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	<title>Kommentare zu: Postberge</title>
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	<description>Erinnern &#38; Entdecken</description>
	<pubDate>Tue, 06 Jan 2009 14:44:58 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Hilbi</title>
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		<dc:creator>Hilbi</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jun 2007 08:35:40 +0000</pubDate>
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		<description>Hoch lebe die s&#252;damerikanische Literatur, wenn man sie auch noch nicht
auf besseren Toilettenpapier bekommen kann :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hoch lebe die s&#252;damerikanische Literatur, wenn man sie auch noch nicht<br />
auf besseren Toilettenpapier bekommen kann :-)</p>
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		<title>Von: Erweiterte Familie &#171; Turmsegler</title>
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		<dc:creator>Erweiterte Familie &#171; Turmsegler</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jun 2007 06:58:11 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;[...] Ich m&#246;chte, lieber Markus, ja beides zusammen! Weil ich mit B&#252;chern lebe. Wenn ich die Lekt&#252;re genossen habe, soll das Buch bei mir bleiben. Getreu dem Motto: Ein Buch, das nicht wert ist, mehrfach gelesen zu werden, ist es auch nicht wert, ein Mal gelesen zu werden. [...]&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Ich m&#246;chte, lieber Markus, ja beides zusammen! Weil ich mit B&#252;chern lebe. Wenn ich die Lekt&#252;re genossen habe, soll das Buch bei mir bleiben. Getreu dem Motto: Ein Buch, das nicht wert ist, mehrfach gelesen zu werden, ist es auch nicht wert, ein Mal gelesen zu werden. [...]</p>
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		<title>Von: Markus</title>
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		<dc:creator>Markus</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jun 2007 05:56:16 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;
Phantastischer Inhalt in hochwertiger Verpackung. 
&lt;/blockquote&gt;

Das ist - mit Verlaub, Benjamin - eine Ansicht, die andere mit Dir teilen m&#246;gen, die aber mit einer effizienten Verbreitung von Literatur gar nichts zu tun hat. Phantastischer Inhalt - darauf m&#246;gen wir uns einigen. Auf die hochwertige Verpackung - na ja.

Ich habe phantastische B&#252;cher in miserabler, nordamerikanischer Taschenbuchqualit&#228;t gelesen und ich habe die Lekt&#252;re genossen. Ich habe - andererseits - mich von wundersch&#246;n gebundenen Hanser-Ausgaben zum Kauf verf&#252;hren lassen und war entt&#228;uscht. Was ist mir lieber? 

Im Nordosten Brasiliens gibt es eine sehr beliebte Form von Literatur, die auf besserem WC-Papier gedruckt und auf M&#228;rkten vertrieben wird. Einige dieser kleinen Werke haben es zu Kultstatus gebracht. Vielleicht auch, weil sie nach einigen Jahren dem Leser in den H&#228;nden zerfallen. So trocken ist dort die Luft, dass nur hochwertiges Papier einige Jahre l&#228;nger &#252;berleben w&#252;rde. Phantastische Literatur, die den Mut hat, den Schritt vom Papier in die K&#246;pfe der Leser zu wagen. Papier zerf&#228;llt. Der Geist auch. Das ist konsequenter Literaturvertrieb.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>
Phantastischer Inhalt in hochwertiger Verpackung.
</p></blockquote>
<p>Das ist - mit Verlaub, Benjamin - eine Ansicht, die andere mit Dir teilen m&#246;gen, die aber mit einer effizienten Verbreitung von Literatur gar nichts zu tun hat. Phantastischer Inhalt - darauf m&#246;gen wir uns einigen. Auf die hochwertige Verpackung - na ja.</p>
<p>Ich habe phantastische B&#252;cher in miserabler, nordamerikanischer Taschenbuchqualit&#228;t gelesen und ich habe die Lekt&#252;re genossen. Ich habe - andererseits - mich von wundersch&#246;n gebundenen Hanser-Ausgaben zum Kauf verf&#252;hren lassen und war entt&#228;uscht. Was ist mir lieber? </p>
<p>Im Nordosten Brasiliens gibt es eine sehr beliebte Form von Literatur, die auf besserem WC-Papier gedruckt und auf M&#228;rkten vertrieben wird. Einige dieser kleinen Werke haben es zu Kultstatus gebracht. Vielleicht auch, weil sie nach einigen Jahren dem Leser in den H&#228;nden zerfallen. So trocken ist dort die Luft, dass nur hochwertiges Papier einige Jahre l&#228;nger &#252;berleben w&#252;rde. Phantastische Literatur, die den Mut hat, den Schritt vom Papier in die K&#246;pfe der Leser zu wagen. Papier zerf&#228;llt. Der Geist auch. Das ist konsequenter Literaturvertrieb.</p>
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		<title>Von: Benjamin Stein</title>
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		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 19:55:25 +0000</pubDate>
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		<description>Lass uns da von Herzen geteilter Meinung sein f&#252;r heute. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich da ein Einzelfall war. Belegen kann ich es allerdings auch nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lass uns da von Herzen geteilter Meinung sein f&#252;r heute. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich da ein Einzelfall war. Belegen kann ich es allerdings auch nicht.</p>
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		<title>Von: Hilbi</title>
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		<dc:creator>Hilbi</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 19:41:58 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;kein quatsch, sondern falsch, zumindestens was dich betrifft, bei kurzek wei&#223; ich das er von stipendium, lesungen eingermassen leben kann und so gut wie nichts &#252;ber den verkauf seiner b&#252;cher...und bei anderen wird das &#228;hnlich sein, gr&#252;nbein verkauft bestimmt nicht viel, aber er bekommt eben seine lesungen, vortr&#228;ge, preise....egal..ich sag ja gar nix gegen selbstbezahlte B&#252;chers rausbringen, nur zu glauben, damit schaffe man irgend etwas in die Welt ist Quatsch und nicht Falsch.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>kein quatsch, sondern falsch, zumindestens was dich betrifft, bei kurzek wei&#223; ich das er von stipendium, lesungen eingermassen leben kann und so gut wie nichts &#252;ber den verkauf seiner b&#252;cher&#8230;und bei anderen wird das &#228;hnlich sein, gr&#252;nbein verkauft bestimmt nicht viel, aber er bekommt eben seine lesungen, vortr&#228;ge, preise&#8230;.egal..ich sag ja gar nix gegen selbstbezahlte B&#252;chers rausbringen, nur zu glauben, damit schaffe man irgend etwas in die Welt ist Quatsch und nicht Falsch.</p>
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		<title>Von: Benjamin Stein</title>
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		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 19:23:30 +0000</pubDate>
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		<description>Und allerletztens:

&lt;blockquote&gt;
und es wir niemals und zwar niemals auch nur ann&#228;hrend etwas wie einen Markt f&#252;r Dichter geben.
&lt;/blockquote&gt;

Fl&#252;stere das den verbliebenen Enthusiasten unter den Verlegern ein, damit sie auch nur noch Rowling und Leon nachhecheln. Ohne einen wenn auch kleinen Markt k&#246;nnten sie n&#228;mlich zusperren. Verlage sind und waren nie Wohlfahrtsorganisationen sondern Wirtschaftsunternehmungen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und allerletztens:</p>
<blockquote><p>
und es wir niemals und zwar niemals auch nur ann&#228;hrend etwas wie einen Markt f&#252;r Dichter geben.
</p></blockquote>
<p>Fl&#252;stere das den verbliebenen Enthusiasten unter den Verlegern ein, damit sie auch nur noch Rowling und Leon nachhecheln. Ohne einen wenn auch kleinen Markt k&#246;nnten sie n&#228;mlich zusperren. Verlage sind und waren nie Wohlfahrtsorganisationen sondern Wirtschaftsunternehmungen.</p>
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		<title>Von: Benjamin Stein</title>
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		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 19:16:45 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;@Hilbi: Das mit den Stipendien ist - verzeih mir - wirklich Quatsch. Die Arbeit an meinem "Alphabet des Juda Liva" war durch Preise und Stipendien finanziert, von denen ich sogar noch leben konnte, nachdem das Manuskript fertig war und ich noch immer keinen Verlag hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier entscheidet nach meiner Erfahrung viel eher Qualit&#228;t. Es ist eher so, dass Stipendien und Preise Dir noch lange keinen Verleger bescheren. Sie sind jedenfalls nicht davon abh&#228;ngig, dass Du bereits einen Verlag hat, der f&#252;r Dich spricht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nat&#252;rlich bestreitet keiner, dass es besser ist, in einem renommierten Verlag herauszukommen, der sich um all die Dinge k&#252;mmert, von denen Du schreibst! Es ist nur so, dass keinen Verlag zu finden oder sehr lange keinen zu finden, nicht bedeutet, das Manuskript ist schlecht. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man muss sich nur die Geschichte von Gallimard ansehen. Wenn diese Autoren sich nicht selbst bek&#252;mmert h&#228;tten, w&#228;ren wahrscheinlich die meisten von ihnen posthum erschienen oder nie. Allein daran kannst Du schon sehen, dass bereits vor 100 Jahren Qualit&#228;t hinter der Verk&#228;uflichkeit und dem allgemeinen Publikumsgeschmack zur&#252;ckstehen musste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heute werden Experimente doch fast nur noch von kleinen Verlagen gewagt, die mit viel Enthusiasmus der Literatur verpflichtet sind. Und auch diese Verleger m&#246;gen nicht jede Perle, die da entsteht. Und auch diese Verleger k&#246;nnen bei weitem nicht jedes Buch machen, das sie vielleicht gern machen w&#252;rden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Letztens: Wenn sich ein Lektor die M&#252;he macht, Dir ausf&#252;hrlich zu schreiben in seiner Ablehnung, dann bist Du bereist einer von 1000. Und ich kann Dir versichern, dass die meisten von ihnen sehr ungeduldig und ungenau lesen, weil sie einfach &#252;berschwemmt sind mit Manuskripten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bitte schau auch nochmals in die &lt;a href="http://turmsegler.net/20070509/revolte-oder-exil/#comments" title="Kommentare"&gt;Debatte&lt;/a&gt; zum Beitrag &lt;a href="http://turmsegler.net/20070509/revolte-oder-exil/" title="Revolte oder Exil"&gt;"Revolte oder Exil"&lt;/a&gt;, wo das Thema "Meinungsf&#252;hrerschaft" und Qualit&#228;tssiegel von Verlagen schon einmal ausf&#252;hrlicher zur Sprache kam.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Hilbi: Das mit den Stipendien ist - verzeih mir - wirklich Quatsch. Die Arbeit an meinem &#8220;Alphabet des Juda Liva&#8221; war durch Preise und Stipendien finanziert, von denen ich sogar noch leben konnte, nachdem das Manuskript fertig war und ich noch immer keinen Verlag hatte.</p>
<p>Hier entscheidet nach meiner Erfahrung viel eher Qualit&#228;t. Es ist eher so, dass Stipendien und Preise Dir noch lange keinen Verleger bescheren. Sie sind jedenfalls nicht davon abh&#228;ngig, dass Du bereits einen Verlag hat, der f&#252;r Dich spricht.</p>
<p>Nat&#252;rlich bestreitet keiner, dass es besser ist, in einem renommierten Verlag herauszukommen, der sich um all die Dinge k&#252;mmert, von denen Du schreibst! Es ist nur so, dass keinen Verlag zu finden oder sehr lange keinen zu finden, nicht bedeutet, das Manuskript ist schlecht. </p>
<p>Man muss sich nur die Geschichte von Gallimard ansehen. Wenn diese Autoren sich nicht selbst bek&#252;mmert h&#228;tten, w&#228;ren wahrscheinlich die meisten von ihnen posthum erschienen oder nie. Allein daran kannst Du schon sehen, dass bereits vor 100 Jahren Qualit&#228;t hinter der Verk&#228;uflichkeit und dem allgemeinen Publikumsgeschmack zur&#252;ckstehen musste.</p>
<p>Heute werden Experimente doch fast nur noch von kleinen Verlagen gewagt, die mit viel Enthusiasmus der Literatur verpflichtet sind. Und auch diese Verleger m&#246;gen nicht jede Perle, die da entsteht. Und auch diese Verleger k&#246;nnen bei weitem nicht jedes Buch machen, das sie vielleicht gern machen w&#252;rden.</p>
<p>Letztens: Wenn sich ein Lektor die M&#252;he macht, Dir ausf&#252;hrlich zu schreiben in seiner Ablehnung, dann bist Du bereist einer von 1000. Und ich kann Dir versichern, dass die meisten von ihnen sehr ungeduldig und ungenau lesen, weil sie einfach &#252;berschwemmt sind mit Manuskripten.</p>
<p>Bitte schau auch nochmals in die <a href="http://turmsegler.net/20070509/revolte-oder-exil/#comments" title="Kommentare">Debatte</a> zum Beitrag <a href="http://turmsegler.net/20070509/revolte-oder-exil/" title="Revolte oder Exil">&#8220;Revolte oder Exil&#8221;</a>, wo das Thema &#8220;Meinungsf&#252;hrerschaft&#8221; und Qualit&#228;tssiegel von Verlagen schon einmal ausf&#252;hrlicher zur Sprache kam.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Hilbi</title>
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		<dc:creator>Hilbi</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 18:32:09 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Das wei&#223; ich auch dass es um die Verkaufbarkeit geht, aber gerade da f&#228;ngt es doch an haarig zu werden, es wird ja wirklich kaum gelesen, ich meine jetzt nicht Amelie Fried oder Susanne Fr&#246;hlich. Im gr&#246;&#223;ten Buchladen Giessens steht ein einziges Exemplar vom neusten Roman von Antunes. Thomas Bernhard ist nur deshalb dreimal vertreten, weil es dort einen Buchh&#228;ndler hat der ihn mag, Beckett gibt es gar nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Literatur ist stark wie eh und je, es gibt eine menge guter Sachen die immer ver&#246;ffentlicht werden, Peter Kurzeck zum Beispiel ist ein granioser Schriftsteller, aber er kann auch nicht vom schreiben leben, er rettet sich mit Stipendien, mit Lesungen und der hat einen Verlag und ich glaube sogar Suhrkamp.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Also wieder ein Widerspruch. Wenn man tats&#228;chlich das Gl&#252;ck hat und kommt bei Suhrkamp unter bedeutet das noch lange nichts. Aber es ist trotzdem ein bi&#223;chen mehr als immer alles selber rausbringen.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das wei&#223; ich auch dass es um die Verkaufbarkeit geht, aber gerade da f&#228;ngt es doch an haarig zu werden, es wird ja wirklich kaum gelesen, ich meine jetzt nicht Amelie Fried oder Susanne Fr&#246;hlich. Im gr&#246;&#223;ten Buchladen Giessens steht ein einziges Exemplar vom neusten Roman von Antunes. Thomas Bernhard ist nur deshalb dreimal vertreten, weil es dort einen Buchh&#228;ndler hat der ihn mag, Beckett gibt es gar nicht.</p>
<p>Die Literatur ist stark wie eh und je, es gibt eine menge guter Sachen die immer ver&#246;ffentlicht werden, Peter Kurzeck zum Beispiel ist ein granioser Schriftsteller, aber er kann auch nicht vom schreiben leben, er rettet sich mit Stipendien, mit Lesungen und der hat einen Verlag und ich glaube sogar Suhrkamp.</p>
<p>Also wieder ein Widerspruch. Wenn man tats&#228;chlich das Gl&#252;ck hat und kommt bei Suhrkamp unter bedeutet das noch lange nichts. Aber es ist trotzdem ein bi&#223;chen mehr als immer alles selber rausbringen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Hilbi</title>
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		<dc:creator>Hilbi</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 18:27:34 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;nat&#252;rlich spricht das f&#252;r sich selbst. Ich hatte irgendwann ein Manuskript an den sUhrkamp geschickt und eine wunderbare Absage bekommen mit der ich eine menge anfangen konnte. Solange man bescheinigt bekommt dass man etwas kann, es einfach nur nicht f&#252;r einen Roman ausreicht ist das tausendmal besser als den Roman selber rausbringen, warum denn? kein mensch schreit danach.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein vern&#252;nftiger Lektor sagt Dir was Du falsch, was Du so und so machen kannst, das l&#228;uft selbstverst&#228;ndlich nicht immer so.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab eine Karen Duve, der haben sie eine ihrer Wichtigsten Figuren einfach gestrichen und sie durfte sich entscheiden, entweder es wird gedruckt dann ohne die Figur oder es wird nicht gedruckt.

Nat&#252;rlich ist &#252;berhaupt nix dagegen zu sagen sein Roman selber rauszubringen (hoppla ein Widerspruch, nein kein Widerspruch). Nur daraus ernsthaft einen Markt zu machen ist l&#228;cherlich, das geht ja gar nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn Du einen guten Verlag hast k&#252;mmert er sich um Lesungen, um Honorare, wenn Du einen Verlag hast kriegste Stipendien. Ihr glaubt doch nicht im Ernst dass einer der ein Buch selber herausbringt eine Chance hat ein Stipendium zu bekommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist halt ein schweres Brot das Dichterbrot und es wir niemals und zwar niemals auch nur ann&#228;hrend etwas wie einen Markt f&#252;r Dichter geben.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>nat&#252;rlich spricht das f&#252;r sich selbst. Ich hatte irgendwann ein Manuskript an den sUhrkamp geschickt und eine wunderbare Absage bekommen mit der ich eine menge anfangen konnte. Solange man bescheinigt bekommt dass man etwas kann, es einfach nur nicht f&#252;r einen Roman ausreicht ist das tausendmal besser als den Roman selber rausbringen, warum denn? kein mensch schreit danach.</p>
<p>Ein vern&#252;nftiger Lektor sagt Dir was Du falsch, was Du so und so machen kannst, das l&#228;uft selbstverst&#228;ndlich nicht immer so.</p>
<p>Es gab eine Karen Duve, der haben sie eine ihrer Wichtigsten Figuren einfach gestrichen und sie durfte sich entscheiden, entweder es wird gedruckt dann ohne die Figur oder es wird nicht gedruckt.</p>
<p>Nat&#252;rlich ist &#252;berhaupt nix dagegen zu sagen sein Roman selber rauszubringen (hoppla ein Widerspruch, nein kein Widerspruch). Nur daraus ernsthaft einen Markt zu machen ist l&#228;cherlich, das geht ja gar nicht.</p>
<p>Wenn Du einen guten Verlag hast k&#252;mmert er sich um Lesungen, um Honorare, wenn Du einen Verlag hast kriegste Stipendien. Ihr glaubt doch nicht im Ernst dass einer der ein Buch selber herausbringt eine Chance hat ein Stipendium zu bekommen.</p>
<p>Es ist halt ein schweres Brot das Dichterbrot und es wir niemals und zwar niemals auch nur ann&#228;hrend etwas wie einen Markt f&#252;r Dichter geben.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: perkampus</title>
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		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 13:21:15 +0000</pubDate>
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		<description>Hilbi sagte:

&lt;blockquote&gt;das ist das Ziel eines Dichters oder Schriftstellers. gutbezahlte Lektoren m&#252;ssen Dein Manuskript anschauen und dar&#252;ber urteilen&lt;/blockquote&gt;

Dem habe ich nichts mehr hinzuzuf&#252;gen, das spricht f&#252;r sich selbst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hilbi sagte:</p>
<blockquote><p>das ist das Ziel eines Dichters oder Schriftstellers. gutbezahlte Lektoren m&#252;ssen Dein Manuskript anschauen und dar&#252;ber urteilen</p></blockquote>
<p>Dem habe ich nichts mehr hinzuzuf&#252;gen, das spricht f&#252;r sich selbst.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin Stein</title>
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		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 13:10:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20070620/postberge/#comment-2433</guid>
		<description>&lt;p&gt;@Hilbi: Nein, ich glaube wirklich nicht, dass dieser Nimbus noch lange Bestand haben wird. Die Verlage nehmen die Aufgabe, gute Literatur auch bei schlechterer Rendite zug&#228;nglich zu machen im Interesse des Shareholder Value immer weniger wahr. Sie leben in dieser Hinsicht nur noch von der Erinnerung.  Ich denke tats&#228;chlich, dass k&#252;nftig der Leser entscheiden wird, ob ein im Selbstverlag oder in einem Miniverlag herausgebrachtes Buch f&#252;r ihn lesenswert ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Qualit&#228;t ist heute KEIN KRITERIUM mehr f&#252;r die Publikation, sondern die Verkaufbarkeit, also vergleichsweise N&#228;he zu Geschmack eines kaufm&#228;nnisch hinreichend grossen Publikums. Die Verlagsver&#246;ffentlichung als G&#252;tesiegel ist damit absoluter K&#228;se. Sie filtern den absoluten Schrott, aber sie filtern ebenso streng bei hoher Qualit&#228;t, wenn das Produkt nicht ausreichend verk&#228;uflich scheint.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Hilbi: Nein, ich glaube wirklich nicht, dass dieser Nimbus noch lange Bestand haben wird. Die Verlage nehmen die Aufgabe, gute Literatur auch bei schlechterer Rendite zug&#228;nglich zu machen im Interesse des Shareholder Value immer weniger wahr. Sie leben in dieser Hinsicht nur noch von der Erinnerung.  Ich denke tats&#228;chlich, dass k&#252;nftig der Leser entscheiden wird, ob ein im Selbstverlag oder in einem Miniverlag herausgebrachtes Buch f&#252;r ihn lesenswert ist.</p>
<p>Qualit&#228;t ist heute KEIN KRITERIUM mehr f&#252;r die Publikation, sondern die Verkaufbarkeit, also vergleichsweise N&#228;he zu Geschmack eines kaufm&#228;nnisch hinreichend grossen Publikums. Die Verlagsver&#246;ffentlichung als G&#252;tesiegel ist damit absoluter K&#228;se. Sie filtern den absoluten Schrott, aber sie filtern ebenso streng bei hoher Qualit&#228;t, wenn das Produkt nicht ausreichend verk&#228;uflich scheint.</p>
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		<title>Von: Hilbi</title>
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		<dc:creator>Hilbi</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 12:54:42 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;und genau so wird es nicht passieren. es wird auch weiterhin (gottseidank) lektoren geben die dar&#252;ber zu bestimmen haben ob etwas f&#252;r den Verlag gut oder nicht gut ist. Soweit wird es niemals kommen das jeder sich Dichter nennen darf, nur weil er auf eigene Kosten ein Buch herausgibt, das n&#228;mlich kann jeder und jeder hei&#223;t nun mal jeder.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird immer etwas besonderes sein im Aufbau Verlag, Suhrkamp, Fischer oder auch Kiepenheuer verlegt zu werden, das ist das Ziel eines Dichters oder Schriftstellers. gutbezahlte Lektoren m&#252;ssen Dein Manuskript anschauen und dar&#252;ber urteilen und nicht man selber. So etwas wird sich niemals durchsetzen, weil es auch nichts neues ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schon zu E.T.A Hoffmanns Zeiten gab es eine gro&#223;e Welle von M&#246;chtegernschreibern. Alle m&#246;glichen Leute glaubten sich pl&#246;tzlich berufen Romane zu schreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun das h&#246;rte irgendwann auf. Dieser "Zahl Dein Buch selber" Verlag wird allerdings nicht aufh&#246;ren, denn immerhin gibt es eine Menge Leute die eitel genug sind, ein Buch herauszubringen. Mit Qualit&#228;t kann das nat&#252;rlich nie etwas zu tun haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;PS:&#220;brigens ist niemals der im Recht der am lautesten bellt&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>und genau so wird es nicht passieren. es wird auch weiterhin (gottseidank) lektoren geben die dar&#252;ber zu bestimmen haben ob etwas f&#252;r den Verlag gut oder nicht gut ist. Soweit wird es niemals kommen das jeder sich Dichter nennen darf, nur weil er auf eigene Kosten ein Buch herausgibt, das n&#228;mlich kann jeder und jeder hei&#223;t nun mal jeder.</p>
<p>Es wird immer etwas besonderes sein im Aufbau Verlag, Suhrkamp, Fischer oder auch Kiepenheuer verlegt zu werden, das ist das Ziel eines Dichters oder Schriftstellers. gutbezahlte Lektoren m&#252;ssen Dein Manuskript anschauen und dar&#252;ber urteilen und nicht man selber. So etwas wird sich niemals durchsetzen, weil es auch nichts neues ist.</p>
<p>Schon zu E.T.A Hoffmanns Zeiten gab es eine gro&#223;e Welle von M&#246;chtegernschreibern. Alle m&#246;glichen Leute glaubten sich pl&#246;tzlich berufen Romane zu schreiben.</p>
<p>Nun das h&#246;rte irgendwann auf. Dieser &#8220;Zahl Dein Buch selber&#8221; Verlag wird allerdings nicht aufh&#246;ren, denn immerhin gibt es eine Menge Leute die eitel genug sind, ein Buch herauszubringen. Mit Qualit&#228;t kann das nat&#252;rlich nie etwas zu tun haben.</p>
<p>PS:&#220;brigens ist niemals der im Recht der am lautesten bellt</p>
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		<title>Von: Benjamin Stein</title>
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		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 12:53:24 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Reisem&#252;d habe ich mich wohl nicht klar genug ausdr&#252;cken k&#246;nnen. Mir geht es um zwei Dinge, wenn ich an ein &lt;em&gt;&lt;b&gt;gutes Buch&lt;/b&gt;&lt;/em&gt; denke: Phantastischer Inhalt in hochwertiger Verpackung. Ja, ich m&#246;chte die Dichtung ad&#228;quat verpackt haben und nicht wie einen Fisch vom Markt nach Hause tragen. Ich m&#246;chte diese B&#252;cher lange behalten, oft erneut in ihnen lesen; also m&#252;ssen sie auch haltbar sein. Deswegen stelle ich mir ein Hardcover mit robuster Bindung vor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich glaube, dass die Entwicklung, die Du skizzierst, von der Herstellungsmethode BoD unabh&#228;ngig ihren Lauf nehmen kann. Wir werden es also mit vielen kleinen Verlagen zu tun haben, die ein &#252;berschaubares Programm sehr preiswert herstellen m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu unterscheiden ist hier aber zwischen Herstellung und Vertrieb. BoD ist derzeit teurer, weil Firmen wie Lulu auch den Vertrieb &#252;bernehmen, also die Abwicklung des Gesch&#228;fts bestehend aus Bestellung, Bezahlung, Lieferung. Buchhandel (offline wie online) ist zudem teuer. Zwischen 35% und 45% wird der Verleger an den Buchh&#228;ndler los. Man m&#252;sste genau kalkulieren, was es kostet, direkt anzubieten, also eine bestimmte Auflage zu lagern und direkt an Besteller auszuliefern – binnen drei Tagen statt nach mindesten 14 wie bei Lulu! F&#252;r Nischenprodukte kann so etwas m&#246;glicherweise gut funktionieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine vom Vertrieb unabh&#228;ngige Sache ist die Herstellung. Im Sinne eines wirklich hochwertigen Produktes bin ich im Moment der Meinung, dass die klassische Herstellung nicht nur preiswerter sondern auch qualitativ sp&#252;rbar besser ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich gebe Dir sofort recht, was die k&#252;nftigen Vermarktungswege betrifft. Feuilleton etc. werden die Oberhoheit abgeben m&#252;ssen, wenn das nicht sogar schon geschehen ist. Wie diese Vermarktung aber k&#252;nftig funktionieren kann – wie also das wirklich an Dichtung interessierte Publikum noch zu den Autoren und B&#252;chern findet – diese Frage ist f&#252;r mich noch v&#246;llig unbeantwortet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;small&gt;PS: Ich habe unterdessen recherchiert, dass Hardcover mit Fadenheftung und Schutzumschlag bei Lulu doch auch m&#246;glich sein sollte. Ich werde das nochmals probieren. Blieben der Verzicht auf Leinen und Leseb&#228;ndchen, das Format und die lange Lieferfrist bei potentiell zu hohem Preis.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
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		<content:encoded><![CDATA[<p>Reisem&#252;d habe ich mich wohl nicht klar genug ausdr&#252;cken k&#246;nnen. Mir geht es um zwei Dinge, wenn ich an ein <em><b>gutes Buch</b></em> denke: Phantastischer Inhalt in hochwertiger Verpackung. Ja, ich m&#246;chte die Dichtung ad&#228;quat verpackt haben und nicht wie einen Fisch vom Markt nach Hause tragen. Ich m&#246;chte diese B&#252;cher lange behalten, oft erneut in ihnen lesen; also m&#252;ssen sie auch haltbar sein. Deswegen stelle ich mir ein Hardcover mit robuster Bindung vor.</p>
<p>Ich glaube, dass die Entwicklung, die Du skizzierst, von der Herstellungsmethode BoD unabh&#228;ngig ihren Lauf nehmen kann. Wir werden es also mit vielen kleinen Verlagen zu tun haben, die ein &#252;berschaubares Programm sehr preiswert herstellen m&#252;ssen.</p>
<p>Zu unterscheiden ist hier aber zwischen Herstellung und Vertrieb. BoD ist derzeit teurer, weil Firmen wie Lulu auch den Vertrieb &#252;bernehmen, also die Abwicklung des Gesch&#228;fts bestehend aus Bestellung, Bezahlung, Lieferung. Buchhandel (offline wie online) ist zudem teuer. Zwischen 35% und 45% wird der Verleger an den Buchh&#228;ndler los. Man m&#252;sste genau kalkulieren, was es kostet, direkt anzubieten, also eine bestimmte Auflage zu lagern und direkt an Besteller auszuliefern – binnen drei Tagen statt nach mindesten 14 wie bei Lulu! F&#252;r Nischenprodukte kann so etwas m&#246;glicherweise gut funktionieren.</p>
<p>Eine vom Vertrieb unabh&#228;ngige Sache ist die Herstellung. Im Sinne eines wirklich hochwertigen Produktes bin ich im Moment der Meinung, dass die klassische Herstellung nicht nur preiswerter sondern auch qualitativ sp&#252;rbar besser ist.</p>
<p>Ich gebe Dir sofort recht, was die k&#252;nftigen Vermarktungswege betrifft. Feuilleton etc. werden die Oberhoheit abgeben m&#252;ssen, wenn das nicht sogar schon geschehen ist. Wie diese Vermarktung aber k&#252;nftig funktionieren kann – wie also das wirklich an Dichtung interessierte Publikum noch zu den Autoren und B&#252;chern findet – diese Frage ist f&#252;r mich noch v&#246;llig unbeantwortet.</p>
<p><small>PS: Ich habe unterdessen recherchiert, dass Hardcover mit Fadenheftung und Schutzumschlag bei Lulu doch auch m&#246;glich sein sollte. Ich werde das nochmals probieren. Blieben der Verzicht auf Leinen und Leseb&#228;ndchen, das Format und die lange Lieferfrist bei potentiell zu hohem Preis.</small></p>
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	<item>
		<title>Von: perkampus</title>
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		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 12:33:11 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20070620/postberge/#comment-2429</guid>
		<description>&lt;p&gt;Print On Demand ist die Zukunft. Heute noch in den Kinderschuhen, wird sich in den n&#228;chsten 10 Jahren alles dahin orientiert haben und viele Verlage (zurecht!!) ihre T&#252;ren f&#252;r immer geschlossen halten. Schund und Unterhaltung wird freilich dort weiterhin vertrieben werden, aber seien wir ehrlich: so manche B&#252;cher der Schund-und-Papierquarkabteilung sind auch nicht das gelbe vom Ei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Literatenszene wird sich verselbst&#228;ndigen und v&#246;llig von den Anstalten l&#246;sen, da wird es noch Klassiker-Verlage geben, das ist klar, oder eben solche, die High-End-B&#252;cher produzieren, aber die Kluft zwischen Literatur als "alles-was-geschrieben-steht" und Literatur als Poesie wird un&#252;berbr&#252;ckbar sein. Wenn man es sich genau betrachtet, ist der Begriff LITERATUR ein gro&#223;er Bl&#246;dsinn f&#252;r das, was er ausdr&#252;cken soll und eben f&#252;r das &#252;berhaupt nicht zu gebrauchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Strategie, von der ich glaube, dass sie erarbeitet wird, liegt in Kreisen, Szenen, von mir aus sogar Salons, die gleicherma&#223;en aus Autoren und Publikum bestehen. Wichtig ist nicht mehr, wo ich mein Buch verlegen lasse sondern wie ich es bewerbe. Es ist nat&#252;rlich eine Tatsache, dass der "einfache" Leser sich an gewohnten Orten informieren wird, das sind immer noch Buchhandlungen, Buchprospekte etc. F&#252;r jemand, der an Literatur interessiert ist, wird es zunehmend schwerer, &#252;berhaupt B&#252;cher ohne einen riesigen Aufwand zu bekommen, die f&#252;r ihn wichtig sind. Ich sehe es selbst. Es ist beinahe zum Verzweifeln und ich klappere ausschlie&#223;lich Antiquariate ab. Das spricht eine eigene Sprache!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Internet ist zum Vertrieb (noch) nicht geeignet, weil immer noch die meisten einfach nur ihre Langeweile &#252;berbr&#252;cken oder ein wenig Kontakt suchen oder in den Weblogs herumklicken. Enthusiasten sind da selten, diese sehen im Internet auch nicht die Rettung, sondern den Beweis des Niedergangs der Lesekultur. An diesem Denken muss sich ebenfalls etwas &#228;ndern, aber hier kommen die Autoren ins Spiel und die Angst, sich konfrontieren zu m&#252;ssen. Ein Autor im Netz ben&#246;tigt n&#228;mlich vor allem eins: Mut. Denn er ist nicht in erster Linie Herr Sowieso sondern er ist &lt;i&gt;einer, der auch da schreibt, &lt;/i&gt;sonst nichts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jetzt kommt aber das Modell zum Tragen: Wenn es die einzelnen Parzellen schaffen, sich eine eigene Infrastruktur zu erm&#246;glichen, was haupts&#228;chlich mit &#214;ffentlichkeitsarbeit verbunden sein wird, ist schon viel gewonnen. Das Verlegen wird einerseits also individuell, andererseits schlie&#223;en sich aber verschiedene Kampagnen zusammen, was unerl&#228;sslich ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;"Literatur" war nie massentauglich, &#252;brigens zu keiner Zeit, darauf sollte man also kaum spekulieren.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Print On Demand ist die Zukunft. Heute noch in den Kinderschuhen, wird sich in den n&#228;chsten 10 Jahren alles dahin orientiert haben und viele Verlage (zurecht!!) ihre T&#252;ren f&#252;r immer geschlossen halten. Schund und Unterhaltung wird freilich dort weiterhin vertrieben werden, aber seien wir ehrlich: so manche B&#252;cher der Schund-und-Papierquarkabteilung sind auch nicht das gelbe vom Ei.</p>
<p>Die Literatenszene wird sich verselbst&#228;ndigen und v&#246;llig von den Anstalten l&#246;sen, da wird es noch Klassiker-Verlage geben, das ist klar, oder eben solche, die High-End-B&#252;cher produzieren, aber die Kluft zwischen Literatur als &#8220;alles-was-geschrieben-steht&#8221; und Literatur als Poesie wird un&#252;berbr&#252;ckbar sein. Wenn man es sich genau betrachtet, ist der Begriff LITERATUR ein gro&#223;er Bl&#246;dsinn f&#252;r das, was er ausdr&#252;cken soll und eben f&#252;r das &#252;berhaupt nicht zu gebrauchen.</p>
<p>Die Strategie, von der ich glaube, dass sie erarbeitet wird, liegt in Kreisen, Szenen, von mir aus sogar Salons, die gleicherma&#223;en aus Autoren und Publikum bestehen. Wichtig ist nicht mehr, wo ich mein Buch verlegen lasse sondern wie ich es bewerbe. Es ist nat&#252;rlich eine Tatsache, dass der &#8220;einfache&#8221; Leser sich an gewohnten Orten informieren wird, das sind immer noch Buchhandlungen, Buchprospekte etc. F&#252;r jemand, der an Literatur interessiert ist, wird es zunehmend schwerer, &#252;berhaupt B&#252;cher ohne einen riesigen Aufwand zu bekommen, die f&#252;r ihn wichtig sind. Ich sehe es selbst. Es ist beinahe zum Verzweifeln und ich klappere ausschlie&#223;lich Antiquariate ab. Das spricht eine eigene Sprache!</p>
<p>Das Internet ist zum Vertrieb (noch) nicht geeignet, weil immer noch die meisten einfach nur ihre Langeweile &#252;berbr&#252;cken oder ein wenig Kontakt suchen oder in den Weblogs herumklicken. Enthusiasten sind da selten, diese sehen im Internet auch nicht die Rettung, sondern den Beweis des Niedergangs der Lesekultur. An diesem Denken muss sich ebenfalls etwas &#228;ndern, aber hier kommen die Autoren ins Spiel und die Angst, sich konfrontieren zu m&#252;ssen. Ein Autor im Netz ben&#246;tigt n&#228;mlich vor allem eins: Mut. Denn er ist nicht in erster Linie Herr Sowieso sondern er ist <i>einer, der auch da schreibt, </i>sonst nichts.</p>
<p>Jetzt kommt aber das Modell zum Tragen: Wenn es die einzelnen Parzellen schaffen, sich eine eigene Infrastruktur zu erm&#246;glichen, was haupts&#228;chlich mit &#214;ffentlichkeitsarbeit verbunden sein wird, ist schon viel gewonnen. Das Verlegen wird einerseits also individuell, andererseits schlie&#223;en sich aber verschiedene Kampagnen zusammen, was unerl&#228;sslich ist.</p>
<p>&#8220;Literatur&#8221; war nie massentauglich, &#252;brigens zu keiner Zeit, darauf sollte man also kaum spekulieren.</p>
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