lasst uns ihm danken<br />
f&#252;r alles Gute, das er uns gegeben.</p>
<p>Gepriesen sei sein heiliger Name,<br />
denn erbarmt hat er sich unser immer.<br />
Lobt den Herrn, denn er ist gut,<br />
und seine Gnade w&#228;ret ewig.</p>
<p>Lasst uns den H&#246;chsten segnen,<br />
zuallererst f&#252;r sein Gesetz,<br />
das uns fortw&#228;hrend<br />
an den Himmel bindet.</p>
<p>Gepriesen sei sein heiliger Name,<br />
denn erbarmt hat er sich unser immer.<br />
Lobt den Herrn, denn er ist gut,<br />
und seine Gnade w&#228;ret ewig.</p>
<p>Lasst uns den H&#246;chsten segnen,<br />
zweitens f&#252;r das Brot<br />
und auch die Speisen<br />
die wir gemeinsam a&#223;en.</p>
<p>Denn gl&#252;cklich haben wir gegessen und getrunken<br />
Seine Gnade hat uns nie verfehlt.<br />
Lobt den Herrn, denn er ist gut,<br />
und seine Gnade w&#228;ret ewig.</p>
<p>Gesegnet sei dies Haus,<br />
das Heim seiner Gegenwart,<br />
in dem wir sein Festmal hielten,<br />
mit Gl&#252;ck und mit Best&#228;ndigkeit.</p>
<p>Gepriesen sei sein heiliger Name,<br />
denn erbarmt hat er sich unser immer.<br />
Lobt den Herrn, denn er ist gut,<br />
und seine Gnade w&#228;ret ewig.</p>
<p><small><a href="http://turmsegler.net/audio/bendigamos.mp3">Bendigamos al Altísimo</a><br />
<a href="http://www.mcd.com.br/mcd/conteudo/artdeta.php?cod_art=18">gesungen von Fortuna</a></small></p>
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		</item>
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		<title>Chanson einer Dame im Schatten</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090505/chanson-einer-dame-im-schatten/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2009 19:07:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Hillary Summers]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Nyman]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Celan]]></category>

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		<description><![CDATA[
Michael Nyman
Wenn die Schweigsame kommt und die Tulpen k&#246;pft:
Wer gewinnt?
Wer verliert?
Wer tritt an das Fenster?
Wer nennt ihren Namen zuerst?
Es ist einer, der tr&#228;gt mein Haar.
Er tr&#228;gts wie man Tote tr&#228;gt auf den H&#228;nden.
Er tr&#228;gts wie der Himmel mein Haar trug im Jahr, da ich liebte.
Er tr&#228;gt es aus Eitelkeit so.
Der gewinnt.
Der verliert nicht.
Der tritt nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://turmsegler.net/img/michael_nyman.gif" alt="Michael Nyman" /><br />
<small><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Nyman">Michael Nyman</a></strong></small></p>
<p>Wenn die Schweigsame kommt und die Tulpen k&#246;pft:<br />
Wer gewinnt?<br />
<img src="http://turmsegler.net/img/dot.gif" width="40" height="1"/>Wer verliert?<br />
<img src="http://turmsegler.net/img/dot.gif" width="80" height="1"/>Wer tritt an das Fenster?<br />
Wer nennt ihren Namen zuerst?</p>
<p>Es ist einer, der tr&#228;gt mein Haar.<br />
Er tr&#228;gts wie man Tote tr&#228;gt auf den H&#228;nden.<br />
Er tr&#228;gts wie der Himmel mein Haar trug im Jahr, da ich liebte.<br />
Er tr&#228;gt es aus Eitelkeit so.</p>
<p>Der gewinnt.<br />
<img src="http://turmsegler.net/img/dot.gif" width="40" height="1"/>Der verliert nicht.<br />
<img src="http://turmsegler.net/img/dot.gif" width="80" height="1"/>Der tritt nicht ans Fenster.<br />
Der nennt ihren Namen nicht.</p>
<p>Es ist einer, der hat meine Augen.<br />
Er hat sie, seit Tore sich schliessen.<br />
Er tr&#228;gt sie am Finger wie Ringe.<br />
Er tr&#228;gt sie wie Scherben von Lust und Saphir:<br />
er war schon mein Bruder im Herbst;<br />
er z&#228;hlt schon die Tage und N&#228;chte.</p>
<p>Der gewinnt.<br />
<img src="http://turmsegler.net/img/dot.gif" width="40" height="1"/>Der verliert nicht.<br />
<img src="http://turmsegler.net/img/dot.gif" width="80" height="1"/>Der tritt nicht ans Fenster.<br />
Der nennt ihren Namen zuletzt.</p>
<p>Es ist einer, der hat, was ich sagte.<br />
Er tr&#228;gts unterm Arm wie ein B&#252;ndel.<br />
Er tr&#228;gts wie die Uhr ihre schlechteste Stunde.<br />
Er tr&#228;gt es von Schwelle zu Schwelle, er wirft es nicht fort.</p>
<p>Der gewinnt nicht.<br />
<img src="http://turmsegler.net/img/dot.gif" width="40" height="1"/>Der verliert.<br />
<img src="http://turmsegler.net/img/dot.gif" width="80" height="1"/>Der tritt an das Fenster.<br />
Der nennt ihren Namen zuerst.</p>
<p>Der wird mit den Tulpen gek&#246;pft.</p>
<p align="right">&copy; <strong>Paul Celan</strong>, aus: <a href="http://www.amazon.de/Gedichte-zwei-B&#228;nden-Band-1/dp/3518014129/">»Niemandsrose«</a></small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Einige halten Michael Nymans Musik ja f&#252;r Pop. Die Bezeichnung seines Kammerorchesters als »Michael Nyman Band« mag den Schluss nahelegen, dass er es selbst nicht wesentlich anders sieht. Whatever! </p>
<p>Ich bin auf ihn aufmerksam geworden &#252;ber die Soundtracks zu den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Greenaway">Greenaway</a>-Filmen, namentlich »Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber«. Die Liebhaber-Box mit s&#228;mtlichen dieser Soundtracks war dann auch meine erste Nyman-Anschaffung. Anschaffung? Wenn ich es recht bedenke, war diese Box wohl ein Geschenk… Dabei blieb es aber nicht. Zu meinen Lieblingsst&#252;cken von Nyman geh&#246;ren sein Klavierkonzert und die »Musique à Grande Vitesse« (MGV), ein Auftragswerk zur Inbetriebnahme des franz&#246;sischen Hochgeschwindigkeitszuges TGV und ein perfekter Soundtrack f&#252;r »z&#252;gige« Fahrten auf einer leeren deutschen Autobahn ohne Tempolimit. Beide St&#252;cke sind &#252;brigens <a href="http://www.amazon.de/Mgv-Pno-Con-Nyman-M/dp/B001LKLKWA/">auf einer CD</a> zu haben.</p>
<p>Ich habe Nymans Ver&#246;ffentlichungen lange nicht verfolgt. Gestern bin ich per Zufall auf seine Vertonung von sechs Celan-Gedichten gesto&#223;en. Das ist nun ein Muss f&#252;r Nyman- und f&#252;r Celan-Fans, umso mehr, wenn &#8211; wie bei mir &#8211; beides zusammenkommt.</p>
<p><small><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hillary_Summers">Hillary Summers</a> singt: »Chanson einer Dame im Schatten«<br />
in der Vertonung von Michael Nyman<br />
Michael Nyman Band, aus: <a href="http://www.amazon.de/Celan-Songs-Ballad-Michael-Nyman/dp/B000GB7DQ2/">»Six Celan Songs«</a></small></p>
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		<title>Weder noch</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090417/weder-noch/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Apr 2009 23:05:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Blumfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Kreisler]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Mey]]></category>

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		<description><![CDATA[
Blumfeld singt »Weder noch« von Georg Kreisler aus den »Liedern eines j&#252;dischen Gesellen«
Meinen Sie, es ist leicht?
Meinen Sie, es ist schwer?
Weder noch, glauben Sie mir.
Meinen Sie, es ist faul?
Meinen Sie, es ist fair?
Weder noch, glauben Sie mir.
Man mu&#223; nur wissen, man hat niemals ein Zuhause
und da&#223; man niemals ein Zuhause haben wird.
Und da&#223; man, wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object type="application/x-shockwave-flash" style="width:460px; height:380px;" data="http://www.youtube.com/v/cHf_0yGe6bc"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/cHf_0yGe6bc" /></object></p>
<p><small><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Blumfeld">Blumfeld</a> singt »Weder noch« von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Kreisler">Georg Kreisler</a> aus den <a href="http://www.amazon.de/Lieder-Eines-J&#252;dischen-Gesellen-Kreisler/dp/B00002R2WS/">»Liedern eines j&#252;dischen Gesellen«</a></small></p>
<p>Meinen Sie, es ist leicht?<br />
Meinen Sie, es ist schwer?<br />
Weder noch, glauben Sie mir.</p>
<p>Meinen Sie, es ist faul?<br />
Meinen Sie, es ist fair?<br />
Weder noch, glauben Sie mir.</p>
<p>Man mu&#223; nur wissen, man hat niemals ein Zuhause<br />
und da&#223; man niemals ein Zuhause haben wird.<br />
Und da&#223; man, wenn man einmal sagt: &#8220;Ich geh nach Hause&#8221;,<br />
sich h&#246;chstwahrscheinlich in der Ausdrucksweise irrt.</p>
<p>Meinen Sie, es macht klug?<br />
Meinen Sie, es macht dumm?<br />
Weder noch, glauben Sie mir.</p>
<p>Meinen Sie, man wird laut?<br />
Meinen Sie, man wird stumm?<br />
Weder noch, glauben Sie mir.</p>
<p>Man mu&#223; sich nur ein bisserl mehr als andre plagen<br />
und sich nicht leid tun, sonst verliert man die Partie.<br />
Denn ob man klug ist oder dumm ist &#8211; man wird sagen:<br />
Sie ist nur klug oder nur dumm, weil sie ist sie.</p>
<p>Meinen Sie, das ist schlimm?<br />
Meinen Sie, das ist gut?<br />
Weder noch, glauben Sie mir.</p>
<p>Meinen Sie, man kriegt Angst?<br />
Meinen Sie, man kriegt Mut?<br />
Weder noch, glauben Sie mir.</p>
<p>Man mu&#223; nur denken: Na, was schadet schon das Wandern?<br />
Und man darf weder sich noch andren Leuten grollen.<br />
Denn man mu&#223; wissen: Man ist ganz so wie die andern.<br />
Nur da&#223; die andern grade das nicht wissen wollen.</p>
<p align="right"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Kreisler">Georg Kreisler</a></strong>, aus:<br />
<a href="http://www.amazon.de/Lieder-Eines-J&#252;dischen-Gesellen-Kreisler/dp/B00002R2WS/">»Lieder eines j&#252;dischen Gesellen«</a></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Die Hamburger Indie-Pop-Band <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Blumfeld">»Blumfeld«</a> hat ihren Namen bei Kafka gefunden (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Blumfeld,_ein_&#228;lterer_Junggeselle">»Blumfeld, ein &#228;lterer Junggeselle«</a>). Ich w&#252;rde liebend gern anmerken, wo ich auf dieses Video aufmerksam geworden bin; aber in den Feiertagswirren ist mir die Quelle verloren gegangen.</p>
<blockquote><p>Man mu&#223; nur wissen, man hat niemals ein Zuhause<br />
und da&#223; man niemals ein Zuhause haben wird.<br />
Und da&#223; man, wenn man einmal sagt: &#8220;Ich geh nach Hause&#8221;,<br />
sich h&#246;chstwahrscheinlich in der Ausdrucksweise irrt.
</p></blockquote>
<p>Dass mir solche Verse noch immer ein »Heartbreaker« sind… Dabei habe ich ein wunderbares Zuhause. Und das ist nicht im Geringsten kokettiert.</p>
<p>Passend dazu kam mich auch noch Heimweh an, als ich bei der <a href="http://botschaftneukoelln.wordpress.com/2009/04/11/freiheit-die-ich-meine/">»Neuk&#246;llner Botschaft«</a> dieses Lied von Reinhard Mey entdeckte. Und ich dachte tats&#228;chlich, ich w&#228;re hier in M&#252;nchen unterdessen so etwas wie »naturalisiert«. Denkste!</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" style="width:460px; height:380px;" data="http://www.youtube.com/v/NIZAHHPdVSM"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/NIZAHHPdVSM" /></object></p>
<p><small><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Mey">Reinhard Mey</a>: Mein Berlin, aus: <a href="http://www.amazon.de/Farben-Reinhard-Mey/dp/B0000089LS/">»farben«</a></small></p>
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		<title>Die alten Weisen</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090215/die-alten-weisen/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 11:10:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Hanns Eisler]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes R. Becher]]></category>

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		<description><![CDATA[
Johannes R. Becher (1891-1958)
Es sind die alten Weisen,
die neu in uns erstehn,
und die im Wind, dem leisen,
von fern her&#252;ber wehn.
Wenn sich die Wipfel neigen,
allabendlich im Wind,
dann gehn durch unser Schweigen,
sie, die gefallen sind.
Es sind die alten Lieder,
die singen neu aus mir,
und wie vorzeiten wieder,
am Abend singen wir.
Es ist in uns ein Raunen
und wird zum gro&#223;en [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://turmsegler.net/img/johannes_r_becher.jpg" alt="Johannes R. Becher" /><br />
<small>Johannes R. Becher (1891-1958)</small></p>
<p>Es sind die alten Weisen,<br />
die neu in uns erstehn,<br />
und die im Wind, dem leisen,<br />
von fern her&#252;ber wehn.<br />
Wenn sich die Wipfel neigen,<br />
allabendlich im Wind,<br />
dann gehn durch unser Schweigen,<br />
sie, die gefallen sind.</p>
<p>Es sind die alten Lieder,<br />
die singen neu aus mir,<br />
und wie vorzeiten wieder,<br />
am Abend singen wir.<br />
Es ist in uns ein Raunen<br />
und wird zum gro&#223;en Chor,<br />
und zu den Sternen staunen,<br />
staunen wir empor!</p>
<p align="right"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_R._Becher"><strong>Johannes R. Becher</strong></a><br />
aus: »Neue deutsche Volkslieder«,<br />
vertont von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Eisler"><strong>Hanns Eisler</strong></a></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Als Nachtrag zum <a href="http://turmsegler.net/20090215/14-arten-den-regen-zu-beschreiben/">letzten Beitrag</a> hier der vollst&#228;ndige Text der »Alten Weisen«. Ich bekomme noch immer eine G&#228;nsehaut, wenn ich das Lied h&#246;re, und ich singe unweigerlich sofort mit. </p>
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		<title>14 Arten, den Regen zu beschreiben</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 10:56:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Hanns Eisler]]></category>
		<category><![CDATA[Ingeborg Bachmann]]></category>

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		<description><![CDATA[
Hanns Eisler im Gespr&#228;ch mit Bertolt Brecht (Quelle: Bundesarchiv)
&#8226;&#8226;&#8226; Ich habe eine Schw&#228;che f&#252;r Eislers »Neue deutsche Volkslieder«. (»Es sind die alten Weisen, die neu in uns erstehn…«) W&#228;hrend meiner (zu kurzen) Gesangsausbildung habe ich sie allesamt einstudiert. Damals stie&#223; ich in einer Eisler-Werkliste auf einen Titel, den ich nie vergessen habe: »14 Arten, den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Eisler"><img height="296" width="460" src="http://turmsegler.net/img/brecht_eisler.jpg" alt="Hanns Eisler im Gespr&#228;ch mit Bertolt Brecht" /></a><br />
<small><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Eisler">Hanns Eisler</a> im Gespr&#228;ch mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bertolt_Brecht">Bertolt Brecht</a> <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bundesarchiv_Bild_183-19204-2132,_Berlin,_Bertold_Brecht_und_Hanns_Eisler.jpg&#038;filetimestamp=20081203231815">(Quelle: Bundesarchiv)</a></small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Ich habe eine Schw&#228;che f&#252;r Eislers »Neue deutsche Volkslieder«. (<a href="http://www.npr.org/templates/player/mediaPlayer.html?action=1&#038;t=6&#038;islist=false&#038;id=92197161&#038;m=92142644">»Es sind die alten Weisen, die neu in uns erstehn…«</a>) W&#228;hrend meiner (zu kurzen) Gesangsausbildung habe ich sie allesamt einstudiert. Damals stie&#223; ich in einer Eisler-Werkliste auf einen Titel, den ich nie vergessen habe: <a href="http://www.classicsonline.com/catalogue/product.aspx?pid=739556">»14 Arten, den Regen zu beschreiben«</a>. Geh&#246;rt habe ich das St&#252;ck jedoch nie. Gestern fiel mir der Titel wieder ein, als ich &#252;ber »Todesarten« assoziierte. </p>
<p>Bei <a href="http://www.classicsonline.com/">Classics Online</a>, einem MP3-Download-Portal (320kbps und kein DRM!) des Classic-Labels Naxos, habe ich nun <a href="http://www.classicsonline.com/catalogue/product.aspx?pid=739556">eine Aufnahme</a> gefunden.</p>
<p>Irgendwo habe ich gelesen, das Wort »Todesarten« sei in sich falsch. Es m&#252;sse »Sterbearten« hei&#223;en, denn w&#228;hrend es viele Varianten des Sterbens g&#228;be, w&#228;re das Ergebnis, das Tot-Sein immer das gleiche. Das Argument ist nur auf den ersten Blick einleuchtend. Es ist ein atheistisches Argument, lassen doch fast alle Religionen Raum f&#252;r individuelle Fortsetzungen nach dem Sterben. Das Wort »Todesarten« bezeichnet allerdings nicht das Danach, sondern tats&#228;chlich die Arten des Sterbens. Man muss ja aber, w&#252;rde man das Wort als themengebenden Titel w&#228;hlen, es nicht bei dieser Bedeutung belassen.</p>
<p>Ingeborg Bachmann plante einst eine <a href="http://www.answers.com/topic/todesarten">Romantrilogie</a> unter diesem Titel. Und ihr ging es um Arten des Sterbens. Einzig <a href="http://www.amazon.de/Malina-Ingeborg-Bachmann/dp/351839200X/">»Malina«</a> (»Die Gesellschaft ist der allergr&#246;&#223;te Mordschauplatz«) wurde vollendet. »Der Fall Franza« blieb unvollendet und »Requiem f&#252;r Fanny Goldmann« Fragment.</p>
<p>Wie aber w&#228;re es, mit »x Arten, den Tod zu beschreiben«?</p>
<p>Ich denke an Richard und Nadja aus dem <a href="http://edition-neue-moderne.de/programm/prosa-inseln/ein-anderes-blau/">»Anderen Blau«</a>. Mir f&#228;llt eine Geschichte aus dem Talmud-Traktat »Brachot« ein: die Seelen zweier Verstorbener f&#252;hren Zwiesprache auf dem Friedhof. Und nat&#252;rlich Dante: In seiner »Commedia« entwirft er ein ganzes Panorama der Wege nach dem Tod. Aber man muss nicht einmal mystisch werden. Schon der Tod eines K&#252;nstlers, dessen Kunst weiterlebt, mag ein anderer sein als der eines Menschen, der ganz der Vergessenheit anheim f&#228;llt. Die Sterbearten m&#252;ssten dabei nicht ausgeklammert werden. Denn im »Anderen Blau« scheint es auch so, als w&#252;rde die Art, wie wir zu Tode kommen, einen Einfluss haben auf das Danach…</p>
<p><small>Hanns Eisler / Berlin Wind Quartet:<br />
»14 Arten, den Regen zu beschreiben« (Ausschnitt)</small></p>
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