Einige Worte über meine Frau
6. Juli 2007Über unbekannter Meere Uferzargen
spaziert die Mondfrau –
meine Frau.
Meine Geliebte, sie, die Rothaarfüchsin.
Der Equipage
folgt schreiend der Gestirne Schar, die wunderbar
geschmückt ist.
Sie läßt sich trauen von der Autogarage,
sie küßt sich flüchtig mit den Zeitungskiosken,
der Schleppe Milchstraße ist vom blinzelnden Pagen
verziert mit blitzenden Flitterbroschen.
Und ich?
Es brachte dem Gebrannten doch das Joch der Brauen
aus Augenbrunnen eiskalte Eimer.
In Seeseiden hingst du, in schäumenden Auen,
deine Hüften sangen, Bernsteingeigen?
Ins Gebiet der Dächerbosheit
wirfst du nicht deine flimmernden Sehnen.
In den Boulevards versinke ich, von der Schwermut der Sande umweht:
es ist doch deine Tochter –
mein Lied
im Netzstrumpf
neben den Cafés!
Wladimir Majakowski (1913)
••• Code Message: Die neue Farbe passt gut zu den Bernsteingeigen. Beim “blinzelnden Pagen” fiel mir natürlich obiger Page ein. Und bei den letzten Zeilen fühlte ich mich ganz in diese Szene versetzt.
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Am 6. Juli 2007 um 09:57 Uhr
:)
Am 6. Juli 2007 um 10:10 Uhr
War das Gedicht für eine reale Frau? Lilja Brik, die Ehefrau seines Verlegers, hatte er erst 1915 (also 2 Jahre später) kennen gelernt.
Am 6. Juli 2007 um 10:13 Uhr
hier noch ein starkes bild!
Am 6. Juli 2007 um 10:21 Uhr
Für wen genau das Gedicht geschrieben war, kann ich leider nicht sagen. Aber DASS es für eine reale Frau geschrieben wurde, scheint mir sicher!
Was für Verse!
Am 6. Juli 2007 um 10:24 Uhr
Und das Bild: Oha! Das war ein Dichter-Kerl!