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	<title>Kommentare zu: Die Sprache der Sch&#246;pfung (II)</title>
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		<title>Von: Markus</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090630/die-sprache-der-schoepfung-ii/#comment-8496</link>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 04:56:29 +0000</pubDate>
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		<description>@Bjoern

&lt;blockquote&gt;die j&#252;dische mit ihrer Betonung des w&#246;rtlichen Verst&#228;ndnisses
&lt;/blockquote&gt;

ich weiss nicht, ob ich das genau verstanden habe. hier mein m&#246;glicher einwand: ich habe mir einige j&#252;dische auslegungen der sch&#246;pfungsgeschichte angesehen und fand da eine f&#252;lle an allegorischen und symbolischen auslegungen. vieles wird nicht aus diesem einen text heraus interpretiert sondern auf dem hintergrund ihres ganzen religi&#246;sen wissens. eine zahl, &#252;ber die ein christlicher leser hinwegl&#228;se, bekommt in der j&#252;dischen textauslegung enorme bedeutung. 

auf der anderen seite: die j&#252;dischen heiligen texte (zumindest jene, die das sogenannte alte testament ausmachen) haben auch eine reiche christliche auslegungstradition. ich schreibe vor allem aus diesem hintergrund. und bestandteil einer (liberalen) christlichen theologie war immer auch der versuch, aus verschiedensten perspektiven und disziplinen heraus, diese texte neu zu beleuchten. ich tue es vor allem als linguist und semiotiker. genesis 1 und 2 sind gerade aus diesem blickwinkel enorm spannend (f&#252;r mich). genesis 1 hat &#252;ber jahrhunderte linguistiker zur suche nach der vollkommenen sprache angetrieben. in genesis 2 wiederum findet sich ein ausgesprochen aktuelles verst&#228;ndnis von sprache. 

ihren letzten absatz unterschreibe ich voll und ganz.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Bjoern</p>
<blockquote><p>die j&#252;dische mit ihrer Betonung des w&#246;rtlichen Verst&#228;ndnisses
</p></blockquote>
<p>ich weiss nicht, ob ich das genau verstanden habe. hier mein m&#246;glicher einwand: ich habe mir einige j&#252;dische auslegungen der sch&#246;pfungsgeschichte angesehen und fand da eine f&#252;lle an allegorischen und symbolischen auslegungen. vieles wird nicht aus diesem einen text heraus interpretiert sondern auf dem hintergrund ihres ganzen religi&#246;sen wissens. eine zahl, &#252;ber die ein christlicher leser hinwegl&#228;se, bekommt in der j&#252;dischen textauslegung enorme bedeutung. </p>
<p>auf der anderen seite: die j&#252;dischen heiligen texte (zumindest jene, die das sogenannte alte testament ausmachen) haben auch eine reiche christliche auslegungstradition. ich schreibe vor allem aus diesem hintergrund. und bestandteil einer (liberalen) christlichen theologie war immer auch der versuch, aus verschiedensten perspektiven und disziplinen heraus, diese texte neu zu beleuchten. ich tue es vor allem als linguist und semiotiker. genesis 1 und 2 sind gerade aus diesem blickwinkel enorm spannend (f&#252;r mich). genesis 1 hat &#252;ber jahrhunderte linguistiker zur suche nach der vollkommenen sprache angetrieben. in genesis 2 wiederum findet sich ein ausgesprochen aktuelles verst&#228;ndnis von sprache. </p>
<p>ihren letzten absatz unterschreibe ich voll und ganz.</p>
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	<item>
		<title>Von: Bjoern</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090630/die-sprache-der-schoepfung-ii/#comment-8489</link>
		<dc:creator>Bjoern</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 01:47:55 +0000</pubDate>
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		<description>Es freut mich sehr, da&#223; eine so klassische Diskussion immer noch mit Leben gef&#252;llt ist. Wenn ich mir die beiden Traditionen der Textinterpretation vor Augen halte - die j&#252;dische mit ihrer Betonung des w&#246;rtlichen Verst&#228;ndnisses und die griechische mit ihrem Hang zur allegorischen Deutung - schlage ich mich auf die Seite der Griechen. Mir kam es immer so vor, als sei genau dies die eigentliche Qualit&#228;t sakraler Texte. So angelegt zu sein, da&#223; sie auf verschiedenen Ebenen stimmige Aussagen treffen k&#246;nnen. 

Zwei weitere Gr&#252;nde gibt es, die mich ins Lager der Griechen treiben: Zum einen st&#246;&#223;t eine am geschriebenen Wort orientierte Deutung bei sehr alten Texten an seine (sagen wir besser an meine) Grenzen. Sp&#228;testens beim Gilgamesh-Epos bleibt mir ohne allegorische Deutung nur ein literarischer Genuss. Ich bin zu weit weg von dieser Kultur. Da ist viel Zeit vergangen. Wenn ich aber - und hier wird der Grund subjektiv - an diesen Text mit einem j&#252;dischen, und an jenen Text mit einem griechischen Textverst&#228;ndnis herangehe, fehlt mir die Vergleichbarkeit. Und mich interessieren die vielen Texte aus unterschiedlichen Traditionen.

Der zweite Grund ist die j&#252;dische Art der Deutung selbst (und ich wei&#223;, da&#223; ich hier grob vereinfache). Mein Eindruck ist, da&#223; die Orientierung am geschriebenen Wort zwar auf der Ebene des Ritus umgesetzt wird, aber hinter allem schlummert ein gro&#223;er Berg j&#252;discher Mythologie. Was augenscheinlich w&#246;rtlich gedeutet wird, hat ganze B&#228;nde als Hintergrund - nur, man spricht nicht dar&#252;ber.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es freut mich sehr, da&#223; eine so klassische Diskussion immer noch mit Leben gef&#252;llt ist. Wenn ich mir die beiden Traditionen der Textinterpretation vor Augen halte &#8211; die j&#252;dische mit ihrer Betonung des w&#246;rtlichen Verst&#228;ndnisses und die griechische mit ihrem Hang zur allegorischen Deutung &#8211; schlage ich mich auf die Seite der Griechen. Mir kam es immer so vor, als sei genau dies die eigentliche Qualit&#228;t sakraler Texte. So angelegt zu sein, da&#223; sie auf verschiedenen Ebenen stimmige Aussagen treffen k&#246;nnen. </p>
<p>Zwei weitere Gr&#252;nde gibt es, die mich ins Lager der Griechen treiben: Zum einen st&#246;&#223;t eine am geschriebenen Wort orientierte Deutung bei sehr alten Texten an seine (sagen wir besser an meine) Grenzen. Sp&#228;testens beim Gilgamesh-Epos bleibt mir ohne allegorische Deutung nur ein literarischer Genuss. Ich bin zu weit weg von dieser Kultur. Da ist viel Zeit vergangen. Wenn ich aber &#8211; und hier wird der Grund subjektiv &#8211; an diesen Text mit einem j&#252;dischen, und an jenen Text mit einem griechischen Textverst&#228;ndnis herangehe, fehlt mir die Vergleichbarkeit. Und mich interessieren die vielen Texte aus unterschiedlichen Traditionen.</p>
<p>Der zweite Grund ist die j&#252;dische Art der Deutung selbst (und ich wei&#223;, da&#223; ich hier grob vereinfache). Mein Eindruck ist, da&#223; die Orientierung am geschriebenen Wort zwar auf der Ebene des Ritus umgesetzt wird, aber hinter allem schlummert ein gro&#223;er Berg j&#252;discher Mythologie. Was augenscheinlich w&#246;rtlich gedeutet wird, hat ganze B&#228;nde als Hintergrund &#8211; nur, man spricht nicht dar&#252;ber.</p>
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		<title>Von: Markus</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090630/die-sprache-der-schoepfung-ii/#comment-8488</link>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 15:11:30 +0000</pubDate>
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		<description>Noch was: Selbstverst&#228;ndlich k&#246;nnen Sie Texte so lange auseinandernehmen und auf ihre Redaktionsstufen hin untersuchen, bis alle Einzelteile vor Ihnen liegen. Aber dann haben Sie keinen Text mehr. 

Ich stimme Benjamin zu, wenn er sagt, es habe einen Grund, weshalb der Text uns genau in dieser Form vorliegt. &lt;i&gt;Diesen&lt;/i&gt; m&#252;ssen wir ernst nehmen und d.h. f&#252;r mich eben auch, die Br&#252;che wahrnehmen, die in ihm &#252;ber die Jahrhunderte und &#220;berarbeitungen hinweg entstanden sind und vielleicht sogar schon von Anfang an in ihm angelegt waren. 

Schwieriges nicht wegerkl&#228;ren, sondern offenlegen. Und sich dann Gedanken dr&#252;ber machen, was das bedeuten k&#246;nnen. Mut zur Deutung haben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Noch was: Selbstverst&#228;ndlich k&#246;nnen Sie Texte so lange auseinandernehmen und auf ihre Redaktionsstufen hin untersuchen, bis alle Einzelteile vor Ihnen liegen. Aber dann haben Sie keinen Text mehr. </p>
<p>Ich stimme Benjamin zu, wenn er sagt, es habe einen Grund, weshalb der Text uns genau in dieser Form vorliegt. <i>Diesen</i> m&#252;ssen wir ernst nehmen und d.h. f&#252;r mich eben auch, die Br&#252;che wahrnehmen, die in ihm &#252;ber die Jahrhunderte und &#220;berarbeitungen hinweg entstanden sind und vielleicht sogar schon von Anfang an in ihm angelegt waren. </p>
<p>Schwieriges nicht wegerkl&#228;ren, sondern offenlegen. Und sich dann Gedanken dr&#252;ber machen, was das bedeuten k&#246;nnen. Mut zur Deutung haben.</p>
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		<title>Von: Markus</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090630/die-sprache-der-schoepfung-ii/#comment-8487</link>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 14:35:59 +0000</pubDate>
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		<description>Mir sind die ganzen historisch-kritischen Erkl&#228;rungen bekannt. Ihnen zum Trotz versuche ich, den Text so zu lesen, wie er sich einem &quot;unbelasteten&quot; Leser bietet (bin ich nat&#252;rlich nicht, was die Sache nicht einfacher macht). Es geht mir jedoch schon auch darum, der &#252;berlieferten, christlichen Lesetradition mal auf die Finger zu klopfen und zu sagen, Nehmt doch bitte den Text ernst und schaut mal, was da WIRKLICH steht. 

Ich erlebe andauernd solche &#220;berraschungen: dass das, was man mir in der Sonntagsschule erz&#228;hlte, so gar nicht in der Bibel steht - oder eben dass der Text sehr viel reicher und vielschichtiger ist als das, was man mich glauben machte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mir sind die ganzen historisch-kritischen Erkl&#228;rungen bekannt. Ihnen zum Trotz versuche ich, den Text so zu lesen, wie er sich einem &#8220;unbelasteten&#8221; Leser bietet (bin ich nat&#252;rlich nicht, was die Sache nicht einfacher macht). Es geht mir jedoch schon auch darum, der &#252;berlieferten, christlichen Lesetradition mal auf die Finger zu klopfen und zu sagen, Nehmt doch bitte den Text ernst und schaut mal, was da WIRKLICH steht. </p>
<p>Ich erlebe andauernd solche &#220;berraschungen: dass das, was man mir in der Sonntagsschule erz&#228;hlte, so gar nicht in der Bibel steht &#8211; oder eben dass der Text sehr viel reicher und vielschichtiger ist als das, was man mich glauben machte.</p>
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		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090630/die-sprache-der-schoepfung-ii/#comment-8486</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 08:43:46 +0000</pubDate>
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		<description>Ich m&#246;chte Markus nicht vorgreifen, aber: Bei einer textexegetischen Betrachtung mag das nahe liegen. Aber wir haben es ja hier mit einer religi&#246;sen &#220;berlieferung zu tun, einem Buch, in dem nach j&#252;dischem Verst&#228;ndnis kein Buchstabe ohne Grund steht, wo er steht. Ich m&#246;chte dem jedenfalls mal nachgehen, also schauen, was Kommentatoren wie Raschi zu dieser »Diskrepanz« sagen. Dann melde ich mich wieder.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich m&#246;chte Markus nicht vorgreifen, aber: Bei einer textexegetischen Betrachtung mag das nahe liegen. Aber wir haben es ja hier mit einer religi&#246;sen &#220;berlieferung zu tun, einem Buch, in dem nach j&#252;dischem Verst&#228;ndnis kein Buchstabe ohne Grund steht, wo er steht. Ich m&#246;chte dem jedenfalls mal nachgehen, also schauen, was Kommentatoren wie Raschi zu dieser »Diskrepanz« sagen. Dann melde ich mich wieder.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Bjoern</title>
		<link>http://turmsegler.net/20090630/die-sprache-der-schoepfung-ii/#comment-8485</link>
		<dc:creator>Bjoern</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 08:39:23 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;Was war es, was eine »&#220;berarbeitung« der Sch&#246;pfung notwendig machte?
&lt;/blockquote&gt;

Diese Frage ist mir nicht ganz klar. Bei der Struktur dieser alten Textsammlung geht es doch nicht darum, eine stimmige Geschichte zu erz&#228;hlen. Das sind doch sehr verschiedene Inhalte. In Genesis I geht es doch ausschlie&#223;lich um Naturgeschichte (oder sagen wir Evolution). Und das ist in den folgenden Texten einfach nicht mehr von Interesse.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Was war es, was eine »&#220;berarbeitung« der Sch&#246;pfung notwendig machte?
</p></blockquote>
<p>Diese Frage ist mir nicht ganz klar. Bei der Struktur dieser alten Textsammlung geht es doch nicht darum, eine stimmige Geschichte zu erz&#228;hlen. Das sind doch sehr verschiedene Inhalte. In Genesis I geht es doch ausschlie&#223;lich um Naturgeschichte (oder sagen wir Evolution). Und das ist in den folgenden Texten einfach nicht mehr von Interesse.</p>
]]></content:encoded>
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