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	<title>Kommentare zu: Fallen im Kopf</title>
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		<title>Von: ANH</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5533</link>
		<dc:creator>ANH</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Dec 2007 06:27:15 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;h4&gt;@Benjamin Stein. Mystiker.&lt;/h4&gt;

D i e s e n Aspekt h&#228;tte ich niemals bestritten und werde ich nicht bestreiten:

&lt;blockquote&gt;(....) weil man so nach heftigstem Messen, Protokollieren, In-Gesetze-Giessen etc. dort ankommt, wo auch der Mystiker hockt und Buchstaben permutiert, um die Sch&#246;pfung zu &#228;ndern (zu wirken).&lt;/blockquote&gt;

Hier n&#228;mlich, wie bei der leichteren Frage nach Verh&#228;ltnis und Unterschieden von Form und Design, beginnen in der Kunst die eigentlichen Abenteuer.

ANH, nachgetragen vom 22. Dezember 2007.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<h4>@Benjamin Stein. Mystiker.</h4>
<p>D i e s e n Aspekt h&#228;tte ich niemals bestritten und werde ich nicht bestreiten:</p>
<blockquote><p>(&#8230;.) weil man so nach heftigstem Messen, Protokollieren, In-Gesetze-Giessen etc. dort ankommt, wo auch der Mystiker hockt und Buchstaben permutiert, um die Sch&#246;pfung zu &#228;ndern (zu wirken).</p></blockquote>
<p>Hier n&#228;mlich, wie bei der leichteren Frage nach Verh&#228;ltnis und Unterschieden von Form und Design, beginnen in der Kunst die eigentlichen Abenteuer.</p>
<p>ANH, nachgetragen vom 22. Dezember 2007.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5492</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 11:46:18 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;h4&gt;@ANH&lt;/h4&gt;

Also w&#228;re dies &quot;Drift&quot;-Frage nun gekl&#228;rt. Ich kann mich dem, was &lt;i&gt;jetzt&lt;/i&gt; dazu oben steht, v&#246;llig anschliessen.

&lt;blockquote&gt;
Sie verkennen die Kategorie der Quantit&#228;t. Auch darauf habe ich in meiner Vorlesung und auch sonst immer wieder hingewiesen: Eine quasi unendliche Menge an Determinanten f&#252;hrt zu Qualit&#228;ts-Umbr&#252;chen. Hier sind es S i e, der banal-kausal denkt. Man darf deshalb aber nicht meinen, es seien die Determinanten a l s Determinanten nicht da. In wechselwirkungshafter Kausalit&#228;t von Millionen Determinanten wird man nicht verf&#252;gen k &#246; n n e n.
&lt;/blockquote&gt;

Dies schliesslich hat mir besonders gefallen, weil man so nach heftigstem Messen, Protokollieren, In-Gesetze-Giessen etc. dort ankommt, wo auch der Mystiker hockt und Buchstaben permutiert, um die Sch&#246;pfung zu &#228;ndern (zu wirken). Wie kann man doch Gleiches meinen und dabei nicht nur von unterschiedlichsten Ausgangspunkten aus sondern auch noch mit unterschiedlichstem Wortschatz reden!

Also einverstanden: So wird der Zauber nicht zwangsweise eingeb&#252;sst werden. Dar&#252;ber w&#228;re ich beruhigt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<h4>@ANH</h4>
<p>Also w&#228;re dies &#8220;Drift&#8221;-Frage nun gekl&#228;rt. Ich kann mich dem, was <i>jetzt</i> dazu oben steht, v&#246;llig anschliessen.</p>
<blockquote><p>
Sie verkennen die Kategorie der Quantit&#228;t. Auch darauf habe ich in meiner Vorlesung und auch sonst immer wieder hingewiesen: Eine quasi unendliche Menge an Determinanten f&#252;hrt zu Qualit&#228;ts-Umbr&#252;chen. Hier sind es S i e, der banal-kausal denkt. Man darf deshalb aber nicht meinen, es seien die Determinanten a l s Determinanten nicht da. In wechselwirkungshafter Kausalit&#228;t von Millionen Determinanten wird man nicht verf&#252;gen k &#246; n n e n.
</p></blockquote>
<p>Dies schliesslich hat mir besonders gefallen, weil man so nach heftigstem Messen, Protokollieren, In-Gesetze-Giessen etc. dort ankommt, wo auch der Mystiker hockt und Buchstaben permutiert, um die Sch&#246;pfung zu &#228;ndern (zu wirken). Wie kann man doch Gleiches meinen und dabei nicht nur von unterschiedlichsten Ausgangspunkten aus sondern auch noch mit unterschiedlichstem Wortschatz reden!</p>
<p>Also einverstanden: So wird der Zauber nicht zwangsweise eingeb&#252;sst werden. Dar&#252;ber w&#228;re ich beruhigt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: perkampus</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5493</link>
		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 11:44:27 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;h4&gt;@lebowski&lt;/h4&gt;

WAS ist haneb&#252;chen? ICH sagte, wir wissen nicht, WAS Kraft ist, ICH sagte, uns sind immer nur die AUSWIRKUNGEN bekannt. WAS also ist haneb&#252;chen an dieser TATSACHE? Au&#223;erdem IST an dem deiner Meinung nach l&#228;ngst &quot;unumst&#246;&#223;lich Bewiesenem&quot; - wie ich auch bei dir sehe, angenommen, dass die Schwerkraft eine Eigenschaft der Erde sei. Ist sie aber nicht.

Es ist selbstverst&#228;ndlich, dass Materie und Kraft einander bedingen, das Gequake von dir ist Kokolores, denn alle Materie entsteht und besteht NUR durch eine Kraft, welche die Atomteile in Schwingung versetzt und zusammenh&#228;lt. Auch unser Planentensystem, die Galaxien, das ganze Universum wird durch diese Kraft zusammengehalten. WAS ABER IST DIESE KRAFT? Darum geht es.

2. WAS daran soll unzul&#228;ssig sein? WER l&#228;sst nicht zu, dass dies zu ERKENNEN ist und f&#252;r mich so zu sagen ist?

Auch was du &#252;ber Quantenmechanik sagst, ist ein gro&#223;er Schmarrn und ich habe keine Lust dazu etwas zu sagen, denn was du da so zynisch &#252;ber den Apfel erw&#228;hnst, ist GENAU DAS VORGEHEN DER WISSENSCHAFTEN SEIT JAHRHUNDERTEN.

Und glaube mir, ich werde einen Teufel, tun, DIR irgendetwas zu erkl&#228;ren. Da kannst du mich siezen wie du willst. Du bist mir einfach zu intrigant und d&#228;mlich.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<h4>@lebowski</h4>
<p>WAS ist haneb&#252;chen? ICH sagte, wir wissen nicht, WAS Kraft ist, ICH sagte, uns sind immer nur die AUSWIRKUNGEN bekannt. WAS also ist haneb&#252;chen an dieser TATSACHE? Au&#223;erdem IST an dem deiner Meinung nach l&#228;ngst &#8220;unumst&#246;&#223;lich Bewiesenem&#8221; &#8211; wie ich auch bei dir sehe, angenommen, dass die Schwerkraft eine Eigenschaft der Erde sei. Ist sie aber nicht.</p>
<p>Es ist selbstverst&#228;ndlich, dass Materie und Kraft einander bedingen, das Gequake von dir ist Kokolores, denn alle Materie entsteht und besteht NUR durch eine Kraft, welche die Atomteile in Schwingung versetzt und zusammenh&#228;lt. Auch unser Planentensystem, die Galaxien, das ganze Universum wird durch diese Kraft zusammengehalten. WAS ABER IST DIESE KRAFT? Darum geht es.</p>
<p>2. WAS daran soll unzul&#228;ssig sein? WER l&#228;sst nicht zu, dass dies zu ERKENNEN ist und f&#252;r mich so zu sagen ist?</p>
<p>Auch was du &#252;ber Quantenmechanik sagst, ist ein gro&#223;er Schmarrn und ich habe keine Lust dazu etwas zu sagen, denn was du da so zynisch &#252;ber den Apfel erw&#228;hnst, ist GENAU DAS VORGEHEN DER WISSENSCHAFTEN SEIT JAHRHUNDERTEN.</p>
<p>Und glaube mir, ich werde einen Teufel, tun, DIR irgendetwas zu erkl&#228;ren. Da kannst du mich siezen wie du willst. Du bist mir einfach zu intrigant und d&#228;mlich.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: ANH</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5491</link>
		<dc:creator>ANH</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 08:59:20 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;h4&gt;@Benjamin Stein zu lebowski&lt;/h4&gt;

Ob er sie &lt;i&gt;verstanden&lt;/i&gt; hat, dar&#252;ber l&#228;&#223;t sich keine logisch begr&#252;ndete Aussage treffen; aber das ist auch nicht wichtig. Niemand von uns mu&#223; &lt;i&gt;wissen&lt;/i&gt;, was Gravitation i s t, um ihre Gesetzm&#228;&#223;igkeiten zu  beobachten, zu beschreiben und die Ergebnisse zueinander in ein Verh&#228;ltnis zu setzen, das praktikable Schl&#252;sse zul&#228;&#223;t - praktikable Schl&#252;sse sind solche, die sich so anwenden lassen, da&#223; eine irrt&#252;mliche Anwendung zunehmend unwahrscheinlich wird. Hier gilt ein Primat der Erfahrung. Wenn etwas immer wieder so und so aufgetreten ist und dies mit der Erfahrung &#252;bereinstimmt und kein Grund zu sehen ist, aus welchem etwas (unter den definierten Bedingungen) n i c h t so eintreten sollte, dann ist ein empirisch und logisch erschlossenes Theorem wahr, und zwar so lange, bis d o c h einmal ein anderer Umstand eintritt.

Des weiteren: Gravitation ist ein beobachtbares &lt;i&gt;Ph&#228;nomen&lt;/i&gt;. Auch das Wasserstoffatom ist ein Ph&#228;nomen. Wie bei jenem m&#252;ssen wir auch bei diesem nicht wissen, was es eigentlich i s t, um wahre Aussagen &#252;ber sein Verhalten treffen zu k&#246;nnen. Ja, was ein Wasserstoffatom i s t, ist daf&#252;r an sich ganz egal. Es ist sogar egal, ob jemand sagt: Es ist Gott, und ein anderer sagt: Es ist ein  Strom, und ein wieder anderer sagt: Es ist ein B&#252;schel Gras, und ein Vierter: Es ist eine Energieform. Man kann, was etwas sei, einfach ausklammern, d.h. es umbenennen - sagen wir in A - und dann mit diesem Term &quot;A&quot; wissenschaftlich begr&#252;ndet arbeiten - unter der Voraussetzung, da&#223; sich das Grasb&#252;schel und Gott und der Strom beobachtbar an immer wieder dieselben Gesetzgm&#228;&#223;igkeiten h&#228;lt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<h4>@Benjamin Stein zu lebowski</h4>
<p>Ob er sie <i>verstanden</i> hat, dar&#252;ber l&#228;&#223;t sich keine logisch begr&#252;ndete Aussage treffen; aber das ist auch nicht wichtig. Niemand von uns mu&#223; <i>wissen</i>, was Gravitation i s t, um ihre Gesetzm&#228;&#223;igkeiten zu  beobachten, zu beschreiben und die Ergebnisse zueinander in ein Verh&#228;ltnis zu setzen, das praktikable Schl&#252;sse zul&#228;&#223;t &#8211; praktikable Schl&#252;sse sind solche, die sich so anwenden lassen, da&#223; eine irrt&#252;mliche Anwendung zunehmend unwahrscheinlich wird. Hier gilt ein Primat der Erfahrung. Wenn etwas immer wieder so und so aufgetreten ist und dies mit der Erfahrung &#252;bereinstimmt und kein Grund zu sehen ist, aus welchem etwas (unter den definierten Bedingungen) n i c h t so eintreten sollte, dann ist ein empirisch und logisch erschlossenes Theorem wahr, und zwar so lange, bis d o c h einmal ein anderer Umstand eintritt.</p>
<p>Des weiteren: Gravitation ist ein beobachtbares <i>Ph&#228;nomen</i>. Auch das Wasserstoffatom ist ein Ph&#228;nomen. Wie bei jenem m&#252;ssen wir auch bei diesem nicht wissen, was es eigentlich i s t, um wahre Aussagen &#252;ber sein Verhalten treffen zu k&#246;nnen. Ja, was ein Wasserstoffatom i s t, ist daf&#252;r an sich ganz egal. Es ist sogar egal, ob jemand sagt: Es ist Gott, und ein anderer sagt: Es ist ein  Strom, und ein wieder anderer sagt: Es ist ein B&#252;schel Gras, und ein Vierter: Es ist eine Energieform. Man kann, was etwas sei, einfach ausklammern, d.h. es umbenennen &#8211; sagen wir in A &#8211; und dann mit diesem Term &#8220;A&#8221; wissenschaftlich begr&#252;ndet arbeiten &#8211; unter der Voraussetzung, da&#223; sich das Grasb&#252;schel und Gott und der Strom beobachtbar an immer wieder dieselben Gesetzgm&#228;&#223;igkeiten h&#228;lt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5490</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 06:17:26 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;h4&gt;@lebowski&lt;/h4&gt;

Sie &lt;i&gt;beschreiben&lt;/i&gt; oben die Gravitation. Was Gravitation i s t, haben Sie damit weder beschrieben noch verstanden.
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<h4>@lebowski</h4>
<p>Sie <i>beschreiben</i> oben die Gravitation. Was Gravitation i s t, haben Sie damit weder beschrieben noch verstanden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: lebowski</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5486</link>
		<dc:creator>lebowski</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 01:56:25 +0000</pubDate>
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		<description>@Perkampus
&lt;Blockquote&gt;Von allen Kr&#228;ften, die existieren, sind uns immer nur die Auswirkungen bekannt, was Kraft an sich ist, wissen wir nicht. Das beste Beispiel hierzu: Die Gravitation&lt;/Blockquote&gt;

Bei allem Respekt, aber es wirklich haneb&#252;chen, was sie da erz&#228;hlen, denn die Gravitation ist bekannterma&#223;en nichts anderes, als die wechselseitige Anziehungskraft massereicher K&#246;rper aufgrund ihrer Schwerkraft, wie Newton in dem gleichnamigen physikalischen Gesetz bereits vor dreihundert Jahren festgestellt hat; dies ist physikalisch und wissenschaftlich unumst&#246;&#223;lich bewiesen (Ebbe und Flut), und seit Albert Einstein wissen wir auch, dass Energie, Masse und Lichtgeschwindigkeit in einem physikalischen und mathematischen Verh&#228;ltnis zueinander stehen, was soll daran also noch geheimnisvoll sein? - Ihre Behauptung kann daher diesbez&#252;glich h&#246;chstens spekulativer oder philosophischer Natur sein. 

&lt;Blockquote&gt;…nur laufen wir in allen Wissenschaften bereits ins Leere&lt;/Blockquote&gt;

Unzul&#228;ssige Verallgemeinerung, mit derartigen unqualifizierten &#196;u&#223;erungen disqualifizieren sie sich praktisch selbst.

&lt;Blockquote&gt;…dass man gelegentlich signifikante Aspekte eines Ph&#228;nomens weniger dadurch versteht, dass man seine Teile untersucht, sondern eher dadurch, dass man eine Ganzheit erforscht, die gr&#246;sser ist als die Summe ihrer Teile&lt;/Blockquote&gt;

Eben das ist ja das Ziel der von Ihnen bereits zuvor erw&#228;hnten Quantenmechanik, denn wie soll man ein gro&#223;es Ganzes verstehen, wenn man nicht zuvor die signifikanten Aspekte und Ph&#228;nomene seiner Teilchen untersucht hat und versteht. Schlie&#223;lich kann man auch nicht vom blo&#223;en romantischen Anblick eines Apfels auf dessen innere, molekulare Basis schlie&#223;en. 

&lt;Blockquote&gt;…Auch um das Ph&#228;nomen der subatomaren Welt wirklich verstehen zu wollen, m&#252;ssten wir ein v&#246;llig neues Verst&#228;ndnis der Ordnung entwickeln&lt;/Blockquote&gt;

Welches Ph&#228;nomen meinen sie? - Interpretieren sie den Begriff subatomare Welt f&#252;r uns doch etwas genauer, die wir alle hinter dem Mond leben; was sie vermutlich meinen, ist wohl eher im Bereich des Spirituellen oder Fantastischen anzusiedeln, oder wollen sie etwa allen Ernstes bestreiten, dass die Atome, aus denen letztendlich auch der Mensch besteht, nicht existieren?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Perkampus</p>
<blockquote><p>Von allen Kr&#228;ften, die existieren, sind uns immer nur die Auswirkungen bekannt, was Kraft an sich ist, wissen wir nicht. Das beste Beispiel hierzu: Die Gravitation</p></blockquote>
<p>Bei allem Respekt, aber es wirklich haneb&#252;chen, was sie da erz&#228;hlen, denn die Gravitation ist bekannterma&#223;en nichts anderes, als die wechselseitige Anziehungskraft massereicher K&#246;rper aufgrund ihrer Schwerkraft, wie Newton in dem gleichnamigen physikalischen Gesetz bereits vor dreihundert Jahren festgestellt hat; dies ist physikalisch und wissenschaftlich unumst&#246;&#223;lich bewiesen (Ebbe und Flut), und seit Albert Einstein wissen wir auch, dass Energie, Masse und Lichtgeschwindigkeit in einem physikalischen und mathematischen Verh&#228;ltnis zueinander stehen, was soll daran also noch geheimnisvoll sein? &#8211; Ihre Behauptung kann daher diesbez&#252;glich h&#246;chstens spekulativer oder philosophischer Natur sein. </p>
<blockquote><p>…nur laufen wir in allen Wissenschaften bereits ins Leere</p></blockquote>
<p>Unzul&#228;ssige Verallgemeinerung, mit derartigen unqualifizierten &#196;u&#223;erungen disqualifizieren sie sich praktisch selbst.</p>
<blockquote><p>…dass man gelegentlich signifikante Aspekte eines Ph&#228;nomens weniger dadurch versteht, dass man seine Teile untersucht, sondern eher dadurch, dass man eine Ganzheit erforscht, die gr&#246;sser ist als die Summe ihrer Teile</p></blockquote>
<p>Eben das ist ja das Ziel der von Ihnen bereits zuvor erw&#228;hnten Quantenmechanik, denn wie soll man ein gro&#223;es Ganzes verstehen, wenn man nicht zuvor die signifikanten Aspekte und Ph&#228;nomene seiner Teilchen untersucht hat und versteht. Schlie&#223;lich kann man auch nicht vom blo&#223;en romantischen Anblick eines Apfels auf dessen innere, molekulare Basis schlie&#223;en. </p>
<blockquote><p>…Auch um das Ph&#228;nomen der subatomaren Welt wirklich verstehen zu wollen, m&#252;ssten wir ein v&#246;llig neues Verst&#228;ndnis der Ordnung entwickeln</p></blockquote>
<p>Welches Ph&#228;nomen meinen sie? &#8211; Interpretieren sie den Begriff subatomare Welt f&#252;r uns doch etwas genauer, die wir alle hinter dem Mond leben; was sie vermutlich meinen, ist wohl eher im Bereich des Spirituellen oder Fantastischen anzusiedeln, oder wollen sie etwa allen Ernstes bestreiten, dass die Atome, aus denen letztendlich auch der Mensch besteht, nicht existieren?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Creative Writing Online &#171; Turmsegler</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5473</link>
		<dc:creator>Creative Writing Online &#171; Turmsegler</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 19:30:02 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Grad noch war von Creative-Writing-Kursen die Rede. Da passt die Meldung &#252;ber eine Marketing-Aktion der besonderen Art, pr&#228;sentiert [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Grad noch war von Creative-Writing-Kursen die Rede. Da passt die Meldung &#252;ber eine Marketing-Aktion der besonderen Art, pr&#228;sentiert [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: perkampus</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5469</link>
		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 12:29:52 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;h4&gt;@ANH&lt;/h4&gt;

Das ist es ja, was mich stutzig macht. Das, wovon sie reden, wenn sie Kybernetischer Realismus und M&#246;glichkeitenpoetik sagen, ist f&#252;r mich v&#246;llig anzunehmen. Die einzige Divergenz scheint in der Verkausalisierung der Ph&#228;nomene zu liegen. Und gerade ein wissenschaftlicher Materialismus wird uns im Erkennen nicht weiterhelfen. Die Probleme, die wir mittlerweile in un&#252;berschaubarer Zahl vorfinden, sind bereits Legion. Und namhafte Wissenschaftler sind es dann, die zugeben, dass sie es nicht begreifen und die eine religi&#246;se Debatte dadurch erst ausl&#246;sen. Ein Beispiel davon liefert Max Planck – und wenn ein solcher Wissenschaftler, der ja kein Schw&#228;rmer war, pl&#246;tzlich von Gott spricht, halte ich das f&#252;r die eigentliche Katastrophe, die dann von halbwahnsinnigen zum Kreationismus ausgebaut wurde.

Ich glaube, die Natur will von uns erkannt werden, nur laufen wir in allen Wissenschaften bereits ins Leere, weil wir nicht bereit sind – um es grob zu formulieren – das Rad an den Nagel zu h&#228;ngen. Man muss zB. Nicht an Geister glauben, um an einem Selbst festzuhalten. Von allen Kr&#228;ften, die existieren, sind uns immer nur die Auswirkungen bekannt, was Kraft an sich ist, wissen wir nicht. Das beste Beispiel hierzu: Die Gravitation.

Auch um das Ph&#228;nomen der subatomaren Welt wirklich verstehen zu wollen, m&#252;ssten wir ein v&#246;llig neues Verst&#228;ndnis der Ordnung entwickeln oder zu der Vorstellung gelangen, dass man gelegentlich signifikante Aspekte eines Ph&#228;nomens weniger dadurch versteht, dass man seine Teile untersucht, sondern eher dadurch, dass man eine Ganzheit erforscht, die gr&#246;sser ist als die Summe ihrer Teile.

M&#246;glicherweise interpretiere ich aber auch nur Ihren Kausalit&#228;tsbegriff falsch, denn anders w&#228;re es kaum vorstellbar, dass ich mit dem, was Sie sagen, konform gehe. Da kann es nicht in der Basis bereits Differenzen geben, die dann, wie durch ein Wunder, wieder zusammenf&#252;hren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<h4>@ANH</h4>
<p>Das ist es ja, was mich stutzig macht. Das, wovon sie reden, wenn sie Kybernetischer Realismus und M&#246;glichkeitenpoetik sagen, ist f&#252;r mich v&#246;llig anzunehmen. Die einzige Divergenz scheint in der Verkausalisierung der Ph&#228;nomene zu liegen. Und gerade ein wissenschaftlicher Materialismus wird uns im Erkennen nicht weiterhelfen. Die Probleme, die wir mittlerweile in un&#252;berschaubarer Zahl vorfinden, sind bereits Legion. Und namhafte Wissenschaftler sind es dann, die zugeben, dass sie es nicht begreifen und die eine religi&#246;se Debatte dadurch erst ausl&#246;sen. Ein Beispiel davon liefert Max Planck – und wenn ein solcher Wissenschaftler, der ja kein Schw&#228;rmer war, pl&#246;tzlich von Gott spricht, halte ich das f&#252;r die eigentliche Katastrophe, die dann von halbwahnsinnigen zum Kreationismus ausgebaut wurde.</p>
<p>Ich glaube, die Natur will von uns erkannt werden, nur laufen wir in allen Wissenschaften bereits ins Leere, weil wir nicht bereit sind – um es grob zu formulieren – das Rad an den Nagel zu h&#228;ngen. Man muss zB. Nicht an Geister glauben, um an einem Selbst festzuhalten. Von allen Kr&#228;ften, die existieren, sind uns immer nur die Auswirkungen bekannt, was Kraft an sich ist, wissen wir nicht. Das beste Beispiel hierzu: Die Gravitation.</p>
<p>Auch um das Ph&#228;nomen der subatomaren Welt wirklich verstehen zu wollen, m&#252;ssten wir ein v&#246;llig neues Verst&#228;ndnis der Ordnung entwickeln oder zu der Vorstellung gelangen, dass man gelegentlich signifikante Aspekte eines Ph&#228;nomens weniger dadurch versteht, dass man seine Teile untersucht, sondern eher dadurch, dass man eine Ganzheit erforscht, die gr&#246;sser ist als die Summe ihrer Teile.</p>
<p>M&#246;glicherweise interpretiere ich aber auch nur Ihren Kausalit&#228;tsbegriff falsch, denn anders w&#228;re es kaum vorstellbar, dass ich mit dem, was Sie sagen, konform gehe. Da kann es nicht in der Basis bereits Differenzen geben, die dann, wie durch ein Wunder, wieder zusammenf&#252;hren.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: ANH</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5465</link>
		<dc:creator>ANH</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 07:57:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5465</guid>
		<description>&lt;h4&gt;@schein&lt;/h4&gt;

Das finde ich sch&#246;n, da&#223; &lt;a href=&quot;http://walhalladada.twoday.net/&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; Sie&lt;/a&gt; hier jetzt ebenfalls die Stimme erheben.

Da&#223; ich &#252;ber Adorno selbst sehr gepr&#228;gt bin, werden Sie gemerkt haben. Es gibt aber Bewegungsdifferenzen, die ganz sicher auch damit zu tun haben, da&#223; ich dichte, er hingegen tat&#039;s nicht; und das bi&#223;chen Musik, das er schrieb, f&#228;llt hier zudem nicht auf die Waage. Man mag deshalb seine Positionen &lt;i&gt;theoretisch&lt;/i&gt; teilen; ein andres ist&#039;s, wenn man selber &lt;i&gt;zeugt&lt;/i&gt;. In dem Moment mag man so negativ sein, wie man will; allein der Kinder halber ist a) von jeglichem Verstummen Abstand zu nehmen und b) jede auch nur n&#228;herungsweise Form eines &lt;i&gt;double bind&lt;/i&gt;s zu vermeiden, wie sie Adornos Philosophie gerade da permanent durchzieht, wo sie auf Praktisches abstellt (was &#252;brigens zur Folge hatte, das ist &lt;i&gt;double-bind&lt;/i&gt;-typisch, da&#223; seine Assistenten an Abh&#228;ngigkeit kaum mehr &#252;berbietbar waren). 

Man mu&#223; Adorno, um das scharf zu formulieren, entgegenhalten: Es gibt viel Lust und eine wirklich herrliche Wollust nach Auschwitz. Deshalb gibt es auch noch die &lt;i&gt;Feier&lt;/i&gt; nach Auschwitz und eine Erhebung, die nicht nur aus der Negation stammt. Daran teilzunehmen, ist das R e c h t jedes Nachgeborenen, wahrscheinlich auch ein Recht der Zeitgenossen. Will sagen: Adorno, letztlich, vertritt eine negative Eschatologie. 

Das benimmt aber seinen &lt;i&gt;Argumenten&lt;/i&gt; nichts. Ich stelle sie nur in andere Zusammenh&#228;nge und tue dies mit den Erfahrungen der nicht-masochistischen, keine &quot;Geschichtsschuld&quot; (die eine moderne Nachform der Erbs&#252;nde ist) akzeptierenden, lustbetonten Verspieltheit der, ich sag mal, &quot;ernsten Postmoderne&quot;, die sich nicht l&#228;nger darauf eingelassen hat, Schuldrituale zu ihrer causa movens zu machen. Das hei&#223;t nicht, da&#223; ich schuldhafte Zusammenh&#228;nge nicht s&#228;he und nicht reflektierte; es hei&#223;t allein, da&#223; ich sie nicht l&#228;nger zum letzten Grund meiner (auch: Kunst)Handlungen mache und schon gar nicht zu dem meiner Kinder - und Kinder &#252;berhaupt - werden lasse. Sonst erzeugte - eine Dialektik, der Adorno selbst anheimf&#228;llt - ich eben die Inhumanit&#228;t, der seine Philosophie wehren wollte. 

Der Casus ist aber tats&#228;chlich vor allem der Ihres letzten Satzes:

&lt;blockquote&gt;
(...) wobei sie allerdings alles das, was an ihr selling ist, dem Warenkreislauf erst entwendet haben muss, um ihm schlie&#223;lich - qua Form - entgehen zu k&#246;nnen!
&lt;/blockquote&gt;

Dem steht Adornos eigenes Diktum entgegen, demzufolge kein wahres Leben im falschen m&#246;glich sei. Wenn dem so ist, wird man das falsche Leben (allein Adornos &lt;i&gt;wertende&lt;/i&gt; Kategorien, die Erkenntnis- mit Moraltheorie vermischen, sind einigerma&#223;en fragw&#252;rdig; aber sie entstammen selbstverst&#228;ndlich einem wirkenden, wohl vom fr&#252;hen Benjamin her wirkenden religi&#246;sen - monotheistischen - Fundament) annehmen m&#252;ssen und aus diesem falschen Leben heraus reagieren (nicht: &lt;i&gt;agieren&lt;/i&gt;), n&#228;mlich &lt;i&gt;formen&lt;/i&gt;. Ich habe das in wiederum meinem letzten Satz der &lt;a href=&quot;http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4532233/&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; Zweiten Heidelberger Vorlesung&lt;/a&gt; angespielt. Es geht also darum, aus der Affirmation heraus Widerstand zu leisten. Die Kunstformen, die das m. E. exemplarisch vorgef&#252;hrt haben, waren die fr&#252;hen Montagen/Collagen und sp&#228;ter Fluxus; denken Sie an einige der Environments Wolf Vostells. In der Literatur ist derartiges bislang kaum produktiv fl&#252;ssiggemacht worden - von D&#246;blin kennt man ja nur noch den Alexanderplatz - jedenfalls nicht als sinnlich evidente Erscheinung. Eine gro&#223;e Ausnahme stellt f&#252;r mich hier Pynchons &lt;i&gt;Gravity&#039;s Rainbow&lt;/i&gt; dar, auch &lt;i&gt;V.&lt;/i&gt; schon; nicht aber mehr seine sp&#228;teren B&#252;cher, oder nicht mehr so sehr.

Wir k&#246;nnen, was wir dichten, nur um den Preis des Nichtwahrgenommenwerdens dem Warenkreislauf entziehen; das genau kann aber nicht die L&#246;sung sein. Letztlich befinden wir uns in einem paradoxen, ja antinomen Proze&#223;. Meine Hoffnung - und der Ansatz &quot;meines&quot; Kybernetischen Realismus - ist, da&#223; sich aus den objektiven und subjektiven Antinomien Funken und schlie&#223;lich leidenschaftliche Feuer schlagen lassen - ganz, wie Adorno selbst es auch wieder w&#252;nschte: EROS &amp; ERKENNTNIS.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<h4>@schein</h4>
<p>Das finde ich sch&#246;n, da&#223; <a href="http://walhalladada.twoday.net/">&gt;&gt;&gt;&gt; Sie</a> hier jetzt ebenfalls die Stimme erheben.</p>
<p>Da&#223; ich &#252;ber Adorno selbst sehr gepr&#228;gt bin, werden Sie gemerkt haben. Es gibt aber Bewegungsdifferenzen, die ganz sicher auch damit zu tun haben, da&#223; ich dichte, er hingegen tat&#8217;s nicht; und das bi&#223;chen Musik, das er schrieb, f&#228;llt hier zudem nicht auf die Waage. Man mag deshalb seine Positionen <i>theoretisch</i> teilen; ein andres ist&#8217;s, wenn man selber <i>zeugt</i>. In dem Moment mag man so negativ sein, wie man will; allein der Kinder halber ist a) von jeglichem Verstummen Abstand zu nehmen und b) jede auch nur n&#228;herungsweise Form eines <i>double bind</i>s zu vermeiden, wie sie Adornos Philosophie gerade da permanent durchzieht, wo sie auf Praktisches abstellt (was &#252;brigens zur Folge hatte, das ist <i>double-bind</i>-typisch, da&#223; seine Assistenten an Abh&#228;ngigkeit kaum mehr &#252;berbietbar waren). </p>
<p>Man mu&#223; Adorno, um das scharf zu formulieren, entgegenhalten: Es gibt viel Lust und eine wirklich herrliche Wollust nach Auschwitz. Deshalb gibt es auch noch die <i>Feier</i> nach Auschwitz und eine Erhebung, die nicht nur aus der Negation stammt. Daran teilzunehmen, ist das R e c h t jedes Nachgeborenen, wahrscheinlich auch ein Recht der Zeitgenossen. Will sagen: Adorno, letztlich, vertritt eine negative Eschatologie. </p>
<p>Das benimmt aber seinen <i>Argumenten</i> nichts. Ich stelle sie nur in andere Zusammenh&#228;nge und tue dies mit den Erfahrungen der nicht-masochistischen, keine &#8220;Geschichtsschuld&#8221; (die eine moderne Nachform der Erbs&#252;nde ist) akzeptierenden, lustbetonten Verspieltheit der, ich sag mal, &#8220;ernsten Postmoderne&#8221;, die sich nicht l&#228;nger darauf eingelassen hat, Schuldrituale zu ihrer causa movens zu machen. Das hei&#223;t nicht, da&#223; ich schuldhafte Zusammenh&#228;nge nicht s&#228;he und nicht reflektierte; es hei&#223;t allein, da&#223; ich sie nicht l&#228;nger zum letzten Grund meiner (auch: Kunst)Handlungen mache und schon gar nicht zu dem meiner Kinder &#8211; und Kinder &#252;berhaupt &#8211; werden lasse. Sonst erzeugte &#8211; eine Dialektik, der Adorno selbst anheimf&#228;llt &#8211; ich eben die Inhumanit&#228;t, der seine Philosophie wehren wollte. </p>
<p>Der Casus ist aber tats&#228;chlich vor allem der Ihres letzten Satzes:</p>
<blockquote><p>
(&#8230;) wobei sie allerdings alles das, was an ihr selling ist, dem Warenkreislauf erst entwendet haben muss, um ihm schlie&#223;lich &#8211; qua Form &#8211; entgehen zu k&#246;nnen!
</p></blockquote>
<p>Dem steht Adornos eigenes Diktum entgegen, demzufolge kein wahres Leben im falschen m&#246;glich sei. Wenn dem so ist, wird man das falsche Leben (allein Adornos <i>wertende</i> Kategorien, die Erkenntnis- mit Moraltheorie vermischen, sind einigerma&#223;en fragw&#252;rdig; aber sie entstammen selbstverst&#228;ndlich einem wirkenden, wohl vom fr&#252;hen Benjamin her wirkenden religi&#246;sen &#8211; monotheistischen &#8211; Fundament) annehmen m&#252;ssen und aus diesem falschen Leben heraus reagieren (nicht: <i>agieren</i>), n&#228;mlich <i>formen</i>. Ich habe das in wiederum meinem letzten Satz der <a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4532233/">&gt;&gt;&gt;&gt; Zweiten Heidelberger Vorlesung</a> angespielt. Es geht also darum, aus der Affirmation heraus Widerstand zu leisten. Die Kunstformen, die das m. E. exemplarisch vorgef&#252;hrt haben, waren die fr&#252;hen Montagen/Collagen und sp&#228;ter Fluxus; denken Sie an einige der Environments Wolf Vostells. In der Literatur ist derartiges bislang kaum produktiv fl&#252;ssiggemacht worden &#8211; von D&#246;blin kennt man ja nur noch den Alexanderplatz &#8211; jedenfalls nicht als sinnlich evidente Erscheinung. Eine gro&#223;e Ausnahme stellt f&#252;r mich hier Pynchons <i>Gravity&#8217;s Rainbow</i> dar, auch <i>V.</i> schon; nicht aber mehr seine sp&#228;teren B&#252;cher, oder nicht mehr so sehr.</p>
<p>Wir k&#246;nnen, was wir dichten, nur um den Preis des Nichtwahrgenommenwerdens dem Warenkreislauf entziehen; das genau kann aber nicht die L&#246;sung sein. Letztlich befinden wir uns in einem paradoxen, ja antinomen Proze&#223;. Meine Hoffnung &#8211; und der Ansatz &#8220;meines&#8221; Kybernetischen Realismus &#8211; ist, da&#223; sich aus den objektiven und subjektiven Antinomien Funken und schlie&#223;lich leidenschaftliche Feuer schlagen lassen &#8211; ganz, wie Adorno selbst es auch wieder w&#252;nschte: EROS &amp; ERKENNTNIS.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: ANH</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5463</link>
		<dc:creator>ANH</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 07:01:42 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5463</guid>
		<description>&lt;h4&gt;@Benjamin Stein&lt;/h4&gt;

Dieser Schlu&#223; ist mir logisch nicht nachvollziehbar:

&lt;blockquote&gt;
&lt;i&gt;Ich:&lt;/i&gt; Selbstverst&#228;ndlich sind auch aus der Pop-Kultur Kunstwerke hervorgegangen; die aber w&#252;rde ich unterdessen den E-K&#252;nsten zurechnen.

&lt;i&gt;Darauf Sie:&lt;/i&gt; Es ist also nicht von einem Drift von E nach U, sondern umgekehrt von U nach E die Rede.&lt;/blockquote&gt;

Inwiefern? Ich sage &lt;i&gt;a u s&lt;/i&gt; der Pop-Kultur, nicht: ein Werk, das de facto Pop w a r, ist nun E. Vielmehr kann ein solches Werk geschrieben worden sein, u m Pop zu sein, aber genau da fehllaufen. Es gibt auch, zum Beispiel, &lt;i&gt;B&#252;cher&lt;/i&gt;, die &lt;i&gt;als eine A r t U&lt;/i&gt; v&#246;llig mi&#223;verstanden wurden oder mi&#223;verstanden &lt;i&gt;gemacht&lt;/i&gt; wurden (bisweilen von ihren eigenen Autoren) und dann zu Gebrauchsliteratur abgesunken sind, weil kein Aas die Hintergr&#252;nde und eben die F o r m begriff - oder das erst sehr sp&#228;t begriffen wurde. Rudyard Kipling, der geradezu unvergleichliche Lyrik geschrieben hat, ist da ein gutes Beispiel, wie man aus so jemandem ein schlechtes macht. Borges wurde nicht m&#252;de, darauf hinzuweisen. Wir kennen Kipling als einen Pop-Autor von Kindern. Es ist im deutschen Sprachraum u.a. Gisbert Haefs zu verdanken, hier eine resolute Richtigr&#252;ckung vorgenommen zu haben. Ein anderer Fall w&#228;re Swifts Gulliver, der eine bei&#223;ende, auch sexuell bei&#223;ende Kunst-Satire auf die Gesellschaft seiner Zeit war, so auch begriffen und dann sehr schnell in das M&#228;rchenhafte runterduziert wurde, mit dem er heute weitgehend rezipiert wird - inkl. der horrenden Streichungen, stilistischen Ver&#228;nderungen usw. Wiederum anders, wiederum Pop, jetzt Tanzmusik: die Geschichte des Tangos, die in den Vorstadtkneipen Palermos begann, in die Salons driftete, und dann von Leuten wie Piazzolla und Saluzzi in ein deutliches E gehoben worden sind: das ist n&#228;mlich nicht mehr (oder nur von Ballerinen) tanzbar, verl&#228;&#223;t also den Gebrauchs-Bereich; einen einzigen Schritt weiter, man kann ihn beim sp&#228;ten Piazzolla schon ahnen, und das macht den Strich durchs harmonische Gef&#252;ge an sich.

&lt;blockquote&gt;
Ich bezweifelte die M&#246;glichkeit eines Drifts betreffs ein und desselben Werks, bspw. von Warhols Monroe.
&lt;/blockquote&gt;

Ich erst einmal auch. Dennoch ist vorstellbar, da&#223; die &lt;i&gt;Zusammenh&#228;nge&lt;/i&gt;, in denen selbst das Monroe-Bild auftaucht, pl&#246;tzlich solche sind, die es skandal&#246;s werden und eine Energie entwickeln lassen, die ihrerseits zu graben anf&#228;ngt. Das gilt vor allem f&#252;r den harten Rock. Packen Sie den mal in eine Veranstaltung des verseiften Pops von heute; und gegen das wummernd-insistierende Pochen des Technos wirkt er ja geradezu ziseliert vor differenzierter Formsch&#246;nheit.

&lt;blockquote&gt;
Entweder ist dieses Bild E oder U. Sollte da was “driften”, ist etwas faul an der Kategorisierung.
&lt;/blockquote&gt;

An der urspr&#252;nglich vorgenommenen Kategorisierung, das mag sein, auch an der &lt;i&gt;Absicht&lt;/i&gt;: Jemand der Pop schreiben will, aber E schafft, hat ein Problem.

&lt;blockquote&gt;
&lt;i&gt;Ich:&lt;/i&gt;Auch die [Stimme des (Kunst-)Marktes, Anm.] kann eine gro&#223;e Rolle spielen.

&lt;i&gt;Sie:&lt;/i&gt;Ganz gef&#228;hrlich! Torpedieren Sie nicht Ihre exemplarische Abwatschung des “bl&#246;den” Marktes. Ist der bl&#246;d, darf er nicht interessieren.
&lt;/blockquote&gt;

Ich kenne kein &quot;d&#252;rfen&quot;. Mit Hegel gesprochen: Im Zweifel f&#252;r die Tatsachen. Ob er bl&#246;d ist oder nicht, er hat Macht, und zwar auch die: etwas zu einem Kanon zu erkl&#228;ren. Was Reich-Ranicki dauernd tut. Und es durchsetzt. Das hat Folgen f&#252;r Jahrzehnte. Ich kann nicht so tun, als w&#228;re das belanglos.

&lt;blockquote&gt;
&lt;i&gt;Ich:&lt;/i&gt;Ich spreche von chemischer Determination, das geht vor allem auf die Biologie.

&lt;i&gt;Sie:&lt;/i&gt;Ich sehe da keinen Unterschied in der Konsequenz des Arguments, also: wohin es uns f&#252;hrt. Determiniertheit, Steuerbarkeit, es kommt nur auf rechte Mischungsverh&#228;ltnis von Enzymen an.
&lt;/blockquote&gt;

Sie verkennen die Kategorie der Quantit&#228;t. Auch darauf habe ich in meiner Vorlesung und auch sonst immer wieder hingewiesen: Eine quasi unendliche Menge an Determinanten f&#252;hrt zu Qualit&#228;ts-Umbr&#252;chen. Hier sind es S i e, der banal-kausal denkt. Man darf deshalb aber nicht meinen, es seien die Determinanten a l s Determinanten nicht da. In wechselwirkungshafter Kausalit&#228;t von Millionen Determinanten wird man nicht verf&#252;gen k &#246; n n e n. Das entbindet aber wiederum nicht von dem Unternehmen, es dennoch zu versuchen. Wobei solche Vesuche dann je als eigene Determinanten m&#246;glicherweise die Determinantenanzahl noch erh&#246;hen. (Um sich den Gedanken zu veranschaulichen, kurz das g&#228;ngigste Beispiel aus der Relativit&#228;tstheorie: e=mc&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt;. Der Term besagt, um Lichtgeschwindigkeit erreichen zu k&#246;nnen, m&#252;&#223;te die Kraft, die eine solche Beschleunigung erreicht, so gro&#223; sein, da&#223; sie einen Gegenstand bewegen kann, dessen Masse gegen Unendlich geht. Es liegt auf der Hand, da&#223; das nicht funktionieren kann; und Einstein schlo&#223; daraus: Es ist prinzipiell unm&#246;glich, eine Geschwindigkeit zu erreichen, die h&#246;her als die des Lichtes ist. - Daraus folgert sich dann u.a. auch die Irreversibilit&#228;t von Zeit).

&lt;blockquote&gt;
Der Apfel f&#228;llt nicht von unten nach oben.
&lt;/blockquote&gt;

Unter den bekannten Bedinungen eines und desselben geschlossenen Systems nicht. Das ist richtig. Zeigen Sie mir den Apfel, der sich unter den genannten Bedingungen anders verh&#228;lt.

&lt;blockquote&gt;
Entzauberung der Dichtung, der Kunst &#252;berhaupt.
&lt;/blockquote&gt;

D e n Schritt mache ich gerade nicht mit; er ist auch logisch nicht schl&#252;ssig, da die Empfindung von Zauber eben &lt;i&gt;Empfindung&lt;/i&gt; ist, dar&#252;ber hinaus aber Empfindungen, weil sie das Verhalten mitsteuern, Realit&#228;ten schaffen k&#246;nnen, die es ohne diese Empfindungen nicht gegeben h&#228;tte. Deshalb werde ich nicht m&#252;de, von der &lt;i&gt;Realit&#228;tskraft der Fiktionen&lt;/i&gt; zu sprechen. Dem benimmt es nichts, da&#223; diese Empfindungen chemisch erzeugt sind. Damit diese Realit&#228;tskraft wirkt und sich umsetzt, braucht es also gar keine Entthronung des Kausalit&#228;tsprinzips; wahrscheinlich sogar im Gegenteil.

&lt;blockquote&gt;
Gerade im Pop wird so gearbeitet, werden die “wirksamsten” Ingredenzien immer wieder neu versch&#252;ttelt. Ich finde das kalt, unmenschlich.
&lt;/blockquote&gt;

Ich bin bekanntlich ein entschiedener Pop-Gegner. Dennoch geht mir Ihre Position zu weit. Ich bin sogar fest davon &#252;berzeugt, da&#223; es Pop-&quot;K&#252;nstler&quot; gibt, die das, was sie tun, nicht wegen des Marktes tun, sondern aus k&#252;nstlerischen &#220;berzeugungen und mit aller Liebe und Leidenschaft, die auch wir haben, wenn wir eben nicht tun, was sie tun. Nur ist ihr Widerstandspotential oft geringer als unsres, aber auch das oft aus &#252;berzeugter Liebe: Ich will doch f &#252; r jemanden schreiben, f &#252; r jemanden musizieren, also mu&#223; ich mich auf das einlassen, was e r m&#246;chte. Da&#223; hinter dem, &quot;was er m&#246;chte&quot;, eine ganze Industrie steht mit s&#228;mtlichen Grob- und Feingriffen der Bed&#252;rfniserzeugung, f&#228;llt dabei untern Tisch, und Anpassung greift. Das ist f&#252;r einige dieser  Pop-K&#252;nstler m&#246;glicherweise eine hochmasochistische Exerzitie, von der wir uns keinen Begriff machen, weil wir sie nicht &#252;ber uns ergehen lassen - mit dem Effekt allerdings, da&#223; unsereins entweder einen zus&#228;tzlichen Brotberuf braucht (wogegen wirklich nichts einzuwenden ist) oder aber an seinen Existenzgrundlagen herumschrabbt.

&lt;blockquote&gt;
(...) Wenn aber doch, dann muss da noch etwas anderes sein als nur Chemie. Oder nicht?
&lt;/blockquote&gt;

Nein. Weshalb? Ich habe in MEERE und sp&#228;ter in den BAMBERGER ELEGIEN geschrieben: Das Wunder sei die C h e m i e, nicht irgend ein Esoterisches, das auf Sinnlichkeit mit reduzierter Abstraktion antwortet. Gegen&#252;ber dem, was &quot;die Chemie&quot; tats&#228;chlich &quot;geschaffen&quot; hat, wird jede Sch&#246;pfungsgeschichte n&#228;mlich wirklich bla&#223; und pures Papier. Wer jemals bei einer Geburt dabeiwar (ich erlebte die von d r e i Kindern), wird ganz leise mit seiner Abstahiererei, und ehrf&#252;rchtig. Ja, ich habe Ehrfurcht vor der machtvollen und kreativen Differenzierung chemischer Prozesse und ihrer millionenfachen Mehrwertigkeit, die ich genau deshalb, auf einen Mono-Willen, &#252;berhaupt auf &lt;i&gt;Intention&lt;/i&gt; hinunterzuabstrahieren, ablehne.

&lt;blockquote&gt;
Und in den Creative-Writing-Kursen werden Mischungsverh&#228;ltnisse von Molek&#252;len und Mischungstechniken erlernt.
&lt;/blockquote&gt;

Creative-writing-Seminare sind Handwerksschulen; das finde ich in Ordnung. Komischerweise sind Literaten hier immer empfindlich, indes handwerkliche Ausbildung, etwa in Kompositionslehre, ganz selbstverst&#228;ndlich in die Geschichte nahezu jedes Musikers geh&#246;rt und jedes Malers. Es kann nicht einmal schaden, sondern sehr helfen, wenn man gut zu kopieren erlernt. Alles weitere dann ist in der Tat nicht mehr lernbar, doch das, w a s sich lernen l&#228;&#223;t, ist enorm.

&lt;blockquote&gt;
Ohne Zauber - wenn wir den wegdiskutiert haben - kommen wir dorthin.
&lt;/blockquote&gt;

Sie irren, wie ich mich selbst gerade eines Besseren belehren lassen mu&#223;te. &lt;a href=&quot;http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4456017/#4546217&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; So etwas&lt;/a&gt; entsteht in Schreibseminaren n&#228;mlich a u c h. Und eine der f&#252;r mich wichtigsten neuen, in diesem Fall weiblichen Stimmen - sehr konsequent, sehr poetisch und oft sogar gegen die eigenen &quot;eigentlichen&quot; Intentionen allein ihrer inneren poetischen Stimme folgend - hat die Leipziger Literatenschule mehr als nur unbehelligt absolviert, ja hat dort vieles gelernt, das sie heute gut gebrauchen kann - auch wenn es sich letztlich nun gegen Leipzig richtet: &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Kein-fremdes-Land-Ricarda-Junge/dp/3100393252/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1198133372&amp;sr=8-2&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; Ricarda Junge&lt;/a&gt;.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<h4>@Benjamin Stein</h4>
<p>Dieser Schlu&#223; ist mir logisch nicht nachvollziehbar:</p>
<blockquote><p>
<i>Ich:</i> Selbstverst&#228;ndlich sind auch aus der Pop-Kultur Kunstwerke hervorgegangen; die aber w&#252;rde ich unterdessen den E-K&#252;nsten zurechnen.</p>
<p><i>Darauf Sie:</i> Es ist also nicht von einem Drift von E nach U, sondern umgekehrt von U nach E die Rede.</p></blockquote>
<p>Inwiefern? Ich sage <i>a u s</i> der Pop-Kultur, nicht: ein Werk, das de facto Pop w a r, ist nun E. Vielmehr kann ein solches Werk geschrieben worden sein, u m Pop zu sein, aber genau da fehllaufen. Es gibt auch, zum Beispiel, <i>B&#252;cher</i>, die <i>als eine A r t U</i> v&#246;llig mi&#223;verstanden wurden oder mi&#223;verstanden <i>gemacht</i> wurden (bisweilen von ihren eigenen Autoren) und dann zu Gebrauchsliteratur abgesunken sind, weil kein Aas die Hintergr&#252;nde und eben die F o r m begriff &#8211; oder das erst sehr sp&#228;t begriffen wurde. Rudyard Kipling, der geradezu unvergleichliche Lyrik geschrieben hat, ist da ein gutes Beispiel, wie man aus so jemandem ein schlechtes macht. Borges wurde nicht m&#252;de, darauf hinzuweisen. Wir kennen Kipling als einen Pop-Autor von Kindern. Es ist im deutschen Sprachraum u.a. Gisbert Haefs zu verdanken, hier eine resolute Richtigr&#252;ckung vorgenommen zu haben. Ein anderer Fall w&#228;re Swifts Gulliver, der eine bei&#223;ende, auch sexuell bei&#223;ende Kunst-Satire auf die Gesellschaft seiner Zeit war, so auch begriffen und dann sehr schnell in das M&#228;rchenhafte runterduziert wurde, mit dem er heute weitgehend rezipiert wird &#8211; inkl. der horrenden Streichungen, stilistischen Ver&#228;nderungen usw. Wiederum anders, wiederum Pop, jetzt Tanzmusik: die Geschichte des Tangos, die in den Vorstadtkneipen Palermos begann, in die Salons driftete, und dann von Leuten wie Piazzolla und Saluzzi in ein deutliches E gehoben worden sind: das ist n&#228;mlich nicht mehr (oder nur von Ballerinen) tanzbar, verl&#228;&#223;t also den Gebrauchs-Bereich; einen einzigen Schritt weiter, man kann ihn beim sp&#228;ten Piazzolla schon ahnen, und das macht den Strich durchs harmonische Gef&#252;ge an sich.</p>
<blockquote><p>
Ich bezweifelte die M&#246;glichkeit eines Drifts betreffs ein und desselben Werks, bspw. von Warhols Monroe.
</p></blockquote>
<p>Ich erst einmal auch. Dennoch ist vorstellbar, da&#223; die <i>Zusammenh&#228;nge</i>, in denen selbst das Monroe-Bild auftaucht, pl&#246;tzlich solche sind, die es skandal&#246;s werden und eine Energie entwickeln lassen, die ihrerseits zu graben anf&#228;ngt. Das gilt vor allem f&#252;r den harten Rock. Packen Sie den mal in eine Veranstaltung des verseiften Pops von heute; und gegen das wummernd-insistierende Pochen des Technos wirkt er ja geradezu ziseliert vor differenzierter Formsch&#246;nheit.</p>
<blockquote><p>
Entweder ist dieses Bild E oder U. Sollte da was “driften”, ist etwas faul an der Kategorisierung.
</p></blockquote>
<p>An der urspr&#252;nglich vorgenommenen Kategorisierung, das mag sein, auch an der <i>Absicht</i>: Jemand der Pop schreiben will, aber E schafft, hat ein Problem.</p>
<blockquote><p>
<i>Ich:</i>Auch die [Stimme des (Kunst-)Marktes, Anm.] kann eine gro&#223;e Rolle spielen.</p>
<p><i>Sie:</i>Ganz gef&#228;hrlich! Torpedieren Sie nicht Ihre exemplarische Abwatschung des “bl&#246;den” Marktes. Ist der bl&#246;d, darf er nicht interessieren.
</p></blockquote>
<p>Ich kenne kein &#8220;d&#252;rfen&#8221;. Mit Hegel gesprochen: Im Zweifel f&#252;r die Tatsachen. Ob er bl&#246;d ist oder nicht, er hat Macht, und zwar auch die: etwas zu einem Kanon zu erkl&#228;ren. Was Reich-Ranicki dauernd tut. Und es durchsetzt. Das hat Folgen f&#252;r Jahrzehnte. Ich kann nicht so tun, als w&#228;re das belanglos.</p>
<blockquote><p>
<i>Ich:</i>Ich spreche von chemischer Determination, das geht vor allem auf die Biologie.</p>
<p><i>Sie:</i>Ich sehe da keinen Unterschied in der Konsequenz des Arguments, also: wohin es uns f&#252;hrt. Determiniertheit, Steuerbarkeit, es kommt nur auf rechte Mischungsverh&#228;ltnis von Enzymen an.
</p></blockquote>
<p>Sie verkennen die Kategorie der Quantit&#228;t. Auch darauf habe ich in meiner Vorlesung und auch sonst immer wieder hingewiesen: Eine quasi unendliche Menge an Determinanten f&#252;hrt zu Qualit&#228;ts-Umbr&#252;chen. Hier sind es S i e, der banal-kausal denkt. Man darf deshalb aber nicht meinen, es seien die Determinanten a l s Determinanten nicht da. In wechselwirkungshafter Kausalit&#228;t von Millionen Determinanten wird man nicht verf&#252;gen k &#246; n n e n. Das entbindet aber wiederum nicht von dem Unternehmen, es dennoch zu versuchen. Wobei solche Vesuche dann je als eigene Determinanten m&#246;glicherweise die Determinantenanzahl noch erh&#246;hen. (Um sich den Gedanken zu veranschaulichen, kurz das g&#228;ngigste Beispiel aus der Relativit&#228;tstheorie: e=mc<sup>2</sup>. Der Term besagt, um Lichtgeschwindigkeit erreichen zu k&#246;nnen, m&#252;&#223;te die Kraft, die eine solche Beschleunigung erreicht, so gro&#223; sein, da&#223; sie einen Gegenstand bewegen kann, dessen Masse gegen Unendlich geht. Es liegt auf der Hand, da&#223; das nicht funktionieren kann; und Einstein schlo&#223; daraus: Es ist prinzipiell unm&#246;glich, eine Geschwindigkeit zu erreichen, die h&#246;her als die des Lichtes ist. &#8211; Daraus folgert sich dann u.a. auch die Irreversibilit&#228;t von Zeit).</p>
<blockquote><p>
Der Apfel f&#228;llt nicht von unten nach oben.
</p></blockquote>
<p>Unter den bekannten Bedinungen eines und desselben geschlossenen Systems nicht. Das ist richtig. Zeigen Sie mir den Apfel, der sich unter den genannten Bedingungen anders verh&#228;lt.</p>
<blockquote><p>
Entzauberung der Dichtung, der Kunst &#252;berhaupt.
</p></blockquote>
<p>D e n Schritt mache ich gerade nicht mit; er ist auch logisch nicht schl&#252;ssig, da die Empfindung von Zauber eben <i>Empfindung</i> ist, dar&#252;ber hinaus aber Empfindungen, weil sie das Verhalten mitsteuern, Realit&#228;ten schaffen k&#246;nnen, die es ohne diese Empfindungen nicht gegeben h&#228;tte. Deshalb werde ich nicht m&#252;de, von der <i>Realit&#228;tskraft der Fiktionen</i> zu sprechen. Dem benimmt es nichts, da&#223; diese Empfindungen chemisch erzeugt sind. Damit diese Realit&#228;tskraft wirkt und sich umsetzt, braucht es also gar keine Entthronung des Kausalit&#228;tsprinzips; wahrscheinlich sogar im Gegenteil.</p>
<blockquote><p>
Gerade im Pop wird so gearbeitet, werden die “wirksamsten” Ingredenzien immer wieder neu versch&#252;ttelt. Ich finde das kalt, unmenschlich.
</p></blockquote>
<p>Ich bin bekanntlich ein entschiedener Pop-Gegner. Dennoch geht mir Ihre Position zu weit. Ich bin sogar fest davon &#252;berzeugt, da&#223; es Pop-&#8221;K&#252;nstler&#8221; gibt, die das, was sie tun, nicht wegen des Marktes tun, sondern aus k&#252;nstlerischen &#220;berzeugungen und mit aller Liebe und Leidenschaft, die auch wir haben, wenn wir eben nicht tun, was sie tun. Nur ist ihr Widerstandspotential oft geringer als unsres, aber auch das oft aus &#252;berzeugter Liebe: Ich will doch f &#252; r jemanden schreiben, f &#252; r jemanden musizieren, also mu&#223; ich mich auf das einlassen, was e r m&#246;chte. Da&#223; hinter dem, &#8220;was er m&#246;chte&#8221;, eine ganze Industrie steht mit s&#228;mtlichen Grob- und Feingriffen der Bed&#252;rfniserzeugung, f&#228;llt dabei untern Tisch, und Anpassung greift. Das ist f&#252;r einige dieser  Pop-K&#252;nstler m&#246;glicherweise eine hochmasochistische Exerzitie, von der wir uns keinen Begriff machen, weil wir sie nicht &#252;ber uns ergehen lassen &#8211; mit dem Effekt allerdings, da&#223; unsereins entweder einen zus&#228;tzlichen Brotberuf braucht (wogegen wirklich nichts einzuwenden ist) oder aber an seinen Existenzgrundlagen herumschrabbt.</p>
<blockquote><p>
(&#8230;) Wenn aber doch, dann muss da noch etwas anderes sein als nur Chemie. Oder nicht?
</p></blockquote>
<p>Nein. Weshalb? Ich habe in MEERE und sp&#228;ter in den BAMBERGER ELEGIEN geschrieben: Das Wunder sei die C h e m i e, nicht irgend ein Esoterisches, das auf Sinnlichkeit mit reduzierter Abstraktion antwortet. Gegen&#252;ber dem, was &#8220;die Chemie&#8221; tats&#228;chlich &#8220;geschaffen&#8221; hat, wird jede Sch&#246;pfungsgeschichte n&#228;mlich wirklich bla&#223; und pures Papier. Wer jemals bei einer Geburt dabeiwar (ich erlebte die von d r e i Kindern), wird ganz leise mit seiner Abstahiererei, und ehrf&#252;rchtig. Ja, ich habe Ehrfurcht vor der machtvollen und kreativen Differenzierung chemischer Prozesse und ihrer millionenfachen Mehrwertigkeit, die ich genau deshalb, auf einen Mono-Willen, &#252;berhaupt auf <i>Intention</i> hinunterzuabstrahieren, ablehne.</p>
<blockquote><p>
Und in den Creative-Writing-Kursen werden Mischungsverh&#228;ltnisse von Molek&#252;len und Mischungstechniken erlernt.
</p></blockquote>
<p>Creative-writing-Seminare sind Handwerksschulen; das finde ich in Ordnung. Komischerweise sind Literaten hier immer empfindlich, indes handwerkliche Ausbildung, etwa in Kompositionslehre, ganz selbstverst&#228;ndlich in die Geschichte nahezu jedes Musikers geh&#246;rt und jedes Malers. Es kann nicht einmal schaden, sondern sehr helfen, wenn man gut zu kopieren erlernt. Alles weitere dann ist in der Tat nicht mehr lernbar, doch das, w a s sich lernen l&#228;&#223;t, ist enorm.</p>
<blockquote><p>
Ohne Zauber &#8211; wenn wir den wegdiskutiert haben &#8211; kommen wir dorthin.
</p></blockquote>
<p>Sie irren, wie ich mich selbst gerade eines Besseren belehren lassen mu&#223;te. <a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4456017/#4546217">&gt;&gt;&gt;&gt; So etwas</a> entsteht in Schreibseminaren n&#228;mlich a u c h. Und eine der f&#252;r mich wichtigsten neuen, in diesem Fall weiblichen Stimmen &#8211; sehr konsequent, sehr poetisch und oft sogar gegen die eigenen &#8220;eigentlichen&#8221; Intentionen allein ihrer inneren poetischen Stimme folgend &#8211; hat die Leipziger Literatenschule mehr als nur unbehelligt absolviert, ja hat dort vieles gelernt, das sie heute gut gebrauchen kann &#8211; auch wenn es sich letztlich nun gegen Leipzig richtet: <a href="http://www.amazon.de/Kein-fremdes-Land-Ricarda-Junge/dp/3100393252/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1198133372&amp;sr=8-2">&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; Ricarda Junge</a>.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: ANH</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5460</link>
		<dc:creator>ANH</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 05:54:30 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;h4&gt;@perkampus&lt;/h4&gt;

Ich bin mit sehr vielem, was Sie schreiben, sehr einverstanden; anderes geht aus den meisten meiner Arbeiten und auch aus der Vorlesung eigentlich nicht hervor. Nur, offenbar anders als Sie, bin ich der Meinung, selbst eine holografische Vorstellung des Universums schlie&#223;t nicht Kausalit&#228;t aus - allerdings ist Kausalit&#228;t eben weniger mechanisch zu verstehen (da fiel sie den Menschen blo&#223; zum ersten Mal auf, in dem meachnischen Weltverst&#228;ndnis, n&#228;mlich als unumkehrbarer Wirk-Zusammenhang) als eher &#252;ber das, was bei Friedrich Cramer &quot;Wechselwirkung&quot; hei&#223;t. Ich sehe und erlebe und sp&#252;re elektro-chemische, meinethalben k&#246;nnen Sie auch sagen: energetische Matrices. Wobei ich dieses &quot;energetisch&quot; deshalb etwas scheue, weil es religi&#246;sen Behauptungszusammenh&#228;ngen T&#252;r und Tor &#246;ffnet und gleich von vornherein eine eigentliche Zug&#228;nglichkeit durchstreicht. Da f&#228;llt dann immer schnell der Satz: &quot;Das werden wir sowieso nie begreifen.&quot; Es stand Prometheus dagegen auf, in dessen Rebellionsfolgen ich mich aufgehoben und verstanden f&#252;hle und wogegen ich setze: Indem wir das sagen, s e t z e n wir, da&#223; wir nicht begreifen. Ich kann es auch s o sagen: G&#228;be es Gott, geh&#246;rte ich zu seinen erbittertsten Feinden. Ich finde eine solche Position n&#228;mlich auch politisch problematisch. Womit ich bei den Kreationisten w&#228;re, von denen ich &lt;a href=&quot;http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4546300/&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; gestern, aufgrund eines Zeitungsartikels, schrieb&lt;/a&gt;. (Da ich - das ist jetzt pers&#246;nlich gesagt - an Gott aber n i c h t glaube, erlaubt mir das, ihn als eine Spielform zu verwenden, aus der sich d a n n ebenfalls Erkenntnis und sehr viel Lustfunken schlagen lassen, etwa im Genu&#223; religi&#246;s motivierter K&#252;nste; Musik; Malerei.) - Das ist das eine.

Das andere sind die Relationen unserer Erfahrung. Erkenntnisse aus der Quantenphysik (die sich &#252;berdies nach wie vor nicht mit den anderen, f&#252;r normal-relative Verh&#228;ltnisse praktikabel geltenden Erkenntnissen in &#220;bereinstimmung bringen lassen; deshalb sucht Hawkins ja so nach der &quot;Weltformel&quot; - und steht damit eigenartig neben &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,522115,00.html&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; Stockhausen&lt;/a&gt;) sind nicht auf die wirkenden Lebenswelten &#252;bertragbar; kein Auto f&#252;hre (bislang) mit ihnen, keine Agrarwirtschaft w&#228;re m&#246;glich. Aber die Leute wollen essen, und zwar mit allem Lebensrecht. Und sie wollen geheilt werden, wenn sie krank sind. Dazu verhilft ihnen eine Medizin, die grunds&#228;tzlich kausale Zusammenh&#228;nge braucht, wenn sie denn handlungsf&#228;hig sein will. Unsere Medizin ist heute handlungsf&#228;higer als jemals zuvor, auch und gerade die Psychiatrie, und zwar eben wegen ihrer Erfahrung kausaler Zusammenh&#228;nge. Kausal bedeutet aber eben nicht mono-kausal, Organik ist nicht Mechanik, aber auch Organik verh&#228;lt sich nach kausalen Zusammenh&#228;ngen, nur da&#223; Sie eben nicht alleine eine oder zwei Bestimmungen haben, sondern m&#246;glicherweise Millionen: N e t z e also. Es sind mehrwertige Zusammenh&#228;nge, deren Elemente, um zu wirken, notwendig u n d hinreichend da sein m&#252;ssen. Aber selbst dieser Begriff scheint mir noch viel zu kurz zu sein. Doch was ich mit Kybernetischem Realismus im Auge habe, zielt in genau diese Richtung. Deshalb mein Begriff von der &lt;i&gt;M&#246;glichkeiten&lt;/i&gt;poetik.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<h4>@perkampus</h4>
<p>Ich bin mit sehr vielem, was Sie schreiben, sehr einverstanden; anderes geht aus den meisten meiner Arbeiten und auch aus der Vorlesung eigentlich nicht hervor. Nur, offenbar anders als Sie, bin ich der Meinung, selbst eine holografische Vorstellung des Universums schlie&#223;t nicht Kausalit&#228;t aus &#8211; allerdings ist Kausalit&#228;t eben weniger mechanisch zu verstehen (da fiel sie den Menschen blo&#223; zum ersten Mal auf, in dem meachnischen Weltverst&#228;ndnis, n&#228;mlich als unumkehrbarer Wirk-Zusammenhang) als eher &#252;ber das, was bei Friedrich Cramer &#8220;Wechselwirkung&#8221; hei&#223;t. Ich sehe und erlebe und sp&#252;re elektro-chemische, meinethalben k&#246;nnen Sie auch sagen: energetische Matrices. Wobei ich dieses &#8220;energetisch&#8221; deshalb etwas scheue, weil es religi&#246;sen Behauptungszusammenh&#228;ngen T&#252;r und Tor &#246;ffnet und gleich von vornherein eine eigentliche Zug&#228;nglichkeit durchstreicht. Da f&#228;llt dann immer schnell der Satz: &#8220;Das werden wir sowieso nie begreifen.&#8221; Es stand Prometheus dagegen auf, in dessen Rebellionsfolgen ich mich aufgehoben und verstanden f&#252;hle und wogegen ich setze: Indem wir das sagen, s e t z e n wir, da&#223; wir nicht begreifen. Ich kann es auch s o sagen: G&#228;be es Gott, geh&#246;rte ich zu seinen erbittertsten Feinden. Ich finde eine solche Position n&#228;mlich auch politisch problematisch. Womit ich bei den Kreationisten w&#228;re, von denen ich <a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4546300/">&gt;&gt;&gt;&gt; gestern, aufgrund eines Zeitungsartikels, schrieb</a>. (Da ich &#8211; das ist jetzt pers&#246;nlich gesagt &#8211; an Gott aber n i c h t glaube, erlaubt mir das, ihn als eine Spielform zu verwenden, aus der sich d a n n ebenfalls Erkenntnis und sehr viel Lustfunken schlagen lassen, etwa im Genu&#223; religi&#246;s motivierter K&#252;nste; Musik; Malerei.) &#8211; Das ist das eine.</p>
<p>Das andere sind die Relationen unserer Erfahrung. Erkenntnisse aus der Quantenphysik (die sich &#252;berdies nach wie vor nicht mit den anderen, f&#252;r normal-relative Verh&#228;ltnisse praktikabel geltenden Erkenntnissen in &#220;bereinstimmung bringen lassen; deshalb sucht Hawkins ja so nach der &#8220;Weltformel&#8221; &#8211; und steht damit eigenartig neben <a href="http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,522115,00.html">&gt;&gt;&gt;&gt; Stockhausen</a>) sind nicht auf die wirkenden Lebenswelten &#252;bertragbar; kein Auto f&#252;hre (bislang) mit ihnen, keine Agrarwirtschaft w&#228;re m&#246;glich. Aber die Leute wollen essen, und zwar mit allem Lebensrecht. Und sie wollen geheilt werden, wenn sie krank sind. Dazu verhilft ihnen eine Medizin, die grunds&#228;tzlich kausale Zusammenh&#228;nge braucht, wenn sie denn handlungsf&#228;hig sein will. Unsere Medizin ist heute handlungsf&#228;higer als jemals zuvor, auch und gerade die Psychiatrie, und zwar eben wegen ihrer Erfahrung kausaler Zusammenh&#228;nge. Kausal bedeutet aber eben nicht mono-kausal, Organik ist nicht Mechanik, aber auch Organik verh&#228;lt sich nach kausalen Zusammenh&#228;ngen, nur da&#223; Sie eben nicht alleine eine oder zwei Bestimmungen haben, sondern m&#246;glicherweise Millionen: N e t z e also. Es sind mehrwertige Zusammenh&#228;nge, deren Elemente, um zu wirken, notwendig u n d hinreichend da sein m&#252;ssen. Aber selbst dieser Begriff scheint mir noch viel zu kurz zu sein. Doch was ich mit Kybernetischem Realismus im Auge habe, zielt in genau diese Richtung. Deshalb mein Begriff von der <i>M&#246;glichkeiten</i>poetik.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Das Sonett als Förmchen &#171; Turmsegler</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5454</link>
		<dc:creator>Das Sonett als Förmchen &#171; Turmsegler</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 21:34:04 +0000</pubDate>
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		<description>[...] In der die letzten beiden Tage hier hitzig gef&#252;hrten Debatte um A. N. Herbsts 1. Poetikvorlesung und meine Kritik schrieb A. N. Herbst in seinem Kommentar: Sie halten Form f&#252;r Design. Ein [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] In der die letzten beiden Tage hier hitzig gef&#252;hrten Debatte um A. N. Herbsts 1. Poetikvorlesung und meine Kritik schrieb A. N. Herbst in seinem Kommentar: Sie halten Form f&#252;r Design. Ein [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: schein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5453</link>
		<dc:creator>schein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 21:29:16 +0000</pubDate>
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		<description>Der Form halber...

Ich m&#246;chte auf den kontrovers diskutierten Begriff der &#039;Form&#039; eingehen und tue dies mit einem Zitat aus Adornos &#039;&#196;sthetik&#039;, Adorno hat von der &#196;sthetik allgemein gefordert, sie habe Reflexion k&#252;nstlerischer Erfahrung zu sein. Um diese Forderung einl&#246;sen zu k&#246;nnen, ist &#039;die Beziehung auf die traditionellen Werte&#039; geradezu unumg&#228;nglich. 

&lt;blockquote&gt;weil allein die Reflexion jener Kategorien es erlaubt, die k&#252;nstlerische Erfahrung der Theorie zuzubringen.  In der Ver&#228;nderung der Kategorien, die solche Reflexion ausdr&#252;ckt und bewirkt, dringt die g e s c h i c h t l i c h e Erfahrung in die Theorie ein (...) Von der aktuellen k&#252;nstlerische Erfahrung her (...) legitimiert sich der Rekurs auf die traditionellen Kategorien, die in der gegenw&#228;rtigen Produktion nicht verschwinden sondern noch in ihrer Negation wiederkehren: Erfahrung terminiert in &#196;sthetik: sie erhebt zu Konsequenz und Bewusstsein, was in den Kunstwerken vermischt, inkonsequent, im Einzelfall unzul&#228;nglich sich zutr&#228;gt. 

Unter diesem Aspekt handelt auch nichtidealistische &#196;sthetik von &#039;Ideen&#039;.&lt;/blockquote&gt;

Das im eigentlichen Sinne spannende an &#228;sthetischen Fragestellungen ist f&#252;r mich genau dieser Punkt, wo k&#252;nstlerische Erfahrung in Erfahrung schlechthin umschl&#228;gt - wo also &#039;im Leben die Kunst zu lernen sei&#039; ... W&#228;ren diese Erfahrungen anders als durch die Kunst zu gewinnen, wir br&#228;uchten diese nicht!

Dabei ist die Frage der &#039;Form&#039; von entscheidender Bedeutung:

&lt;blockquote&gt;Form ist die wie  immer auch antagonistische und durchbrochene Stimmigkeit der Artefakte, durch die ein jedes, das gelang, vom blo&#223; Seienden sich unterscheidet. 
&lt;/blockquote&gt;

&#039;Form&#039; ist demnach tats&#228;chlich eine &lt;i&gt;unique  proposition &lt;/i&gt;der Kunst, wobei sie allerdings alles das, was an ihr &lt;i&gt;selling&lt;/i&gt; ist, dem  Warenkreislauf erst entwendet haben muss, um ihm schlie&#223;lich - qua Form - entgehen zu k&#246;nnen!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der Form halber&#8230;</p>
<p>Ich m&#246;chte auf den kontrovers diskutierten Begriff der &#8216;Form&#8217; eingehen und tue dies mit einem Zitat aus Adornos &#8216;&#196;sthetik&#8217;, Adorno hat von der &#196;sthetik allgemein gefordert, sie habe Reflexion k&#252;nstlerischer Erfahrung zu sein. Um diese Forderung einl&#246;sen zu k&#246;nnen, ist &#8216;die Beziehung auf die traditionellen Werte&#8217; geradezu unumg&#228;nglich. </p>
<blockquote><p>weil allein die Reflexion jener Kategorien es erlaubt, die k&#252;nstlerische Erfahrung der Theorie zuzubringen.  In der Ver&#228;nderung der Kategorien, die solche Reflexion ausdr&#252;ckt und bewirkt, dringt die g e s c h i c h t l i c h e Erfahrung in die Theorie ein (&#8230;) Von der aktuellen k&#252;nstlerische Erfahrung her (&#8230;) legitimiert sich der Rekurs auf die traditionellen Kategorien, die in der gegenw&#228;rtigen Produktion nicht verschwinden sondern noch in ihrer Negation wiederkehren: Erfahrung terminiert in &#196;sthetik: sie erhebt zu Konsequenz und Bewusstsein, was in den Kunstwerken vermischt, inkonsequent, im Einzelfall unzul&#228;nglich sich zutr&#228;gt. </p>
<p>Unter diesem Aspekt handelt auch nichtidealistische &#196;sthetik von &#8216;Ideen&#8217;.</p></blockquote>
<p>Das im eigentlichen Sinne spannende an &#228;sthetischen Fragestellungen ist f&#252;r mich genau dieser Punkt, wo k&#252;nstlerische Erfahrung in Erfahrung schlechthin umschl&#228;gt &#8211; wo also &#8216;im Leben die Kunst zu lernen sei&#8217; &#8230; W&#228;ren diese Erfahrungen anders als durch die Kunst zu gewinnen, wir br&#228;uchten diese nicht!</p>
<p>Dabei ist die Frage der &#8216;Form&#8217; von entscheidender Bedeutung:</p>
<blockquote><p>Form ist die wie  immer auch antagonistische und durchbrochene Stimmigkeit der Artefakte, durch die ein jedes, das gelang, vom blo&#223; Seienden sich unterscheidet.
</p></blockquote>
<p>&#8216;Form&#8217; ist demnach tats&#228;chlich eine <i>unique  proposition </i>der Kunst, wobei sie allerdings alles das, was an ihr <i>selling</i> ist, dem  Warenkreislauf erst entwendet haben muss, um ihm schlie&#223;lich &#8211; qua Form &#8211; entgehen zu k&#246;nnen!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5445</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 12:02:52 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5445</guid>
		<description>Welche zus&#228;tzlichen Aspekte Sie im Kommentar brachten?

&lt;blockquote&gt;Gossip-Schlagzeilen und Harry Potter haben deshalb Erfolg, weil sie (bewu&#223;t oder unbewu&#223;t) auf Erwartungen zugeschnitten sind, die sie weder transzendieren k&#246;nnen noch wollen. Di Crescenzo hat f&#252;r den Kitsch den Satz gepr&#228;gt: „Kitsch ist Abwesenheit von Schei&#223;e“. Genau das trifft auf Kunst nicht zu. Vielmehr konfrontiert sie immer wieder auch mit Unangenehmem, das ich in meiner Vorlesung – aus der Perspektive der Produktion - „Ausgegrabenes“ genannt habe. Es ist nachweisbar, da&#223; U-St&#252;cke genau so etwas vermeiden, weil sie nicht riskieren k&#246;nnen und ihrer eigenen Marktgesetzlichkeit halber auch nicht d&#252;rfen, Unwillen im Rezipienten zu erregen. Ob es das tut oder nicht, ist einem Kunstwerk aber schnuppe.&lt;/blockquote&gt;

Hier ist keine Rede mehr von der H&#252;lle (Form). Hier f&#252;hren wir nun eine am Inhaltlichen orientierte Debatte. Und da folge ich Ihnen umgehend mit gr&#246;sstem Interesse.

&lt;blockquote&gt;Dabei gibt es manches, das zu Pop w u r d e, etwa das Tischbein-Nachbild, auch die Monroe.&lt;/blockquote&gt;

In der Vorlesung heisst es:

&lt;blockquote&gt;Selbstverst&#228;ndlich sind auch aus der Pop-Kultur Kunstwerke hervorgegangen; die aber w&#252;rde ich unterdessen den E-K&#252;nsten zurechnen.&lt;/blockquote&gt;

Es ist also nicht von einem Drift von E nach U, sondern umgekehrt von U nach E die Rede. Darauf bezog ich mich im letzten Kommentar mit der Bemerkung, die w&#228;re unter Ber&#252;cksichtigung Ihrer Argumentation nicht denkbar.

&lt;blockquote&gt;Das ist unrichtig, wie die Geschichte des Jazz’ zeigt: aus dem Pop kann sich sehr wohl E entwickeln; etwa w&#228;re der nicht mehr auf harmonischer Basis fu&#223;ende Free Jazz letztlich undenkbar ohne den vorhergegangenen Gospel, ja ohne New Orleans...&lt;/blockquote&gt;

Dann besteht ein grundlegendes Missverst&#228;ndnis &#252;ber die Intention der &quot;Drift&quot;-Bemerkung in der Vorlesung. Ich bezweifelte die M&#246;glichkeit eines Drifts betreffs ein und desselben Werks, bspw. von Warhols Monroe. Entweder ist dieses Bild E oder U. Sollte da was &quot;driften&quot;, ist etwas faul an der Kategorisierung. Wenn Sie freilich solche Prozesse der Inspiration meinen, bin ich ja sofort bei Ihnen. Selbstverst&#228;ndlich geschieht das permanent.

&lt;blockquote&gt;Auch die [Stimme des (Kunst-)Marktes, Anm.] kann eine gro&#223;e Rolle spielen.&lt;/blockquote&gt;

Ganz gef&#228;hrlich! Torpedieren Sie nicht Ihre exemplarische Abwatschung des &quot;bl&#246;den&quot; Marktes. Ist der bl&#246;d, darf er nicht interessieren.

&lt;blockquote&gt;Ich habe niemals von „Mechanik“ gesprochen; dieser Terminus kam erst &#252;ber Perkampus herein. Ich spreche von chemischer Determination, das geht vor allem auf die Biologie.&lt;/blockquote&gt;

Ich sehe da keinen Unterschied in der Konsequenz des Arguments, also: wohin es uns f&#252;hrt. Determiniertheit, Steuerbarkeit, es kommt nur auf rechte Mischungsverh&#228;ltnis von Enzymen an. Der Apfel f&#228;llt nicht von unten nach oben. Entzauberung der Dichtung, der Kunst &#252;berhaupt. Gerade im Pop wird so gearbeitet, werden die &quot;wirksamsten&quot; Ingredenzien immer wieder neu versch&#252;ttelt. Ich finde das kalt, unmenschlich. Aber damit steige ich wohl endg&#252;ltig aus dem Diskurs aus und komme ganz ins eigene Pers&#246;nliche.

&lt;blockquote&gt;Was genau ist ein Sonett mehr als Design?&lt;/blockquote&gt;

Also merken wir uns diese Frage doch einmal und gehen wir ihr nach, wenn sich der Rauch verzogen hat.

&lt;blockquote&gt;(…) Wenn das so ist, werden dann nicht Formelwerke, Reaktionsgleichungen und Computerprogramme die Lyrik der Zukunft sein?!&lt;/blockquote&gt;

Wenn ich das schreibe, &#228;ussere ich damit keine Angst vor computergenerierten Gedichten! Es wird keine Gedichte geben. Liebe ist ein Hormon-Enzym-Coctail - Konsequenz des ganzen oben Argumentierten. Wollte man dar&#252;ber versgem&#228;sse Worte verlieren? Wenn aber doch, dann muss da noch etwas anderes sein als nur Chemie. Oder nicht?

Und in den Creative-Writing-Kursen werden Mischungsverh&#228;ltnisse von Molek&#252;len und Mischungstechniken erlernt. Ohne Zauber - wenn wir den wegdiskutiert haben - kommen wir dorthin.

</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Welche zus&#228;tzlichen Aspekte Sie im Kommentar brachten?</p>
<blockquote><p>Gossip-Schlagzeilen und Harry Potter haben deshalb Erfolg, weil sie (bewu&#223;t oder unbewu&#223;t) auf Erwartungen zugeschnitten sind, die sie weder transzendieren k&#246;nnen noch wollen. Di Crescenzo hat f&#252;r den Kitsch den Satz gepr&#228;gt: „Kitsch ist Abwesenheit von Schei&#223;e“. Genau das trifft auf Kunst nicht zu. Vielmehr konfrontiert sie immer wieder auch mit Unangenehmem, das ich in meiner Vorlesung – aus der Perspektive der Produktion &#8211; „Ausgegrabenes“ genannt habe. Es ist nachweisbar, da&#223; U-St&#252;cke genau so etwas vermeiden, weil sie nicht riskieren k&#246;nnen und ihrer eigenen Marktgesetzlichkeit halber auch nicht d&#252;rfen, Unwillen im Rezipienten zu erregen. Ob es das tut oder nicht, ist einem Kunstwerk aber schnuppe.</p></blockquote>
<p>Hier ist keine Rede mehr von der H&#252;lle (Form). Hier f&#252;hren wir nun eine am Inhaltlichen orientierte Debatte. Und da folge ich Ihnen umgehend mit gr&#246;sstem Interesse.</p>
<blockquote><p>Dabei gibt es manches, das zu Pop w u r d e, etwa das Tischbein-Nachbild, auch die Monroe.</p></blockquote>
<p>In der Vorlesung heisst es:</p>
<blockquote><p>Selbstverst&#228;ndlich sind auch aus der Pop-Kultur Kunstwerke hervorgegangen; die aber w&#252;rde ich unterdessen den E-K&#252;nsten zurechnen.</p></blockquote>
<p>Es ist also nicht von einem Drift von E nach U, sondern umgekehrt von U nach E die Rede. Darauf bezog ich mich im letzten Kommentar mit der Bemerkung, die w&#228;re unter Ber&#252;cksichtigung Ihrer Argumentation nicht denkbar.</p>
<blockquote><p>Das ist unrichtig, wie die Geschichte des Jazz’ zeigt: aus dem Pop kann sich sehr wohl E entwickeln; etwa w&#228;re der nicht mehr auf harmonischer Basis fu&#223;ende Free Jazz letztlich undenkbar ohne den vorhergegangenen Gospel, ja ohne New Orleans&#8230;</p></blockquote>
<p>Dann besteht ein grundlegendes Missverst&#228;ndnis &#252;ber die Intention der &#8220;Drift&#8221;-Bemerkung in der Vorlesung. Ich bezweifelte die M&#246;glichkeit eines Drifts betreffs ein und desselben Werks, bspw. von Warhols Monroe. Entweder ist dieses Bild E oder U. Sollte da was &#8220;driften&#8221;, ist etwas faul an der Kategorisierung. Wenn Sie freilich solche Prozesse der Inspiration meinen, bin ich ja sofort bei Ihnen. Selbstverst&#228;ndlich geschieht das permanent.</p>
<blockquote><p>Auch die [Stimme des (Kunst-)Marktes, Anm.] kann eine gro&#223;e Rolle spielen.</p></blockquote>
<p>Ganz gef&#228;hrlich! Torpedieren Sie nicht Ihre exemplarische Abwatschung des &#8220;bl&#246;den&#8221; Marktes. Ist der bl&#246;d, darf er nicht interessieren.</p>
<blockquote><p>Ich habe niemals von „Mechanik“ gesprochen; dieser Terminus kam erst &#252;ber Perkampus herein. Ich spreche von chemischer Determination, das geht vor allem auf die Biologie.</p></blockquote>
<p>Ich sehe da keinen Unterschied in der Konsequenz des Arguments, also: wohin es uns f&#252;hrt. Determiniertheit, Steuerbarkeit, es kommt nur auf rechte Mischungsverh&#228;ltnis von Enzymen an. Der Apfel f&#228;llt nicht von unten nach oben. Entzauberung der Dichtung, der Kunst &#252;berhaupt. Gerade im Pop wird so gearbeitet, werden die &#8220;wirksamsten&#8221; Ingredenzien immer wieder neu versch&#252;ttelt. Ich finde das kalt, unmenschlich. Aber damit steige ich wohl endg&#252;ltig aus dem Diskurs aus und komme ganz ins eigene Pers&#246;nliche.</p>
<blockquote><p>Was genau ist ein Sonett mehr als Design?</p></blockquote>
<p>Also merken wir uns diese Frage doch einmal und gehen wir ihr nach, wenn sich der Rauch verzogen hat.</p>
<blockquote><p>(…) Wenn das so ist, werden dann nicht Formelwerke, Reaktionsgleichungen und Computerprogramme die Lyrik der Zukunft sein?!</p></blockquote>
<p>Wenn ich das schreibe, &#228;ussere ich damit keine Angst vor computergenerierten Gedichten! Es wird keine Gedichte geben. Liebe ist ein Hormon-Enzym-Coctail &#8211; Konsequenz des ganzen oben Argumentierten. Wollte man dar&#252;ber versgem&#228;sse Worte verlieren? Wenn aber doch, dann muss da noch etwas anderes sein als nur Chemie. Oder nicht?</p>
<p>Und in den Creative-Writing-Kursen werden Mischungsverh&#228;ltnisse von Molek&#252;len und Mischungstechniken erlernt. Ohne Zauber &#8211; wenn wir den wegdiskutiert haben &#8211; kommen wir dorthin.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: perkampus</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5444</link>
		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 11:45:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5444</guid>
		<description>NACHTRAG

&lt;blockquote&gt;Ich spreche von chemischer Determination, das geht vor allem auf die Biologie. Ich spreche von vernetzten Systemen, die ich unterdessen l&#228;ngst matrisch begreife.&lt;/blockquote&gt;

Diesen Satz von ANH habe ich bei den Ausf&#252;hrungen noch nicht bedacht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>NACHTRAG</p>
<blockquote><p>Ich spreche von chemischer Determination, das geht vor allem auf die Biologie. Ich spreche von vernetzten Systemen, die ich unterdessen l&#228;ngst matrisch begreife.</p></blockquote>
<p>Diesen Satz von ANH habe ich bei den Ausf&#252;hrungen noch nicht bedacht.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Dezember, Neunzehn, Sieben &#171; P.-&#8217;s Veranda</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5443</link>
		<dc:creator>Dezember, Neunzehn, Sieben &#171; P.-&#8217;s Veranda</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 11:39:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5443</guid>
		<description>[...] Die Diskussion mit Alban Nikolai Herbst im Turmsegler. [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Die Diskussion mit Alban Nikolai Herbst im Turmsegler. [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: perkampus</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5442</link>
		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 11:33:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5442</guid>
		<description>&lt;h4&gt;@ANH&lt;/h4&gt;

Das verstehen Sie jetzt doch etwas miss. Mit den Kreationisten habe ich vermutlich genausowenig zu tun, wie Sie selbst. Ich bin nie ein religi&#246;ser Mensch gewesen, doch aber ein spiritueller - in einem Sinne jedoch, bei dem den meisten &quot;spirituellen&quot; Menschen die Haare zu berge stehen w&#252;rden. Dass die Wissenschaften alle der Reihe nach... Biologen und Physiker, mittlerweile an einem Punkt angelangt sind, da sie etwas v&#246;llig geistiges nicht mehr ausschlie&#223;en k&#246;nnen, mag wohl zu dieser Kreationistenwelle gef&#252;hrt haben. Man kann das aber auch ganz anders betrachten, ohne gleich eine literarische Gottheit zu Rate ziehen zu m&#252;ssen, denn meine Kritik handelt lediglich davon, alles unter mechanischen Gesichtspunkten sehen zu wollen. Aber da mag Ihnen &lt;a href=&quot;http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4546300/&quot;&gt;ihr Tagesanzeiger heute etwas&lt;/a&gt; dazu geliefert haben. Es ist doch etwas zu einfach, zu sagen, wenn man der Theorie (denn ich betone es nochmal: da ist nichts etwa bewiesen) der modernen Hirnforschung nicht folgt, liefe man automatisch Gefahr, ein religi&#246;s verblendeter zu sein.

Im Endeffekt ist es aber eher umgekehrt. So ist die Getrenntheit von Objekten, die wir beobachten nur eine Illusion von der „begrifflich erkl&#228;rbaren“ Ordnung. Aus der Quantenphysik wissen wir, dass dieser Einfluss, den wir scheinbar als Beobachter auf das Beobachtete haben, nicht automatisch hei&#223;t, dass eine kausale Interaktion dahintersteckt. Wenn also Quantenpartikel Projektionen einer tieferen, nichtlokalen Realit&#228;t sind, dann w&#252;rde uns ein solcher Sachverhalt dazu zwingen, viele unserer Vorstellungen von der physischen Welt neu zu &#252;berdenken. Nehmen wir doch einmal an, alle Objekte, die wir kennen, best&#252;nden aus Quanten, angefangen bei stinknormalen B&#228;umen bis hin zu Quasaren, so bedeutet dies, dass alle Dinge im Universum in einer unendlich wechselseitigen Beziehung zueinanderstehen. Wenn dieser Standpunkt richtig ist, w&#252;rde William Blakes Ratschlag, eine Welt in einem Sandkorn zu entdecken, keine Metapher mehr bleiben. Es w&#252;rde Konsequenzen haben. Wir leben seit Jahrhunderten in der Illusion, dass das Universum eine gigantische Maschine ist, die wir verstehen k&#246;nnen, wenn wir sie in ihre Einzelteile zerlegen. Aber wenn das Universum in einer unendlichen Wechselbeziehung steht, gibt es bestimmte Ph&#228;nomene, bei denen dieser Ansatz nicht mehr g&#252;ltig ist. 

David Bohm zB. bot an, das Universum als ein gigantisches, multidimensionales Hologramm zu sehen. Dem folge ich zun&#228;chst einmal, da mir klar wird, dass eine darin verborgene holographische Ordnung weitreichende Auswirkungen auf viele unserer Vorstellungen von Realit&#228;t haben kann. In einem holographischen Universum kann man beispielsweise Raum und Zeit nicht mehr als Grundprinzipien betrachten. Ich bemerke bei Ihnen doch laufend Tendenzen, den Realit&#228;tsbegriff selbst anders zu betrachten. Wie sie da ausgerechnet auf die Hirnforschung zur&#252;ckfallen k&#246;nnen, ist mir ein R&#228;tsel. Und das, so scheint es, nur um einen Anhaltspunkt daf&#252;r zu haben, dass wir „nicht frei“ seien. Diese Wahrscheinlichkeit kann man, so meine ich, kl&#252;ger und schl&#252;ssiger herbeif&#252;hren. Darum geht es.

Kommen wir aber noch einmal auf das ungel&#246;ste R&#228;tsel, das Geist-K&#246;rper-Problem zur&#252;ck. Da lautet die Frage nach wie vor: Gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen Geist und K&#246;rper? Im Endeffekt ist das nur eine anders lautende Frage von: „Was ist Bewusstsein?“ Ist Bewusstsein einfach die Summe dessen, was in unserem Gehirn vor sich geht oder steckt da doch etwas mehr dahinter? (Und diese Frage f&#252;hrt eben nicht bereits zum Kreationismus!!)

Gem&#228;&#223; dem konventionellen biologischen Verst&#228;ndnis enth&#228;lt ein Samen in seinem Inneren nur sehr wenig von der tats&#228;chlich materiellen Substanz, die schlie&#223;lich in der Pflanze enthalten ist. Der gr&#246;&#223;te Teil stammt aus dem Erdboden, der Luft, dem Sonnenlicht. Modernerweise nennen wir die Information heute DANN und diese Information ist es, die die &#228;u&#223;ere Umgebung dazu bringt, eine entsprechende Pflanze hervorzuzaubern. Durch den Austausch von Materie und Energie wird die Pflanze dann am Leben erhalten und vergeht schlie&#223;lich wieder. Jetzt stellt sich aber die Frage, an welchem Punkt wir sagen k&#246;nnen, was lebendig ist und was nicht mehr lebendig ist. Ein Kohlendioxid wird ja nicht pl&#246;tzlich lebendig, wenn es in ein Blatt eindringt. Genausowenig stirbt ein Sauerstoffmolek&#252;l dann, wenn es das Blatt wieder abgibt. Allein dieser Mangel an klar unterscheidbaren Grenzen zeigt doch bereits die Unzul&#228;nglichkeit eines streng mechanistischen Ansatzes. Anstatt das Universum in seine Teile aufzuspalten, w&#228;re es besser, alles als ein ungeteiltes Ganzes zu betrachten, als eine Totalit&#228;t, in der sich lebendige und nicht lebendige Dinge st&#228;ndig manifestieren.

Die Realit&#228;t, da werden Sie mir zustimmen, ist ein saumloses Netz und es sind nur unsere eigenen Idiosynkrasien, die dazu f&#252;hren, dass wir sie in so willk&#252;rliche Kategorien wie Geist und K&#246;rper unterteilen. Es gibt keinen Dualismus, da es sich in beiden F&#228;llen um sekund&#228;re Erscheinungen und abgeleitete Kategorien handelt.

Das alles ist nat&#252;rlich ein unm&#246;glich zu bew&#228;ltigender Stoff und hier werden Missverst&#228;ndnisse nicht nur provoziert, sondern geradezu geboren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<h4>@ANH</h4>
<p>Das verstehen Sie jetzt doch etwas miss. Mit den Kreationisten habe ich vermutlich genausowenig zu tun, wie Sie selbst. Ich bin nie ein religi&#246;ser Mensch gewesen, doch aber ein spiritueller &#8211; in einem Sinne jedoch, bei dem den meisten &#8220;spirituellen&#8221; Menschen die Haare zu berge stehen w&#252;rden. Dass die Wissenschaften alle der Reihe nach&#8230; Biologen und Physiker, mittlerweile an einem Punkt angelangt sind, da sie etwas v&#246;llig geistiges nicht mehr ausschlie&#223;en k&#246;nnen, mag wohl zu dieser Kreationistenwelle gef&#252;hrt haben. Man kann das aber auch ganz anders betrachten, ohne gleich eine literarische Gottheit zu Rate ziehen zu m&#252;ssen, denn meine Kritik handelt lediglich davon, alles unter mechanischen Gesichtspunkten sehen zu wollen. Aber da mag Ihnen <a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4546300/">ihr Tagesanzeiger heute etwas</a> dazu geliefert haben. Es ist doch etwas zu einfach, zu sagen, wenn man der Theorie (denn ich betone es nochmal: da ist nichts etwa bewiesen) der modernen Hirnforschung nicht folgt, liefe man automatisch Gefahr, ein religi&#246;s verblendeter zu sein.</p>
<p>Im Endeffekt ist es aber eher umgekehrt. So ist die Getrenntheit von Objekten, die wir beobachten nur eine Illusion von der „begrifflich erkl&#228;rbaren“ Ordnung. Aus der Quantenphysik wissen wir, dass dieser Einfluss, den wir scheinbar als Beobachter auf das Beobachtete haben, nicht automatisch hei&#223;t, dass eine kausale Interaktion dahintersteckt. Wenn also Quantenpartikel Projektionen einer tieferen, nichtlokalen Realit&#228;t sind, dann w&#252;rde uns ein solcher Sachverhalt dazu zwingen, viele unserer Vorstellungen von der physischen Welt neu zu &#252;berdenken. Nehmen wir doch einmal an, alle Objekte, die wir kennen, best&#252;nden aus Quanten, angefangen bei stinknormalen B&#228;umen bis hin zu Quasaren, so bedeutet dies, dass alle Dinge im Universum in einer unendlich wechselseitigen Beziehung zueinanderstehen. Wenn dieser Standpunkt richtig ist, w&#252;rde William Blakes Ratschlag, eine Welt in einem Sandkorn zu entdecken, keine Metapher mehr bleiben. Es w&#252;rde Konsequenzen haben. Wir leben seit Jahrhunderten in der Illusion, dass das Universum eine gigantische Maschine ist, die wir verstehen k&#246;nnen, wenn wir sie in ihre Einzelteile zerlegen. Aber wenn das Universum in einer unendlichen Wechselbeziehung steht, gibt es bestimmte Ph&#228;nomene, bei denen dieser Ansatz nicht mehr g&#252;ltig ist. </p>
<p>David Bohm zB. bot an, das Universum als ein gigantisches, multidimensionales Hologramm zu sehen. Dem folge ich zun&#228;chst einmal, da mir klar wird, dass eine darin verborgene holographische Ordnung weitreichende Auswirkungen auf viele unserer Vorstellungen von Realit&#228;t haben kann. In einem holographischen Universum kann man beispielsweise Raum und Zeit nicht mehr als Grundprinzipien betrachten. Ich bemerke bei Ihnen doch laufend Tendenzen, den Realit&#228;tsbegriff selbst anders zu betrachten. Wie sie da ausgerechnet auf die Hirnforschung zur&#252;ckfallen k&#246;nnen, ist mir ein R&#228;tsel. Und das, so scheint es, nur um einen Anhaltspunkt daf&#252;r zu haben, dass wir „nicht frei“ seien. Diese Wahrscheinlichkeit kann man, so meine ich, kl&#252;ger und schl&#252;ssiger herbeif&#252;hren. Darum geht es.</p>
<p>Kommen wir aber noch einmal auf das ungel&#246;ste R&#228;tsel, das Geist-K&#246;rper-Problem zur&#252;ck. Da lautet die Frage nach wie vor: Gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen Geist und K&#246;rper? Im Endeffekt ist das nur eine anders lautende Frage von: „Was ist Bewusstsein?“ Ist Bewusstsein einfach die Summe dessen, was in unserem Gehirn vor sich geht oder steckt da doch etwas mehr dahinter? (Und diese Frage f&#252;hrt eben nicht bereits zum Kreationismus!!)</p>
<p>Gem&#228;&#223; dem konventionellen biologischen Verst&#228;ndnis enth&#228;lt ein Samen in seinem Inneren nur sehr wenig von der tats&#228;chlich materiellen Substanz, die schlie&#223;lich in der Pflanze enthalten ist. Der gr&#246;&#223;te Teil stammt aus dem Erdboden, der Luft, dem Sonnenlicht. Modernerweise nennen wir die Information heute DANN und diese Information ist es, die die &#228;u&#223;ere Umgebung dazu bringt, eine entsprechende Pflanze hervorzuzaubern. Durch den Austausch von Materie und Energie wird die Pflanze dann am Leben erhalten und vergeht schlie&#223;lich wieder. Jetzt stellt sich aber die Frage, an welchem Punkt wir sagen k&#246;nnen, was lebendig ist und was nicht mehr lebendig ist. Ein Kohlendioxid wird ja nicht pl&#246;tzlich lebendig, wenn es in ein Blatt eindringt. Genausowenig stirbt ein Sauerstoffmolek&#252;l dann, wenn es das Blatt wieder abgibt. Allein dieser Mangel an klar unterscheidbaren Grenzen zeigt doch bereits die Unzul&#228;nglichkeit eines streng mechanistischen Ansatzes. Anstatt das Universum in seine Teile aufzuspalten, w&#228;re es besser, alles als ein ungeteiltes Ganzes zu betrachten, als eine Totalit&#228;t, in der sich lebendige und nicht lebendige Dinge st&#228;ndig manifestieren.</p>
<p>Die Realit&#228;t, da werden Sie mir zustimmen, ist ein saumloses Netz und es sind nur unsere eigenen Idiosynkrasien, die dazu f&#252;hren, dass wir sie in so willk&#252;rliche Kategorien wie Geist und K&#246;rper unterteilen. Es gibt keinen Dualismus, da es sich in beiden F&#228;llen um sekund&#228;re Erscheinungen und abgeleitete Kategorien handelt.</p>
<p>Das alles ist nat&#252;rlich ein unm&#246;glich zu bew&#228;ltigender Stoff und hier werden Missverst&#228;ndnisse nicht nur provoziert, sondern geradezu geboren.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: ANH</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5441</link>
		<dc:creator>ANH</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 10:57:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5441</guid>
		<description>ANTWORT F&#220;R BENJAMIN STEIN, 2.

&lt;blockquote&gt;Erstens zerlegen Sie die Argumentation in Halbs&#228;tze, die Sie dann &quot;attackieren&quot;.&lt;/blockquote&gt;

Das Verfahren stammt von Karl Kraus und hat viel Erkenntnisgewinn f&#252;r sich. Es ist nichts dagegen einzuwenden, da&#223; Sie das bei mir ebenfalls so halten.

&lt;blockquote&gt;Zweitens f&#252;gen Sie Ihrer Argumentation in der Erwiderung Elemente hinzu, die sich so in der Vorlesung eben nicht fanden.&lt;/blockquote&gt;

Welche? Und welche, von denen ich nicht voraussetzen kann, da&#223; Leser sie automatisch mitdenken?

&lt;blockquote&gt;wieder auf.&lt;/blockquote&gt;

Ich habe geschrieben: &lt;i&gt;wieder darauf b e h a r r e n&lt;/i&gt;. Selbstverst&#228;ndlich wei&#223; ich, da&#223; es g&#228;ngig geworden ist, die Trennung nicht mehr zu akzeptieren. &lt;i&gt;G&#228;ngigkeit&lt;/i&gt; ist an sich ein Gegenstand meines permanenten Mi&#223;trauens. Bekanntlich schlie&#223;e ich darin auch Tabus ein.

&lt;blockquote&gt;Meine Kritik richtete sich gegen Ihren Kriterienkatalog, gegen die Betonung des Formellen, der Form als Kriterium.&lt;/blockquote&gt;

Das ist kein &lt;i&gt;Katalog&lt;/i&gt;, sondern eine einzige Bestimmung, die ich in der Tat f&#252;r eine, wenn nicht d i e wesentliche von Kunstwerken halte.

&lt;blockquote&gt; Eben jenen Kriterienkatalog&lt;/blockquote&gt;

Noch einmal: Welchen?

&lt;blockquote&gt;erweitern Sie nun in Ihrer Erwiderung um Elemente, die sich in der Vorlesung nicht fanden. Sie gehen in ihr eben weg vom Formellen und kommen auf Kriterien, bei denen ich viel eher folgen kann.&lt;/blockquote&gt;

Welche?

&lt;blockquote&gt;... Warhol ...&lt;/blockquote&gt;

war nie Pop, wohl aber Pop-A r t. Dabei gibt es manches, das zu Pop w u r d e, etwa das Tischbein-Nachbild, auch die Monroe. Auf sowas hab ich mich aber nicht bezogen, sondern ganz bewu&#223;t einen &lt;i&gt;entgrenzenden&lt;/i&gt; Ansatz hergenommen, n&#228;mlich Warhols Dracula-Film. Umgekehrt argumentiere ich auch dahin, da&#223; vieles an Mozart Pop ist und geblieben ist; anderes eben nicht, etwa die moll-Klavierkonzerte.

&lt;blockquote&gt;(...) Und r&#228;umen ein, dass es einen Drift geben k&#246;nne von U nach E, wie es bei der Pop-Art der Fall gewesen sei.&lt;/blockquote&gt;

Wie gesagt: Pop-A r t ist nicht notwendigerweise Pop. Da&#223; es eine solche Drift gibt, schrieb ich bereits in der Ersten Vorlesung direkt.

&lt;blockquote&gt;Wenn die oben nun von Ihnen angelegten Kriterien an E ziehen sollen, dann ist ein solcher Drift schlicht undenkbar.&lt;/blockquote&gt;

Das ist unrichtig, wie die Geschichte des Jazz&#039; zeigt: aus dem Pop kann sich sehr wohl E entwickeln; etwa w&#228;re der nicht mehr auf harmonischer Basis fu&#223;ende Free Jazz letztlich undenkbar ohne den vorhergegangenen Gospel, ja ohne New Orleans; &#252;brigens auch ohne den Rock, von dem ebenfalls einiges eher E als U ist. Ganz ebenso hat sich aus Volksliedern das Kunstlied entwickelt; es gab sogar Bewegungen, hoch-E-kunstvolle ins Volkslied zur&#252;ck, wie wir das aus den Wunderhorn-Liedern kennen.

&lt;blockquote&gt;Wie sollte aus dem Schlager eine Sonate werden?&lt;/blockquote&gt;

Indem jemand herkommt und den Schlager verwendet und neu und &#252;berhaupt f o r m t. Ich tu sowas unausgesetzt, indem ich Genre-Teile in meine Roman-Arbeit integriere, sie gleichsam aufsauge und v&#246;llig anders, als sie intendiert waren, in Bewegung setze. Jede Montage (Collage) arbeitet so.

&lt;blockquote&gt; Aus dem Vorgekauten ein originelles Men&#252;?&lt;/blockquote&gt;

Die Grundbausteine irdischen Lebens sind begrenzt und identisch, ein paar Atomverbindungen, mehr nicht. Der Formenkanon, der sich daraus entwickelt hat und immer noch weiterentwickelt, ist nahezu unbegrenzt.

&lt;blockquote&gt; Entweder war es E, als es entstand, oder es war nicht E. Was h&#228;tte denn nachtr&#228;glich das U zum E gemacht?&lt;/blockquote&gt;

Das habe ich gerade angedeutet.

&lt;blockquote&gt;Die Stimme des (Kunst-)Marktes? (Das wird sicher nicht Ihre Intention gewesen sein.)&lt;/blockquote&gt;

Auch die kann eine gro&#223;e Rolle spielen. Benn hat sowas zum Beispiel gemeint, und hatte Gr&#252;nde.

&lt;blockquote&gt;Was Ihren seit dreissig Jahren umgesetzten Lebensentwurf angeht: Diesen Fusswurf mir gegen&#252;ber wenden Sie nicht an, obwohl ich Ihnen die Steilvorlage liefere...&lt;/blockquote&gt;

Weshalb sollte ich auch? Ich finde pers&#246;nliche Umst&#228;nde prinzipiell uninteressant; mich interessieren immer nur &lt;i&gt;Wirkungen&lt;/i&gt;.

&lt;blockquote&gt;Denn es liesse sich ebenso &#252;ber meinen Beitrag sagen, dass er mit den ge&#228;usserten Meinungen meinen Lebensentwurf zu legitimieren versucht.&lt;/blockquote&gt;

Jesses, lassen Sie das doch einfach mal als Marginalie weg. Die Marginalie ist &lt;i&gt;pers&#246;nlich&lt;/i&gt; wichtig, ja, aus narzisstischen G&#252;nden – aber wer fragt in 200 Jahren, ob jemand ein Werk nicht schaffen konnte, weil er Kinder zu ern&#228;hren hatte? Man fragt das mit Recht nicht. Entweder er schafft, oder er schafft nicht.

&lt;blockquote&gt;Wie wenig Empathie.&lt;/blockquote&gt;

Mitnichten. Sogar v i e l Empathie. Aber sie hat in einer Auseinandersetzung &#252;ber Kunst (f&#252;r mich) nichts verloren. Das h&#228;ngt damit zusammen, da&#223; es f&#252;r mich auch keine Entschuldigung ist, wenn ich krank bin und deshalb nicht schreiben kann. Ich schreibe nicht. Oder ich schreibe. Das bleibt.

&lt;blockquote&gt;(...) wenn in Hirn (und dessen K&#246;rperanhang) alles mechanisch zugeht, dann vielleicht auch in der Kunst-Produktion.&lt;/blockquote&gt;

Ich habe niemals von „Mechanik“ gesprochen; dieser Terminus kam erst &#252;ber Perkampus herein. Ich spreche von chemischer Determination, das geht vor allem auf die Biologie. Ich spreche von vernetzten &lt;i&gt;Systemen&lt;/i&gt;, die ich unterdessen l&#228;ngst matrisch begreife. Weshalb ich von einer &lt;i&gt;M&#246;glichkeiten&lt;/i&gt;poetik sprechen kann, die noch in ihr Wirkungsgef&#252;ge dasjenige als m&#246;glicherweise bestimmend mit hineinnimmt, f&#252;r das es ganz hoch wahrscheinlich gar keinen Existenzgrund gibt.

&lt;blockquote&gt;(...) Was genau ist ein Sonett mehr als Design?&lt;/blockquote&gt;

Ja! Genau! D a s sind die Fragen. Sofort dabei. (Ich wei&#223; auch keine definitive Antwort bislang, keine jedenfalls, die &lt;i&gt;handlich&lt;/i&gt;, d.h. praktikabel w&#228;re.

&lt;blockquote&gt;(...) dann werden Sie vielleicht doch auch f&#252;r m&#246;glich halten, dass die Bem&#252;hung bestimmter alter Formen und Ma&#223;e doch etwas von Mode haben k&#246;nnte.&lt;/blockquote&gt;

Unter Umst&#228;nden schon. Zieht man aber die historischen Zeitl&#228;ufte der Poesie zusammen, schwindet das Modische schnell.

&lt;blockquote&gt;(...) Wenn das so ist, werden dann nicht Formelwerke, Reaktionsgleichungen und Computerprogramme die Lyrik der Zukunft sein?!&lt;/blockquote&gt;

Aber nein. Ich verstehe auch die Angst davor nicht so ganz. Es gibt meines Wissens nicht ein Gedicht Max Benses, das seine Zeit &#252;berlebt h&#228;tte oder wieder auftauchen und d a n n wesenhaft &#252;berleben w&#252;rde. Das mag eine Frage der Differenzierung mathematisch-poetischer Modelle sein, das mag aber auch nicht eine solche Frage sein. Ich wei&#223; es nicht. Sp&#228;testens, wenn mir ein gelungenes Computer-Gedicht einmal unterk&#228;me, w&#228;re meine Neugier ausgesprochen geweckt, aber auf gar keinen Fall meine Abwehr. Eine solche Abwehr ist indessen bei vielen, wenn nicht den meisten komischerweise schon da, obwohl es ein solches Gedicht noch gar nicht gibt (jedenfalls nicht meines Wissens). Diesen Umstand finde ich verd&#228;chtig. Ich finde ihn aber auch interessant, weil er den Instinkt verr&#228;t, da&#223; uns da etwas gef&#228;hrden k &#246; n n t e. W&#228;ren wir so sicher in unseren Meinungen, wie wir tun, k&#246;nnten wir doch ganz getrost sagen: Na, dann zeigt uns das mal.

&lt;blockquote&gt;Dichtung hat nach meinem Empfinden immer gerade dem “Unerkl&#228;rlichen” zwischen den Atomen (um in der Begrifflichkeit zu bleiben) nachgesp&#252;rt.&lt;/blockquote&gt;

Sicher, oft. Aber auch, um es zu &lt;i&gt;fassen&lt;/i&gt;, was schon im W o r t ein &lt;i&gt;Begreifen&lt;/i&gt; ist.

&lt;blockquote&gt;(...) glaube ich zu verstehen, was Sie mit kyberrealism meinen: Wenn es in uns nur kausal und quasi mechanisch zugeht, dann ist Kunst auch mess- und produzierbar nach striktem Regelwerk.&lt;/blockquote&gt;

Das haben Sie grade m i &#223;verstanden. Was ich tats&#228;chlich meine, habe ich versucht – und versuche ich weiter – in meinen Vorlesungen theoretisch zu fixieren, wie auch immer wieder &lt;a href=&quot;http://albannikolaiherbst.twoday.net&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; in Der Dschungel&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.die-dschungel.de/ANH/txt/reden.htm&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; anderen Vortr&#228;gen&lt;/a&gt; und – das allem voran – in meinem literarischen Werk.

&lt;blockquote&gt;Dann k&#246;nnen wir bald Lehrb&#252;cher kaufen, wie das “perfekte Gedicht” zu schreiben ist, und man muss fr&#252;her oder sp&#228;ter einen Phd in Dichtungswissenschaften vorweisen, wenn man publizieren will.&lt;/blockquote&gt;

Ich verstehe auch diese Angst nicht. Mir pers&#246;nlich ist das sowas von schnuppe, ob irgend ein Iddi auf so eine Idee verf&#228;llt; es hat doch schon etwas Lachhaftes, da&#223; die Leipziger einen &lt;i&gt;Abschlu&#223;&lt;/i&gt; machen, etwas irre Komisches auch, Hilfloses, restlos Absurdes, das nur da einen konkreten Grund hat, wo es dazu dient, ein paar wenigen Schriftstellern, die lehren, die Butter zu sichern. Mehr ist da doch nicht dran. Womit ich jetzt nicht die Inhalte meine; die k&#246;nnen f&#252;r dort Studierende ausgesprochen wichtig sein. Aber der Schein hinterher, der ist – Schein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ANTWORT F&#220;R BENJAMIN STEIN, 2.</p>
<blockquote><p>Erstens zerlegen Sie die Argumentation in Halbs&#228;tze, die Sie dann &#8220;attackieren&#8221;.</p></blockquote>
<p>Das Verfahren stammt von Karl Kraus und hat viel Erkenntnisgewinn f&#252;r sich. Es ist nichts dagegen einzuwenden, da&#223; Sie das bei mir ebenfalls so halten.</p>
<blockquote><p>Zweitens f&#252;gen Sie Ihrer Argumentation in der Erwiderung Elemente hinzu, die sich so in der Vorlesung eben nicht fanden.</p></blockquote>
<p>Welche? Und welche, von denen ich nicht voraussetzen kann, da&#223; Leser sie automatisch mitdenken?</p>
<blockquote><p>wieder auf.</p></blockquote>
<p>Ich habe geschrieben: <i>wieder darauf b e h a r r e n</i>. Selbstverst&#228;ndlich wei&#223; ich, da&#223; es g&#228;ngig geworden ist, die Trennung nicht mehr zu akzeptieren. <i>G&#228;ngigkeit</i> ist an sich ein Gegenstand meines permanenten Mi&#223;trauens. Bekanntlich schlie&#223;e ich darin auch Tabus ein.</p>
<blockquote><p>Meine Kritik richtete sich gegen Ihren Kriterienkatalog, gegen die Betonung des Formellen, der Form als Kriterium.</p></blockquote>
<p>Das ist kein <i>Katalog</i>, sondern eine einzige Bestimmung, die ich in der Tat f&#252;r eine, wenn nicht d i e wesentliche von Kunstwerken halte.</p>
<blockquote><p> Eben jenen Kriterienkatalog</p></blockquote>
<p>Noch einmal: Welchen?</p>
<blockquote><p>erweitern Sie nun in Ihrer Erwiderung um Elemente, die sich in der Vorlesung nicht fanden. Sie gehen in ihr eben weg vom Formellen und kommen auf Kriterien, bei denen ich viel eher folgen kann.</p></blockquote>
<p>Welche?</p>
<blockquote><p>&#8230; Warhol &#8230;</p></blockquote>
<p>war nie Pop, wohl aber Pop-A r t. Dabei gibt es manches, das zu Pop w u r d e, etwa das Tischbein-Nachbild, auch die Monroe. Auf sowas hab ich mich aber nicht bezogen, sondern ganz bewu&#223;t einen <i>entgrenzenden</i> Ansatz hergenommen, n&#228;mlich Warhols Dracula-Film. Umgekehrt argumentiere ich auch dahin, da&#223; vieles an Mozart Pop ist und geblieben ist; anderes eben nicht, etwa die moll-Klavierkonzerte.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Und r&#228;umen ein, dass es einen Drift geben k&#246;nne von U nach E, wie es bei der Pop-Art der Fall gewesen sei.</p></blockquote>
<p>Wie gesagt: Pop-A r t ist nicht notwendigerweise Pop. Da&#223; es eine solche Drift gibt, schrieb ich bereits in der Ersten Vorlesung direkt.</p>
<blockquote><p>Wenn die oben nun von Ihnen angelegten Kriterien an E ziehen sollen, dann ist ein solcher Drift schlicht undenkbar.</p></blockquote>
<p>Das ist unrichtig, wie die Geschichte des Jazz&#8217; zeigt: aus dem Pop kann sich sehr wohl E entwickeln; etwa w&#228;re der nicht mehr auf harmonischer Basis fu&#223;ende Free Jazz letztlich undenkbar ohne den vorhergegangenen Gospel, ja ohne New Orleans; &#252;brigens auch ohne den Rock, von dem ebenfalls einiges eher E als U ist. Ganz ebenso hat sich aus Volksliedern das Kunstlied entwickelt; es gab sogar Bewegungen, hoch-E-kunstvolle ins Volkslied zur&#252;ck, wie wir das aus den Wunderhorn-Liedern kennen.</p>
<blockquote><p>Wie sollte aus dem Schlager eine Sonate werden?</p></blockquote>
<p>Indem jemand herkommt und den Schlager verwendet und neu und &#252;berhaupt f o r m t. Ich tu sowas unausgesetzt, indem ich Genre-Teile in meine Roman-Arbeit integriere, sie gleichsam aufsauge und v&#246;llig anders, als sie intendiert waren, in Bewegung setze. Jede Montage (Collage) arbeitet so.</p>
<blockquote><p> Aus dem Vorgekauten ein originelles Men&#252;?</p></blockquote>
<p>Die Grundbausteine irdischen Lebens sind begrenzt und identisch, ein paar Atomverbindungen, mehr nicht. Der Formenkanon, der sich daraus entwickelt hat und immer noch weiterentwickelt, ist nahezu unbegrenzt.</p>
<blockquote><p> Entweder war es E, als es entstand, oder es war nicht E. Was h&#228;tte denn nachtr&#228;glich das U zum E gemacht?</p></blockquote>
<p>Das habe ich gerade angedeutet.</p>
<blockquote><p>Die Stimme des (Kunst-)Marktes? (Das wird sicher nicht Ihre Intention gewesen sein.)</p></blockquote>
<p>Auch die kann eine gro&#223;e Rolle spielen. Benn hat sowas zum Beispiel gemeint, und hatte Gr&#252;nde.</p>
<blockquote><p>Was Ihren seit dreissig Jahren umgesetzten Lebensentwurf angeht: Diesen Fusswurf mir gegen&#252;ber wenden Sie nicht an, obwohl ich Ihnen die Steilvorlage liefere&#8230;</p></blockquote>
<p>Weshalb sollte ich auch? Ich finde pers&#246;nliche Umst&#228;nde prinzipiell uninteressant; mich interessieren immer nur <i>Wirkungen</i>.</p>
<blockquote><p>Denn es liesse sich ebenso &#252;ber meinen Beitrag sagen, dass er mit den ge&#228;usserten Meinungen meinen Lebensentwurf zu legitimieren versucht.</p></blockquote>
<p>Jesses, lassen Sie das doch einfach mal als Marginalie weg. Die Marginalie ist <i>pers&#246;nlich</i> wichtig, ja, aus narzisstischen G&#252;nden – aber wer fragt in 200 Jahren, ob jemand ein Werk nicht schaffen konnte, weil er Kinder zu ern&#228;hren hatte? Man fragt das mit Recht nicht. Entweder er schafft, oder er schafft nicht.</p>
<blockquote><p>Wie wenig Empathie.</p></blockquote>
<p>Mitnichten. Sogar v i e l Empathie. Aber sie hat in einer Auseinandersetzung &#252;ber Kunst (f&#252;r mich) nichts verloren. Das h&#228;ngt damit zusammen, da&#223; es f&#252;r mich auch keine Entschuldigung ist, wenn ich krank bin und deshalb nicht schreiben kann. Ich schreibe nicht. Oder ich schreibe. Das bleibt.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) wenn in Hirn (und dessen K&#246;rperanhang) alles mechanisch zugeht, dann vielleicht auch in der Kunst-Produktion.</p></blockquote>
<p>Ich habe niemals von „Mechanik“ gesprochen; dieser Terminus kam erst &#252;ber Perkampus herein. Ich spreche von chemischer Determination, das geht vor allem auf die Biologie. Ich spreche von vernetzten <i>Systemen</i>, die ich unterdessen l&#228;ngst matrisch begreife. Weshalb ich von einer <i>M&#246;glichkeiten</i>poetik sprechen kann, die noch in ihr Wirkungsgef&#252;ge dasjenige als m&#246;glicherweise bestimmend mit hineinnimmt, f&#252;r das es ganz hoch wahrscheinlich gar keinen Existenzgrund gibt.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Was genau ist ein Sonett mehr als Design?</p></blockquote>
<p>Ja! Genau! D a s sind die Fragen. Sofort dabei. (Ich wei&#223; auch keine definitive Antwort bislang, keine jedenfalls, die <i>handlich</i>, d.h. praktikabel w&#228;re.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) dann werden Sie vielleicht doch auch f&#252;r m&#246;glich halten, dass die Bem&#252;hung bestimmter alter Formen und Ma&#223;e doch etwas von Mode haben k&#246;nnte.</p></blockquote>
<p>Unter Umst&#228;nden schon. Zieht man aber die historischen Zeitl&#228;ufte der Poesie zusammen, schwindet das Modische schnell.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Wenn das so ist, werden dann nicht Formelwerke, Reaktionsgleichungen und Computerprogramme die Lyrik der Zukunft sein?!</p></blockquote>
<p>Aber nein. Ich verstehe auch die Angst davor nicht so ganz. Es gibt meines Wissens nicht ein Gedicht Max Benses, das seine Zeit &#252;berlebt h&#228;tte oder wieder auftauchen und d a n n wesenhaft &#252;berleben w&#252;rde. Das mag eine Frage der Differenzierung mathematisch-poetischer Modelle sein, das mag aber auch nicht eine solche Frage sein. Ich wei&#223; es nicht. Sp&#228;testens, wenn mir ein gelungenes Computer-Gedicht einmal unterk&#228;me, w&#228;re meine Neugier ausgesprochen geweckt, aber auf gar keinen Fall meine Abwehr. Eine solche Abwehr ist indessen bei vielen, wenn nicht den meisten komischerweise schon da, obwohl es ein solches Gedicht noch gar nicht gibt (jedenfalls nicht meines Wissens). Diesen Umstand finde ich verd&#228;chtig. Ich finde ihn aber auch interessant, weil er den Instinkt verr&#228;t, da&#223; uns da etwas gef&#228;hrden k &#246; n n t e. W&#228;ren wir so sicher in unseren Meinungen, wie wir tun, k&#246;nnten wir doch ganz getrost sagen: Na, dann zeigt uns das mal.</p>
<blockquote><p>Dichtung hat nach meinem Empfinden immer gerade dem “Unerkl&#228;rlichen” zwischen den Atomen (um in der Begrifflichkeit zu bleiben) nachgesp&#252;rt.</p></blockquote>
<p>Sicher, oft. Aber auch, um es zu <i>fassen</i>, was schon im W o r t ein <i>Begreifen</i> ist.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) glaube ich zu verstehen, was Sie mit kyberrealism meinen: Wenn es in uns nur kausal und quasi mechanisch zugeht, dann ist Kunst auch mess- und produzierbar nach striktem Regelwerk.</p></blockquote>
<p>Das haben Sie grade m i &#223;verstanden. Was ich tats&#228;chlich meine, habe ich versucht – und versuche ich weiter – in meinen Vorlesungen theoretisch zu fixieren, wie auch immer wieder <a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net">&gt;&gt;&gt;&gt; in Der Dschungel</a>, <a href="http://www.die-dschungel.de/ANH/txt/reden.htm">&gt;&gt;&gt;&gt; anderen Vortr&#228;gen</a> und – das allem voran – in meinem literarischen Werk.</p>
<blockquote><p>Dann k&#246;nnen wir bald Lehrb&#252;cher kaufen, wie das “perfekte Gedicht” zu schreiben ist, und man muss fr&#252;her oder sp&#228;ter einen Phd in Dichtungswissenschaften vorweisen, wenn man publizieren will.</p></blockquote>
<p>Ich verstehe auch diese Angst nicht. Mir pers&#246;nlich ist das sowas von schnuppe, ob irgend ein Iddi auf so eine Idee verf&#228;llt; es hat doch schon etwas Lachhaftes, da&#223; die Leipziger einen <i>Abschlu&#223;</i> machen, etwas irre Komisches auch, Hilfloses, restlos Absurdes, das nur da einen konkreten Grund hat, wo es dazu dient, ein paar wenigen Schriftstellern, die lehren, die Butter zu sichern. Mehr ist da doch nicht dran. Womit ich jetzt nicht die Inhalte meine; die k&#246;nnen f&#252;r dort Studierende ausgesprochen wichtig sein. Aber der Schein hinterher, der ist – Schein.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5439</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 10:05:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5439</guid>
		<description>&lt;h4&gt;@ANH zum &lt;a href=&quot;http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5424&quot;&gt;obigen Kommentar&lt;/a&gt;

F&#252;r Ihre ausf&#252;hrliche Reaktion habe ich Ihnen &lt;a href=&quot;http://turmsegler.net/20071218/a-n-herbst-zu-fallen-im-kopf/&quot;&gt;eigens gedankt&lt;/a&gt;. Ganz ohne Widerspruch kann ich Ihre Erwiderung hier hinwiederum auch nicht stehen lassen. Ihre Methode der Entgegnung ist wirkungsvoll, sie ist jedoch nicht ganz lauter - aus zwei Gr&#252;nden.

Erstens zerlegen Sie die Argumentation in Halbs&#228;tze, die Sie dann &quot;attackieren&quot;. Zweitens f&#252;gen Sie Ihrer Argumentation in der Erwiderung Elemente hinzu, die sich so in der Vorlesung eben nicht fanden.

Aber auch hier: der Reihe nach. 


&lt;blockquote&gt;
... ad acta gelegte Begrifflichkeit von E und U ...
&lt;/blockquote&gt; 

In Ihrer Erwiderung best&#228;tigen Sie doch genau diese Beobachtung. Ihre Einlassung in der Vorlesung nimmt doch wohl gerade aus diesem Grund die Diskussion um diese Begrifflichkeit &lt;b&gt;&lt;i&gt;wieder auf&lt;/i&gt;&lt;/b&gt;.

Ich m&#246;chte nochmals betonen, dass ich sehr wohl einen Unterschied sehe zwischen Utta Danella und Joyce. Ich habe auch nichts gegen eine Kategorisierung. Meine Kritik richtete sich gegen Ihren Kriterienkatalog, gegen die Betonung des Formellen, der Form als Kriterium. Eben jenen Kriterienkatalog erweitern Sie nun in Ihrer Erwiderung um Elemente, die sich  in der Vorlesung nicht fanden. Sie gehen in ihr eben weg vom Formellen und kommen auf Kriterien, bei denen ich viel eher folgen kann.

&lt;blockquote&gt;
... f&#252;r ein E vorgemachten U ...
&lt;/blockquote&gt;

Sie f&#252;hren in Ihrer Vorlesung Warhol an. Und r&#228;umen ein, dass es einen Drift geben k&#246;nne von U nach E, wie es bei der Pop-Art der Fall gewesen sei. Wenn die oben nun von Ihnen angelegten Kriterien an E ziehen sollen, dann ist ein solcher Drift schlicht undenkbar. Wie sollte aus dem Schlager eine Sonate werden? Aus dem Vorgekauten ein originelles Men&#252;? Entweder war es E, als es entstand, oder es war nicht E. Was h&#228;tte denn nachtr&#228;glich das U zum E gemacht? Die Stimme des (Kunst-)Marktes? (Das wird sicher nicht Ihre Intention gewesen sein.)

Was Ihren seit dreissig Jahren umgesetzten Lebensentwurf angeht: Diesen Fusswurf mir gegen&#252;ber wenden Sie nicht an, obwohl ich Ihnen die Steilvorlage liefere... Denn es liesse sich ebenso &#252;ber meinen Beitrag sagen, dass er mit den ge&#228;usserten Meinungen &lt;b&gt;&lt;/i&gt;meinen&lt;/i&gt;&lt;/b&gt; Lebensentwurf zu legitimieren versucht. Diese &quot;Falle im Kopf&quot; ist mir unterdessen bewusst geworden. Und ich r&#228;ume diesen Umstand flugs selbst an dieser Stelle ein.

&lt;blockquote&gt;
Ist doch wurscht, ob das jemand nachf&#252;hlt. Er soll arbeiten und nicht wimmern.
&lt;/blockquote&gt;

Oha! Wie wenig Empathie. Ich versuche, das zu verstehen, was mir schwer f&#228;llt, weil ich K&#252;nstler nie als Kunst-Maschinen sehen konnte und kann. Aber freilich: wenn in Hirn (und dessen K&#246;rperanhang) alles mechanisch zugeht, dann vielleicht auch in der Kunst-Produktion.

&lt;blockquote&gt;
Sie halten Form f&#252;r &lt;i&gt;Design&lt;/i&gt;.
&lt;/blockquote&gt;

Da legen sie den Finger in der Tat auf eine faule Argumentation in meiner Kritik. Tats&#228;chlich halte ich Form nicht f&#252;r &lt;i&gt;Design&lt;/i&gt;. Und damit ist der Vergleich zu den Designs der Automobilbranche stark besch&#228;digt.  An diesem Punkt w&#252;rde ich jedoch gern weiter denken. Was genau ist ein Sonett &lt;i&gt;mehr&lt;/i&gt; als Design? Offene Frage an dieser Stelle.

&lt;blockquote&gt;
&quot;Ich aber sage Euch...&quot;
&lt;/blockquote&gt;

Dass ich mitunter den Eindruck 8.000 Jahre alten Holzes mache, ist eine mir bekannte Schw&#228;che, die unter st&#228;ndiger Beobachtung ist. Aber wenn Ihr Bonmot mal ausgeklungen und das Gel&#228;chter verhallt ist, dann werden Sie vielleicht doch auch f&#252;r m&#246;glich halten, dass die Bem&#252;hung bestimmter alter Formen und Ma&#223;e doch etwas von Mode haben k&#246;nnte. Nein?

&lt;blockquote&gt;
Was  s i n d  Emotionen? Nicht chemische Prozesse an ihrem Grund?
&lt;/blockquote&gt;

Wenn das so ist, werden dann nicht Formelwerke, Reaktionsgleichungen und Computerprogramme die Lyrik der Zukunft sein?! Dichtung hat nach meinem Empfinden immer gerade dem &quot;Unerkl&#228;rlichen&quot; zwischen den Atomen (um in der Begrifflichkeit zu bleiben) nachgesp&#252;rt. 

Dass ich - schlussendlich - in einer solchen Kritik, eine &lt;i&gt;Meinung&lt;/i&gt; &#228;ussere, das werden Sie mir nicht ernstlich vorwerfen wollen. Aber gerade w&#228;hrend ich dies schreibe, glaube ich zu verstehen, was Sie mit &lt;i&gt;kyberrealism&lt;/i&gt; meinen: Wenn es in uns nur kausal und quasi mechanisch zugeht, dann ist Kunst auch mess- und produzierbar nach striktem Regelwerk. Dann k&#246;nnen wir bald Lehrb&#252;cher kaufen, wie das &quot;perfekte Gedicht&quot; zu schreiben ist, und man muss fr&#252;her oder sp&#228;ter einen Phd in Dichtungswissenschaften vorweisen, wenn man publizieren will.

Oder verstehe ich das alles ganz und gar miss?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<h4>@ANH zum <a href="http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5424">obigen Kommentar</a></p>
<p>F&#252;r Ihre ausf&#252;hrliche Reaktion habe ich Ihnen <a href="http://turmsegler.net/20071218/a-n-herbst-zu-fallen-im-kopf/">eigens gedankt</a>. Ganz ohne Widerspruch kann ich Ihre Erwiderung hier hinwiederum auch nicht stehen lassen. Ihre Methode der Entgegnung ist wirkungsvoll, sie ist jedoch nicht ganz lauter &#8211; aus zwei Gr&#252;nden.</p>
<p>Erstens zerlegen Sie die Argumentation in Halbs&#228;tze, die Sie dann &#8220;attackieren&#8221;. Zweitens f&#252;gen Sie Ihrer Argumentation in der Erwiderung Elemente hinzu, die sich so in der Vorlesung eben nicht fanden.</p>
<p>Aber auch hier: der Reihe nach. </p>
<blockquote><p>
&#8230; ad acta gelegte Begrifflichkeit von E und U &#8230;
</p></blockquote>
<p>In Ihrer Erwiderung best&#228;tigen Sie doch genau diese Beobachtung. Ihre Einlassung in der Vorlesung nimmt doch wohl gerade aus diesem Grund die Diskussion um diese Begrifflichkeit <b><i>wieder auf</i></b>.</p>
<p>Ich m&#246;chte nochmals betonen, dass ich sehr wohl einen Unterschied sehe zwischen Utta Danella und Joyce. Ich habe auch nichts gegen eine Kategorisierung. Meine Kritik richtete sich gegen Ihren Kriterienkatalog, gegen die Betonung des Formellen, der Form als Kriterium. Eben jenen Kriterienkatalog erweitern Sie nun in Ihrer Erwiderung um Elemente, die sich  in der Vorlesung nicht fanden. Sie gehen in ihr eben weg vom Formellen und kommen auf Kriterien, bei denen ich viel eher folgen kann.</p>
<blockquote><p>
&#8230; f&#252;r ein E vorgemachten U &#8230;
</p></blockquote>
<p>Sie f&#252;hren in Ihrer Vorlesung Warhol an. Und r&#228;umen ein, dass es einen Drift geben k&#246;nne von U nach E, wie es bei der Pop-Art der Fall gewesen sei. Wenn die oben nun von Ihnen angelegten Kriterien an E ziehen sollen, dann ist ein solcher Drift schlicht undenkbar. Wie sollte aus dem Schlager eine Sonate werden? Aus dem Vorgekauten ein originelles Men&#252;? Entweder war es E, als es entstand, oder es war nicht E. Was h&#228;tte denn nachtr&#228;glich das U zum E gemacht? Die Stimme des (Kunst-)Marktes? (Das wird sicher nicht Ihre Intention gewesen sein.)</p>
<p>Was Ihren seit dreissig Jahren umgesetzten Lebensentwurf angeht: Diesen Fusswurf mir gegen&#252;ber wenden Sie nicht an, obwohl ich Ihnen die Steilvorlage liefere&#8230; Denn es liesse sich ebenso &#252;ber meinen Beitrag sagen, dass er mit den ge&#228;usserten Meinungen <b>meinen</b> Lebensentwurf zu legitimieren versucht. Diese &#8220;Falle im Kopf&#8221; ist mir unterdessen bewusst geworden. Und ich r&#228;ume diesen Umstand flugs selbst an dieser Stelle ein.</p>
<blockquote><p>
Ist doch wurscht, ob das jemand nachf&#252;hlt. Er soll arbeiten und nicht wimmern.
</p></blockquote>
<p>Oha! Wie wenig Empathie. Ich versuche, das zu verstehen, was mir schwer f&#228;llt, weil ich K&#252;nstler nie als Kunst-Maschinen sehen konnte und kann. Aber freilich: wenn in Hirn (und dessen K&#246;rperanhang) alles mechanisch zugeht, dann vielleicht auch in der Kunst-Produktion.</p>
<blockquote><p>
Sie halten Form f&#252;r <i>Design</i>.
</p></blockquote>
<p>Da legen sie den Finger in der Tat auf eine faule Argumentation in meiner Kritik. Tats&#228;chlich halte ich Form nicht f&#252;r <i>Design</i>. Und damit ist der Vergleich zu den Designs der Automobilbranche stark besch&#228;digt.  An diesem Punkt w&#252;rde ich jedoch gern weiter denken. Was genau ist ein Sonett <i>mehr</i> als Design? Offene Frage an dieser Stelle.</p>
<blockquote><p>
&#8220;Ich aber sage Euch&#8230;&#8221;
</p></blockquote>
<p>Dass ich mitunter den Eindruck 8.000 Jahre alten Holzes mache, ist eine mir bekannte Schw&#228;che, die unter st&#228;ndiger Beobachtung ist. Aber wenn Ihr Bonmot mal ausgeklungen und das Gel&#228;chter verhallt ist, dann werden Sie vielleicht doch auch f&#252;r m&#246;glich halten, dass die Bem&#252;hung bestimmter alter Formen und Ma&#223;e doch etwas von Mode haben k&#246;nnte. Nein?</p>
<blockquote><p>
Was  s i n d  Emotionen? Nicht chemische Prozesse an ihrem Grund?
</p></blockquote>
<p>Wenn das so ist, werden dann nicht Formelwerke, Reaktionsgleichungen und Computerprogramme die Lyrik der Zukunft sein?! Dichtung hat nach meinem Empfinden immer gerade dem &#8220;Unerkl&#228;rlichen&#8221; zwischen den Atomen (um in der Begrifflichkeit zu bleiben) nachgesp&#252;rt. </p>
<p>Dass ich &#8211; schlussendlich &#8211; in einer solchen Kritik, eine <i>Meinung</i> &#228;ussere, das werden Sie mir nicht ernstlich vorwerfen wollen. Aber gerade w&#228;hrend ich dies schreibe, glaube ich zu verstehen, was Sie mit <i>kyberrealism</i> meinen: Wenn es in uns nur kausal und quasi mechanisch zugeht, dann ist Kunst auch mess- und produzierbar nach striktem Regelwerk. Dann k&#246;nnen wir bald Lehrb&#252;cher kaufen, wie das &#8220;perfekte Gedicht&#8221; zu schreiben ist, und man muss fr&#252;her oder sp&#228;ter einen Phd in Dichtungswissenschaften vorweisen, wenn man publizieren will.</p>
<p>Oder verstehe ich das alles ganz und gar miss?</h4>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: ANH</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5437</link>
		<dc:creator>ANH</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 05:24:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5437</guid>
		<description>Hier liegt Ihr denkerischer Widerspruch:
&lt;blockquote&gt;Jede kausal argumentierte Theorie geht dabei am Wesentlichen vorbei, denn es handelt sich eben nicht um einen mechanischen sondern um einen biologischen Vorgang.&lt;/blockquote&gt;
Woher nehmen Sie die Gewi&#223;heit, biologische Vorg&#228;nge seien n i c h t kausale? W&#228;re dem so, es lie&#223;e sich innerhalb der Biologie nach dem Kalk&#252;l des logischen Schlie&#223;ens nicht schlie&#223;en, wir k&#246;nnten keine Experimente machen, die zu praktikablen Ergebnissen f&#252;hren usw. Die aber werden mit Erfolg gemacht, gerade in der Biologie. Sie werden mir sicher zugestehen, wenn ich die Medizin als eine Teilmenge der Biologie verstehe. Es w&#252;rde aber auch Agrarwirtschaft nicht funktionieren, wir k&#246;nnten keine Pflanzen z&#252;chten, ja sogar Pfropfung - ein ganz altes Mittel biologischer Verfeinerung der Frucht - w&#228;re grundlos. Kurz: W&#228;re es so, wie Sie schreiben, st&#252;nden wir heute noch auf einer Stufe weit unterhalb der Steinzeit. Das ist aber nicht der Fall - auch dann nicht, wenn man &lt;a href=&quot;http://www.kultur-netz.de/literat/lyrik/kaestner/entwickl.htm&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; mit K&#228;stner&lt;/a&gt; meint, letztlich, psychologisch, sei das d o c h so. Es w&#252;rde einfach ein Strich durch unsere gesamte Zivilisation und Zivilisationsgeschichte gemacht, und man landete bei den &lt;a href=&quot;http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4546300/&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; Kreationisten&lt;/a&gt;.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hier liegt Ihr denkerischer Widerspruch:</p>
<blockquote><p>Jede kausal argumentierte Theorie geht dabei am Wesentlichen vorbei, denn es handelt sich eben nicht um einen mechanischen sondern um einen biologischen Vorgang.</p></blockquote>
<p>Woher nehmen Sie die Gewi&#223;heit, biologische Vorg&#228;nge seien n i c h t kausale? W&#228;re dem so, es lie&#223;e sich innerhalb der Biologie nach dem Kalk&#252;l des logischen Schlie&#223;ens nicht schlie&#223;en, wir k&#246;nnten keine Experimente machen, die zu praktikablen Ergebnissen f&#252;hren usw. Die aber werden mit Erfolg gemacht, gerade in der Biologie. Sie werden mir sicher zugestehen, wenn ich die Medizin als eine Teilmenge der Biologie verstehe. Es w&#252;rde aber auch Agrarwirtschaft nicht funktionieren, wir k&#246;nnten keine Pflanzen z&#252;chten, ja sogar Pfropfung &#8211; ein ganz altes Mittel biologischer Verfeinerung der Frucht &#8211; w&#228;re grundlos. Kurz: W&#228;re es so, wie Sie schreiben, st&#252;nden wir heute noch auf einer Stufe weit unterhalb der Steinzeit. Das ist aber nicht der Fall &#8211; auch dann nicht, wenn man <a href="http://www.kultur-netz.de/literat/lyrik/kaestner/entwickl.htm">>>>> mit K&#228;stner</a> meint, letztlich, psychologisch, sei das d o c h so. Es w&#252;rde einfach ein Strich durch unsere gesamte Zivilisation und Zivilisationsgeschichte gemacht, und man landete bei den <a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4546300/">&gt;&gt;&gt;&gt; Kreationisten</a>.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: perkampus</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5430</link>
		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Dec 2007 15:59:12 +0000</pubDate>
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		<description>Es ist schon wahr. Ziehen wir die Dinge etwas enger. Ich werde jetzt von zwei Begriffen einfach Abschied nehmen. Der eine ist der &lt;i&gt;Kulturfaschismus,&lt;/i&gt; denn das m&#252;sste ich in der Tat erkl&#228;ren und selbst dann bef&#252;rchte ich, w&#228;re es nur halbgar in den Ansichten, weil dieses Wort tats&#228;chlich die Absicht tr&#228;gt, ein Auswurf zu sein. Das Wort Arschloch hat auch nichts sachliches, aber es klingt h&#252;bsch.

Der zweite Begriff ist das Epigonale. Davon lasse ich aber nicht etwa ab, weil ich dazu nichts zu sagen h&#228;tte, sondern weil es gerade in der Auffassung von Lyrik zu keinem Konsens kommen k&#246;nnte. Das ist hier an dieser Stelle mehr eine Geschmacksfrage und die muss nicht diskutiert werden.

Das aber, weil es um das Hauptthema geht, dem meines Erachtens die Auffassung von Lyrik entspringt (wobei ich nicht einmal behaupten will, dass Ihre Gedichte gleichzeitig Ihre Auffassung &lt;i&gt;&#252;ber&lt;/i&gt; Gedichte widerspiegeln): Es gibt in dem, was Sie sagen (in Ihrer Vorlesung sagen) sehr viel Wichtiges, Notwendiges und Gutes. Ich sehe darin sogar Ma&#223;gebliches. Der einzige Punkt, bei dem ich an eine Mauer rassle, ist die Auffassung, der Geist funktioniere wie eine Maschine. Damit kommen wir auch der Diskrepanz zwischen Psychologie und Neurologie nahe, die zwar in vielen Punkten zusammenarbeiten, aber letztlich doch nie einer Meinung sein k&#246;nnen. Es ist nat&#252;rlich f&#252;r jedermann ersichtlich, dass geistige T&#228;tigkeiten ihre Spuren im K&#246;rper hinterlassen, diese also chemisch aufzusp&#252;ren sind, was aber nicht beweist, dass der Geist ein Zustand des K&#246;rpers selbst ist.

Die Maschine macht meiner Meinung nach nur dann etwas her, wenn es so etwas wie psychische Atome g&#228;be, oder ein psychologisches datum. Das entscheidende Charakteristikum des Geistes ist aber doch die Struktur seiner Prozesse, bis hinunter auf die physiologische Ebene, so dass ein isolierbares Atom gar nicht auftreten kann. Nat&#252;rlich suchen die Neurologen nicht nach einem Atom, aber es geht um die Eigendynamik des Geistes, die bei allen mentalen Prozessen eine wichtige Rolle spielen. Jede kausal argumentierte Theorie geht dabei am Wesentlichen vorbei, denn es handelt sich eben nicht um einen mechanischen sondern um einen biologischen Vorgang. Ohne die Annahme von einer Eigengesetzlichkeit sind Ph&#228;nomene wie Wert, Bedeutung, Sinn, Verstehen, &#252;berhaupt nicht zug&#228;nglich. Ohne sie l&#246;st sich eben alles im Grundschema Reiz und mechanisch vorgestellte Abl&#228;ufe im Nervensystem, Wirkung, auf. Das Zahnarztmodell &#252;berzeugt mich da nicht, denn das hat mit dem Geist, von dem wir doch hoffentlich sprechen, nicht das geringste zu tun, auch wenn es ein k&#246;rperliches Ereignis ist, das mit ihm selbstredend in Verbindung steht.

Ich sehe hier das Problem, dass durch eine naturwissenschaftliche Verifikation an die Stelle der qualitativen Vielfalt der Ph&#228;nomene die Einfalt quantitativer Unterscheidungen tritt. Das sehe ich zumindest als das Grundproblem – und das ist so alt wie die Hirnforschung selbst, deshalb auch kaum ein Nullsatz, vor allem dann nicht, wenn man die rigorosen Forderung besagter Neurologen sieht. Zwar habe ich mich nur auf Roth und Singer bezogen (ich w&#252;sste gegenw&#228;rtig nicht, dass letztgenannter sich von Roth distanziert h&#228;tte, so weit ich wei&#223;, doch eher im Gegenteil), aber ich glaube nicht, dass dies ein Aufbruch nur der beiden war, wenn da nicht bereits eine Lobby dahinter st&#252;nde.)

Dass Sie f&#252;r mich hoffen, ich k&#246;nnte mich „etwas kundig“ machen ist v&#246;llig in Ordnung. Tats&#228;chlich befolge ich diesen Rat nun schon seit etwa zwanzig Jahren – und es bringt mich keinen Millimeter davon ab, was ich sagte: Bis zum heutigen Tag werden geistige Prozesse nicht verstanden – ich opfere hier das W&#246;rtchen „ansatzweise“ gerne. Da l&#228;sst sich mit unseren Denkmodellen nichts beweisen, allenfalls – eben, Sie markieren es oft genug – behaupten.

Alles in allem bleibt das eine Glaubensfrage, wie so vieles. Das schm&#228;lert f&#252;r mich aber keineswegs die herausragende Arbeit, die Sie vor allem im zweiten Part Ihrer Vorlesung geleistet haben. Glauben darf man schlie&#223;lich, was man will. Noch.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon wahr. Ziehen wir die Dinge etwas enger. Ich werde jetzt von zwei Begriffen einfach Abschied nehmen. Der eine ist der <i>Kulturfaschismus,</i> denn das m&#252;sste ich in der Tat erkl&#228;ren und selbst dann bef&#252;rchte ich, w&#228;re es nur halbgar in den Ansichten, weil dieses Wort tats&#228;chlich die Absicht tr&#228;gt, ein Auswurf zu sein. Das Wort Arschloch hat auch nichts sachliches, aber es klingt h&#252;bsch.</p>
<p>Der zweite Begriff ist das Epigonale. Davon lasse ich aber nicht etwa ab, weil ich dazu nichts zu sagen h&#228;tte, sondern weil es gerade in der Auffassung von Lyrik zu keinem Konsens kommen k&#246;nnte. Das ist hier an dieser Stelle mehr eine Geschmacksfrage und die muss nicht diskutiert werden.</p>
<p>Das aber, weil es um das Hauptthema geht, dem meines Erachtens die Auffassung von Lyrik entspringt (wobei ich nicht einmal behaupten will, dass Ihre Gedichte gleichzeitig Ihre Auffassung <i>&#252;ber</i> Gedichte widerspiegeln): Es gibt in dem, was Sie sagen (in Ihrer Vorlesung sagen) sehr viel Wichtiges, Notwendiges und Gutes. Ich sehe darin sogar Ma&#223;gebliches. Der einzige Punkt, bei dem ich an eine Mauer rassle, ist die Auffassung, der Geist funktioniere wie eine Maschine. Damit kommen wir auch der Diskrepanz zwischen Psychologie und Neurologie nahe, die zwar in vielen Punkten zusammenarbeiten, aber letztlich doch nie einer Meinung sein k&#246;nnen. Es ist nat&#252;rlich f&#252;r jedermann ersichtlich, dass geistige T&#228;tigkeiten ihre Spuren im K&#246;rper hinterlassen, diese also chemisch aufzusp&#252;ren sind, was aber nicht beweist, dass der Geist ein Zustand des K&#246;rpers selbst ist.</p>
<p>Die Maschine macht meiner Meinung nach nur dann etwas her, wenn es so etwas wie psychische Atome g&#228;be, oder ein psychologisches datum. Das entscheidende Charakteristikum des Geistes ist aber doch die Struktur seiner Prozesse, bis hinunter auf die physiologische Ebene, so dass ein isolierbares Atom gar nicht auftreten kann. Nat&#252;rlich suchen die Neurologen nicht nach einem Atom, aber es geht um die Eigendynamik des Geistes, die bei allen mentalen Prozessen eine wichtige Rolle spielen. Jede kausal argumentierte Theorie geht dabei am Wesentlichen vorbei, denn es handelt sich eben nicht um einen mechanischen sondern um einen biologischen Vorgang. Ohne die Annahme von einer Eigengesetzlichkeit sind Ph&#228;nomene wie Wert, Bedeutung, Sinn, Verstehen, &#252;berhaupt nicht zug&#228;nglich. Ohne sie l&#246;st sich eben alles im Grundschema Reiz und mechanisch vorgestellte Abl&#228;ufe im Nervensystem, Wirkung, auf. Das Zahnarztmodell &#252;berzeugt mich da nicht, denn das hat mit dem Geist, von dem wir doch hoffentlich sprechen, nicht das geringste zu tun, auch wenn es ein k&#246;rperliches Ereignis ist, das mit ihm selbstredend in Verbindung steht.</p>
<p>Ich sehe hier das Problem, dass durch eine naturwissenschaftliche Verifikation an die Stelle der qualitativen Vielfalt der Ph&#228;nomene die Einfalt quantitativer Unterscheidungen tritt. Das sehe ich zumindest als das Grundproblem – und das ist so alt wie die Hirnforschung selbst, deshalb auch kaum ein Nullsatz, vor allem dann nicht, wenn man die rigorosen Forderung besagter Neurologen sieht. Zwar habe ich mich nur auf Roth und Singer bezogen (ich w&#252;sste gegenw&#228;rtig nicht, dass letztgenannter sich von Roth distanziert h&#228;tte, so weit ich wei&#223;, doch eher im Gegenteil), aber ich glaube nicht, dass dies ein Aufbruch nur der beiden war, wenn da nicht bereits eine Lobby dahinter st&#252;nde.)</p>
<p>Dass Sie f&#252;r mich hoffen, ich k&#246;nnte mich „etwas kundig“ machen ist v&#246;llig in Ordnung. Tats&#228;chlich befolge ich diesen Rat nun schon seit etwa zwanzig Jahren – und es bringt mich keinen Millimeter davon ab, was ich sagte: Bis zum heutigen Tag werden geistige Prozesse nicht verstanden – ich opfere hier das W&#246;rtchen „ansatzweise“ gerne. Da l&#228;sst sich mit unseren Denkmodellen nichts beweisen, allenfalls – eben, Sie markieren es oft genug – behaupten.</p>
<p>Alles in allem bleibt das eine Glaubensfrage, wie so vieles. Das schm&#228;lert f&#252;r mich aber keineswegs die herausragende Arbeit, die Sie vor allem im zweiten Part Ihrer Vorlesung geleistet haben. Glauben darf man schlie&#223;lich, was man will. Noch.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: ksklein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5429</link>
		<dc:creator>ksklein</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Dec 2007 15:39:00 +0000</pubDate>
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		<description>@ ANH:
Toller Beitrag!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ ANH:<br />
Toller Beitrag!</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: A. N. Herbst zu &#8220;Fallen im Kopf&#8221; &#171; Turmsegler</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5428</link>
		<dc:creator>A. N. Herbst zu &#8220;Fallen im Kopf&#8221; &#171; Turmsegler</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Dec 2007 14:27:44 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Ich freue mich sehr, dass A. N. Herbst nun doch noch Zeit gefunden hat, auf die Kritik zu seiner 1. Heidelberger Vorlesung einzugehen. Er tut dies ausf&#252;hrlich und widmet sich auch den bereits aufgelaufenen Kommentaren [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Ich freue mich sehr, dass A. N. Herbst nun doch noch Zeit gefunden hat, auf die Kritik zu seiner 1. Heidelberger Vorlesung einzugehen. Er tut dies ausf&#252;hrlich und widmet sich auch den bereits aufgelaufenen Kommentaren [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: ANH</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5424</link>
		<dc:creator>ANH</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Dec 2007 11:39:41 +0000</pubDate>
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		<description>Nun also meine schon lange angek&#252;ndigte Entgegnung.

Der Reihe nach.

&lt;h3&gt;I. zu Benjamin Stein:&lt;/h3&gt;

&lt;blockquote&gt;die eigentlich schon ad acta gelegte Begrifflichkeit von U (Unterhaltung) und E (Ernsthaftigkeit)&lt;/blockquote&gt;

W e r hat ad acta gelegt? Gibt es da einen Namen, eine Institution, zu kennzeichnende Gruppen? Oder handelt es sich nicht viel mehr um einen &lt;i&gt;common sense&lt;/i&gt;, der sich als Struktur von anderen, auch historisch gewordenen, &lt;i&gt;common senses&lt;/i&gt; gar nicht unterscheidet, nur da&#223; jetzt die, die ihn als Gegebenheit postulieren, auf der „guten Seite“ stehen, bzw. zu stehen meinen? Da&#223; es keinen Unterschied zwischen U und E gebe, kr&#228;hen unterdessen ja selbst die schrumpeligsten Feuilleton-H&#228;hne und reiben sich ihre mit Solidarit&#228;t schmierig gemachten H&#228;nde. F&#252;r mich gilt hier: Leute, fre&#223;t Schei&#223;e, Millionen Fliegen k &#246; n n e n nicht irren.

&lt;blockquote&gt;....reklamiert er f&#252;r die (nicht nur literarische) Kunst entschieden einen Platz in der exklusiven, dem Massenmarkt abgewandten, Nische.&lt;/blockquote&gt;

Von einer Nische steht bei mir nirgendwo etwas; im Gegenteil geht mein Ansinnen dahin, einen Teil der verlorenen &#228;sthetischen Leitfunktion zur&#252;ckzugewinnen. „Nische“ w&#228;re nur dann ein angemessener Terminus, wenn man von Eliten sagte, da&#223; sie in einer Nische st&#252;nden. Sofern Eliten aber den Markt ma&#223;geblich mitbestimmen (und die Wissenschaften, die Medizin, und da ja wohl – die G&#246;ttinnen seien uns gn&#228;dig – mit einem Recht, das uns befreit ausatmen l&#228;&#223;t), ist der Begriff Nische ganz sicher falsch.

&lt;blockquote&gt;Beginnen wir mit dem f&#252;r ein E vorgemachten U.&lt;/blockquote&gt;

Wo in meiner Vorlesung habe ich ein Kunstwerk als ein Werk der U-Literatur ausgegeben? 

&lt;blockquote&gt;Was bitte tun wir, wenn wir B&#252;cher lesen, wenn wir durch literarische Weblogs surfen, wenn wir in Literaturh&#228;usern Vortr&#228;gen &#252;ber das literarische Webloggen lauschen? Wir unterhalten uns. Wir wohnen, wir sind bekleidet, haben gearbeitet und gegessen – und f&#252;llen nun freie Zeit mit einer uns sinnvoll erscheinenden unterhaltenden Besch&#228;ftigung. Ob uns die Zeit vergeht angesichts quietschbunter Gossip-Schlagzeilen, des neuesten Harry Potter oder angesichts gemessener Hexameter, das &#228;ndert an diesem Umstand nichts.&lt;/blockquote&gt;

Doch, das &#228;ndert Entscheidendes. Gossip-Schlagzeilen und Harry Potter haben deshalb Erfolg, weil sie (bewu&#223;t oder unbewu&#223;t) auf Erwartungen zugeschnitten sind , die sie weder transzendieren k&#246;nnen noch wollen. Di Crescenzo hat f&#252;r den Kitsch den Satz gepr&#228;gt: „Kitsch ist Abwesenheit von Schei&#223;e“. Genau das trifft auf Kunst nicht zu. Vielmehr konfrontiert sie immer wieder auch mit Unangenehmem, das ich in meiner Vorlesung – aus der Perspektive der Produktion - „Ausgegrabenes“ genannt habe. Es ist nachweisbar, da&#223; U-St&#252;cke genau so etwas vermeiden, weil sie nicht riskieren k&#246;nnen und ihrer eigenen Marktgesetzlichkeit halber auch nicht d&#252;rfen, Unwillen im Rezipienten zu erregen. Ob es das tut oder nicht, ist einem Kunstwerk aber schnuppe. Es ist &lt;i&gt;e s&lt;/i&gt; – und ob es ein Markt-Erfolg wird oder nicht, spielt w&#228;hrend es entsteht allenfalls eine marginale Rolle. Anders bei U-St&#252;cken. Die werden direkt auf den Markt zugeschrieben und erf&#252;llen Bed&#252;rfnisse, die oftmals nicht einmal solche d!
 er Subjekte-an-sich, sondern &#252;ber industrielle Bed&#252;rfniserzeugung geweckt worden sind.

Unabh&#228;ngig hiervon glaube ich, da&#223; die Meinung, es gebe zwischen U und E keinen Unterschied, erstens &#252;bersieht, da&#223; zwei Begriffe da sind, die ja etwas m e i n e n, zum anderen, das ist schwerwiegender, da&#223; jede Generation mit und nach der meinen &#252;ber U tiefenwirkend sozialisiert worden ist. Urspr&#252;nglich war das sogar Widerstand: es ging darum, die verstaubten Motte-Eliten von den Podesten  und aus ihren Machtpositionen zu st&#252;rzen. Dagegen stand der fr&#252;he Pop, dagegen standen die Liedermacher, dagegen stand auch eine Form von Arbeiterliteratur, die allerdings ihre Subjekte kaum je erreicht hat. Beim Pop brauchte es nur verschwindend wenig Zeit, bis der Markt ihn geradezu komplett in sich eingesaugt hatte und genau die nun &#252;ber ihn verf&#252;gten, die man weghaben wollte – und jetzt ihre Erben, die im vollen Bewu&#223;tsein, auf der guten Seite zu stehen, die gefallene Trennung von Kunst und Unterhaltung verdinglichend zementieren..  

&lt;blockquote&gt;Alles ist U oder – schr&#228;g anglophon illustriert.&lt;/blockquote&gt;

Eben. Da zeigt das Teufelchen schon mal die H&#246;rner. 

&lt;blockquote&gt;gesagt – alles ist E: earnest•entertainment. -Wem n&#252;tzt die Unterscheidung, diese Grenzziehung?&lt;/blockquote&gt;

Eine mir v&#246;llig gleichg&#252;ltige Frage. Sie ist so, als formulierte man: Wem n&#252;tzt es, da&#223; B&#228;ume gr&#252;n sind, wenn doch ein Blau die gleichen Funktionen erf&#252;llt? Im &#252;brigen ist Ihre Frage rein rhetorisch, da Sie die Antwort ja sofort nachliefern („h&#246;rt her, ich wei&#223; den Hintergrund“):

&lt;blockquote&gt;Sie n&#252;tzt dem Produzenten (hier: dem Autor), der durch Abgrenzung und Einordnung in die E-Kategorie die eigenen Bem&#252;hungen und das eigene Werk aufgewertet zu sehen w&#252;nscht.&lt;/blockquote&gt;

Woher wissen Sie, da&#223; ich das w&#252;nsche? Sie argumetieren psychologisch mit einem moralischen Unterton und vermeiden dadurch eine Sach-Auseinandersetzung, die nach Form fragen w&#252;rde, nach Intention der Dichtung-selbst usw. Das setzen Sie jetzt auch noch ins r e i n -Pers&#246;nliche um:

&lt;blockquote&gt;doch immerhin um die Verteidigung eines Lebensentwurfs, n&#228;mlich: K&#252;nstler in Vollzeit zu sein, allen Entbehrungen und anderen daraus resultierenden N&#246;ten zum Trotz.&lt;/blockquote&gt;

Mein Lebens&lt;i&gt;entwurf&lt;/i&gt; ist seit knapp drei&#223;ig Jahren – mit allem dazugeh&#246;renden Auf und Ab – ganz sicher kein „Entwurf“ mehr, sondern ein Lebens-Faktum.

&lt;blockquote&gt;Motivation des Sinnstiftungsversuchs ist die Angst, unterzugehen in den Wogen der un&#252;berschaubaren Masse an Produzenten.&lt;/blockquote&gt;

Ich habe diese Angst nicht. Nicht, solange ich M&#246;glichkeiten habe, etwas anderes durchzuk&#228;mpfen. Da mir Kampf liegt, kommt mir das sogar entgegen. Aus meiner Produktivit&#228;tswirklichkeit gesprochen: Wann immer ein besonders harter mieser Umstand war, regte mich das zu einer besonders vorgetriebenen Produktion an. F&#252;r schlechte Kritiken galt immer und gilt immer noch dasselbe: sie stacheln mich nur an, nun erst recht und mit besonderer Kraft weiterzumachen. Unter anderem deshalb sind &lt;a href=&quot;http://albannikolaiherbst.twoday.net&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; Die Dschungel&lt;/a&gt; entstanden, die man gewi&#223; schon lange nicht mehr unter meine erfolglosen Projekte rechnen kann.

&lt;blockquote&gt;Welcher K&#252;nstler k&#246;nnte diese Angst nicht nachf&#252;hlen?&lt;/blockquote&gt;

Ist doch wurscht, ob das jemand nachf&#252;hlt. Er soll arbeiten und nicht wimmern.

&lt;blockquote&gt;Bei allem Wettern gegen den „Markt“ der Masse versucht Herbsts Vortrag allerdings genau mit Mitteln des Marketings dieses Untergehen im amorphen U-Brei zu verhindern, durch die Herausstellung n&#228;mlich einer unique selling proposition. Diese sieht Herbst im Formellen&lt;/blockquote&gt;

Nein, denn mit &lt;i&gt;selling&lt;/i&gt; hat das &#252;berhaupt nichts zu tun; da&#223; ich „die Form“ favorisiere, hat etwas mit meiner 30j&#228;hrigen k&#252;nstlerischen Erfahrung zu tun und mit Entwicklungen, zu denen sie mich h&#246;chst organisch geleitet hat....

&lt;blockquote&gt;und geht hier – nach meinem Empfinden – ganz in die Irre. (...) Wenn Herbst die R&#252;ckkehr zum Artistischen, streng Formellen f&#252;r notwendig erachtet, gibt er sich ganz einem der Hauptgesetze des Marktes hin: Moden.&lt;/blockquote&gt;

Wann waren Formen „Mode“, wann waren sie es nicht? Wenn Sie die gro&#223;en Kunstwerke hernehmen, aus allen Jahrhunderten, war ihnen allein gemeinsam: Formbem&#252;hung. Entweder durch Erweiterung, Umsto&#223;ung oder durch Erf&#252;llung vorhergegangener Formen, die auch als umgesto&#223;ene in aller Regel immer wieder Renaissancen erlebt haben. Nun k&#246;nnen Sie nat&#252;rlich sagen, die Renaissance-selber sei selber nur eine Mode gewesen. Dann argumentieren Sie aber an jeglicher Kunstentwicklung vorbei, und es entgehen ihnen wesentliche Bestimmungen, unter denen Kunst steht. Noch die Romantik, noch der Expressionismus sind nachweisbar und immer auf Vorg&#228;ngiges bezogen gewesen. In der Literatur findet ein permanentes Gespr&#228;ch aller je erschienenen Dichtungen miteinander statt. 

Ihr Fehler in dieser Argumentation r&#252;hrt aber gerade daher, da&#223; Sie auf Kunst Kriterien anwenden, die tats&#228;chlich nur f&#252;r die U-Sparten gelten. D a haben Sie recht: 

&lt;blockquote&gt;Sie kommen und gehen. Und ihr Gehen wird eingel&#228;utet durch M&#252;digkeit am Bekannten, t&#228;glich Konsumierten.&lt;/blockquote&gt;

Das ist, was f&#252;r den Pop gilt. Ganz genau. - Schon aber begehen Sie den n&#228;chsten Fehler:

&lt;blockquote&gt;Die Automobilbranche exerziert perfekt, was Herbst hier vorschwebt: Die besten Designs f&#252;r Autos&lt;/blockquote&gt;

Sie halten Form f&#252;r &lt;i&gt;Design&lt;/i&gt;. Ein Sonett, und das wissen Sie nun am besten, ist aber kein Design eines Gedichtes, sondern die Form, die sich ein Ausdruck notwendig sucht. Ist das anders, handelt es sich um ein schlechtes Sonett und somit nicht mehr um Kunst. Ihr Fehler besteht darin, da&#223; Sie mit den Kriterien dessen argumentieren, von dem ich sage, da&#223; es falsch sei: n&#228;mlich mit den Kriterien einer Identit&#228;t von U und E.

&lt;blockquote&gt;(...) Und auch dies wird unvermeidlich eingehen in den Kreislauf der k&#252;nftig kommenden und gehenden Moden.&lt;/blockquote&gt;

Das sind so Aussagen vom Schlage „Ich aber sage euch“, die mich ratlos machen, weil ich nur sagen kann: Woher wei&#223; er das? Ist er bereits 8000 Jahre alt und wird 15000 Jahre alt werden, voll einer prophetischen Sicht auf die Zukunft, die ihn das mit evidenter Visionskraft so wahrnehmen l&#228;&#223;t? Ich meinerseits finde das Design einer Postkutsche fundamental verschieden von dem eines Ferraris: beide treffen sich im Funktionalen (etwa bei R&#228;dern und Sitzen), das ist es dann aber auch schon. Selbst die sinnlichen Wahrnehmungen sind in jedem von beiden verschieden.

&lt;blockquote&gt;Ich sehe f&#252;r Kunst – und wie Herbst beschr&#228;nke ich dies nicht auf Dichtung allein, sondern sehe die anderen K&#252;nste wie Malerei, Bildnerei und Musik da ganz eingeschlossen – nur ein wirklich sinnstiftendes Element: sie muss zwangsl&#228;ufig sein und notwendig, indem sie – im Wortsinne – eine Not wendet, n&#228;mlich die der Beliebigkeit.&lt;/blockquote&gt;

Provisorisch einverstanden und mit der Bitte versehen, das auf einen der grad g&#228;ngigen Chart-Schlager anzuwenden, da ja zwischen dem und, sagen wir, einem neuen Musikst&#252;ck Wolfgang Rihms kein wertender Unterschied mehr besteht.

&lt;blockquote&gt;Bei aller Angreifbarkeit&lt;/blockquote&gt;

“Angreifbar&lt;i&gt;keit&lt;/i&gt;“ schon, das gilt auch f&#252;r den ersten Satz der Thermodynamik – jetzt w&#228;re aber das Problem einer Widerlegung der Argumente in Herbst Antrittsvorlesungzu l&#246;sen 

&lt;blockquote&gt;-sehe ich das gr&#246;sste Problem in der Kaprizierung aufs Intellektuelle und Handwerkliche.&lt;/blockquote&gt;

Dar&#252;ber, in der Tat, spr&#228;che ich gern.

&lt;blockquote&gt;Und ich m&#246;chte dem entschieden Gottfried Benn entgegen halten, der Dichtung dort findet, wo etwas gesagt wird, weil es erstens gesagt werden musste und zweitens genau so gesagt werden musste, wie es geschehen ist.&lt;/blockquote&gt;

M u &#223; t e „Der Panther“ so gesagt werden? Wer wei&#223; das? Mu&#223;te Der Zauberberg so und &#252;berhaupt geschrieben werden? Gab es eine - andere als blo&#223; pers&#246;nlich-psychische, also letztlich pathologische – Notwendigkeit, pointillistisch zu malen oder so, wie es die Jungen Wilden taten? Das, in der Tat, finde ich eine interessante Fragestellung. Nur kommt sie, ohne da&#223; Sie das offenbar merkten, meinen Positionen unversehens sehr nah.

&lt;blockquote&gt;Das ist ein emotional getriebener Prozess&lt;/blockquote&gt;

Was s i n d Emotionen? Nicht chemische Prozesse an ihrem Grund?

&lt;blockquote&gt;der jenen Fetzen Dichtung aus dem un&#252;bersichtlich wuchernden wilden Fleisch der Beliebigkeit herausl&#246;st&lt;/blockquote&gt;

Verzeihen Sie, aber das finde ich einen expressionistischen Kitsch. Wenn ich sowas tippte, h&#228;tt ich klebrige Fingerspitzen.

&lt;blockquote&gt;Das ganze Handwerkszeug, das Arsenal an M&#246;glichkeiten (seien sie modern, klassisch oder g&#228;nzlich neu) dient nur dem Zweck&lt;/blockquote&gt;

Woher wissen Sie das? Sie &lt;i&gt;behaupten&lt;/i&gt; hier und bleiben jeden Beleg schuldig.

&lt;blockquote&gt;einen Anderen (Leser, Zuh&#246;rer, Entertainment-Konsumenten) zu &#246;ffnen, ihn auf eine besondere Art (wieder) h&#246;ren, sehen, f&#252;hlen zu lassen.&lt;/blockquote&gt;

Also f&#252;r mich kann ich sagen, da&#223; mir der Rezipient, w&#228;hrend ich einen Text schreibe, v&#246;llig egal ist. Ich schreibe f&#252;r einen inneren Leser, der nicht ich ist, der aber auch nicht die anderen ist, sondern eine neben, sagen wir, Es, Ich und &#220;ber-Ich Vierte und F&#252;nfte Instanz.

&lt;blockquote&gt;Aber nat&#252;rlich ist dergleichen nicht am Fliessband zu produzieren. Und es ist vor allem nicht als intellektuell gesteuerter Prozess automatisierbar, den der Autor jeden Tag von XX:00 Uhr bis YY:00 Uhr abspulen kann.&lt;/blockquote&gt;

Woher wissen Sie all das? Das mag auf S i e zutreffen, das m&#246;chte ich gar nicht bestreiten, weil die Produktionsnotwendigkeiten der Individuen ganz verschiedene sind, die meine allerdings sieht streng durchgeformte Arbeitszeiten v o r, und ich stehe damit nicht einmal allein.

&lt;blockquote&gt;Und damit taugt diese Ansicht nicht als Legitimation des Lebensentwurfs eines Vollzeitliteraten.&lt;/blockquote&gt;

Da es nur Ihre M e i n u n g war, da&#223; meine Position aus solchen Motiven herr&#252;hrt, ist auch der Schlu&#223; logischerweise nicht Schlu&#223; (conclusio), sondern abermals Meinung. Philosophisch argumentiert handelt es sich um eine &lt;i&gt;conclusio in adjecto&lt;/i&gt;, die genau das beweist, was schon die Voraussetzung (These) der Schlie&#223;kette war. Mit deren Wahrheit oder Nichtwahrheit steht und f&#228;llt dann auch der „Schlu&#223;“

&lt;blockquote&gt;Denn de facto steht dieser – so sehr er sich aus dem Markt herauszuargumentieren versucht ...&lt;/blockquote&gt;

Wo habe ich das getan? 

&lt;blockquote&gt;... doch mitten darin, folgt seinen Regeln, reagiert auf seine Moden und bedient sich der Instrumente der Marktpflege (bspw. des Marketings).&lt;/blockquote&gt;

Wo habe ich das bestritten – wo es mir auf Pr&#228;senz und Durchsetzung innerhalb eines Marktes geht. Na klar. Ich w&#228;r ja bl&#246;d, wenn nicht. Nur l&#228;&#223;t das weder einen R&#252;ckschlu&#223; auf die Produktion des Kunstwerkes-selber oder eben nur dann und da zu, wo man es f&#252;r ein Erzeugnis der U-Sparten h&#228;lt, noch auf die Motivation, sich &#252;berhaupt daranzutrauen.

&lt;blockquote&gt;So meine ich, in den in Herbsts Antrittsvorlesung ge&#228;usserten &#220;berlegungen eine verfehlte Lebensentwurfsrechtfertigung zu erkennen.&lt;/blockquote&gt;

Jetzt wiederholen Sie das auch noch. Es w&#228;re doch einfacher und weniger arbeitsam und daher ergebiger gewesen, Sie h&#228;tten  nach der Lekt&#252;re meiner Vorlesung einfach nur geschrieben: Ich glaube, da&#223; ANH das nur schreibt, weil er seinen problematischen Lebensentwurf rechtfertigen will. Dann h&#228;tten ein paar geschrieben: Ja, genau! Und ein paar andere h&#228;tten geschrieben: Das glaube ich aber nicht. Und alles w&#228;re im Meinen ganz berechtigt steckengeblieben. So blieb Ihre Kritik halt unberechtigt stecken und l&#228;&#223;t Sie unbegreiflicherweise dann auch noch schreiben:

&lt;blockquote&gt;(...) Damit – wage ich zu behaupten&lt;/blockquote&gt;

Das stimmt, es i s t ein Wagnis, und riskiert wird Blamage... 

&lt;blockquote&gt;– tappt Herbst als Mensch und K&#252;nstler in eine Falle, denn er entwickelt eine Poetik, die ihn selbst emotional nicht fordert&lt;/blockquote&gt;

echt nicht? Woher wissen Sie das? Kennen Sie meine inneren Konflikte? Mal im Ernst und ganz g&#252;tig gefragt: die vielen &#220;berarbeitungen, skeptischen &#196;u&#223;erungen, das st&#228;ndige Umwerfen von auf den ersten und auch schon zweiten Blick scheinbar Fertigem, wie Sie das t&#228;glich Den Dschungel entnehmen k&#246;nnen ---- das ist f&#252;r Sie alles nichts als ein Ausdruck von &lt;i&gt;marketing&lt;/i&gt;? Dann h&#228;tten Sie wirklich nichts, aber auch gar nichts verstanden... 

&lt;blockquote&gt;und herausfordert, sondern den eigenen status quo begr&#252;ndet, heiligt und zementiert – die also mit Richtung auf den K&#252;nstler selbst genau das nicht leistet, was sie in Richtung des Lesers erreichen m&#246;chte.&lt;/blockquote&gt;

Noch einmal: Ich m &#246; c h t e nichts in Richtung des Lesers erreichen. W&#228;hrend ich schreibe, interessiert er mich nicht. Ist das Buch dann aber da, dann interessiert er mich s c h o n. Und ich freue mich unb&#228;ndig, wenn er Vergn&#252;gen, Angst, Lust, Beklemmung, Wollust usw. bei der Lekt&#252;re empfindet – und auch, wenn sie ihn einfach nur, um dieses sch&#246;ne alte Wort zu verwenden, &lt;i&gt;erbaut&lt;/i&gt;. Dann bin ich sogar gl&#252;cklich.

&lt;h3&gt;II. Zu den Kommentaren:&lt;/h3&gt;

&lt;h4&gt;1. perkampus&lt;/h4&gt;

&lt;blockquote&gt;(...) es stimmt n&#228;mlich schon, dass ein grosses f&#252;r und wider erst zu einem besseren verst&#228;ndnis f&#252;hrt, wenn man es sozusagen einmal im kreis bewegt.&lt;/blockquote&gt;

Sofort einverstanden. Das betrifft auch meine eigene Erkenntnisfindung.

&lt;blockquote&gt;Auch mit einem eigenen Text.(...) oder aber, wir vernetzten sie anst&#228;ndig.&lt;/blockquote&gt;

Klug. Und unserem Medium hier angemessen. Ich habe in Der Dschungel bereits ein wenig daf&#252;r was getan.

&lt;blockquote&gt;(...) das literarische weblog, das mir, auch in der heidelberger vorlesung &#252;brigens, eine der st&#252;tzs&#228;ulen des versuchs &#252;ber eine neue poetik zu sein scheint.&lt;/blockquote&gt;

Meine Grundfrage ist: Wie kann ich das, an was wir alle h&#228;ngen, in die neuen Formen k&#252;nstlerischer Kommunikation &#252;berf&#252;hren, wie ihm einen weiterhin angemessenen Raum im Netz geben? Dar&#252;ber habe ich u.a. in &lt;a href=&quot;http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4532301/&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt; der zweiten Vorlesung &lt;/a&gt; gesprochen. 

&lt;blockquote&gt;(...) darin liegt ja letztlich auch die unterscheidung zwischen e und u. diese unterscheidung schien mir aber nicht die althergebrachte zu sein, da ja auch einer umverteilung (in etwa starker pop-werke) zugestimmt wurde, die grenzlinie also ganz woanders zu ziehen ist.&lt;/blockquote&gt;

S o steht das  bei mir. Und s o stimmt das.

&lt;blockquote&gt;(...) eine kommunikation zur&#252;ck zum h&#246;hlenbild&lt;/blockquote&gt;

Vilém Flusser hatte u.a. diesen Ansatz.

&lt;blockquote&gt;(...) tr&#228;gt also das, was schliesslich sein untergang sein wird, in sich&lt;/blockquote&gt;

Ja. Man mu&#223; sich nur klarmachen, da&#223; es sich dabei um eine &lt;i&gt;Lebens&lt;/i&gt;bewegung handelt. 

&lt;blockquote&gt;(...) kulturfaschismus&lt;/blockquote&gt;

Was meinen Sie damit? Ich kann von unseren demokratischen oder scheindemokratischen Gegebenheiten keine Paralle zur Kulturbarbarei der Faschisten und Realsozialisten sehen; alleine die Grade von brutaler Gewalt dort und institutionell sublimierter hier sind &lt;i&gt;qualitativ&lt;/i&gt; unvergleichbar. Da&#223; bei uns jemand verschwiegen wird, ja, das gibt es oft, ist dennoch etwas prinzipiell anderes, als wenn man Leute in Lager sperrt und zu Seife verarbeitet. Ein Begriff wie „Kulturfaschismus“ birgt zumindest die Gefahr, das zu verschleiern. In diesem Punkt bin ich absolut Steins Ansicht. D a s wiederum finde ich a u c h, aber aus anderen Gr&#252;nden:

&lt;blockquote&gt;(...) es ist ein jammer, dass jene, die zu arbeiten haben, das nur im schnitt acht stunden tun und auch noch zwei tage frei haben (...) - so kommt es zu einer schwemme, der man nicht mehr herr werden kann&lt;/blockquote&gt;

Zu der kommt es, meine ich, aus anderen Gr&#252;nden; aber das hat insgesamt nur noch marginal mit meiner hier diskutierten Vorlesung zu tun. Ich &#252;berspringe deshalb Ihrer und Steins Polemik und komme zu

&lt;h4&gt;2. Moderne Hirnforschung&lt;/h4&gt;

&lt;blockquote&gt;(...) obwohl ich, vornehmlich in Herbsts Lyrik ein geradezu gr&#228;ssliches Epigonentum feststelle.&lt;/blockquote&gt;

Geh&#246;rt hier nicht hin, ist nebenbei gefragt: Wo denn? Und: Was ist f&#252;r Sie Epigonentum? War Goethe Epigone, als er die R&#246;mischen Elegien schrieb?

&lt;blockquote&gt;(...) Kunst ist grunds&#228;tzlich narzisstisch&lt;/blockquote&gt;

Find ich unklug gewagt, sowas so rundweg zu behaupten. Sie &lt;i&gt;kann&lt;/i&gt; narzisstisch sein, aber eine Verpflichtung besteht wohl eher nicht. Bach ist ein gutes Gegenbeispiel, Bruckner auch.

&lt;blockquote&gt;sie entsteht durch den, der sie macht und sie ist, da kann man mir erz&#228;hlen, was man gerne m&#246;chte, an den Verfasser gebunden&lt;/blockquote&gt;

Sicher. Aber der mu&#223; ja nicht unbedingt so narzisstisch sein, wie wir beide das sind.

&lt;blockquote&gt;(...) Wie selbstverst&#228;ndlich geht Herbst davon aus, dass das, was er die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung nennt, dadurch bereits als eingesackt gelten kann.&lt;/blockquote&gt;

Nein, tu ich so nicht. Aber ich nehme es als ein – anders als anderes – besser begr&#252;ndetes, n&#228;mlich empirisch gewonnenes Theorem.

&lt;blockquote&gt;(...) der Versuch, den Geist wie eine Maschine erfassen und erkl&#228;ren zu wollen&lt;/blockquote&gt;

Das ist ungenau ausgedr&#252;ckt; besser w&#228;re: in Analogie zu einer Maschine. Wobei die Maschine etwas Nachg&#228;ngiges ist, ihrerseits vom Menschen erfunden. Vorg&#228;ngig w&#228;ren determinierte Prozesse, die im Kosmos beginnen und &#252;berhaupt erst zur Entstehung unseres Sonnensystems und damit der Erde und damit des Lebens gef&#252;hrt haben.

&lt;blockquote&gt;Im Vordergrund dieser Theorie steht n&#228;mlich nichts anderes als ein materialistisches Denken.&lt;/blockquote&gt;

Nur dann, wenn Energie als eine Form der Materie begriffen w&#252;rd, w&#252;rde das so stimmen. Ich tendiere eher dazu, Materie als eine Form der Energie zu begreifen.

&lt;blockquote&gt;Der Behaviorismus argumentiert im Wesentlichen mit Stimulus und Response&lt;/blockquote&gt;

Wie auch der Zahnarzt, zu dem Sie bei Schmerzen gehen und auch gehen sollten, um nicht die Vergiftung Ihres gesamten K&#246;rpers unbewehrt einzuleiten; und ist Ihr K&#246;rper vergiftet, greift das schnell, rein chemischer Zusammenh&#228;nge wegen, auch Ihr Gehirn an.

&lt;blockquote&gt;die Moderne Hirnforschung geht da weiter und setzt den Reiz im Endeffekt noch etwas nach vorne, quasi dahin, wo noch gar kein messbarer Reiz stattfindet. Konkret: der freie Wille ist eine Illusion.&lt;/blockquote&gt;

Ja. Davon bin ich &#252;berzeugt. 

&lt;blockquote&gt;Mit welcher Selbstsicherheit die Neurologen ihren &#252;brigens zweifelhaften Ergebnissen Nachdruck verleihen, wird deutlich, wenn sie aufgrund dieser Theorie (ich spreche hier ganz bewusst nicht von beweisen, denn es l&#228;sst sich f&#252;r uns Menschen rein gar nichts, aber auch schon &#252;berhaupt nichts jemals beweisen&lt;/blockquote&gt;

Woher wissen Sie das? Sie verwenden einen Glaubenssatz. Da kann man nur nicken oder den Kopf sch&#252;tteln, je nach, sagen wir, pers&#246;nlicher Verfa&#223;theit. 

&lt;blockquote&gt;eine &#196;nderung des Strafvollzugs fordern&lt;/blockquote&gt;

Interessanterweise tun sie das ganz &#228;hnlich wie wir Linken (zu denen ich mal geh&#246;rte) taten, als wir durch t&#228;tige Gef&#228;ngnisarbeit an einem Modell von Resozialisierung statt Strafe gearbeitet haben – und den Sinn daf&#252;r sch&#228;rften, da&#223; die meisten Insassen eine geradezu grauenvolle Kindheitsgeschichte hatten.

&lt;blockquote&gt;Zwar bin ich ebenfalls kein Freund einer „moralischen Schuld“, doch das tut hier nichts zur Sache, es geht hier um eine gewisse Unverfrorenheit einiger Neurologen, die in etwa an die Herrschaftsanspr&#252;che der Kirche im Mittelalter erinnert.&lt;/blockquote&gt;

Das sind doch lauter behauptete Null-S&#228;tze.

&lt;blockquote&gt;Bei alledem wird vergessen – und das ist nun etwas, das man eine Tatsache nennen kann – dass wir nicht einmal auch nur in Ans&#228;tzen&lt;/blockquote&gt;

In Ans&#228;tzen eben schon. Es w&#228;re ganz gut, machten Sie sich, bevor Sie solche Sachen schreiben, einfach mal ein bi&#223;chen kundig.  

&lt;blockquote&gt;begreifen, wie unser Hirn tats&#228;chlich arbeitet. Das h&#246;ren die Neurologen nicht gerne&lt;/blockquote&gt;

Verzeihung, das ist denen einfach wurscht. Ich kenne ein paar davon pers&#246;nlich.

&lt;blockquote&gt;und die Vermutung liegt nahe, dass dieses ganze Brimborium nur dazu dient, ihre Minderwertigkeit zu kaschieren.&lt;/blockquote&gt;

Ich verstehe diese wiederholten, schlecht beleumundenden Argumentationsstrukturen nicht.

&lt;blockquote&gt;Aber es wird klar&lt;/blockquote&gt;

Wodurch? Wieder nur so eine Behauptung.

&lt;blockquote&gt;(...), dass es dort nicht wirklich weitergehen kann, sobald man den Geist materialisieren will. (...) Der Geist, der f&#252;r die Neurologie immer schon gleich dem Nervenzentrum war, das nach dem Schema konditionierter Reflexe zu funktionieren hatte (es nicht tat, aber zu tun hatte!&lt;/blockquote&gt;

Wieso „hatte“ er? Wo steht das? Woher nehmen Sie das? Tats&#228;chlich gab es im Barock, mit der Entwicklung dessen, was wir heute moderne Medizin nennen und was uns enorme Lebenserleichterungen, die ja nachweisbar sind, bereitet, die Vorstellung des K&#246;rpers als Maschine. Diese Vorstellung wurde &lt;i&gt;als Modell&lt;/i&gt; an die Wirklichkeit, sie messend, angelegt. Dabei kam unter anderem heraus, da&#223; es so einfach, wie das Modell es wollte, eben n i c h t war.

&lt;blockquote&gt;(...) Das Perverse&lt;/blockquote&gt;

Was  meinen Sie mit dem Begriff „pervers“?

&lt;blockquote&gt;folgt auf dem Fu&#223;, n&#228;mlich wenn Hirnforscher Wolfgang Roth fordert, Menschen mit „krankem Hirn“ aufgrund neuropsychologischer Tests pr&#228;ventiv in Gef&#228;ngnissen oder Psychiatrien wegzuschlie&#223;en, obwohl sie keine Straftat begangen haben&lt;/blockquote&gt;

Das ist der praktisch-juridische Schlu&#223; aus einer noch nicht letztlich gesicherten medizinischen Position. Da es aber ein Gesetz gibt, das genau dem entgegensteht, und dieses Gesetz sich auch nicht mehr leicht aus der Welt bringen l&#228;&#223;t, mag Herr Roth fordern, was immer er will. Ich pers&#246;nlich finde die Volksmeinung sehr viel bedenklicher, die mit der Todesstrafe recht schnell bei der Hand ist, und zwar, weil nun s i e auf der Freiheit des Individuums beharrt und glaubt, jeder sei f&#252;r seine Taten verantwortlich. Zu unmenschlichen Ergebnissen k&#246;nnen Sie aufgrund beider Grundauffassungen kommen. Das spricht nicht f&#252;r oder gegen eine von beiden. Der n&#228;chste „Schlu&#223;“ ist allerdings stark in seiner logischen Komik, die genau von einem, wenn jetzt auch irreversiblen, notwendigen Zusammenhang auszugehen scheint:

&lt;blockquote&gt;Wer sich derartiges einmal auf der Zunge zergehen l&#228;sst, der erkennt nichts anderes, als ein R&#252;ckfall ins 19. Jahrhundert, &lt;b&gt;als die Hirnforschung ihren Anfang nahm&lt;/b&gt;.&lt;/blockquote&gt;

(Fett von mir.) Und nach diesem „Schlu&#223;“ kommen Sie dann auch gleich wieder auf Ihren „Kulturfaschismus“ zur&#252;ck:

&lt;blockquote&gt;Wir&lt;/blockquote&gt;

Wir? Ich nicht. G&#246;ttinseidank nicht.

&lt;blockquote&gt;hatten &#228;hnliches schon einmal, als man noch meinte, einen potentiellen Verbrecher bereits an seinem Aussehen erkennen zu k&#246;nnen, an der fliehenden Stirn, an den langen Fingern…(...) sondern einen schweren R&#252;ckfall in uralte Zeiten, da der Mensch auf das Gehirn reduziert wurde&lt;/blockquote&gt;

Da kann ich jetzt nur noch mit Spott reagieren: W&#228;re Ihnen die Leber lieber?

&lt;blockquote&gt;Die Medizin &#252;bernimmt hier das prophetische Voraussagen&lt;/blockquote&gt;

Wo denn? &quot;Die&quot; Medizin! Herr Roth ist e i n e Stimme unter Millionen Neurologen

&lt;blockquote&gt;...menschenfeindlichen Forderungen eines Wolfgang Roth und Wolf Singer&lt;/blockquote&gt;

Da ich Singer kenne, h&#228;tte ich gerne gewu&#223;t, wo er Unmenschliches fordert. Soviel ich wei&#223;, spricht er im Gegenteil von prinzipieller Verantwortungslosigkeit – und begr&#252;ndet neurochemisch. Ein treffendes Gegenargument hat er meines Wissens bis heute nicht geh&#246;rt. Aus dem Determinismus singerscher Pr&#228;gung, den ich teile, folgt &#252;brigens nicht notwendigerweise, was Herr Roth, wie Sie erz&#228;hlen, fordert. Sondern, wenn wir von chemisch-deterministischen Fakten wissen, hindert uns nichts daran, nach Gegenmitteln zu forschen. 

&lt;h4&gt;3. mikel&lt;/h4&gt; 

&lt;blockquote&gt;eigentlich wollte ich hin, in die Uni, zumindest zur zweiten Vorlesung, &lt;b&gt;obwohl es nicht in der Aula stattfand&lt;/b&gt;&lt;/blockquote&gt;

(fett von mir:) so liegen also die Werte

&lt;blockquote&gt;(...), aber als ich diesen seltsamen Einlass zu U und E las, war das Thema bereits erledigt.&lt;/blockquote&gt;

Dieses ist genau das Verhalten eines Pop-Rezipienten: Der Mann soll mir das best&#228;tigen, was ich sowieso wei&#223;, und er soll es mir zum Genu&#223; aufbr&#252;hen. N&#246;, Herr Mikel. Bleiben Sie nur weg.

&lt;blockquote&gt;Wo man eine solche Literatur findet? Zum Beispiel wohl in Herbsts letztem Teil der “Anderswelt”-Trilogie, die kurz vor ihrem Abschluss steht.&lt;/blockquote&gt;

Nun ja, es wird einen Grund gehabt haben, da&#223; ich zu meiner Poetik-Dozentur gerufen wurde. Auch Begley ist seiner Werke wegen gerufen worden und nicht, weil er einen besonders sch&#246;nen Penis hat. Hoff ich jedenfalls.

&lt;blockquote&gt;Es scheint um eine Art intellektuelle PR zu gehen.&lt;/blockquote&gt;

Nein, es geht um die Darstellung und Ausf&#252;hrung einer Poetik. Da&#223; sie sich, wenn ihr Autor Dichter ist, auch in seinem Werk findet, ist daf&#252;r eigentlich eine Voraussetzung. - Haben Sie denn eines der Anderswelt-B&#252;cher gelesen? Oder schlie&#223;en Sie sich freudig einer Vor-Verurteilung an, wie sie Herr Gro&#223;, der n i c h t gelesen hat, so zart angedeutet in seinem Artikel unternimmt?

&lt;h4&gt;4. Abermals perkampus&lt;/h4&gt;

&lt;blockquote&gt;Meines Wissens wurde nicht kategorisiert, was denn das eine oder das andere zu nenne sei, nirgendwo steht der Satz, dass nicht der h&#246;chste Anspruch eines Werkes auch unterhaltend sei (wer wollte sagen, Joyce, Beckett, Pynchon, Lima, Borges, selbst Schopenhauer oder Wittgenstein seien nicht unterhaltsam?)&lt;/blockquote&gt;

Das ist richtig. „Unterhaltsamkeit“ ist f&#252;r mich einfach deshalb keine hilfreiche Kategorie, weil meine Oma, die Utta Danella liebte, etwas v&#246;llig anderes als unterhaltsam empfand als ich, der den Ulisses unterhaltsam findet. Deshalb w&#228;re sie, die eine einfache Frau gewesen ist, aber nie auf die Idee gekommen, Danella f&#252;r eine wirkliche K&#252;nstlerin zu halten. Im Gegenteil, sie war sehr hellsichtig: van Gogh war f&#252;r sie – wie &#252;brigens Beuys auch – ein gro&#223;er K&#252;nstler, „mir gefallen die Sachen aber nicht, weil sie mich beunruhigen. Ich will keine Beunruhigung, mein Leben ist unruhig genug.&quot;

&lt;blockquote&gt;(...) w&#228;hrend U das einschl&#228;fernde, beruhigende, ablenkende meint, sehe ich E als anregend, mitsprechend, auffordernd an.&lt;/blockquote&gt;

Das kommt meinen Ansichten in der Tat nah.

&lt;h4&gt;5. Abermals Stein&lt;/h4&gt;

&lt;blockquote&gt;Dass es einen kategorischen Unterschied gibt zwischen Kunst und purer Unterhaltung, dass Wittgenstein sich sehr wohl unterscheidet von Schlager-Trallalla, das hat hier und anderswo ja niemand in Frage gestellt.&lt;/blockquote&gt;

Doch. Sie. Indem Sie meine Trennung nicht nur infrage stellen, sondern weghaben wollen.

&lt;blockquote&gt;Meine obige Kritik richtete sich nicht gegen die Kategorisierung, sie richtete sich gegen die Kriterien, die Herbst bem&#252;ht, um die Unterscheidung zu treffen.&lt;/blockquote&gt;

Das geht aus Ihrem Text oben aber nicht hervor. Ginge auch gar nicht, da ich tats&#228;chliche Kriterien dessen nicht angegeben habe, was Kunst sei und was pure Unterhaltung (also E und U, sie verwenden das hier pl&#246;tzlich selber); im Gegenteil habe ich in meiner Vorlesung sogar gesagt, es gebe der U-Sparte zugeschlagene Werke, die ich E zuschlagen w&#252;rde.

&lt;blockquote&gt;Tats&#228;chlich ist es bedauerlich, dass ANH selbst offenbar keine Zeit und/oder Gelegenheit gefunden hat, hier auf den Beitrag einzugehen. Aber es besteht dazu ja nun auch keinerlei Verpflichtung. So ist es nun einmal.&lt;/blockquote&gt;

Nein, es ist, wie Sie jetzt lesen k&#246;nnen, nicht so. Ich wu&#223;te aber, die Entgegnung w&#252;rde mich mehr als einen halben Tag Arbeit kosten, und den hatte ich bislang nicht davon frei. Heute war das anders.

</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nun also meine schon lange angek&#252;ndigte Entgegnung.</p>
<p>Der Reihe nach.</p>
<h3>I. zu Benjamin Stein:</h3>
<blockquote><p>die eigentlich schon ad acta gelegte Begrifflichkeit von U (Unterhaltung) und E (Ernsthaftigkeit)</p></blockquote>
<p>W e r hat ad acta gelegt? Gibt es da einen Namen, eine Institution, zu kennzeichnende Gruppen? Oder handelt es sich nicht viel mehr um einen <i>common sense</i>, der sich als Struktur von anderen, auch historisch gewordenen, <i>common senses</i> gar nicht unterscheidet, nur da&#223; jetzt die, die ihn als Gegebenheit postulieren, auf der „guten Seite“ stehen, bzw. zu stehen meinen? Da&#223; es keinen Unterschied zwischen U und E gebe, kr&#228;hen unterdessen ja selbst die schrumpeligsten Feuilleton-H&#228;hne und reiben sich ihre mit Solidarit&#228;t schmierig gemachten H&#228;nde. F&#252;r mich gilt hier: Leute, fre&#223;t Schei&#223;e, Millionen Fliegen k &#246; n n e n nicht irren.</p>
<blockquote><p>&#8230;.reklamiert er f&#252;r die (nicht nur literarische) Kunst entschieden einen Platz in der exklusiven, dem Massenmarkt abgewandten, Nische.</p></blockquote>
<p>Von einer Nische steht bei mir nirgendwo etwas; im Gegenteil geht mein Ansinnen dahin, einen Teil der verlorenen &#228;sthetischen Leitfunktion zur&#252;ckzugewinnen. „Nische“ w&#228;re nur dann ein angemessener Terminus, wenn man von Eliten sagte, da&#223; sie in einer Nische st&#252;nden. Sofern Eliten aber den Markt ma&#223;geblich mitbestimmen (und die Wissenschaften, die Medizin, und da ja wohl – die G&#246;ttinnen seien uns gn&#228;dig – mit einem Recht, das uns befreit ausatmen l&#228;&#223;t), ist der Begriff Nische ganz sicher falsch.</p>
<blockquote><p>Beginnen wir mit dem f&#252;r ein E vorgemachten U.</p></blockquote>
<p>Wo in meiner Vorlesung habe ich ein Kunstwerk als ein Werk der U-Literatur ausgegeben? </p>
<blockquote><p>Was bitte tun wir, wenn wir B&#252;cher lesen, wenn wir durch literarische Weblogs surfen, wenn wir in Literaturh&#228;usern Vortr&#228;gen &#252;ber das literarische Webloggen lauschen? Wir unterhalten uns. Wir wohnen, wir sind bekleidet, haben gearbeitet und gegessen – und f&#252;llen nun freie Zeit mit einer uns sinnvoll erscheinenden unterhaltenden Besch&#228;ftigung. Ob uns die Zeit vergeht angesichts quietschbunter Gossip-Schlagzeilen, des neuesten Harry Potter oder angesichts gemessener Hexameter, das &#228;ndert an diesem Umstand nichts.</p></blockquote>
<p>Doch, das &#228;ndert Entscheidendes. Gossip-Schlagzeilen und Harry Potter haben deshalb Erfolg, weil sie (bewu&#223;t oder unbewu&#223;t) auf Erwartungen zugeschnitten sind , die sie weder transzendieren k&#246;nnen noch wollen. Di Crescenzo hat f&#252;r den Kitsch den Satz gepr&#228;gt: „Kitsch ist Abwesenheit von Schei&#223;e“. Genau das trifft auf Kunst nicht zu. Vielmehr konfrontiert sie immer wieder auch mit Unangenehmem, das ich in meiner Vorlesung – aus der Perspektive der Produktion &#8211; „Ausgegrabenes“ genannt habe. Es ist nachweisbar, da&#223; U-St&#252;cke genau so etwas vermeiden, weil sie nicht riskieren k&#246;nnen und ihrer eigenen Marktgesetzlichkeit halber auch nicht d&#252;rfen, Unwillen im Rezipienten zu erregen. Ob es das tut oder nicht, ist einem Kunstwerk aber schnuppe. Es ist <i>e s</i> – und ob es ein Markt-Erfolg wird oder nicht, spielt w&#228;hrend es entsteht allenfalls eine marginale Rolle. Anders bei U-St&#252;cken. Die werden direkt auf den Markt zugeschrieben und erf&#252;llen Bed&#252;rfnisse, die oftmals nicht einmal solche d!<br />
 er Subjekte-an-sich, sondern &#252;ber industrielle Bed&#252;rfniserzeugung geweckt worden sind.</p>
<p>Unabh&#228;ngig hiervon glaube ich, da&#223; die Meinung, es gebe zwischen U und E keinen Unterschied, erstens &#252;bersieht, da&#223; zwei Begriffe da sind, die ja etwas m e i n e n, zum anderen, das ist schwerwiegender, da&#223; jede Generation mit und nach der meinen &#252;ber U tiefenwirkend sozialisiert worden ist. Urspr&#252;nglich war das sogar Widerstand: es ging darum, die verstaubten Motte-Eliten von den Podesten  und aus ihren Machtpositionen zu st&#252;rzen. Dagegen stand der fr&#252;he Pop, dagegen standen die Liedermacher, dagegen stand auch eine Form von Arbeiterliteratur, die allerdings ihre Subjekte kaum je erreicht hat. Beim Pop brauchte es nur verschwindend wenig Zeit, bis der Markt ihn geradezu komplett in sich eingesaugt hatte und genau die nun &#252;ber ihn verf&#252;gten, die man weghaben wollte – und jetzt ihre Erben, die im vollen Bewu&#223;tsein, auf der guten Seite zu stehen, die gefallene Trennung von Kunst und Unterhaltung verdinglichend zementieren..  </p>
<blockquote><p>Alles ist U oder – schr&#228;g anglophon illustriert.</p></blockquote>
<p>Eben. Da zeigt das Teufelchen schon mal die H&#246;rner. </p>
<blockquote><p>gesagt – alles ist E: earnest•entertainment. -Wem n&#252;tzt die Unterscheidung, diese Grenzziehung?</p></blockquote>
<p>Eine mir v&#246;llig gleichg&#252;ltige Frage. Sie ist so, als formulierte man: Wem n&#252;tzt es, da&#223; B&#228;ume gr&#252;n sind, wenn doch ein Blau die gleichen Funktionen erf&#252;llt? Im &#252;brigen ist Ihre Frage rein rhetorisch, da Sie die Antwort ja sofort nachliefern („h&#246;rt her, ich wei&#223; den Hintergrund“):</p>
<blockquote><p>Sie n&#252;tzt dem Produzenten (hier: dem Autor), der durch Abgrenzung und Einordnung in die E-Kategorie die eigenen Bem&#252;hungen und das eigene Werk aufgewertet zu sehen w&#252;nscht.</p></blockquote>
<p>Woher wissen Sie, da&#223; ich das w&#252;nsche? Sie argumetieren psychologisch mit einem moralischen Unterton und vermeiden dadurch eine Sach-Auseinandersetzung, die nach Form fragen w&#252;rde, nach Intention der Dichtung-selbst usw. Das setzen Sie jetzt auch noch ins r e i n -Pers&#246;nliche um:</p>
<blockquote><p>doch immerhin um die Verteidigung eines Lebensentwurfs, n&#228;mlich: K&#252;nstler in Vollzeit zu sein, allen Entbehrungen und anderen daraus resultierenden N&#246;ten zum Trotz.</p></blockquote>
<p>Mein Lebens<i>entwurf</i> ist seit knapp drei&#223;ig Jahren – mit allem dazugeh&#246;renden Auf und Ab – ganz sicher kein „Entwurf“ mehr, sondern ein Lebens-Faktum.</p>
<blockquote><p>Motivation des Sinnstiftungsversuchs ist die Angst, unterzugehen in den Wogen der un&#252;berschaubaren Masse an Produzenten.</p></blockquote>
<p>Ich habe diese Angst nicht. Nicht, solange ich M&#246;glichkeiten habe, etwas anderes durchzuk&#228;mpfen. Da mir Kampf liegt, kommt mir das sogar entgegen. Aus meiner Produktivit&#228;tswirklichkeit gesprochen: Wann immer ein besonders harter mieser Umstand war, regte mich das zu einer besonders vorgetriebenen Produktion an. F&#252;r schlechte Kritiken galt immer und gilt immer noch dasselbe: sie stacheln mich nur an, nun erst recht und mit besonderer Kraft weiterzumachen. Unter anderem deshalb sind <a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net">&gt;&gt;&gt;&gt; Die Dschungel</a> entstanden, die man gewi&#223; schon lange nicht mehr unter meine erfolglosen Projekte rechnen kann.</p>
<blockquote><p>Welcher K&#252;nstler k&#246;nnte diese Angst nicht nachf&#252;hlen?</p></blockquote>
<p>Ist doch wurscht, ob das jemand nachf&#252;hlt. Er soll arbeiten und nicht wimmern.</p>
<blockquote><p>Bei allem Wettern gegen den „Markt“ der Masse versucht Herbsts Vortrag allerdings genau mit Mitteln des Marketings dieses Untergehen im amorphen U-Brei zu verhindern, durch die Herausstellung n&#228;mlich einer unique selling proposition. Diese sieht Herbst im Formellen</p></blockquote>
<p>Nein, denn mit <i>selling</i> hat das &#252;berhaupt nichts zu tun; da&#223; ich „die Form“ favorisiere, hat etwas mit meiner 30j&#228;hrigen k&#252;nstlerischen Erfahrung zu tun und mit Entwicklungen, zu denen sie mich h&#246;chst organisch geleitet hat&#8230;.</p>
<blockquote><p>und geht hier – nach meinem Empfinden – ganz in die Irre. (&#8230;) Wenn Herbst die R&#252;ckkehr zum Artistischen, streng Formellen f&#252;r notwendig erachtet, gibt er sich ganz einem der Hauptgesetze des Marktes hin: Moden.</p></blockquote>
<p>Wann waren Formen „Mode“, wann waren sie es nicht? Wenn Sie die gro&#223;en Kunstwerke hernehmen, aus allen Jahrhunderten, war ihnen allein gemeinsam: Formbem&#252;hung. Entweder durch Erweiterung, Umsto&#223;ung oder durch Erf&#252;llung vorhergegangener Formen, die auch als umgesto&#223;ene in aller Regel immer wieder Renaissancen erlebt haben. Nun k&#246;nnen Sie nat&#252;rlich sagen, die Renaissance-selber sei selber nur eine Mode gewesen. Dann argumentieren Sie aber an jeglicher Kunstentwicklung vorbei, und es entgehen ihnen wesentliche Bestimmungen, unter denen Kunst steht. Noch die Romantik, noch der Expressionismus sind nachweisbar und immer auf Vorg&#228;ngiges bezogen gewesen. In der Literatur findet ein permanentes Gespr&#228;ch aller je erschienenen Dichtungen miteinander statt. </p>
<p>Ihr Fehler in dieser Argumentation r&#252;hrt aber gerade daher, da&#223; Sie auf Kunst Kriterien anwenden, die tats&#228;chlich nur f&#252;r die U-Sparten gelten. D a haben Sie recht: </p>
<blockquote><p>Sie kommen und gehen. Und ihr Gehen wird eingel&#228;utet durch M&#252;digkeit am Bekannten, t&#228;glich Konsumierten.</p></blockquote>
<p>Das ist, was f&#252;r den Pop gilt. Ganz genau. &#8211; Schon aber begehen Sie den n&#228;chsten Fehler:</p>
<blockquote><p>Die Automobilbranche exerziert perfekt, was Herbst hier vorschwebt: Die besten Designs f&#252;r Autos</p></blockquote>
<p>Sie halten Form f&#252;r <i>Design</i>. Ein Sonett, und das wissen Sie nun am besten, ist aber kein Design eines Gedichtes, sondern die Form, die sich ein Ausdruck notwendig sucht. Ist das anders, handelt es sich um ein schlechtes Sonett und somit nicht mehr um Kunst. Ihr Fehler besteht darin, da&#223; Sie mit den Kriterien dessen argumentieren, von dem ich sage, da&#223; es falsch sei: n&#228;mlich mit den Kriterien einer Identit&#228;t von U und E.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Und auch dies wird unvermeidlich eingehen in den Kreislauf der k&#252;nftig kommenden und gehenden Moden.</p></blockquote>
<p>Das sind so Aussagen vom Schlage „Ich aber sage euch“, die mich ratlos machen, weil ich nur sagen kann: Woher wei&#223; er das? Ist er bereits 8000 Jahre alt und wird 15000 Jahre alt werden, voll einer prophetischen Sicht auf die Zukunft, die ihn das mit evidenter Visionskraft so wahrnehmen l&#228;&#223;t? Ich meinerseits finde das Design einer Postkutsche fundamental verschieden von dem eines Ferraris: beide treffen sich im Funktionalen (etwa bei R&#228;dern und Sitzen), das ist es dann aber auch schon. Selbst die sinnlichen Wahrnehmungen sind in jedem von beiden verschieden.</p>
<blockquote><p>Ich sehe f&#252;r Kunst – und wie Herbst beschr&#228;nke ich dies nicht auf Dichtung allein, sondern sehe die anderen K&#252;nste wie Malerei, Bildnerei und Musik da ganz eingeschlossen – nur ein wirklich sinnstiftendes Element: sie muss zwangsl&#228;ufig sein und notwendig, indem sie – im Wortsinne – eine Not wendet, n&#228;mlich die der Beliebigkeit.</p></blockquote>
<p>Provisorisch einverstanden und mit der Bitte versehen, das auf einen der grad g&#228;ngigen Chart-Schlager anzuwenden, da ja zwischen dem und, sagen wir, einem neuen Musikst&#252;ck Wolfgang Rihms kein wertender Unterschied mehr besteht.</p>
<blockquote><p>Bei aller Angreifbarkeit</p></blockquote>
<p>“Angreifbar<i>keit</i>“ schon, das gilt auch f&#252;r den ersten Satz der Thermodynamik – jetzt w&#228;re aber das Problem einer Widerlegung der Argumente in Herbst Antrittsvorlesungzu l&#246;sen </p>
<blockquote><p>-sehe ich das gr&#246;sste Problem in der Kaprizierung aufs Intellektuelle und Handwerkliche.</p></blockquote>
<p>Dar&#252;ber, in der Tat, spr&#228;che ich gern.</p>
<blockquote><p>Und ich m&#246;chte dem entschieden Gottfried Benn entgegen halten, der Dichtung dort findet, wo etwas gesagt wird, weil es erstens gesagt werden musste und zweitens genau so gesagt werden musste, wie es geschehen ist.</p></blockquote>
<p>M u &#223; t e „Der Panther“ so gesagt werden? Wer wei&#223; das? Mu&#223;te Der Zauberberg so und &#252;berhaupt geschrieben werden? Gab es eine &#8211; andere als blo&#223; pers&#246;nlich-psychische, also letztlich pathologische – Notwendigkeit, pointillistisch zu malen oder so, wie es die Jungen Wilden taten? Das, in der Tat, finde ich eine interessante Fragestellung. Nur kommt sie, ohne da&#223; Sie das offenbar merkten, meinen Positionen unversehens sehr nah.</p>
<blockquote><p>Das ist ein emotional getriebener Prozess</p></blockquote>
<p>Was s i n d Emotionen? Nicht chemische Prozesse an ihrem Grund?</p>
<blockquote><p>der jenen Fetzen Dichtung aus dem un&#252;bersichtlich wuchernden wilden Fleisch der Beliebigkeit herausl&#246;st</p></blockquote>
<p>Verzeihen Sie, aber das finde ich einen expressionistischen Kitsch. Wenn ich sowas tippte, h&#228;tt ich klebrige Fingerspitzen.</p>
<blockquote><p>Das ganze Handwerkszeug, das Arsenal an M&#246;glichkeiten (seien sie modern, klassisch oder g&#228;nzlich neu) dient nur dem Zweck</p></blockquote>
<p>Woher wissen Sie das? Sie <i>behaupten</i> hier und bleiben jeden Beleg schuldig.</p>
<blockquote><p>einen Anderen (Leser, Zuh&#246;rer, Entertainment-Konsumenten) zu &#246;ffnen, ihn auf eine besondere Art (wieder) h&#246;ren, sehen, f&#252;hlen zu lassen.</p></blockquote>
<p>Also f&#252;r mich kann ich sagen, da&#223; mir der Rezipient, w&#228;hrend ich einen Text schreibe, v&#246;llig egal ist. Ich schreibe f&#252;r einen inneren Leser, der nicht ich ist, der aber auch nicht die anderen ist, sondern eine neben, sagen wir, Es, Ich und &#220;ber-Ich Vierte und F&#252;nfte Instanz.</p>
<blockquote><p>Aber nat&#252;rlich ist dergleichen nicht am Fliessband zu produzieren. Und es ist vor allem nicht als intellektuell gesteuerter Prozess automatisierbar, den der Autor jeden Tag von XX:00 Uhr bis YY:00 Uhr abspulen kann.</p></blockquote>
<p>Woher wissen Sie all das? Das mag auf S i e zutreffen, das m&#246;chte ich gar nicht bestreiten, weil die Produktionsnotwendigkeiten der Individuen ganz verschiedene sind, die meine allerdings sieht streng durchgeformte Arbeitszeiten v o r, und ich stehe damit nicht einmal allein.</p>
<blockquote><p>Und damit taugt diese Ansicht nicht als Legitimation des Lebensentwurfs eines Vollzeitliteraten.</p></blockquote>
<p>Da es nur Ihre M e i n u n g war, da&#223; meine Position aus solchen Motiven herr&#252;hrt, ist auch der Schlu&#223; logischerweise nicht Schlu&#223; (conclusio), sondern abermals Meinung. Philosophisch argumentiert handelt es sich um eine <i>conclusio in adjecto</i>, die genau das beweist, was schon die Voraussetzung (These) der Schlie&#223;kette war. Mit deren Wahrheit oder Nichtwahrheit steht und f&#228;llt dann auch der „Schlu&#223;“</p>
<blockquote><p>Denn de facto steht dieser – so sehr er sich aus dem Markt herauszuargumentieren versucht &#8230;</p></blockquote>
<p>Wo habe ich das getan? </p>
<blockquote><p>&#8230; doch mitten darin, folgt seinen Regeln, reagiert auf seine Moden und bedient sich der Instrumente der Marktpflege (bspw. des Marketings).</p></blockquote>
<p>Wo habe ich das bestritten – wo es mir auf Pr&#228;senz und Durchsetzung innerhalb eines Marktes geht. Na klar. Ich w&#228;r ja bl&#246;d, wenn nicht. Nur l&#228;&#223;t das weder einen R&#252;ckschlu&#223; auf die Produktion des Kunstwerkes-selber oder eben nur dann und da zu, wo man es f&#252;r ein Erzeugnis der U-Sparten h&#228;lt, noch auf die Motivation, sich &#252;berhaupt daranzutrauen.</p>
<blockquote><p>So meine ich, in den in Herbsts Antrittsvorlesung ge&#228;usserten &#220;berlegungen eine verfehlte Lebensentwurfsrechtfertigung zu erkennen.</p></blockquote>
<p>Jetzt wiederholen Sie das auch noch. Es w&#228;re doch einfacher und weniger arbeitsam und daher ergebiger gewesen, Sie h&#228;tten  nach der Lekt&#252;re meiner Vorlesung einfach nur geschrieben: Ich glaube, da&#223; ANH das nur schreibt, weil er seinen problematischen Lebensentwurf rechtfertigen will. Dann h&#228;tten ein paar geschrieben: Ja, genau! Und ein paar andere h&#228;tten geschrieben: Das glaube ich aber nicht. Und alles w&#228;re im Meinen ganz berechtigt steckengeblieben. So blieb Ihre Kritik halt unberechtigt stecken und l&#228;&#223;t Sie unbegreiflicherweise dann auch noch schreiben:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Damit – wage ich zu behaupten</p></blockquote>
<p>Das stimmt, es i s t ein Wagnis, und riskiert wird Blamage&#8230; </p>
<blockquote><p>– tappt Herbst als Mensch und K&#252;nstler in eine Falle, denn er entwickelt eine Poetik, die ihn selbst emotional nicht fordert</p></blockquote>
<p>echt nicht? Woher wissen Sie das? Kennen Sie meine inneren Konflikte? Mal im Ernst und ganz g&#252;tig gefragt: die vielen &#220;berarbeitungen, skeptischen &#196;u&#223;erungen, das st&#228;ndige Umwerfen von auf den ersten und auch schon zweiten Blick scheinbar Fertigem, wie Sie das t&#228;glich Den Dschungel entnehmen k&#246;nnen &#8212;- das ist f&#252;r Sie alles nichts als ein Ausdruck von <i>marketing</i>? Dann h&#228;tten Sie wirklich nichts, aber auch gar nichts verstanden&#8230; </p>
<blockquote><p>und herausfordert, sondern den eigenen status quo begr&#252;ndet, heiligt und zementiert – die also mit Richtung auf den K&#252;nstler selbst genau das nicht leistet, was sie in Richtung des Lesers erreichen m&#246;chte.</p></blockquote>
<p>Noch einmal: Ich m &#246; c h t e nichts in Richtung des Lesers erreichen. W&#228;hrend ich schreibe, interessiert er mich nicht. Ist das Buch dann aber da, dann interessiert er mich s c h o n. Und ich freue mich unb&#228;ndig, wenn er Vergn&#252;gen, Angst, Lust, Beklemmung, Wollust usw. bei der Lekt&#252;re empfindet – und auch, wenn sie ihn einfach nur, um dieses sch&#246;ne alte Wort zu verwenden, <i>erbaut</i>. Dann bin ich sogar gl&#252;cklich.</p>
<h3>II. Zu den Kommentaren:</h3>
<h4>1. perkampus</h4>
<blockquote><p>(&#8230;) es stimmt n&#228;mlich schon, dass ein grosses f&#252;r und wider erst zu einem besseren verst&#228;ndnis f&#252;hrt, wenn man es sozusagen einmal im kreis bewegt.</p></blockquote>
<p>Sofort einverstanden. Das betrifft auch meine eigene Erkenntnisfindung.</p>
<blockquote><p>Auch mit einem eigenen Text.(&#8230;) oder aber, wir vernetzten sie anst&#228;ndig.</p></blockquote>
<p>Klug. Und unserem Medium hier angemessen. Ich habe in Der Dschungel bereits ein wenig daf&#252;r was getan.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) das literarische weblog, das mir, auch in der heidelberger vorlesung &#252;brigens, eine der st&#252;tzs&#228;ulen des versuchs &#252;ber eine neue poetik zu sein scheint.</p></blockquote>
<p>Meine Grundfrage ist: Wie kann ich das, an was wir alle h&#228;ngen, in die neuen Formen k&#252;nstlerischer Kommunikation &#252;berf&#252;hren, wie ihm einen weiterhin angemessenen Raum im Netz geben? Dar&#252;ber habe ich u.a. in <a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4532301/">&gt;&gt;&gt;&gt; der zweiten Vorlesung </a> gesprochen. </p>
<blockquote><p>(&#8230;) darin liegt ja letztlich auch die unterscheidung zwischen e und u. diese unterscheidung schien mir aber nicht die althergebrachte zu sein, da ja auch einer umverteilung (in etwa starker pop-werke) zugestimmt wurde, die grenzlinie also ganz woanders zu ziehen ist.</p></blockquote>
<p>S o steht das  bei mir. Und s o stimmt das.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) eine kommunikation zur&#252;ck zum h&#246;hlenbild</p></blockquote>
<p>Vilém Flusser hatte u.a. diesen Ansatz.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) tr&#228;gt also das, was schliesslich sein untergang sein wird, in sich</p></blockquote>
<p>Ja. Man mu&#223; sich nur klarmachen, da&#223; es sich dabei um eine <i>Lebens</i>bewegung handelt. </p>
<blockquote><p>(&#8230;) kulturfaschismus</p></blockquote>
<p>Was meinen Sie damit? Ich kann von unseren demokratischen oder scheindemokratischen Gegebenheiten keine Paralle zur Kulturbarbarei der Faschisten und Realsozialisten sehen; alleine die Grade von brutaler Gewalt dort und institutionell sublimierter hier sind <i>qualitativ</i> unvergleichbar. Da&#223; bei uns jemand verschwiegen wird, ja, das gibt es oft, ist dennoch etwas prinzipiell anderes, als wenn man Leute in Lager sperrt und zu Seife verarbeitet. Ein Begriff wie „Kulturfaschismus“ birgt zumindest die Gefahr, das zu verschleiern. In diesem Punkt bin ich absolut Steins Ansicht. D a s wiederum finde ich a u c h, aber aus anderen Gr&#252;nden:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) es ist ein jammer, dass jene, die zu arbeiten haben, das nur im schnitt acht stunden tun und auch noch zwei tage frei haben (&#8230;) &#8211; so kommt es zu einer schwemme, der man nicht mehr herr werden kann</p></blockquote>
<p>Zu der kommt es, meine ich, aus anderen Gr&#252;nden; aber das hat insgesamt nur noch marginal mit meiner hier diskutierten Vorlesung zu tun. Ich &#252;berspringe deshalb Ihrer und Steins Polemik und komme zu</p>
<h4>2. Moderne Hirnforschung</h4>
<blockquote><p>(&#8230;) obwohl ich, vornehmlich in Herbsts Lyrik ein geradezu gr&#228;ssliches Epigonentum feststelle.</p></blockquote>
<p>Geh&#246;rt hier nicht hin, ist nebenbei gefragt: Wo denn? Und: Was ist f&#252;r Sie Epigonentum? War Goethe Epigone, als er die R&#246;mischen Elegien schrieb?</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Kunst ist grunds&#228;tzlich narzisstisch</p></blockquote>
<p>Find ich unklug gewagt, sowas so rundweg zu behaupten. Sie <i>kann</i> narzisstisch sein, aber eine Verpflichtung besteht wohl eher nicht. Bach ist ein gutes Gegenbeispiel, Bruckner auch.</p>
<blockquote><p>sie entsteht durch den, der sie macht und sie ist, da kann man mir erz&#228;hlen, was man gerne m&#246;chte, an den Verfasser gebunden</p></blockquote>
<p>Sicher. Aber der mu&#223; ja nicht unbedingt so narzisstisch sein, wie wir beide das sind.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Wie selbstverst&#228;ndlich geht Herbst davon aus, dass das, was er die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung nennt, dadurch bereits als eingesackt gelten kann.</p></blockquote>
<p>Nein, tu ich so nicht. Aber ich nehme es als ein – anders als anderes – besser begr&#252;ndetes, n&#228;mlich empirisch gewonnenes Theorem.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) der Versuch, den Geist wie eine Maschine erfassen und erkl&#228;ren zu wollen</p></blockquote>
<p>Das ist ungenau ausgedr&#252;ckt; besser w&#228;re: in Analogie zu einer Maschine. Wobei die Maschine etwas Nachg&#228;ngiges ist, ihrerseits vom Menschen erfunden. Vorg&#228;ngig w&#228;ren determinierte Prozesse, die im Kosmos beginnen und &#252;berhaupt erst zur Entstehung unseres Sonnensystems und damit der Erde und damit des Lebens gef&#252;hrt haben.</p>
<blockquote><p>Im Vordergrund dieser Theorie steht n&#228;mlich nichts anderes als ein materialistisches Denken.</p></blockquote>
<p>Nur dann, wenn Energie als eine Form der Materie begriffen w&#252;rd, w&#252;rde das so stimmen. Ich tendiere eher dazu, Materie als eine Form der Energie zu begreifen.</p>
<blockquote><p>Der Behaviorismus argumentiert im Wesentlichen mit Stimulus und Response</p></blockquote>
<p>Wie auch der Zahnarzt, zu dem Sie bei Schmerzen gehen und auch gehen sollten, um nicht die Vergiftung Ihres gesamten K&#246;rpers unbewehrt einzuleiten; und ist Ihr K&#246;rper vergiftet, greift das schnell, rein chemischer Zusammenh&#228;nge wegen, auch Ihr Gehirn an.</p>
<blockquote><p>die Moderne Hirnforschung geht da weiter und setzt den Reiz im Endeffekt noch etwas nach vorne, quasi dahin, wo noch gar kein messbarer Reiz stattfindet. Konkret: der freie Wille ist eine Illusion.</p></blockquote>
<p>Ja. Davon bin ich &#252;berzeugt. </p>
<blockquote><p>Mit welcher Selbstsicherheit die Neurologen ihren &#252;brigens zweifelhaften Ergebnissen Nachdruck verleihen, wird deutlich, wenn sie aufgrund dieser Theorie (ich spreche hier ganz bewusst nicht von beweisen, denn es l&#228;sst sich f&#252;r uns Menschen rein gar nichts, aber auch schon &#252;berhaupt nichts jemals beweisen</p></blockquote>
<p>Woher wissen Sie das? Sie verwenden einen Glaubenssatz. Da kann man nur nicken oder den Kopf sch&#252;tteln, je nach, sagen wir, pers&#246;nlicher Verfa&#223;theit. </p>
<blockquote><p>eine &#196;nderung des Strafvollzugs fordern</p></blockquote>
<p>Interessanterweise tun sie das ganz &#228;hnlich wie wir Linken (zu denen ich mal geh&#246;rte) taten, als wir durch t&#228;tige Gef&#228;ngnisarbeit an einem Modell von Resozialisierung statt Strafe gearbeitet haben – und den Sinn daf&#252;r sch&#228;rften, da&#223; die meisten Insassen eine geradezu grauenvolle Kindheitsgeschichte hatten.</p>
<blockquote><p>Zwar bin ich ebenfalls kein Freund einer „moralischen Schuld“, doch das tut hier nichts zur Sache, es geht hier um eine gewisse Unverfrorenheit einiger Neurologen, die in etwa an die Herrschaftsanspr&#252;che der Kirche im Mittelalter erinnert.</p></blockquote>
<p>Das sind doch lauter behauptete Null-S&#228;tze.</p>
<blockquote><p>Bei alledem wird vergessen – und das ist nun etwas, das man eine Tatsache nennen kann – dass wir nicht einmal auch nur in Ans&#228;tzen</p></blockquote>
<p>In Ans&#228;tzen eben schon. Es w&#228;re ganz gut, machten Sie sich, bevor Sie solche Sachen schreiben, einfach mal ein bi&#223;chen kundig.  </p>
<blockquote><p>begreifen, wie unser Hirn tats&#228;chlich arbeitet. Das h&#246;ren die Neurologen nicht gerne</p></blockquote>
<p>Verzeihung, das ist denen einfach wurscht. Ich kenne ein paar davon pers&#246;nlich.</p>
<blockquote><p>und die Vermutung liegt nahe, dass dieses ganze Brimborium nur dazu dient, ihre Minderwertigkeit zu kaschieren.</p></blockquote>
<p>Ich verstehe diese wiederholten, schlecht beleumundenden Argumentationsstrukturen nicht.</p>
<blockquote><p>Aber es wird klar</p></blockquote>
<p>Wodurch? Wieder nur so eine Behauptung.</p>
<blockquote><p>(&#8230;), dass es dort nicht wirklich weitergehen kann, sobald man den Geist materialisieren will. (&#8230;) Der Geist, der f&#252;r die Neurologie immer schon gleich dem Nervenzentrum war, das nach dem Schema konditionierter Reflexe zu funktionieren hatte (es nicht tat, aber zu tun hatte!</p></blockquote>
<p>Wieso „hatte“ er? Wo steht das? Woher nehmen Sie das? Tats&#228;chlich gab es im Barock, mit der Entwicklung dessen, was wir heute moderne Medizin nennen und was uns enorme Lebenserleichterungen, die ja nachweisbar sind, bereitet, die Vorstellung des K&#246;rpers als Maschine. Diese Vorstellung wurde <i>als Modell</i> an die Wirklichkeit, sie messend, angelegt. Dabei kam unter anderem heraus, da&#223; es so einfach, wie das Modell es wollte, eben n i c h t war.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Das Perverse</p></blockquote>
<p>Was  meinen Sie mit dem Begriff „pervers“?</p>
<blockquote><p>folgt auf dem Fu&#223;, n&#228;mlich wenn Hirnforscher Wolfgang Roth fordert, Menschen mit „krankem Hirn“ aufgrund neuropsychologischer Tests pr&#228;ventiv in Gef&#228;ngnissen oder Psychiatrien wegzuschlie&#223;en, obwohl sie keine Straftat begangen haben</p></blockquote>
<p>Das ist der praktisch-juridische Schlu&#223; aus einer noch nicht letztlich gesicherten medizinischen Position. Da es aber ein Gesetz gibt, das genau dem entgegensteht, und dieses Gesetz sich auch nicht mehr leicht aus der Welt bringen l&#228;&#223;t, mag Herr Roth fordern, was immer er will. Ich pers&#246;nlich finde die Volksmeinung sehr viel bedenklicher, die mit der Todesstrafe recht schnell bei der Hand ist, und zwar, weil nun s i e auf der Freiheit des Individuums beharrt und glaubt, jeder sei f&#252;r seine Taten verantwortlich. Zu unmenschlichen Ergebnissen k&#246;nnen Sie aufgrund beider Grundauffassungen kommen. Das spricht nicht f&#252;r oder gegen eine von beiden. Der n&#228;chste „Schlu&#223;“ ist allerdings stark in seiner logischen Komik, die genau von einem, wenn jetzt auch irreversiblen, notwendigen Zusammenhang auszugehen scheint:</p>
<blockquote><p>Wer sich derartiges einmal auf der Zunge zergehen l&#228;sst, der erkennt nichts anderes, als ein R&#252;ckfall ins 19. Jahrhundert, <b>als die Hirnforschung ihren Anfang nahm</b>.</p></blockquote>
<p>(Fett von mir.) Und nach diesem „Schlu&#223;“ kommen Sie dann auch gleich wieder auf Ihren „Kulturfaschismus“ zur&#252;ck:</p>
<blockquote><p>Wir</p></blockquote>
<p>Wir? Ich nicht. G&#246;ttinseidank nicht.</p>
<blockquote><p>hatten &#228;hnliches schon einmal, als man noch meinte, einen potentiellen Verbrecher bereits an seinem Aussehen erkennen zu k&#246;nnen, an der fliehenden Stirn, an den langen Fingern…(&#8230;) sondern einen schweren R&#252;ckfall in uralte Zeiten, da der Mensch auf das Gehirn reduziert wurde</p></blockquote>
<p>Da kann ich jetzt nur noch mit Spott reagieren: W&#228;re Ihnen die Leber lieber?</p>
<blockquote><p>Die Medizin &#252;bernimmt hier das prophetische Voraussagen</p></blockquote>
<p>Wo denn? &#8220;Die&#8221; Medizin! Herr Roth ist e i n e Stimme unter Millionen Neurologen</p>
<blockquote><p>&#8230;menschenfeindlichen Forderungen eines Wolfgang Roth und Wolf Singer</p></blockquote>
<p>Da ich Singer kenne, h&#228;tte ich gerne gewu&#223;t, wo er Unmenschliches fordert. Soviel ich wei&#223;, spricht er im Gegenteil von prinzipieller Verantwortungslosigkeit – und begr&#252;ndet neurochemisch. Ein treffendes Gegenargument hat er meines Wissens bis heute nicht geh&#246;rt. Aus dem Determinismus singerscher Pr&#228;gung, den ich teile, folgt &#252;brigens nicht notwendigerweise, was Herr Roth, wie Sie erz&#228;hlen, fordert. Sondern, wenn wir von chemisch-deterministischen Fakten wissen, hindert uns nichts daran, nach Gegenmitteln zu forschen. </p>
<h4>3. mikel</h4>
<blockquote><p>eigentlich wollte ich hin, in die Uni, zumindest zur zweiten Vorlesung, <b>obwohl es nicht in der Aula stattfand</b></p></blockquote>
<p>(fett von mir:) so liegen also die Werte</p>
<blockquote><p>(&#8230;), aber als ich diesen seltsamen Einlass zu U und E las, war das Thema bereits erledigt.</p></blockquote>
<p>Dieses ist genau das Verhalten eines Pop-Rezipienten: Der Mann soll mir das best&#228;tigen, was ich sowieso wei&#223;, und er soll es mir zum Genu&#223; aufbr&#252;hen. N&#246;, Herr Mikel. Bleiben Sie nur weg.</p>
<blockquote><p>Wo man eine solche Literatur findet? Zum Beispiel wohl in Herbsts letztem Teil der “Anderswelt”-Trilogie, die kurz vor ihrem Abschluss steht.</p></blockquote>
<p>Nun ja, es wird einen Grund gehabt haben, da&#223; ich zu meiner Poetik-Dozentur gerufen wurde. Auch Begley ist seiner Werke wegen gerufen worden und nicht, weil er einen besonders sch&#246;nen Penis hat. Hoff ich jedenfalls.</p>
<blockquote><p>Es scheint um eine Art intellektuelle PR zu gehen.</p></blockquote>
<p>Nein, es geht um die Darstellung und Ausf&#252;hrung einer Poetik. Da&#223; sie sich, wenn ihr Autor Dichter ist, auch in seinem Werk findet, ist daf&#252;r eigentlich eine Voraussetzung. &#8211; Haben Sie denn eines der Anderswelt-B&#252;cher gelesen? Oder schlie&#223;en Sie sich freudig einer Vor-Verurteilung an, wie sie Herr Gro&#223;, der n i c h t gelesen hat, so zart angedeutet in seinem Artikel unternimmt?</p>
<h4>4. Abermals perkampus</h4>
<blockquote><p>Meines Wissens wurde nicht kategorisiert, was denn das eine oder das andere zu nenne sei, nirgendwo steht der Satz, dass nicht der h&#246;chste Anspruch eines Werkes auch unterhaltend sei (wer wollte sagen, Joyce, Beckett, Pynchon, Lima, Borges, selbst Schopenhauer oder Wittgenstein seien nicht unterhaltsam?)</p></blockquote>
<p>Das ist richtig. „Unterhaltsamkeit“ ist f&#252;r mich einfach deshalb keine hilfreiche Kategorie, weil meine Oma, die Utta Danella liebte, etwas v&#246;llig anderes als unterhaltsam empfand als ich, der den Ulisses unterhaltsam findet. Deshalb w&#228;re sie, die eine einfache Frau gewesen ist, aber nie auf die Idee gekommen, Danella f&#252;r eine wirkliche K&#252;nstlerin zu halten. Im Gegenteil, sie war sehr hellsichtig: van Gogh war f&#252;r sie – wie &#252;brigens Beuys auch – ein gro&#223;er K&#252;nstler, „mir gefallen die Sachen aber nicht, weil sie mich beunruhigen. Ich will keine Beunruhigung, mein Leben ist unruhig genug.&#8221;</p>
<blockquote><p>(&#8230;) w&#228;hrend U das einschl&#228;fernde, beruhigende, ablenkende meint, sehe ich E als anregend, mitsprechend, auffordernd an.</p></blockquote>
<p>Das kommt meinen Ansichten in der Tat nah.</p>
<h4>5. Abermals Stein</h4>
<blockquote><p>Dass es einen kategorischen Unterschied gibt zwischen Kunst und purer Unterhaltung, dass Wittgenstein sich sehr wohl unterscheidet von Schlager-Trallalla, das hat hier und anderswo ja niemand in Frage gestellt.</p></blockquote>
<p>Doch. Sie. Indem Sie meine Trennung nicht nur infrage stellen, sondern weghaben wollen.</p>
<blockquote><p>Meine obige Kritik richtete sich nicht gegen die Kategorisierung, sie richtete sich gegen die Kriterien, die Herbst bem&#252;ht, um die Unterscheidung zu treffen.</p></blockquote>
<p>Das geht aus Ihrem Text oben aber nicht hervor. Ginge auch gar nicht, da ich tats&#228;chliche Kriterien dessen nicht angegeben habe, was Kunst sei und was pure Unterhaltung (also E und U, sie verwenden das hier pl&#246;tzlich selber); im Gegenteil habe ich in meiner Vorlesung sogar gesagt, es gebe der U-Sparte zugeschlagene Werke, die ich E zuschlagen w&#252;rde.</p>
<blockquote><p>Tats&#228;chlich ist es bedauerlich, dass ANH selbst offenbar keine Zeit und/oder Gelegenheit gefunden hat, hier auf den Beitrag einzugehen. Aber es besteht dazu ja nun auch keinerlei Verpflichtung. So ist es nun einmal.</p></blockquote>
<p>Nein, es ist, wie Sie jetzt lesen k&#246;nnen, nicht so. Ich wu&#223;te aber, die Entgegnung w&#252;rde mich mehr als einen halben Tag Arbeit kosten, und den hatte ich bislang nicht davon frei. Heute war das anders.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/20071123/fallen-im-kopf/#comment-5398</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Dec 2007 17:15:00 +0000</pubDate>
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		<description>Dass es einen kategorischen Unterschied gibt zwischen Kunst und purer Unterhaltung, dass Wittgenstein sich sehr wohl unterscheidet von Schlager-Trallalla, das hat hier und anderswo ja niemand in Frage gestellt. Meine obige Kritik richtete sich nicht gegen die Kategorisierung, sie richtete sich gegen die Kriterien, die Herbst bem&#252;ht, um die Unterscheidung zu treffen.

Tats&#228;chlich ist es bedauerlich, dass ANH selbst offenbar keine Zeit und/oder Gelegenheit gefunden hat, hier auf den Beitrag einzugehen. Aber es besteht dazu ja nun auch keinerlei Verpflichtung. So ist es nun einmal.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dass es einen kategorischen Unterschied gibt zwischen Kunst und purer Unterhaltung, dass Wittgenstein sich sehr wohl unterscheidet von Schlager-Trallalla, das hat hier und anderswo ja niemand in Frage gestellt. Meine obige Kritik richtete sich nicht gegen die Kategorisierung, sie richtete sich gegen die Kriterien, die Herbst bem&#252;ht, um die Unterscheidung zu treffen.</p>
<p>Tats&#228;chlich ist es bedauerlich, dass ANH selbst offenbar keine Zeit und/oder Gelegenheit gefunden hat, hier auf den Beitrag einzugehen. Aber es besteht dazu ja nun auch keinerlei Verpflichtung. So ist es nun einmal.</p>
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