16. Mai 2012••• Mitunter schreibt man auch brav auf eine bestimmte Zeichenanzahl, und dann muss gekürzt werden. Das »Börsenblatt« hat mir gestattet, hier die vollständige Version meines Beitrags zur Urheberrechtsdebatte zu bringen, den ich für den Druck um ein Drittel kürzen musste.
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Im Rückspiegel: Von Zeit zu Zeit (31. 05. 2011)
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16. Mai 2012••• Passend zu meiner heutigen Wortmeldung in der »Jüdischen Allgemeinen« finde ich eben einen Beitrag von Alvar Freude im ODEM.blog. Während ein paar Spielkinder (wie er sie nennt), die sich Anonymous nennen, persönliche Daten der Autoren recherchiert und veröffentlicht haben, um den Unterzeichnern der Resolution zu schaden, hat sich Alvar Freude die Webseiten der Autoren angesehen und versucht, sie per Mail zu kontaktieren, um ihnen einige Fragen zu stellen.
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16. Mai 2012»Wir sind die Urheber!« rufen über 100 namhafte Autoren in den Raum. Damit haben sie zweifellos recht. Nur bringen uns Resolutionen heute in der Sache nicht weiter. Die derzeitige Debatte scheint mir vor allem durch gegenseitiges mangelndes Verständnis der Positionen geprägt. Die Resolution lässt vermuten, dass es ernsthafte Bestrebungen gäbe, das Urheberrecht als »historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit gegen feudale Abhängigkeit« gänzlich abzuschaffen. Nicht einmal das Parteiprogramm der Piraten, die als Speerspitze der Urheberrechtsgegener betrachtet werden, gibt eine solche Lesart her. Was gefordert wird, ist eine Anpassung der Gesetze an die durch das Internet gesetzten neuen Gegebenheiten. Davor wird sich der Gesetzgeber nicht drücken können. Bevor jedoch gesetzgeberisch zur Tat geschritten wird, sollte erst einmal gewusst und verstanden (nicht nur gemutmaßt) werden, was das Benutzerverhalten der Online-Community bestimmt und welche Folgen ein reines Beharren auf dem derzeitigen Status Quo nach sich ziehen würde.
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9. Mai 2012
Charlotte Grasnick und der peruanische Dichter José Pablo Quevedo nach einer Lesung in Berlin (2005) • Foto: Ulrich Grasnick (CC BY-SA 3.0)
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9. Mai 2012Liebes Bärchen,
ich ziehe es vor, meinen Nachlass schon heute zu regeln. Und ganz gleich, was ich zum Zeitpunkt meines Todes besitzen sollte: Ich bestehe darauf, dass wie ausgeführt verfahren wird. Die Mietshäuser werden einiges abwerfen, zum Leben mehr als genug. Du wirst die Villa halten und Dir sicher sein können, dass kein dahergelaufener Matz Dir nur des Geldes wegen den Hof macht. Das wäre doch unangenehm.
Im Testament nicht erwähnt ist ein Luxemburger Konto (s. beiliegende Papiere). Ich habe eine Tochter in Prag. Sie heißt Eva und wird das Geld brauchen können. Ich vermache es ihr unter dem Vorbehalt, dass sie das kleine Restaurant in Prag, Kapucinská 4, sobald als möglich vom Staat zurückkauft. Sie kann es selbst führen oder verwalten lassen; das ist mir gleich. Aber sie muss es kaufen!
Soweit das Angenehme.
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9. Mai 2012
M. C. Escher: Zeichnende Hände, 1948
••• Ich bin fertig mit der Überarbeitung des »Alphabet des Juda Liva«. Was ich und warum mit dem Text angestellt habe, werde ich später noch berichten. Anbei erst einmal eine Textprobe aus dem Epilog. Ich fühlte mich enorm an Szenen aus der »Leinwand« erinnert. Irgendwas an meinen Erzählern ist definitiv fragwürdig. Erschreckend auch, dass diese Erzähler – in jedem Buch bisher – unterwegs ihre Frauen verbummeln.
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8. Mai 2012Es gibt kein wirkliches Gelingen, hatte er gesagt: Nur verschiedene Grade des Scheiterns.
aus: »Das Alphabet des Juda Liva«
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