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	<title>Kommentare zu: Interview mit Friederike Mayr&#246;cker</title>
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		<title>Von: ksklein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7660</link>
		<dc:creator>ksklein</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2008 18:16:19 +0000</pubDate>
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		<description>ist auch gut so, herr p.-!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ist auch gut so, herr p.-!</p>
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		<title>Von: perkampus</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7655</link>
		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 18:12:49 +0000</pubDate>
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		<description>prosa kann nur dann, was lyrik kann, wenn sie lyrisch ist. ich schrieb das j&#252;ngst: was ‘prosa’ oder ‘in prosa’ ist, ist eine frage des tons, des rhythmus, des symbolischen nacheinander (und damit der wortfunktion), des linearen verlaufs; nicht jedoch eine frage der wortbedeutung, auch nicht eine frage des sinns von s&#228;tzen, abs&#228;tzen, texten.

prosa kann das eben von haus aus nicht sein, wenn sie ihre muster nicht aufl&#246;st.

aber das hat mit dem thema, das ohnehin in seiner diskutierten grundlage f&#252;r den arsch war, nichts mehr zu tun. ich empfehle mich.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>prosa kann nur dann, was lyrik kann, wenn sie lyrisch ist. ich schrieb das j&#252;ngst: was ‘prosa’ oder ‘in prosa’ ist, ist eine frage des tons, des rhythmus, des symbolischen nacheinander (und damit der wortfunktion), des linearen verlaufs; nicht jedoch eine frage der wortbedeutung, auch nicht eine frage des sinns von s&#228;tzen, abs&#228;tzen, texten.</p>
<p>prosa kann das eben von haus aus nicht sein, wenn sie ihre muster nicht aufl&#246;st.</p>
<p>aber das hat mit dem thema, das ohnehin in seiner diskutierten grundlage f&#252;r den arsch war, nichts mehr zu tun. ich empfehle mich.</p>
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	<item>
		<title>Von: La Tortuga</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7654</link>
		<dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 17:54:15 +0000</pubDate>
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		<description>Doch nicht im moralischen Sinne. Ja, das Wort &quot;Mahnung&quot; ist zu unpr&#228;zis und missverst&#228;ndlich und mit zuviel anderem Mist konnotiert. Wie soll ich denn sagen? Erinnerung? Ahnung? Spiegel? Kann man alles missverstehn. &quot;Ort der Wahrnehmung&quot; ist richtig, aber ich suchte etwas weniger allgemeines, denn Prosa kann das auch sein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Doch nicht im moralischen Sinne. Ja, das Wort &#8220;Mahnung&#8221; ist zu unpr&#228;zis und missverst&#228;ndlich und mit zuviel anderem Mist konnotiert. Wie soll ich denn sagen? Erinnerung? Ahnung? Spiegel? Kann man alles missverstehn. &#8220;Ort der Wahrnehmung&#8221; ist richtig, aber ich suchte etwas weniger allgemeines, denn Prosa kann das auch sein.</p>
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	<item>
		<title>Von: perkampus</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7653</link>
		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 17:38:42 +0000</pubDate>
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		<description>dasz ein gedicht &quot;mahnung&quot; sein soll, halte ich nun aber f&#252;r ein eklatantes miszverst&#228;ndnis, gute kr&#246;te. diese art von moralischem schrecken m&#246;chte ich doch nun - bei aller liebe zur freiheit - als abgetan wiszen. lyrik ist ein ort der wahrnehmung. das zun&#228;chst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>dasz ein gedicht &#8220;mahnung&#8221; sein soll, halte ich nun aber f&#252;r ein eklatantes miszverst&#228;ndnis, gute kr&#246;te. diese art von moralischem schrecken m&#246;chte ich doch nun &#8211; bei aller liebe zur freiheit &#8211; als abgetan wiszen. lyrik ist ein ort der wahrnehmung. das zun&#228;chst.</p>
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	<item>
		<title>Von: La Tortuga</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7652</link>
		<dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 16:56:53 +0000</pubDate>
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		<description>Die Kirche hat den Z&#246;libat, wie so vieles andere, erst institutionalisiert und zu ihren eigenen Zwecken missbraucht. Erfunden hat sie ihn bestimmt nicht (und er bedeutet eben auch nicht: &quot;du sollst dein Fleisch kasteien&quot;, sondern wohl das, was Jesus meinte, als er sagte (sinngem&#228;ss, an den genauen Wortlaut erinnere ich mich nicht): wer seine Familie &#252;ber mich stellt, ist es nicht wert, mir zu folgen).

Das mit dem Tod kann ich nicht erkl&#228;ren. Es ist f&#252;r mich einfach so. Und es ist auch das, was jedes gute Gedicht in seiner Essenz ausmacht. Wo das nicht sp&#252;rbar ist, ist auch keine Ersch&#252;tterung. Und ein Gedicht ist ja nicht ein &quot;Das-Leben-ist-so-sch&#246;n&quot;-Geschenkbuch-Spruch, kein Trost, sondern eine Mahnung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kirche hat den Z&#246;libat, wie so vieles andere, erst institutionalisiert und zu ihren eigenen Zwecken missbraucht. Erfunden hat sie ihn bestimmt nicht (und er bedeutet eben auch nicht: &#8220;du sollst dein Fleisch kasteien&#8221;, sondern wohl das, was Jesus meinte, als er sagte (sinngem&#228;ss, an den genauen Wortlaut erinnere ich mich nicht): wer seine Familie &#252;ber mich stellt, ist es nicht wert, mir zu folgen).</p>
<p>Das mit dem Tod kann ich nicht erkl&#228;ren. Es ist f&#252;r mich einfach so. Und es ist auch das, was jedes gute Gedicht in seiner Essenz ausmacht. Wo das nicht sp&#252;rbar ist, ist auch keine Ersch&#252;tterung. Und ein Gedicht ist ja nicht ein &#8220;Das-Leben-ist-so-sch&#246;n&#8221;-Geschenkbuch-Spruch, kein Trost, sondern eine Mahnung.</p>
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	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7651</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 16:20:09 +0000</pubDate>
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		<description>@Tortuga: Ich kann wirklich nicht verstehen, warum man mit dem Tod vor Augen bessere Kunst machen sollte. Ich sehe da keinen Zusammenhang.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Tortuga: Ich kann wirklich nicht verstehen, warum man mit dem Tod vor Augen bessere Kunst machen sollte. Ich sehe da keinen Zusammenhang.</p>
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	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7650</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 16:16:28 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;
Der Z&#246;libat, glaube ich, entspringt nicht irgendwelchen lustfeindlichen, puritanischen Moralvorstellungen, sondern aus den Urzeiten der Priester, S&#228;nger, Schamanen, den Vorfahren der Dichter, und das ist bestimmt nicht von ungef&#228;hr.
&lt;/blockquote&gt;

Meinen unma&#223;geblichen Informationsquellen zufolge ist es eine relativ sp&#228;te Einrichtung der katholischen Kirche, die einzig dem Besitzerhalt diente: Aller Besitz von Klerikern f&#228;llt per Erbe nicht an irgendwelche Kinder, sondern zur&#252;ck an die Kirche.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>
Der Z&#246;libat, glaube ich, entspringt nicht irgendwelchen lustfeindlichen, puritanischen Moralvorstellungen, sondern aus den Urzeiten der Priester, S&#228;nger, Schamanen, den Vorfahren der Dichter, und das ist bestimmt nicht von ungef&#228;hr.
</p></blockquote>
<p>Meinen unma&#223;geblichen Informationsquellen zufolge ist es eine relativ sp&#228;te Einrichtung der katholischen Kirche, die einzig dem Besitzerhalt diente: Aller Besitz von Klerikern f&#228;llt per Erbe nicht an irgendwelche Kinder, sondern zur&#252;ck an die Kirche.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: La Tortuga</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7649</link>
		<dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 14:15:02 +0000</pubDate>
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		<description>@Benjamin, aber nein doch. Weder nimmt ein Kind das Leben weg noch ist es unerl&#228;sslich, um den gesamten (?) menschlichen Erfahrungsschatz auszukosten. Seltsamerweise spricht man zu jemandem, der unfreiwillig kinderlos ist, nicht von diesem vermeintlichen Erfahrungsdefizit - obwohl es auf andere Art genauso verletzend ist. Will nur sagen: man verpasst nichts, weil man keine Kinder hat oder weil man Kinder hat. Man w&#228;hlt einfach einen Weg. Bei den wenigsten Entscheidungen kann man ja beides haben.

Der Rest ist nur eine Frage der Vorstellungskraft. Ich muss nicht geb&#228;ren, um mir Geburtsschmerz vorstellen zu k&#246;nnen, muss nicht an der Diplomfeier einer Tochter gewesen sein, um den Stolz zu f&#252;hlen etc. Umgekehrt kann sich ein &quot;Elter&quot; vorstellen, wie es ist, kindfrei 50 zu werden, beispielsweise.

Ich w&#252;rde nicht sagen jederzeit todesbereit (bereit zu sterben f&#252;r das, was man tut, das schon), aber todesbewusst. Ohne die st&#228;ndige Gegenwart des Todes k&#246;nnte ich das Leben gar nicht wahrnehmen. Seit wann sind Leben und Tod Gegens&#228;tze? Sie bedingen einander. Ich werde relativ rasch depressiv, wenn ich zu lang unter Leuten bin, die offenbar den Tod nicht neben sich sp&#252;ren - dazu geh&#246;ren oft auch Kinder, naturgem&#228;ss. Warum das so ist, weiss ich nicht.

Ein Punkt ist wohl auch die Einsamkeit: ich muss diejenigen, die ich liebe, vollkommen aussperren, w&#228;hrend ich arbeite (inklusive mich selbst). Mit einem Kind kann man das nicht, es ist immer da and ever after (oder?). F&#252;r andere mag diese Einsamkeit keine Voraussetzung sein.

Der Z&#246;libat, glaube ich, entspringt nicht irgendwelchen lustfeindlichen, puritanischen Moralvorstellungen, sondern aus den Urzeiten der Priester, S&#228;nger, Schamanen, den Vorfahren der Dichter, und das ist bestimmt nicht von ungef&#228;hr.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Benjamin, aber nein doch. Weder nimmt ein Kind das Leben weg noch ist es unerl&#228;sslich, um den gesamten (?) menschlichen Erfahrungsschatz auszukosten. Seltsamerweise spricht man zu jemandem, der unfreiwillig kinderlos ist, nicht von diesem vermeintlichen Erfahrungsdefizit &#8211; obwohl es auf andere Art genauso verletzend ist. Will nur sagen: man verpasst nichts, weil man keine Kinder hat oder weil man Kinder hat. Man w&#228;hlt einfach einen Weg. Bei den wenigsten Entscheidungen kann man ja beides haben.</p>
<p>Der Rest ist nur eine Frage der Vorstellungskraft. Ich muss nicht geb&#228;ren, um mir Geburtsschmerz vorstellen zu k&#246;nnen, muss nicht an der Diplomfeier einer Tochter gewesen sein, um den Stolz zu f&#252;hlen etc. Umgekehrt kann sich ein &#8220;Elter&#8221; vorstellen, wie es ist, kindfrei 50 zu werden, beispielsweise.</p>
<p>Ich w&#252;rde nicht sagen jederzeit todesbereit (bereit zu sterben f&#252;r das, was man tut, das schon), aber todesbewusst. Ohne die st&#228;ndige Gegenwart des Todes k&#246;nnte ich das Leben gar nicht wahrnehmen. Seit wann sind Leben und Tod Gegens&#228;tze? Sie bedingen einander. Ich werde relativ rasch depressiv, wenn ich zu lang unter Leuten bin, die offenbar den Tod nicht neben sich sp&#252;ren &#8211; dazu geh&#246;ren oft auch Kinder, naturgem&#228;ss. Warum das so ist, weiss ich nicht.</p>
<p>Ein Punkt ist wohl auch die Einsamkeit: ich muss diejenigen, die ich liebe, vollkommen aussperren, w&#228;hrend ich arbeite (inklusive mich selbst). Mit einem Kind kann man das nicht, es ist immer da and ever after (oder?). F&#252;r andere mag diese Einsamkeit keine Voraussetzung sein.</p>
<p>Der Z&#246;libat, glaube ich, entspringt nicht irgendwelchen lustfeindlichen, puritanischen Moralvorstellungen, sondern aus den Urzeiten der Priester, S&#228;nger, Schamanen, den Vorfahren der Dichter, und das ist bestimmt nicht von ungef&#228;hr.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7646</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 12:34:55 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;
Aber gerade, weil Kinder Leben sind, sind sie auch ein Halteseil, eine Sicherheit, etwas, das zwischen einem selbst und dem Tod steht, und das ist ein Kompromiss. Wie aber fliegen, wenn nicht ein st&#228;ndiger furchtbarer Abgrund g&#228;hnt, ums mal pathetisch zu sagen?
&lt;/blockquote&gt;

Ich bin erstaunt &#252;ber die Ansichten! Muss ich als K&#252;nstler permanent todesbereit sein, um etwas schaffen zu k&#246;nnen? Ich brauche keinen g&#228;hnenden Abgrund unter mir als Inspiration, Tod schon gar nicht. F&#252;r mich hat Kunst noch immer erheblich mehr mit Leben zu tun.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>
Aber gerade, weil Kinder Leben sind, sind sie auch ein Halteseil, eine Sicherheit, etwas, das zwischen einem selbst und dem Tod steht, und das ist ein Kompromiss. Wie aber fliegen, wenn nicht ein st&#228;ndiger furchtbarer Abgrund g&#228;hnt, ums mal pathetisch zu sagen?
</p></blockquote>
<p>Ich bin erstaunt &#252;ber die Ansichten! Muss ich als K&#252;nstler permanent todesbereit sein, um etwas schaffen zu k&#246;nnen? Ich brauche keinen g&#228;hnenden Abgrund unter mir als Inspiration, Tod schon gar nicht. F&#252;r mich hat Kunst noch immer erheblich mehr mit Leben zu tun.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7645</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 12:31:16 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;
... wer keine Kinder hat, ist nicht Ganz ...
&lt;/blockquote&gt;

Er/sie hat einen bestimmten Bereich menschlicher Erfahrung ausgeklammert. Fragt sich, f&#252;r wie wesentlich man das h&#228;lt.

&lt;blockquote&gt;
Es gibt jedoch genausoviele Erfahrungen, die man nur dann machen kann, wenn man keine Kinder hat.
&lt;/blockquote&gt;

Als da w&#228;ren? Kinnder zu bekommen, scheint wie Tod zu sein. Kind da: Leben weg und zwar f&#252;r immer. :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>
&#8230; wer keine Kinder hat, ist nicht Ganz &#8230;
</p></blockquote>
<p>Er/sie hat einen bestimmten Bereich menschlicher Erfahrung ausgeklammert. Fragt sich, f&#252;r wie wesentlich man das h&#228;lt.</p>
<blockquote><p>
Es gibt jedoch genausoviele Erfahrungen, die man nur dann machen kann, wenn man keine Kinder hat.
</p></blockquote>
<p>Als da w&#228;ren? Kinnder zu bekommen, scheint wie Tod zu sein. Kind da: Leben weg und zwar f&#252;r immer. :-)</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: La Tortuga</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7644</link>
		<dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 12:17:43 +0000</pubDate>
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		<description>Ja. :-) Erst mal: eines schickt sich nicht f&#252;r alle. Und nat&#252;rlich gibt es grosse K&#252;nstler mit Nachwuchs (wobei man nicht weiss, ob sie sich ausgesch&#246;pft haben). Aber gerade, weil Kinder Leben sind, sind sie auch ein Halteseil, eine Sicherheit, etwas, das zwischen einem selbst und dem Tod steht, und das ist ein Kompromiss. Wie aber fliegen, wenn nicht ein st&#228;ndiger furchtbarer Abgrund g&#228;hnt, ums mal pathetisch zu sagen?

&quot;Erfahrungen, die man nur dank Kindern machen kann&quot; - diese Formulierung macht mich offengestanden immer ein bisschen ranzig, obwohl es diese Erfahrungen nat&#252;rlich gibt. Aber es heisst eben soviel wie &quot;wer keine Kinder hat, ist nicht Ganz&quot;, kann nicht mitreden (ich unterstelle Dir das nicht, hier ist ja der Kontext ein anderer - aber es ist das Argument derjenigen, die die freiwillig Kinderlosen f&#252;r erfahrungsarm halten). Es gibt jedoch genausoviele Erfahrungen, die man nur dann machen kann, wenn man keine Kinder hat.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja. :-) Erst mal: eines schickt sich nicht f&#252;r alle. Und nat&#252;rlich gibt es grosse K&#252;nstler mit Nachwuchs (wobei man nicht weiss, ob sie sich ausgesch&#246;pft haben). Aber gerade, weil Kinder Leben sind, sind sie auch ein Halteseil, eine Sicherheit, etwas, das zwischen einem selbst und dem Tod steht, und das ist ein Kompromiss. Wie aber fliegen, wenn nicht ein st&#228;ndiger furchtbarer Abgrund g&#228;hnt, ums mal pathetisch zu sagen?</p>
<p>&#8220;Erfahrungen, die man nur dank Kindern machen kann&#8221; &#8211; diese Formulierung macht mich offengestanden immer ein bisschen ranzig, obwohl es diese Erfahrungen nat&#252;rlich gibt. Aber es heisst eben soviel wie &#8220;wer keine Kinder hat, ist nicht Ganz&#8221;, kann nicht mitreden (ich unterstelle Dir das nicht, hier ist ja der Kontext ein anderer &#8211; aber es ist das Argument derjenigen, die die freiwillig Kinderlosen f&#252;r erfahrungsarm halten). Es gibt jedoch genausoviele Erfahrungen, die man nur dann machen kann, wenn man keine Kinder hat.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7643</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 12:10:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=1468#comment-7643</guid>
		<description>Sicher sind M&#252;tter mehr gefordert. Aber niemand hier spricht von den Erfahrungen, die man nur dank Kindern machen kann und die auch Inspiration und vor allem LEBEN sind. Nach dieser Logik d&#252;rfte es keine k&#252;nstlerisch produktiven Frauen mit Kindern geben - oder keine k&#252;nstlerisch produktiven M&#228;nner, die ihren Kindern auch V&#228;ter gewesen w&#228;ren.

Meint ihr das ernst?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sicher sind M&#252;tter mehr gefordert. Aber niemand hier spricht von den Erfahrungen, die man nur dank Kindern machen kann und die auch Inspiration und vor allem LEBEN sind. Nach dieser Logik d&#252;rfte es keine k&#252;nstlerisch produktiven Frauen mit Kindern geben &#8211; oder keine k&#252;nstlerisch produktiven M&#228;nner, die ihren Kindern auch V&#228;ter gewesen w&#228;ren.</p>
<p>Meint ihr das ernst?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: La Tortuga</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7642</link>
		<dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 12:06:35 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=1468#comment-7642</guid>
		<description>Schwer zu sagen (was willst Du h&#246;ren? :-) ), ich bin ja kein Mann. Aber es ist wohl in allen Punkten leider so, allein schon biologisch, dass sich an Kindern vor allem die Frau ersch&#246;pft. M&#228;nner k&#246;nnen, von der Moral mal abgesehen, ihren Samen streuen und weiterziehen, und sie sch&#252;tten keine Vaterschaftshormone aus, die den Geist auf Sparflamme fahren. Verantwortungs- und liebevolle V&#228;ter allerdings zwacken auch oft einiges an Kraft ab, die die Berufung f&#252;r sich heischen will ... oder etwa nicht?!

Ich widerspreche selbstverst&#228;ndlich nicht, was die interessanten Beobachtungen an Kindern angeht. Ich beobachte ja auch gern anderer Leute Kinder, &#252;berhaupt Alles beobachte ich gern und intensiv und &#252;brhaupt nicht gef&#252;hlskalt, wie man jetzt meinen k&#246;nnte; aber doch immer schon im Hinblick auf Papier. Ein eigenes Kind dagegen w&#228;re mein Parasit, weil es mich vom Papier abhielte, und ich w&#228;re seiner, weil ich es als &quot;Sprachobjekt&quot; missbrauchen w&#252;rde.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Schwer zu sagen (was willst Du h&#246;ren? :-) ), ich bin ja kein Mann. Aber es ist wohl in allen Punkten leider so, allein schon biologisch, dass sich an Kindern vor allem die Frau ersch&#246;pft. M&#228;nner k&#246;nnen, von der Moral mal abgesehen, ihren Samen streuen und weiterziehen, und sie sch&#252;tten keine Vaterschaftshormone aus, die den Geist auf Sparflamme fahren. Verantwortungs- und liebevolle V&#228;ter allerdings zwacken auch oft einiges an Kraft ab, die die Berufung f&#252;r sich heischen will &#8230; oder etwa nicht?!</p>
<p>Ich widerspreche selbstverst&#228;ndlich nicht, was die interessanten Beobachtungen an Kindern angeht. Ich beobachte ja auch gern anderer Leute Kinder, &#252;berhaupt Alles beobachte ich gern und intensiv und &#252;brhaupt nicht gef&#252;hlskalt, wie man jetzt meinen k&#246;nnte; aber doch immer schon im Hinblick auf Papier. Ein eigenes Kind dagegen w&#228;re mein Parasit, weil es mich vom Papier abhielte, und ich w&#228;re seiner, weil ich es als &#8220;Sprachobjekt&#8221; missbrauchen w&#252;rde.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7641</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 12:06:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=1468#comment-7641</guid>
		<description>Meine Frage war eher so gemeint: Der Dichter kann aber schon gleichzeitg &quot;Vatergott&quot; sein? Bei Tortugas letztem Kommentar hatte ich den Eindruck, dass Mutterschaft und Kunst sich ausschlie&#223;en. Dann m&#252;sste das gleiche auch f&#252;r M&#228;nner gelten, oder aber alle K&#252;nstler w&#228;ren nur biologische V&#228;ter.

Ich kann mir nach diesen Kommentaren Frau Mayr&#246;cker nur noch als Nonnenstatue auf einem Sockel vorstellen. Die &#196;rmste.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Frage war eher so gemeint: Der Dichter kann aber schon gleichzeitg &#8220;Vatergott&#8221; sein? Bei Tortugas letztem Kommentar hatte ich den Eindruck, dass Mutterschaft und Kunst sich ausschlie&#223;en. Dann m&#252;sste das gleiche auch f&#252;r M&#228;nner gelten, oder aber alle K&#252;nstler w&#228;ren nur biologische V&#228;ter.</p>
<p>Ich kann mir nach diesen Kommentaren Frau Mayr&#246;cker nur noch als Nonnenstatue auf einem Sockel vorstellen. Die &#196;rmste.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: perkampus</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7640</link>
		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 11:59:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=1468#comment-7640</guid>
		<description>mayr&#246;cker beschrieb den akt des schreibens einmal als sexuelle handlung an sich. es versteht sich von selbst, dass ich hier deckungsgleich gehe. die annahme der philistr&#246;sen gesellschaft, die menschliche sexualit&#228;t diene in erster linie der fortpflanzung ist ein groszes l&#252;gengeb&#228;ude.

was aber, das soll betont werden, nicht GEGEN mutterschaft und nicht gegen kinder &#252;berhaupt gerichtet ist.

ich glaube, um auf benjamin einzugehen, dasz eine vaterschaft nicht zwingend eine biologische sein musz. die m&#228;nnliche anlage ist hier eine andere als die der frau, von der das kind zwingend abh&#228;ngig ist. die vaterschaft verstehe ich als eine mentorenschaft. es zeigt sich zb. darin, dasz m&#228;nner zu einem kind, das nicht biologisch von ihnen abstammt, eine st&#228;rkere bindung aufbauen k&#246;nnen als vergleichsweise frauen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>mayr&#246;cker beschrieb den akt des schreibens einmal als sexuelle handlung an sich. es versteht sich von selbst, dass ich hier deckungsgleich gehe. die annahme der philistr&#246;sen gesellschaft, die menschliche sexualit&#228;t diene in erster linie der fortpflanzung ist ein groszes l&#252;gengeb&#228;ude.</p>
<p>was aber, das soll betont werden, nicht GEGEN mutterschaft und nicht gegen kinder &#252;berhaupt gerichtet ist.</p>
<p>ich glaube, um auf benjamin einzugehen, dasz eine vaterschaft nicht zwingend eine biologische sein musz. die m&#228;nnliche anlage ist hier eine andere als die der frau, von der das kind zwingend abh&#228;ngig ist. die vaterschaft verstehe ich als eine mentorenschaft. es zeigt sich zb. darin, dasz m&#228;nner zu einem kind, das nicht biologisch von ihnen abstammt, eine st&#228;rkere bindung aufbauen k&#246;nnen als vergleichsweise frauen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7639</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 11:52:19 +0000</pubDate>
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		<description>Soso. Wie steht es denn mit den M&#228;nnern unter den K&#252;nstlern?

&lt;blockquote&gt;
Das einzige &#252;brigens, was mich selbst an einem Kind brennend interessiert h&#228;tte, w&#228;re gewesen, den Spracherwerb zu beobachten.
&lt;/blockquote&gt;

Ich kann Dir versichern, da gibt es noch erheblich mehr und Interessanteres an Kindern zu beobachten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Soso. Wie steht es denn mit den M&#228;nnern unter den K&#252;nstlern?</p>
<blockquote><p>
Das einzige &#252;brigens, was mich selbst an einem Kind brennend interessiert h&#228;tte, w&#228;re gewesen, den Spracherwerb zu beobachten.
</p></blockquote>
<p>Ich kann Dir versichern, da gibt es noch erheblich mehr und Interessanteres an Kindern zu beobachten.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: La Tortuga</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7638</link>
		<dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 11:48:56 +0000</pubDate>
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		<description>Genau, auf den Punkt! Das darf man sich gar nicht vorstellen, Mayr&#246;cker und Kinder. Selbst wenn es auf irgendeine Art m&#246;glich w&#228;re, sich vom Kind vollkommen freizuschaufeln (was es aber nicht ist, nicht mal wenn mans zur Adoption freigibt), dann h&#228;tte selbst eine Urkraft wie Mayr&#246;cker nicht Erschaffen k&#246;nnen. Ich glaube, ohne diese Diskussion hier w&#228;re mir gar nichts aufgefallen, mir war der Gedanke (allgemein, nicht Mayr&#246;cker-spezifisch) immer selbstverst&#228;ndlich - und h&#228;tte ich das Interview woanders gelesen, h&#228;tte ich gedacht: typisch Grossfamilien-Radisch. Die Frage hat doch mit dem Thema &#252;berhaupt nichts zu tun bzw. beantwortet sich von selbst.

Pr&#228;zisierung noch: die Mutterg&#246;ttin dient genausowenig der Gesellschaft, sie tut es nur auf andere Weise nicht.

... Das einzige &#252;brigens, was mich selbst an einem Kind brennend interessiert h&#228;tte, w&#228;re gewesen, den Spracherwerb zu beobachten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Genau, auf den Punkt! Das darf man sich gar nicht vorstellen, Mayr&#246;cker und Kinder. Selbst wenn es auf irgendeine Art m&#246;glich w&#228;re, sich vom Kind vollkommen freizuschaufeln (was es aber nicht ist, nicht mal wenn mans zur Adoption freigibt), dann h&#228;tte selbst eine Urkraft wie Mayr&#246;cker nicht Erschaffen k&#246;nnen. Ich glaube, ohne diese Diskussion hier w&#228;re mir gar nichts aufgefallen, mir war der Gedanke (allgemein, nicht Mayr&#246;cker-spezifisch) immer selbstverst&#228;ndlich &#8211; und h&#228;tte ich das Interview woanders gelesen, h&#228;tte ich gedacht: typisch Grossfamilien-Radisch. Die Frage hat doch mit dem Thema &#252;berhaupt nichts zu tun bzw. beantwortet sich von selbst.</p>
<p>Pr&#228;zisierung noch: die Mutterg&#246;ttin dient genausowenig der Gesellschaft, sie tut es nur auf andere Weise nicht.</p>
<p>&#8230; Das einzige &#252;brigens, was mich selbst an einem Kind brennend interessiert h&#228;tte, w&#228;re gewesen, den Spracherwerb zu beobachten.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: perkampus</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7637</link>
		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Nov 2008 23:11:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=1468#comment-7637</guid>
		<description>mayr&#246;cker ist die g&#246;ttin. h&#228;tte sie ein kind bekommen, w&#228;re sie das nicht, weil ein kind die energie der g&#246;ttin gefressen h&#228;tte. sie lebt 24, 5 stunden am tag in der sprache, mayr&#246;cker IST die sprache. die sprache hat keine kinder, die sprache selbst kann nicht geb&#228;ren oder auch nur irgendetwas f&#252;r den erhalt der menschheit tun.

die g&#246;ttin der sprache dient nicht der gesellschaft, sie ruht in sich und in jeder ihrer t&#228;tigkeiten, die sie wiederum in sprache verwandelt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>mayr&#246;cker ist die g&#246;ttin. h&#228;tte sie ein kind bekommen, w&#228;re sie das nicht, weil ein kind die energie der g&#246;ttin gefressen h&#228;tte. sie lebt 24, 5 stunden am tag in der sprache, mayr&#246;cker IST die sprache. die sprache hat keine kinder, die sprache selbst kann nicht geb&#228;ren oder auch nur irgendetwas f&#252;r den erhalt der menschheit tun.</p>
<p>die g&#246;ttin der sprache dient nicht der gesellschaft, sie ruht in sich und in jeder ihrer t&#228;tigkeiten, die sie wiederum in sprache verwandelt.</p>
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	<item>
		<title>Von: La Tortuga</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7636</link>
		<dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 21:34:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=1468#comment-7636</guid>
		<description>Hihi, Jahrg&#228;ngerin! Ich f&#252;hle mich auch nicht reif in vielen Dingen, und habe auch im Sinn, unreif zu bleiben; nat&#252;rlich nicht in allen Bereichen. :-) Trotzdem sind einige Eintscheidungen - nicht im vor allem im Kopf getroffene &#252;brigens, wie eben die Kinderfrage, f&#252;r mich definitiv f&#252;r immer und ewig entschieden, und da habe ich nicht die geringste Angst, dass sich das je &#228;ndern k&#246;nnte. Das ist nat&#252;rlich individuell; eine Sterilisierung ist ja auch nicht etwas, das man innerhalb eines Tages oder eines Jahres entscheiden w&#252;rde. Diese fast lebensl&#228;ngliche Verh&#252;terei kostet Zeit, Nerven, horrend viel Geld, und st&#228;ndige Angst, weil es nichts gibt, was wirklich sicher ist (inkl. Sterilisation; ich weiss &#252;brigens nicht, ob ich das wirklich machen w&#252;rde, ist ja immerhin eine Operation).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hihi, Jahrg&#228;ngerin! Ich f&#252;hle mich auch nicht reif in vielen Dingen, und habe auch im Sinn, unreif zu bleiben; nat&#252;rlich nicht in allen Bereichen. :-) Trotzdem sind einige Eintscheidungen &#8211; nicht im vor allem im Kopf getroffene &#252;brigens, wie eben die Kinderfrage, f&#252;r mich definitiv f&#252;r immer und ewig entschieden, und da habe ich nicht die geringste Angst, dass sich das je &#228;ndern k&#246;nnte. Das ist nat&#252;rlich individuell; eine Sterilisierung ist ja auch nicht etwas, das man innerhalb eines Tages oder eines Jahres entscheiden w&#252;rde. Diese fast lebensl&#228;ngliche Verh&#252;terei kostet Zeit, Nerven, horrend viel Geld, und st&#228;ndige Angst, weil es nichts gibt, was wirklich sicher ist (inkl. Sterilisation; ich weiss &#252;brigens nicht, ob ich das wirklich machen w&#252;rde, ist ja immerhin eine Operation).</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: ksklein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7635</link>
		<dc:creator>ksklein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 21:23:24 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=1468#comment-7635</guid>
		<description>Oh je. Ich bin jetzt 33 und denke nicht, dass meine jetztigen Entscheidungen f&#252;r immer g&#252;ltig sind. Das mit dem Alter kann man nicht pauschalisieren. Ich zumindest f&#252;hle mich immer noch reif. Irgendwie habe ich auch das Gef&#252;hl, das bleibt so. ;)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Oh je. Ich bin jetzt 33 und denke nicht, dass meine jetztigen Entscheidungen f&#252;r immer g&#252;ltig sind. Das mit dem Alter kann man nicht pauschalisieren. Ich zumindest f&#252;hle mich immer noch reif. Irgendwie habe ich auch das Gef&#252;hl, das bleibt so. ;)</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: La Tortuga</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7634</link>
		<dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 21:13:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=1468#comment-7634</guid>
		<description>Nun ja, vielleicht nicht mit 25. Mit 30 weiss man hoffentlich, was man will und was nicht. Es ist, wie etwa auch bei der obligatorischen Beratung vor einer Abtreibung, reine Bevormundung. Man trifft Entscheidungen und hat danach mit den Konsequenzen zu leben, das ist doch bei allem anderen auch so. Und es ist hier auch dasselbe: M&#228;nner k&#246;nnen sich unterbinden lassen, wann es ihnen passt (auch wenn das manchmal reversibel ist, aber ohne Garantie). Bei einem Tattoo, einer Brustvergr&#246;sserung oder einer Nasenbegradigung ist die Gefahr viel gr&#246;sser, dass man es dereinst bereut.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ja, vielleicht nicht mit 25. Mit 30 weiss man hoffentlich, was man will und was nicht. Es ist, wie etwa auch bei der obligatorischen Beratung vor einer Abtreibung, reine Bevormundung. Man trifft Entscheidungen und hat danach mit den Konsequenzen zu leben, das ist doch bei allem anderen auch so. Und es ist hier auch dasselbe: M&#228;nner k&#246;nnen sich unterbinden lassen, wann es ihnen passt (auch wenn das manchmal reversibel ist, aber ohne Garantie). Bei einem Tattoo, einer Brustvergr&#246;sserung oder einer Nasenbegradigung ist die Gefahr viel gr&#246;sser, dass man es dereinst bereut.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: ksklein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7633</link>
		<dc:creator>ksklein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 21:04:57 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=1468#comment-7633</guid>
		<description>den meisten punkten stimme ich zu - ausser der sterilisierung von jungen leuten. man &#228;ndert sich einfach mit den jahren und diese entscheidung ist irreversibel. Vieles w&#252;rde man sp&#228;ter einfach anders entscheiden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>den meisten punkten stimme ich zu &#8211; ausser der sterilisierung von jungen leuten. man &#228;ndert sich einfach mit den jahren und diese entscheidung ist irreversibel. Vieles w&#252;rde man sp&#228;ter einfach anders entscheiden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: La Tortuga</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7632</link>
		<dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 20:51:54 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=1468#comment-7632</guid>
		<description>Gerade diesen Punkt w&#252;rde ich hundertprozentig unterschreiben. Traurig daran ist nur, dass man sich dermassen rechtfertigen muss, wenn man nicht das Alter (und wom&#246;glich den Ruhm) einer Mayr&#246;cker hat. Als w&#228;re eine Frau ohne Kinderwunsch irgendwie nicht normal, w&#228;hrend M&#228;nner sich das leisten k&#246;nnen. Dabei kommt es sogar bei Tieren vor. Die ganze Gesellschaft tickt so. Eine Geburt wird von den Kassen &#252;bernommen, Verh&#252;tungsmittel nicht. &#196;rzte weigern sich, j&#252;ngere Frauen zu sterilisieren, die noch nie geboren haben, als h&#228;tte man kein Recht, bewusste Entscheidungen zu treffen. Die Berufung zu etwas anderem als zur Mutter ist sicher ein Teil, und ich finde auch, dass man da absolut radikal sein muss, ohne halbe Sachen; das andere ist eben schlichte Abwesenheit dieses Wunsches. Ich mag (viele, nicht alle :-)  ) Kinder anderer Leute, aber ein eigenes ist f&#252;r mich die absolute Horrorvorstellung, das Schlimmste, was mir passieren k&#246;nnte. Es ist &#252;berhaupt kein Verzicht, und das nervt auch, dass alle davon ausgehen, dass jede Frau heimlich diesen Wunsch hegt und es auf jeden Fall einmal bereuen wird (dito: von M&#228;nnern denkt das niemand). Es wird Angst vor Verantwortung und Egoismus unterstellt - wenn man aber Eltern fragt, warum sie Kinder haben, h&#246;rt man nicht ein einziges Argument, das nicht egoistisch w&#228;re. Das ist in Ordnung, menschlich und legitim, aber wieso nicht auch das umgekehrte?!

(Sorry der Ausbruch, das ist ein heisses Thema; ich brauchte ungef&#228;hr 5 Jahre, bis ich f&#228;hig war, mich nicht mehr zu rechtfertigen.)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade diesen Punkt w&#252;rde ich hundertprozentig unterschreiben. Traurig daran ist nur, dass man sich dermassen rechtfertigen muss, wenn man nicht das Alter (und wom&#246;glich den Ruhm) einer Mayr&#246;cker hat. Als w&#228;re eine Frau ohne Kinderwunsch irgendwie nicht normal, w&#228;hrend M&#228;nner sich das leisten k&#246;nnen. Dabei kommt es sogar bei Tieren vor. Die ganze Gesellschaft tickt so. Eine Geburt wird von den Kassen &#252;bernommen, Verh&#252;tungsmittel nicht. &#196;rzte weigern sich, j&#252;ngere Frauen zu sterilisieren, die noch nie geboren haben, als h&#228;tte man kein Recht, bewusste Entscheidungen zu treffen. Die Berufung zu etwas anderem als zur Mutter ist sicher ein Teil, und ich finde auch, dass man da absolut radikal sein muss, ohne halbe Sachen; das andere ist eben schlichte Abwesenheit dieses Wunsches. Ich mag (viele, nicht alle :-)  ) Kinder anderer Leute, aber ein eigenes ist f&#252;r mich die absolute Horrorvorstellung, das Schlimmste, was mir passieren k&#246;nnte. Es ist &#252;berhaupt kein Verzicht, und das nervt auch, dass alle davon ausgehen, dass jede Frau heimlich diesen Wunsch hegt und es auf jeden Fall einmal bereuen wird (dito: von M&#228;nnern denkt das niemand). Es wird Angst vor Verantwortung und Egoismus unterstellt &#8211; wenn man aber Eltern fragt, warum sie Kinder haben, h&#246;rt man nicht ein einziges Argument, das nicht egoistisch w&#228;re. Das ist in Ordnung, menschlich und legitim, aber wieso nicht auch das umgekehrte?!</p>
<p>(Sorry der Ausbruch, das ist ein heisses Thema; ich brauchte ungef&#228;hr 5 Jahre, bis ich f&#228;hig war, mich nicht mehr zu rechtfertigen.)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: ksklein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7631</link>
		<dc:creator>ksklein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 15:13:28 +0000</pubDate>
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		<description>du weisst schon was ich meine. ich finde, man kann auch gut ein anderes leben f&#252;hren. ausserdem ging es ja darum ob f.m. es als verlust betrachtet.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>du weisst schon was ich meine. ich finde, man kann auch gut ein anderes leben f&#252;hren. ausserdem ging es ja darum ob f.m. es als verlust betrachtet.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20081105/interview-mit-friederike-mayroecker/#comment-7630</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 14:24:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=1468#comment-7630</guid>
		<description>Du w&#252;rdest es nicht als Verlust betrachten, nicht verheiratet zu sein und keine Kinder zu haben? Naja, das ist mal eine Aussage :-) Ich w&#252;rde es als Verlust betrachten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Du w&#252;rdest es nicht als Verlust betrachten, nicht verheiratet zu sein und keine Kinder zu haben? Naja, das ist mal eine Aussage :-) Ich w&#252;rde es als Verlust betrachten.</p>
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