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	<title>Kommentare zu: Der Fall Wilkomirski</title>
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	<description>Erinnern &#38; Entdecken</description>
	<pubDate>Fri, 21 Nov 2008 19:45:49 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Benjamin Stein</title>
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		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jan 2008 08:34:21 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;
Mu&#223; das jetzt zynisch klingen, wenn solche Settings eine bemerkenswerte neue M&#246;glichkeit f&#252;r die Literatur er&#246;ffnen, neue Valenzen zwischen a. dem pathologischen und b. dem Intakten auszuloten?
&lt;/blockquote&gt;

Sie sind ganz in die Irre gef&#252;hrt, wenn Sie meinen, ich wollte Valenzen zwischen dem pathologischen und Intakten ausloten. Nichts liegt mir ferner. Zun&#228;chst einmal halte ich alle so genannte psychische Krankheit f&#252;r einen Ausdruck von etwas Intaktem: n&#228;mlich der F&#228;higkeit der Psyche (oder meinetwegen der Seele), sich selbst zu heilen. 

Je l&#228;nger ich mir den "Fall" hier ansehe, der den Hintergrund des Geschehens im Buch abgeben soll, desto deutlicher wird mir, wir sehr allen Beteiligten durch das Behauptete geholfen war. Gerade deswegen wurde es geglaubt.

Zweitens besch&#228;ftigt mich ja vor allem die Frage der Wirklichkeit. Was ist wirklich? Ist es die Biographie, also historisch verifizierbare Fakten eines Lebens? Oder ist es die Identit&#228;t, die allzu oft &lt;em&gt;gemacht&lt;/em&gt; ist, angenommen, willentlich oder unbewusst geformt?

Ich werde mich schwer h&#252;ten, Bewertungen vorzunehmen oder zu moralisieren in dieser Geschichte. Im Gegenteil glaube ich, dass es ein grosser Reiz dieses Themas ist, dass unklar bleiben k&#246;nnte, &lt;em&gt;was z&#228;hlt&lt;/em&gt;. Oder dass sich herausstellt, dass historische Wirklichkeit f&#252;r den einzelnen weniger z&#228;hlt als die Macht der pers&#246;nlichen Identit&#228;t - ganz gleich, wie sie entstanden ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>
Mu&#223; das jetzt zynisch klingen, wenn solche Settings eine bemerkenswerte neue M&#246;glichkeit f&#252;r die Literatur er&#246;ffnen, neue Valenzen zwischen a. dem pathologischen und b. dem Intakten auszuloten?
</p></blockquote>
<p>Sie sind ganz in die Irre gef&#252;hrt, wenn Sie meinen, ich wollte Valenzen zwischen dem pathologischen und Intakten ausloten. Nichts liegt mir ferner. Zun&#228;chst einmal halte ich alle so genannte psychische Krankheit f&#252;r einen Ausdruck von etwas Intaktem: n&#228;mlich der F&#228;higkeit der Psyche (oder meinetwegen der Seele), sich selbst zu heilen. </p>
<p>Je l&#228;nger ich mir den &#8220;Fall&#8221; hier ansehe, der den Hintergrund des Geschehens im Buch abgeben soll, desto deutlicher wird mir, wir sehr allen Beteiligten durch das Behauptete geholfen war. Gerade deswegen wurde es geglaubt.</p>
<p>Zweitens besch&#228;ftigt mich ja vor allem die Frage der Wirklichkeit. Was ist wirklich? Ist es die Biographie, also historisch verifizierbare Fakten eines Lebens? Oder ist es die Identit&#228;t, die allzu oft <em>gemacht</em> ist, angenommen, willentlich oder unbewusst geformt?</p>
<p>Ich werde mich schwer h&#252;ten, Bewertungen vorzunehmen oder zu moralisieren in dieser Geschichte. Im Gegenteil glaube ich, dass es ein grosser Reiz dieses Themas ist, dass unklar bleiben k&#246;nnte, <em>was z&#228;hlt</em>. Oder dass sich herausstellt, dass historische Wirklichkeit f&#252;r den einzelnen weniger z&#228;hlt als die Macht der pers&#246;nlichen Identit&#228;t - ganz gleich, wie sie entstanden ist.</p>
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		<title>Von: czz</title>
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		<dc:creator>czz</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jan 2008 22:57:30 +0000</pubDate>
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		<description>Danke f&#252;r die diskrete Befussnotug. In der Tat: "Der Fall W" hat auch die psychoanalytische Forschung hinsichtlich der der "fausse mémoire" auf Trab gebracht, inklusive der Traumaforschung. Wir finden es heute oft im Vrai-Faux misshandelter - oder eben nicht misshandelter Kinder wieder. - Mu&#223; das jetzt zynisch klingen, wenn solche Settings eine bemerkenswerte neue M&#246;glichkeit f&#252;r die Literatur er&#246;ffnen, neue Valenzen zwischen a. dem pathologischen und b. dem Intakten auszuloten?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke f&#252;r die diskrete Befussnotug. In der Tat: &#8220;Der Fall W&#8221; hat auch die psychoanalytische Forschung hinsichtlich der der &#8220;fausse mémoire&#8221; auf Trab gebracht, inklusive der Traumaforschung. Wir finden es heute oft im Vrai-Faux misshandelter - oder eben nicht misshandelter Kinder wieder. - Mu&#223; das jetzt zynisch klingen, wenn solche Settings eine bemerkenswerte neue M&#246;glichkeit f&#252;r die Literatur er&#246;ffnen, neue Valenzen zwischen a. dem pathologischen und b. dem Intakten auszuloten?</p>
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