Monatsarchiv für April 2008

Verlassene Bücher

Mittwoch, den 16. April 2008

Aufgegebene Bibliothek in Russland (6)
Aufgegebene russische Bibliothek

••• Mit meinen Kindern habe ich eine Vereinbarung: Finde ich ein Buch zum 2. Mal auf dem Boden rumliegend, dann nehme ich es weg und gebe ihm bei mir im Bücherregal ein neues Zuhause. Für diese Bücher hier würde mir allerdings der Platz fehlen…

Russische Bibliothek Flickr-Set
Aufgegebene russische Bibliothek (Flickr-Set)

Gern erinnert

Mittwoch, den 16. April 2008

••• An den Beitrag, der heute im “Rückspiegel” auftaucht, habe ich mich wirklich gern erinnert und ihn mit Freude wieder gelesen. Zu einer - allerdings nicht öffentlichen - Editionsrunde ist es mit einem anderen Werk und ein gutes Jahr später ja tatsächlich noch gekommen. Und es hat gut funktioniert und wirklich Spaß gemacht.

Das Notizbuch

Mittwoch, den 16. April 2008

Ein Gastbeitrag von

••• Das Notizbuch ist eine der Hauptvoraussetzungen für eine wirklich gekonnte Arbeit. Über dieses Büchlein wird gewöhnlich erst nach dem Ableben eines Schriftstellers geschrieben. Es liegt jahrelang in der Rumpelkammer herum, es wird posthum gedruckt im Schatten der »vollendeten Werke«. Aber für den Schriftsteller ist dieses Buch alles.


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Voraussetzungen für Dichtung

Dienstag, den 15. April 2008

Ein Gastbeitrag von

••• Welche Voraussetzungen sind nun für den Beginn einer dichterischen Arbeit nötig?


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Wo Tendenz ist

Montag, den 14. April 2008

Ein Gastbeitrag von

••• Bei einem dichterischen Produkt ist Neuheit Vorbedingung. Das Material an Worten und Wortzusammenstellungen, das sich dem Dichter bietet, muss umgearbeitet werden. Wenn zur Versfabrikation Wortschrott verwendet wird, muss er sich in genauer Übereinstimmung mit der Menge des neuen Rohstoffes befinden. Von der Quantität und Qualität dieses Neuen wird es abhängen, ob eine solche Legierung Gebrauchswert besitzt.

Neuheit setzt selbstverständlich nicht das dauernde Aussprechen welterschütternder Entdeckungen voraus. Jambus, freier Vers, Alliteration, Assonanz werden nicht jeden Tag neu geschaffen. Auch ihre Fortentwicklung, Vertiefung, Verbreitung bietet Arbeitsmöglichkeiten.


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mulberry fields

Sonntag, den 13. April 2008

Mulberry Homestead

they thought the field was wasting
and so they gathered the marker rocks and stones and
piled them into a barn they say that the rocks were shaped
some of them scratched with triangles and other forms they
must have been trying to invent some new language they say
the rocks went to build that wall there guarding the manor and
some few were used for the state house
crops refused to grow
i say the stones marked an old tongue and it was called eternity
and pointed toward the river i say that after that collection
no pillow in the big house dreamed i say that somewhere under
here moulders one called alice whose great grandson is old now
too and refuses to talk about slavery i say that at the
masters table only one plate is set for supper i say no seed
can flourish on this ground once planted then forsaken wild
berries warm a field of bones
bloom how you must i say

© Lucille Clifton (2004)
als Video »» hier…

Mathematiker oder Addierer

Samstag, den 12. April 2008

Ein Gastbeitrag von

••• Noch einmal mache ich sehr entschieden den Vorbehalt: Ich gebe keinerlei Regeln, wie man Dichter werden, wie man Verse schreiben soll. Solche Regeln gibt es überhaupt nicht. Dichter heißt gerade einer, der diese Regeln für die Dichtkunst schafft. Zum hundertsten Male führe ich mein bis zum Überdruss bekanntes Beispiel an.

Ein Mathematiker ist ein Mensch, der mathematische Regeln schafft, ergänzt, entwickelt, der einen neuen Beitrag zur mathematischen Wissenschaft liefert. Der Mann, der als erster die Formel »2+2=4« fand, ist ein großer Mathematiker, selbst dann, wenn er diese Wahrheit aus der Addition von je zwei Zigarettenstummeln gewonnen hat. Alle Nachfolgenden, mögen sie auch unendlich größere Dinge addiert haben, zum Beispiel eine Lokomotive und noch eine Lokomotive – alle diese Leute sind keine Mathematiker. Diese Feststellung setzt keineswegs die Arbeit desjenigen herab, der die Lokomotiven zusammenzählt. Seine Arbeit kann in Tagen einer Transportkrise hundertmal wertvoller sein als ein nackter arithmetischer Lehrsatz.


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Wie macht man Verse?

Freitag, den 11. April 2008

Ein Gastbeitrag von

••• Über dieses Thema muss ich schreiben.

In zahlreichen literarischen Diskussionen, im Gespräch mit jungen Mitarbeitern verschiedener Schriftstellerverbände (RAP, TAP, PAP und wie sie alle heißen mögen), bei der Auseinandersetzung mit Kritikern war ich oft gezwungen, die alte Lehre von der Dichtkunst wenn nicht umzustoßen, so doch mindestens zu diskreditieren. Der völlig unschuldigen alten Dichtkunst selbst haben wir natürlich kaum ein Haar gekrümmt. (Sie bekam nur etwas ab, wenn allzu eifrige Verteidiger des alten Krempels vor der neuen Kunst hinter den breiten Rücken der Denkmäler Deckung suchten.)

Umgekehrt: indem wir die Denkmäler von ihren Piedestalen herunterholten und sie geräuschvoll hin und her zerrten, haben wir den Lesern erst die »Großen« von einer völlig unbekannten, noch unerforschten Seite gezeigt.

Kinder (junge literarische Richtungen ebenfalls) interessieren sich immer dafür, wie das Schaukelpferd von innen aussieht. Nach den Bemühungen der »Formalisten« liegen die Eingeweide der papiernen Rösser und Elefanten offen zutage. Sollten die Pferde dabei einigen Schaden davongetragen haben – Entschuldigung! Mit der Poesie der Vergangenheit herumzustreiten, ist nicht unseres Amtes sie ist für uns Lehrstoff.


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Gastkolumne

Freitag, den 11. April 2008

Wladimir Majakowski••• Einen Gastbeitrag ganz besonderer Art kann ich heute ankündigen. Es handelt sich sogar um eine Reihe von Gastbeiträgen, also gewissermaßen eine Gastkolumne.

Das Thema ist schwergewichtig: Was ist Dichtung? Und: Wie schreibt man Verse? Dass ich keinen Zweifel daran hege, dass der Kolumnist uns Wesentliches zu sagen haben wird, das wird nicht verwundern, wenn ich den Namen des Autors nenne: .

Er hat übrigens zugesagt, sich an allfälligen Diskussionen hier im Turmsegler zu beteiligen.

Gor nischt

Mittwoch, den 9. April 2008

Yiddish with Dick and Jane - Warning: Parody! (and commercial)

She: Wadddaya want on your hambuger, Sol?!

He: What I want on my hamburger? I’ll tell you what I want on my hamburger! I want your sister should give me a little respect when she calls and I answer the phone. Instead I say hello and she right away asks for you. I get gor nischt.

••• Jaja, das ist jetzt total kommerziell. Macht mir aber gor nischt.