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	<title>Turmsegler &#187; Diamond District</title>
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		<title>Jakob Eis</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 21:49:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8226;&#8226;&#8226; Ich erinnere mich noch gut (und gern!) an die Diskussion, die hier Anfang 2008 stattfand, als ich mit dem Beginn des ersten Wechsler-Kapitels der »Leinwand« haderte. F&#252;r die Hilfe damals bin ich den Turmseglern noch immer dankbar. Vielleicht kann ich mich mit diesem Vorgeschmack auf »Diamond District« angemessen revanchieren…
»Jakob Eis«, Auszug aus: »Diamond District«
&#169; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&bull;&bull;&bull; Ich erinnere mich noch gut (und gern!) an die <a href="http://turmsegler.net/20080201/so-geht-das-nicht/">Diskussion</a>, die hier Anfang 2008 stattfand, als ich mit dem Beginn des ersten Wechsler-Kapitels der »Leinwand« haderte. F&#252;r die Hilfe damals bin ich den Turmseglern noch immer dankbar. Vielleicht kann ich mich mit diesem <a href="http://turmsegler.net/20091119/plotpoints/">Vorgeschmack</a> auf <a href="http://turmsegler.net/category/diamond-district/">»Diamond District«</a> angemessen revanchieren…</p>
<p><small>»Jakob Eis«, Auszug aus: »Diamond District«<br />
&copy; Benjamin Stein (2009)<br />
Dauer: 14:50 min</p>
<p>(Offline seit 13.12.2009)</small></p>
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		<title>Plotpoints</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 10:19:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8226;&#8226;&#8226; Am letzten Tag in Antwerpen und auf dem Heimweg nach M&#252;nchen habe ich die Eingangsseqeuenz von »Diamond District« schreiben k&#246;nnen, ein wichtiges Etappenziel. Vielleicht bin ich vom Film korrumpiert, aber ich teile die Auffassung, dass f&#252;r einen Roman ebenso gilt, was bei einem Drehbuch gefordert ist: Nach zehn Minuten sollte der erste Plotpoint erreicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&bull;&bull;&bull; Am letzten Tag in Antwerpen und auf dem Heimweg nach M&#252;nchen habe ich die Eingangsseqeuenz von <a href="http://turmsegler.net/category/diamond-district/">»Diamond District«</a> schreiben k&#246;nnen, ein wichtiges Etappenziel. Vielleicht bin ich vom Film korrumpiert, aber ich teile die Auffassung, dass f&#252;r einen Roman ebenso gilt, was bei einem Drehbuch gefordert ist: Nach zehn Minuten sollte der erste <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Plot_point">Plotpoint</a> erreicht sein. Ich bin sogar der Meinung, dass dies bei einem Buch noch wichtiger ist als bei einem Film. Bevor ein Zuschauer das Kino verl&#228;sst, muss er schon sehr gelangweilt oder anderweitig ver&#228;rgert sein. Ein Buch ist schnell aus der Hand gelegt, zumal in der Buchhandlung, wenn das n&#228;chste Buch, das man kaufen k&#246;nnte, direkt daneben steht.</p>
<p>Auf den ersten »Metern« entscheidet sich, ob man den Leser gewonnen oder verloren hat. Man kann ihn nat&#252;rlich auch sp&#228;ter noch leicht verlieren. Aber diese Gefahr ist geringer. Hat sich jemand erst einmal auf einen Stoff, ein Setting, eine Atmosph&#228;re eingelassen, »&#252;bersteht« er (oder sie nat&#252;rlich) auch die eine oder andere L&#228;nge, gr&#246;&#223;ere Dramaturgieb&#246;gen. Am Anfang funktioniert so etwas eher nicht. Vielleicht bin ich davon auch nur deswegen so &#252;berzeugt, weil ich es sicher nicht bis zur zehnten Seite durchstehe, wenn mir bis dahin nicht deutlich geworden ist: Das ist interessiert mich, das <em>will</em> ich lesen.</p>
<p>Bei der »Leinwand«, wo es ja zwei solcher Einstiege gibt, sind es einmal 7 Seiten (Wechsler) und einmal 2 bzw. 5 Seiten (Zichroni, bei dem die besondere F&#228;higkeit des Erz&#228;hlers gleich anfangs und darauf bis Seite 7 in den Grundkonflikt des Halbw&#252;chsigen eingef&#252;hrt wird).</p>
<p>Bei »Diamond District« wollte ich es nicht anders halten. Ich wollte aber mit einem Thema einsteigen, das f&#252;r die meisten Leser vermutlich emotional eine Belastungsprobe darstellt: die <a href="http://turmsegler.net/20090819/was-ist-eine-tahara/">Tahara</a>, die Arbeit also der <em>Heligen Bruderschaft</em>. Die Tahara zu beschreiben, braucht ein wenig Raum, zumal ich nicht verschrecken, sondern die tiefe Bedeutung, ja Sch&#246;nheit und Innigkeit des Rituals vermitteln m&#246;chte. Der Paukenschlag muss dann dennoch kommen. Und das alles auf maximal sieben Seiten&#8230;</p>
<p>Startschwierigkeiten hatte ich auch wegen der Sprache. Eigentlich m&#252;sste man zumindest den ersten Teil des Romans auf Jiddisch schreiben. Das Idiom ist einfach allgegenw&#228;rtig im j&#252;dischen Antwerpen. Man h&#246;rt sich ein, man f&#252;hlt sich ein. Die Begriffe, der Klang der W&#246;rter, die Melodie (und Geschwindigkeit!) der S&#228;tze lassen sich im Deutschen kaum einfangen. Es kommt mir hier, f&#252;r diese Geschichte, untauglich vor, geradezu klinisch, kalt. Nat&#252;rlich kann man kein kunstgewerbliches Pseudo-Idiom einf&#252;hren. Das w&#228;re l&#228;cherlich. Also bleibt nur der Versuch, die jiddische »Sprachtemperatur« irgendwie einzufangen. Auch keine leichte Sache.</p>
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		<title>Rundgang in der Hoveniersstraat</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 17:45:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>

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Geschliffen wird ein Diamant nahezu ger&#228;uschlos auf einer Stahlscheibe, die mit Diamantstaubpaste eingerieben ist.
&#8226;&#8226;&#8226; Als ich das letzte Mal hier war, hatten die Diamant&#228;re Urlaub. In der Hoveniersstraat war so gut wie nichts los. Ganz anders heute: Gesch&#228;ftiges Treiben &#252;berall, Juden, Inder und einige Chinesen eilen durch die Stra&#223;e. Die Hoveniersstraat ist zwar sehr kurz, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_048.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_048_s.jpg" alt="Antwerpen Diamond District" /></a><br />
<small>Geschliffen wird ein Diamant nahezu ger&#228;uschlos auf einer Stahlscheibe, die mit Diamantstaubpaste eingerieben ist.</small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Als ich das letzte Mal hier war, hatten die Diamant&#228;re Urlaub. In der Hoveniersstraat war so gut wie nichts los. Ganz anders heute: Gesch&#228;ftiges Treiben &#252;berall, Juden, Inder und einige Chinesen eilen durch die Stra&#223;e. Die Hoveniersstraat ist zwar sehr kurz, und es liegen nur ein paar Dutzend Geb&#228;ude hier. Diese aber sind sehr tief gebaut und reichen auf der einen Seite bis zur Pelikaanstraat, auf der anderen bis zu Langen Herentalsestraat, so dass sie Tausenden Diamantb&#252;ros und -Werkst&#228;tten Platz bieten.</p>
<p>Mein Rundgang begann im Juweliergesch&#228;ft von Erwin Engel, der gerade winzige Diamanten f&#252;r den Vollbesatz einer Uhrenl&#252;nette sortierte und verma&#223;. Ich hatte M&#252;he, mich zu konzentrieren. Es war wohl nicht nur einem geh&#246;rigen Schlafdefizit geschuldet, dass ich heute erst um 10:00 Uhr aufgewacht bin. Die Kopfschmerzen gestern waren Vorboten unangenehmerer Dinge. Ich kam bei Erwin Engel mit heftigen Magenschmerzen an, und mein Kreislauf gab eine Achterbahneinlage. Nach kurzer Pause haben wir uns dann nat&#252;rlich dennoch auf den Weg gemacht.</p>
<p>Erster Stopp: Diamantenb&#246;rse. Der B&#246;rsenraum sieht aus wie ein Beis Medresch, nur ohne B&#252;cher, lange Tischreihen, an denen sich die Handelspartner gegen&#252;bersitzen und Umschl&#228;ge mit Steinen hin und her schieben und begutachten. Hinter vorgehaltener Hand hei&#223;t es, nachmittags spiele man Karten. In der separaten smoking lounge, h&#246;re ich, kann man auch vormittags schon Backgammon spielen. Die B&#246;rse ist heute weniger Handelsplatz als Schmiese-Platz &#8211; also man trifft sich und schw&#228;tzt, erf&#228;hrt dieses und jenes. Drei solcher Handelss&#228;le gibt es in der Hoveniersstraat. Voll ist es nirgends, denn die leerstehenden R&#228;ume in diesen B&#246;rsen und die Aush&#228;nge dort machen deutlich, dass die Zeit dieser B&#246;rsen abgelaufen ist. Die Telefonzentrale ist schon seit Jahren au&#223;er Betrieb, da jeder wenigstens ein Handy bei sich hat. Und die Aush&#228;nge?</p>
<p>Da werden Personalien bekanntgegeben: Wer hat welche Firma verlassen und ist nicht mehr unterschriftsberechtigt (»we are no longer responsible for any of his actions or transactions«) &#8230; Wer ist und aus welchem Grund nicht mehr Mitglied der B&#246;rse: unbezahlte Geb&#252;hren, Bankrott, Strafen &#8230; Wer ist als Kandidat f&#252;r eine B&#246;rsenmitgliedschaft akzeptiert worden &#8230; Es h&#228;ngen Fotos der Sicherheitskameras aus mit dem Konterfei bestgekleideter Ganoven, die f&#228;lschlich im Namen einer bestimmten Firma versucht haben, andere Diamant&#228;re &#252;bers Ohr zu hauen. Ungl&#228;ubig betrachte ich die Lost-and-Found-Aush&#228;nge: Da vermisst tats&#228;chlich jemand 10 Steine zwischen 3 und 6.5 ct! Ja, best&#228;tigt mir mein Begleiter, es w&#252;rden hier so viele Umschl&#228;ge die H&#228;nde wechseln, dass es ganz ohne b&#246;sen Willen vorkommen k&#246;nne, dass ein ganzes Lot Diamanten verlorengeht. Die H&#228;ndler verl&#246;ren beim t&#228;glichen Hantieren mit den Steinen schnell das Gef&#252;hl f&#252;r den Wert der Diamanten. Dann schlie&#223;lich noch der Aushang mit Gesuchen: Gr&#246;&#223;e, Form, Qualit&#228;t, was eben gesucht wird. Diese Anzeigen stehen heute allesamt im Internet auf der &#8211; nat&#252;rlich geschlossenen &#8211; Handelssite der B&#246;rse. Niemand m&#252;sste sich noch selbst in die B&#246;rse bem&#252;hen, um diese Informationen zu bekommen.</p>
<p>Ich kenne jetzt also die aktuellen Handelspreise, die ich nat&#252;rlich nicht verrate. Aber immerhin verstehe ich jetzt, dass sich die unz&#228;hligen Diamantgesch&#228;fte im und um den Diamond District, die Steine an Endkunden verkaufen, mit den lautstark im Schaufenster annoncierten Rabatten von 50% noch lange nicht ruinieren&#8230;</p>
<p>Nach dem Studium der Aush&#228;nge muss ich mich setzen. Mein Begleiter ist besorgt. Offenbar sehe ich auch so &#252;bel aus, wie ich mich f&#252;hle. Aber ich will die Tour jetzt nicht abbrechen. Immerhin bin ich eigens daf&#252;r hergekommen.</p>
<p>Nach ein paar Minuten an der frischen Luft geht es wieder, und wir setzen die Tour fort, durchs verwirrende Labyrinth der G&#228;nge, die viele der Geb&#228;ude in der Hoveniersstraat miteinander verbinden. Wir machen Halt bei Reb Eis, einem der wenigen j&#252;dischen Schleifer, die noch hier arbeiten. Die meisten Schleifarbeiten werden heute in China ausgef&#252;hrt, und das ist kein Ort f&#252;r fromme  Juden, weswegen die j&#252;dischen Firmen, die Steine geschliffen haben, so lange mit dem Outsourcing warteten, bis es zu sp&#228;t war und andere das Gesch&#228;ft &#252;bernommen hatten, Inder zumeist. Reb Eis f&#252;hrt heute noch Reparaturen und Verbesserungen aus und hat damit sein Auskommen. Ich darf seinem Angestellten beim Schleifen &#252;ber die Schulter sehen und bekomme die Basics erkl&#228;rt.</p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_049.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_049_s.jpg" alt="Antwerpen Diamond District" /></a><br />
<small>Der Schleifer legt den Schleifwinkel &#252;ber die Einspannung des Steins in dieser beweglichen Schraubzwinge fest. Diese liegt, wenn geschliffen wird, fest auf einer F&#252;hrungsschiene, so dass der Schleifer nur noch Anpressdruck und Dauer eines Schleifschrittes kontrollieren muss. Nach jedem Schleifgang (einige Sekunden) wird das Ergebnis unter der Lupe begutachtet.</small></p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_049a_s.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_049a_s.jpg" alt="Antwerpen Diamond District" /></a><br />
<small>Der Diamant wird in den Arm eingespannt. &#220;ber die Stellschrauben kann der Stein dann genau um den f&#252;r die gew&#252;nschten Facetten n&#246;tigen Winkel gedreht werden.</small></p>
<p>Reb Eis f&#252;hrt mir dann noch eine kleine Wundermaschine vor, einen an einen ordin&#228;ren PC angeschlossenen Diamantscanner, der binnen Sekunden einen Stein von allen Seiten dutzendfach fotografiert und analysiert und basierend auf diesen Aufnahmen Vorschl&#228;ge f&#252;r einen optimalen Schliff gibt. </p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_050.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_050_s.jpg" alt="Antwerpen Diamond District" /></a><br />
<small>Computertechnik erm&#246;glicht heute, was fr&#252;her langj&#228;hrige Erfahrung erforderte. Der Diamant wird digital hundertfach von allen Seiten fotografiert. Das Programm schl&#228;gt dann die Form vor, bei der am wenigsten Material verlorengeht. Alternativ kann der Diamant&#228;r eine Form w&#228;hlen und erh&#228;lt einen Vorschlag (auf Micrometer) f&#252;r die Facettierung. So werden auch bereits geschliffene Diamanten vermessen, um ihren Schliff ggf. zu verbessern.</small></p>
<p>Es sei, erfahre ich, nicht allzu schwer, das Schleifen zu lernen. Den optimalen Schliff zu planen, den Stein und seine innere Beschaffenheit zu erkennen aber, daf&#252;r brauche es schon viel Erfahrung.</p>
<p>Letzte Station auf unserem Rundgang machen wir ein Haus weiter bei einem Steinsetzer, der Diamanten und andere Edelsteine in Schmuckst&#252;cke fasst.</p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_051.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_051_s.jpg" alt="Antwerpen Diamond District" /></a><br />
<small>Beim Steinsetzen (hier eine Brosche) wird das Schmuckst&#252;ck in einen Block aus einer Art Siegellack gedr&#252;ckt. Dieser verfl&#252;ssigt sich schnell unter Hitze und gibt besten Halt, wenn er wieder erkaltet ist. Hier werden Baguette-Diamanten aus einem Schmuckst&#252;ck entfernt, um in einem neuen Schmuckst&#252;ck wiederverwendet zu werden.</small></p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_052.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_052_s.jpg" alt="Antwerpen Diamond District" /></a><br />
<small>Der Steinsetzer braucht beide H&#228;nde und tr&#228;gt daher einen beachtlichen Lupenaufbau direkt ans Brillengestell montiert.</small></p>
<p>Ich musste mich nach dem Rundgang schnell von den Engels verabschieden, denn Magen und Kreislauf gaben keine Ruhe. Ich habe gerade eben so noch das Hotel erreicht und mich f&#252;r den Rest des Nachmittags ins Bett gelegt. Ich werde wohl eine zus&#228;tzliche Nacht buchen m&#252;ssen. Mein Flugzeug zur&#252;ck nach M&#252;nchen geht morgen erst am sp&#228;ten Abend von Br&#252;ssel. Ich kann in meinem jetzigen Zustand unm&#246;glich morgen den ganzen Tag durch die Stra&#223;en ziehen.</p>
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		<title>Antwerpen Stadspark</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 21:31:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>

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		<description><![CDATA[
Antwerpen Stadspark &#8211; Br&#252;cke &#252;ber den Teich
&#8226;&#8226;&#8226; Wenn man rechtzeitig bucht, kommt man per Flugzeug via Br&#252;ssel und Express-Bus nicht nur deutlich schneller, sondern auch g&#252;nstiger von M&#252;nchen nach Antwerpen. So konnte ich heute ausschlafen und war dennoch bereits um 14:00 im Hotel, wieder das »Radisson Blu Park Lane«, da es hier schon beim ersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_044.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_044_s.jpg" alt="Antwerpen Stadspark" /></a><br />
<small>Antwerpen Stadspark &#8211; Br&#252;cke &#252;ber den Teich</small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Wenn man rechtzeitig bucht, kommt man per Flugzeug via Br&#252;ssel und Express-Bus nicht nur deutlich schneller, sondern auch g&#252;nstiger von M&#252;nchen nach Antwerpen. So konnte ich heute ausschlafen und war dennoch bereits um 14:00 im Hotel, wieder das <a href="http://www.radissonblu.com/parklanehotel-antwerp">»Radisson Blu Park Lane«</a>, da es hier schon beim ersten Besuch sehr angenehm war und das Hotel strategisch bestens liegt, direkt am Stadspark und nur wenige Gehminuten sowohl von den meisten Synagogen als auch vom Diamond District entfernt.</p>
<p>Gestern abend habe ich noch weiter an der Eingangssequenz des ersten Teils von »Diamond District« geschrieben und entsprechend schlecht geschlafen. Die Anspannung ist im Moment enorm. Ich habe nun den ersten Teil schon sehr plastisch vor Augen, aber ich bin noch nicht richtig in Fahrt gekommen. Bislang sitzt jeder Satz, aber l&#228;sst sich vorher 10x bitten.</p>
<p>An eben dieser Anspannung liegt es wohl, dass ich schon mit Kopfweh hier ankam. Leider war das Zimmer noch nicht bereit. So konnte ich nur den Koffer abgeben und musste gleich noch einmal auf Tour gehen. Als erstes habe ich die <a href="http://turmsegler.net/20090820/besichtigung-der-tatorte/">Tatortbesichtigung</a> nachgeholt, zu der mir beim letzten Besuch die Zeit gefehlt hatte. Der Mord an dem noch namenlosen Diamant&#228;r d&#252;rfte sich auf der kleinen Br&#252;cke im Stadspark abgespielt haben, an der Stelle, wo das Gel&#228;nder niedrig ist. Es d&#252;rfte ein Sto&#223; gen&#252;gt haben, um das Opfer in den Teich zu bef&#246;rdern. Was das Messer des M&#246;rders nicht bereits erledigt hatte, vollbrachte der Sturz. Unter der Br&#252;cke ist das Wasser nur knietief. Ich hatte erst mit dem Nebenweg gelieb&#228;ugelt, sehr verlassen, der an einer kleinen Grotte vorbeif&#252;hrt. Aber im Dunkeln ist es dort so gruslig, dass wohl niemand freiwillig nachts dort langgeht. Und das Opfer wurde auf dem Heimweg vom abendlichen Schiur in der Synagoge im Stadspark abgepasst.</p>
<p>Dummerweise habe ich die Kamera zu Hause vergessen und muss mich mit dem iPhone behelfen. F&#252;r Recherchefotos reicht das allemal. Mit den Bildern vom Tatort im Kasten bin ich erst einmal essen gegangen, bei Hoffy&#8217;s in der Lange Kievitstraat. Mir war nach Kascha und ein wenig Fleisch, woraus ein wenig mehr Fleisch wurde, n&#228;mlich ein kapitaler Truthahnschenkel. Ich bin also ins Hotel zur&#252;ck gerollt. Und kaum im Zimmer, schlug das Kopfweh richtig zu, so dass ich mich unter heftiger Tablettendosis gerade noch in den Schlaf retten konnte und f&#252;r drei Stunden abgetaucht bin.</p>
<p> Jetzt bin ich wieder leidlich hergestellt und habe die Verabredungen f&#252;r morgen ausgemacht. Die Diamantentour steht auf dem Plan. Ich wei&#223; nur ungef&#228;hr, was Erwin Engel alles ausgemacht hat. Wir treffen uns um 11:00 vor seinem Gesch&#228;ft in unmittelbarer N&#228;he des zweiten Tatortes in der Hoveniersstraat und werden zun&#228;chst in die B&#246;rse gehen. Dann sehen wir weiter.</p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_042.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_042_s.jpg" alt="Antwerpen Stadspark" /></a><br />
<small>Antwerpen Stadspark &#8211; Blick vom Br&#252;ckenaufgang auf die kleine Grotte</small></p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_043.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_043_s.jpg" alt="Antwerpen Stadspark" /></a><br />
<small>Antwerpen Stadspark &#8211; Br&#252;cke &#252;ber den Teich</small></p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_045.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_045_s.jpg" alt="Antwerpen Stadspark" /></a><br />
<small>Antwerpen Stadspark &#8211; Vom Hotel kommend Blick nach rechts von der Br&#252;cke</small></p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_046.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_046_s.jpg" alt="Antwerpen Stadspark" /></a><br />
<small>Antwerpen Stadspark &#8211; Vom Hotel kommend Blick nach links von der Br&#252;cke</small></p>
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		<title>Lesungen</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 19:28:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>
		<category><![CDATA[Die Leinwand]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8226;&#8226;&#8226; Der Verlag teilt mir die ersten Einladungen zu Lesungen mit. Und nach so vielen Jahren der &#214;ffentlichkeitsabwesenheit, f&#252;hlt es sich merkw&#252;rdig an, dass es sich gleich um zwei gro&#223;e Literaturfestivals handelt: lit.COLOGNE (K&#246;ln im M&#228;rz, kurz vor der Buchmesse) und die Vattenfall Lesetage (Hamburg im April). Emotional schwanke ich im Moment zwischen »Leinwand«-Aktionismus (als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&bull;&bull;&bull; Der Verlag teilt mir die ersten Einladungen zu Lesungen mit. Und nach so vielen Jahren der &#214;ffentlichkeitsabwesenheit, f&#252;hlt es sich merkw&#252;rdig an, dass es sich gleich um zwei gro&#223;e Literaturfestivals handelt: <a href="http://litcolony.de/festival">lit.COLOGNE</a> (K&#246;ln im M&#228;rz, kurz vor der Buchmesse) und die <a href="http://www.vattenfall.de/www/vf/vf_de/225583xberx/226817engag/226847kultu/227237liter/index.jsp">Vattenfall Lesetage</a> (Hamburg im April). Emotional schwanke ich im Moment zwischen »Leinwand«-Aktionismus (als k&#246;nnte ich selbst im Moment noch viel tun…) und dem Drang, mich nur noch voll und ganz mit »Diamond District« zu befassen, dessen Figuren und Geschichten immer plastischer werden.</p>
<p>Nebenan liegen die grippefiebernden Kinder. Dass ich mich nur nicht anstecke jetzt, wo es doch in wenigen Tagen erneut nach Antwerpen geht…</p>
<p>Am neuen Buch schreiben &#8211; das w&#228;re doch eine sinnvolle T&#228;tigkeit f&#252;r die n&#228;chsten 82 Tage, 3 Stunden und 32 Minuten.</p>
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		<title>Karnickelplage</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 20:52:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>

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		<description><![CDATA[
Antwerpen Stadspark: Tauben, Enten und Karnickel
&#8226;&#8226;&#8226; Meine zweite Recherche-Reise nach Antwerpen musste ich verschieben. Ich hatte die Buchung wieder mal so lange verschleppt, bis Zugfahrt wie Flug nur noch zu unversch&#228;mten Preisen zu bekommen waren. Nun werde ich also im November nochmals auf die Reise gehen, diesmal per Flugzeug via Br&#252;ssel. Um die Buchung hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_stadspark_1.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_stadspark_1s.jpg" alt="Antwerpen Stadspark" /></a><br />
<small>Antwerpen Stadspark: Tauben, Enten und Karnickel</small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Meine zweite Recherche-Reise nach Antwerpen musste ich verschieben. Ich hatte die Buchung wieder mal so lange verschleppt, bis Zugfahrt wie Flug nur noch zu unversch&#228;mten Preisen zu bekommen waren. Nun werde ich also im November nochmals auf die Reise gehen, diesmal per Flugzeug via Br&#252;ssel. Um die Buchung hat sich liebensw&#252;rdigerweise die <a href="http://twitter.com/kerstinsklein">Herzdame</a> gek&#252;mmert, damit ich es nicht wieder verschwitze. Und anl&#228;sslich dieser Reisevorbereitungen haben wir uns ein wenig &#252;ber meine Recherchen unterhalten.</p>
<p>Meinen Wunsch, bei einer <a href="http://turmsegler.net/20091009/virtuelle-autopsie/">Obduktion</a> zu hospitieren, meinte sie &#8211; das m&#252;sse mir klar sein &#8211; w&#252;rden sicher viele etwas abseitig finden, um nicht zu sagen: freakig. Aber wieso denn? habe ich mich emp&#246;rt. Ja, meinte sie, man k&#246;nne sich sowas schlie&#223;lich auch anlesen oder erz&#228;hlen lassen und den Rest mit Phantasie auff&#252;llen.</p>
<p>Das finde ich nun gar nicht.</p>
<p>Nichts, behaupte ich, ersetzt solche echten Erlebnisse und Erfahrungen, wenn man ein Buch vorbereitet. Es sind ja vor allem die menschlichen Begegnungen, die Gespr&#228;che und was man an Unerwartetem vorfindet bei solchen Live-Recherchen. Oft bringt das Nebens&#228;chliche die eigentliche Inspiration, so dass es beinahe eine Nebenrolle spielt, dass man sich auch &#252;ber die in Erfahrung zu bringenden Fakten unterrichtet hat. Die Details vor Ort sind es, die sich mir einpr&#228;gen und dann oft zum Ausgangspunkt des Erz&#228;hlens werden.</p>
<p>So ist es mir bisher bei allen Buchprojekten ergangen. Bevor ich ans »Alphabet« ging, habe ich einige Wochen in Budapest und Prag verbracht, und die Stra&#223;en, Personen, das Wetter, ja sogar die Wohnungen, in denen ich unterkam, spielten sp&#228;ter im Text eine Rolle &#8211; in andere Zusammenh&#228;nge und Zeiten transponiert, das sicher, aber sie gaben die lebendige Kulisse ab, in der sich dann die Geschichten entwickelten. </p>
<p>Beim <a href="http://www.amazon.de/Ein-anderes-Blau-Benjamin-Stein/dp/3952323640/">»Anderen Blau«</a> gab mein t&#228;glicher Arbeitsweg vorbei an der Unfallstelle am Bahnhof Trudering den entscheidenden Ansto&#223;. Und die »Leinwand« w&#228;re ohne meine h&#228;ufigen Aufenthalte in Z&#252;rich, die leider weniger h&#228;ufigen Aufenthalte in New York und die beiden Reisen nach Israel undenkbar gewesen. Ich musste nach der passenden Mikwe suchen &#8211; und habe sie gefunden und mit ihr den Ort (und die Dramaturgie) des Showdowns. Das Thema der eigenwillig gespaltenen deutsch-j&#252;dischen Identit&#228;t und Identit&#228;tsfindung in Ost- wie Westberlin w&#228;re wahrscheinlich gar nicht zur Sprache gekommen, h&#228;tte ich mich nicht durch diese Reisen dem Thema erneut ausgesetzt. Und ganz sicher h&#228;tte <a href="http://turmsegler.net/20071228/ofrah/">Ofra</a>, die Siedlung in der Westbank, keine Rolle gespielt, h&#228;tte ich nicht wie Jan Wechsler tats&#228;chlich dort einen <a href="http://turmsegler.net/20071229/schabbes-in-ofra/">Schabbes</a> verbracht und nachts die <a href="http://turmsegler.net/20090108/schirei-ha-wakaschot/">Peytanim</a> singen h&#246;ren. Vom <a href="http://turmsegler.net/20080915/hypnose-und-geigen/">Geigenbauer</a> und meinen Erfahrungen in der Hypnose will ich gar nicht erst anfangen!</p>
<p>Als ich nun letztens in Antwerpen war, habe ich den Tatort des einen Verbrechens besichtigt und den Tatort des zweiten Verbrechens, das in »Diamond District« eine Rolle spielt, gefunden. Der Stadspark liegt inmitten der Stadt, ein Areal so klein, dass man es in 20 Minuten zu Fu&#223; umrunden kann. Was f&#252;r B&#228;ume wachsen dort? Sind die Wege beleuchtet? Gibt es nachts Spazierg&#228;nger dort? Wie ist die Atmosph&#228;re dieses Parks? Bei Tag, bei Nacht? Das alles kann man sich ausdenken. Aber bei solcherart Trocken&#252;bungen wird man nicht auf die Geschichten sto&#223;en, die diese Orte zu erz&#228;hlen haben. Wie zum Beispiel kommen das Huhn und die Karnickel in diesen Park? W&#228;re ich nicht dort gewesen, h&#228;tte ich nie erfahren, dass es sie dort gibt.</p>
<p>H&#228;tte ich also eine Obduktion beschreiben m&#252;ssen &#8211; wie ich zun&#228;chst dachte &#8211; dann h&#228;tte ich das nicht tun wollen, ohne mich selbst der Erfahrung auszusetzen, mir eine anzusehen. Ist das freakig? Nein, sage ich. Ich finde vielmehr, das schuldet man den Dingen (und umso mehr den Menschen), &#252;ber die man erz&#228;hlen m&#246;chte.</p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_stadspark_2.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_stadspark_2s.jpg" alt="Antwerpen Stadspark" /></a><br />
<small>Antwerpen Stadspark</small></p>
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		<title>Virtuelle Autopsie</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 22:10:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>

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		<description><![CDATA[
Virtueller Autopsie-Tisch in Aktion
&#8226;&#8226;&#8226; Mordopfer werden in Belgien ebenso wie in Deutschland grunds&#228;tzlich einer Autopsie unterzogen. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben, da die Kriminalisten durch eine gr&#252;ndliche Untersuchung des toten K&#246;rpers viel &#252;ber den Tathergang herausfinden k&#246;nnen. Handelt es sich bei dem Opfer um einen religi&#246;sen Juden, steht die Chevra Kadischa, die f&#252;r die Beerdigung zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.visualiseringscenter.se/1/1.0.1.0/230/1/"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/virtual_autopsy_table.jpg" alt="Vitual Autopsy Table" /></a><br />
<small>Virtueller Autopsie-Tisch in Aktion</small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Mordopfer werden in Belgien ebenso wie in Deutschland grunds&#228;tzlich einer Autopsie unterzogen. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben, da die Kriminalisten durch eine gr&#252;ndliche Untersuchung des toten K&#246;rpers viel &#252;ber den <a href="http://www.youtube.com/watch?v=udi8IpP3Uy8">Tathergang</a> herausfinden k&#246;nnen. Handelt es sich bei dem Opfer um einen religi&#246;sen Juden, steht die Chevra Kadischa, die f&#252;r die Beerdigung zu sorgen hat, vor einem Problem. Der Tote soll eigentlich so unversehrt wie m&#246;glich bestattet werden. Bei einer Autopsie aber wird der K&#246;rper verheert. Die drei K&#246;rperh&#246;hlen (Kopf, Brust, Bauch) m&#252;ssen ge&#246;ffnet, die Organe entnommen und untersucht werden. Zwar werden sie im Anschluss an die Untersuchung wieder im Bauchraum verstaut, der Sch&#228;del mit Zeitungspapier ausgestopft und die gro&#223;en Y- oder T-f&#246;rmigen Schnitte &#252;ber Bauch und Brust grob vern&#228;ht. Aber das Blut beispielsweise »geht verloren«, und die N&#228;hte zeugen deutlich davon, was dem K&#246;rper nach dem Tod noch »angetan wurde«.</p>
<p>Inzwischen habe ich erfahren, dass bei einer gerichtsmedizinischen Obduktion, die von der Staatsanwaltschaft angeordnet wurde, kein »Betriebsfremder« dabei sein darf. Also k&#246;nnte auch kein Mitglied der Chevra Kadischa dabei sein, um sicherzustellen, dass wirklich alles, was zum Toten geh&#246;rte, auch begraben wird. Das erspart mir die Erfahrung, eine Obduktion live anschauen zu m&#252;ssen. Allerdings musste ich mir beschreiben lassen, wie eine solche Obduktion abl&#228;uft und wie der Leichnam f&#252;r gew&#246;hnlich im Anschluss aussieht. Ein Freund von mir &#8211; der in der Synagoge hinter mir sitzt &#8211; hat w&#228;hrend seines Medizinstudiums einige Wochen in der Gerichtsmedizin gearbeitet und hat mich bereitwillig mit den n&#246;tigen Informationen versorgt.</p>
<p>Wie der Sch&#228;del ge&#246;ffnet wird und zwar so, dass das Gesicht unversehrt bleibt &#8211; das werde ich hier nicht erz&#228;hlen, wohl aber in »Diamond District«. (Ein Balanceakt wird das wohl werden, die Auftakterz&#228;hlung nicht zu freakig werden zu lassen.)</p>
<p>Besagter Freund lie&#223; mich auch wissen, dass die Arbeit gerade in der Gerichtsmedizin ein hartes Brot ist. »Es gibt schlimme Leichen, besonders, wenn sie schon &#228;lter sind. Am furchtbarsten ist dann der Geruch&#8230;«</p>
<p>Eine neue Technologie k&#246;nnte sich nun &#252;brigens f&#252;r die Mediziner wie auch f&#252;r die Toten zu einem Segen entwickeln. <a href="http://www.visualiseringscenter.se/1/1.0.1.0/230/1/">Der virtuelle Autopsie-Tisch</a> erm&#246;glicht die eingehende Untersuchung eines Leichnams, ohne ihn &#246;ffnen zu m&#252;ssen. Per Computertomographie und speziellen R&#246;ntgenverfahren werden digitale Abbilder des K&#246;rperinneren erstellt, die dann an dem virtuellen Seziertisch  betrachtet, gewendet und bei Bedarf vergr&#246;&#223;ert werden k&#246;nnen. Die Technik erm&#246;glicht dabei das Ausfiltern bestimmter Informationen. So ist es m&#246;glich, beispielsweise ausschlie&#223;lich das Skelett oder aber das Blutgef&#228;&#223;system zu untersuchen. Schnitte sind dann nur noch n&#246;tig, wenn bestimmte Fragen nur anhand von chemischen Analysen an Gewebeproben gekl&#228;rt werden k&#246;nnen.</p>
<p>Gefunden hat die Videos &#8211; wie k&#246;nnte es anders sein &#8211; die <a href="http://kerstinsklein.blogspot.com/">Herzdame</a>.</p>
<p><object width="460" height="258"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6866296&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6866296&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="460" height="258"></embed></object><small><a href="http://vimeo.com/6866296">Virtueller Autopsie-Tisch</a> (<a href="http://vimeo.com/user2058016">Norrk&#246;pings Visualiserings Center</a>) auf <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</small></p>
<p><object width="460" height="258"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6922828&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6922828&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="460" height="258"></embed></object><small><a href="http://vimeo.com/6922828">Virtuelle Autopsien</a> (<a href="http://vimeo.com/user2058016">Norrk&#246;pings Visualiserings Center</a>) auf <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</small></p>
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		<title>Kein Kittel!</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 07:30:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>
		<category><![CDATA[Rabbi Yekutiel Yehudah Halberstam]]></category>

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		<description><![CDATA[
Rabbi Yekutiel Yehudah Halberstam, der Klausenburger Rebbe
&#8226;&#8226;&#8226; Der Erz&#228;hler des ersten Teils von »Diamond District« kam als Kind aus F&#246;hrenwald nach Antwerpen. Dort befand sich eines der gr&#246;&#223;ten DP-Lager, in denen aus den Vernichtungslagern befreite Juden untergebracht waren. Unter ihnen war auch der Klausenberger Rebbe. Am Vorabend von Yom Kippur 1945, dem ersten Vers&#246;hnungstag nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://turmsegler.net/img/2009/klausenberger.jpg" alt="Rabbi Yekutiel Yehudah Halberstam, der Klausenburger Rebbe" /><br />
<small>Rabbi Yekutiel Yehudah Halberstam, der Klausenburger Rebbe</small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Der Erz&#228;hler des ersten Teils von »Diamond District« kam als Kind aus <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/F&#246;hrenwald">F&#246;hrenwald</a> nach Antwerpen. Dort befand sich eines der gr&#246;&#223;ten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Displaced_persons">DP-Lager</a>, in denen aus den Vernichtungslagern befreite Juden untergebracht waren. Unter ihnen war auch der Klausenberger Rebbe. Am Vorabend von Yom Kippur 1945, dem ersten Vers&#246;hnungstag nach dem Holocaust, trat er auf die Bimah in der Mitte der provisorischen Synagoge und sprach auf Jiddisch zu den versammelten &#220;berlebenden. Er zeigte auf seinen Kittel und sagte:</p>
<blockquote><p>»Einer der Gr&#252;nde, warum wir diesen Kittel tragen, ist der, dass es unser traditionelles Totengewand ist, in das wir unsere Eltern und jene, die vor uns kamen, kleiden, wenn wir sie zur Ruhe in die Erde betten. Am Yom Kippur den Kittel zu tragen, erinnert uns an den Tag des letzten Gerichts, wenn wir zur Ruhe gelegt werden. Und so bringt er unser Herz zu Demut und mahnt uns zur Umkehr. Der wei&#223;e Leinenkittel ist ein Symbol der Reinheit, die wir erreichen durch unser In-uns-Gehen und unser Bem&#252;hen, unser Fehlverhalten zu revidieren. Da der Kittel uns an die Grabkleider jener erinnert, die vor uns starben &#8211; warum tragen wir dann heute einen Kittel? Unsere Eltern und Liebsten wurden geschlachtet ohne Tachrichim [Grabkleider]. Sie wurden beerdigt ohne Kleider, in Massengr&#228;bern, oder in gar keinem Grab…«</p>
<p>Pl&#246;tzlich riss sich der Klausenberger Rebbe den Kittel vom Leib und rief: »Kein Kittel! &#8211; Lasst uns sein wie unsere Eltern. Lasst uns die Kittel ablegen, so dass sie uns erkennen k&#246;nnen. Sie werden uns nicht erkennen in Kitteln, weil sie nicht in Kittel gekleidet waren…«
</p></blockquote>
<p>Als ich <a href="http://www.algemeiner.com/generic.asp?id=2362">diese Geschichte las</a>, nahm ich mir vor, in »Diamond District« auch von der Kindheit des Erz&#228;hlers in F&#246;hrenwald zu berichten &#8211; und diese Geschichte zu erz&#228;hlen.</p>
<ul>
<li><small><a href="http://www1.yadvashem.org/exhibitions/rosh_hashana/museum_collection03.html">Predigt des Klausenberger Rebbe am Yom Kippur 1945 in Feldafing [?]</a></small></li>
<li><small><a href="http://www.laniado.ca/historical-Prospective.html">Biographisches &#252;ber den Klausenberger Rebbe</a></small></li>
</ul>
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		<title>Wechsel der Person</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 22:29:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir waschen die Toten meist nachts. Das ist die beste Zeit. Wenn eine scheidende Seele zum ersten Mal ahnt, dass es kein Schlafen und Tr&#228;umen mehr f&#252;r sie gibt, sucht sie h&#228;ufig noch einmal die N&#228;he des K&#246;rpers, den sie verlassen hat. In jener ersten Nacht braucht sie Schutz und Trost, und wir wachen mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wir waschen die Toten meist nachts. Das ist die beste Zeit. Wenn eine scheidende Seele zum ersten Mal ahnt, dass es kein Schlafen und Tr&#228;umen mehr f&#252;r sie gibt, sucht sie h&#228;ufig noch einmal die N&#228;he des K&#246;rpers, den sie verlassen hat. In jener ersten Nacht braucht sie Schutz und Trost, und wir wachen mit ihr.
</p></blockquote>
<p>&bull;&bull;&bull; »Meist wasche ich die Toten nachts.« So sollte <a href="http://turmsegler.net/20090722/erste-saetze/">der erste Satz</a> von »Diamond District« lauten. So dachte ich jedenfalls, <a href="http://turmsegler.net/20090819/was-ist-eine-tahara/">bevor ich nach Antwerpen fuhr</a>. Solche Recherchen sind aufw&#228;ndig, aber ich liebe sie, denn sie r&#252;cken die Ideen zurecht.</p>
<p>Auch die vier Teile von »Diamond District« werden Berichte von Ich-Erz&#228;hlern sein. Aber der erste Teil, »Tahara«, der von der Arbeit der Chewra Kadischa, der »Heiligen Bruderschaft«, berichtet, die den Leichnam eines Mordopfer f&#252;r die Beerdigung vorbereitet, gerade dieser Teil darf nicht mit »ich« beginnen. »Wir« muss es hei&#223;en, denn die Arbeit der Chewra ist Teamwork. Es braucht mehrere Helfer f&#252;r die Tahara, das Waschen und Kleiden des Verstorbenen, die Vorbereitung des Sarges und die Totenwache zwischen Tahara und Beerdigung.</p>
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		<title>Kinder ohne Namen</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Aug 2009 21:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>

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		<description><![CDATA[
Auf dem Friedhof Shomre Hadas in Putte (Holland), Feld der namenlosen Kinder
&#8226;&#8226;&#8226; Rav Jacob Berger hat mir am Freitagnachmittag noch einen Wunsch erf&#252;llt und ist mit mir nochmals nach Putte in Holland gefahren, wo sich der Friedhof von »Shomre Hadas« befindet. Die Antwerpener Gemeinden begraben ihre Toten in Holland, da alle Friedh&#246;fe in Belgien den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_025.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_025_s.jpg"/></a><br />
<small>Auf dem Friedhof Shomre Hadas in Putte (Holland), Feld der namenlosen Kinder</small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Rav Jacob Berger hat mir am Freitagnachmittag noch einen Wunsch erf&#252;llt und ist mit mir nochmals nach Putte in Holland gefahren, wo sich der Friedhof von »Shomre Hadas« befindet. Die Antwerpener Gemeinden begraben ihre Toten in Holland, da alle Friedh&#246;fe in Belgien den &#246;rtlichen Gemeindeverwaltungen unterstehen und f&#252;r alle B&#252;rger zug&#228;nglich sein m&#252;ssen. Zudem k&#246;nnen Grabstellen nur f&#252;r 10 bis maximal 25 Jahre erworben werden. Die Anlage j&#252;discher Friedh&#246;fe mit ewigen Gr&#228;bern, wie sie das Judentum vorschreibt, ist daher in Belgien nicht m&#246;glich.</p>
<p>Ich wollte diesen Friedhof vor meiner Abreise noch sehen, weil ich wissen wollte, wie man hier die namenlosen Kinder beerdigt.</p>
<p>Ein j&#252;discher Junge erh&#228;lt seinen Namen erst am achten Tag seines Lebens bei der Beschneidung, ein M&#228;dchen am ersten Schabbes nach der Geburt durch Verk&#252;ndung in der Synagoge. Wird ein Kind tot geboren oder stirbt es vor der Namensgebung, wird es beerdigt. Jedoch erh&#228;lt das Grab nicht, wie sonst nach elf Monaten &#252;blich, einen Grabstein. Das »Feld der namenlosen Kinder« liegt auf dem M&#252;nchner Friedhof ein wenig abseits auf einer Wiese unter B&#228;umen. Auf jeder Grabstelle steht ein kleines Metallschild, auf dem der Todestag vermerkt ist. Dar&#252;ber hinaus steht auf dem Schild nur »Kind«, manchmal auch »Kind« und der Familienname.</p>
<p>Auch auf dem Friedhof von Shomre Hadas in Putte gibt es ein solches Feld. Jedoch stellt man hier auf jede Grabstelle nur einen kleinen Steinquader ohne Inschrift. Die Eltern erfahren nicht, wo das Kind beerdigt wurde, denn man m&#246;chte sie davon abhalten, ihre Kinder, die nach j&#252;discher Vorstellung nicht »vollst&#228;ndig« Mensch werden durften, zu lange zu betrauern.</p>
<p>Es gibt auch einige Grabsteine auf diesem Feld. Sie tragen die Namen von Kindern, ihr Geburts- und Sterbedatum. Sie wurden nicht &#228;lter als drei Monate. </p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_026.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_026_s.jpg"/></a><br />
<small>Auf dem Friedhof Shomre Hadas in Putte (Holland), Feld der namenlosen Kinder</small></p>
<p>Schabbes ist vor&#252;ber. Morgen muss ich wieder aufbrechen und nach M&#252;nchen zur&#252;ckkehren. Ich w&#228;re gern noch geblieben. Die Menschen, die ich hier kennengelernt habe, haben mein Herz erobert. Vor allem nat&#252;rlich Rav Jacob Berger, ein talmid chocham, herzlich und weise, a ganzer mensch, wie man auf Jiddisch sagt. Ich werde eng mit ihm in Kontakt bleiben und hoffe weiter auf seinen Rat und seine Hilfe bei meinem Bem&#252;hen, die Chevra Kadischa in M&#252;nchen mit neuem Leben zu erf&#252;llen und viele neue engagierte Freiwillige f&#252;r diese wichtige heilige Arbeit zu finden.</p>
<p>Ebenso danke ich meiner Gastfamilie, Erwin und Lottie Engel, die mich &#252;beraus herzlich &#252;ber Schabbes aufgenommen haben und denen ich viele neue Erkenntnisse und Einblicke in das j&#252;dische Leben in Antwerpen und das Diamantgesch&#228;ft verdanke. Auch sie hoffe ich bald wiederzusehen.</p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_034.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_034_s.jpg"/></a><br />
<small>Rav Jacob Berger (Rosh Chevra Kadisha von Shomre Hadas Antwerpen)</small></p>
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		<title>Unter Jeckes</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 08:11:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>

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		<description><![CDATA[
Schofar
&#8226;&#8226;&#8226; Rosch Chodesch (Neumond) des Monats Elul. Nur noch wenige Wochen bis zum Jahreswechsel. Und zum ersten Mal der mahnende Ton des Schofars. Nach dem Gebet eine Bris (Beschneidung). Lauter Mitzwes, seit ich hier bin. Ein sch&#246;nes Erlebnis, einen neuen Erdenb&#252;rger im Bund Abrahams zu begr&#252;&#223;en, nachdem ich in den letzten beiden Tagen so viel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/Liten_askenasisk_sjofar_5380.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/Liten_askenasisk_sjofar_5380_s.jpg" alt="Schofar" /></a><br />
<small><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schofar">Schofar</a></small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rosch_Chodesch">Rosch Chodesch</a> (Neumond) des Monats <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elul">Elul</a>. Nur noch wenige Wochen bis zum Jahreswechsel. Und zum ersten Mal der mahnende Ton des Schofars. Nach dem Gebet eine Bris (Beschneidung). Lauter Mitzwes, seit ich hier bin. Ein sch&#246;nes Erlebnis, einen neuen Erdenb&#252;rger im Bund Abrahams zu begr&#252;&#223;en, nachdem ich in den letzten beiden Tagen so viel mit dem Tod zu tun hatte. Kann das Zufall sein?</p>
<p>Heute also bei den Jeckes in der Breughelstraat. Da liegt die Zimmertemperatur gleich einige Grade tiefer als bei den Berlzer Chassidim. Statt Kaftan teure Anz&#252;ge, statt Pajess und Bartwildwuchs Kurzhaarfrisuren und sorgsam getrimmte &#8211; vornehmlich wei&#223;e &#8211; B&#228;rte. Ich bin beim Sp&#228;t-Minjan um 8:00 und offenbar ganz unter Gesch&#228;ftsleuten. Die Diamant&#228;re haben noch Urlaub. Aber viele sind schon zur&#252;ck in Antwerpen. Von meinem Gastgeber erfahre ich, dass sie tats&#228;chlich alle gleichzeitig Urlaub machen. So hat niemand das Gef&#252;hl, eine M&#246;glichkeit zu verpassen, w&#228;hrend er Ferien macht. </p>
<p>»Mein Vater«, sagt er, »war deswegen nie im Urlaub! Heute spricht man sich ab. Das ist schon besser so.«</p>
<p>Das sagt einiges aus &#252;ber die Konkurrenzsituation, die hier unter den Diamant&#228;ren herrscht.</p>
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		<title>Besichtigung der Tatorte</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 19:54:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>

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Antwerpen, Hoveniersstraat
&#8226;&#8226;&#8226; Die Ereignisse und Erfahrungen der letzten beiden Tage zu verarbeiten, wird wohl noch eine Weile dauern. Doch ich muss die verbleibende Zeit hier in Antwerpen nutzen. Das hei&#223;t: Morgen steht der unheilige Teil der Recherchen an. Zwei Tatorte m&#252;ssen besichtigt werden. Der eine befindet sich in der Hoveniersstraat, also im Zentrum des Diamond [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/hoveniersstraat.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/hoveniersstraat_s.jpg"/></a><br />
<small>Antwerpen, Hoveniersstraat</small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Die Ereignisse und Erfahrungen der letzten beiden Tage zu verarbeiten, wird wohl noch eine Weile dauern. Doch ich muss die verbleibende Zeit hier in Antwerpen nutzen. Das hei&#223;t: Morgen steht der unheilige Teil der Recherchen an. Zwei Tatorte m&#252;ssen besichtigt werden. Der eine befindet sich in der Hoveniersstraat, also im Zentrum des Diamond Districts, zwischen dem Antwerpener Zoo und dem Stadtpark (Stadspark) gelegen. Und in eben diesem Stadspark vermute ich den zweiten Tatort.</p>
<p>Tatorte? Ja. So viel, denke ich, darf ich verraten: »Diamond District« wird ein Kriminalroman.</p>
<p>Zwei Verbrechen sind hier geschehen. Bei dem einen ging es um ungemein viel Geld &#8211; 100 Millionen US-Dollar. Beim zweiten um einen noch gr&#246;&#223;eren Wert: ein Menschenleben. Das eine Verbrechen liegt etwas &#252;ber sechs Jahre zur&#252;ck, das andere nur ein halbes Jahr. Im Stadspark wurde, auf dem Weg vom Gesch&#228;ft nach Hause, ein j&#252;discher Diamant&#228;r erstochen, mutma&#223;lich von einem rechtsextremen Nationalisten, der bislang nicht gefasst werden konnte.</p>
<p>Nun, Beweismaterial wird nach so langer Zeit nicht mehr zu sichern sein. Aber immerhin kann ich mir einen Eindruck von den &#214;rtlichkeiten verschaffen und ein paar Fotos machen.</p>
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		<title>Ethel bat Rav Shimon</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 15:57:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>

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		<description><![CDATA[
Auf dem Friedhof der Frechie-Stiftung in Putte (Holland), nach der Beerdigung
Ethel bat Rav Shimon, deren Sarg ich letzte Nacht mit vorbereitet habe, war &#252;ber 90 Jahre alt. Heute haben wir sie auf dem Friedhof der Frechie-Stiftung in Putte neben ihrem vor 46 Jahren verstorbenen Ehemann beerdigt.

Auf dem Friedhof der Frechie-Stiftung in Putte (Holland), nach der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_022.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_022_s.jpg"/></a><br />
<small>Auf dem Friedhof der Frechie-Stiftung in Putte (Holland), nach der Beerdigung</small></p>
<p>Ethel bat Rav Shimon, deren Sarg ich letzte Nacht mit vorbereitet habe, war &#252;ber 90 Jahre alt. Heute haben wir sie auf dem Friedhof der Frechie-Stiftung in Putte neben ihrem vor 46 Jahren verstorbenen Ehemann beerdigt.</p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_023.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_023_s.jpg"/></a><br />
<small>Auf dem Friedhof der Frechie-Stiftung in Putte (Holland), nach der Beerdigung</small></p>
<p>Einige Fotos von den &#214;rtlichkeiten gibt es <a href="http://turmsegler.net/antwerpen-shomre-hadas/">&raquo;&raquo; hier</a>.</p>
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		<title>Was ist eine Tahara?</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 17:34:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>

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»Und ich werde reines Wasser &#252;ber euch gie&#223;en, und ihr werdet rein werden von all euren Unreinheiten, und von euren Verirrungen werde ich euch reinigen.«
Ezekiel, 36:25

&#8226;&#8226;&#8226; Man k&#246;nnte meinen, die Chevra Kadischa (Heilige Bruderschaft) einer j&#252;dischen Gemeinde sei nichts anderes als ein religi&#246;s ausgerichtetes Beerdigungsinstitut. Eine solche Charakterisierung greift jedoch viel zu kurz. Die heutigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p>»Und ich werde reines Wasser &#252;ber euch gie&#223;en, und ihr werdet rein werden von all euren Unreinheiten, und von euren Verirrungen werde ich euch reinigen.«</p>
<p align="right">Ezekiel, 36:25</p>
</blockquote>
<p>&bull;&bull;&bull; Man k&#246;nnte meinen, die Chevra Kadischa (Heilige Bruderschaft) einer j&#252;dischen Gemeinde sei nichts anderes als ein religi&#246;s ausgerichtetes Beerdigungsinstitut. Eine solche Charakterisierung greift jedoch viel zu kurz. Die heutigen Chevras folgen in Organisation und Aufgabe der im Jahre 1564 von Rabbi Eliezer Ashkenazi in Prag gegr&#252;ndeten Chevra Kadischa. Und deren Statuten und religi&#246;sen Richtlinien wurden von keinem Geringeren als dem Maharal verfasst, dem ber&#252;hmten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rabbi_L&#246;w">Rabbi Jehuda ben Bezalel L&#246;w</a> von Prag.</p>
<p>Die Tahara, die Vorbereitung des Leichnams f&#252;r die Bestattung, ist denn auch ein sehr spiritueller Akt. Die j&#252;dischen Vorstellungen vom Weg der Seele nach dem Tod sind nicht unbedingt konsistent. Allen gemeinsam ist jedoch die Ansicht, dass die Seele, also die Quintessenz des Menschen, nicht stirbt, sondern sich im Augenblick des Todes lediglich vom K&#246;rper, ihrem irdischen Gef&#228;&#223;, trennt. Ebenso, wie ein Torah-Schrein einen Status von Heiligkeit beanspruchen kann wegen der Torah-Rollen, die in ihm aufbewahrt werden, ist auch der menschliche K&#246;rper heilig, und zwar auch dann noch, wenn die Seele ihn verlassen hat. Allerdings wurde er »vom Tod ber&#252;hrt« und ist nun – obgleich heilig – <em>tamei</em>, rituell unrein. Und obwohl er diesen Status nicht mehr ablegen kann, wird das Ritual der Tahara, rituellen Reinigung, vollzogen, durch das er, lebte er noch, wieder rein geworden w&#228;re. In einigen Gemeinden, habe ich gelesen, soll dies tats&#228;chlich durch Untertauchen in einer eigens daf&#252;r vorgesehenen Mikwe geschehen. Meist ist dies jedoch nicht m&#246;glich, und der Leichnam wird mit tischah kavim (9 Kavim, ca. 18 l) Mikwe-Wassers &#252;bergossen. Dabei muss das Wasser kontinuierlich flie&#223;en und den gesamten K&#246;rper benetzen.</p>
<p>Obgleich das &#220;bergie&#223;en mit den tischah kavim nur ein Element des gesamten Rituals ist, wird die gesamte, aus vielen Phasen bestehende Vorbereitung des Leichnams auf die Beerdigung als Tahara bezeichnet. Es beginnt mit der Vorbereitung des Sarges, der so einfach wie m&#246;glich sein soll und in dessen Boden drei L&#246;cher gebohrt werden, um das »Zur&#252;ckkehren zum Staub« zu beschleunigen. In Israel entf&#228;llt dies, da man dort in einem Sack beerdigt wird, ohne Sarg. Als n&#228;chstes werden die Tachrichim, die Totengew&#228;nder, vorbereitet, aus einfachstem Stoff, ohne Taschen, N&#228;hte, Knoten. Sie werden speziell zugeschnitten. Hinzu kommt bei verheirateten M&#228;nnern der Kittel, ebenfalls einfachst und wei&#223;, den sie als symbolisches Totengewand an Rosch Haschana und Yom Kippur w&#228;hrend des Gottesdienstes getragen haben. Anschlie&#223;end wird der K&#246;rper in einer bestimmten Reihenfolge gewaschen, vom Kopf abw&#228;rts, von rechts nach links. Er wird abgetrocknet, bevor die tischah kavim &#252;ber ihn gegossen werden. Nach erneutem Abtrocknen wird der Tote mit den Tachrichim bekleidet, in ein Leichentuch gewickelt und in den Sarg gelegt. Wird der Sarg nach der Tahara verschlossen, darf er nicht mehr ge&#246;ffnet werden.</p>
<p>Oft k&#252;mmert sich die Chevra Kadischa heute auch um das Ausheben des Grabes. Dies muss jedoch nicht so sein. Und entgegen meiner bisherigen Vorstellung ist es die Aufgabe der Angeh&#246;rigen, das Grab zu schlie&#223;en, nicht die der Chevra Kadischa. De facto gehen die Helfer jedoch auch dabei zur Hand.</p>
<p>Die Mitglieder einer Chevra Kadischa sind in aller Regel Ehrenamtliche. Der Rosch, der sich um die Organisation k&#252;mmert, kann auch ein Angestellter der Gemeinde sein. </p>
<p>Das gesamte Ritual ist &#252;brigens durch Gebete begleitet, die sowohl dem toten K&#246;rper als auch der Seele Trost spenden sollen.</p>
<p>Heute nachmittag habe ich Rav Jankel Berger zum ersten Mal getroffen, einen Belzer Chassid und Rosch der gr&#246;&#223;ten von drei Chevras hier in Antwerpen. Er ist Angestellter der Gemeinde. Ihm stehen 18 M&#228;nner und 13 Frauen ehrenamtlich zur Seite. Wir hatten uns f&#252;r die Nacht verabredet, um u. a. die Tahara-Stube (hier im Krankenhaus) zu besichtigen. Eben jedoch kam er zu mir ins Hotel. Es gab einen Todesfall, und heute Nacht wird die Tahara stattfinden. Wir werden uns in der Belzer Synagoge treffen. Wir werden hingehen, wohin wir gehen wollten, jedoch nicht zur Besichtigung, sondern zu einer Mitzwa.</p>
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		<title>Antwerpen Hauptbahnhof</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 10:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_bahnhof.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_bahnhof_s.jpg" alt="Antwerpen Hauptbahnhof" /></a></p>
<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_bahnhof_2.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/antwerpen/antwerpen_bahnhof_2_s.jpg" alt="Antwerpen Hauptbahnhof" /></a></p>
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		<title>Auf dem Sprung</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 19:13:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
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Jewish Antwerp &#8211; &#169; Annemie Kvanderkuil
&#8226;&#8226;&#8226; Je n&#228;her die Abreise r&#252;ckt, desto mehr saust mir der Frack. In den letzten Tagen habe ich viel gelesen &#252;ber die Riten zwischen Tod und Grab; und erst jetzt ahne ich, was mich in Antwerpen erwartet. Ich habe noch nie einen Toten gesehen, geschweige denn ber&#252;hrt. Das k&#246;nnte sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/annemiekvanderkuil/2094970169/"><img width="460" height="460" src="http://turmsegler.net/img/2009/annemiekvanderkuil_jewish_antwerp.jpg" alt="Annemie Kvanderkuil - Jewish Antwerp" /></a><br />
<small><a href="http://www.flickr.com/photos/annemiekvanderkuil/2094970169/">Jewish Antwerp</a> &#8211; &copy; <a href="http://www.flickr.com/photos/annemiekvanderkuil/">Annemie Kvanderkuil</a></small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Je n&#228;her die Abreise r&#252;ckt, desto mehr saust mir der Frack. In den letzten Tagen habe ich viel gelesen &#252;ber die Riten zwischen Tod und Grab; und erst jetzt ahne ich, was mich in Antwerpen erwartet. Ich habe noch nie einen Toten gesehen, geschweige denn ber&#252;hrt. Das k&#246;nnte sich &#228;ndern in den n&#228;chsten Tagen, und ich habe keine Vorstellung, was eine solche Erfahrung mit mir anstellen wird.</p>
<p>Schabbes werde ich bei einer frommen Familie zu Gast sein. Der Hausherr f&#252;hrt ein Juweliergesch&#228;ft. Die Diamant&#228;re und Steinschleifer allerdings, habe ich erfahren, sind kollektiv bis kommenden Montag in den Ferien. Ich werde also wenigstens noch ein weiteres Mal fahren m&#252;ssen, um diesen Aspekt der »Recherchen« abzudecken.</p>
<p>Warum ich »Recherchen« in G&#228;nsef&#252;&#223;chen schreibe? Die Besch&#228;ftigung mit der Chevra Kadischa und ihrer Arbeit im Verborgenen, diese Begegnung mit dem Tod, die ich da suche, bedeuten mir mehr. Es geht mir nicht nur um das Sammeln von Eindr&#252;cken, Stoff f&#252;r ein neues Buch. Die Herzdame hat es gestern recht hellsichtig ausgedr&#252;ckt. Jetzt, meinte sie, verstehe sie, warum ich schreibe. Mit manchen Facetten des Lebens k&#246;nne ich nur umgehen, indem ich mich in die Position des recherchierenden Beobachters begebe. </p>
<p>Das trifft sicher zu, was die vor mir liegende Reise betrifft. Ich rette mich in die Rolle des Rechercheurs hinein. Allein die Vorstellung, dass der Mensch, der tot vor mir liegen wird, um die letzte Waschung zu erhalten, im Augenblick, da ich dies schreibe, ja wohl noch lebt… Und wenn er dies hier sogar l&#228;se? Nein, wenn ich zum ersten Mal bei diesen letzten Handreichungen behilflich sein werde, darf ich, <em>kann</em> ich es nicht allein als Beobachter tun.</p>
<p>Der Zug geht 3:17. Gegen 11 sollte ich in Antwerpen sein. Ich werde berichten.</p>
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		<title>Stufen</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Aug 2009 15:57:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Hesse]]></category>

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		<description><![CDATA[
Stairs &#8211; &#169; jotamyg@deviantart.com (2009)
Wie jede Bl&#252;te welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, bl&#252;ht jede Lebensstufe,
Bl&#252;ht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/Stairs_by_jotamyg.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/Stairs_by_jotamyg_s.jpg" alt="" /></a><br />
<small><strong><a href="http://jotamyg.deviantart.com/art/Stairs-15157346">Stairs</a></strong> &#8211; &copy; <a href="http://jotamyg.deviantart.com/">jotamyg@deviantart.com</a> (2009)</small></p>
<p>Wie jede Bl&#252;te welkt und jede Jugend<br />
Dem Alter weicht, bl&#252;ht jede Lebensstufe,<br />
Bl&#252;ht jede Weisheit auch und jede Tugend<br />
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.</p>
<p>Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe<br />
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,<br />
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern<br />
In andre, neue Bindungen zu geben.</p>
<p>Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,<br />
Der uns besch&#252;tzt und der uns hilft, zu leben.</p>
<p>Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,<br />
An keinem wie an einer Heimat h&#228;ngen,<br />
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,<br />
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.</p>
<p>Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise<br />
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,<br />
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,<br />
Mag l&#228;hmender Gew&#246;hnung sich entraffen.</p>
<p>Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde<br />
Uns neuen R&#228;umen jung entgegensenden,<br />
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…<br />
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!</p>
<p align="right"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Hesse">Hermann Hesse</a></strong> (1877-1962)</p>
<p>&bull;&bull;&bull; Mein Schwager hat heute geheiratet. Wir waren bei der standesamtlichen Trauung dabei. Und wen zitiert die Standesbeamtin? Hesse.</p>
<blockquote><p>Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,<br />
Der uns besch&#252;tzt und der uns hilft, zu leben.</p></blockquote>
<p>Das passt gut bei einer Trauung, wenn einem nicht &#8211; wie mir &#8211; gerade die Strophe davor im Ohr klingt:</p>
<blockquote><p>Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe<br />
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,<br />
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern<br />
In andre, neue Bindungen zu geben.</p></blockquote>
<p>Allerdings erinnerte auch ich nur Bruchst&#252;cke des Gedichts und nat&#252;rlich vor allem die beiden ber&#252;hmten Zeilen. Und wie steht es hiermit?</p>
<blockquote><p>Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise<br />
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,<br />
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,<br />
Mag l&#228;hmender Gew&#246;hnung sich entraffen.</p></blockquote>
<p>Das drohende Erschlaffen hoffe ich noch immer abwenden zu k&#246;nnen. Und zum Aufbruch bin ich bereit. Neben mir liegen die Tickets f&#252;r die Reise nach Antwerpen. Kommenden Mittwoch geht es los, mitten in der Nacht, so dass ich gegen Vormittag dort bin. Ich werde bis Sonntag bleiben, viel laufen, schauen, Eindr&#252;cke einsaugen, Lokationen fotografieren und so viel Material wie m&#246;glich f&#252;r »Diamond District« sammeln. Vielleicht, mal sehen, schaffe ich es auch bis zum Meer. In <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Knokke">Knokke</a>, wurde mir gesagt, m&#252;sse man mal gewesen sein. Es soll dort viele koschere Hotels und Restaurants geben, denn Knokke sei <em>der</em> Urlaubsort der Frommen von Antwerpen.</p>
<p>Ich bin gespannt und folge dem Ruf des Lebens.</p>
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		<title>Papa got the call</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090809/papa-got-the-call/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Aug 2009 18:59:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>
		<category><![CDATA[Mesilat Yesharim]]></category>

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		<description><![CDATA[
&#8226;&#8226;&#8226; Auf dem Heimweg vom Sonntagsausflug: Die Kinder spielen, und Papa bekommt den ersehnten Anruf aus Belgien. Mein Freund Albert war erfolgreich und hat den Kontakt zur Chevra Kadischa in Antwerpen vermittelt. Ich werde noch im August f&#252;r voraussichtlich zwei Tage dort sein, alle Einrichtungen unter kundiger F&#252;hrung besichtigen k&#246;nnen und einen Crash-Kurs zu den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://turmsegler.net/img/2009/the_call.jpg"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/the_call_s.jpg" width="460" height="613" alt="Anruf unterwegs" /></a></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Auf dem Heimweg vom Sonntagsausflug: Die Kinder spielen, und Papa bekommt den ersehnten Anruf aus Belgien. Mein Freund Albert war erfolgreich und hat den Kontakt zur Chevra Kadischa in Antwerpen vermittelt. Ich werde noch im August f&#252;r voraussichtlich zwei Tage dort sein, alle Einrichtungen unter kundiger F&#252;hrung besichtigen k&#246;nnen und einen Crash-Kurs zu den religi&#246;sen und weltlichen Aspekten des j&#252;dischen Bestattungswesens erhalten. Ich bin euphorisch. Diese Reise wird ein Abenteuer, so viel ist sicher.</p>
<p>Ebenfalls im Zug, auf dem Hinweg, las ich seit langer Zeit wieder einmal im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Mesillat_Yesharim">»Mesilat Yesharim«</a>. Und ich habe beschlossen, eine neue Taschenbuchausgabe dieses gro&#223;artigen Mussar-Buches zu edieren, und zwar in deutscher &#220;bertragung, die f&#252;r ein heutiges und rein deutschsprachiges Publikum lesbar ist. Das wird nicht nur eine Frage der &#220;bersetzung, sondern auch vieler Anmerkungen und Erl&#228;uterungen. Ich &#252;berlege noch, ob ich den Fortgang dieses Projektes hier in einer eigenen Rubrik oder in einem separaten Weblog auf einer Subdomain des Turmseglers dokumentieren soll. Spannend w&#228;re es allemal, denn ich bin sicher, so mancher Turmsegler-Leser w&#252;rde von dieser Lekt&#252;re profitieren, und es w&#228;re ungemein spannend, die Gedanken, die <a href="http://turmsegler.net/20090715/glossar/">Moshe Chaim Luzzatto</a> in diesem Werk entwickelt, auch mit einem nicht-j&#252;dischen Publikum online zu diskutieren. Ein paar erste Ausz&#252;ge werde ich auf jeden Fall hier bringen. Dann sehen wir weiter.</p>
<p>So I&#8217;ve got two calls today. Thrilling. </p>
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		<item>
		<title>D&#228;mpfer</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090728/daempfer/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 09:04:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8226;&#8226;&#8226; Das Telefongespr&#228;ch mit meinem bislang vielversprechendsten Kontaktvermittler nach Antwerpen dauerte eben nur Sekunden: Wor&#252;ber willst Du schreiben? Bist Du bei Sinnen? Kein Mensch wird mit Dir dar&#252;ber reden! No way! 
Sprich mich da und dort nochmal an. Am Telefon will ich das nicht besprechen.
Wow. Da musste der naive Herr Autor mal kr&#228;ftig schlucken.
Verwandte Beitr&#228;ge:Antwerpen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&bull;&bull;&bull; Das Telefongespr&#228;ch mit meinem bislang vielversprechendsten Kontaktvermittler nach Antwerpen dauerte eben nur Sekunden: Wor&#252;ber willst Du schreiben? Bist Du bei Sinnen? Kein Mensch wird mit Dir dar&#252;ber reden! No way! </p>
<p>Sprich mich da und dort nochmal an. Am Telefon will ich das nicht besprechen.</p>
<p>Wow. Da musste der naive Herr Autor mal kr&#228;ftig schlucken.</p>
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		<title>Liebes-Lied</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 07:34:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>
		<category><![CDATA[Die Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Maria Rilke]]></category>
		<category><![CDATA[Tanja Warter]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie soll ich meine Seele halten, da&#223;
sie nicht an Deine r&#252;hrt? Wie soll ich sie
hinheben &#252;ber dich zu andern Dingen?
Ach gerne m&#246;cht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anr&#252;hrt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie soll ich meine Seele halten, da&#223;<br />
sie nicht an Deine r&#252;hrt? Wie soll ich sie<br />
hinheben &#252;ber dich zu andern Dingen?</p>
<p>Ach gerne m&#246;cht ich sie bei irgendwas<br />
Verlorenem im Dunkel unterbringen<br />
an einer fremden stillen Stelle, die<br />
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.</p>
<p>Doch alles, was uns anr&#252;hrt, dich und mich,<br />
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,<br />
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.</p>
<p>Auf welches Instrument sind wir gespannt?<br />
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?<br />
O s&#252;&#223;es Lied.</p>
<p align="right"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rilke">Rainer Maria Rilke</a> (1875-1926)</p>
<p>&bull;&bull;&bull; Mit Tanja Warter (Presse C. H. Beck) sprach ich am Freitag &#252;ber die Inkompatibilit&#228;t zwischen orthodoxem Alltag und Literatur. Sie war &#252;berrascht. Ich habe dar&#252;ber noch nie gesprochen, aber mich bewegt der Gedanke schon seit geraumer Zeit. Streng genommen ist er schon pr&#228;sent, seit ich die Arbeit an der »Leinwand« begonnen habe. Es ist sicher kein Zufall, dass ich Amnon Zichroni mit 15 Jahren in das verbotene Zimmer der Eltern f&#252;hre und ihn dort auf die »unpassende Liebe«, n&#228;mlich die Dichtung sto&#223;en lasse. Nun ist Amnons Konflikt nicht einmal der, orthodox zu sein und »verbotene B&#252;cher« zu schreiben. Der erste wesentliche Wendepunkt in seinem Leben belegt aber, wie deutlich die »Inkompatibilit&#228;t« ist. Allein diese B&#252;cher zu lesen, wird schon als »bitul zman« (Zeitverschwendung) betrachtet. Um wie viel gr&#246;&#223;er ist die Verschwendung, wenn man nicht nur liest, sondern diese B&#252;cher auch noch schreibt?</p>
<p>Es sind besonders die Folgen des Schreibens und Ver&#246;ffentlichens, die im Kontrast stehen zu den Forderungen der Mussar-Lehrer, Demut zu &#252;ben, das Ego zur&#252;ckzudr&#228;ngen, in der Gemeinschaft aufzugehen, statt als Individuum hervorzustechen durch Talente und F&#228;higkeiten, die nicht in direktem Torah-Zusammenhang stehen.</p>
<p>Mich hat zun&#228;chst nur die Einschr&#228;nkung des Themen- und Gestaltungsraums besch&#228;ftigt. Ich f&#252;hle mich enorm eingeschr&#228;nkt in der Wahl der Sujets, Figuren und Biographien. Wie richtig ich mit dieser Empfindung liege, ist mir am Freitag im Gespr&#228;ch mit den Marketiers bei Beck deutlich geworden, die ein Buch (nat&#252;rlich) als Produkt betrachten, dessen »Gesamtstory« stimmig sein m&#252;sse, ein Paket, zu dem der Autor und seine Biographie dazugeh&#246;ren. Es spielt nicht nur eine Rolle, wovon eine Geschichte handelt, sondern auch, von wem sie erz&#228;hlt wird. Nicht zuletzt deswegen ist der Trend ungebrochen, den Autor selbst ins Rampenlicht zu stellen, seine Lebensumst&#228;nde und biographischen Details. Ich finde das alles nicht unproblematisch und mag mir gar nicht ausmalen, in welche Konflikte mich das noch f&#252;hren mag.</p>
<blockquote><p>Auf welches Instrument sind wir gespannt?<br />
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
</p></blockquote>
<p>Bei der »Leinwand« hatte und habe ich das Gef&#252;hl, Werkzeug eines Tikkuns zu sein, indem ich eine tragische Geschichte auf das menschliche Fundament zur&#252;ckstelle. Auch bei »Diamond District« gibt es ein solches Element. Aber die Vorstellung, k&#252;nftig auf »j&#252;dische Sujets« festgelegt zu sein und bei jeder Buch-Idee die obigen Rilke-Fragen beantworten zu m&#252;ssen, ist mir nicht angenehm.</p>
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		<title>Erste S&#228;tze</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 22:05:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>
		<category><![CDATA[Die Leinwand]]></category>

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		<description><![CDATA[
Rabbi Shmuel Plafker at a funeral service for Jeffrey Lynn Schneider at a plot owned by the Hebrew Free Burial Association on Staten Island. (Foto: &#169; Kirsten Luce for The New York Times)
&#8226;&#8226;&#8226; Wenn mir f&#252;r ein neues Projekt der erste Satz einf&#228;llt, ist das meist ein untr&#252;gliches Zeichen, dass die Sache nicht mehr aufzuhalten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="New York Times: On Staten Island, a Jewish Cemetery Where All Are Equals in Death" href="http://www.nytimes.com/2009/04/01/nyregion/01about.html"><img src="http://turmsegler.net/img/2009/burial_ny.jpg" alt="Rabbi Shmuel Plafker at a funeral service for Jeffrey Lynn Schneider at a plot owned by the Hebrew Free Burial Association on Staten Island." height="268" width="460"/></a><br />
<small>Rabbi Shmuel Plafker at a funeral service for Jeffrey Lynn Schneider at a plot owned by the Hebrew Free Burial Association on Staten Island. (Foto: &copy; <a href="http://www.lightstalkers.org/kirsten">Kirsten Luce</a> for <a href="http://www.nytimes.com/2009/04/01/nyregion/01about.html">The New York Times</a>)</small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Wenn mir f&#252;r ein neues Projekt der erste Satz einf&#228;llt, ist das meist ein untr&#252;gliches Zeichen, dass die Sache nicht mehr aufzuhalten ist. Und wie wird »Diamond District« beginnen. Ich denke, mit einem Hauptsatz:</p>
<blockquote><p>Meist wasche ich die Toten nachts.</p></blockquote>
<p>&#220;ber das Warum darf spekuliert werden.</p>
<p>Zu meiner gro&#223;en Freude kam heute per Post die zweite Lektoratstranche von Martin Hielscher mit sehr wenigen, sehr treffenden Anmerkungen, die schnell &#252;bernommen bzw. ber&#252;cksichtigt waren. Und somit haben wir Halbzeit, der Zichroni-Text darf als finalisiert gelten, und ich hoffe, wir kommen mit Wechsler ebenso schnell und problemlos voran, so dass ich mich ganz bald unabgelenkt auf »Diamond District« st&#252;rzen kann.</p>
<p>Die F&#252;hler nach Antwerpen sind schon ausgestreckt. Es scheint, als w&#252;rde sich sogar ein deutschsprachiger »Diamant&#228;r« finden lassen, der mir vor Ort Einblick ins Gesch&#228;ft mit den Edelsteinen gew&#228;hrt. Und dann nat&#252;rlich die &#246;rtliche <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Chevra_kadisha">Chevra Kadischa</a>, die »Heilige Bruderschaft«, die den Toten die letzten Ehren erweist&#8230; Auch hier habe ich Aussicht auf wunderbare Recherchevoraussetzungen. Ich bin hei&#223; auf diese story und die Geschichten drumherum. Ich muss jetzt m&#246;glichst schnell Stoff sammeln und mich in den Text st&#252;rzen.   </p>
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		<title>Erste Lektoratssitzung</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 20:33:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>
		<category><![CDATA[Die Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Hielscher]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8226;&#8226;&#8226; Heute war ich zum ersten Mal beim neuen Verlag, bei Beck in der M&#252;nchner Wilhelmstra&#223;e. Nach dem Kennenlerngespr&#228;ch mit Herrn Beck, Frau Warter und meinem Lektor Martin Hielscher stand nun heute die erste Lektoratssitzung an. Wenn man es so nennen kann, denn zu meiner gro&#223;en Erleichterung handelt es sich mehr um ein Korrektorat. Durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&bull;&bull;&bull; Heute war ich zum ersten Mal beim neuen Verlag, bei Beck in der M&#252;nchner Wilhelmstra&#223;e. Nach dem <a href="http://turmsegler.net/20090624/am-start/">Kennenlerngespr&#228;ch</a> mit Herrn Beck, Frau Warter und meinem Lektor Martin Hielscher stand nun heute die erste Lektoratssitzung an. Wenn man es so nennen kann, denn zu meiner gro&#223;en Erleichterung handelt es sich mehr um ein Korrektorat. Durch die ersten 100 Seiten Zichroni waren wir im Nu durch. Meine Konjunktiv-Lektion habe ich offenbar gelernt. Und die Stellen, wo Martin Hielscher ein anderes Wort vorschl&#228;gt, eine Umstellung oder auf eine Wortwiederholung im Satz aufmerksam macht, kann man &#8211; noch &#8211; an den Fingern des Autors abz&#228;hlen.</p>
<p>Die bewegenden Neuigkeiten, das sind eher die Aktivit&#228;ten, die nun in diesem gro&#223;en Haus entfaltet werden, um dem Buch einen bestm&#246;glichen Start zu erm&#246;glichen. Leseexemplare meiner Paperback-Ausgabe f&#252;r die Agentur kursieren im Haus, bei Presse, Marketing, Herstellung, Cover-Designer und Justitiar. Ich habe das Gef&#252;hl, dass sie alle voll hinter dem Titel stehen. Das Produktionstechnische soll bereits im September abgeschlossen sein. Auf der Vertreterkonferenz im Oktober soll ich mich pers&#246;nlich zeigen, lesen und ein wenig &#252;ber die Hintergr&#252;nde und die Recherchen erz&#228;hlen sowie &#252;ber die besondere Machart des Buches. Denn diese Entscheidung ist nun getroffen: Die Leinwand wird &#8211; wie ich es konzipiert habe &#8211; als »Buch zum Wenden« gedruckt mit zwei unabh&#228;ngig gestalteten Covern. Das war meine gr&#246;&#223;te Freude heute. Sogar meine Layout-Vorstellungen werden ber&#252;cksichtigt werden.</p>
<p>Es gab noch eine Handvoll anderer Neuigkeiten, die das Engagement des Verlags unterstreichen und die ich hier nicht im Detail ausplaudern m&#246;chte. Ich hatte jedenfalls keine Vorstellung, was ein so gro&#223;es Haus alles f&#252;r einen so genannten »Spitzentitel« in die Wege leitet.</p>
<p>Den Rest des Korrektorats wollen wir in den n&#228;chsten zwei Wochen erledigen. Freitag in einer Woche werde ich nochmals in den Verlag gehen und die »Tournee« durch die Abteilungen machen. Dann ist alles auf den Weg gebracht, und ich kann mich um »Diamond District« k&#252;mmern, bis »Die Leinwand« Anfang 2010 erscheint.</p>
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		<title>Die Tyrannei der Gutmeinenden</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 15:57:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>
		<category><![CDATA[Pans Wiederkehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Of all tyrannies a tyranny sincerely exercised for the good of its victims may be the most oppressive. It may be better to live under robber barons than under omnipotent moral busybodies, The robber baron&#8217;s cruelty may sometimes sleep, his cupidity may at some point be satiated; but those who torment us for our own [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Of all tyrannies a tyranny sincerely exercised for the good of its victims may be the most oppressive. It may be better to live under robber barons than under omnipotent moral busybodies, The robber baron&#8217;s cruelty may sometimes sleep, his cupidity may at some point be satiated; but those who torment us for our own good will torment us without end, for they do so with the approval of their own conscience.</p>
<p align="right"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/C._S._Lewis">C. S. Lewis</a></p>
</blockquote>
<p>&bull;&bull;&bull; Ich schaue mir gelegentlich die <a href="http://www.youtube.com/user/Laughter1099">Youtube-Videos von Laughter1099</a> an, ein sehr kultivierter Pfeifenraucher aus den USA, der in seiner <a href="http://www.virtualsmokinglounge.com/">»Virtual Smoking Lounge«</a> allerlei Wissenswertes und &#220;berlegenswertes zum Thema Pfeifenrauchen ventiliert. Die Tabaksteuer ist bei uns wie auch in den USA gerade wieder einmal deutlich angehoben worden. Und in einigen Bundesstaaten der USA wird unterdessen sogar an Gesetzen gefeilt, die einem das Rauchen in den eigenen vier W&#228;nden verbieten sollen. Alles nat&#252;rlich nur zu unserem Besten, versteht sich. In diesem Zusammenhang zitiert Dave in seinem Video <a href="http://www.youtube.com/watch?v=yYiTAccDvqA">»The Tyranny of the Do Gooders«</a> C. S. Lewis. Und dieses Zitat wollte ich mir f&#252;r <a href="http://turmsegler.net/category/pans-wiederkehr/">»Pans Wiederkehr«</a> merken, wenn die Arbeit an diesem Roman nun auch erst einmal aufgeschoben ist zugunsten von <a href="http://turmsegler.net/category/diamond-district/">»Diamond District«</a>.</p>
<p>&#220;brigens hoffe ich, bereits im August die erste Recherchereise nach Antwerpen antreten zu k&#246;nnen. Und besonders freut mich, dass ich wom&#246;glich die Herzdame mitnehmen kann auf diesen »investigativen Trip«.</p>
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		<title>Spurwechsel</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 15:05:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diamond District]]></category>
		<category><![CDATA[Prosa]]></category>

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		<description><![CDATA[
Diamond District Antwerpen
&#8226;&#8226;&#8226; Dem treuen Team, das mir w&#228;hrend der Arbeit an der »Leinwand« zur Seite stand, habe ich gestern ein ausf&#252;hrliches Exposé f&#252;r einen neuen Roman geschickt. Die Antworten waren so, dass mir nun wohl nichts anderes &#252;brig bleibt, als j&#228;h die Spur zu wechseln, »Pans Wiederkehr« links liegen zu lassen und mit den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://turmsegler.net/img/2009/diamond_district_antwerp_s.jpg" alt="Diamond District Antwerpen" /><br />
<small>Diamond District Antwerpen</small></p>
<p>&bull;&bull;&bull; Dem treuen Team, das mir w&#228;hrend der Arbeit an der <a href="http://turmsegler.net/category/die-leinwand/">»Leinwand«</a> zur Seite stand, habe ich gestern ein ausf&#252;hrliches Exposé f&#252;r einen neuen Roman geschickt. Die Antworten waren so, dass mir nun wohl nichts anderes &#252;brig bleibt, als j&#228;h die Spur zu wechseln, <a href="http://turmsegler.net/category/pans-wiederkehr/">»Pans Wiederkehr«</a> links liegen zu lassen und mit den Recherchen f&#252;r dieses neue Buch zu beginnen. Es ist eine faszinierende Geschichte, und es wird wieder eine herausfordernde und &#8211; wie ich finde &#8211; interessante Erz&#228;hlkonstruktion. Arbeitstitel: <a href="http://turmsegler.net/category/diamond-district/">»Diamond District«</a>.</p>
<p>Ein Exposé ist noch kein Buch, sagt die Herzdame gerade. Nun ja, das ist wohl so. Aber so klar wie dieses Buch habe ich »Die Leinwand« anf&#228;nglich noch nicht vor Augen gehabt.</p>
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