Der zweite Pilotenkoffer, den ich nachweislich besessen habe, war ein Geschenk meiner Mutter anlässlich der Gründung meines Verlages.
Du wirst ja nun wieder viel fliegen müssen, meinte sie, als sie mir das Geschenk überreichte, eher besorgt als begeistert.
Ich weiß nicht, aus welchen Quellen meine Mutter ihre Informationen über den gewöhnlichen Alltag eines Verlegers bezog. Welchen Jet-Setter auch immer sie da vor Augen gehabt haben mochte, um den Inhaber eines literarischen Kleinverlages kann es sich unmöglich gehandelt haben. Aber mütterliche Fürsorge hat bekanntlich nicht nur eine unendliche Halbwertzeit; sich gegen sie aufzulehnen, ist darüber hinaus so vergeblich wie ein Kampf mit Naturgewalten. Sachliche Argumentation führt höchstens zu Komplikationen. Immerhin geht es in einem solchen Fall um hehre mütterliche Gefühle, die man besser nicht durch kleinliche Einwände verletzt.
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Im Rückspiegel: Wer klopft? (19. 07. 2007)