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	<title>Kommentare zu: Drei Leben f&#252;r einen Dollar</title>
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	<description>Erinnern &#38; Entdecken</description>
	<pubDate>Fri, 21 Nov 2008 21:50:01 +0000</pubDate>
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		<title>Von: perkampus</title>
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		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 16:03:19 +0000</pubDate>
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		<description>vollkommen richtig ausgef&#252;hrt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>vollkommen richtig ausgef&#252;hrt.</p>
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		<title>Von: La Tortuga</title>
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		<dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 15:59:14 +0000</pubDate>
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		<description>Ja, genau das!!!

Es muss n&#228;mlich auch dieses leidige "Aber warum?" aufh&#246;ren - wer so fragt, hat nichts begriffen. Selbstmorde, die einen "Grund" haben (sagen wir der gefeuerte CEO wirft sich aus dem 18. Stock), sind tats&#228;chlich Unf&#228;lle. Es gibt keine Kausalit&#228;t beim eigentlichen Selbstmord, es ist eine innere Notwendigkeit, und dem darf sich definitiv niemand in den Weg stellen. Verzweiflung aus vermeintlichen Gr&#252;nden (Liebesfreundschaftsgeldlebensdinge) ist eher ein Gegengrund, den Tod noch hinauszuschieben - ein Selbstm&#246;rder aus innerer Notwendigkeit w&#252;rde also auch kaum die Hotline anrufen, denn dann, wenn er bereit ist, geht es ihm gut. Er w&#252;rde auch niemals so etwas sagen wie "wenn du mich verl&#228;sst, bring ich mich um" - eben weil er nicht um Hilfe ruft. Letztlich ist die Hotline f&#252;r Menschen in irgendeiner Gefahr, nicht f&#252;r Selbstm&#246;rder.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, genau das!!!</p>
<p>Es muss n&#228;mlich auch dieses leidige &#8220;Aber warum?&#8221; aufh&#246;ren - wer so fragt, hat nichts begriffen. Selbstmorde, die einen &#8220;Grund&#8221; haben (sagen wir der gefeuerte CEO wirft sich aus dem 18. Stock), sind tats&#228;chlich Unf&#228;lle. Es gibt keine Kausalit&#228;t beim eigentlichen Selbstmord, es ist eine innere Notwendigkeit, und dem darf sich definitiv niemand in den Weg stellen. Verzweiflung aus vermeintlichen Gr&#252;nden (Liebesfreundschaftsgeldlebensdinge) ist eher ein Gegengrund, den Tod noch hinauszuschieben - ein Selbstm&#246;rder aus innerer Notwendigkeit w&#252;rde also auch kaum die Hotline anrufen, denn dann, wenn er bereit ist, geht es ihm gut. Er w&#252;rde auch niemals so etwas sagen wie &#8220;wenn du mich verl&#228;sst, bring ich mich um&#8221; - eben weil er nicht um Hilfe ruft. Letztlich ist die Hotline f&#252;r Menschen in irgendeiner Gefahr, nicht f&#252;r Selbstm&#246;rder.</p>
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		<title>Von: perkampus</title>
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		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 15:32:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=848#comment-7277</guid>
		<description>ich h&#228;tte selbst einmal beinahe bei einer derartigen hotline arbeiten m&#252;ssen. ich kam drum rum, weil ich glaubhaft versichern konnte, dass ich - w&#252;rde ich das jemanden ausreden m&#252;ssen - mich zu einem essentiellen l&#252;gner deklassieren w&#252;rde. es ist - nicht grunds&#228;tzlich, aber doch zu einem gro&#223;en teil - das selbe procedere wie in der klappsm&#252;hle: man macht krank und stellt dann ab oder ruhig, oder man sortiert aus, was nicht nach wirtschaftlichen und politischen richtlinien funktioniert. der tats&#228;chliche selbstmord geschieht nicht aus verzweiflung sondern aus einer tiefen und irreparablen trauer der seele heraus. nat&#252;rlich gilt es, zu unterscheiden, welches klientel tats&#228;chlich nur hilfe sucht. die sterben dann meist nur aus einem unfall heraus ohne eine eigentliche absicht dahinter erkennen zu lassen, au&#223;er dass sie ihren hilferuf unterstreichen wollen.

das ausscheiden aus dem leben sollte nicht in eine wiedereingliederung m&#252;den. therapeuten, die das versuchen, sind fehl am platz. wer sterben will, muss sterben d&#252;rfen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ich h&#228;tte selbst einmal beinahe bei einer derartigen hotline arbeiten m&#252;ssen. ich kam drum rum, weil ich glaubhaft versichern konnte, dass ich - w&#252;rde ich das jemanden ausreden m&#252;ssen - mich zu einem essentiellen l&#252;gner deklassieren w&#252;rde. es ist - nicht grunds&#228;tzlich, aber doch zu einem gro&#223;en teil - das selbe procedere wie in der klappsm&#252;hle: man macht krank und stellt dann ab oder ruhig, oder man sortiert aus, was nicht nach wirtschaftlichen und politischen richtlinien funktioniert. der tats&#228;chliche selbstmord geschieht nicht aus verzweiflung sondern aus einer tiefen und irreparablen trauer der seele heraus. nat&#252;rlich gilt es, zu unterscheiden, welches klientel tats&#228;chlich nur hilfe sucht. die sterben dann meist nur aus einem unfall heraus ohne eine eigentliche absicht dahinter erkennen zu lassen, au&#223;er dass sie ihren hilferuf unterstreichen wollen.</p>
<p>das ausscheiden aus dem leben sollte nicht in eine wiedereingliederung m&#252;den. therapeuten, die das versuchen, sind fehl am platz. wer sterben will, muss sterben d&#252;rfen.</p>
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	<item>
		<title>Von: La Tortuga</title>
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		<dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 11:29:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=848#comment-7276</guid>
		<description>Ja, ich bin mit allem einverstanden. Es geht mir nur um die Betitelung, man k&#246;nnte es doch wirklich "Krisenintervention" nennen, oder wie hierzulande "dargebotene Hand" etc. Erfahrungsgem&#228;ss ist ja die einzige richtige Reaktion gegen&#252;ber einem Suizidwilligen, ihm den Druck zu nehmen indem man ihm sagt, dass man jederzeit da ist, dass man seine Entscheidung aber respektieren w&#252;rde. "Ausreden wollen" wirkt absolut kontraproduktiv, erh&#246;ht nur den Druck. Weshalb ich finde, dass eine solche Organisation nicht "suicide" im Namen f&#252;hren sollte - dazu kommt noch, dass diejenigen Verzweifelten, die nicht an Selbstmord denken, genauso viel Anspruch auf Unterst&#252;tzung haben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, ich bin mit allem einverstanden. Es geht mir nur um die Betitelung, man k&#246;nnte es doch wirklich &#8220;Krisenintervention&#8221; nennen, oder wie hierzulande &#8220;dargebotene Hand&#8221; etc. Erfahrungsgem&#228;ss ist ja die einzige richtige Reaktion gegen&#252;ber einem Suizidwilligen, ihm den Druck zu nehmen indem man ihm sagt, dass man jederzeit da ist, dass man seine Entscheidung aber respektieren w&#252;rde. &#8220;Ausreden wollen&#8221; wirkt absolut kontraproduktiv, erh&#246;ht nur den Druck. Weshalb ich finde, dass eine solche Organisation nicht &#8220;suicide&#8221; im Namen f&#252;hren sollte - dazu kommt noch, dass diejenigen Verzweifelten, die nicht an Selbstmord denken, genauso viel Anspruch auf Unterst&#252;tzung haben.</p>
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		<title>Von: Benjamin Stein</title>
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		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 08:05:30 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;
Wenn man Verhinderung von Selbstmorden zum Ziel erkl&#228;rt, zementiert man weiter das Stigma und stellt die Entscheidungsfreiheit des Menschen in Frage.
&lt;/blockquote&gt;

Das sehe ich nicht so - zumindest nicht, was diese Organisation oder &#228;hnliche Hotlines angeht. Hier geht es um Krisenintervention. Wer dort anruft, sieht im Selbstmord eine Option, ist verzweifelt, und oft braucht es "nur" ein richtiges Wort, um ihn/sie auftauchen zu lassen aus der Wolke, die alle &#252;brigen Optionen verbirgt.

Nat&#252;rlich ist das Zitat ein "Slogan". Die Idee dahinter: Wer immer Hilfe sucht in einer solchen Situation, der soll mit einem Anruf (der vielleicht schon schwer genug f&#228;llt) auch Hilfe finden.

Die von Dir erw&#228;hnten christlich-fundamentalistischen Anti-Suizid-Plakate kenne ich nicht. Aber ich kann mir vorstellen, in welche Richtung das geht bzw. aus welcher Richtung da der Wind weht. Nein, Stigmatisierung und Belehrung hilft niemanden, der sich in einer solchen Lage befindet. Da stimme ich Dir sofort zu.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>
Wenn man Verhinderung von Selbstmorden zum Ziel erkl&#228;rt, zementiert man weiter das Stigma und stellt die Entscheidungsfreiheit des Menschen in Frage.
</p></blockquote>
<p>Das sehe ich nicht so - zumindest nicht, was diese Organisation oder &#228;hnliche Hotlines angeht. Hier geht es um Krisenintervention. Wer dort anruft, sieht im Selbstmord eine Option, ist verzweifelt, und oft braucht es &#8220;nur&#8221; ein richtiges Wort, um ihn/sie auftauchen zu lassen aus der Wolke, die alle &#252;brigen Optionen verbirgt.</p>
<p>Nat&#252;rlich ist das Zitat ein &#8220;Slogan&#8221;. Die Idee dahinter: Wer immer Hilfe sucht in einer solchen Situation, der soll mit einem Anruf (der vielleicht schon schwer genug f&#228;llt) auch Hilfe finden.</p>
<p>Die von Dir erw&#228;hnten christlich-fundamentalistischen Anti-Suizid-Plakate kenne ich nicht. Aber ich kann mir vorstellen, in welche Richtung das geht bzw. aus welcher Richtung da der Wind weht. Nein, Stigmatisierung und Belehrung hilft niemanden, der sich in einer solchen Lage befindet. Da stimme ich Dir sofort zu.</p>
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		<title>Von: La Tortuga</title>
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		<dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 07:43:00 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/?p=848#comment-7272</guid>
		<description>&lt;blockquote&gt;Selbstmord ist die einzige Todesursache, die zu 100% vermeidbar ist.&lt;/blockquote&gt;

Das ist doppelt unwahr - erstens ist Selbstmord nicht immer vermeidbar und zweitens gibt es viele wesentlich vermeidbarere Todesursachen (Autounf&#228;lle beispielsweise). Aber heutzutage wird halt oft so getan, als sei der Tod &#252;berhaupt vermeidbar - sagt der Sensemann auf der Couch zum Psychiater: "Ich f&#252;hle mich, als w&#228;re ich nur ein ungel&#246;stes medizinisches Problem."

Die Haltung dieser Organisation ist bewundernswert, und vor allem ist sie nicht nur politisch, sondern auch religi&#246;s unabh&#228;ngig. Aber ich finde, die Unterst&#252;tzung sollte auf jederzeitige Gespr&#228;chsangebote und konkrete, handfeste Hilfe wo n&#246;tig beschr&#228;nkt bleiben (mehr kann man zwar ohnehin nicht tun, aber es geht ums "mission statement"). Wenn man Verhinderung von Selbstmorden zum Ziel erkl&#228;rt, zementiert man weiter das Stigma und stellt die Entscheidungsfreiheit des Menschen in Frage. Wenn man hier jeweils die Anti-Suizid-Plakate sieht - meist christlich-fundamentalistischer Pr&#228;gung - dann m&#246;chte man sich gleich davor demonstrativ die Plastikt&#252;te &#252;ber den Kopf ziehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Selbstmord ist die einzige Todesursache, die zu 100% vermeidbar ist.</p></blockquote>
<p>Das ist doppelt unwahr - erstens ist Selbstmord nicht immer vermeidbar und zweitens gibt es viele wesentlich vermeidbarere Todesursachen (Autounf&#228;lle beispielsweise). Aber heutzutage wird halt oft so getan, als sei der Tod &#252;berhaupt vermeidbar - sagt der Sensemann auf der Couch zum Psychiater: &#8220;Ich f&#252;hle mich, als w&#228;re ich nur ein ungel&#246;stes medizinisches Problem.&#8221;</p>
<p>Die Haltung dieser Organisation ist bewundernswert, und vor allem ist sie nicht nur politisch, sondern auch religi&#246;s unabh&#228;ngig. Aber ich finde, die Unterst&#252;tzung sollte auf jederzeitige Gespr&#228;chsangebote und konkrete, handfeste Hilfe wo n&#246;tig beschr&#228;nkt bleiben (mehr kann man zwar ohnehin nicht tun, aber es geht ums &#8220;mission statement&#8221;). Wenn man Verhinderung von Selbstmorden zum Ziel erkl&#228;rt, zementiert man weiter das Stigma und stellt die Entscheidungsfreiheit des Menschen in Frage. Wenn man hier jeweils die Anti-Suizid-Plakate sieht - meist christlich-fundamentalistischer Pr&#228;gung - dann m&#246;chte man sich gleich davor demonstrativ die Plastikt&#252;te &#252;ber den Kopf ziehen.</p>
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