Archiv der Kategorie 'Film'

Ministerium für Friedenserziehung

Montag, den 6. Oktober 2008

Wappen des Ministeriums für Friedenserziehung
Wappen des Ministeriums für Friedenserziehung

••• Das Bild im letzten Beitrag ist ein Szenenfoto aus dem im Mai 2008 angelaufenen Film »Das Verhör«, der eine ganz andere Story hat als der gleichnamige Spielfilm, von dem ich schrieb:

Ein dunkler Raum, am Tisch ein Herr in Hemd und Krawatte. Ihm gegenüber der Arbeiter Johann Schönberger (Manfred Möck): zurückhaltend, abwartend und etwas verunsichert. Der gut gekleidete Herr vom „Ministerium für Friedenserziehung“ klagt ihn an und fragt ihn aus. Der Vorwurf: Verbrechen gegen den Staat.

Schönberger kann sich zunächst an nichts erinnern, langsam kommt ihm die Geschichte aber wieder ins Gedächtnis. Dem Verhörspezialisten geht es allerdings nicht um eine harte Strafe: „Wir selektieren in überzeugte Anarchisten und fehlgeleitete Bürger.“ Wer bereit ist, sich in das totalitäre System zu integrieren, erhält eine zweite Chance. [jugendzeitung.net]

Den muss ich mit der Herzdame wohl auch einmal ansehen…

Die offizielle Website des »Ministeriums für Friedenserziehung« ist übrigens auch einen Besuch wert.

Zwei Gedichte von Luft

Donnerstag, den 1. Mai 2008

Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug (Poem)

Hoffnung und Liebe! Alles zertrümmert!
Und ich selber, gleich einer Leiche,
Die grollend ausgeworfen das Meer,
Lieg ich am Strande,
Am öden, kahlen Strande,
Vor mir woget die Wasserwüste,
Hinter mir liegt nur Kummer und Elend,
Und über mich hin ziehen die Wolken,
Die formlos grauen Töchter der Luft,
Die aus dem Meer, in Nebeleimern,
Das Wasser schöpfen,
Und es mühsam schleppen und schleppen,
Und es wieder verschütten ins Meer,
Ein trübes, langweilges Geschäft,
Und nutzlos, wie mein eignes Leben.

••• Es dauerte einen Moment, bis ich im obigen Video Klaus Maria Brandauer erkannte. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus dem Film-Poem oder Poem-Film “Poem – Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug”.

Es lohnt, den Ausschnitt bis zum Ende anzuschauen. Es werden zwei Gedichte inszeniert. Das zweite stammt von Paul Celan: “Tenebrae”. Das muss ich mir einmal heraussuchen und genauer besehen.

Verblüfft war ich bei diesem Video aber besonders vom ersten Gedicht. Ich hatte keine Ahnung, von wem es stammt, wie es heißt. Und nie und nimmer wäre ich auf den Namen des Autors gekommen: Heinrich Heine.


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Eine alte Geschichte

Dienstag, den 29. April 2008

L’Animateur – The Animator – Der Trickzeichner

••• Eine alte Geschichte, ein wenig anders erzählt…

Once Upon a Time in America

Sonntag, den 27. Januar 2008

Once Upon a Time in America - Szenenfoto
Szenenfoto aus: “Once Upon a Time in America”

••• In “Die Weisheit der Krokodile” wird ausgiebig auch aus dem “Hohelied Salomos” (Shir ha-Shirim) zitiert. Und dies nun wiederum hat mich an einen Film erinnert, der sicher unter die Top-50 des letzten Jahrhunderts gehört und ohne den geringsten Zweifel einer der prägendsten Filme für mich war: “Once Upon a Time in America”. Zum ersten Mal habe ich ihn im winzigen Union-Kino in Berlin-Friedrichshagen gesehen. Das war noch zu DDR-Zeiten. Ich erinnere mich gut. Es war der erste Film mit (eingeplanter) Pause, den ich je gesehen habe. Er lief an drei Abenden. An allen Abenden sass ich dort und langweilte mich in keiner einzigen der immerhin 220 Minuten Film.


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Fürchte den Regen nicht

Montag, den 7. Januar 2008

Ghost Dog (Jim Jarmusch) - Szenenfoto
Ghost Dog (Jim Jarmusch) – Szenenfoto

Man muß “die Lektion des Platzregens” verstehen. Ein Mann, der unterwegs von plötzlichem Regen überrascht wird, rennt die Straße hinunter, um nicht naß und durchtränkt zu werden. Wenn man es aber einmal als natürlich hinnimmt, im Regen naß zu werden, kann man mit unbewegtem Geist bis auf die Haut durchnäßt werden. Diese Lektion gilt für alles.

Tsunetomo Yamamoto (1659-1719)
aus: “Hagakure – Der Weg des Samurai”

••• Wie wohl die meisten hierzulande, die das “Hagakure” von Tsunetomo Yamamoto kennen, bin ich durch Jim Jarmuschs Film Ghost Dog auf dieses Buch aufmerksam geworden. Von Jarmuschs Film – den ich zusammen mit der Herzdame mehrmals gesehen habe – geht mindestens ebenso ein befremdlicher Reiz aus wie von dem Buch, das im Film an diversen Stellen zitiert wird.


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