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	<title>Comments on: Revolte oder Exil?</title>
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	<description>Erinnern &#38; Entdecken</description>
	<pubDate>Sun, 06 Jul 2008 04:06:59 +0000</pubDate>
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		<title>By: Alexander Nicolai</title>
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		<dc:creator>Alexander Nicolai</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 May 2007 20:59:37 +0000</pubDate>
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		<description>da wei&#223; man kaum, wo man anfangen soll, zumal nicht, wenn man zu sp&#228;t kommt, und dann auch noch ausgerechnet am "Tag des Buches" - nun: es geht um Literatur. Nicht um B&#252;cher, es geht um Kunst. Und nicht deren Absatz. 

Eine der zentralen Fragen zeitgen&#246;ssischer Kunst, allen der voran der Bildenden ist die Frage nach Sinn und Grenze des "White Space", ausgehend von der Rahmeninszenierung, den wei&#223; get&#252;nchten R&#228;umen der Galerien und Museen. Aber der "White Space" ist mehr, er ist auch Synomym f&#252;r das Atelier, die Inszenierung des Schaffens, und Synonym f&#252;r die Klientel, den Club, die Community.

Das ist auch bei uns Schrifttreibenden so, der Unterschied liegt in der Auffassung des "White Space", bei uns ist es das Papier. Die Linearmaster-Matrix, des Schreibens, von links nach rechts (oder auch von rechts nach links), Einzug, n&#228;chste Zeile. Unser "White Space" ist Synonym f&#252;r ein ganzes Regelwerk. Entscheidend ist aber was hinter dieser schmalen Ordnungsraster lauert, dieses unfassbare Ding Literatur, das uns aus Augen ansieht, die so gro&#223; sind, dass uns unter ihren Augen kein geschriebener Satz perfekt genug ist.

Kunst ist nicht das Produkt, sondern sein Prozess, und auch Literatur ist ein Prozess, keinesfalls aber das Buch, das Produkt. Das Buch ist nur ein Sublimationsformat der Literatur.

Wie aber auch der "White Space" die Kunst, verdr&#228;ngt (!) das Buch die Literatur.

Schauen wir doch mal, was wirklich gelesen wird:
Einen Moment bitte, ich klicke weiter:
Spiegel-Bestsellerliste von heute, dem „Tag des Buches“, mja Paperpack:
Platz 1) „Eisfieber“ von taaraa -&#62; Ken Follett
Platz 2) „Zusammen ist man weniger allein“ (seufzjaja) von Anna Gawalda (wer zum Geier...?)
Platz 3) „Der Au&#223;enseiter“ von Minette Walters, wie auch immer: Krimi
Dann Platz 4) Sie erwartet „Die Dunkle Seite“ von Trommelwirbel (gepitcht) Frank Sch&#228;tzing? War da mal was? Ja, da war was.
Lbnl Platz 5) „Hektors Reise, oder die Suche nach dem Gl&#252;ck“ (Schublade Optimismusliteratur (fr&#252;her Durchhaltepropaganda) links neben Coelho, Paolo. Der Verfasser hei&#223;t Francois Lelord und ist Psychiater, lehnen Sie sich zur&#252;ck, entspannen Sie sich, wir sind alle ein bisschen Bluna.

Im Hardcover?
1)	Tan&#246;d – Andrea M Schenkel – Krimi
2)	Vergiss mein nicht – Cecilia Ahern (da war was)
3)	Die Kinder H&#252;rins – J RR Tolkien (oh ja, da war wirklich mal was)
4)	Tender Bar – JR Moehringer – Kindheitsblubberlutsch
5)	Die Vermessung der Welt – Daniel Kehlmann (ob da je was wird?)

Das sind die Kategorien, wo man Autoren nicht mehr Not-Leiden sieht.

Aber im Klartext: „diese“ Leserschaft liest Variationen der klassischen Themen und sie liest der speziellen Unterhaltung wegen. Und auf und durch und &#252;ber die M&#228;rkte hinweg in die Verlage und Buchhandlungen hinein bestimmt deren Auffassung von Buch, was ein Buch zu sein hat, wer mag sich anschlie&#223;en? Wer nicht? Wer begibt sich auf die Suche nach neuen Wegen und Medien? Nach anderen M&#246;glichkeiten?

Ich schrieb von einer Revolte, Benjamin Stein von einem Exil, und ANH ganz richtig stellend von Evolution statt Revolution, tats&#228;chlich beleuchten wir aber dasselbe Ph&#228;nomen, Literatur mit dem Netz, nur eben jeder aus seiner ganz bestimmten Perspektive. 

Als K&#252;nstler sehe ich hier vor allem interessante, weit reichende M&#246;glichkeiten &#228;sthetischer Gestaltung. Als denkender Mensch nat&#252;rlich auch das Drumherum, Fragen nach Quantit&#228;ten und Qualit&#228;ten, Reichweiten und Klicks, und immer wieder Elegien brotloser Kunst.

Allein interessiert mich die Brotlosigkeit (und zwingender Weise damit auch die Brothaftigkeit lol) von Kunst wenig, mich interessieren Intensit&#228;t und Intention eines Werkes.

Ein sehr subjektiver, in seiner Allgemeinheit aber schon fast wieder objektiver Ma&#223;stab daf&#252;r ist der „Knalleffekt“, dass &#220;berf&#252;hren zweier Spannung in eine andere. Wie, auf welche Weise ein Werk, ein Text knallt, ist dabei zweitrangig. Der Knall kann ein leiser sein, ein stilistischer, ein eruptiver, nur knallen muss er, die Spannungen m&#252;ssen stark genug sein, ihre Entladung muss einen Eindruck hinterlassen. Auf dieser Ebene erst kann man wirklich von einer Auseinandersetzung zwischen Text und Leser sprechen, wenn der Text das Bewusstsein des Lesers ergreift. Ich stimme Perkampus zu in seiner Forderung nach einer Ver&#228;nderung, einer Revolution des Denkens, und sehe die M&#246;glichkeit dieser Ver&#228;nderung in verbundener Umgebung einer solchen Entladung. F&#252;r viel entscheidender jedoch als qualitative und quantitative Fragen scheinen mir die Kraftverh&#228;ltnisse der Spannungen zwischen Text und Leser zu sein, und als Schrifttreibendem bleibt mir da als einzige mitwirkende Option die Manipulation der Ausgangsspannung des Textes, des Textwerkes.

So stellt sich aus meiner pers&#246;nlichen Perspektive jene Herausforderung dar, die ich im Ausgangstext nannte, die Herausforderung die M&#246;glichkeiten auszusch&#246;pfen, ohne Sinn und Form zu verlieren, gleicherma&#223;en virtuos und souver&#228;n schreibend aus einem Weblog o.&#228;. ein literarisches Werk zu machen.

Wie, das entscheidet freilich jeder selber, aber gerade die unterschiedlichen Ausf&#252;hrungen und Ans&#228;tze geben dem Ergebnis ja auch einen gewissen Reiz. Das ist es ja, was litblogs.net und die L&#228;rmende Akademie so interessant macht.

Um jedoch auf die Revolte zur&#252;ckzukommen: auch diese ist in meinen Augen eine Frage der Spannungen. Diese Spannungen sind die des Autors, die er durchlebend als Text sublimiert, und diese Texte treffen auf die, gr&#246;&#223;tenteils auf Erwartungen basierende Spannungen der Leserschaft.

Benjamin Stein spricht vom Exil, aber dieses Exil kann kein Exil der Literatur sein, nur das Exil einer Heimat von Literatur. Darin best&#228;tigt sich aber schon ein Anspruch an Revolte, das Einfordern einer Heimat n&#228;mlich. Was dem einen Exil ist, ist dem anderen aber schon das Land der unbeschr&#228;nkten M&#246;glichkeiten, beide aber revoltieren, letzterem ist es sogar aufgetragen, mitgegeben, denn nur die Tragkraft revolutionierenden Denkens wird sich dieser M&#246;glichkeiten &#252;berhaupt bedienen k&#246;nnen.

Wie ich auch gegen Schluss meines Ausgangstextes erw&#228;hnte, ist Hypertext ein junges Ph&#228;nomen gegen&#252;ber dem, was unsere Definition, unseren Kanon der Literatur bestimmt, andererseits handelt es sich da eben auch um die Gr&#246;&#223;e der als Literatur gelebten Lebenszeiten. Es ist l&#228;cherlich fr&#252;h, &#252;ber Hypertext abschlie&#223;ende Urteile f&#228;llen zu wollen, es k&#228;me einem F&#252;nfj&#228;hrigen gleich, der einen Rentenbescheid anfordert. Dazwischen liegt aber noch ein aufregendes Leben, und eben das haben wir zu gestalten. Literarisch.

Und nun, ANH, falls sie das lesen sollten: Revolte trifft hier den Anspruch zu sein, im grenzenlosen Exil, den sie fordert die Autorit&#228;t Literatur zu definieren, und sie fordert sie von den Printern zur&#252;ck. Erreicht die Legitimation dieser Autorit&#228;t ein ernstzunehmendes qualitatives und quantitatives Niveau, &#228;ndert sich der Literaturbegriff auch nach au&#223;en. 

Vorausgesetzt dieses Niveau wird erreicht. Das h&#228;ngt nat&#252;rlich von uns ab.

Wie dem auch sei, hier findet Evolution statt. Friss oder stirb, der St&#228;rkere setzt sich durch, bildet Gruppen, Macht und macht das Beste draus.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>da wei&#223; man kaum, wo man anfangen soll, zumal nicht, wenn man zu sp&#228;t kommt, und dann auch noch ausgerechnet am &#8220;Tag des Buches&#8221; - nun: es geht um Literatur. Nicht um B&#252;cher, es geht um Kunst. Und nicht deren Absatz. </p>
<p>Eine der zentralen Fragen zeitgen&#246;ssischer Kunst, allen der voran der Bildenden ist die Frage nach Sinn und Grenze des &#8220;White Space&#8221;, ausgehend von der Rahmeninszenierung, den wei&#223; get&#252;nchten R&#228;umen der Galerien und Museen. Aber der &#8220;White Space&#8221; ist mehr, er ist auch Synomym f&#252;r das Atelier, die Inszenierung des Schaffens, und Synonym f&#252;r die Klientel, den Club, die Community.</p>
<p>Das ist auch bei uns Schrifttreibenden so, der Unterschied liegt in der Auffassung des &#8220;White Space&#8221;, bei uns ist es das Papier. Die Linearmaster-Matrix, des Schreibens, von links nach rechts (oder auch von rechts nach links), Einzug, n&#228;chste Zeile. Unser &#8220;White Space&#8221; ist Synonym f&#252;r ein ganzes Regelwerk. Entscheidend ist aber was hinter dieser schmalen Ordnungsraster lauert, dieses unfassbare Ding Literatur, das uns aus Augen ansieht, die so gro&#223; sind, dass uns unter ihren Augen kein geschriebener Satz perfekt genug ist.</p>
<p>Kunst ist nicht das Produkt, sondern sein Prozess, und auch Literatur ist ein Prozess, keinesfalls aber das Buch, das Produkt. Das Buch ist nur ein Sublimationsformat der Literatur.</p>
<p>Wie aber auch der &#8220;White Space&#8221; die Kunst, verdr&#228;ngt (!) das Buch die Literatur.</p>
<p>Schauen wir doch mal, was wirklich gelesen wird:<br />
Einen Moment bitte, ich klicke weiter:<br />
Spiegel-Bestsellerliste von heute, dem „Tag des Buches“, mja Paperpack:<br />
Platz 1) „Eisfieber“ von taaraa -&gt; Ken Follett<br />
Platz 2) „Zusammen ist man weniger allein“ (seufzjaja) von Anna Gawalda (wer zum Geier&#8230;?)<br />
Platz 3) „Der Au&#223;enseiter“ von Minette Walters, wie auch immer: Krimi<br />
Dann Platz 4) Sie erwartet „Die Dunkle Seite“ von Trommelwirbel (gepitcht) Frank Sch&#228;tzing? War da mal was? Ja, da war was.<br />
Lbnl Platz 5) „Hektors Reise, oder die Suche nach dem Gl&#252;ck“ (Schublade Optimismusliteratur (fr&#252;her Durchhaltepropaganda) links neben Coelho, Paolo. Der Verfasser hei&#223;t Francois Lelord und ist Psychiater, lehnen Sie sich zur&#252;ck, entspannen Sie sich, wir sind alle ein bisschen Bluna.</p>
<p>Im Hardcover?<br />
1)	Tan&#246;d – Andrea M Schenkel – Krimi<br />
2)	Vergiss mein nicht – Cecilia Ahern (da war was)<br />
3)	Die Kinder H&#252;rins – J RR Tolkien (oh ja, da war wirklich mal was)<br />
4)	Tender Bar – JR Moehringer – Kindheitsblubberlutsch<br />
5)	Die Vermessung der Welt – Daniel Kehlmann (ob da je was wird?)</p>
<p>Das sind die Kategorien, wo man Autoren nicht mehr Not-Leiden sieht.</p>
<p>Aber im Klartext: „diese“ Leserschaft liest Variationen der klassischen Themen und sie liest der speziellen Unterhaltung wegen. Und auf und durch und &#252;ber die M&#228;rkte hinweg in die Verlage und Buchhandlungen hinein bestimmt deren Auffassung von Buch, was ein Buch zu sein hat, wer mag sich anschlie&#223;en? Wer nicht? Wer begibt sich auf die Suche nach neuen Wegen und Medien? Nach anderen M&#246;glichkeiten?</p>
<p>Ich schrieb von einer Revolte, Benjamin Stein von einem Exil, und ANH ganz richtig stellend von Evolution statt Revolution, tats&#228;chlich beleuchten wir aber dasselbe Ph&#228;nomen, Literatur mit dem Netz, nur eben jeder aus seiner ganz bestimmten Perspektive. </p>
<p>Als K&#252;nstler sehe ich hier vor allem interessante, weit reichende M&#246;glichkeiten &#228;sthetischer Gestaltung. Als denkender Mensch nat&#252;rlich auch das Drumherum, Fragen nach Quantit&#228;ten und Qualit&#228;ten, Reichweiten und Klicks, und immer wieder Elegien brotloser Kunst.</p>
<p>Allein interessiert mich die Brotlosigkeit (und zwingender Weise damit auch die Brothaftigkeit lol) von Kunst wenig, mich interessieren Intensit&#228;t und Intention eines Werkes.</p>
<p>Ein sehr subjektiver, in seiner Allgemeinheit aber schon fast wieder objektiver Ma&#223;stab daf&#252;r ist der „Knalleffekt“, dass &#220;berf&#252;hren zweier Spannung in eine andere. Wie, auf welche Weise ein Werk, ein Text knallt, ist dabei zweitrangig. Der Knall kann ein leiser sein, ein stilistischer, ein eruptiver, nur knallen muss er, die Spannungen m&#252;ssen stark genug sein, ihre Entladung muss einen Eindruck hinterlassen. Auf dieser Ebene erst kann man wirklich von einer Auseinandersetzung zwischen Text und Leser sprechen, wenn der Text das Bewusstsein des Lesers ergreift. Ich stimme Perkampus zu in seiner Forderung nach einer Ver&#228;nderung, einer Revolution des Denkens, und sehe die M&#246;glichkeit dieser Ver&#228;nderung in verbundener Umgebung einer solchen Entladung. F&#252;r viel entscheidender jedoch als qualitative und quantitative Fragen scheinen mir die Kraftverh&#228;ltnisse der Spannungen zwischen Text und Leser zu sein, und als Schrifttreibendem bleibt mir da als einzige mitwirkende Option die Manipulation der Ausgangsspannung des Textes, des Textwerkes.</p>
<p>So stellt sich aus meiner pers&#246;nlichen Perspektive jene Herausforderung dar, die ich im Ausgangstext nannte, die Herausforderung die M&#246;glichkeiten auszusch&#246;pfen, ohne Sinn und Form zu verlieren, gleicherma&#223;en virtuos und souver&#228;n schreibend aus einem Weblog o.&#228;. ein literarisches Werk zu machen.</p>
<p>Wie, das entscheidet freilich jeder selber, aber gerade die unterschiedlichen Ausf&#252;hrungen und Ans&#228;tze geben dem Ergebnis ja auch einen gewissen Reiz. Das ist es ja, was litblogs.net und die L&#228;rmende Akademie so interessant macht.</p>
<p>Um jedoch auf die Revolte zur&#252;ckzukommen: auch diese ist in meinen Augen eine Frage der Spannungen. Diese Spannungen sind die des Autors, die er durchlebend als Text sublimiert, und diese Texte treffen auf die, gr&#246;&#223;tenteils auf Erwartungen basierende Spannungen der Leserschaft.</p>
<p>Benjamin Stein spricht vom Exil, aber dieses Exil kann kein Exil der Literatur sein, nur das Exil einer Heimat von Literatur. Darin best&#228;tigt sich aber schon ein Anspruch an Revolte, das Einfordern einer Heimat n&#228;mlich. Was dem einen Exil ist, ist dem anderen aber schon das Land der unbeschr&#228;nkten M&#246;glichkeiten, beide aber revoltieren, letzterem ist es sogar aufgetragen, mitgegeben, denn nur die Tragkraft revolutionierenden Denkens wird sich dieser M&#246;glichkeiten &#252;berhaupt bedienen k&#246;nnen.</p>
<p>Wie ich auch gegen Schluss meines Ausgangstextes erw&#228;hnte, ist Hypertext ein junges Ph&#228;nomen gegen&#252;ber dem, was unsere Definition, unseren Kanon der Literatur bestimmt, andererseits handelt es sich da eben auch um die Gr&#246;&#223;e der als Literatur gelebten Lebenszeiten. Es ist l&#228;cherlich fr&#252;h, &#252;ber Hypertext abschlie&#223;ende Urteile f&#228;llen zu wollen, es k&#228;me einem F&#252;nfj&#228;hrigen gleich, der einen Rentenbescheid anfordert. Dazwischen liegt aber noch ein aufregendes Leben, und eben das haben wir zu gestalten. Literarisch.</p>
<p>Und nun, ANH, falls sie das lesen sollten: Revolte trifft hier den Anspruch zu sein, im grenzenlosen Exil, den sie fordert die Autorit&#228;t Literatur zu definieren, und sie fordert sie von den Printern zur&#252;ck. Erreicht die Legitimation dieser Autorit&#228;t ein ernstzunehmendes qualitatives und quantitatives Niveau, &#228;ndert sich der Literaturbegriff auch nach au&#223;en. </p>
<p>Vorausgesetzt dieses Niveau wird erreicht. Das h&#228;ngt nat&#252;rlich von uns ab.</p>
<p>Wie dem auch sei, hier findet Evolution statt. Friss oder stirb, der St&#228;rkere setzt sich durch, bildet Gruppen, Macht und macht das Beste draus.</p>
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		<title>By: Biggy</title>
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		<dc:creator>Biggy</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 May 2007 12:06:02 +0000</pubDate>
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		<description>ich br&#252;te ja an mehreren ideen. wenn nicht alle realisierbar sind, ist das nicht dramatisch, zumal m an mit der zeit haushalten muss.

das, was du unter kreativer befruchtung erl&#228;uterst, sehe ich nicht anders- sehen wir schon teilweise in den t&#228;glichen oder w&#246;chentlichen beitr&#228;gen der im metablog verlinkten mitglieder und g&#228;ste. das ergibt sich spontan und das finde ich klasse.  

einer der ideen war ja auch, diese befruchtungsergebnisse irgendwann einmal in einem ergebnis- gemeinschafts-blog zu posten, der solche verkn&#252;pften themen aus den verschiedenen blogs noch einmal zusammenstellt. (befreit vom ballast und &#252;berlebtem) das h&#228;tte den vorteil, eine art von gesamtkunstwerk zu erfahren, daraus ergeben sich vielleicht aufgrund der anderen art von rezeption auch neue ideen f&#252;r die weitere arbeit. ich gewinne eine andere sicht dabei. 

ich wei&#223; nicht, ob es nur mir so geht, weil ich ein optisch ausgerichteter typ bin: ich verliere zusammenh&#228;nge und genuss beim durchklicken. es ist so, als h&#228;tte ich aufgrund der themenaufspaltung in bl&#246;ggen einen unendlichen stapel dicker b&#252;cher verschiedener machart vor mir, die an einer einzigen, winzigen stelle mal das thema ber&#252;hren, das mich gerade interessiert.

ich finde es jetzt auch unpraktisch, genusshinderlich, den text da, das tonwerk dort, den kommentar da und das bild oder einen verweis hier zu haben. (zum zeitpunkt der erstbaearbeitung nicht) mir w&#228;re es lieber, ich k&#246;nnte die verschiedenen herangehensweisen, die sich in der teils spontanen arbeit, teils in geplanter vernetzung und teils auch in der &lt;i&gt;nacharbeit&lt;/i&gt; ergeben, irgendwann einmal zur gewinnung eines gesamteindrucks auch an &lt;i&gt;einer &lt;/i&gt; stelle wahrnehmen.

das w&#252;rde wie ein buch funktionieren, das sich thematisch spezialisiert- aber nicht so, wie wir es in der regel kennen: ausgerichtet auf eine kunstgattung oder eine kunstdisziplin. 

ich bin gleicherma&#223;en an kunst, literatur, wissenschaft, philosophie usw. interessiert. und in diesem ergebnis-blog finde ich dann alles.

bsp.: eiszeit- du findest im eiszeitblog dann stimm- und ger&#228;uschaufnahmen aus der artiks (o-ton oder k&#252;nstlich erzeugt), dazu liest du ein gedicht von michael, siehst eine grafik von kerstin, eine collage von biggy, einen reisebericht von markus, eine story von susanne, eine fiktion von andre, einen wissenschaftlichen forschungsbericht von hinz, einen song von kunz, aktfotos von dir im schnee, eine philosophische betrachtung von herbst, h&#246;rst ein feature von herrn stein und co., ein m&#228;rchen der inuit, einen bericht zum iglubau von bruno, verfolgst ausgrabunggeschichten und erf&#228;hrst etwas &#252;ber die datierung von st&#252;cke, eine liebesgeschichte von marcella, rezepte usw. usw.

ich buddle mich gern umfassend durch ein thema und finde es von allen ebenen aus betrachtet, spannend, wenn mir nicht unz&#228;hlige fachw&#246;rter an den kopf geknallt werden.

ja, es ist alles unausgegoren- aber es ist schon einiges davon da. und: es ist spontan entstanden, mitunter unbewusst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ich br&#252;te ja an mehreren ideen. wenn nicht alle realisierbar sind, ist das nicht dramatisch, zumal m an mit der zeit haushalten muss.</p>
<p>das, was du unter kreativer befruchtung erl&#228;uterst, sehe ich nicht anders- sehen wir schon teilweise in den t&#228;glichen oder w&#246;chentlichen beitr&#228;gen der im metablog verlinkten mitglieder und g&#228;ste. das ergibt sich spontan und das finde ich klasse. </p>
<p>einer der ideen war ja auch, diese befruchtungsergebnisse irgendwann einmal in einem ergebnis- gemeinschafts-blog zu posten, der solche verkn&#252;pften themen aus den verschiedenen blogs noch einmal zusammenstellt. (befreit vom ballast und &#252;berlebtem) das h&#228;tte den vorteil, eine art von gesamtkunstwerk zu erfahren, daraus ergeben sich vielleicht aufgrund der anderen art von rezeption auch neue ideen f&#252;r die weitere arbeit. ich gewinne eine andere sicht dabei. </p>
<p>ich wei&#223; nicht, ob es nur mir so geht, weil ich ein optisch ausgerichteter typ bin: ich verliere zusammenh&#228;nge und genuss beim durchklicken. es ist so, als h&#228;tte ich aufgrund der themenaufspaltung in bl&#246;ggen einen unendlichen stapel dicker b&#252;cher verschiedener machart vor mir, die an einer einzigen, winzigen stelle mal das thema ber&#252;hren, das mich gerade interessiert.</p>
<p>ich finde es jetzt auch unpraktisch, genusshinderlich, den text da, das tonwerk dort, den kommentar da und das bild oder einen verweis hier zu haben. (zum zeitpunkt der erstbaearbeitung nicht) mir w&#228;re es lieber, ich k&#246;nnte die verschiedenen herangehensweisen, die sich in der teils spontanen arbeit, teils in geplanter vernetzung und teils auch in der <i>nacharbeit</i> ergeben, irgendwann einmal zur gewinnung eines gesamteindrucks auch an <i>einer </i> stelle wahrnehmen.</p>
<p>das w&#252;rde wie ein buch funktionieren, das sich thematisch spezialisiert- aber nicht so, wie wir es in der regel kennen: ausgerichtet auf eine kunstgattung oder eine kunstdisziplin. </p>
<p>ich bin gleicherma&#223;en an kunst, literatur, wissenschaft, philosophie usw. interessiert. und in diesem ergebnis-blog finde ich dann alles.</p>
<p>bsp.: eiszeit- du findest im eiszeitblog dann stimm- und ger&#228;uschaufnahmen aus der artiks (o-ton oder k&#252;nstlich erzeugt), dazu liest du ein gedicht von michael, siehst eine grafik von kerstin, eine collage von biggy, einen reisebericht von markus, eine story von susanne, eine fiktion von andre, einen wissenschaftlichen forschungsbericht von hinz, einen song von kunz, aktfotos von dir im schnee, eine philosophische betrachtung von herbst, h&#246;rst ein feature von herrn stein und co., ein m&#228;rchen der inuit, einen bericht zum iglubau von bruno, verfolgst ausgrabunggeschichten und erf&#228;hrst etwas &#252;ber die datierung von st&#252;cke, eine liebesgeschichte von marcella, rezepte usw. usw.</p>
<p>ich buddle mich gern umfassend durch ein thema und finde es von allen ebenen aus betrachtet, spannend, wenn mir nicht unz&#228;hlige fachw&#246;rter an den kopf geknallt werden.</p>
<p>ja, es ist alles unausgegoren- aber es ist schon einiges davon da. und: es ist spontan entstanden, mitunter unbewusst.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: perkampus</title>
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		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 May 2007 11:34:19 +0000</pubDate>
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		<description>Damit kommen wir ja schon wieder weit vom Thema ab.

Gemeinschaftsprojekte unter Autoren funktionieren nicht. Sie funktionieren deshalb nicht, weil es, was mich betrifft, zu viel Zeit in Anspruch nimmt und ich dadurch Stimmungen unterworfen bin, die mich von meiner eigentlichen Arbeit abhalten. Dass jemand, in diesem Falle du, Collagen zu meinen Gedichten anfertigt, ist eine Zusammenarbeit, die auf Inspiration und Anregung fusst. Diese darf und soll durchaus auf den jeweiligen Blogs verbleiben. Das Prinzip des Verlinkens ist in diesem falle wesentlich effektiver. Nun kann man sich das weiter vorstellen, dass jemand die Kost&#252;me schneidert, jemand einen Film dreht, jemand den Soundtrack schreibt und ein anderer Bier holt.

Spannender als das sind besagte Reize, und die Kooperation untereinander besteht aus diesen Reizen, durch Kommunikation, die dann jeder in seine eigene Arbeit hineintr&#228;gt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Damit kommen wir ja schon wieder weit vom Thema ab.</p>
<p>Gemeinschaftsprojekte unter Autoren funktionieren nicht. Sie funktionieren deshalb nicht, weil es, was mich betrifft, zu viel Zeit in Anspruch nimmt und ich dadurch Stimmungen unterworfen bin, die mich von meiner eigentlichen Arbeit abhalten. Dass jemand, in diesem Falle du, Collagen zu meinen Gedichten anfertigt, ist eine Zusammenarbeit, die auf Inspiration und Anregung fusst. Diese darf und soll durchaus auf den jeweiligen Blogs verbleiben. Das Prinzip des Verlinkens ist in diesem falle wesentlich effektiver. Nun kann man sich das weiter vorstellen, dass jemand die Kost&#252;me schneidert, jemand einen Film dreht, jemand den Soundtrack schreibt und ein anderer Bier holt.</p>
<p>Spannender als das sind besagte Reize, und die Kooperation untereinander besteht aus diesen Reizen, durch Kommunikation, die dann jeder in seine eigene Arbeit hineintr&#228;gt.</p>
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		<title>By: Biggy</title>
		<link>http://turmsegler.net/feeder/?FeederAction=clicked&amp;feed=Comments+on+Articles+%28RSS2%29&amp;seed=http%3A%2F%2Fturmsegler.net%2F20070509%2Frevolte-oder-exil%2F%23comment-1386&amp;seed_title=Revolte+oder+Exil%3F#comment-1386</link>
		<dc:creator>Biggy</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 20:30:16 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20070509/revolte-oder-exil/#comment-1386</guid>
		<description>Mir schwirren ein paar unausgegorene Gedanken dazu im Kopf herum.

Ich wei&#223; ja nicht, wie andere es sehen- ich fand die beiden Versuche von Michael mit Gleichgesinnten ein Labyrinth von M&#246;glichkeiten und Vernetzungen aufzubauen, gut., auch wenn es aus unterschiedlichen Ursachen zum Erliegen kam.

Meine pers&#246;nlichen Anspr&#252;che an Interaktion im Netz beziehen sich auf &lt;b&gt;Erleben und Erkennen&lt;/b&gt;.
 
Gemeinsam an einem einem Projekt zu arbeiten und dabei ein Thema aus unz&#228;hligen Positionen heraus zu umkreisen (aus Richtung Kunst, Kultur, Wissenschaft, Literatur, Philosophie, Musik usw.), mit den unterschiedlichsten Methoden zu erschlie&#223;en, dabei fachliche Grenzen zu &#252;berschreiten, stelle ich mir spannend vor... die Geburt eines Gesamt(kunst)werkes. (nicht nur in Bezug auf Kunst und Literatur) So &#228;hnlich schwebte es uns ja schon l&#228;nger vor...

Das ist ja an sich nichts g&#228;nzlich neues, nur braucht es dazu Gleichgesinnte mit &#228;hnlichen M&#246;glichkeiten und Durchhalteverm&#246;gen, vielleicht zeitlich begrenzt und thematisch von vorneherein etwas eingegrenzt (und nicht zu schwierig im technischen Bereich... wenn ich dabei an mich denke ^^)

Jeder hat mit seinem eigenen Kram zu tun aber es gab/ gibt des &#246;fteren Themen, die ineinandergreifen- und bei denen es schade ist, dass sie in getrennten Bl&#246;ggen verbleiben. Auch das ist eine der M&#246;glichkeiten, die noch nicht ausgesch&#246;pft wurde.

Ich k&#246;nnte mir auch vorstellen, aus bereits fach(disziplin)&#252;berschreitend vorliegendem Material einmal aller 6-12 Monate einen thematischen Zeitschriften - Blog zusammenzustellen- ausgerichtet nicht wie eine Fachzeitschrift sondern wie eine Art Universalblog mit diesen o.g. Grenzverwischungen. (interdisziplin&#228;r) Was gut ist, Substanz hatte, stellt sich oft erst mit zeitlichem Abstand heraus. Und erst dann, wenn man sich einen &#220;berblick verschafft und das ganze etwas aufgearbeitet hat.

Diese Arbeit schwebt mir fr&#252;her oder sp&#228;ter, f&#252;r mittel- und langfristige Zeitr&#228;ume vor. Sie muss abgesprochen und mal erprobt werden.


</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mir schwirren ein paar unausgegorene Gedanken dazu im Kopf herum.</p>
<p>Ich wei&#223; ja nicht, wie andere es sehen- ich fand die beiden Versuche von Michael mit Gleichgesinnten ein Labyrinth von M&#246;glichkeiten und Vernetzungen aufzubauen, gut., auch wenn es aus unterschiedlichen Ursachen zum Erliegen kam.</p>
<p>Meine pers&#246;nlichen Anspr&#252;che an Interaktion im Netz beziehen sich auf <b>Erleben und Erkennen</b>.</p>
<p>Gemeinsam an einem einem Projekt zu arbeiten und dabei ein Thema aus unz&#228;hligen Positionen heraus zu umkreisen (aus Richtung Kunst, Kultur, Wissenschaft, Literatur, Philosophie, Musik usw.), mit den unterschiedlichsten Methoden zu erschlie&#223;en, dabei fachliche Grenzen zu &#252;berschreiten, stelle ich mir spannend vor&#8230; die Geburt eines Gesamt(kunst)werkes. (nicht nur in Bezug auf Kunst und Literatur) So &#228;hnlich schwebte es uns ja schon l&#228;nger vor&#8230;</p>
<p>Das ist ja an sich nichts g&#228;nzlich neues, nur braucht es dazu Gleichgesinnte mit &#228;hnlichen M&#246;glichkeiten und Durchhalteverm&#246;gen, vielleicht zeitlich begrenzt und thematisch von vorneherein etwas eingegrenzt (und nicht zu schwierig im technischen Bereich&#8230; wenn ich dabei an mich denke ^^)</p>
<p>Jeder hat mit seinem eigenen Kram zu tun aber es gab/ gibt des &#246;fteren Themen, die ineinandergreifen- und bei denen es schade ist, dass sie in getrennten Bl&#246;ggen verbleiben. Auch das ist eine der M&#246;glichkeiten, die noch nicht ausgesch&#246;pft wurde.</p>
<p>Ich k&#246;nnte mir auch vorstellen, aus bereits fach(disziplin)&#252;berschreitend vorliegendem Material einmal aller 6-12 Monate einen thematischen Zeitschriften - Blog zusammenzustellen- ausgerichtet nicht wie eine Fachzeitschrift sondern wie eine Art Universalblog mit diesen o.g. Grenzverwischungen. (interdisziplin&#228;r) Was gut ist, Substanz hatte, stellt sich oft erst mit zeitlichem Abstand heraus. Und erst dann, wenn man sich einen &#220;berblick verschafft und das ganze etwas aufgearbeitet hat.</p>
<p>Diese Arbeit schwebt mir fr&#252;her oder sp&#228;ter, f&#252;r mittel- und langfristige Zeitr&#228;ume vor. Sie muss abgesprochen und mal erprobt werden.</p>
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		<title>By: Benjamin Stein</title>
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		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 19:00:20 +0000</pubDate>
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		<description>DAS ist nun allerdings ein interessanter Ausblick...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>DAS ist nun allerdings ein interessanter Ausblick&#8230;</p>
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		<title>By: perkampus</title>
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		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 18:56:39 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20070509/revolte-oder-exil/#comment-1384</guid>
		<description>Ich glaube, dass sich diese Frage definitiv mit Nein beantworten l&#228;sst, da m&#252;ssen wir uns nichts vormachen. Aber ich sehe das Netz gegenw&#228;rtig immer noch als eine Steinzeit-Variante des Machbaren. Die Rezeptions&#228;sthetik &#228;ndert sich ja bereits, auch bei haupts&#228;chlich "nur-lesern". Die Art, wie gelesen wird, &#228;ndert sich im gleichen Masse, wie Informationen angeboten und verwertet werden. Wenn das 19. Jahrhundert das der Literatur war, das 20. das des Films, wird das 21. unzweifelhaft den multimedialen Spielen gelten. Dabei ist zu erkennen, dass kaum eine Kunstrichtung verschwindet, vielmehr vermischen sich die Genres. Musik, Literatur, Malerei, Philosophie, das hat sich seit jeher ineinandergeschoben. Netzliteratur war ein krasser Aussenseiter (damit meine ich nun nicht das Schreiben im Netz, sondern die Versuche, Informationen im Broadbandverfahren und im Socialweb zu vernetzen), der sich jedoch in der Programmierung durchaus bew&#228;hrt.

Bei allem, was wir Autoren im Netz tun, steht an erster Stelle der Reiz.

Bieten wir lediglich Elemente unserer Erz&#228;hlungen und Gedichte an, d&#252;rfte dieser Reiz eher gering sein, verkn&#252;pfen wir jedoch eine neu gefundene Form mit einer Art umfassender Literarisierung eigener Reize (Leseerlebnisse, Netzerlebnisse, Schaffensprozesse, Tagesgeschehen, Diskussion, aber auch: Podcast, Videocast, Bildmaterial), geben also auch dem Leser einen Bezugspunkt, in dem er, so gewollt, direkt diese unsere Reize beeinflusst, event. durch Kommentare, haben wir einen Schritt hin zu dieser neuen &#196;sthetik getan und verlassen dennoch die traditionellen Gefilde nicht f&#252;r immer.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube, dass sich diese Frage definitiv mit Nein beantworten l&#228;sst, da m&#252;ssen wir uns nichts vormachen. Aber ich sehe das Netz gegenw&#228;rtig immer noch als eine Steinzeit-Variante des Machbaren. Die Rezeptions&#228;sthetik &#228;ndert sich ja bereits, auch bei haupts&#228;chlich &#8220;nur-lesern&#8221;. Die Art, wie gelesen wird, &#228;ndert sich im gleichen Masse, wie Informationen angeboten und verwertet werden. Wenn das 19. Jahrhundert das der Literatur war, das 20. das des Films, wird das 21. unzweifelhaft den multimedialen Spielen gelten. Dabei ist zu erkennen, dass kaum eine Kunstrichtung verschwindet, vielmehr vermischen sich die Genres. Musik, Literatur, Malerei, Philosophie, das hat sich seit jeher ineinandergeschoben. Netzliteratur war ein krasser Aussenseiter (damit meine ich nun nicht das Schreiben im Netz, sondern die Versuche, Informationen im Broadbandverfahren und im Socialweb zu vernetzen), der sich jedoch in der Programmierung durchaus bew&#228;hrt.</p>
<p>Bei allem, was wir Autoren im Netz tun, steht an erster Stelle der Reiz.</p>
<p>Bieten wir lediglich Elemente unserer Erz&#228;hlungen und Gedichte an, d&#252;rfte dieser Reiz eher gering sein, verkn&#252;pfen wir jedoch eine neu gefundene Form mit einer Art umfassender Literarisierung eigener Reize (Leseerlebnisse, Netzerlebnisse, Schaffensprozesse, Tagesgeschehen, Diskussion, aber auch: Podcast, Videocast, Bildmaterial), geben also auch dem Leser einen Bezugspunkt, in dem er, so gewollt, direkt diese unsere Reize beeinflusst, event. durch Kommentare, haben wir einen Schritt hin zu dieser neuen &#196;sthetik getan und verlassen dennoch die traditionellen Gefilde nicht f&#252;r immer.</p>
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	<item>
		<title>By: Benjamin Stein</title>
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		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 18:13:48 +0000</pubDate>
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		<description>Den von Dir beschriebenen Reiz verstehe ich voll und ganz aus der Warte des lesenden Autors. Der andere Schaffensprozess kann da zum Identifikationsvehikel werden. Trifft das aber allgemein auf "den Leser" zu? Und - um den Faden weiterzuspinnen - wenn &lt;em&gt;das&lt;/em&gt; literarische Weblogs so interessant macht, ist das vielleicht Hinweis darauf, dass sie nur von anderen Autoren und Schreibfreudigen gelesen werden?

Das ist tats&#228;chlich eine wichtige Frage: Erreichen wir &#252;berhaupt die potentielle Leserschaft ausserhalb des eigenen Gildenumkreises?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Den von Dir beschriebenen Reiz verstehe ich voll und ganz aus der Warte des lesenden Autors. Der andere Schaffensprozess kann da zum Identifikationsvehikel werden. Trifft das aber allgemein auf &#8220;den Leser&#8221; zu? Und - um den Faden weiterzuspinnen - wenn <em>das</em> literarische Weblogs so interessant macht, ist das vielleicht Hinweis darauf, dass sie nur von anderen Autoren und Schreibfreudigen gelesen werden?</p>
<p>Das ist tats&#228;chlich eine wichtige Frage: Erreichen wir &#252;berhaupt die potentielle Leserschaft ausserhalb des eigenen Gildenumkreises?</p>
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		<title>By: perkampus</title>
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		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 18:02:11 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://turmsegler.net/20070509/revolte-oder-exil/#comment-1381</guid>
		<description>Dem widerspr&#228;che die mannigfache Sekund&#228;rliteratur, auch die Tageb&#252;cher. Freilich ist es etwas anderes, ob ich diese Aufzeichnungen von Cocteau lese oder von Ichleb Imdorf.

Gerade aber in der Lyrik sind Schaffensprozesse meist nicht uninteressant, auch hier gibt es printed Beispiele genug, nicht zuletzt die Faksimiles von Peter R&#252;hmkorf.

Es mag allerdings sein, dass ein angenommener Otto Klickdieblogs lieber bei Schlags&#228;tzen oder Artikeln h&#228;ngen bleibt, die ihn angehen.

Ein ebenfalls nicht zu untersch&#228;tzender Gedankengang ist der des Zumutbaren, damit meine ich vor allem Textl&#228;nge. Es d&#252;rfte klar sein, dass den Reiz eines Weblogs nicht die 30-Seiten-Erz&#228;hlung ausmacht. Ich selbst erkenne jedoch bei mir einen Hang zum Sequel (der Leserschaft), die Entstehung eines Romans (wie es eben teilweise bei ANH stattfindet) ist ein weiteres gro&#223;artiges Zeugnis daf&#252;r, dass es eben nicht uninteressant ist, dass man weiss: w&#228;hrend er (der Autor) diese Passage schrieb, trank er eine Tasse Kaffee und betrachtete einen Baum, der gerade gef&#228;llt wurde etc.

Ich selbst war stets ein Mensch, den Prozesse unzweifelhaft mehr interessierten als ein vermeindliches Produkt, auf das sich der Autor dann mit sich selbst einigt. Die Dynamik eines solchen Prozesses ist stets das Erstaunliche.

Und da sagte Alexander Nikolai (als Gast f&#252;r den Pod) zu mir den Satz, den ich unterschreibe: Nicht das Produkt ist die Kunst, sondern der Weg dorthin, quasi der Jetzt-Akt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dem widerspr&#228;che die mannigfache Sekund&#228;rliteratur, auch die Tageb&#252;cher. Freilich ist es etwas anderes, ob ich diese Aufzeichnungen von Cocteau lese oder von Ichleb Imdorf.</p>
<p>Gerade aber in der Lyrik sind Schaffensprozesse meist nicht uninteressant, auch hier gibt es printed Beispiele genug, nicht zuletzt die Faksimiles von Peter R&#252;hmkorf.</p>
<p>Es mag allerdings sein, dass ein angenommener Otto Klickdieblogs lieber bei Schlags&#228;tzen oder Artikeln h&#228;ngen bleibt, die ihn angehen.</p>
<p>Ein ebenfalls nicht zu untersch&#228;tzender Gedankengang ist der des Zumutbaren, damit meine ich vor allem Textl&#228;nge. Es d&#252;rfte klar sein, dass den Reiz eines Weblogs nicht die 30-Seiten-Erz&#228;hlung ausmacht. Ich selbst erkenne jedoch bei mir einen Hang zum Sequel (der Leserschaft), die Entstehung eines Romans (wie es eben teilweise bei ANH stattfindet) ist ein weiteres gro&#223;artiges Zeugnis daf&#252;r, dass es eben nicht uninteressant ist, dass man weiss: w&#228;hrend er (der Autor) diese Passage schrieb, trank er eine Tasse Kaffee und betrachtete einen Baum, der gerade gef&#228;llt wurde etc.</p>
<p>Ich selbst war stets ein Mensch, den Prozesse unzweifelhaft mehr interessierten als ein vermeindliches Produkt, auf das sich der Autor dann mit sich selbst einigt. Die Dynamik eines solchen Prozesses ist stets das Erstaunliche.</p>
<p>Und da sagte Alexander Nikolai (als Gast f&#252;r den Pod) zu mir den Satz, den ich unterschreibe: Nicht das Produkt ist die Kunst, sondern der Weg dorthin, quasi der Jetzt-Akt.</p>
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		<title>By: Benjamin Stein</title>
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		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 17:37:48 +0000</pubDate>
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		<description>Vielleicht kann man ANH f&#252;r einen Gastbeitrag gewinnen. Bis zum Wochenende allerdings hat er ohnehin anderes zu tun... 

Tats&#228;chlich meine ich, dass sein &lt;a href="http://www.albannikolaiherbst.de/"&gt;Weblog-Konzept&lt;/a&gt; &#252;ber das in meinem obigen Beitrag Beschriebene hinausgeht. Ebenso meine ich allerdings, dass die Reflektion des Schaffensprozesses in der Literatur ein eher erm&#252;detes Sujet ist, das auch durch das Medium Weblog keine frischroten B&#228;ckchen mehr bekommt. Aber da spricht der Lyriker in mir, nach dessen Geschmack die Dichtung endet, wo die Reflektion beginnt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht kann man ANH f&#252;r einen Gastbeitrag gewinnen. Bis zum Wochenende allerdings hat er ohnehin anderes zu tun&#8230; </p>
<p>Tats&#228;chlich meine ich, dass sein <a href="http://www.albannikolaiherbst.de/">Weblog-Konzept</a> &#252;ber das in meinem obigen Beitrag Beschriebene hinausgeht. Ebenso meine ich allerdings, dass die Reflektion des Schaffensprozesses in der Literatur ein eher erm&#252;detes Sujet ist, das auch durch das Medium Weblog keine frischroten B&#228;ckchen mehr bekommt. Aber da spricht der Lyriker in mir, nach dessen Geschmack die Dichtung endet, wo die Reflektion beginnt.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: perkampus</title>
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		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 17:20:07 +0000</pubDate>
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		<description>ANH's Theorien des literarischen Bloggens halte ich &#252;brigens f&#252;r ma&#223;geblich als Schritt zu einer grunds&#228;tzlichen &#196;sthetik.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ANH&#8217;s Theorien des literarischen Bloggens halte ich &#252;brigens f&#252;r ma&#223;geblich als Schritt zu einer grunds&#228;tzlichen &#196;sthetik.</p>
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	<item>
		<title>By: ANH</title>
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		<dc:creator>ANH</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 16:02:40 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;Die Literatur im Netz revoltiert nicht. Sie ist im Exil.&lt;/blockquote&gt;

Auch das nicht. Sie &lt;a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/244091/"&gt;&#62;&#62;&#62;&#62; e v o l i e r t (der verlinkte Beitrag und die dann folgenden skizzieren den Vorgang - oder versuchen es doch)&lt;/a&gt;.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Literatur im Netz revoltiert nicht. Sie ist im Exil.</p></blockquote>
<p>Auch das nicht. Sie <a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/244091/">&gt;&gt;&gt;&gt; e v o l i e r t (der verlinkte Beitrag und die dann folgenden skizzieren den Vorgang - oder versuchen es doch)</a>.</p>
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	</item>
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		<title>By: Biggy</title>
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		<dc:creator>Biggy</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 14:19:50 +0000</pubDate>
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		<description>Einige &lt;a href="http://mehrschichtig.twoday.net/stories/3695163/"&gt;gedankliche &#220;berschneidungen&lt;/a&gt; treffen sich mit meinen &#220;berlegungen, mit denen ich noch nicht abgeschlossen habe. Ich bin st&#228;ndig hin- und hergerissen zwischen dem F&#252;r und Wider des Nutzens eines k&#252;nstlerischen Blogs. Vielleicht gibt es auch gravierende Unterschiede zwischen bild- und wortausgerichteten Bl&#246;ggen. Der jetzige Zustand befriedigt mich nicht.

Ich finde, dass Alex in seinem Programm genau das Potential anspricht, was &lt;i&gt;eigentlich&lt;/i&gt; in der Bloggosph&#228;re m&#246;glich &lt;i&gt;w&#228;re/ ist&lt;/i&gt;, was aber, wie Herr Stein hier auch anmerkte, &#252;berhaupt noch nicht effektiv genutzt wird. 

Buch und Blogg kann man nicht vergleichen. Und ich sehe die Potenzen (wie Michael) in der gegenseitigen Erg&#228;nzung, vielleicht sogar der wechselseitigen Befruchtung dieser Medienarten, deren Grenzen nun eigentlich verschwimmen k&#246;nnten.

Die Ausarbeitung von gemeinsamen Webprojekten k&#246;nnte z.B. als Rohmaterial f&#252;r ein gemeinsames Printobjekt dienen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Einige <a href="http://mehrschichtig.twoday.net/stories/3695163/">gedankliche &#220;berschneidungen</a> treffen sich mit meinen &#220;berlegungen, mit denen ich noch nicht abgeschlossen habe. Ich bin st&#228;ndig hin- und hergerissen zwischen dem F&#252;r und Wider des Nutzens eines k&#252;nstlerischen Blogs. Vielleicht gibt es auch gravierende Unterschiede zwischen bild- und wortausgerichteten Bl&#246;ggen. Der jetzige Zustand befriedigt mich nicht.</p>
<p>Ich finde, dass Alex in seinem Programm genau das Potential anspricht, was <i>eigentlich</i> in der Bloggosph&#228;re m&#246;glich <i>w&#228;re/ ist</i>, was aber, wie Herr Stein hier auch anmerkte, &#252;berhaupt noch nicht effektiv genutzt wird. </p>
<p>Buch und Blogg kann man nicht vergleichen. Und ich sehe die Potenzen (wie Michael) in der gegenseitigen Erg&#228;nzung, vielleicht sogar der wechselseitigen Befruchtung dieser Medienarten, deren Grenzen nun eigentlich verschwimmen k&#246;nnten.</p>
<p>Die Ausarbeitung von gemeinsamen Webprojekten k&#246;nnte z.B. als Rohmaterial f&#252;r ein gemeinsames Printobjekt dienen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: Benjamin Stein</title>
		<link>http://turmsegler.net/feeder/?FeederAction=clicked&amp;feed=Comments+on+Articles+%28RSS2%29&amp;seed=http%3A%2F%2Fturmsegler.net%2F20070509%2Frevolte-oder-exil%2F%23comment-1373&amp;seed_title=Revolte+oder+Exil%3F#comment-1373</link>
		<dc:creator>Benjamin Stein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 13:52:14 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;
Man muss aber auch sehen: Wer verp&#246;nt? Das sind jene, die die Kan&#228;le verstopfen, denen es nicht um Literatur geht sondern um Rendite, die daf&#252;r verantwortlich sind, dass Deutschland literarisches Entwicklungsland ist usw. Es ist also kurzum nicht von Belang.
&lt;/blockquote&gt;

Bedauerlichweise ist es von Belang. Weil diejenigen, die verp&#246;nen, meinungsbildend sind. Ein im Selbstverlag erschienenes Buch gilt nicht als Ver&#246;ffentlichung, weil Ver&#246;ffentlichung (durch einen properen Verlag) auch gleichgesetzt ist mit 1) qualitativer Filterung und 2) professioneller Produktion des Buches als literarisches Endprodukt. Beides kann man den Verlagen nicht wirklich absprechen. Sie nehmen eine Filterfunktion wahr: Schund wird nur gebracht, wenn er sich gut verkauft. Damit bleibt 95% im Abraum zur&#252;ck. Mit der professionellen Produktion klappt es f&#252;r den verbleibenden Rest dann auch.

Im Selbstverlag f&#228;llt der Filter weg. Bleiben als Verhinderungsgr&#252;nde einer Buchwerdung nur noch die Zaghaftigkeit des Autors, Finanzen oder faktische organisatorische Unf&#228;higkeit - alles Dinge, die mit Literatur nichts zu tun haben. Wie es dann um die Professionalit&#228;t der Produkte steht? Lektorat ist kein Kinderspiel. Professioneller Satz und gekonnte grafische Gestaltung ebenfalls nicht. Man muss also auch bei der Herstellung mit minderer G&#252;te rechnen.

Worauf will ich hinaus? Die H&#228;me zu entkr&#228;ften, ist nicht leicht.

Wird ganz ohne Filter der Leser "seinen" Autor inmitten des Abraums finden? Wird dieser Leser damit leben wollen, B&#252;cher voller Druck- und sonstiger Fehler vorgesetzt zu bekommen?

Und noch ein Gedanke: Wenn das Weblog als Kommunikationsinstanz zwischen Autor und Leser gesehen wird, kann das funktionieren bei 5 Lesern, auch bei 100 noch. Hast Du - Gott beh&#252;te - um die 500 Leser, wird die Kommunikation allersp&#228;testens zum Monolog verkommen und Dein Weblog zur Peepshow oder Selbstbewerbungsplattform.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>
Man muss aber auch sehen: Wer verp&#246;nt? Das sind jene, die die Kan&#228;le verstopfen, denen es nicht um Literatur geht sondern um Rendite, die daf&#252;r verantwortlich sind, dass Deutschland literarisches Entwicklungsland ist usw. Es ist also kurzum nicht von Belang.
</p></blockquote>
<p>Bedauerlichweise ist es von Belang. Weil diejenigen, die verp&#246;nen, meinungsbildend sind. Ein im Selbstverlag erschienenes Buch gilt nicht als Ver&#246;ffentlichung, weil Ver&#246;ffentlichung (durch einen properen Verlag) auch gleichgesetzt ist mit 1) qualitativer Filterung und 2) professioneller Produktion des Buches als literarisches Endprodukt. Beides kann man den Verlagen nicht wirklich absprechen. Sie nehmen eine Filterfunktion wahr: Schund wird nur gebracht, wenn er sich gut verkauft. Damit bleibt 95% im Abraum zur&#252;ck. Mit der professionellen Produktion klappt es f&#252;r den verbleibenden Rest dann auch.</p>
<p>Im Selbstverlag f&#228;llt der Filter weg. Bleiben als Verhinderungsgr&#252;nde einer Buchwerdung nur noch die Zaghaftigkeit des Autors, Finanzen oder faktische organisatorische Unf&#228;higkeit - alles Dinge, die mit Literatur nichts zu tun haben. Wie es dann um die Professionalit&#228;t der Produkte steht? Lektorat ist kein Kinderspiel. Professioneller Satz und gekonnte grafische Gestaltung ebenfalls nicht. Man muss also auch bei der Herstellung mit minderer G&#252;te rechnen.</p>
<p>Worauf will ich hinaus? Die H&#228;me zu entkr&#228;ften, ist nicht leicht.</p>
<p>Wird ganz ohne Filter der Leser &#8220;seinen&#8221; Autor inmitten des Abraums finden? Wird dieser Leser damit leben wollen, B&#252;cher voller Druck- und sonstiger Fehler vorgesetzt zu bekommen?</p>
<p>Und noch ein Gedanke: Wenn das Weblog als Kommunikationsinstanz zwischen Autor und Leser gesehen wird, kann das funktionieren bei 5 Lesern, auch bei 100 noch. Hast Du - Gott beh&#252;te - um die 500 Leser, wird die Kommunikation allersp&#228;testens zum Monolog verkommen und Dein Weblog zur Peepshow oder Selbstbewerbungsplattform.</p>
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		<title>By: perkampus</title>
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		<dc:creator>perkampus</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 12:34:10 +0000</pubDate>
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		<description>Eine Revolte halte ich in der Literatur auch nicht f&#252;r notwendig, sondern im Denken.

Dass sich ein verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig neues Medium auch immer der Pioniere wie jener, die es aus modischen Gr&#252;nden annehmen und bearbeiten, bedient, ist klar. Ich w&#252;rde hier tats&#228;chlich unterscheiden zwischen Not und dem erweiterten Begriff der Notwendigkeit. Wenn man das Weblog tats&#228;chlich auf Verlinkungsstrategien reduziert oder auf eine Werkstatt, geh&#246;rt man nicht zu denen, die das Medium umfassend nutzen.

Richtig ist: Literatur geh&#246;rt gedruckt; heute aber kann man sagen: sie geh&#246;rt zwar in erster Linie gedruckt, aber sie geh&#246;rt auch GEH&#214;RT und GEZEIGT. Trotz aller projizierbaren Nachteile sollte man jedoch auch die Vorteile in Erw&#228;gung ziehen. Ich kann nun nicht auf alles eingehen, weil das Thema Teil meiner literarischen Arbeit f&#252;r Spatien 08 ist und ich nicht vorgreifen m&#246;chte.

Was jedoch nicht mehr so stimmt, wie es hier geschrieben steht, ist, dass der Selbstverlag teuer w&#228;re und verp&#246;nt.

Ganz im Gegenteil wird der Selbstverlag die Zukunft der Autorenschaft sein, auch wenn - nat&#252;rlich - Deutschland wieder viele viele Jahre und Erfahrungen hinterherhinkt. Und nur hierzulande ist es dann auch verp&#246;nt, sich selbst zu erschaffen. Man muss aber auch sehen: Wer verp&#246;nt? Das sind jene, die die Kan&#228;le verstopfen, denen es nicht um Literatur geht sondern um Rendite, die daf&#252;r verantwortlich sind, dass Deutschland literarisches Entwicklungsland ist usw. Es ist also kurzum nicht von Belang.

Der WIRKLICH interessante Punkt und meines Erachtens auch der einzig Tragbare ist das Verh&#228;ltnis zwischen Autor und Leser.

Ein Autor, der sagt, er schreibe f&#252;r sich, l&#252;gt oder redet dummes Zeug. Ein Autor will gelesen werden und der Leser sucht sich seine Themen. Wenn ein Autor sagt, er schreibe f&#252;r sich, dann sage ich: Gut, dann lese es auch f&#252;r dich.

Das Weblog kann nun eine schnellere Br&#252;cke bilden als das verwirtschaftete Buch. Noch ist nur ein geringer Teil der Bev&#246;lkerung an einem Netzleben beteiligt, aber auch das wird sich in den n&#228;chsten Jahren massiv &#228;ndern. Die Frage wird dann sein: Was bietet der Autor an und wie findet der Leser den f&#252;r ihn interessanten Autor.

Darin w&#252;rde ich die beklagte Revolte sehen, aber keine literarische, sondern eine kommunikative.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Revolte halte ich in der Literatur auch nicht f&#252;r notwendig, sondern im Denken.</p>
<p>Dass sich ein verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig neues Medium auch immer der Pioniere wie jener, die es aus modischen Gr&#252;nden annehmen und bearbeiten, bedient, ist klar. Ich w&#252;rde hier tats&#228;chlich unterscheiden zwischen Not und dem erweiterten Begriff der Notwendigkeit. Wenn man das Weblog tats&#228;chlich auf Verlinkungsstrategien reduziert oder auf eine Werkstatt, geh&#246;rt man nicht zu denen, die das Medium umfassend nutzen.</p>
<p>Richtig ist: Literatur geh&#246;rt gedruckt; heute aber kann man sagen: sie geh&#246;rt zwar in erster Linie gedruckt, aber sie geh&#246;rt auch GEH&#214;RT und GEZEIGT. Trotz aller projizierbaren Nachteile sollte man jedoch auch die Vorteile in Erw&#228;gung ziehen. Ich kann nun nicht auf alles eingehen, weil das Thema Teil meiner literarischen Arbeit f&#252;r Spatien 08 ist und ich nicht vorgreifen m&#246;chte.</p>
<p>Was jedoch nicht mehr so stimmt, wie es hier geschrieben steht, ist, dass der Selbstverlag teuer w&#228;re und verp&#246;nt.</p>
<p>Ganz im Gegenteil wird der Selbstverlag die Zukunft der Autorenschaft sein, auch wenn - nat&#252;rlich - Deutschland wieder viele viele Jahre und Erfahrungen hinterherhinkt. Und nur hierzulande ist es dann auch verp&#246;nt, sich selbst zu erschaffen. Man muss aber auch sehen: Wer verp&#246;nt? Das sind jene, die die Kan&#228;le verstopfen, denen es nicht um Literatur geht sondern um Rendite, die daf&#252;r verantwortlich sind, dass Deutschland literarisches Entwicklungsland ist usw. Es ist also kurzum nicht von Belang.</p>
<p>Der WIRKLICH interessante Punkt und meines Erachtens auch der einzig Tragbare ist das Verh&#228;ltnis zwischen Autor und Leser.</p>
<p>Ein Autor, der sagt, er schreibe f&#252;r sich, l&#252;gt oder redet dummes Zeug. Ein Autor will gelesen werden und der Leser sucht sich seine Themen. Wenn ein Autor sagt, er schreibe f&#252;r sich, dann sage ich: Gut, dann lese es auch f&#252;r dich.</p>
<p>Das Weblog kann nun eine schnellere Br&#252;cke bilden als das verwirtschaftete Buch. Noch ist nur ein geringer Teil der Bev&#246;lkerung an einem Netzleben beteiligt, aber auch das wird sich in den n&#228;chsten Jahren massiv &#228;ndern. Die Frage wird dann sein: Was bietet der Autor an und wie findet der Leser den f&#252;r ihn interessanten Autor.</p>
<p>Darin w&#252;rde ich die beklagte Revolte sehen, aber keine literarische, sondern eine kommunikative.</p>
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		<title>By: ksklein</title>
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		<dc:creator>ksklein</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 11:47:49 +0000</pubDate>
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		<description>toller beitrag!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>toller beitrag!</p>
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		<title>By: ky</title>
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		<dc:creator>ky</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2007 11:22:48 +0000</pubDate>
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		<description>wie traurig... wie wahr. gl&#252;cklicherweise gibt es ein paar wenige ausnahmen. ich selbst gestehe nicht zu diesen wenigen, gl&#252;cklichen ausnahmen zu geh&#246;ren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>wie traurig&#8230; wie wahr. gl&#252;cklicherweise gibt es ein paar wenige ausnahmen. ich selbst gestehe nicht zu diesen wenigen, gl&#252;cklichen ausnahmen zu geh&#246;ren.</p>
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